Lisas erster Roman – Ein Märchen

© Chepko Danil Vitalevich
© Chepko Danil Vitalevich

Lisa Klug hat es endlich getan! Sie hat sich vor ihren PC geklemmt und begonnen, die genialen Ideen in ihrem Kopf zu einem Roman zu machen. Eine tolle Sache, die einfach ein super Buch werden muss. Schon weil sie mit so viel Herzblut bei der Sache ist.

Sie kommt gut voran. Sie schreibt und schreibt. Die ersten 50 Seiten sind schon fertig. Und Lisa stellt sich vor, wie Tausende von Lesern an ihren Worten kleben. Wenn sie nicht am PC sitzen kann, zeichnet sie schon mal das Cover für den künftigen Bestseller. Am liebsten würde sie schon jetzt der ganzen Welt von ihrem Roman erzählen.

So kommt es, dass sie bei studiVZ und Facebook über ihr Tun plaudert. Und nun passiert das Unglaubliche: Eine Online-Freundin offenbart ihr, dass auch sie gerade an ihrem ersten Roman schreibt. Und dass es viele mehr gibt wie sie. Tina erfährt auf diese Weise von einem Schreibforum, meldet sich an und stolpert als Erstes über die folgende Diskussion:

Warum gleich ans Veröffentlichen denken?*

Lisa ist erst einmal geschockt! Doch das Wunderbare ist, sie denkt darüber nach. Ja, sie bekommt sogar ein bisschen Angst. Was passiert mit meinen tollen Figuren und den schönen Ideen, wenn ich dieselben Fehler mache, von denen ich dort lesen konnte? Wie wichtig ist mir diese Geschichte?

Nein, aufgeben will sie sie nicht. Doch Lisa versteht. Sie legt sie sorgsam beiseite und beschließt, zunächst einmal zu üben und zu lernen, wie das mit dem Schreiben eigentlich funktioniert. An kürzeren Texten vielleicht, bei denen es ihr weniger schwerfällt, Misslungenes anzuerkenen und es neu anzugehen. Sie will sich vorbereiten auf ihr Meisterstück. Denn genau das soll er werden, ihr erster Roman! Der, an dem ihr Herz so sehr hängt.

*Der Link führt leider nicht in den öffentlichen Bereich des Forums, wie ich zunächst dachte. Ich habe mich dennoch entschieden, Artikel und Link so beizubehalten, weil es denjenigen, denen es ähnlich geht wie Lisa, sicher nicht schaden kann, sich in der Schreibwerkstatt (kostenlos) anzumelden. Allein die Beiträge der verlinkten Diskussion sind absolut lohnenswert!

Die Playlist des Schreibens

Immer wieder begegnet man ihr in Schreibforen, der Frage: Welche Musik hörst du beim Schreiben?

Warum das so interessant ist, weiß ich auch nicht. Die Autorin Kerstin Pflieger jedenfalls kommt dieser Frage auf ihrer noch jungen Homepage entgegen. Sie präsentiert dort all die Lieder, die sie beim Schreiben ihres Romans gehört hat, in einer Playlist.

Damit ist jedenfalls ein für alle mal geklärt: Musik beim Schreiben muss dem Erfolg nicht im Wege stehen!

Bloggen statt plotten

Da hat doch ein Mitglied eines Schreibforums so ganz nebenbei erzählt, dass er seinen Roman mit WordPress entwickelt. Natürlich gab es gleich Bedenken, weil er damit seine Ideen und Daten im unsicheren Internet aufbewahrt. Obendrein wollte er einzelne Textpassagen, Arbeitsschritte und Ideen durchaus auch für seine Blogbesucher öffentlich machen und diskutieren lassen.

Sicherlich bleibt auch ein Restrisiko, wenn man das gesamte Blog oder wenigstens diejenigen Daten, die schützenswert sind, nicht öffentlich macht. Und auf jeden Fall sollte man seine Daten immer n0ch auf dem eigenen Rechner sichern.

Dennoch finde ich den Ansatz interessant, denn mit WordPress oder einer anderen Blogplattform kann man sich etwas ähnliches wie ein Projektwiki anlegen. Man denke nur an die Möglichkeiten der Verlinkung, Vernetzung und Kategorisierung.

Je nach Bedarf lassen sich Seiten oder Artikel anlegen, Charakterbögen, Plotskizzen und Rechercheergebnisse miteinander verbinden sowie Bilder, Karten oder andere externe Materialien einbinden.

Mithilfe der Kategorien kann man auch verschiedene Projekte innerhalb eines Blogs voneinander trennen. Und wählt man ein Theme wie etwa „P2“ kann man auch außerhalb des Dashboards direkt im Blog Notizen, Artikel und Links erstellen oder bearbeiten.

Für besondere Fälle erleichtert das Blog sogar die Teamarbeit, etwa bei einem Gemeinschaftsprojekt von mehreren Autoren oder in der Zusammenarbeit mit Testlesern.

Für denjenigen, der noch nicht die richtige Autorensoftware für sich entdeckt hat, wäre es jedenfalls eine interessante (und kostenlose) Alternative.

Liebe Schreibfreunde

Wie ich über meine Statistiken bemerkte, finden erfreulicherweise meine Artikel auch in verschiedenen Schreib- und Autorenforen Beachtung. So habe ich mich sehr gefreut, dass auch die Schreibfreunde meine Blogs lesen.

Da ich nicht in jedem Forum Mitglied werden kann, nur um eventuell auf einen kleinen Fehler hinzuweisen, möchte ich an dieser Stelle etwas richtigstellen.

So gibt es bei den Schreibfreunden offenbar ein kleines Missverständnis. Mein Artikel aus der Reihe „Hilfe für Autoren“ , „Mal so, mal so erzählen“ , beschäftigt sich lediglich mit dem Unterschied zwischen szenischem und narrativem Erzählen. Er hat nichts mit „Show, don’t tell“ zu tun.

Das so berühmte „Show, don’t tell“ wird sicherlich noch in einem eigenen Artikel behandelt werden, es lässt sich aber nicht mit dem obigen Thema gleichsetzen.

Wenn der Artikel dennoch interessant war, hoffe ich, jetzt nicht zu sehr enttäuscht zu haben.

Übersichtlich: Die Helferlein

Die Schreibwerkstatt bietet neben dem eigentlichen Foren vor allem schön sortierte Listen. Hingewiesen habe ich bereits auf die Verlagsliste.

Aber auch, wer nach Programmen für Autoren sucht, wird hier fündig. Unterteilt in kostenlose und kostenpflichtige Software ist dort vom gängigen Textprogramm bis zum Spezialisten so einiges aufgeführt:

Programme für Schriftsteller.

Übrigens kann man sich auch über die Tools zur Rechtschreibprüfung informieren:

Rechtschreibhilfen

Als er aus dem Fenster sähte

Im Geschichtenweberforum wurde ein höchst interessanter Link gepostet, der den Begriff des Schreibforums definiert und dabei auf die notwendigen und unbedingten Krankheiten sowohl der Betreiber solcher Foren als auch der User derselben eingeht.

So gibt der Artikel aus Stupidedia unter anderm ein Beispiel für Trolligkeit, worunter „seit Harry Potter, die Gabe verstanden [wird], keine Gabe zu haben“:

Als er aus dem Fenster sähte, blummste eine Katse ihm für den Füsee.

Noch schöner das Beispiel für Chronische Plusquamperfektitis. Aber lest selbst!

Wie der Schatz in Texte fließt

In einem Schreibforum bin ich über die Frage gestolpert, wie man denn seinen Wortschatz erweitern könne, um etwa ständige Wortwiederholungen zu vermeiden.

Die Antwort, dass häufiges Lesen verschiedener Texte verschiedener Autoren helfen kann, ist so naheliegend, dass sie hier nicht Thema sein soll.

Die Frage erinnerte mich allerdings an ein Problem, das ich beim Lektorieren schon öfter bemerkt habe. Nämlich die persönliche Wortschatzerweiterung im Zuge der Manuskripterstellung. Die wird dem Leser gern mal auf dem Silbertablett serviert.

Da taucht plötzlich auf Seite einhundertsiebenunddreißig ein neu gelerntes Wort auf. Natürlich weiß der Leser noch nicht, dass der Autor an eben jener Stelle seinen Wortschatz erweitert hat. Im besten Fall fällt dem Aufmerksamen schon bei der ersten Verwendung des Wortes auf, dass der Autor bisher im Text noch nie Gebrauch davon gemacht hat. Der Autor hingegen setzt nun all seine Kraft ein, um seinen Fortschritt auch dem Letzten präsent zu machen, indem er das neue Wort fortan für eine Weile mindestens in jedem dritten Satz verwendet.

Ich denke allerdings, ein bisschen Täuschung kann hier nicht schaden. Wer, statt sich gehäuft und an einer Stelle im Manuskript konzentriert über das neue Wort zu freuen, in der Überarbeitung dafür sorgt, dass auch dieses Wort sparsam und angemessen über den gesamten Text gestreut wird, gaukelt damit zwar vor, er habe das Wort schon gekannt, bevor er mit der Arbeit an seinem Werk begonnen hat, sorgt damit aber gleichzeitig für ein mögliches Lesevergnügen, das sich aus dem Text selbst nährt, nicht aus dem Wissenszuwachs des Autors.

Natürlich wäre es nebenbei gesagt außerdem wünschenswert, wenn der Autor vor Gebrauch die Verwendungsmöglichkeiten des neuen Wortes genauestens prüft. Falls nämlich der Leser das Wort ebenfalls kennt, fällt ihm möglicherweise auf, wenn der Autor es auch oder ausschließlich in unmöglichen Zusammanhängen und Verbindungen nutzt.

Das Besondere kommt 2011

Nun ist sie also da, die Bestätigung. 2011 wird ein Buch erscheinen, dass für mich persönlich in gewisser Hinsicht etwas ganz Besonderes ist. Es wird das erste Buch sein, in dem ich quasi Seite an Seite mit meiner lieben Freundin veröffentlicht werde:

Das Anthologieprojekt „Das Haus am Zeilenweise-Platz“ des Autorenforums ZeilenWeise hat einen Partner gefunden: Der Münchner WortKuss Verlag hat sich nach der Sichtung erster Leseproben entschieden, die Anthologie im Jahr 2011 zu verlegen. Momentan werden Texte und Zeitplan abgestimmt, der Erscheinungstermin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Die Anthologie erscheint im Programm „read + care“ innerhalb der Reihe AnthoKuss des WortKuss Verlages, denn das Projekt unterstützt ein Kinderheim in Istrien/Kroatien. In der Anthologie wird ein Mehrfamilienhaus, wie es überall in der Nachbarschaft zu finden ist, durch fantastische, dramatische, spannende und skurrile Texte zum Leben erweckt – ein Lesevergnügen für kurzweilige und anhaltende Unterhaltung.

PB-Plotten 13: Kapitelplanung

Manchem Autor fällt es erstaunlich schwer, den eigenen Roman in Kapitel einzuteilen. Eine Autorin hat mir mal erzählt, sie habe das längst aufgegeben und überlasse die Kapiteleinteilung dem Lektorat.

Ich selbst habe dabei wenig Probleme. Meist habe ich schon vorher in etwa im Kopf, wo ein neues Kapitel beginnt. Gewalt muss ich dem Text dafür nicht antun, möglicherweise habe ich ein recht gutes Gefühl für kleinere und größere Spannungsbögen.

Dennoch habe ich mich beispielsweise bei „Das Lächeln der Kriegerin“ im Schreibprozess noch umentschieden und aus relativ kurzen Kapiteln zwölf längere gemacht, die sich gleichmäßig auf die beiden Teile „Die Botschaft“ und „Der Bote“ verteilen. Ich dachte dabei einfach an den übersichtlicheren und schöneren Eindruck im Inhaltsverzeichnis, setzte aber die neuen Kapitelenden natürlich dennoch nicht einfach willkürlich, sondern inhaltlich begründet.

Wie er seine Kapiteleinteilung begründet, bleibt dem Autor selbst überlassen. Es gibt, allen in Schreibforen auftauchenden Nachfragen zum Trotz, keine Vorgaben oder Regeln. Auch nicht hinsichtlich der Länge oder der Frage, ob man den Kapiteln Überschriften verpasst oder sie einfach durchnummeriert.

Ausnahmen sind vor allem bei Auftragswerken oder Titeln innerhalb einer Reihe oder Serie mögliche Verlagsvorgaben. Auch kann es durchaus sein, dass ein Verlagslektorat die Kapiteleinteilung als zu willkürlich bemängelt.

Hier sollte also der erste Anspruch des Autors liegen: die Kapitel nach einem eigenen, aber nachvollziehbaren Prinzip zu wählen. Am besten ist es oft, wenn jedes Kaptitel einem eigenen Spannungsbogen folgt. Es wird dabei vom Autor abhängen, ob er, um dies optimal zu erreichen, die Kapitelplanung der Szenenplanung vorzieht oder ob er besser fährt, wenn er bereits alle Szenen übersichtlich geplottet hat.

Weitere Kriterien könnten je nach Geschichte zeitliche Faktoren (Montag, Dienstag, …; 1985, 1985, …) oder die Handlungsorte sein (Hamburg, Berlin, Müchen, Wien). Bei Romanen mit mehreren Handlungssträngen werden diese gern streng in Kapitel unterschieden, was dem Leser auch erleichtert, die Wechsel zu erkennen.

Es bleibt also letztlich eine Frage des Geschmacks, aber eine, die man gut begründen können sollte. Und eine, bei der auch Möglichkeiten und Anforderungen der jeweiligen Geschichte geprüft sein wollen.

(PB-Plotten: Die Liste)

Die VZ-Agentur

Nicht nur Autoren haben es schwer, im Literaturbetrieb Fuß zu fassen. Natürlich gilt das auch für junge Verlage. Und ganz offenbar haben es auch Literaturagenten nicht leicht, als Neulinge im Geschäft wahrgenommen zu werden.

Ich selbst wurde zwar nicht bedacht, aber andere Schreiber erhielten in der VZ-Community (schülerVZ, studiVZ, meinVZ) Freundschaftsanträge von einer Literaturagentur auf Autorensuche. So auch ein Geschichtenweber, der daraufhin ein fragendes Posting ins Forum setzte.

Und siehe da, der engagierte Agent hat selbst ins Forum gefunden und stellt sich dort offen den kritischen Fragen. Wie er sich dabei schlägt, könnt ihr hier nachlesen:

Kontaktaufnahme via meinVZ