Beruf Erzähler: Ich nenn mich nicht!

Neben dem Ich-Erzähler kennen wir noch den sogenannten  Er-Erzähler oder Erzähler in der dritten Person. Wieder sind die Bezeichnungen irreführend. Während der Ich-Erzähler von einem Ich erzählt, erzählt der Erzähler in der dritten Person von einer dritten Person.

Die Bezeichnung des Erzählers bezieht sich also nicht auf den Erzähler selbst, sondern auf die Figur, von der er erzählt (die im Übrigen genauso gut eine Sie sein kann, ebenso ein Es oder ein Plural). Wir müssten also unterscheiden in einen Erzähler, der in der ersten Person erzählt, und einem Erzähler, der in der dritten Person erzählt. Oder noch deutlicher, einen, der von einem Ich erzählt, und einen, der von einer dritten Person (bzw. einer anderen Figur als sich selbst) erzählt.

Wer nun meinen vorhergehenden Artikel der Reihe gelesen hat, wird schon ahnen, dass damit noch immer nicht alles passt. Dort wurde nämlich in ein erzählendes und ein handelndes Ich unterteilt. Und es gab den Fall, dass ein erzählendes Ich von einer dritten Person erzählt.

Ein bisschen System

Es wird also kompliziert. Im Grunde gibt es die folgenden Möglichkeiten, sich einer Systematisierung zu nähern:

  1. Mit den klassischen Begriffen sagen wir, es zählt, von wem erzählt wird. Wir konzentrieren uns dabei auf die Haupthandlung. Wird die von einem Ich bestritten, sprechen wir von einem Ich-Erzähler, wird sie von einer anderen Figur bestritten, nennen wir den Erzähler Erzähler in der dritten Person. Auch dann, wenn es ein erzählendes Ich gibt, dass sich in auktorialen Einschüben oder gar in einer Rahmen- oder Nebenhandlung zu Wort meldet, indem es sich selbst benennt. Genauer müsste man sogar von der Figur sprechen, die im Fokus des Erzählens steht und an der Haupthandlung beteiligt ist (Dr. Watson vs. Sherlock Holmes).
  2. Wir gehen von denselben Begriffen aus, konzentrieren uns aber nicht allein auf die Haupthandlung. Falls notwendig, können wir dann von einer Geschichte sprechen, die in bestimmten Passagen von einem Ich-Erzähler erzählt wird, in anderen von einem Erzähler in der dritten Person. Etwa wenn ein erzählendes Ich, das in der Haupthandlung von einer anderen Figur erzählt, immer wieder auch auf sich selbst reflektiert. In einem solchen Fall würde derselbe Erzähler einnmal als Ich-Erzähler auftreten, dann wieder als Erzähler in der dritten Person.
  3. Wir entfernen uns von den klassischen Begriffen, legen den Fokus auf die Figur des Erzählers. Wir gelangen dann wieder zum erzählenden Ich, das die Möglichkeit hat, sich selbst zu benennen oder es eben bleiben zu lassen. Das gilt auch dann, wenn das erzählende Ich nicht von einer dritten Person erzählt, sondern von einem handelnden Ich. Dann kann es sich nämlich als erzählendes Ich ebenso völlig heraushalten und nur als handelndes Ich auftreten. Tritt es weder als das eine noch als das andere auf, haben wir die Erzählsituation des klassischen Erzählers in der dritten Person.

Das fehlende Ich

Wenn der Erzähler sich also nicht selbst benennt, weder als handelndes noch als erzählendes Ich, reden wir im Allgemeinen vom Erzähler in der dritten Person. Die Schwierigkeiten des Begriffs habe ich nun hoffentlich darstellen können.

Viel mehr gibt es zu diesem Erzähler an dieser Stelle nicht zu sagen. Vieles zur Erzählsituation wurde schon gesagt, mit anderem würde ich vorgreifen.

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Beruf Erzähler: Das bin ich

Wenn der Erzähler einer Geschichte sich selbst benennt, also als Ich in der Erzählung auftaucht, dann spricht man von einem Ich-Erzähler. Der Auftritt des Ich-Erzählers kann aber ganz unterschiedlich vonstatten gehen.

Grundsätzlich lässt sich zwischen demjenigen unterscheiden, der als handelnde Figur in Erscheinung tritt, und dem, der das nicht tut. Anders gesagt: Der Ich-Erzähler kann als erzählendes Ich und/oder als handelndes Ich auftreten.

Das handelnde Ich

Der Ich-Erzähler, an den man vermutlich als Erstes denkt, weil er heutzutage ganz sicher am häufigsten anzutreffen ist, ist witzigerweise der, der als Erzähler gar nicht in Erscheinung treten will. Das erzählende Ich tritt, so weit es eben möglich ist, hinter das handelnde Ich zurück.

Das Ich zeigt sich also gar nicht als Erzählerfigur, sondern nur als Figur innerhalb der Erzählung, ist demnach Teil der Kernhandlung. Dabei nimmt es entweder die Rolle des Protagonisten oder die eines (ständigen) Begleiters des Protagonisten ein.

Ich war froh, als ich endlich aufbrechen konnte. Nichts gegen die freundlichen Bauersleute, doch ich hatte eine Aufgabe zu erfüllen. Der Drache würde die Prinzessin nicht von selbst wieder freigeben. Ich verabschiedete mich und machte mich auf den Weg.

Spätestens wenn man in dem Beispieltext das Ich durch einen beliebigen Figurennamen ersetzt, bemerkt man, dass es sich im Grunde einfach um einen personalen Erzähler handelt, in dem das Ich eine Figurenrolle übernommen hat:

Peter war froh, als er endlich aufbrechen konnte. Nichts gegen die freundlichen Bauersleute, doch er hatte eine Aufgabe zu erfüllen. Der Drache würde die Prinzessin nicht von selbst wieder freigeben. Er verabschiedete sich und machte sich auf den Weg.

Im Unterschied zu den folgenden Ich-Erzählern tritt das Ich hier immer nur auf der Handlungsebene auf, die die Kernhandlung darstellt. Eine weitere Ebene gibt es nicht. Mit einer Ausnahme:

Peter lehnte sich zurück und schaute seine Zuhörer an. Es herrschte gespannte Stille.
Schließlich hielt es Monika nicht mehr aus. „Erzähl doch weiter! Du bist doch sicher nicht lange auf dem Gut der Hensons geblieben.“
„Natürlich nicht“, antwortete Peter, steckte sich aber erst noch eine Zigarette an, bevor er weitererzählte:

Ich war froh, als ich endlich aufbrechen konnte. Nichts gegen die freundlichen Bauersleute, doch ich hatte eine Aufgabe zu erfüllen. Der Drache würde die Prinzessin nicht von selbst wieder freigeben. Ich verabschiedete mich und machte mich auf den Weg.

Vorausgesetzt die Geschichte, die Peter hier seinen Zuhörern erzählt, ist die Kernhandlung einer Erzählung, in der die Umstände, unter denen Peter erzählt, Teil einer Rahmenhandlung sind, tritt das handelnde Ich hier praktisch innerhalb einer umfangreichen wörtlichen Rede, eines durch Monolog geprägten Dialogs auf.

Dieser Kunstgriff gibt nun wieder verschiedenen Erzählverhalten Raum. So kann das Ich innerhalb der Kernhandlung rein personal erzählen, also ausschließlich handelndes Ich bleiben. Referenzen zur Ebene des Erzählens gibt es dann nur über die Rahmenhandlung.

Das Ich kann aber auch als erzählendes Ich auftreten und so zusätzlich auf die Ebene des Erzählens referieren:

Peter lehnte sich zurück und schaute seine Zuhörer an. Es herrschte gespannte Stille.
Schließlich hielt es Monika nicht mehr aus. „Erzähl doch weiter! Du bist doch sicher nicht lange auf dem Gut der Hensons geblieben.“
„Natürlich nicht“, antwortete Peter, steckte sich aber erst noch eine Zigarette an, bevor er weitererzählte:

Ich war froh, als ich endlich aufbrechen konnte. Gegen die freundlichen Bauersleute gab es nichts einzuwenden und ich habe mir später oft gewünscht, ich hätte noch bleiben können, doch damals musste ich eine Aufgabe erfüllen. Der Drache würde die Prinzessin nicht von selbst wieder freigeben. Ich verabschiedete mich und machte mich auf den Weg.

Das erzählende und das handelnde Ich

Im letzten Beispiel haben wir es bereits: Das erzählende und das handelnde Ich. Wir können die Rahmenhandlung rund um Peter einfach weglassen und finden dennoch Hinweise auf den Erzähler. Da ist nicht nur das Ich, mit dem der Leser miterlebt, was damals geschah, sondern auch das Ich, das diese Erlebnisse erzählt, das sie bewerten und kommentieren kann.

Es ist hilfreich, sich klarzumachen, dass dies zwei unterschiedlieche Figuren der Erzählung sind. Die handelnde Figur (in diesem Fall der Protagonist) und die Erzählerfigur. Letztere erzählt über erstere, wenn auch beide ein und dieselbe Person sind. Das Ich (Peter) aus dem Jahr 2010 erzählt über das Ich (ebenfalls Peter) aus dem Jahr 1978. Beide haben einen sehr unterschiedlichen Erfahrungshorizont und sind sich möglicherweise auch in anderen Eigenschaften längst nicht mehr gleich.

Im Beispiel zeigt sich dieses erzählende Ich in dem Satz „… ich habe mir später oft gewünscht, ich hätte noch bleiben können …“ und im „damals“ im Folgesatz. Natürlich kann es auch deutlicher hervortreten, entweder, indem es selbst Teil einer Rahmenhandlung wird, oder, indem es den Leser direkt anspricht:

Lieber Leser, ich will dir heute eine Geschichte erzählen, die so unglaublich ist, dass auch ich sie in das Reich der Märchen verbannen würde, hätte ich sie nicht selbst erlebt. Ja, es ist meine Geschichte.

Ich war damals gerade fünzehn Jahre alt geworden, als mein Großvater mir diesen seltsamen Stein schenkte.

Das erzählende Ich

Hat man nun einmal das erzählende vom handelnden Ich getrennt, ist es ein Katzensprung zum erzählenden Ich, das nicht mehr von einem handelnden Ich erzählt, sondern von einer dritten Figur, die eben nicht dieses Ich ist.

Häufig wird sich dieses erzählende Ich gleich zu Beginn der Geschichte deutlich positionieren, allein schon, um sein Verhältnis zu der Figur, deren Geschichte erzählt wird, zu erklären und sich damit als Erzähler zu legitimieren:

Lieber Leser, ich will dir heute eine Geschichte erzählen, die so unglaublich ist, dass auch ich sie in das Reich der Märchen verbannen würde, hätte sie mir nicht mein Freund Peter erzählt, der in seiner Wahrhaftigkeit über jeden Zweifel erhaben ist.

Peter war damals gerade fünzehn Jahre alt geworden, als sein Großvater ihm diesen seltsamen Stein schenkte.

Die im zweiten Absatz beginnende Kernhandlung wird nun so erzählt, wie man es klassischerweise vom Erzähler in der dritten Person kennt, auktorial oder personal, wobei ein personales Erzählverhalten in diesem Fall den Vertrag mit dem Leser stark strapazieren würde.

Dabei kann sich das erzählende Ich regelmäßig zu Wort melden, kommentieren und bewerten oder fortan ganz hinter die Erzählung zurücktreten.

Und natürlich kann das erzählende Ich die einleitenden Worte (oder eine Rahmenhandlung) auch ganz beiseite lassen und nur durch Kommentare und Wertungen auf sich aufmerksam machen:

Peter war gerade fünzehn Jahre alt geworden, als sein Großvater ihm den Stein der Weißen schenkte. Dem Jungen war gar nicht bewusst, welch außergewöhnliche Ehre ihm da zuteil wurde. Ich habe seit frühester Jugend von einem solch machtvollen Besitz geträumt und noch heute wünschte ich, einmal die Möglichkeiten eines solchen Artefakts nutzen zu können. Peter aber, unwissend wie er war, brachte es kaum fertig, seinem Großvater Dankbarkeit vorzuspielen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, es wäre präziser, von einer Ich-Figur und einem Ich-Erzähler zu sprechen. Oder eben vom handelnden und vom erzählenden Ich. Aber man muss ja nicht pingelig werden.

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Beruf Erzähler: Die Verträge

Wie jeder Berufstätige geht auch der Erzähler Verträge ein. Und zwar für jeden Job gleich mehrere. Drei, um genau zu sein.

Zunächst natürlich den mit seinem Arbeitgeber, dem Autor. Ein zugegebenermaßen etwas ungewöhnlicher Vertrag, denn es gibt naturgemäß nur einen, der auf die Einhaltung dieses Vertrages achten kann und muss. Diese Verantwortung lässt sich dem Erzähler leider nicht aufbürden.

Der Inhalt des Vertrages ist wenig kompliziert: Der Autor erteilt dem Erzähler den Auftrag, wie dieser die Geschichte zu erzählen hat, wobei vor allem auf die Einhaltung der Rahmenbedingungen der ebenfalls vom Autor vorgegebenen Erzählsituation zu achten ist. Die Führungsverantwortung liegt beim Autor, er ist es, der für Fehler des Erzählers zur Rechenschaft gezogen wird.

Damit berühren wir bereits den zweiten Vertrag, in dem der Erzähler lediglich das Bindeglied zwischen den Vertragspartnern Autor und Leser ist. Der Inhalt entspricht weitgehend dem ersten Vertrag: Auch hier steht der Erzähler in der Pflicht, die Rahmenbedingungen der Erzählsituation einzuhalten, sodass der Leser sich auf diese verlassen kann. Obendrein obliegt ihm die Verpflichtung, dem Leser von Beginn an Klarheit über diese Bedingungen zu verschaffen. Haften muss auch hier wieder der Autor.

Der Vertrag mit dem Leser

Im dritten Vertrag allerdings spielt der Autor kaum eine Rolle. Der wird zwischen Erzähler und Leser geschlossen. Voraussetzung ist, dass Ersterer die anderen Verträge einhält. Das Interessante: Unter dieser Voraussetzung ist entsprechend der literarischen Konventionen der Leser der Einzige, der diesen Vertrag brechen kann. Und er wird dafür mit ausbleibendem Lesegenuss bestraft!

Der Leser schließt diesen Vertrag in der Regel vollkommen unbewusst. Er erkennt darin an, dass der Erzähler in den Grenzen seiner jeweiligen Erzählsituation übernatürliche Fähigkeiten besitzt. Etwa die, das Innenleben einer Figur zu kennen, als sei es sein eigenes. Oder gar sich derart in diese Figur zu versenken, dass er die Welt mit deren Sinnen wahrnimmt. Er akzeptiert, dass mancher Erzähler ein Gedächtnis besitzt, das dasjenige eines Elefanten lächerlich erscheinen lässt, während ein anderer gar von sich behauptet, gottgleiches Wissen über alles, was in der Welt vor sich geht, zu besitzen. Und er wundert sich nicht darüber, wenn ein Erzähler, der seine eigene Geschichte erzählt (oder so tut, als würde er das tun), dies offenbar im gleichen Atemzug tut, in dem die Ereignisse stattfinden.

Ja, es ist verrückt! All diese Dinge blendet der vertragskonforme Leser aus, damit er auf dieser Basis von einem glaubwürdigen Erzähler und seiner ebenso glaubwürdigen Erzählung ausgehen kann.

Diese drei Verträge bilden eine Art Kreis. Sie bedingen sich gegenseitig. Der eine braucht den anderen als Grundlage, während er gleichermaßen seine Voraussetzung darstellt. Wird einer der drei gebrochen, funktionieren auch die anderen nicht mehr.

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PB-Plotten: 17 – Präsentationspitch

Um sich um einen Verlags- oder Agenturvertrag zu bewerben, empfiehlt es sich, einen Pitch zu formulieren. Was das ist und wie man das macht, habe ich beim Arbeitspitch beschrieben.

Wer einen solchen Arbeitspitch bereits formuliert hat, sollte ihn noch einmal überprüfen. Passt er noch? Lässt er sich noch besser formulieren? Ist möglicherweise ein Aspekt, der erst später aufgetaucht ist, besser für den Pitch zu verwenden?

Vor allem aber ist der Pitch jetzt wirklich für die Präsentation, nicht mehr für die eigene Arbeit gedacht und sollte, falls nötig, entsprechend umformuliert werden.

Von Verlagen oder Agenturen wird selten explizit ein Pitch gefordert. Wo platziert man ihn also? Möglich ist, ihn im Verlagsanschreiben zu verwenden. Noch besser platziert ist er allerdings als Einleitung zum Exposé. Möglich ist theoretisch auch beides.

(PB-Plotten: Die Liste)

PB-Plotten: 16 – Probekapitel

Mit der Planung sind wir fertig, geplottet haben wir auch bis zum Ende. Die folgenden Schritte stellen also ein kleines Extra dar.

Wie auch der Präsentationspitch und das Präsentationsexposé hilft das Probekapitel zu diesem Zeitpunkt nur denjenigen, die im Kontakt mit Verlag oder Agentur nicht auf ein fertiges Manuskript angeweisen sind. Ein Autor, der sich mit seinem ersten Buchprojekt um einen Vertrag bemüht, bzw. derjenige, der bisher noch auf keine Romanveröffentlichungen verweisen kann, wird in der Regel nur mit einem fertiggestellten Manuskript auf Verlagssuche gehen können.

Hat ein Autor dagegen bewiesen, dass er einen Roman zu Ende schreiben kann, entscheiden Verlage oder Agenturen oft schon anhand von Exposé und Leseprobe. Manche Autoren kommen sogar nur mit Exposé oder gar nur mit der groben Vorstellung einer Idee aus.

Wer so weit noch nicht ist, beschäftigt sich also jetzt erst einmal damit, sein Manuskript zu schreiben, wählt erst im Anschluss daran ein oder mehrere Probekapitel aus und schreibt das Exposé.

Je nach den Anforderungen des Verlags oder der Agentur wählt man als Leseprobe ein oder zwei Kapitel. Die Anforderungen sind meist auf Seitenzahlen ausgelegt, sodass man sich auch danach richten sollte. Möglicherweise plant oder hat man sehr lange Kapitel, sodass man mit einen Auszug aus einem Kapitel auskommt, bei sehr kurzen Kapiteln wählt man entsprechend mehr aus.

Wenn nicht ausdrücklich eine Leseprobe vom Anfang oder aus der Mitte des Manuskripts gefordert ist, steht der Autor vor der Qual der Wahl. Warum eigentlich? Wenn ich ein starkes Manuskript anzubieten habe, sollte es nahezu unerheblich sein, von welcher Stelle ich eine Leseprobe anbiete. Habe ich das Gefühl, das Manuskript habe seine Stärken nur an bestimmten Stellen, sollte ich die anderen überarbeiten und nicht verschämt zurückhalten.

Für denjenigen, der sein Probekapitel extra für die Verlags- oder Agenturbewerbung schreibt, bietet sich der Vorteil, dass er beim Schreiben dieses Kapitels sicherlich besonders sorgfältig vorgeht. Allerdings sollte er sich diese Sorgfalt auch für das Gesamtmanuskript bewahren, so er denn die Zusage bekommt.

Ich würde empfehlen, den Romananfang zu wählen. Der muss später auch den Leser überzeugen. Und er sagt dem Lektor oder Agenten, dass der Autor nicht erst lange nach etwas Repräsentativem suchen musste.

Nun könnte man der Ansicht sein, der Romananfang sei eben nicht repräsentativ für den gesamten Roman. Der Konflikt ist gerade erst im Entstehen, der Leser wird möglicherweise erst sanft in die Geschehnisse eingeführt. Vielleicht haben wir es mit einem actionreichen Thriller zu tun, der erst noch Fahrt aufnimmt. Oder der Protagonist berfindet sich zu Beginn noch in der realen Welt, wird aber in Kapitel drei den Übergang in eine fantastische Parallelwelt beschreiten. Wie soll sich der Lektor oder der Agent anhand des ersten Kapitels einen Eindruck davon verschaffen?

Die Antwort ist ebenso einfach wie eindeutig: gar nicht! Das muss er auch nicht, denn die Leseprobe ist dafür nicht gedacht. Sie könnte es ohnehin nicht leisten, schließlich sind Romane oft so facettenreich, dass man sie eben komplett lesen müsste, um all diese Facetten zu erleben.

Tatsächlich soll die Leseprobe einen Eindruck davon vermitteln, wie der Autor schreibt. Beherrscht er sein Handwerk? Ist sein Schreibstil eingängig und dem Werk angemessen? Versteht er es, das, was er vermitteln möchte, sprachlich umzusetzen? Schreibt er flüssig, spannend, bildreich, effizient, …

Kurz: Ist er sprachlich ausgereift, besitzt er Potenzial oder allzu große Schwächen. Ob aber der Roman selbst, die Idee dahinter, der strukturelle Aufbau und der Plot insgesamt ebensolches Potenzial besitzen, soll nicht die Leseprobe klären, sondern das Exposé!

Daher ist es nicht notwendig, sich einen Kopf zu machen, ob die Leseprobe das Potenzial des Romans repräsentieren kann. Sie soll das schreiberische Potenzial des Autors zeigen. Stattdessen sollte man sich bemühen, dass das Exposé die bestmögliche Werbung für den Roman als Ganzes darstellt. Wird der Lektor oder der Agent vom Exposé mitgerissen und vom Probekapitel alles andere als enttäuscht, wird er auch bald den gesamten Text kennenlernen wollen.

(PB-Plotten: Die Liste)

Leser machen Bücher

Ich muss zugeben, ich habe eine Weile darüber nachgedacht, ob ich zu dem Thema etwas poste. In Autorenkreisen wird heftig darüber diskutiert und zumindest die Erfahreneren unter ihnen sehen eine Entwicklung, wie sie sich andeutet, mit deutlicher Skepsis. Und mir geht es genauso. Allerdings gab es letztlich eine Aussage einer lieben Kollegin, die mich dazu bewogen hat, doch darüber zu berichten:

Ein Gutes kann man aber auf jeden Fall über so ein Projekt sagen: Es holt die potenziellen Kunden der DKZV von der Straße, jedenfalls für eine Weile.

Worum geht es also? Es geht um Verlage bzw. verlagsähnliche Unternehmen, wie sie sich wahrscheinlich manch ein noch unveröffentlichter Autor schon lange wünscht. Schließlich hört man immer wieder, die großen Verlage würden nur noch nach Kriterien der Verkäuflichkeit auswählen und dabei sowohl Qualität als auch Leserwünsche aus den Augen verlieren. Ein Punkt, dem ich so nicht zustimmen kann, aber das soll hier nicht das Thema sein.

Erst kürzlich berichtete ich über den neuen Weg, den Droemer Knaur mit Neobooks einschlagen will. Das Besondere ist hier, dass hinter dem Konzept ein klassischer Verlag steht. Die Grundidee, dass Leser in einer Vorauswahl bestimmen, welche Texte das Lektorat zur Veröffentlichung prüft, gab es aber schon vorher.

EPIDU hat es vorgemacht

Laut eigenen Angaben, kann sich bei EPIDU jeder anmelden und ein Manuskript hochladen. Ein Vorlektorat entscheidet, ob der Text die Mindestanforderungen an Lesbarkeit nicht unterschreitet und mit den AGB vereinbar ist. Alle Manuskripte, die diese kleine Hürde genommen haben, stehen in der Community allen Lesern zur Bewertung zur Verfügung. Innerhalb der Bewertungsphase (momentan jeweils zwei Monate) kristallisieren sich so die fünf beliebtesten Texte heraus. EPIDU verpflichtet sich, pro Bewertungsphase mindestens eines dieser fünf Manuskripte zu publizieren. Die Entscheidung darüber, welches der fünf ausgewählt wird, trifft wiederum das Verlagslektorat.

Der glückliche Autor erhält einen Normvertrag und EPIDU gibt an, dass der weitere Weg der Veröffentlichung und Vermarktung dem üblichen Verlagsmodell entspricht, dass demnach auch keinerlei Kosten auf den Autor zukommen.

euryclia: Alle Macht dem Leser

Die noch ganz neue Plattform euryclia radikalisiert diesen Weg noch. Hier liegt die Veröffentlichungsentscheidung letztlich vollkommen beim Leser. Wer hier sein Manuskript hochlädt, schließt laut Aussagen der Betreiber sofort einen hinsichtlich der Eigenheiten des Portals modifizierten Normvertrag ab. Dabei muss das Manuskript innerhalb eines halben Jahres 1000 Vorbestellungen seitens der Leser erhalten, damit es tatsächlich zu einer Veröffentlichung kommt. Sobald diese Zahl an Vorbestellungen erreicht ist, erhält der Text ein Lektorat und wird von euryclia ohne Kostenzuschüsse seitens des Autors publiziert.

Die Leser entscheiden sich dabei aufgrund der von den Autoren hochgeladenen Exposés und Leseproben für eine Bestellung, die natürlich nur dann auch zum Buchkauf führt, wenn sich mindestens 999 andere Leser ebenfalls dafür entscheiden. Sollte dem auch nach einem halben Jahr nicht so sein, wird das Manuskript von der Plattform gelöscht und damit für den Autor wieder freigegeben.

Vieles bleibt abzuwarten

euryclia befindet sich noch im Aufbau. Einige Fragen werden sicher noch zu klären sein. Ob der von den Betreibern versprochene faire Umgang mit den Autoren wirklich attestiert werden kann, wird sich noch zeigen müssen. Darauf, dass sich die Homepage zur Zeit zu Unrecht mit dem Fairlag-Logo schmückt, die Betreiber sich also ungerechtfertigt als Unterstützer der Initiative bezeichnen, wurden sie bereits hingewiesen, und haben angekündigt, das Logo baldmöglichst zu entfernen.

Ist euryclia nun eine echte Chance für unveröffentlichte Autoren? Meine Skepsis habe ich schon angedeutet, will aber zunächst das Türchen offenlassen für die Möglichkeit, wie das Projekt erfolgreich werden könnte.

Plattformen, die darauf zielen, Hobbyschreibern und Autoren die Möglichkeit zu geben, ihre Texte online in mehr oder weniger attraktiver Form Lesern zugänglich zu machen, sind in den letzen Jahren beinahe wie Pilze aus dem Boden geschossen. Die erfolgreichsten unter ihnen werden von Nutzern und Texten geradezu überschwemmt. So tummeln sich etwa auf  BookRix derzeit mehr als 167.000 Nutzer und man kann dort mehr als 40.000 Online-Texte lesen.

Schreiber gibt es genug

Wer bis dahin noch nicht geglaubt hat, dass sich im Internet unzählige Schreibwütige herumtreiben, von denen wenigstens ein Teil durchaus den Traum der Printveröffentlichung träumen dürfte, den sollten diese Zahlen eines Besseren belehren. Warum sollten diese nicht auch das Angebot von euryclia annehmen? Ich denke, das werden sie tun.

Allerdings bedeutet das noch nicht viel. Auch auf BookRix kann man einen Text als gut bewerten. Der derzeit mit großem Abstand bestbewertete Text wurde am 25. April 2009 eingestellt und verfügt aktuell über 840 Sterne. Die 1000er-Marke hat also auch dieser nicht erreicht, schon gar nicht innerhalb eines halben Jahres.

Dabei handelt es sich auf dem Literaturportal überwiegend um kurze, aber vollständige Texte, Leseproben von Romanen werden kaum bewertet. Allerdings gibt es natürlich auch keine Aufforderung an die Leser (die im Übrigen zum größten Teil einfach selbst schreibende Nutzer sind), ihre Lieblingstexte zu Printpublikationen zu machen.

Nicht nur Insider beobachten auf derartigen Literaturportalen hinsichtlich der Bewertung eine mehr oder weniger ausgeprägte Klüngelwirtschaft, die sich praktisch nicht vollkommen ausschalten lässt.

Der Erfolg derartiger Portale scheint also nur auf den ersten Blick eine gute Ausgangslage für euryclia zu sein. Schaut man genauer hin, entdeckt man, dass viele potentielle Autoren noch lange nicht die 1000 voll machen.

Bestellungen ins Blaue

Und bei euryclia geht es ja nicht einfach um Bewertungen. Es geht für den Leser darum, ein Buch zu bestellen. Von einem Autor, dessen  Manuskript er nur aus einem unlektorierten Exposé und einer ebensolchen Leseprobe kennt. Das könnte in manchen Fällen zu spendenbereiter Hilfsbereitschaft führen, wird aber wohl kaum das Gros der Leser verführen. Zumal es höchst unwahrscheinlich ist, dass der Leser für diesen Aufwand je das Bestellte in der Hand halten wird. Immerhin kann er dann nach einem halben Jahr sein gespartes Geld nehmen und im nächsten Buchladen in den Regalen nach Ersatz von bekannten Autoren stöbern. Nur ausgesprochene Idealisten dürften es dagegen für einen weiteren euryclia-Autor aufsparen.

Bei diesen Ausgangsbedingungen werden vermutlich auch die meisten teilnehmenden Autoren bald enttäuscht feststellen, dass sich ihre realistischen Chancen auf eine Publikation im Vergleich zum klassischen Lektoratsauswahlverfahren nicht wesentlich gesteigert haben. Dass möglicherweise eine große Anzahl an Lesern auf dem direkten Weg nicht allzu viel leichter zu erreichen ist als über die filternden Verlagslektorate.

Immerhin wäre das unter Erfahrung zu verbuchen. Und wie schon von meiner Kollegin bemerkt, ist es eben eine Erfahrung, die den Autor nichts kostet und auch ansonsten auf einer (hoffentlich) fairen Basis zu erlangen ist. Und möglicherweise gibt es ja hinsichtlich der benötigten Anzahl der notwendigen Vorbestellung noch Nachbesserungen, die den hoffnungsvollen Autoren entgegenkommen.

Wenn der Verlag die Hände in den Schoß legt

Denen dürfte wahrscheinlich der folgende Aspekt leider nicht als der Wichtigste gelten. Selbst wenn euryclia ansonsten den fairen Umgang mit den Autoren gewährleistet, entzieht man sich doch der Hauptfunktion des Verlegers, nämlich nach verlegerischen Kriterien Werke für die Veröffentlichung auszuwählen und in verlegerischer Verantwortung zu vermarkten. Allen Unkenrufen zum Trotz ist ein Verleger nämlich normalerweise jemand, der für die von ihm verlegten Werke einstehen kann.

Dass bei euryclia, wenn überhaupt, tatsächlich immer Werke die Hürde zur Veröffentlichung überspringen, die die Verleger auch nach eigenem Ermessen als veröffentlichungswürdig erachten, ist unter diesen Voraussetzungen zumindest nicht als gegeben anzunehmen. Auch bleibt abzuwarten, wie die Vermarktungsstrategien über die 1000 Vorbestellungen hinaus angedacht und erfolgreich sind.

Unter dem Strich bleibt es aus meiner Sicht eine mit Skepsis zu betrachtende Alternative, aber immerhin eine Alternative. Und hoffentlich eine Alternative, die dem klassischen Verlagswesen nicht den Rang streitig macht. Denn diejenigen, die diesem Orientierung am Massengeschmack vorwerfen, sollten erkennen, dass die hier gebotene Alternative, sollte sie tatsächlich erfolgreich funktionieren, diesem Kritikpunkt noch viel weniger entgegenwirken kann.

Etwas kurios finde ich in diesem Zusammenhang, dass euryclia offenbar auch Literaturagenturen kontaktet. Was sollen die aber machen? Ihre Provision verdienen, indem sie ihre Autoren an eine Onlineplattform vermitteln, auf der dann die Leser letztlich eine völlig unabhängige Entscheidung treffen? Dazu braucht der Autor wohl keine Agentur. Wahrscheinlicher ist da doch, dass mancher Agent statt eines unbequemen Ablehnungsschreibens eine Empfehlung für euryclia verschickt.

Gold im Hühnerhaus bis 16.07.10

Der Goldene Pick:

Originalausschreibung: http://www.chickenhouse.de/verlag/manuskripte/der-goldene-pick/ oder www.faz.net/pick

Die F.A.Z. und Chicken House Deutschland suchen mit einem Schreibwettbewerb Debütautoren für Kinder- und Jugendbücher.

Einsendeschluss ist der 16. Juli 2010.

Wer liest, möchte die Welt um sich herum vergessen. Gerade Kinder- und Jugendbücher müssen dieses Wunder vollbringen. Darum sind Autoren, die spannend schreiben, indem sie ausgetretene Pfade verlassen und literarisches Neuland erobern, der Feuilleton-Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und dem neuen Kinder- und Jugendbuchverlag Chicken House Deutschland eine Auszeichnung wert.

Gesucht werden Manuskripte für Kinder und Jugendliche von Autoren und Autorinnen, die damit ihren ersten Schritt in die Öffentlichkeit wagen. Eine fünfköpfige Jury, der neben Cornelia Krüger (Hugendubel), Jürgen Hees (Buchhandlung Herwig), Dr. Tilman Spreckelsen (F.A.Z.) und Anja Kemmerzell (Chicken House Deutschland) nicht zuletzt die Bestsellerautorin Isabel Abedi angehört, wird über den Gewinnertext entscheiden. Eine Veröffentlichung bei Chicken House Deutschland ist der Preis.

Der einreichende Autor darf zuvor kein Fiction-Buch veröffentlicht haben und muss über 18 Jahre alt sein. Weitere Informationen und die kompletten Teilnahmebedingungen finden Sie unter: www.faz.net/pick.

Weitere Informationen zum Verlag unter: www.chickenhouse.de.

Am 30. Oktober wird die Shortlist mit fünf Nominierungen bekannt gegeben. Am 11. Dezember 2010 verkündet die Jury dann den Gewinner des „Goldenen Picks“.

Die Teilnahmebedingungen für den Schreibwettbewerb

– Der Wettbewerb läuft vom 18. März 2010 bis zum 16. Juli 2010.
Einsendeschluss ist der 16. Juli 2010.

Teilnahmebedingungen allgemein
– Mit der Teilnahme verpflichtet sich der Teilnehmer alle Teilnahmebedingungen zu akzeptieren.
– Die Wettbewerbsausrichter sind die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.) und Chicken House Deutschland.
– Die Ausrichter des Wettbewerbs behalten sich das Recht vor, Teilnehmer, die eine der Bedingungen nicht erfüllen, von der Teilnahme auszuschließen oder ihnen den Preis vorzuenthalten. Des Weiteren behalten sie sich das Recht vor, die Teilnahmebedingungen zu ergänzen.
– Für Zwecke der Berichterstattung oder der Werbung gibt der Einreichende mit Einreichung des Manuskriptes der F.A.Z. eine tantiemenfreie Lizenz zum Publizieren von Auszügen des eingereichten Manuskriptes für alle Medien (Internet und Print) in Absprache mit Chicken House Deutschland.
– Mit Einsendung eines Manuskriptes erlauben die Teilnehmer, den Gewinner eingeschlossen, die freie Verwendung ihres Namens und die Nutzung von Fotografien aus Gründen der Berichterstattung oder Werbung während dieser oder zukünftiger Aktionen der F.A.Z. oder assoziierter Unternehmen.
– Die Wettbewerbsausrichter haben das Recht, den Wettbewerb zu jeder Zeit abzusagen, zu modifizieren oder zu ersetzen (oder den Preis zu ändern), wenn der Wettbewerb nicht in der geplanten Weise durchführbar sein sollte. Sie haben das Recht, den Preis durch einen gleichwertigen zu ersetzen, sollten Umstände höherer Gewalt dies unvermeidbar machen.
– Die Nutzung persönlicher Daten, die die F.A.Z. im Zusammenhang mit dem Wettbewerb erhält, unterliegen den deutschen Datenschutzbestimmungen und den Bestimmungen, die unter FAZ.net eingesehen werden können. Der Name des Gewinners wird auf der Website veröffentlicht.
– Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Teilnahmevoraussetzungen
– Teilnehmer müssen über 18 Jahre alt sein.
– Sie dürfen keine Angestellten der F.A.Z. oder von Carlsen oder Chicken House Deutschland sein, keine Angestellten von assoziierten Unternehmen, keine Familienmitglieder oder in engem Verhältnis zu jemandem stehen, der mit der Durchführung des Wettbewerbs zu tun hat.
– Es darf nur ein Manuskript pro Person eingereicht werden.
– Der einreichende Autor darf zuvor kein Fiction-Buch veröffentlicht haben.

Formale Bedingungen und Einsendebedingungen
– Der einreichende Autor muss sein Manuskript selber einschicken.
– Einreichungen von Agenturen werden nicht angenommen.
– Die eingesandten Manuskripte müssen die Originalwerke der Einsender sein und dürfen vorher nicht publiziert worden sein.
– Die Einsendung muss auf dem Postwege an folgende Adresse erfolgen:

Chicken House Deutschland
Carlsen Verlag GmbH
Der Goldene Pick
Völckersstraße 14-20
22765 Hamburg

– E-Mail-Einsendungen werden nicht beachtet.
– Das Manuskript muss in voller Länge eingereicht werden.
– Das Manuskript darf nicht mehr als 80.000 Worte haben.
Die eingereichte Geschichte muss für Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt im Alter zwischen 10 und 16 Jahren geeignet sein.
– Sie darf jedes Thema behandeln und jegliches Genre abdecken (Fantasy, Abenteuer, Science Fiction, Krimi etc.).
– Bilderbücher und Graphic Novels sind vom Wettbewerb ausgeschlossen.
– Illustrationen werden bei der Bewertung nicht beachtet.
– Jede Einreichung muss versehen werden mit:

  • einer kurzen Zusammenfassung (nicht länger als eine Seite, sie soll einen Überblick über die gesamte Geschichte geben, inbegriffen die Hauptcharaktere, -ereignisse und -orte),
  • einem Plotplan (eine Kurzbeschreibung pro Kapitel, die die Hauptcharaktere, die dramatischen Höhepunkte und die wichtigsten Handlungsstränge beinhaltet),
  • einem Schreiben, das die Eignung des Manuskriptes als Kinder- und Jugendbuch darlegt.

– Der Wettbewerbsausrichter ist nicht haftbar für Verlust, Beschädigung oder Unvollständigkeit von Manuskripteinsendungen.
– Die Manuskripte müssen getippt sein und mit doppeltem Zeilenabstand und nummerierten Seiten versehen sein.
– Einreichungen müssen klar und deutlich mit dem vollen Namen des Autors und den Kontaktdaten (Adresse und Telefonnummer) versehen sein.
– Einreichungen müssen in einer handhabbaren Form eingereicht werden (Pappmappe, Ringbinder oder Ordner).
– Der einreichende Autor muss für eine eigene Kopie Sorge tragen, da die Manuskripte nicht
zurückgesandt werden.
– Die Einsendung wird nur bestätigt, wenn der Einreichende eine frankierte und adressierte Postkarte gut sichtbar beilegt. Sollten Einreichende 28 Tage nach ihrer Einreichung keine Rückantwort erhalten haben, müssen sie davon ausgehen, dass das Manuskript nicht eingetroffen ist und es ggs. noch mal senden.

Auswahl und Preis
– Es wird einen Gewinner geben.
Der Preis ist ein Publikationsvertrag mit Chicken House Deutschland.
– Bis zum 30. Oktober 2010 wird eine Shortlist mit fünf Nominierungen erstellt.
– Diese fünf Teilnehmer werden benachrichtigt und ihnen wird ein möglicher Vertrag zugesandt, sie können dann noch innerhalb von zehn Tagen von der weiteren Teilnahme zurücktreten.
– Diese fünf Einreichungen werden von der Jury geprüft.
– Die Jury besteht aus Isabel Abedi (Bestsellerautorin), Jürgen Hees (Buchhandlung Herwig), Cornelia Krüger (Hugendubel), Dr. Tilman Spreckelsen (F.A.Z.) und Anja Kemmerzell (Chicken House Deutschland).
– Weder während noch nach dem Wettbewerb wird es ein Feedback an die Autoren über ihre Manuskripte geben.
– Der Gewinner wird am 10. Dezember 2010 kontaktiert.
– Sollte er auf keinem Wege erreichbar sein, behält sich der Wettbewerbsausrichter das Recht vor, einen anderen Gewinner zu bestimmen.
– Sollte die Jury keines der eingereichten Manuskripte für publikationswürdig halten, wird sie dennoch die beste Einreichung küren und dem Gewinner eine ausführliche Lektoratsberatung anbieten.
– Sollte zwischen dem Gewinner und Chicken House Deutschland keine Einigung über den Vertrag erzielt werden können, wird dem Gewinner als Alternativpreis eine Lektoratsberatung angeboten.
– Die einreichenden Autoren behalten alle Rechte an ihren Manuskripten, mit Ausnahme des Gewinners, dem ein Vertrag angeboten wird.
– Der Vertrag mit dem Gewinner wird ein branchenüblicher Standardvertrag im Kinder- und Jugendbuchbereich sein.
– Der Preis ist nicht gegen Ausbezahlung oder anderes einzutauschen.
– Der Gewinner stimmt einem Interview mit der F.A.Z. zu.

Kinder und Jugend bis 06.07.10

Peter-Härtling-Preis für Kinder- und Jugendliteratur der Stadt Weinheim

Originaltext, siehe: www.beltz.de/haertling

Ausschreibung zum 15. Peter-Härtling-Preis

Der Verlag BELTZ & Gelberg und die Stadt Weinheim laden auch in diesem Jahr wieder Autorinnen und Autoren ein, sich mit einem bisher unveröffentlichten Text um den Peter-Härtling-Preis 2011 zu bewerben.

Gesucht werden Manuskripte für ein Kinder- oder Jugendbuch in deutscher Sprache für LeserInnen im Alter von 10 bis 15 Jahren. Eingereicht werden können Prosatexte, die sich erzählend, unterhaltend, poetisch und phantasievoll an der Wirklichkeit der Kinder oder Jugendlichen orientieren. Bilderbuchtexte, Gedichte und ähnliche Kurztexte können nicht berücksichtigt werden.

Die seit 1984 alle zwei Jahre vergebene Auszeichnung wird von der Stadt Weinheim gestiftet und gemeinsam mit BELTZ & Gelberg verliehen.

Der Peter-Härtling-Preis ist mit 5.555 Euro dotiert. Der Verlag BELTZ & Gelberg hat eine Option auf die Erstveröffentlichung und bietet an, das prämierte Manuskript als Buch herauszubringen.

Die Jury setzt sich zusammen aus:

* Peter Härtling, Autor
* Barbara Gelberg, Lektorin Beltz & Gelberg
* Dr. Tilman Spreckelsen, Frankfurter Allgemeine Zeitung
* Prof. Susanne Krüger, Hochschule der Medien Stuttgart
* Dietmar Pfennigschmidt, Stadt Weinheim
* NN, BuchhändlerIn

Einsendeschluss ist der 6. Juli 2010.

Eine Jury entscheidet im Herbst 2010 über den Preisträger. Die Preisvergabe erfolgt im Mai 2011.

Teilnahmebedingungen:

  • Bewerben können sich Autorinnen und Autoren mit einem Prosamanuskript in deutscher Sprache, das sich an Leserinnen und Leser von 10-15 Jahren richtet. Der Roman/die Erzählung muss bisher unveröffentlicht sein und darf noch nicht unter Vertrag stehen.
  • Eingereicht werden können Prosatexte, die sich erzählend, unterhaltend, poetisch und phantasievoll an der Wirklichkeit der Kinder oder Jugendlichen orientieren.
  • Das Manuskript muss einen Mindestumfang von 80 DIN-A4-Normseiten (60 Anschläge x 30 Zeilen) haben und darf den Höchstumfang von 200 Seiten nicht überschreiten. Berücksichtigt werden ausschließlich ausgedruckte Seiten; Einreichungen in Form von Disketten, CDs oder als Datei per Mail sind für den Preis nicht zugelassen.
  • Wichtiger Hinweis: Um die Neutralität der Bewertung sicherzustellen, darf das Manuskript nicht mit Namen und Adresse des Autors gekennzeichnet sein, sondern nur durch ein Stichwort. Name und Absenderangabe sind in einem verschlossenen Umschlag beizufügen, der außen mit dem gleichen Stichwort versehen ist.
  • Einsendeschluss ist der 6. Juli 2010 (Datum des Poststempels)
  • Einsendungen können ab sofort an folgende Adresse geschickt werden:

Peter-Härtling-Preis für Kinder- und Jugendliteratur der Stadt Weinheim
z. Hd. Frau Susanne Härtel
Kellerstr. 9
81667 München

  • Manuskripte, die den Teilnahmebedingungen nicht entsprechen, können für den Preis nicht berücksichtigt werden. Die Benachrichtigung der Teilnehmer erfolgt in jedem Fall, voraussichtlich im Oktober/November. Bitte sehen Sie von Rückfragen ab, über den Preisverlauf können keine Auskünfte erteilt werden.
  • Die Jury entscheidet im Herbst 2010 über den Preisträger. Die Preisvergabe erfolgt im Mai 2011.
  • Die Jury behält sich vor, den Preis gegebenenfalls zu teilen oder nicht zu vergeben, wenn keines der eingereichten Manuskripte als preiswürdig anerkannt wird.
  • Die Entscheidung der Jury ist auf dem Rechtsweg nicht anfechtbar; Korrespondenz über den Wettbewerb kann nicht geführt werden. Wir bitten um Verständnis, dass eingereichte Manuskripte aus Kostengründen nicht zurück geschickt werden. Der Autor, die Autorin können jedoch, wie im Verlagswesen üblich, eine Manuskript-Kopie für sich behalten. Der Verlag trägt Sorge dafür, dass die Manuskripte nicht in falsche Hände kommen.
  • Der preisgekrönte Text erscheint als Buch im Verlagsprogramm von BELTZ & Gelberg. Mit der Einreichung gewährt der Autor dem Verlag das Recht, das Manuskript zu den üblichen Vertragsbedingungen zu veröffentlichen.
  • Mit dem Einreichen des Textes erkennt der Autor, die Autorin die hier genannten Bedingungen an.

Gut und teuer

Cover Handbuch für Autorinnen und AutorenSie ist da, die siebte Auflage des Handbuchs für Autorinnen und Autoren aus dem Uschtrin Verlag.

Gewohnt informativ und umfassend ist dieses Standardwerk, in der Jubiläumsausgabe „25 Jahre Handbuch“ , wohl jedem ans Herz zu legen, der sich mit den Themen rund um das Schreiben und Veröffentlichen auseinandersetzen will.

Enthalten sind unter anderem fünfzehn Beispielexposés mit Kommentaren der betreffenden Agenturen, LektorInnen und AutorInnen, viele exklusive Beiträge von Brancheninsidern, Musterverträge, Verlagsadressen und vieles mehr. Mehr Informationen gibt es hier. Spätestens ein Blick ins Inhaltsverzeichnis dürfte das Begehren wecken.

Ob man diesem Begehren nachkommt, wird stark davon abhängen, ob einem das Handbuch 49,90 Euro wert ist. Für das Geld wird eindeutig viel geboten in einem Werk, das den Autor lange Zeit begleiten kann. Allerdings kostet das vergleichbare Jahrbuch für Autoren und Autorinnen vom Autorenhaus-Verlag ganze 20,- Euro weniger. Auch hier kann man sich vorab das Inhaltsverzeichnis ansehen.

Verlagsmodell geändert

Der pro literatur Verlag hat dieser Tage darüber informiert, dass er sein Geschäftsmodell mit sofortiger Wirkung ändern wird.

Wurden bisher durch den Verlag unter anderem Autorenverträge abgeschlossen, die Zuschüsse seitens der Autoren beinhalteten, sollen zukünftig nur noch branchenübliche Verträge abgeschlossen werden, die den pro literatur Verlag eindeutig von B.o.D.- und Zuschussverlagen abgrenzen sollen.

Auf der Verlagshomepage heißt es dazu:

Bereits im Laufe des Jahres 2009 mussten wir feststellen, dass die Angebote diverser Book-on-Demand- und Print-on-Demand-Anbieter und unzähliger „Zuschussverlage“ immer unseriöser wurden und die transparenten und korrekten Dienstleistungen als Publikationsberatung in Verbindung mit einem Verlag zunehmen als schwierig wargenommen wurden.

Deshalb und um uns ganz deutlich von unseriösen Angeboten abzugrenzen haben wir uns Anfang 2010 entschlossen, unsere jahrelang erfolgreichen Pubklikationsberatungs- und on-Demand-Dienstleistungen einzustellen und uns ab Anfang 2010 wieder dem klassischen Verlagsgeschäft zu widmen.

Eine Entwicklung, die sicherlich als positiv zu bewerten ist und die es weiter zu beobachten gilt. Eine ausführliche Stellungnahme des Verlegers Robert Mayer-Scholz gibt es im Montsegur Forum zu lesen.

Bereits im Laufe des Jahres 2009 mussten wir feststellen, dass die Angebote diverser Book-on-Demand- und Print-on-Demand-Anbieter und unzähliger „Zuschussverlage“ immer unseriöser wurden und die transparenten und korrekten Dienstleistungen als Publikationsberatung in Verbindung mit einem Verlag zunehmen als schwierig wargenommen wurden.

Deshalb und um uns ganz deutlich von unseriösen Angeboten abzugrenzen haben wir uns Anfang 2010 entschlossen, unsere jahrelang erfolgreichen Pubklikationsberatungs- und on-Demand-Dienstleistungen einzustellen und uns ab Anfang 2010 wieder dem klassischen Verlagsgeschäft zu widmen.

Frage nicht den Lektor

Mir fallen auf Anhieb nur drei Gründe ein, warum ein Autor einen freien Lektor für das Lektorat eines Romans beauftragen und bezahlen sollte:

1. Er will nicht oder glaubt nicht, dass sein Roman eines Tages in einem Publikumsverlag erscheint (der ja dann für das Lektorat verantwortlich wäre), will ihn aber im Eigenverlag oder über einen Dienstleister publizieren, wobei er sich wünscht, dass das Manuskript im Wesentlichen so bleibt, wie es ist, aber in diesem Rahmen so gut als möglich verbessert wird.

2. Er hofft, mithilfe des freien Lektors sein Manuskript derart aufzubessern, dass die Chancen, einen Agentur- oder Verlagsvertrag zu ergattern, steigen.

3. Sein Fokus liegt nicht so sehr auf dem aktuellen Text, sondern er sieht es eher als eine langfristige Investition, eine Art Schreibkurs am eigenen Text, wobei hier möglicherweise von vorneherein die Manuskriptbetreung durch den Lektor die bessere Wahl wäre.

In allen drei Fällen wird es noch immer sehr abweichende Auffassungen geben, ob das Lektorat hier eine sinnvolle Investition im Vergleich zu den Alternativen darstellt. Und in allen drei Fällen sollte sich der Autor klarmachen, dass der finanzielle Aufwand vergleichsweise hoch ist.

Und vor allem der erste Fall ist es, um den es mir hier geht. Selbst wenn ich nicht auch als freier Lektor arbeiten würde, der schließlich damit Geld verdienen kann, würde ich es zunächst einmal begrüßen, wenn jemand auch für die Alternative zum Publikumsverlag zu der Erkenntnis kommt, dass er dem potentiellen Leser nicht seine Rohfassung um die Ohren hauen will. Allerdings sehe ich es auch als meine ethische Pflicht dem potentiellen Kunden gegenüber an, ihm vor der Auftragsannahme eine ehrliche Einschätzung seines Werkes und dessen Möglichkeiten zu geben.

Und die kann im Grunde genommen wieder nur auf drei Arten ausfallen:

1. Ich schätze das Werk für so gut ein, dass der Kunde noch einmal darüber nachdenken sollte, ob er es nicht doch bei einer Agentur oder einem Pubklikumsverlag versucht. Kurz gesagt, ich mache ihm klar, dass er mich eigentlich nicht braucht.

2. Ich schätze den Roman so ein, dass es einiger Überarbeitung bedarf, um ein überzeugendes Ergebnis zu liefern, mit dem der Kunde dann entweder einen guten Roman im Eigenverlag oder beim Dienstleister veröffentlicht (ich weise immer auf die Nachteile eines solchen Vorgehens hin) oder es aber doch auf dem klassischen Verlagsweg versucht.

3. Meiner Einschätzung nach bedürfte es weit mehr als eines Lektorats, um aus dem vorliegenden Manuskript ein veröffentlichungsreifes zu machen.

Der Titel des Artikels bezieht sich auf Kunden, denen ich im Vorhinein diese dritte Einschätzung gebe, wobei ich, sofern ich es für eingermaßen aussichtsreich halte, auf die Möglichkeit einer Manuskriptbetreuung hinweise.

Es ist nun einmal so: Mit einem normalen Lektorat (keine Manuskriptbetreuung, kein Ghostwriting) lässt sich aus einem solchen Manuskript im besten Fall ein etwas besserer Roman, aber kein Wunderwerk zaubern. Ein guter Lektor mag einen großen Anteil an der Qualität des Endprodukts haben, aber viel entscheidender ist die Qualität des Ausgangsprodukts. Ist der Wurm im Holz, reicht eine Politur nicht aus.

Wenn sich nun ein Autor trotz einer solchen Vorabeinschätzung dennoch für ein Lektorat entscheidet (und ich rate eher ab), tut er gut daran, sich nach dem Lektorat nicht neuerlich nach der Einschätzung des Lektors zu erkundigen, denn die wird sich nicht wesentlich geändert haben.

Ihm bleibt jedoch als Trost, dass auch ein Lektor nicht frei von Subjektivität und damit fehlbar ist.

Berger und Berger

Berta Berger: Der Augenschneider
Berta Berger: Der Augenschneider

Im August 2010 erscheint ihr Thriller bei Piper. Valentina Berger hat es geschafft! Nach zehn Jahren fleißiger Schreibarbeit bekam sie gleich eine Zweibuch-Vertrag für Thriller, die vermutlich das Zeug zum Bestseller haben.

Hinter dem Pseudonym verbirgt sich die Geschichtenweberin Berta Berger, die nach dem Märchenbuch „Die Prinzessin, die von der Liebe nichts wissen wollte“ 2008 und dem Kinderbuch „Kunigund Kugelrund“ in diesem Jahr (beide im Autumnus Verlag) nun also auch im Erwachsenen-Bereich beim großen Publikumsverlag debütiert.

In der Programmvorschau von Piper und seit Kurzem auch auf der Webseite des Verlags wird der Psychothriller „Der Augenschneider“ breits angekündigt. Selbst der Verlagstext hält schon, was der Titel verspricht:

Ich brauche dein Augenlicht.

Er schneidet ihnen bei lebendigem Leib die Augen heraus: jungen, schönen Frauen. Denn er braucht ihr Augenlicht…

Heinz Martin, Gerichtsmediziner in Wien, ist einem Serienkiller auf der Spur. Zwei Frauen hat er schon gefoltert und grausam verstümmelt. Beide Opfer waren attraktiv, schlank und hochgewachsen. Dann verschwindet auch Martins bildschöne Schwester spurlos, und kurz darauf schickt ihm der Killer eine Nachricht, die keinen Zweifel daran lässt, was er mit ihr vorhat …

Eva Maria Nielson hat nun zwei Interviews mit der Wienerin geführt, die ihr unter folgendne Links findet:

Im Gespräch mit der Autorin Berta Berger

Interview mit der Autorin Berta Berger

Hier geht es zur Webseite der Autorin.

Die Prinzessin, die
von der Liebe
nichts wissen wollte