Gustav-Regler-Preis bis 31.12.10

GUSTAV-REGLER-PREIS der Kreisstadt Merzig
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GUSTAV-REGLER-FÖRDERPREIS des Saarländischen Rundfunks (SR)

Die Kreisstadt Merzig verleiht gemeinsam mit dem Saarländischen Rundfunk in Würdigung von Werk und Lebensgeschichte des Schriftstellers Gustav Regler, zur Anerkennung literarischer Verdienste um interkulturelle und internationale Verständigung sowie zur Förderung junger Autoren den Gustav-Regler-Preis der Kreisstadt Merzig und den Gustav-Regler-Förderpreis des SR. Diese Preise werden alle drei Jahre am Geburtstag Reglers in Merzig verliehen.

Der Hauptpreis der Kreisstadt Merzig ist mit 5.000 Euro, der Förderpreis des SR mit 2.500 Euro dotiert.

Mit dem Hauptpreis wird eine bereits erbrachte herausragende literarische Leistung prämiert. Beide Preise dürfen auch Übersetzer auszeichnen und Autoren, die sich reportageliterarischer oder essayistischer Formen bedienen. Das Schwergewicht bei der Beurteilung soll auf der literarischen Qualität liegen.

Eine mehrmalige Auszeichnung derselben Person mit dem selben Preis ist ausgeschlossen, ebenso eine Vergabe an juristische Personen oder Institutionen.

Der Gustav-Regler-Förderpreis des SR ist eine selbständige Auszeichnung im Rahmen des von der Kreisstadt Merzig verliehenen Gustav-Regler-Literaturpreises. Mit dem Förderpreis wird ein „junger“ Autor ausgezeichnet für einen deutschsprachigen Text von max. 20 Seiten Umfang (pro Seite 30 Zeilen à 60 Zeichen), der sich in literarisch überzeugender Weise
– mit dem Werk von Gustav Regler auseinandersetzt oder
– eine eigenständige Arbeit in der Nachfolge des saarländischen Autors und Weltbürgers darstellt.

Für die Nachfolge können thematische, biografische, interkulturelle oder regionalgeografische Kriterien heran gezogen werden. Unter „jung“ sind Autoren zu verstehen, die nicht mehr als drei eigenständige Veröffentlichungen vorweisen sollten.

Der SR hat das Recht, den Text des Förderpreisträgers einmalig zu senden. Autoren, die sich um den Förderpreis bewerben, schicken ihre Texte bis zum jeweiligen angegebenen Einsendetermin an die Stadtbibliothek Merzig, Stichwort „Regler-Förderpreis des Saarländischen Rundfunks“ (Adresse s. unten).

Über die Vergabe der Preise entscheidet eine Jury, die vom Oberbürgermeister berufen wird. Ein (nicht abstimmungsberechtigter) Moderator, der vom Oberbürgermeister bestimmt wird, leitet die Sitzung.

Der Jury gehören an:
– der vorherige Preisträger (im Vertretungsfall der Förderpreisträger)
– der Oberbürgermeister der Kreisstadt Merzig oder sein Beauftragter
– ein Vertreter des Saarländischen Rundfunks von SR2 Kultur-Radio
– ein Vertreter der Regler-Forschungsstelle der Universität des Saarlandes
– ein Vertreter der saarländischen Schriftstellerverbände
– ein Vertreter aus dem Bereich der Literatur von Elsass oder Lothringen
– ein Vertreter aus dem Bereich der Literatur aus Luxemburg
Die Jury tagt nichtöffentlich. Die Mitglieder der Jury sind zur Verschwiegenheit über den Verlauf der Beratungen verpflichtet. Die Auswahl der Preisträger ist schriftlich zu begründen. Ein Rechtsanspruch auf Verleihung der Preise besteht nicht. Ansprüche aus §§ 657-661 BGB sind nicht ableitbar.

Vorschlagsberechtigt ist jedermann, allerdings ist eine schriftliche Begründung erforderlich. Vorschläge für den Hauptpreis und Bewerbungen für den Förderpreis sind zu richten an die

Stadtbibliothek der Kreisstadt Merzig
Hochwaldstr. 47
66663 Merzig.

Eigenbewerbungen für den Hauptpreis sind ausgeschlossen.

Die Preisverleihungen finden im Rahmen einer Feierstunde statt. Den Förderpreis überreicht ein Vertreter des Saarländischen Rundfunks.

Einsendeschluss für Vorschläge und Bewerbungen ist der 31.12.2010 (Datum des Poststempels).

Die Personenbezeichnungen in männlicher Form gelten in der weiblichen Form entsprechend.

Für Rückfragen: StadtBibliothek Merzig, Hochwaldstr. 47, 66663 Merzig, Telefon: 06861/85394, stadtbibliothek@merzig.de

Quelle: Uschtrin

PB-Plotten 11: Schlüsselszenen

Zunächst mal steht wieder die Frage nach der Reihenfolge. Wäre es nicht sinnvoller, sich nach den Nebenkonflikten mit den Nebenfiguren zu beschäftigen? Da spricht nichts dagegen.

Der Grund, warum ich es anders halte, ist der, dass ich nicht Gefahr laufen möchte, mich bei der Entwicklung des Plots zu sehr von Nebenfiguren beeinflussen zu lassen. Bauchschreiber können ein Lied davon singen, dass Figuren jedweder Art gerne mal ein Eigenleben entwickeln. Und auch die eifrigsten Planer sind dagegen nicht völlig gefeit.

Habe ich noch keinen gefestigten Plot und entwickle nun akribisch meine Nebenfiguren, kann es durchaus passieren, dass eine, die mich besonders fasziniert, über sich hinauswächst und mir im wahrsten Sinne des Wortes meine Pläne durchkreuzt. Mein Plot soll aber von den Hauptfiguren getragen, von den Neben- und Randfiguren bestenfalls gestützt werden.

Ich lasse also die Nebenfiguren zunächst einmal links liegen und stürze mich auf die Schlüsselszenen. Das sind all jene Szenen, die entscheidend zur Entwicklung des Konflikts beitragen. Mit „entscheidend“ meine ich, dass sie entweder einen Wendepunkt in der Konfliktentwicklung oder einen sprunghaften Fort- oder Rückschritt darstellen. Auch solche gehören dazu, in denen sich die Bedingungen für den Konflikt grundlegend ändern. Ebenso die, in denen der Protagonist sich in wichtigen Entscheidungssituationen befindet. Und natürlich die Szene, in der sich der Konflikt herausbildet und jene, in der er aufgelöst wird.

In der Regel haben wir wenig Probleme damit, die Schlüsselszenen ausfindig zu machen, zumindest dann nicht, wenn es sich um die Werke anderer handelt. Es sind diejenigen Szenen, an denen wir uns bei der Nacherzählung eines Films oder Buchs entlanghangeln. Ich darf das mal in etwa am Beginn meines Romans „Das Lächeln der Kriegerin“ demonstrieren, ohne allzu viel zu verraten:

  • Lothiels Vater wird in einem Kampf mit Wegelagerern schwer verletzt,
  • Lothiel trifft auf den schwer verletzten Boten Rochon, der die Nachricht vom Überfall auf die Grenzfeste zur Königin bringen soll,
  • Lothiel will die Aufgabe des reituntauglichen Boten übernehmen, doch ihr ebenso hilfloser Vater entscheidet, dass sie nur nach Waldruh reiten darf, um dort einen neuen Boten zu finden,
  • Lothiel muss erkennen, dass der Feind bereits Waldruh eingenommen hat und sieht ihre Aufgabe als gescheitert an,
  • Lothiel ist fast wieder zu Hause, als sie beschließt, die Anweisungen ihres Vaters zu missachten und sich auf den Weg zur Königin zu begeben,
  • in Iden glaubt Lothiel, doch noch den Auftrag loswerden und heimkehren zu können, doch auch der Feind hat Iden erreicht – Lothiel muss ihren Weg fortsetzen,
  • Lothiel gerät mit einem Vorposten des Feindes aneinander und tötet die Männer, was ihr fortan schwer zu schaffen macht,
  • Lothiel erreicht die Königsstadt und kann die Nachricht vom Angriff überbringen; sie hofft, so schnell wie möglich zu ihren Eltern zurückkehren zu können.

Wie auch bei der nachfolgenden Szenenplanung ist es jedem selbst überlassen, wie intensiv er jede einzelne Szene vorplant. Manchem reicht es, jede Szene wie im obigen Beispiel in ein bis zwei aussagekräftigen Sätzen zusammenzufassen oder ihr gar nur einen Titel zu verpassen, es gibt aber auch durchaus diejenigen, die zu jeder Szene eine Art Klappentext oder gar ein Szenenexposé entwickeln.

Autorenprogramme bauen meist auf der Szenenplanung auf und bieten die Möglichkeit, jede Szene einzeln zu betiteln, ihr Stichwörter, Figuren, Werte wie Spannung, Humor, Information usw., Uhrzeit- und Datumsangaben, Inhaltsangaben und vieles mehr beizufügen.

Gleich wie sparsam oder umfangreich man nun die Szenen vorplant, vergessen sollte man nicht, dass auch jede Szene optimalerweise konfliktbasiert ist und einen eigenen Spannungsbogen aufweist. Ein paar Notizen dazu können keinesfalls schaden.

(PB-Plotten: Die Liste)