Entern: In Serie

Entern, Foto: Patryk Kosmider
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© Patryk Kosmider

Nach dem vorhergehenden Artikel dürfte es keine große Überraschung mehr sein: Will man zwischen Reihe und Serie unterscheiden, ist letztere wohl eher diejenige, die über die einzelnen Episoden hinaus eine zusammenhängende Geschichte erzählt. Mal mehr, mal weniger kann das so weit gehen, dass der Leser oder Zuschauer, der nicht von Beginn an dabei ist oder einzelne Folgen verpasst, Schwierigkeiten bekommt, den Gesamtzusammenhang zu verstehen.

Im Idealfall folgt eine solche Serie also einem übergeordneten Spannungsbogen, der durch einen Konflikt entsteht, der erst mit dem Abschluss der Serie gelöst wird. Jede einzelne Folge stellt einen Schritt auf dem Weg, dieses Ziel zu erreichen, dar, ist also ein Teilstück der großen Spannungsbogens.

Darüber hinaus kann es sein, dass jede Episode außerdem ihre eigene Geschichte erzählt. Ein Konzept, das mir persönlich besonders gut gefällt und für das es ein exzellentes Beispiel gibt: Raumschiff Voyager!

Die Crew, gestrandet in einer fremden Galaxie weit entfernt von der Heimat, folgt in jeder Episode dem großen Ziel, zur Erde zurückzukehren. Dazu kommt der jeweilige Episodenkonflikt, der mit dem übergeordneten Konflikt in direktem Zusammenhang steht (also auch diesen voranbringt), in der Regel Inhalt einer einzelnen Folge ist, sich aber auch hin und wieder über zwei oder drei Folgen entwickeln kann. Auch die Episodenkonflikte können Auswirkungen auf spätere Serienfolgen haben oder sogar erneut aufgenommen werden.

Schließlich fokussiert jede Folge auf einzelne Crewmitglieder, deren individuellen Konflikte somit als Nebenkonflikte wirken. Auch diese können Nebenstränge bilden, die sich über mehrere Episoden entwickeln und/oder wiederaufgenommen werden können.

Ein reizvolles Konzept also, das dem Schreibenden zahlreiche Möglichkeiten bietet, den Konsumenten bestens bei Laune halten kann.

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Entern: In Reihe

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Ob eine Reihe eine Serie ist oder eine Serie eine Reihe, ist eine Frage, die unterschiedlich beantwortet werden kann. Ob sich beides überhaupt unterscheidet, auch darüber kann gestritten werden. Aber zum Streiten sind wir ja nicht hier, daher werde ich mich einfach daran halten, was meiner Meinung nach dem landläufigen Verständnis entspricht, sofern man beide Begriffe nicht ohnehin synonym verwendet. Anders gesagt: Das hier ist mein Blog, daher werde ich hier einfach meine Auffassung darlegen!

Dieser entsprechend stehen beide Begriffe zumindest in einem engeren Verständnis nebeneinander. Ob man in einem weiteren Verständnis außerdem einen der beiden als Oberbegriff des anderen ansehen will, ist mir relativ schnurz. Entweder ist also die Reihe im engeren Sinn eine besondere Art der Serie im weiteren Sinn oder umgekehrt. Beide Begriffe sind jedenfalls auch im engeren Sinn nicht eindeutig und fließen obendrein an ihren Grenzen ineinander.

Was aber macht nun in diesem meinen (engeren) Verständnis eine Reihe aus? Dass den einzelnen Teilen einer Reihe ein gemeinsames Konzept zugrunde liegt, jeder Teil aber im Unterschied zur Serie (nahezu) vollständig in sich abgeschlossen ist. Die Reihe erzählt also keine fortlaufende Geschichte.

Das Konzept, auf dem eine Reihe beruht, kann sehr verschiedenartig sein. So entspricht etwa der Tatort als Ganzes einer Reihe, deren Konzept letztlich nur folgende Kriterien umfasst: Krimis, deren Handlungsschwerpunkte im deutschsprachigen Raum liegen, und die von ARD, ORF oder SF produziert oder in Auftrag gegeben werden. Tatort München stellt letztlich eine Reihe innerhalb dieser Reihe dar, deren Konzept zusätzlich beinhaltet, dass das Ermittlerteam aus München stammt.

Ähnlich verhält es sich mit der Reihe Ostseekrimi aus dem Hinstorff Verlag. Innerhalb dieser stellen die Krimis von Frank Goyke eine eigene Reihe dar, weil sie (bisher jedenfalls) Fälle desselben Ermittlerteams behandeln.

Das Konzept der Reihe stellt die Verknüpfungen zwischen den einzelnen Teilen her. Diese können etwa das Genre betreffen, den Handlungsort, die Figuren, die  historischen Zusammenhänge und vieles mehr. Und sie können mehr oder weniger lose sein.

Je enger und häufiger die Verknüpfungen werden, je zentraler eine Entwicklung einzelner Faktoren über den Rahmen der einzelnen Teile hinaus eine Rolle spielt und je mehr sich diese Entwicklung einem übergeordneten Spannungsbogen nähert, desto mehr nähert sich die Reihe einem Serienkonzept.

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Storyolympiade 2009 / 2010

Quelle: www.storyolympiade.de

Wettbewerb 2009-2010

Thema:
Gesucht werden spannende und originelle Kurzgeschichten zum Thema „Rache“ in jeglicher Ausprägung – von großer Vergeltung bis hin zu kleinen Gemeinheiten.
Was wir allerdings nicht haben wollen, sind Fan-Fiction (Shadowrun, DSA, StarTrek, etc.), Rollenspielhandlungen, Splatterorgien, Lyrik, Märchen oder platte Erotik.

Genre:
Fantasy, SF, Mystery, Phantastik, Horror, auch Crossover daraus.

Umfang der Texte:
Kurzgeschichten mit max. 16 000 Zeichen incl. Leerstellen.

Wer kann sich an der Storyolympiade beteiligen:
Nur Autoren, die volljährig sind. Jeder Autor kann nur ein Manuskript einreichen.
Autoren, die schon ein eigenständiges Werk (Novelle, Roman) veröffentlicht haben, sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Der Wettbewerb richtet sich an Autorinnen und Autoren, die Spaß am Schreiben haben, aber nicht von ihrer schriftstellerischen Tätigkeit leben, also Amateure im Sinne des olympischen Gedankens sind. Insbesondere Newcomer sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen.

Was gibt es zu gewinnen:
Die Siegerkurzgeschichten werden als gedruckte Anthologie veröffentlicht.
Die ersten drei Plätze bekommen gemäß dem olympischen Gedanken Medallien und der Sieger zusätzlich den Story-Olympiade-Victor 2009/2010.
Eine Preisverleihung im öffentlichen Rahmen ist vorgesehen. Ort und Zeit werden rechtzeitig bekanntgegeben.

Technisches:
Einsendungen mit echten Personalien (keine Nicknames), Adresse und Email als RTF an
[ orga „at“ storyolympiade „dot“ de ]

Format:
12 PT Courier, 2 zeilig. Keine Sonderformatierungen, außer Kursiv.

Einsendeschluss:
31. Oktober 2009
Bitte schickt die Einsendungen nicht alle in den letzten beiden Wochen.
Je eher wir die Einsendungen haben, desto lieber ist es uns.

Rechtliches:
Die Einsendungen dürfen weder in gedruckter Form noch im Internet veröffentlicht werden (worden sein), bevor die Juryentscheidung gefallen ist.
Das Team der Story-Olympiade und deren Angehörige, sowie alle Mitglieder der Vor- und Hauptjury, sind von der Teilnahme ausgeschlossen.
Die eingereichten Kurzgeschichten müssen frei von Rechten Dritter sein, und mit der Teilnahme am Wettbewerb erteilt der Einsender gleichzeitig die Erlaubnis, dass seine Geschichte in der Anthologie 2009/2010 abgedruckt werden darf.
Es gibt keinen Anspruch auf Veröffentlichung der eingesandten Geschichten.
Die Entscheidung der Jury ist nicht anfechtbar, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

„Zwei Stunden später starrte Sol in das stinkende Loch …

Volker Bätz: Operation Titanensturz
Volker Bätz: Operation Titanensturz

… und wunderte sich, woran ihn die verkohlten Hände, die sich flehend in die Höhe reckten, erinnerten. Der Gestank war unerträglich, denn wie zu erwarten war, hatten seine Nasenfilter bereits nach Sekunden ihre Funktionsfähigkeit eingebüßt.“

Dies ist ein kurzer Ausschnitt aus dem neuen Science-Fiction-Roman „Operation Titanensturz“ meines Montsegur-Kollegen Volker Bätz.

Der Roman ist im kleinen, aber sehr feinen Sieben Verlag erschienen.

Der Verlagstext macht neugierig:
„Wofür lohnt es sich zu leben? Wofür zu sterben?
Auf Kadath 13, einer seit Jahrzehnten unter Quarantäne stehenden Weltraumkolonie, ist der Tote im Abfallschacht nur einer unter vielen. Alles deutet auf Selbstmord hin, aber der zynische Ermittler Sol Cryjack glaubt nicht daran. Seine Instinkte sagen ihm, dass dieser Fall etwas Besonderes ist. Gegen alle Widerstände macht sich Cryjack auf die Suche nach dem Täter. In den finsteren Tiefen der Stadt stößt er auf ein vergessenes Mysterium und einen gefährlichen Killer, der dieses Geheimnis um jeden Preis schützen will.
Sol wird vom Jäger zum Gejagten, denn es gibt keine Sicherheit mehr. Für niemanden.

Volker Bätz
Operation Titanensturz
broschiert, 208 Seiten
Sieben Verlag, 2009
ISBN: 978-3940235763

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Mehr Infos, Lese- und Hörproben auf der Homepage des Autors.