Wenn die Stille zum Albtraum wird

Wulf Dorn: Kalte StilleSpannung ohne Sicherheiten oder A Dorn is born“ hieß meine Rezension zu seinem Debütroman „Trigger“. Wulf Dorns Erstling ist inzwischen längst ein Bestseller und steht kurz davor, verfilmt zu werden. Wie Wulf auf seiner Website berichtet, wurde das Drehbuch bereits Anfang des Jahres fertiggestellt, die Rechte hat sich die teamWorx Television & Film GmbH gesichert (u.a. „Der Tunnel“, „Mogadischu“, „Stauffenberg“, „Dresden“).

Nun steht sein neuer Thriller in den Startlöchern (Erscheinungstermin 23. August). Er trägt den Titel „Kalte Stille“ und verspricht ebenso spannend zu werden wie sein Vorgänger.

Verlagstext:

Der Psychiater Jan Forstner leidet seit dreiundzwanzig Jahren unter dem mysteriösen Verschwinden seines damals sechsjährigen Bruders Sven. Nur ein Diktiergerät, das die beiden Jungen in jener Nacht bei sich hatten, ist Jan geblieben. Darauf ist Svens Stimme zu hören, die in abrupter Stille endet. Seither kann Jan keine Stille mehr ertragen und wird von Alpträumen geplagt.

Ein weiteres Rätsel gibt der Unfall von Jans Vater auf, der in derselben Nacht verunglückte, nachdem er wegen eines Anrufs mit unbekanntem Ziel aufgebrochen war. Nach einer schweren Krise erhält Jan die Chance für einen beruflichen Neuanfang in der Klinik seines ehemaligen Heimatortes. Dort wird Jan mit einem mysteriösen Selbstmordfall konfrontiert. Gemeinsam mit der Journalistin Carla Weller kommt er einem Geheimnis auf die Spur, das sich seit vielen Jahren hinter den Klinikmauern verbirgt. Ein Geheimnis, das Jan zurück in seine Vergangenheit und auf die Spur des Täters führt.

Im folgenden Buchtrailer stimmt euch der Autor selbst auf sein Buch ein:

Kalte Stille
Heyne
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 448 Seiten
ISBN: 978-3-453-26686-5
Preis: 16,99 EUR
Erscheinungstermin: 23. August 2010
Special zu Wulf Dorn

Pseudo-Ich, Pseudo-Du, Pseudo-Er, Pseudo-Sie

Vor einigen Tagen bin ich beim Stöbern mal wieder auf der Seite von Julia Kröhn gelandet. Und promt war ich von schreibenden Kolleginnen umzingelt. Neben Julia tummeln sich dort auch Leah Cohn, Carla Federico und Katharina Till. Während Julia Mittelalterromane schreibt, widmet sich Leah der Fantasy, Carla schreibt über deutsche Auswanderer in Chile und Katharina hat einen Kunstkrimi verfasst.

Natürlich sind alle vier in Wirklichkeit eine Person, nämlich Julia Kröhn, die ganz offiziell und ohne Versteckspiel zusätzlich unter drei Pseudonymen veröffentlicht. Und möglicherweise werden es mit der Zeit noch mehr werden.

Ist das nicht etwas seltsam? Wozu der Aufwand, sich ein Pseudonym zuzulegen, wenn man dann doch jedem erzählt, wer in Wirklichkeit dahintersteckt? Und dann gleich mehrere! Und Julia ist ja bei weitem nicht die einzige Autorin, die so verfährt.

Die Frage, ob man sich besser ein Pseudonym zulegen oder doch lieber unter seinem wahren Namen schreiben sollte, geistert auch immer wieder durch Autorenforen. Dabei sieht mancher dein einzigen Sinn in einem Pseudonym, seine wahre Identität vor was oder wem auch immer zu schützen. Tatsächlich dürfte das der Ursprung des Pseudonyms sein.

Andererseits dürfte die Bedeutung des Pseudonyms als Identitätsschutz längst nicht mehr der häufigste Grund für die Wahl eines Pseudonyms sein. Denn es gibt viele verschiedene Gründe, sich ein Pseudonym zuzulegen, einige davon werden z.B. bei Wikipedia genannt.

Allerdings fehlt dort ein Grund, der sicherlich inzwischen zu den häufigsten gehört, zu einem Pseudonym zu greifen: der Leser.

Wie ist das zu verstehen? Gerade Experten im Literaturbetrieb weisen Autoren immer wieder darauf hin, dass Vielseitigkeit, so positiv sie für die handwerkliche Entwicklung des Autors sein mag, marktstrategisch durchaus von Nachteil sein kann. Leser greifen gern immer wieder zu den Büchern ihrer Lieblingsautoren. Damit wird der Autor zur Marke. Was draußen draufsteht, möchte sich doch bitte innen wiederfinden.

Ein Leser oder eine Leserin, der / die sich in Julia Kröhns Historische Romane verliebt hat und sich hoffnungsfroh auf „Der Kuss des Morgenlichts“ stürzen  würde, wäre vielleicht enttäuscht, weil er / sie Fantasy so gar nicht mag. Daher steht auf Julias Fantasyromanen Leah Cohn als Autorenname.

Autoren, die sich wie Julia nicht auf ein oder wenige nah verwandte Genres spezialisieren wollen, nutzen also, nicht selten auf Anraten von Verlag oder Agenten, Pseudonyme. Dabei geht es nicht so sehr um reine Genreschubladen, sondern eher um die Leser- Zielgruppe.

Stellen wir uns die gutgläubige Oma vor, die für ihre Enkelkind das neueste Werk von Kinderbuchautor A kaufen will und versehentlich zu dessen neuem Horrorthriller greift. So extrem muss es gar nicht kommen. Autor B schreibt erfolgreich spannungsreiche Krimis, die den Leser fesseln, ohne ihn intellektuell allzu sehr zu fordern. Unterhaltung ist sein Metier. Denkste! Denn die Leidenschaft von B sind hochkomplizierte und kritische Wirtschaftsthriller, bei denen der Leser jeden Satz zweimal lesen muss. Autor C schreibt eine Romanreihe mit immer derselben Protagonistin. Damit es ihm nicht eines Tages so geht wie Paul Sheldon in „Misery“ legt er sich für Bücher außerhalb der Reihe ein Pseudonym zu.

Und so hat auch Ben Philipp das Licht der Welt erblickt. Anfangs eigentlich nur, um sich als Texter und Auftragsschreiber von Philipp Bobrowski abzusetzen, später mit dem Hang sich als Autor von Spannung und Unterhaltung zu etablieren. Und jüngst hat sich eher aus einer Laune heraus BennoP hinzugesellt, der sich seitdem vorerst nur im Internet an etwas seltsamen literarischen Kurztexten versucht (und nebenbei ganz gerne fotografiert).

Literarisches Arte im Februar

Quelle

Donnerstag, 04. Februar – 20.15 Uhr
Herbstmilch
Deutschland 1988
Spielfilm von Joseph Vilsmaier nach dem autobiografischen Roman von Anna Wimschneider

Freitag, 05. Februar – 1.15 Uhr
Die Geierwally
Spielfilm, Deutschland 1987
Satire basierend auf dem Heimatroman von Wilhelmine von Hillern

Montag, 08. Februar – 23.20 Uhr
LeseHorizonte: Lissabon
Dokumentationsreihe, Frankreich, ARTE France 2009
Porträt der zeitgenössischen portugiesischen Literaturlandschaft

Mittwoch, 10. Februar – 23.10 Uhr
Pasolinis tolldreiste Geschichten
Frankreich 1971
Spielfilm von Pier Paolo Pasolini nach den Erzählungen „The Canterbury Tales“ von Geoffrey Chaucer

Sonntag, 14. Februar – 20.15 Uhr
Nobody’s Fool – Auf Dauer unwiderstehlich
USA 1994
Spielfilm mit Paul Newman nach dem gleichnamigen Roman von Richard Russo

Freitag, 19. Februar – 21.45 Uhr
Wallander: Die falsche Fährte
Fernsehfilm, Schweden/Großbritannien/Deutschland, ARTE France/ARD 2008
Spannender Krimi mit Kenneth Branagh basierend auf dem gleichnamigen Roman des schwedischen Schriftstellers Henning Mankell

Sonntag, 21. Februar – 17.00 Uhr
Doris Dörrie
Dokumentation, Deutschland, ARTE/NDR 2009
Porträt der vielseitigen Regisseurin und Autorin

Montag, 22. Februar – 22.25 Uhr
Frühlings Erwachen
Theater, Deutschland, ARTE/ZDF 2009
Theaterstück von Frank Wedekind in der Inszenierung von Nuran David Callis im Schauspiel Hannover

Montag, 22. Februar – 20.15 Uhr
Sinn und Sinnlichkeit
Großbritannien/USA 1995
Unterhaltsamer Spielfilm mit Emma Thompson nach dem gleichnamigen Roman von Jane Austen

Mittwoch, 24. Februar – 21.50 Uhr
Hotel Marysol
Frankreich, ARTE France 2003
Spielfilm basierend auf dem Roman „Le Route de Midland“ von Arnaud Cathrine

Donnerstag, 25. Februar – 22.20 Uhr
Twilight-Fieber
Dokumentation, Deutschland/Frankreich/USA, ARTE/ZDF 2009
Einem literarischen Phänomen auf der Spur: die Autorin Stephenie Meyer und ihre „Twilight-Saga“

Freitag, 26. Februar – 21.45 Uhr
Wallander: Die Brandmauer
Fernsehfilm, Schweden/Großbritannien/Deutschland, ARTE France/ARD 2008
Spannender Krimi mit Kenneth Branagh basierend auf dem gleichnamigen Roman des schwedischen Schriftstellers Henning Mankell

Ab in den Buchladen

Mit Spannung warte ich darauf, dass ich in den Buchladen rennen kann. Dort wartet eine Bestellung auf mich, die gerade zum rechten Zeitpunkt kommt und der ich dementsprechend entgegenfiebere: „Von Arsen bis Zielfahndung: Das aktuelle Handbuch für Krimiautorinnen und Neugierige“ .
Wenn es so gut ist, wie ich bisher gehört habe, sollte es mir bei meinem Krimi eine große Hilfe sein.

Außerdem bin ich gespannt auf ein neues kleines Projekt, an dem ich voraussichtlich mit meiner Liebsten teilnehmen werde. Mehr will ich hier noch nicht verraten, aber es wäre doch schön, wenn eine erste gemeinsame Veröffentlichung dabei herauskommen würde.

Das aktuelle Handbuch für Krimiautorinnen und Neugierige

Schinken und Schinken gesellt sich gern

Eine Leseprobe aus meiner Geschichte „Schinken und Schinken gesellt sich gern“, die in der Anthologie „Tödliches von Haff und Hering: Küchen- und Kombüsenkrimis von der Ostseeküste“ des Mitteldeutschen Verlags erschienen ist.

Siegrid ist eine freundliche und liebenswerte Fleischereifachverkäuferin und Ehefrau. Stets zuvorkommend liebt sie den Umgang mit den Kunden. Nur eines ist ihr noch wichtiger: Ihren Mann zu verwöhnen und ihm keinen Anlass zu geben, an ihr zu zweifeln. Da sollte ihr niemand in die Quere kommen. Denn stille Wasser sind tief.

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„He, Siegrid, hast du auch an deinen Schinken gedacht?“ Mandy grinste breit.
Langweilig. Jedes Mal das Gleiche. Siegrid drehte sich erst gar nicht um.
Welcher Spruch würde es diesmal werden?
„Schinken und Schinken gesellt sich gern!“
Sehr originell, wirklich. Sie rief ein betont freundliches „Schönes Wochenende“ zwischen Mandys Gelächter, griff nach der Tüte mit ihren Einkäufen und der mit dem Schinken, ging durch den leergefegten Ostseepark zum Personalausgang und in den Feierabend.

Auf dem riesigen Parkplatz, der sich fast aller Autos entledigt hatte, um sich zur Nachtruhe zu begeben, erwartete sie ihr kleiner Herbert. Der Fiesta zwinkerte ihr zu: „Vergiss die Wursttheke, vergiss Mandy, freu dich auf Rudolf.“
Siegrid lächelte zurück.

„Hansa hat gewonnen!“, rief Rudolf vom Wohnzimmer her, als sie nach Hause kam.
„Toll, mein Schatz!“, antwortete Siegrid, trug die Tüten in die Küche und verstaute deren Inhalt in den Schränken. „Gegen wen haben sie denn gespielt?“
„Duisburg.“
Siegrid ging ins Wohnzimmer. Rudolf saß auf dem Sofa. Sie streichelte ihm sanft den Nacken und gab ihm den Begrüßungskuss auf die Wange, bevor sie sich neben ihn setzte. „Was läuft?“
„Ne Komödie. ,Die Eltern der Braut´, oder so.“
„Na, dann schmier ich uns mal ein paar Stullen.“

Sie aß nicht viel, genoss es, Rudolf zuzusehen, der mit Hingabe schmauste und es dennoch wie eine Nebensächlichkeit zum Fernsehprogramm aussehen ließ. Fünf, sechs Jahre noch, dann würde sie ihm endlich in die Rente folgen, die ihm der Straßenbau schon so früh beschert hatte. Dabei war sie immer zufrieden gewesen mit ihrer Arbeit. Sie mochte das Gespräch mit den Kunden, freute sich, wenn sie ein paar Tipps zur Zubereitung eines Schmorbratens, dem richtigen Fleisch für die festliche Tafel oder den Beilagen zum Filetsteak loswerden konnte. Sie lächelte, wenn sie einem kleinen Jungen ein Wiener Würstchen schenkte und half begeistert bei der Auswahl des Aufschnitts für eine kalte Platte. Und in Margarethe hatte sie bis vor kurzem auch noch eine gute Freundin als Kollegin in der kleinen Fleischerfiliale gehabt. Und doch stellte sie sich oft vor, wie es wäre, den Tag mit Rudolf vor dem Fernseher zu verbringen, ihn täglich von morgens bis abends zu verwöhnen und ihm aus der Küche zuzujubeln, wenn Hansa mal wieder ein Spiel gewonnen hatte.
„Wie war dein Tag? Irgendwas Besonderes?“, fragte Rudolf.
„Nein, alles wie immer. Nette Kunden, liebe Kolleginnen. Mandy hat heute einen lustigen Witz erzählt, aber du weißt ja, dass ich mir die nie merken kann.“

Siegrid holte den Schinken aus dem Ofen. Obwohl es sie nicht wirklich überraschte, freute sie sich, wie gut er ihr wieder gelungen war. Die feste Brotkruste versprach ein knuspriges Vergnügen. Die Zubereitung ging ihr inzwischen leichter von der Hand als das Binden der Schnürsenkel.
„Es ist soweit!“, rief sie ins Wohnzimmer. Sie lauschte. Der Fernseher verstummte. Mit einem Grinsen schnitt sie den Schinken an. Dieses Sonntagsmahl war das einzige, was Rudolf veranlasste, die Glotze auszuschalten. Ja, er war sogar so dankbar, dass er den Tisch deckte.

Siegrid trug die glasierten Möhren, die gerösteten Zwiebeln und die gratinierten Kartoffeln herein. Feierliche Marschmusik in ihrem Kopf spielte ihr den Takt, zu dem sie den gebackenen Schinken zum Esstisch begleitete, wo sie ihm mit einem gedanklichen Tusch den Ehrenplatz im Zentrum der Tischplatte zuwies.

„Denkst du daran, dass Konrad nächsten Sonntag zum Essen kommt?“ Rudolf lehnte sich zurück und streichelte sich zufrieden den Bauch. „Nicht, dass du den Schinken vergisst.“
„Wo denkst du hin? Wann hätte ich in den einundvierzig Jahren je den Sonntagsschinken vergessen?“
„Du hast ja Recht. Aber du weißt doch, wie wichtig es mir ist, vor meinem alten Kumpel zu glänzen.“
Siegrid wusste es. „Du brauchst dir keine Sorgen zu machen.“

Die übliche Menge Schinken hätte mit Sicherheit auch für drei gereicht. Sie aßen die Reste sonst noch mehrere Tage aufs Brot oder aus der Pfanne. Nur zur Vorsicht hatte sie sich diesmal ein größeres Stück zurückgelegt.
„Lass deinen dicken Schinken nicht immer im Weg rumstehen!“ Mandys flache Hand klatschte auf Siegrids Hintern.

Der harte Schlag ließ sie zusammenzucken, die harten Worte berührten sie kaum noch. Freche Göre. Siegrid versuchte, sich Mandy überlegen zu fühlen. Sechsunddreißig Jahre jünger war das dumme Ding. Seit Mandy vor etwa einem halben Jahr für Margarethe in die Filiale gekommen war, schikanierte sie Siegrid, wann immer es ging. Leider war diese Bohnenstange die Tochter des Chefs.

„Mandy! Wo ist der Schinken?“
„Welcher? Der linke oder rechte?“
„Das ist nicht witzig! Der, den ich mir zurückgelegt hatte.“ Siegrid spürte die ersten Schweißtropfen auf der Stirn.
„Warte …“ Mandy griff sich ans Kinn. „Lass mich nachdenken … Richtig! Ich habe ihn verkauft.“
„Du hast … was?“ Siegrid schnappte nach Luft.
„Ein Kunde wollte ein großes Stück Schinken, also habe ich ihm das letzte verkauft.“
„Wann?“
„Als du auf Klo warst.“
„Das war meiner! Ich brauch ihn morgen unbedingt!“ Ihre Stimme überschlug sich.
„Der Kunde ist König. Das solltest du in deinem Alter doch endlich gelernt haben.“
Siegrid schluckte. Ihre Hand ballte sich zur Faust. Ein großer Schritt und sie stand Mandy direkt gegenüber. „Und was, bitteschön, soll ich meinem Rudolf morgen servieren?“
Mandy tastete sich rückwärts die Wand entlang, stieß gegen den Verkaufstresen. Ihre Hände suchten Halt an der Arbeitsplatte. „Vielleicht … vielleicht kochst du einfach mal was anderes?“

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Tödliches von Haff und HeringRuth Borcherding-Witzke/Silvija Hinzmann (Hg.)
Tödliches von Haff und Hering
Küchen- und Kombüsenkrimis von der Ostseeküste

Mitteldeutscher Verlag
248 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-89812-536-9

Man nehme die schöne Ostseeküste und das Verbrechen, würze das Ganze mit regionalen Spezialitäten, etwas Seemannsgarn nicht vergessen, und koche alles mit Hochspannung auf. Fertig sind die kulinarischen Kurzkrimis von der Ostseeküste!
Serviert werden diese raffiniert gewürzten Geschichten von der Waterkant, die ebenso köstlich wie tödlich sind, u.a. von der mehrfach für den Glauserpreis nominierten Schriftstellerin Beatrix Kramlovsky, den norddeutschen Autorinnen und Autoren Christiane Franke, Regine Kölpin, Philipp Bobrowski sowie den Satirikern und Kabarettisten Matthias Biskupek und Ulf Annel.
Alle Rezepte stammen vom Rostocker Fernsehkoch Günther Halle. Sie wurden von den tödlichen Gräten befreit und sind nicht nur in der norddeutschen Küche gefahrlos nachkochbar.

Die Herausgeberinnen

Ruth Borcherding-Witzke, geb. 1959 in Hamburg, seit gut einem Dutzend Jahren lebt die studierte Juristin, Autorin und Herausgeberin mit ihrer Familie in Sachsenburg bei Chemnitz.
Silvija Hinzmann, geb. 1956 in Cakovec/Kroatien, kam als Kind nach Deutschland, als freie Übersetzerin und Dolmetscherin hat sie auch mit echten Kriminalfällen zu tun, Autorin zahlreicher Kurzkrimis, Mitautorin eines Kriminalromans sowie Herausgeberin von Anthologien.

Pressestimmen
„Die beiden Herausgeber haben eine bunte Kollektion von Kurzkrimis gesammelt, die von einfach spannend bis raffiniert erzählt reichen. Eine spannende und unterhaltsame Lektüre. Gern empfohlen.“
Peter Mieglitz auf eliport.de, Juli 2009

„18 köstliche, kurzweilige Krimigeschichten.“
Bert Lingnau, NDR 1 Radio MV, 18.05.2008

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Spannung ohne Sicherheiten oder A Dorn is Born

In Wulf Dorns Debütroman „Trigger“ treffen wir an der Seite der Psychiaterin Ellen Roth auf einen außergewöhnlichen Fall: Eine geschundene und verwahrloste Frau, die sich vom Schwarzen Mann verfolgt fühlt. Mag dies in einer Psychiatrie nicht mehr als ein besonders interessanter Fall sein, wird er in der Folge für Ellen mehr als bedrohlich. Auf unerklärliche Weise verschwindet die Patientin und der Schwarze Mann fordert die Psychiaterin zu einem grausamen Psychospiel.

Dieser Roman bringt alles mit, was ein Psychothriller mitbringen muss und Wulf Dorn wird den Vorschusslorbeeren, die dem Leser auf dem Buchumschlag von den renommierten Kollegen Sebastian Fitzek, Andreas Eschbach und Thomas Thiemeyer entgegenspringen, vollauf gerecht.

Angesiedelt im fiktiven Fahlenberg in Deutschland könnte der Roman dennoch kaum ein exotischeres Setting bieten, denn für die meisten Leser dürfte das Umfeld einer psychiatrischen Klinik allein schon höchst Interessantes und Ungewöhnliches zu bieten haben.

Dabei versteht der Autor sein Handwerk. Er lässt die Orte und Gegebenheiten vor dem inneren Auge des Lesers als Bilder entstehen und zeichnet Figuren, angefangen von der Protagonistin bis hin zu den Nebendarstellern, die für den Leser lebendig werden.

Insgesamt ist die Geschichte stilsicher und routiniert erzählt in einer Sprache, die zum Thriller im Allgemeinen und zu diesem im Besonderen bestens passt. Nur hier und da wünschte sich der Liebhaber eine andere Formulierung oder eine leichte Verknappung.

Genial aber ist die Spannungskurve dieses Thrillers und all die Elemente, die zu dieser beitragen.

Von Beginn an werden Fragen aufgeworfen, die den Leser bei der Stange halten. Schnell nimmt die Geschichte, die sich vermeintlich eng an den Grundkonflikt schmiegt, Fahrt auf und bietet, obgleich scheinbar geradlinig erzählt, einen wendungsreichen Plot.

Allein der Grundkonflikt, der sich dem Leser im ersten Teil präsentiert, ist zwar sicherlich nicht einzigartig, an Spannung und Bedrohlichkeit jedoch kaum zu überbieten: Ein hochintelligenter Psychopath, der es direkt auf die Protagonistin abgesehen hat, ihr immer einen Schritt voraus ist und ihr sowohl physisch als auch psychisch auflauert.

Dabei spielt es kaum eine Rolle, wie dicht die Vorahnungen des Lesers an die tatsächliche Entwicklung in der Geschichte heranreichen, denn in jedem Fall bleibt die spannendste Frage die nach dem Motiv und den genaueren Umständen, also die nach dem Warum und dem Wie.

Und wenn die Realitäten immer mehr verschwimmen, taucht die Erzählung in die tiefsten Abgründe menschlicher Psyche hinab.

Fazit:

Wulf Dorns Debüt hält, was andere versprechen. Ein Psychothriller, der zu fesseln weiß, der gleichermaßen echte Spannung und Bedrohung bietet, wie er den Leser in surreale Albträume schickt.

Wulf Dorn: Trigger
Wulf Dorn: Trigger

Wulf Dorn
Trigger
Psychothriller

Taschenbuch
Heyne, 2009
ISBN: 978-3-453-43402-8

Klappentext:

Der Fall einer misshandelten Patientin wird für die Psychiaterin Ellen Roth zum Alptraum: Die Frau behauptet, vom Schwarzen Mann verfolgt zu werden. Kurz darauf verschwindet sie spurlos. Bei ihren Nachforschungen wird auch Ellen zum Ziel des Unbekannten. Er zwingt sie zu einer makaberen Schnitzeljagd um ihr Leben und um das ihrer Patientin. Für Ellen beginnt ein verzweifelter Kampf, bei dem sie niemandem mehr trauen kann. Immer tiefer gerät die Psychiaterin in ein Labyrinth aus Angst, Gewalt und Paranoia. Und das Ultimatum läuft …

Ein nervenzerrender Psychothriller, der seine Leser schonungslos in die Abgründe der menschlichen Psyche zieht.

„Als ob David Lynch einen Roman von Stephen King verfilmt hätte. Großartig!“ (Thomas Thiemeyer)

„Mit Wulf Dorn betritt ein Autor die Bühne, den man einmal einen großen Erzähler nennen wird. Lesen Sie dieses Buch, und Sie werden später einmal sagen können, dass Sie von Anfang an dabei gewesen sind.“ (Andreas Eschbach)

„Ein perfekt recherchiertes Psychothrillerdebüt: Dorn weiß, wie man den Leser an die schweißnasse Hand nimmt und ihn zu den Abgründen der menschlichen Seele entführt. (Sebastian Fitzek)

Leseprobe
Special zum Buch
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Das Buch ist auch als gekürzte, vom Autor gelesene Hörbuchfassung erhältlich.

Wulf Dorn:

copyright by Frank Riederle
copyright by Frank Riederle

Wulf Dorn, Jahrgang 1969, schreibt seit seinem zwölften Lebensjahr. Seine Kurzgeschichten erschienen in Anthologien und Zeitschriften und wurden mehrfach ausgezeichnet. Seit 1994 ist er in einer psychiatrischen Klinik tätig, wo er in der beruflichen Rehabilitation psychisch kranke Menschen beim Wiedereinstieg ins Arbeitsleben unterstützt. Mit seiner Frau und einer Glückskatze lebt er in der Nähe von Ulm.

Homepage von Wulf Dorn

Der lehrreiche Roman

Mancher Autor kann sich offenbar nicht entscheiden: Will er einen Roman, ein Sachbuch oder gar ein Lexikon schreiben. Ist aber kein Problem, die Lösung ist einfach: Schreib alles zusammen!

Da werden dann munter Begriffe erklärt, während einer eher langweiligen Romanpassage die Wissensvorräte zur Tier- und Pflanzenwelt ausgepackt und in eine vielleicht sogar zu spannende Szene wird ein Exkurs in die Modewelt des 17. Jahrhunderts eingebettet.

Schließlich gilt es, nicht allein eine Geschichte zu erzählen, sondern als Autor mal zu zeigen, was man sonst noch so alles auf dem Kasten hat. Und welcher Leser fühlt sich beim Lesen nicht gern auf die Schulbank zurückversetzt?

Ich vermute, selbst die Leser, die dem Lesen neben einem Unterhaltungswert auch ein bildendes Element zubilligen oder gar abverlangen, werden diesem Gattungskreuzer nicht lange folgen. Es wird ihrem Lesevergnügen allzu abträglich sein, wenn die Geschichte ständig von einem besserwisserischen Autor verdeckt wird. Selbst wenn der sie halbwegs damit amüsieren sollte, dass er mit seinem eitel vorgetragenen Wissen unfreiwillig nur seine Wissenslücken auf den Tisch packt.

Zu einer guten Geschichte gehört auch ein gutes Maß an Recherche. Tatsächlich sind es oft viel mehr Kleinigkeiten, die wir vielleicht zunächst glauben, so nebenbei aus dem Ärmel zu schütteln, die dem Leser ins Auge stechen könnten. In jedem Fall dient aber die Recherche, nebst allem Wissen, das schon vorher in uns steckte, der Geschichte und nicht umgekehrt. All die Fakten, die wir uns angeeignet haben, sind das Fundament der Geschichte, nicht das Wohnzimmer. Der Besucher unserer Geschichte soll ihre sichernde Anwesenheit spüren, sie aber nicht ständig unter die Nase gerieben bekommen.

Andernfalls sollten sich Autor und Leser gleich auf das Sachbuch einigen.

Maikes Rätselseiten

Eine wunderschöne Homepage kann dennoch Rätsel aufgeben. So zum Beispiel die der Autorin und Geschichtenweberin Maike Schneider.

Wie in einem Abenteuerspiel muss man erst die Gegenstände finden, die einem die Türen zu Maikes Reich öffnen. Hat man sie erst gefunden, gibt es so einiges zu entdecken. Kurz: Spiel – Spannung – Maike Schneider.

Viel Spaß beim Suchen

Pflanzen greifen an!

Die TriffidsAls kleiner Junge war ich oft bei meinem besten Freund zu Gast. Die ganze Familie liebte Hörspiele. Viele schaurig schöne Abende verbrachte ich dort mit den „Drei ???“ und anderen Klassikern.

Aber einer dieser Abende sollte für mich zu einem Erlebnis der besonderen Art werden, denn ich konnte danach die ganze Nacht nicht mehr einschlafen. Meine Gastgeber hatten das vierteilige Hörpiel des WDR „Die Triffids“ mitgeschnitten und wir führten es uns an diesem Abend komplett zu Gemüte.

Möglicherweise war ich durch meine Eltern zu gut vor Grusel und Spannung beschützt worden, dieses Hörspiel jedenfalls raubte mir den letzten Nerv. Kaum auszuhalten, die Bedrohung in der dunklen Welt nach der Katastrophe, die von den von Menschenhand gezüchteten Pflanzenkreaturen, den Triffids, ausging.

Ob sich dieser Nervenkitzel wiederholen lässt, werde ich hoffentlich bald austesten können, habe ich doch den Roman John Wyndhams von meiner Freundin geschenkt bekommen. Es wird eine Reise zurück in eine unvergessliche Nacht des Grauens, die ich in  meiner Kindheit erlebte.

Schreibkurs …

… bei einer tollen Autorenkollegin! Olga A. Krouk hat letztes Jahr beim Sieben Verlag mit ihrem hochgelobten Mystery-Thriller „Staub zu Staub“ debütiert. Im Januar erscheint ihr romantischer Fantasy-Roman „Schattenseelen“ bei Heyne.

Wer unter ihrer Leitung sein Schreiben verbessern will, für den gibt es hier nähere Infos:

Für Jugendliche ab 14 findet in der Volkshochschule Bargteheide der Kurs „Kreatives Schreiben“ statt. In der Theorie und Praxis werden folgende Themen behandelt: Plot-Entwicklung, Schreibhandwerk, Spannungsaufbau, Manuskriptbewerbung bei Verlagen u. a.

Anmeldungen unter:

VHS Bargteheide, Am Markt 4, Stadthaus
Kurs Nr. 60112
19.10.2009 – 23.10.2009
14:00 – 16:00
Schulforum, Seminarraum
max. 10 Teilnehmer

Infos zum Kurs auf der Homepage der VHS

Homepage von Olga

Schachzüge im Labyrinth

Gabriele Gfrerer: Schachzüge
Gabriele Gfrerer: Schachzüge

Mit ihrem Romandebüt „Schachzüge“ reiht sich die Wiener Autorin Gabriele Gfrerer in die Reihe derer ein, die für die Jugendbuchreihe Labyrinthe-Krimi vom Thienemann-Verlag schreiben.
Der Roman, der Mitte September erschienen ist, wird für junge Leser ab 13 Jahren empfohlen und nimmt sich eines ebenso spannenden wie schwierigen Themas an.

Und darum geht es laut Klappentext:

Entführt nach Osteuropa?

Als Josch erzählt, dass sie jemanden im Internet kennengelernt hat, der ihr einen Job als Modell anbietet, reagiert ihre Freundin Charlie skeptisch. Wer ist der Mann? Und warum sucht er junge Frauen übers Netz? Doch Josch schlägt alle Warnungen in den Wind – und taucht nach ihrem Date nicht mehr auf. Die Polizei beginnt zu ermitteln, aber das genügt Charlie nicht. Zusammen mit ihrer Schwester Mel und ihrem Freund Matt macht sie sich auf die Suche – und dann verschwindet auch noch Mel …

Ein spannender Labyrinthe-Krimi über Mädchenhandel.

Gabriele Gferer
Schachzüge
broschiert, 288 Seiten
Thienemann
ISBN: 978-3-522-20053-0

Leseprobe

Spontaner Roman in Häppchen

Blogromane gibt es nicht erst seit gestern. Ob bereits erfolgreiche Schriftsteller neue Wege versuchen oder bis dahin unveröffentliche Autoren auf diese Art auf Leser hoffen.

Nun beginnt auch auf Ben Philipps Schreibwelt eine spannungsgeladene Reise, von der selbst der Autor nicht weiß, wo sie hinführt.

Der Blogroman beginnt
Der Blogroman beginnt

Spannungsgeladen deshalb, weil der Roman, der voraussichtlich wöchentlich in kleinen Häppchen serviert wird, in den wenigen Zeilen immer wieder gespannt auf die Fortsetzung machen soll.
Dabei dürfte auch interessant sein, dass die Geschichte sich vorerst nicht auf ein Genre festlegt: Ob es also kriminalistischen Spürsinn braucht oder Magie ins Spiel kommt, weiß man zunächst nicht. Vielleicht ist auch beides gefragt.

Ihr findet entweder über den Feed hier auf der rechten Seite zum Blogroman oder über folgende Direktlinks:

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