Rollenverteilung

Premierenlesung "Naschmarkt"

Premierenlesung "Naschmarkt"Mal wieder Lust auf eine Übung? Nein, dieses mal ausnahmsweise keine Schreibübung, denn zum Autorendasein gehört ja mehr als schreiben. Lesen zum Beispiel. Vorlesen, um genau zu sein. Wie wäre es also mal mit einer Leseübung?

Gerade erst habe ich mich mit Claudia wieder über die Auswahl der richtigen Textstellen für eine Lesung unterhalten, und wir sind uns einig, dass es richtige und falsche gibt. Denn für die meisten Menschen ist die Aufnahmefähigkeit beim Zuhören geringer als beim Lesen. Daher sind vor allem solche Stellen empfehlenswert, die auf irgendeine Art besonders pointiert sind (und zwar in sich, nicht nur im Gesamtzusammenhang). Ja, du denkst jetzt ganz zu recht an Humor. Das ist mit Sicherheit die Nummer 1 unter den Lesungsgewinnern. Pointiert kann sich aber auch auf Spannungsmomente beziehen, oder solche, die in ihrer Tragik ganz besonders ans Herz gehen.

Klar, wenn wir solche pointierten Stellen aus unseren Geschichten vorlesen wollen, sollten wir sie vorher entsprechend geschrieben haben. Und das gilt auch für die, um die es jetzt gehen sollen: Dialoge! Es gibt wahrscheinlich kaum dankbarere Vortragstexte als pointierte und damit knackige Dialoge – wenn man es schafft, sie auch so vorzutragen.

Also, versuch es doch einmal! Such dir aus einer deiner Geschichten oder auch einem deiner Lieblingsbücher eine längere Dialogpassage und lies sie laut (nicht nur einmal, es ist ja eine Übung). In dieser Übung geht es vor allem darum, den Figuren unterschiedliche Stimmen zu geben. Am besten natürlich solche, die in deiner Vorstellung zu ihnen passen. Achte dabei auf Folgendes:

  • Optimal für diese Übung sind drei Gesprächspartner. Du kannst ja nach einer Weile aufstocken, indem du dir eine weitere Textpassage mit mehr Dialogteilnehmern suchst.
  • Die Stimmen, die du den Figuren gibst, sollten für einen Zuhörer klar unterscheidbar sein. Übertreib es ruhig und verteile ungewöhnliche, vielleicht sogar extreme Stimmen.
  • Beim Lautlesen liegt die Betonung auf laut, also lies auch laut! Selbst eine Figur, die flüstert, muss noch gut zu verstehen sein.
  • Weil du es ja laut und mir verschiedenen Stimmen vorliest, kannst du Dialogkommentare (Inquits) wie „sagte Linda“ weglassen. Auch „schrie Linda“ brauchst du nicht, wenn du die entsprechende Aussage schreist.
  • Beachte also auch die „Regieanweisungen“ im Text, die du in deinen Vortrag einbauen kannst (lachen, räuspern usw.). Aber halt! Bleib sitzen! Es sei denn, du willst gleich noch für deine Schauspielkarriere üben.

Ein bisschen Inspiration gefällig?

Weitere Schreibübungen

Leipziger Spätlese

Star Ursula

Ich bin spät dran, die Leipziger Buchmesse liegt schließlich schon ein paar Tage zurück. Und auch jetzt ist meine Zeit etwas knapp bemessen. Deshalb will ich nicht lang schnacken und euch einfach mit ein paar Bildern (hoffentlich) erfreuen:

Seraph Preisverleihung
Preisverleihung zum Phantastikpreis Seraph
Die Vorsitzenden
Die Vorsitzenden der Phantastischen Akademie Natalja Schmidt und Oliver Graute
Kai Meyer
Bestes Buch: Kai Meyer: „Asche und Phönix“ (Carlsen)
Mechthild Gläser
Bestes Debüt: Mechthild Gläser: „Stadt aus Trug und Schatten“ (Loewe)
Jan Oldenburg
Bestes Debüt: Jan Oldenburg: „Fantastik AG“ (Piper)
Andrea Bottlinger
Andrea Bottlinger liest aus „Aeternum“ (Droemer Knaur)
Thomas Finn
Thomas Finn liest aus „Der silberne Traum“ (Ravensburger)
Jennifer Benkau
Jennifer Benkau liest aus „Dark Canopy“ (script5)
Gabriella Engelmann und Jakob M. Leonhardt
Gabriella Engelmann und Jakob M. Leonhardt lesen aus „Im Pyjama um halb vier“ (Arena)
Gabriella Engelmann
Gabriella Engelmann im Pyjama
Jochen Till
Jochen Till am dotbooks-Stand im Gespräch zu „Bekenntnisse eines Serienjunkies“
Serienjunkie
Ein Serienjunkie
Ursula Poznanski
Ursula Poznanski liest aus „Die Verratenen“ (Loewe)
Ursula Poznanski
Ursula Poznanski

Markus Heitz unterrichtet!

Von links: Sonja Rüther, Ole Johan Christiansen, Markus Heitz, Thomas Plischke, Thomas Finn, Nicole Zöllner - Foto: www.klikk-klakk.de
Von links: Sonja Rüther, Ole Johan Christiansen, Markus Heitz, Thomas Plischke, Thomas Finn, Nicole Zöllner - Foto: www.klikk-klakk.de
Von links: Sonja Rüther, Ole Johan Christiansen, Markus Heitz, Thomas Plischke, Thomas Finn, Nicole Zöllner – Foto: http://www.klikk-klakk.de

Man kann gar nicht früh genug darauf aufmerksam machen. Vom 2. bis zum 4. November dieses Jahres findet ein ganz außergewöhnlicher Schreibworkshop statt. Unter dem Titel „Grundlagen des professionellen Schreibens“ wird er von Bestsellerautor Markus Heitz präsentiert. Und der hat sich weitere hochkarätige Kollegen mit ins Boot geholt. Dozieren werden außer ihm Ole Johan Christiansen, Thomas Finn und Thomas Plischke.

Auf der Seite von Ideenreich findet man alle weiteren Informationen und kann sich direkt für den Workshop anmelden. Bis zum 21. Oktober besteht außerdem die Möglichkeit, am Gewinnspiel teizunehmen und diese außergewöhnliche Chance im Wert von 300 Euro zu gewinnen.

Weihnachtslesen

Heute darf ich euch in aller Kürze passend zur Jahreszeit zwei Lesevorschläge aus den Reihen der Kollegen ans Herz legen.

Zusammengefasst sei einfach gesagt: Klasse Lektüre für die Weihnachtszeit!

Mehr erfahrt ihr beim Klick auf das jeweilige Cover.

Tom Finn: Weißer Schrecken
Tom Finn: Weißer Schrecken
Diverse: Alle Morde wieder
Diverse: Alle Morde wieder

Phanta Vier für die Figur

Wie man bei Feenfeuer erfährt, ist bei Larp.tv die vierte Folge des Phantastischen Quartetts online gegangen. Moderatorin Anett Enzmann spricht mit den Autoren Ann-Kathrin Karschnik, Thomas Plischke und Thomas Finn darüber, wie man glaubwürdige Figuren entwickelt, sie diskutieren über Helden und Heldenreisen, erklären den Umgang mit Protagonisten und Antagonisten und lassen auch die Nebenfiguren nicht aus.

Hier geht es zu Folge 4: Figurenerschaffung.

Phantastisch Welten erschaffen

Wie bei Feenfeuer zu lesen ist, ist bei Larp.tv die dritte Folge des Phantastischen Quartetts online gegangen. Diesmal geht es darum, wie in der phantastischen Literatur Welten erschaffen werden. Magie, Mythologie und die Frage, ob J. R. R. Tolkien heutzutage noch einen Verlag finden würde, kommen in der 40-minütigen Diskussion zwischen Moderatorin Anett Enzmann und den Autoren Ann-Kathrin Karschnik, Thomas Plischke sowie Thomas Finn ebenso zur Sprache.

Hier geht es zu Folge 3: Weltenbau.

Anschließend lässt es sich bestimmt phantastisch Welten erschaffen.

In den Winter mit Thomas Finn

Tom Finn: Weißer Schrecken
Tom Finn: Weißer Schrecken

Der Winter ist gekommen. Was kann es da für Freunde der Phantastik Schöneres geben, als mit Thomas Finns aktuellem Roman gemütlich in die Mythen um Knecht Ruprecht einzutauchen?

Zugegeben: Mit der Gemütlichkeit kann es schnell vorbei sein. Das verrät schon der Titel „Weißer Schrecken“. Und Herr Finn hat, wie man ihn kennt, so tief in den Mythen, Sagen und Legenden gegraben, bis die dunkle Seite des Nikolausbegleiters zum Vorschein kam.

Wer jetzt noch nicht auf dem Weg zum Buchladen ist, dem seien die Rezension zum Buch und das informative Interview mit dem stets gut gelaunten Autor auf Feenfeuer empfohlen.

Der BuCon war zu kurz

Mit etwas Verspätung will ich nun noch vom Samstag in Frankfurt, genauer in Dreieich, berichten.
Im dortigen Bürgerhaus findet alljährlich parallel zur Buchmesse der / die Buchmesse Con statt. Das ist sozusagen eine (stark) verkleinerte Ausgabe der Buchmesse, die sich speziell an Freunde der phantastischen Literatur richtet. Und es ist der jährliche Haupttreffpunkt der Geschichtenweber geworden.

Kurz nach 11.00 Uhr lenkte ich meine brave Karre auf den Parkplatz des Bürgerhauses. Nachdem ich mir am Einlass das übliche Tütchen mit kleinen Präsenten und Werbeprospekten abgeholt hatte, fand ich mich unter den ersten Frühconventlern, zu denen leider weder ein Geschichtenweber noch eine mir sonst irgendwie bekannte Person gehörte.

Also nach einer kleinen Inforunde erst einmal zurück an die frische Luft und rauchenderweise auf bekannte Ankömmlinge warten. Als erstes tauchte Nina Horvath auf, quasi direkt aus dem Liegewagen des Zugs aus Wien. Wir gingen gemeinsam wieder in den großen Saal, setzten uns mit zwei Käffchen an einen freien Tisch und harrten der Geschichtenweber, die da noch kommen sollten.

Jörg Olbrich: Das Erbe des Antipatros
Jörg Olbrich: Das Erbe des Antipatros

Das wurden schließlich eine ganze Menge. Rund 40 Forenkollegen und -kolleginnen trudelten im Laufe des Tages ein. Unser Stand wurde direkt neben dem des Scratch-Verlags mit Büchern und Naschereien drapiert. Natürlich musste ich mir beim Nachbarn gleich den Debütroman von Geschichtenweberadmin Jörg Olbrich anschauen, „Das Erbe des Antipatros„, von dem ich mir später auch ein signiertes Exemplar mitnehmen durfte.

Sehnsüchtig erwartet wurde Timo Bader, nicht zuletzt, weil er die neuen Geschichtenweber-T-Shirts mit sich führte. Bald darauf wurde es viel leichter, Geschichtenweber von Nicht-Geschichtenweber zu unterscheiden. Dennoch gab es Geschichtenweber in allen Farben zu sehen, ein recht butes Treiben.

Die GW-Shirts (Foto: Nina Horvath)
Die GW-Shirts (Foto: Nina Horvath)

Natürlich gab es nicht nur Geschichtenweber auf der Con. Einige der Conbesucher hatte ich schon am Vortag auf der Buchmesse oder beim Galaktischen Forum getroffen, mit anderen gab es ein exclusives Wiedersehen in Dreieich.

Und natürlich fiel es wieder schwer, sich einerseits zwischen den vielfältigen Programmpunkten, andererseits zwischen Programm und Gesprächen zu entscheiden. Ich besuchte schließlich die Lesungen von Christoph Hardebusch und Thomas Finn und konnte mich freuen, dass ich Markus Heitz stattdessen am gestrigen Mittwoch bei seiner Lesung in Rostock besuchen durfte (dazu mehr an anderer Stelle).
Sehr interessant auch die Podiumsdiskussion zum Thema, ob sich in der Zukunft der Fantasyliteratur die angeblich guten Autoren endgültig gegen den angeblichen Trash des Genres durchsetzen werden.

Schließlich stand noch die Verleihung des Deutschen Phantastikpreises an, der in diversen Kategorien vergeben wurde. Während Markus Heitz in der Kategorie Bester deutschsprachiger Roman gleich mal den zweiten und den ersten Platz belegte, wurde die Anthologie „Die Unterirdischen“ der Geschichtenweber auf Platz 2 in der Kategorie Beste deutschsprachige Anthologie gewebt. Auch in der Anthologie, die es auf Platz 3 schaffte, Drachenkinder: „Geschichten eines Krieges“, bin ich mit einer Geschichte vertreten.

Die beiden Höhepunkte des Tages (jedenmfalls für mich) sollten jedoch erst noch folgen.
Zunächst gleich im Anschluss an die Preisverleihung die Lesung der Geschichtenweber! Trotz vorgerückter Stunde füllte sich das sogenannte Hangardeck, in dem sechs Geschichtenweber von vorn und einer aus dem Publikum die aktuellen Veröffentlichungen vorstellten sowie einen Ausblick auf die Zukunft gaben. Das Alles im fünften Bestehensjahr der Autorengruppe.

Lesung der Geschichtenweber (Foto: Simone Edelberg)
Lesung der Geschichtenweber (Foto: Simone Edelberg)

Den Anfang machte Timo Bader, der nach der Vorstellung ein paar Worte zu „Darwins Schildkröte“ verlor, um dann einen Ausschnitt  seiner Geschichte daraus vorzutragen. Zur Verstärkung hatte er sich einen zweiten Leser auf die Bühne geholt: mich! Warum er mir den Text nicht vorher schon in die Hand gedrückt hatte, wurde mir allerdings erst jetzt klar: Ich las die Rolle eines überaus hässlichen, haarigen 200-Kilo-Außerirdischen!
Nachdem das sowohl im Publikum als auch am Lesetisch für viel Belustigung gesorgt hatte, stellte Wolfgang Schroeder quasi inkokgnito aus den Reihen der Zuschauer die Krimianthologie „Mord in jeder Beziehung“ vor, aus der Berta Berger (wieder von vorne) mit einer Probe ihres Beitrags sicher auch den ein oder anderen eingefleischten Phantastik-Freak neugierig machen konnte.
Nina Horvaths Begeisterung allein sollte Überzeugung genug gewesen sein, als sie mit strahlendem Lächeln die druckfrischen „Metamorphosen“ präsentierte und mit noch strahlenderem aus ihrer Geschichte las.
Schließlich erfuhren die Anwesenden von Tatjana Stöckler noch alles Wissenswerte zur fast schon erschienenen Anthologie „Spukhaus zu vermieten“ und Maike Schneider bot mit ihrer Geschichte einen eindrucksvollen Vorgeschmack.

Geschmack war auch das Stichwort für den zweiten persönlichen Höhepunkt, das alljährliche gemeinsame Abendessen der Geschichtenweber nach der Con. Das Restaurant Alt Sprendlingen bot beim „Lendchenabend“ auch diesmal wieder leckeres Essen und gemütliche Atmosphäre für einen gelungenen Abschluss der viel zu kurzen Veranstaltung.

Weitere Bilder und Berichte gibt es unter anderem von der großartigen Simone Edelberg hier und hier sowie vom Freund eines Freundes hier.

Die Mega-Lesung

Am 28.08. ist es wieder so weit: Oberursel wird von (Bestseller-) Autoren heimgesucht. Das Montsegur Autorenform reist an und fährt auf!

Beginnend um 20.00 Uhr werden je eine halbe Stunde lesen:

Titus Müller aus „Das Mysterium“ (Aufbau)
André Wiesler aus „Wolfsfluch“ (Heyne)
Charlotte Thomas aus „Die Liebenden von San Marco“ (Ehrenwirth)
Sebastian Fitzek aus „Splitter“ (Droemer Knaur)
Katerina Timm aus „Hexenschwester“ (Marion Von Schröder)

Natürlich stehen die Autoren hinterher gerne Rede und Antwort, es kann geplaudert und signiert werden.

Da die Lesung den Auftakt zum alljährlichen Mitgliedertreffen des Montsegur Autorenforums darstellt, wird man außerdem auch im Publikum auf zahlreiche Autoren treffen, unter ihnen z.B. Iny Lorentz, Andreas Wilhelm, Andrea Schacht, Thomas Finn und viele weitere.

Ort der Veranstaltung:

Parkhotel am Taunus
Hohemarkstr. 168
61440 Oberursel/Taunus
Tel.: 06171-9200
http://www.waldlust.de

Eintritt: 10,- Euro

Es wird eine Pause geben, in der Getränke gekauft werden können. Natürlich wird es auch einen Büchertisch geben, der freundlicherweise von der Buchhandlung Bollinger vor Ort organisiert wird.

Die Montségur-Autoren freuen sich auf viele Besucher und einen hoffentlich unvergleichlichen Abend für alle!