Gepitcht: Links vor rechts

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Schreibübungen der Kategorie „Gepitcht“ sollen dir Anregungen für eine (kleine) Geschichte geben. Ersetze Prota* durch eine Figur deiner Wahl, lass deine Fantasie spielen und schreibe eine spannende, lustige traurige, … Story über die gepitchte Begebenheit:

Prota glaubt, er hat endlich Mrs Right gefunden. Alles läuft richtig gut an. Doch dann stellt er mit Erschrecken fest, sie ist Linkshänderin. Und so seltsam es scheint … das stellt alles auf den Kopf.

*Der Übersichtlichkeit wegen verwende ich im Pitch immer nur eine Form, mal die männliche, mal die weibliche. Ob du dich an diese Vorgabe halten willst oder sie ignorierst, ist ganz dir überlassen.

Natürlich freue ich mich, wenn das eine oder andere Ergebnis dieser Übung in den Kommentaren landet oder hier verlinkt wird. 🙂

Weitere Schreibübungen

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Probeschreiben

Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
Vom Schreibtisch
(Foto: © Marko Tomicic)

In meinem letzten Beitrag zum Thema, was sich gerade so auf meinem Autorenschreibtisch tut, schrieb ich unter anderem:

Zum anderen warte ich derzeit auf Rückmeldung zu einem Exposé (Ende letzten Jahres recht kurzentschlossen verfasst) zu meinem nächsten Romanprojekt, das ich ganz wunderbar finde (Fantasy – bin schon richtig heiß drauf). Dazu werde ich dann hoffentlich bald (oder irgendwann) mehr berichten können.

Und ja, ein bisschen was tut sich tatsächlich. Im Moment noch ähnlich spontan, wie schon das Exposé entstanden ist. Ich habe nämlich in Hinblick auf die Leipziger Buchmesse begonnen, eine Leseprobe zu dem Projekt zu schreiben. Viel Zeit habe ich dafür leider nicht, aber ich bin zuversichtlich, dass bis zur Messe ein bisschen Text zusammenkommt. Viel verraten will ich natürlich noch nicht, zumal für dieses ungelegte Ei ja noch nicht mal ein Huhn gefunden ist, aber ein kleines Pröbchen aus der Probe darf schon mal sein:

Sie sah zum Rand der kleinen Lichtung, dorthin, wo der Vogel, vermutlich ein Rabe, sitzen musste. Sie spürte in der Dunkelheit, wie er sie beobachtete. Hatte er sie verraten?

Uiuiui! Spannung pur, oder? 😉 Na ja, bis zum nächsten Mal dann.

SchickLit von Anna

Anna Koschka: Naschmarkt

Anna Koschka: NaschmarktBevor du den Zeigefinger hebst und schimpfst, sage ich es gleich vorweg: Anna Koschka ist das Pseudonym meiner Freundin. Dieser Umstand wäre sicher ein guter Grund für dich, diese Rezension nicht allzu ernst zu nehmen. Denn natürlich lobe ich sie. Das macht man doch so – schon unter Freunden, erst recht in einer Beziehung. Ich bin also parteiisch. Trotzdem: Ich habe das Buch gelesen und sage meine Meinung darüber. Ich hätte es ja auch leichter haben können. Das Buch ist schließlich bereits seit fast einem Jahr auf dem Markt. Aus Zeitgründen habe ich es nur im Schneckentempo gelesen und schreibe die Rezension erst jetzt, da ich mir die eigene Meinung bilden konnte. Wenn dir das trotzdem nicht aussagekräftig genug ist, findest du ja etliche und überwiegend sehr positive Rezensionen anderer Leser im Netz. Denn das Buch ist mehr als einen Blick wert. Es ist sehr gut! Da kann ich ja nichts dafür!

„Naschmarkt“ gefällt mir also. Und das, obwohl ich gar nicht die Zielgruppe bin. Naschmarkt versteht sich nämlich als ein Frauenroman. Genauer: ein unterhaltsamer Frauenroman, ein ChickLit. Aber wie eng man auch immer eine Zielgruppe definieren möchte, das bedeutet zunächst nicht mehr, als dass der Roman auf jeden Fall solchen Lesern zusagen soll. Es schließt aber nicht aus, dass der Roman nicht auch außerhalb der fokussierten Klientel fischen darf. Und das tut er!

Zunächst bei Leserinnen, denen der typische ChickLit gelegentlich zu flach ist. Sie finden schon in Dotti eine Protagonistin, die gar nicht typisch irgendwas ist. Sie ist intelligent, gebildet, schlagfertig und gleichermaßen Literatur- wie Katzennerd. Und sie hat den Happy Ends abgeschworen, die mag sie schon in Büchern nicht.

Dass die Literaturjournalistin sich plötzlich (wenn auch in einem mehr oder weniger literarischen Umfeld) doch den Männern, dem Flirten und vor allem dem Daten zuwenden soll, passt ihr daher ganz und gar nicht. Wenn sie dabei wenigstens interessante Leute kennenlernen würde und nicht nur völlig abartige …

Aber Moment! Dotti tritt mit ihrer witzigen Frustkolummne nicht nur einen neuen Hype los, sondern kommt dadurch dann doch mit mindestens einem männlichen Vertreter ihrer Spezies in Berührung, der sie dann doch ein wenig in ihren Grundfesten erschüttert und dem Leser die Hoffnung auf das von der Figur vielleicht doch gar nicht so generell verhasste Happy End lässt.

Dem Leser? Ja, halte dich fest! Das Buch gefällt auch den Herren der Schöpfung, das hat es bereits mehrfach bewiesen. Es ist großartig geschrieben, der Humor beinahe universell und der Grundkonflikt keiner, der nur Frauen angehen würde. Darüber hinaus kommt auch die Spannung nicht zu kurz. Nein, ein Krimi ist es nicht, aber Dotti muss mit kriminalistischem Gespür ein Rätsel aufklären, das einer hochkomplizierten Schnitzeljagd gleicht.

__________

Anna Koschka
Naschmarkt
Roman

Taschenbuch
Knaur TB 2012
ISBN: 978-3-426-51120-6

Verlagstext:

Dotti Wilcek hat der Männerwelt abgeschworen. Endgültig! Wer könnte weniger geeignet sein, eine Internetdatingagentur zu testen? Doch Dottis bissiger Blog über Männer, Mauerblümchen und Flirten für Anfänger spricht einer ganzen Generation von netzgeplagten Singles aus dem Herzen …

„Schon lange wollte ich nicht mehr so unbedingt in eine Geschichte hineinklettern wie in diese hier.“ Kerstin Gier

„Dotti ist das schärfste Mauerblümchen der Welt: charmant, klug und witzig.“ Gabriella Engelmann

„Sind wir nicht alle ein bisschen Dotti?“ Andrea Koßmann

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Leseprobe
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Bücherliste

Gepitcht: Auszeichnung

© BennoP
© BennoP
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Schreibübungen der Kategorie „Gepitcht“ sollen dir Anregungen für eine (kleine) Geschichte geben. Ersetze Prota* durch eine Figur deiner Wahl, lass deine Fantasie spielen und schreibe eine spannende, lustige traurige, … Story über die gepitchte Begebenheit:

Prota geht in ein Geschäft/einen Supermarkt/… und will dort mangels finanzieller Mittel etwas stehlen. Doch es läuft überraschend anders, und am Ende wird sie vom Filialleiter höchstpersönlich geehrt und mit einem Einkaufsgutschein ausgezeichnet.

*Der Übersichtlichkeit wegen verwende ich im Pitch immer nur eine Form, mal die männliche, mal die weibliche. Ob du dich an diese Vorgabe halten willst oder sie ignorierst, ist ganz dir überlassen.

Natürlich freue ich mich, wenn das eine oder andere Ergebnis dieser Übung in den Kommentaren landet oder hier verlinkt wird. 🙂

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Gepitcht: Zoo…oh!

© BennoP
© BennoP
© BennoP

Schreibübungen der Kategorie „Gepitcht“ sollen dir Anregungen für eine (kleine) Geschichte geben. Ersetze Prota* durch eine Figur deiner Wahl, lass deine Fantasie spielen und schreibe eine spannende, lustige traurige, … Story über die gepitchte Begebenheit:

Prota findet die Idee seiner neuen Freundin toll, mal wieder in den heimischen Zoo zu gehen, doch ahnt er nicht, dass er von diesem Zoobesuch nie zurückkehren wird.

*Der Übersichtlichkeit wegen verwende ich im Pitch immer nur eine Form, mal die männliche, mal die weibliche. Ob du dich an diese Vorgabe halten willst oder sie ignorierst, ist ganz dir überlassen.

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Konflikte im Alltag: Zeitungsklaus

Zeitungsklaus, Foto: Refat
Zeitungsklaus, Foto: Refat
© Refat

Lust, aus einem scheinbar nichtigen Konflikt eine kleine Geschichte entstehen zu lassen? Wie wäre es mit diesem hier?

Seit die hübsche Nachbarin nebenan eingezogen ist, findet Klaus morgens die Tageszeitung nicht mehr im Briefkasten. Was wird er unternehmen? Und wie wird das ausgehen?

Versuche daraus eine interessante, lustige oder sogar spannende Geschichte zu basteln.

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Konflikte im Alltag: Hunger

© corepics
© corepics
© corepics

Lust, aus einem scheinbar nichtigen Konflikt eine kleine Geschichte zu basteln? Wie wäre es mit diesem hier?

Dein Protagonist oder deine Protagonistin liegt faul auf der Couch und schaut einen spannenden Film ohne Werbeunterbrechung. Da meldet sich ein kleines Hungergefühl, das rasch zu einem gewaltigen Hunger heranwächst.

Versuche daraus eine interessante, lustige oder sogar spannende Geschichte zu basteln.

Variante 1: Erzähle die Geschichte des inneren Kampfes der Hauptfigur, die den quälenden Hunger am liebsten ignorieren würde. Wird sie bis zum Ende des Films aushalten? Versucht sie das Problem durch ein Telefonat zu lösen? Hofft sie, sich mit den Krümeln vom Frühstück über Wasser zu halten?

Variante 2: Deine Hauptfigur hat dem Hunger schnell nachgegeben. Doch bis zum Sättigungsgefühl ist es noch weit. Denk dir eine Geschichte aus, in der so ziemlich alles schiefgeht, was schiefgehen kann. Lass dir einfach ein paar schöne Hindernisse einfallen.

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Eine Reise zur Buchmesse?

Hilfe für Autoren, Foto: Jakub Krechowicz
Hilfe für Autoren, Foto: Jakub Krechowicz
© Jakub Krechowicz

Bei „Hilfe für Autoren“ sind meine neuen Artikel online.

Im einen dreht es sich kurz vor der Leipziger Messe darum, welche Möglichkeiten sich einem veröffentlichungswilligen Autor auf den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig bieten:

Muss ich auf die Buchmesse?

Der zweite Artikel ist der zweite Teil der Reihe, die sich um den Aufbau einer spannenden Geschichte dreht:

Zwei Helden in den Startlöchern.

Bedrohlicher Perspektivwechsel

Anhalterin
Anhalterin
© Tupungato

Stell dir vor, du schreibst einen spannenden Roman, in dem deine Protagonistin in der nächsten Szene als Anhalterin von A nach B kommen will. Wäre an sich nicht besonders spannend, wenn der Fahrer, zu dem sie ins Auto steigen wird, nicht ein Vergewaltiger wäre. Deine Protagonistin weiß das natürlich nicht. Und da der Handlungsstrang aus ihrer personalen Sicht geschrieben ist, wird die Szene auch für den ebenso ahnungslosen Leser nicht besonders aufregend, solange sich der Vergewaltiger nicht offenbart.

Aber das kannst du ja ändern! Schreib eine Szene, die vor der Anhalterszene spielt und aus der Sicht einer anderen Figur geschrieben ist. Vielleicht ist es der Vergewaltiger selbst. Oder ein Polizist, der ihm auf der Spur ist. Ein früheres Opfer, das entkommen ist und ihn an einer Raststätte wiedertrifft. Die Mutter, bei der der Mann noch wohnt und die längst Verdacht geschöpft hat.

Vielleicht fällt dir noch etwas ganz anderes ein. Wichtig ist, dass der Leser, wenn er später die Anhalterszene liest, weiß oder mindestens ahnt, mit wem es die Protagonistin hier zu tun bekommt. Und zwar ohne dass es ihm ein allwissender Erzähler verrät. Demnach muss auch die Szene der anderen Figur aus ihrer personalen Sicht heraus geschrieben werden.

Tja, und wenn du schon dabei bist, schreib doch die Anhalterszene auch noch. 😉

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Bridget Jones und der böse Wolf

Cover JagdzeitGut möglich, dass dir dieses Buch nicht gefällt. Vielleicht ist es ja sowieso nichts für dich. Für wen genau ist Claudia Tomans Roman „Jagdzeit“ denn etwas?

Für Frauen, das scheint ziemlich sicher. Aber nicht nur, davon bin ich überzeugt! Für diejenigen, die es humorvoll mögen. Aber auch für jene, die es spannend lieben. Für Krimifreunde, Thrillerleser und Märchenliebhaber. Für Leser, die sich zu mysteriösen Fantasywesen hingezogen fühlen, aber auch solche, die von modernen Großstadtmenschen lesen wollen.

Begrenzende Vielfalt

Na, da sollte doch was passen! Ist doch für jeden etwas dabei. Tja, wenn es mal so einfach wäre. Aber leider – ja, das ist wirklich schade – lassen sich Zielgruppen nicht so einfach addieren. Ganz im Gegenteil. Ein Crossover wie dieses braucht Leser, die bereit sind, Grenzen zu überschreiten. Einen Krimileser, den der Sprung aus dem Realistischen nicht schreckt, einen Märchenfreund, der sich auch von spannender Ermittlungsarbeit verzaubern lässt, einen Thrillerfan, der sich für die herzig-humorvolle Chick-lit-Protagonistin erwärmen kann.

Hat ein solcher Leser zu „Jagdzeit“ gefunden, wird es sich prächtig amüsieren, voll Spannung die jeweils nächste Seite umblättern und sich sogar ein bisschen gruseln. Denn die Autorin macht alles richtig. Geradezu spielerisch verbindet sie Chick lit, Mystery, Krimi, Thriller und Märchen. Auf sprachlich hohem Niveau vollführt sie einen ebenso lockeren wie souveränen Tanz zwischen den Genres, verschiedenen Handlungssträngen und Zeitebenen.

Olivia zwischen Liebesentzug, Abgabetermin und anderen Bedrohlichkeiten

Wie die Autorin überschreitet auch Protagonistin Olivia Grenzen. Oft die der Vernunft, des Anstands oder der Höflichkeit, vor allem aber ihre eigenen. Auf der schon etwas verzweifelt anmutenden Suche nach einem Liebesabenteuer erreicht die naturhassende und Sex-and-the-City-verrückte Großstädterin das abgelegene Bergdorf W. wie seinerzeit die Hobbits aus dem Auenland Bree. Wen wundert es da, dass sie im absonderlichen Dorfwirtshaus „Gifthütte“ auf Aragorn – Verzeihung, Streicher – Entschuldigung, Schnüffler trifft, der sie ausgerechnet an Brie, den Käseautor erinnert.

Von Schnüffler, den schrulligen Dorfbewohnern und nicht zuletzt dem vorzeitig gescheiterten Liebesabenteuer mehr oder weniger aus der Fassung gebracht begibt sich Rotjäckchen Olivia, ihres Zeichens Schriftstellerin auf der Suche nach der Inspiration für ihren zweiten Roman, mit neuem Ziel in eine Welt, genauer gesagt einen Wald der Märchen und Sagen. Nun hofft sie, statt des stets verhinderten Blind Dates eine magische Quelle zu finden, die ihr den Wunsch nach ewig fließender Inspiration erfüllen soll, und ganz nebenbei das Material zu sammeln, das sie vor dem Überschreiten des drohenden Manuskript-Abgabetermins bewahren kann.

Ein Buch von dreien

„Jagdzeit“ ist nicht nur der zweite Roman der Autorin, sondern auch die zweite Geschichte um Olivia, die mit „Hexendreimaldrei“ ihren Anfang nahm und in „Goldprinz“ ihren Fortgang findet. Der Mittelteil der Trilogie lässt sich allerdings problemlos ohne die Kenntnis des Vorgängers lesen. „Jagdzeit“ funktioniert bestens als alleinstehender Roman, der für den, der es nicht weiß, gar nicht die Idee aufkommen lässt, es gäbe bereits ein Abenteuer von Olivia.

Claudia Toman ist ein wundervoller Roman gelungen, ein vielseitiger Roman für vielseitige Leser.

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Claudia Toman
Jagdzeit
Roman

Taschenbuch
Diana 2010
ISBN: 978-3-453-35399-2

Klappentext:

„Tief im Wald wirst Du finden, was Du suchst!“

Wünschen kostet nichts? Je weiter Olivia in den Wald vordringt auf der Suche nach jener magischen Quelle, die angeblich jeden Wunsch erfüllt, desto größer wird ihre Angst. Denn der Wald birgt dunkle Geheimnisse. Etwas lauert zwischen den Bäumen, verfolgt ihre Spur, nimmt ihre Fährte auf. Ein gefährliches Spiel um Leben und Tod beginnt. Doch ein Zurück gibt es nicht. Denn Magie hat nicht nur ihren Preis – sie ist auch unwiderstehlich!

Neu und fantastisch: märchenhafte Mystery mit Magie, Witz und dunkler Spannung.

Verlagsseite
Leseprobe
Blog der Autorin

Einen Hammer säen

Hammer
© OLJ Studio

Noch einmal schaute Claudia sich um. Nichts! Ben hatte wirklich peinlich genau darauf geachtet, alles zu entfernen, was ihr auch nur die geringste Aussicht darauf gab, sich aus ihrem eigenen Gartenhäuschen zu befreien. Wie lange sollte sie hier schmoren? Wollte er sie möglicherweise hier verhungern lassen? Sie traute es ihm zu. Vor allem aber würde sie nun Lev nicht vor dem sicheren Tod retten können. Sie musste hier raus! Aber …

Sie lächelte. Ben hatte ihre Handtasche nicht kontrolliert. Warum auch? Sie selbst hätte beinahe nicht mehr daran gedacht. Und welche Frau trug schon einen Hammer mit sich herum?

Na, das ist ja noch einmal gut gegangen! Auch der Leser darf aufatmen, denn die Szene, deren Ende wir hier lesen konnten, war für ihn ganz schön spannend. Natürlich nur, weil er nicht daran gedacht hat, dass Claudia einen Hammer in der Handtasche hatte. Gelesen hatte er allerdings schon davon, denn sonst müsste er jetzt dem Autor einen Vogel zeigen: „Ein Hammer! In der Handtasche! Na, so ein Zufall!“

Es muss also schon viel früher eine Szene gegeben haben, in der der Hammer in die Handtasche gekommen ist. Mit einer Begründung, die für den Leser nachvollziehbar war, und auf eine Weise, die weder so aufdringlich war, dass der Leser fortan dauernd an diesen Hammer gedacht hat, noch so nebensächlich, dass der Leser sich jetzt, wo das Werkzeug wieder zum Vorschein kommt, nicht mehr daran erinnern könnte.

Man spricht vom Säen und Ernten, wenn der Autor unauffällig auffällig Hinweise versteckt, die später noch Bedeutung erlangen. Wenn du Lust hast, versuche dich doch einmal an einer Szene, in der der Hammer in die Handtasche gelangt.

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Guten Morgen

Guten Morgen
© Doreen Salcher

Lisa erwachte von leiser Musik. War das „Feel“ von Robbie? Ihr Lieblingssong. Sie öffnete schlaftrunken die Augen. Vor dem Bett stand Jonas. Demzufolge lag er wohl nicht mehr neben ihr. Und er lächelte, das erkannte sie jetzt. Er trug ein Tablett in der Hand. Kaffeeduft stieg ihr in die Nase.
„Guten Morgen, du Schlafmütze.“
„Bringst du mir Frühstück ans Bett?“
Er nickte und baute das Tablett mit den vier Füßen so vor ihr auf, dass sie sich nur noch bedienen musste. Sie richtete sich auf, soweit das jetzt noch möglich war. „Wieso?“
„Weil du heute so einen schweren Tag vor dir hast.“
Sie schwieg, ließ ihren Zeigefinger sprechen: „Komm her!“
Als Jonas sich zu ihr herunterbeugte, umarmte und küsste sie ihn so heftig, dass das Tablett Mühe hatte, sich auf den Beinen zu halten.

Ist das nicht traumhaft? Dann genieße es noch einen Moment. Denn deine Aufgabe soll es sein, diese Idylle zu zerstören. Baue einen Konflikt in die Szene ein. Wo, das ist ganz dir überlassen. Du kannst also so viele Sätze der Vorgabe nutzen, wie du möchtest, mindestens aber den ersten.

Ich versichere dir, es gibt zahlreiche Möglichkeiten, hier einen Konflikt auszulösen. Vielleicht ist es in Lisas Charakter begründet. Oder Jonas begeht einen schwerwiegenden Fehler. Möglicherweise liegt es an der Musik oder es ist erst der Kuss, der die Bombe platzen lässt. Schluss mit der Harmonie! Mach es spannend!

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Mach eine Szene zum 30.07.11

Das ist doch mal eine Ausschreibung. Es geht nur um eine spannende Szene! Kein Roman, keine Erzählung, nicht einmal eine Kurzgeschichte. Nur eine Szene.

Klingt nach Schreibaufgabe für zwischendurch? Ich bin sicher, manch einer wird schnell merken, dass es nicht so einfach ist, mit nur einer Szene zu überzeugen. Vor allem, wenn die Aufgabe heißt: „Erzeugen Sie in der kurzen Szene so viel Spannung wie möglich bei den Lesern.“

Spannungsforschung „Die Gefahr“ – Schreibwettbewerb

Ausschreibung Schreibwettbewerb

Sie sind KrimiautorIn? Sie wissen, wie Sie Ihre Leser in Bann schlagen können und ihren Herzschlag beschleunigen? Dann könnte Sie die folgende Ausschreibung interessieren:

Der Spannung auf der Spur:

  • Schreiben Sie eine für das Genre Krimi typische Szene mit mindestens 4.000 bis maximal 4.500 Anschlägen.
  • Erzeugen Sie in der kurzen Szene so viel Spannung wie möglich bei den Lesern.
  • Ihr Text wird später von Testlesern bewertet. Sieger ist, wer bei den Lesern am meisten Spannung erzeugen konnte.
  • Als SiegerIn winkt Ihnen ein Preisgeld von 500 Euro. Für die Plätze zwei und drei gibt es immerhin noch 200 Euro bzw. 100 Euro.

Bedingungen:

Der Text darf weder als Ganzes noch in Teilen an anderer Stelle publiziert worden sein. Letzter Abgabetermin für den Text ist der 30. Juli 2011. Alle Rechte für den Text bleiben bei Ihnen. Wir behalten uns jedoch das Recht vor, den Text zu Forschungszwecken zu verwenden.

Handlungsrahmen:

Die Vorgaben für die Szene sind recht grob – alles Weitere bleibt Ihrer Fantasie überlassen:

Die Szene beginnt mit einer Frau (Mitte 30), die sich bedroht fühlt. Sie (die Hauptfigur der Szene) hat Angst vor einer Gefahr und versucht dieser zu entkommen. Andere Personen sollten nur als Statisten vorkommen bzw. als „die Gefahr“, vor der sich die Hauptfigur fürchtet. Der Ausgang dieser Situation soll offen bleiben. Die Szene soll in der heutigen Zeit und im deutschsprachigen Raum spielen.

Ihre Aufgabe ist es, bei den Lesern Spannung zu erzeugen. Die Leser werden später zu ihrem Spannungserleben befragt. Sieger ist, wer bei dieser Befragung die höchsten Bewertungen bekommt.

Hintergrund der Ausschreibung

Die Ausschreibung ist Teil des internationalen Forschungsprojekts Readers‘ Perception of Suspence. An Intercultural Research und die Texte werden später in einer Umfrage verwendet. Ziel der Forschung ist es, narrativ erzeugte Spannung interkulturell zu vergleichen, d.h. wie wird Spannung in verschiedenen Kulturkreisen erzeugt und wie wird sie von den Lesern erlebt. Ähnliche Forschungen sind daher auch in anderen Ländern, wie Japan oder England, vorgesehen. Das Forschungsprojekt wird finanziell von dem Japanischen Ministerium für Bildung und Kultur (MEXT) unterstützt.
Verantwortlich für das Projekt ist Dr. Jan Auracher, Doshisha Universität Kyoto, Japan. (jaurache@mail.doshisha.ac.jp)

Ergebnisse der Forschung werden nur in zusammengefasster Form als Durchschnittswerte veröffentlicht. Antworten zu einzelnen Texten werden nicht bekannt gegeben oder nur in anonymer Form (ohne Angaben zu Namen des Autors / der Autorin oder Titel des Textes).

Auf Wunsch der Autoren / Autorinnen besteht eventuell die Möglichkeit, die Texte später in einem Sammelband herauszugeben. Da diese Entscheidung von Anzahl und Qualität der eingegangenen Texte abhängt, kann darüber erst nach dem Ende des Projekts entschieden werden.

Teilnahme

Um an der Ausschreibung teilzunehmen, senden Sie Ihren Text einfach als Attachment an folgende E-Mailadresse:

perceptionofsuspence@gmail.com – Stichwort: Krimi-Szene. 

Die Texte sollten als Word-Dokument (*.doc) oder im Rich-Text-Format (*.rtf) eingereicht werden. Die Sieger werden von uns per E-Mail benachrichtigt.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Hilde Bosch oder Jan Auracher unter perceptionofsuspence@gmail.com.

Falls Sie andere möglicherweise interessierte Autoren oder Autorinnen kennen, würden wir uns freuen, wenn Sie sie auf diese Ausschreibung aufmerksam machen.

 Jetzt wünschen wir Ihnen noch viel Spaß beim Schreiben,

Jan Auracher und Hilde Bosch

Quelle: Uschtrin

Das Besondere kommt 2011

Nun ist sie also da, die Bestätigung. 2011 wird ein Buch erscheinen, dass für mich persönlich in gewisser Hinsicht etwas ganz Besonderes ist. Es wird das erste Buch sein, in dem ich quasi Seite an Seite mit meiner lieben Freundin veröffentlicht werde:

Das Anthologieprojekt „Das Haus am Zeilenweise-Platz“ des Autorenforums ZeilenWeise hat einen Partner gefunden: Der Münchner WortKuss Verlag hat sich nach der Sichtung erster Leseproben entschieden, die Anthologie im Jahr 2011 zu verlegen. Momentan werden Texte und Zeitplan abgestimmt, der Erscheinungstermin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Die Anthologie erscheint im Programm „read + care“ innerhalb der Reihe AnthoKuss des WortKuss Verlages, denn das Projekt unterstützt ein Kinderheim in Istrien/Kroatien. In der Anthologie wird ein Mehrfamilienhaus, wie es überall in der Nachbarschaft zu finden ist, durch fantastische, dramatische, spannende und skurrile Texte zum Leben erweckt – ein Lesevergnügen für kurzweilige und anhaltende Unterhaltung.