Der Minitipp: Rasanter Roman

Formel 1
Formel 1
© Tatiana Popova / Shutterstock.com

Stell dir deinen Roman als eine Formel-1-Saison vor. Dann sorge dafür, dass Sebastian Vettel mindestens einen wenigstens gleichwertigen Gegner erhält, der keinesfalls in einem schlechteren, gern aber in einem überlegenen Auto sitzen darf.

Nun gestalte jedes einzelne Rennen als einen Krimi, in dem Sebastian Auf und Abs erlebt, am Ende aber nur hin und wieder den Sieg davonträgt.

Achte außerdem darauf, dass Sebastian im letzten Rennen, um Weltmeister zu werden, einen Punkte-Rückstand aufholen muss, den er aus eigener Kraft wettmachen kann, indem er seinen Gegner direkt bezwingt. Allerdings startet sein Gegner von der Pole-Position, während Sebastian von einem scheinbar aussichtslosen Startplatz ins Rennen geht. Dennoch wird er sich auch im Rennen nur auf sich, nicht auf glückliche Zufälle verlassen können. Ganz im Gegenteil!

Lena siegt mit Liebe

Lena aus Hannover hat gewonnen! Ihr Sieg fiel vergleichsweise unspektakulär aus, vergleicht man ihn mit dem Sieg der Lena aus Hannover, die nur einen Abend später Deutschland auf musikalischer Basis in einen kollektiven Rausch versetzte.

Doch das dürfte Lena Falkenhagen nicht weiter stören. Vermutlich ist es ihr sogar ganz recht, sind es doch ihre Bücher, die ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken sollen. Und da wird der Montségurlerin der begehrte 1. Preis beim DeLia 2010, dem Preis für den besten deutschsprachigen Liebesroman des Vorjahres, vergeben vom Verein zur Förderung deutschsprachiger Liebesromanliteratur e.V. und dotiert mit 1000,- Euro, sehr entgegengekommen sein.

Den Preis erhielt Lena für ihren bei Heyne erschienenen Roman „Die Lichtermagd“ . Die Begründung der Jury:

In ihrem Roman Die Lichtermagd breitet Lena Falkenhagen ein grandioses Panorama mittelalterlichen Lebens vor den Leserinnen und Lesern aus. Hass und Gier, aber auch Liebe und Hoffnung werden anhand des Schicksals Luzindes in meisterlicher Weise beschrieben. Es ist eine Geschichte, die von Anfang an fesselt und keinerlei Langeweile kennt. Besonders beeindruckend ist dabei auch die Sprachgewalt der Autorin, mit der sie den einzelnen Gruppierungen in diesem Roman einen einzigartigen Ausdruck gibt. Ein faszinierendes Frauenschicksal aus dem mittelalterlichen Nürnberg.

Auf dem zweiten Platz landete „Das Limonenhaus“ (Diana) von Stefanie Gerstenberger. Platz drei erreichte „Die verborgene Kammer“ (Bastei Lübbe) von Corinna Kastner.

In ihrem Roman Die Lichtermagd breitet Lena Falkenhagen ein grandioses Panorama mittelalterlichen Lebens vor den Leserinnen und Lesern aus. Hass und Gier, aber auch Liebe und Hoffnung werden anhand des Schicksals Luzindes in meisterlicher Weise beschrieben. Es ist eine Geschichte, die von Anfang an fesselt und keinerlei Langeweile kennt. Besonders beeindruckend ist dabei auch die Sprachgewalt der Autorin, mit der sie den einzelnen Gruppierungen in diesem Roman einen einzigartigen Ausdruck gibt. Ein faszinierendes Frauenschicksal aus dem mittelalterlichen Nürnberg.

Spion und LWP

Manche meiner Blogbesucher haben es vielleicht schon gemerkt: Ich habe vor einiger Zeit den RSS-Feed von MV-Spion unten in die Seitenleiste meines Blogs eingefügt. Das ist die Online-Redaktion, für die ich schreibe. Ein Bild vom Unternehmen Spion-Media und seinem Team könnt ihr euch übrigens hier machen.

Die Spion-Community umfasst derzeit rund 160.000 vorwiegend junge User, aus deren Klickverhalten sich bisher eine eher Boulevard-orientierte Newsauswahl ergab. Dennoch wurde auf der letzten Redaktionssitzung beschlossen, die News fortan einerseits qualitativ hochwertiger zu gestalten, andererseits die Community z.B. durch Umfragen oder Tipps direkter einzubeziehen. Eine spannende und nicht leichte Aufgabe, die mir aber umso besser gefällt.

Ansonsten kämpfe ich natürlich vor allem an meinem Schreibtisch mit den winterlichen Temperaturen und freute mich gerade in der letzten Woche über jeden kleinen Sieg, den ich in dieser Schlacht verzeichnen konnte. Diese sind einerseits den nicht mehr ganz so tiefen Außentemperaturen zu verdanken, andererseits meinem stetig wachsenden Verständnis für die Einstellungsmöglichkeiten unserer Luftwärmepumpe, die uns seit 2008 als Heizung dienen soll, die aber gerade bei den Rekordminustemperaturen der letzten Zeit deutlich überfordert war.

Dennoch ist es mir nun gelungen, sie mit eingen Tricks immer wieder soweit zu bringen, dass man es auch ohne dicke Winterbekleidung am Schreibtisch aushalten kann (und bei Bedarf obendrein ausreichend heißes Wasser vorhanden ist). Und wenn die Temperaturen es endlich zulassen, wird sie gegen ein stärkeres Gerät ausgetauscht!

Die Sonnenfeste

Eine Leseprobe aus meiner Geschichte „Die Sonnenfeste“, die in der wirklich großartigen Anthologie „Geschichten eines Krieges“ erschienen ist.

Linnan ist der Sohn des Festungskommandanten und bekommt endlich die Möglichkeit, sich in der Schlacht zu beweisen, seinen Vater stolz zu machen und sich den Namen eines Kriegers zu verdienen. Doch im Krieg gibt es nicht nur Sieger.

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Eindringlinge

Vater verstand es, mir die Sorgen zu nehmen und sie durch Stolz zu ersetzen.
„Bald schon wird Hartos Sohn Herti heißen und Linnan ist für immer vergessen!“
Allein dieser Satz aus seinem Mund sorgte für ein breites Grinsen in meinem Gesicht, obgleich ich mich bemühte, einen grimmigen Ausdruck zu wahren.
„Trink, mein Sohn! Bald schon steht der Feind vor den Toren unserer Sonnenfeste! Bald schon wirst du zum Krieger und zum Manne reifen.“ Er hob seinen Krug und stieß mit mir an. Er trank, stand auf, den Krug erneut hoch erhoben, und rief in die Runde: „Singt, Kameraden, denn große Taten sollen folgen!“
Rundherum sprangen die Männer von ihren Schemeln, streckten die Krüge von sich, stampften den Takt mit den Stiefeln und brüllten:

„Wohlan, ihr Krieger, schärft das Schwert,
im Kampf zeigt sich des Mannes Wert!
Die Waffen scheuen kein Versteck,
auf dass der letzte Feind vereck.

Ob hier, ob dort, ob Troll, ob Ork,
ob früh, ob spät, nur keine Sorg‘,
wir stürmen nieder von den Türmen,
weh dem Gewürm dem wir erst zürnen!

Die Klingen vor, setzt euch in Marsch,
stoßt sie den Feinden in den Arsch!“

Danach lachten und brüllten sie noch lauter und ließen den Festungskommandanten hochleben. Mein Vater verbeugte sich in einer gespielten Geste und setzte sich wieder. Zu mir gewandt sang er noch einmal:

„Die Klingen vor, setzt euch in Marsch,
stoßt sie den Feinden in den Arsch!“

Sein Lachen polterte. Er soff den Krug in einem Zug leer und rief nach dem Wirt. Ich beeilte mich, mit ihm gleichzuziehen. Der Met lief mir aus den Mundwinkeln aufs Hemd. Wie gern hätte ich das Lied jetzt schon mitgegrölt. Nicht heimlich mit den Jungs, sondern hier, ganz offen in der Wirtsstube, gemeinsam mit den gestandenen Kriegern.
„Sie werden schon sehen, was sie davon haben!“, sagte Vater, nachdem der Wirt zwei neue Krüge auf den Tisch gestellt hatte. „Du hast Glück, Linnan, hörst du. Verdammtes Glück!“
Er beugte sich zu mir herüber. „Immerhin schien es seit einigen Jahren, als hätten wir die Orks endgültig aus Manlant vertrieben. Lange schon stießen unsere Jagdtrupps nicht einmal mehr auf vereinzelte Banden. Der Sieg gebührte den freien Völkern. Der Frieden war gut für die Bauern.“
Er beugte sich noch weiter vor. „Doch du und ich, wir sind keine Bauern. Und meine Sorge wuchs, Linnan, du müsstest diesen Namen, den dir deine Mutter gab, noch viele Jahre tragen, weil du dich nicht als Krieger beweisen könntest.“
Er seufzte. Dann fasste er meine Hand und mir wurde warm ums Herz.
„Aber die Orks sind zurückgekehrt!“
Er drückte meine Hand fester. „Irgendwo weit nördlich unserer Grenzen haben sich diese Bestien zusammengerottet und ihre stinkende Brut gezeugt. Morgen werden sie die Sonnenfeste erreicht haben und dann endlich wirst du zeigen, dass dein zukünftiger Name der eines Kriegers sein soll.“
Er lehnte sich zurück. „Sie werden ihre Dreistigkeit bereuen! Hier wird ihr Vormarsch zu Ende sein. Wir werden dafür sorgen, dass dieses Gewürm sich nie wieder in unseren Breiten blicken lässt!“

Ja, das wollte ich! Ich, Linnan, Sohn der Lind, wollte Herti, Sohn des Harto werden.
Jetzt hatten die Schauergeschichten der Kindheit keinen Platz mehr. Ich hatte noch nie einen Ork gesehen. Seit ich denken konnte, war der Krieg bereits weit von der Sonnenfeste entfernt gewesen und schließlich siegreich zu Ende gegangen. Seit ich im letzten Sommer mein sechzehntes Lebensjahr vollendet hatte, war ich zweimal mit den Kriegern aufgebrochen, weil Gerüchte besagten, man habe Orks im Norden gesehen. Beide Male war meine Anspannung umsonst gewesen.
Nun würde ich dem Feind gegenübertreten! Nach dem Lied der Krieger und den Worten meines Vaters sah ich keinen Grund, diese Kreaturen zu fürchten. Sicher, das war kein Kinderspiel mehr, aber ich freute mich darauf, hässliche Orkfratzen zu spalten. Ich würde den Festungskommandanten, meinen Vater, nicht enttäuschen!

Die Abendluft ließ mich erzittern. Ich biss die Zähne zusammen. Ein Krieger konnte schließlich nicht vor der Kälte auf den Festungsmauern kapitulieren. Dabei war es beruhigend, den Wind für die schlotternden Beine verantwortlich zu machen, nicht das Heer von Fackeln, das sich auf den Feldern vor der Feste versammelt hatte. Die Gestalten wirkten winzig, aber es waren so unglaublich viele. Die Gesänge, die aus ihren Kehlen bis zu uns herüberschallten, fraßen an meinem Mut. Die Signalhörner der Feinde zerrten an meinem Verstand. Ihre Trommeln brachten mein Herz aus dem Takt. Zum Warten verdammt. Warten auf den Angriff!

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Dies sind die Geschichten eines Krieges:

Chronisten schreiben über die stolzen Kämpfer, die für Land, Glaube oder König in den Krieg ziehen. Barden besingen ihre Heldentaten in Liedern.

Doch die wahrhaft großen Dinge ereignen sich unbemerkt und in aller Bescheidenheit.

Hier geht es um die Helden, die nicht in vorderster Reihe stehen. Die Wesen, die durch den Krieg gezwungen werden, oft sehr unkonventionelle Wege zu beschreiten und die mit viel List um ihr Leben und um das ihrer Angehörigen kämpfen.

Egal ob Mensch, Elf oder Monster, all diese Kreaturen haben ein gemeinsames Ziel: Überleben!

Lesen Sie selbst, über die Helden, die nie als Helden besungen wurden …

Drachenkinder (Hrsg.)
Geschichten eines Krieges
broschiert, 384 Seiten
vph-Verlag 2008
ISBN 978-3-937544-08-3

Auf der Internetseite zum Buch findet ihr auch eine Leseprobe aus „Das Glockenspiel“ von Andreas Wölfle.

26 Autoren haben zu diesem spannenden Thema Geschichten beigetragen.

Andreas Wölfle
Birgit Erwin
Klaus Mundt
Bianca Plate
Robert Heracles
Thomas Krings
Eva Fenslage
Tom Cohel
Philipp Bobrowski
Stefanie Behm
Nina Horvath
Nora Strasser
Isabella Schuler
Karin Kehrer
Peter Hohmann
Stefan Warnecke
Carsten Zehm
Esther Schmidt
Christel Scheja
K. D. Sopha
Lars Neger
Arno Endler
Maximilian Weigl
Nathalie Gnann
Friederike Stein
Torsten Scheib