Philvent – die einundzwanzigste Tür

© Ramona Heim
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Ich wünsche euch eine frohe Philventszeit! Hä? Ja, richtig gehört. Das ist die Zeit der 24 kleinen Geschichten. Jeden Tag eine neue. Und jede neue übertrifft die vorige um einen Satz. Bis zum 24. Dezember, Philnachten, geht das so.

„Du bist zu früh!“
„Bin ich nicht, alter Sack!“
„Na, dann schau mal in den Kalender, Löffelchen.“
„Kannst mir glauben, ich wär auch lieber im Nest geblieben. Anweisung von oben. Soll dir helfen, weil du das in deinem Alter nicht mehr allein auf die Reihe kriegst.“
„Das hat – wenn überhaupt – nichts mit meinem Alter zu tun, sondern  damit, dass die Wünsche nicht gerade bescheidener werden.“
„Wie auch immer.“
„Wie auch immer. Du kommst trotzdem zu früh. Weihnachten ist erst in drei Tagen.“
„Und vorher hast du nix zu tun?“
„Ein bisschen Gartenarbeit.“
„Aha. Hast du auch Möhrchen?“
„Wer wünscht sich schon Möhrchen? Außerdem wird alles genau abgezählt eingepflanzt. Überproduktion is nich.“
„Ich hab jedes Jahr Eier übrig.“
„Lass stecken!“
„Würden aber gut zu deiner Rute passen.“

Philvent – die vierzehnte Tür (nachgereicht)

© Ramona Heim
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Ich wünsche euch eine frohe Philventszeit! Hä? Ja, richtig gehört. Das ist die Zeit der 24 kleinen Geschichten. Jeden Tag eine neue. Und jede neue übertrifft die vorige um einen Satz. Bis zum 24. Dezember, Philnachten, geht das so.

Es roch nach Apfelsinen und Nüssen. Und es war stickig. So tief hatte ich meine Nase noch nie in den Sack gesteckt. Wie war mein Kopf, der brummte, als sei eine ganze Herde Rentiere darübergaloppiert, da hineingeraten? Ich erinnerte mich nur noch an die Party, mit der wir den erfolgreichen Abschluss unseres alljährlichen Arbeitseinsatzes gefeiert hatten. Der Rest war ebenso dunkel wie meine derzeitige Umgebung, die schuckelte, als säße ich noch auf meinem Schlitten. Ich versuchte, zu ertasten, wo ich war. Gerade fand ich meine Rute, da hörte ich quietschende Reifen – war ich in einem Kofferraum? Plötzlich öffnete sich ein Spalt, helles Licht blendete mich. Ich hörte eine Stimme: „Ich hoffe, Sie haben die Fahrt in meinem Taxi gut überstanden.“
„Mein Schlitten wäre bequemer gewesen.“
„Dann sollten Sie sich nächstes Jahr nicht so besaufen. Und von mir aus hätten Sie ja gern vorn sitzen können. Aber Ihre Rentiere waren dagegen.“

Philvent – die fünfte Tür

© Ramona Heim
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Ich wünsche euch eine frohe Philventszeit! Hä? Ja, richtig gehört. Das ist die Zeit der 24 kleinen Geschichten. Jeden Tag eine neue. Und jede neue übertrifft die vorige um einen Satz. Bis zum 24. Dezember, Philnachten, geht das so.

Jedes Jahr dasselbe. Die ganze Nacht war er fort gewesen. Und nun kam er heim, die Nase ganz rot, der Bart zerzaust, das Gesicht verschmutzt und die Klamotten dreckig. „Lernst du es nie?“, fragte sie und riss ihm den leeren Sack aus der Hand. Sie stülpte ihn ihm über und verdrosch ihn mit seiner Rute.