Wie der Schatz in Texte fließt

In einem Schreibforum bin ich über die Frage gestolpert, wie man denn seinen Wortschatz erweitern könne, um etwa ständige Wortwiederholungen zu vermeiden.

Die Antwort, dass häufiges Lesen verschiedener Texte verschiedener Autoren helfen kann, ist so naheliegend, dass sie hier nicht Thema sein soll.

Die Frage erinnerte mich allerdings an ein Problem, das ich beim Lektorieren schon öfter bemerkt habe. Nämlich die persönliche Wortschatzerweiterung im Zuge der Manuskripterstellung. Die wird dem Leser gern mal auf dem Silbertablett serviert.

Da taucht plötzlich auf Seite einhundertsiebenunddreißig ein neu gelerntes Wort auf. Natürlich weiß der Leser noch nicht, dass der Autor an eben jener Stelle seinen Wortschatz erweitert hat. Im besten Fall fällt dem Aufmerksamen schon bei der ersten Verwendung des Wortes auf, dass der Autor bisher im Text noch nie Gebrauch davon gemacht hat. Der Autor hingegen setzt nun all seine Kraft ein, um seinen Fortschritt auch dem Letzten präsent zu machen, indem er das neue Wort fortan für eine Weile mindestens in jedem dritten Satz verwendet.

Ich denke allerdings, ein bisschen Täuschung kann hier nicht schaden. Wer, statt sich gehäuft und an einer Stelle im Manuskript konzentriert über das neue Wort zu freuen, in der Überarbeitung dafür sorgt, dass auch dieses Wort sparsam und angemessen über den gesamten Text gestreut wird, gaukelt damit zwar vor, er habe das Wort schon gekannt, bevor er mit der Arbeit an seinem Werk begonnen hat, sorgt damit aber gleichzeitig für ein mögliches Lesevergnügen, das sich aus dem Text selbst nährt, nicht aus dem Wissenszuwachs des Autors.

Natürlich wäre es nebenbei gesagt außerdem wünschenswert, wenn der Autor vor Gebrauch die Verwendungsmöglichkeiten des neuen Wortes genauestens prüft. Falls nämlich der Leser das Wort ebenfalls kennt, fällt ihm möglicherweise auf, wenn der Autor es auch oder ausschließlich in unmöglichen Zusammanhängen und Verbindungen nutzt.

„Saftige“ Wanderhure

Gerade bin ich in Frankfurt angekommen, gerade rechtzeitig, um euch noch einen kleinen TV-Tipp zu geben:

Ein „saftiges TV-Epos mit toller Heldin“ ist „Die Wanderhure“, sagt die TV-Spielfilm. Um 20.15 Uhr läuft das Historiendrama mit Alexandra Neldel in der Hauptrolle bei Sat.1.

Ich bin sicher, meine Blogleser warten seit meinem Artikel vom 22. April sehnsüchtig auf dieses heutige TV-Highlight (auch aus Sicht der TV-Spielfilm), schließlich handelt es sich um die Verfilmung des Bestsellers des sympathischen Autorenehepaares Iny Lorenz.

So, nun muss ich mich bereitmachen, geht ja gleich los. 🙂

Rechtschreibprüfung für yWriter

Die Autorensoftware yWriter habe ich auf meinem Blog bereits vorgestellt. Zwar bringt die englischsprachige Software eine deutsche Übersetzung mit, aber der Rechtschreibprüfung müsste man erst mühsam die deutsche Schreibung lehren.

Es gibt aber, wie ich inzwischen weiß, einen einfachen Trick, um dies zu umgehen. Man kann nämlich problemlos die Prüfung eines jeden anderen Textprogramms nutzen. Tatsächlich kann man, wenn man das möchte, seine Szenen sogar direkt in der gewohnten Arbeitsumgebung dieses Textprogramms schreiben und bearbeiten, ohne sie umständlich in yWriter importieren zu müssen.

Das funktioniert ganz einfach, weil yWriter für jede Szene eine RTF-Datei anlegt.
Falls noch nicht geschehen muss man nun seinem Rechner beibringen, dass er RTF-Dateien immer mit dem entsprechenden Textprogramm (also z.B. Word, OpenOfficeWriter oder Textmaker) öffnet. Dazu wählt man sich eine RTF-Datei (oder legt eine neue an) und öffnet das Kontextmenü (Rechtsklick). Über die Befehle „Öffnen mit“ und „Programm auswählen“ kann man jetzt sein Lieblingstextprogramm auswählen. Wichtig ist, das Häkchen bei „Dateien immer mit dem ausgewählten Programm öffnen“ zu setzten. (Wie das bei anderen Betriebssystemen als Windows funktioniert, weiß ich leider nicht)

Nun wird also jede RTF-Datei, wenn nicht anders gewünscht, automatisch mit dem ausgewählten Textprogramm geöffnet. Und das macht sich yWriter  zunutze.

yWriter_RTF

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Man muss nur das Kontextmenü einer Szene öffnen und den Befehl wählen: „Inhalt mit Standard rtf Programm öffnen“. Nun öffnet sich die Szene mit eventuell schon vorhandenem Text im gewünschten Textprogramm und lässt sich dort weiterschreiben oder bearbeiten. Und natürlich kann man so auch die Rechtschreibprüfung des Programms starten.

Hat man die Arbeit beendet, speichert man den Text ab und schließt das Textprogramm. In yWriter öffnet man erneut das Kontextmenü der Szene und klickt auf den Befehl: „Arbeit mit externem Programm beendet“. Diesen Schritt darf man auf keinen Fall vergessen, damit yWriter die neu abgespeicherte RTF-Datei ins Programm übernimmt.

Damit wird yWriter auch für diejenigen interessant, die bisher ihre Rechtschreibprüfung nicht missen wollten.