Einmal schlucken, bitte

Der Nordosten hat gewählt. Auch der Osten im Nordosten. Ganz im Osten, sozusagen. Fast schon dort, wo die Sonne aufgeht. Und was beleuchtet sie? Ostvorpommern zum Beispiel. Und ja, der durchschnittliche Ostvorpommeraner hat sich besonnen, hat den Kopf ein klein wenig von rechts abgewandt. Nur noch 10,4 und 11,3 Prozent erreichte die NPD in den beiden Wahlkreisen.

Im Landkreis Uecker-Randow, der südlich an Ostvorpommern grenzt (beide Landkreise grenzen im Osten an Polen), bleibt man sich dagegen treu. Hier gewannen die Nationalen sogar teilweise noch dazu. In Uecker-Randow I erreichten sie zwölf Prozent, in Uecker-Randow II sogar 15,4 Prozent. Ja, richtig gelesen: Beinahe jeder sechste, der dort am Sonntag zur Wahl gegangen ist, hat sein Kreuz bei der NPD gemacht.

Das ist aber auch ein Kreuz mit dem Osten im Osten. Vielleicht sollte man die Grenze ein bisschen nach Westen verschieben. Aber wir wollen doch nicht ausgrenzen! Wozu auch? Laut einer Umfrage, so erfuhr ich gerade vom NDR-Fernsehen, wünschten sich im gesamten nordöstlichen Bundesland ganze 12 Prozent die NPD im Landtag. Die kann man doch nicht alle wegschicken! Dann wohnt hier oben ja bald keiner mehr.

Und es gibt ja, so zeigt es eben jene Umfrage, auch gute Gründe, ganz, ganz rechts zu wählen. 48 Prozent gaben an, sie glaubten zwar nicht, dass die NPD die Probleme im Land lösen könne, doch sie spreche sie wenigstens an. Und das ist doch schon mal was.

Da schämt man sich ja fast, wenn man wie ich (und ich war überrascht, ist es hier doch eher ländlich) aus einem der 10 von 36 Wahlkreisen kommt, die gegen den Strom schwimmen, indem sie die NPD die Fünf-Prozent-Hürde unterschreiten ließen. Hier scheint man die Augen vor den Problemen zu verschließen.

Vielleicht sollte ich in den Uecker-Randow-Kreis ziehen. Da würde ich dann lernen, mich den Problemen zu stellen. Aber so richtig!

Mach eine Szene zum 30.07.11

Das ist doch mal eine Ausschreibung. Es geht nur um eine spannende Szene! Kein Roman, keine Erzählung, nicht einmal eine Kurzgeschichte. Nur eine Szene.

Klingt nach Schreibaufgabe für zwischendurch? Ich bin sicher, manch einer wird schnell merken, dass es nicht so einfach ist, mit nur einer Szene zu überzeugen. Vor allem, wenn die Aufgabe heißt: „Erzeugen Sie in der kurzen Szene so viel Spannung wie möglich bei den Lesern.“

Spannungsforschung „Die Gefahr“ – Schreibwettbewerb

Ausschreibung Schreibwettbewerb

Sie sind KrimiautorIn? Sie wissen, wie Sie Ihre Leser in Bann schlagen können und ihren Herzschlag beschleunigen? Dann könnte Sie die folgende Ausschreibung interessieren:

Der Spannung auf der Spur:

  • Schreiben Sie eine für das Genre Krimi typische Szene mit mindestens 4.000 bis maximal 4.500 Anschlägen.
  • Erzeugen Sie in der kurzen Szene so viel Spannung wie möglich bei den Lesern.
  • Ihr Text wird später von Testlesern bewertet. Sieger ist, wer bei den Lesern am meisten Spannung erzeugen konnte.
  • Als SiegerIn winkt Ihnen ein Preisgeld von 500 Euro. Für die Plätze zwei und drei gibt es immerhin noch 200 Euro bzw. 100 Euro.

Bedingungen:

Der Text darf weder als Ganzes noch in Teilen an anderer Stelle publiziert worden sein. Letzter Abgabetermin für den Text ist der 30. Juli 2011. Alle Rechte für den Text bleiben bei Ihnen. Wir behalten uns jedoch das Recht vor, den Text zu Forschungszwecken zu verwenden.

Handlungsrahmen:

Die Vorgaben für die Szene sind recht grob – alles Weitere bleibt Ihrer Fantasie überlassen:

Die Szene beginnt mit einer Frau (Mitte 30), die sich bedroht fühlt. Sie (die Hauptfigur der Szene) hat Angst vor einer Gefahr und versucht dieser zu entkommen. Andere Personen sollten nur als Statisten vorkommen bzw. als „die Gefahr“, vor der sich die Hauptfigur fürchtet. Der Ausgang dieser Situation soll offen bleiben. Die Szene soll in der heutigen Zeit und im deutschsprachigen Raum spielen.

Ihre Aufgabe ist es, bei den Lesern Spannung zu erzeugen. Die Leser werden später zu ihrem Spannungserleben befragt. Sieger ist, wer bei dieser Befragung die höchsten Bewertungen bekommt.

Hintergrund der Ausschreibung

Die Ausschreibung ist Teil des internationalen Forschungsprojekts Readers‘ Perception of Suspence. An Intercultural Research und die Texte werden später in einer Umfrage verwendet. Ziel der Forschung ist es, narrativ erzeugte Spannung interkulturell zu vergleichen, d.h. wie wird Spannung in verschiedenen Kulturkreisen erzeugt und wie wird sie von den Lesern erlebt. Ähnliche Forschungen sind daher auch in anderen Ländern, wie Japan oder England, vorgesehen. Das Forschungsprojekt wird finanziell von dem Japanischen Ministerium für Bildung und Kultur (MEXT) unterstützt.
Verantwortlich für das Projekt ist Dr. Jan Auracher, Doshisha Universität Kyoto, Japan. (jaurache@mail.doshisha.ac.jp)

Ergebnisse der Forschung werden nur in zusammengefasster Form als Durchschnittswerte veröffentlicht. Antworten zu einzelnen Texten werden nicht bekannt gegeben oder nur in anonymer Form (ohne Angaben zu Namen des Autors / der Autorin oder Titel des Textes).

Auf Wunsch der Autoren / Autorinnen besteht eventuell die Möglichkeit, die Texte später in einem Sammelband herauszugeben. Da diese Entscheidung von Anzahl und Qualität der eingegangenen Texte abhängt, kann darüber erst nach dem Ende des Projekts entschieden werden.

Teilnahme

Um an der Ausschreibung teilzunehmen, senden Sie Ihren Text einfach als Attachment an folgende E-Mailadresse:

perceptionofsuspence@gmail.com – Stichwort: Krimi-Szene. 

Die Texte sollten als Word-Dokument (*.doc) oder im Rich-Text-Format (*.rtf) eingereicht werden. Die Sieger werden von uns per E-Mail benachrichtigt.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Hilde Bosch oder Jan Auracher unter perceptionofsuspence@gmail.com.

Falls Sie andere möglicherweise interessierte Autoren oder Autorinnen kennen, würden wir uns freuen, wenn Sie sie auf diese Ausschreibung aufmerksam machen.

 Jetzt wünschen wir Ihnen noch viel Spaß beim Schreiben,

Jan Auracher und Hilde Bosch

Quelle: Uschtrin

Katastrophen-Umfrage

Nein, die Umfrage ist keine Katastrophe, im Gegenteil, sie ist sogar sehr interessant. Und das, obwohl sie nur sehr am Rande mit Katastrophen zu tun hat. Dafür ist sie auf dem Blog Katastrophengebiet von Andrea Bottlinger erschienen.

Es geht um die Frage, ob euch die äußere Beschreibung eine Romanfigur wichtig ist, ob ihr sie also gern vom Autor „vorgeschrieben“ bekommt, oder ob ihr euch lieber euer eigenes Bild macht.

TV braucht kein Niveau

Fast jeder beschwert sich übers Fernsehen. Gerade der stetig wachsende Trend zum Reality-TV und Casting-Shows überall erregen die Gemüter. Doch die Quoten sprechen ihre eigene Sprache.

Auf Spiegel Online kann man die bittere Wahrheit mal wieder nachlesen: DSDS siegte am Mittwochabend in der Primetime mit über 21 Prozent Marktanteil im Rennen um die Quoten. Da konnte selbst die Erstaustrahlung des aufwendig produzierten ARD-Zweiteilers „Gier“ nicht mithalten.

Da fragt man sich doch, ob sich der finanzielle und zeitliche Aufwand, teure und unter Umständen auch hochwertige TV-Unterhaltung zu produzieren, für einen Fernsehsender überhaupt lohnt. Die Leute vor der Glotze geben sich offenbar lieber mit viel weniger zufrieden.

Bei den 14 – 49-Jährigen erreichte Bohlens RTL-Casting sogar einen Marktanteil von fast 34 Prozent. Auch andere Reality-Formate sind immer wieder erstaunlich erfolgreich, teilweise in der xten Staffel. Ist also das Fernsehen nur so gut wie seine Zuschauer?

Kritiker halten immer wieder dagegen, das Angebot bestimme die Nachfrage. Doch die Quoten scheinen das nicht zu bestätigen, denn ist man ehrlich, gäbe es zu den Rennern im Fernsehen nahezu immer auch die Alternativen, die selbst Kritiker nicht als seichte Unterhaltung abtun können.

Angewiderte Gesichter werden jedenfalls wenig helfen. Vielleicht wäre es besser, sich nicht nur verbal vom so verhassten Mainstream zu lösen, sondern auch bei der Suche nach durchaus vorhandenen Alternativprogrammen, damit diese dauerhaft ihre Überlebenschancen wahren.

Genießen kann man dann Umfrageergebnisse wie diese, die nur leider den tatsächlichen Quoten vollkommen widersprechen.