Die heimlichen Stars der Buchmesse

Foto: H.H.
Foto: H.H.

Anders als Frankfurt ähnelt die Leipziger Buchmesse eher einer großen Party. Hier steht der Besucher im Mittelpunkt. Für den gibt es Stars und Sternchen der Literaturbranche zum Anfassen. Solche, die ihren mehr oder weniger großen Ruhm dem Buch verdanken und solche, die ihr Buch ihrem mehr oder weniger großen Ruhm verdanken.

Man begegnet ihnen überall auf dem Messegelände an den Verlagsständen, in Foren, in Lesebuden, auf Leseinseln, in Literaturcafés, auf Bühnen, in Textboxen sowie auf schwarzen, blauen und andersfarbigen Sofas, signierend, antwortend und lesend.

Olga Krouk, Foto: BennoP
Olga Krouk, Foto: BennoP

Denn in Leipzig wird noch weit mehr gelesen als in Frankfurt. Leipzig liest. Nicht nur auf dem Messegelände, sondern in der ganzen Stadt. Um das Programm zu studieren braucht man Geduld. Um in den überfüllten Gängen von einem Event zum anderen zu gelangen noch viel mehr.

Doch eben diese Gänge sind es, dazu sämtliche Winkel und Ecken, die die Bühne für die heimlichen Stars der Messe darstellen: die Cosplayer. Stets im Fokus der Fotografen posieren sie in den phantasievollsten Kostümen und sorgen für eine Veranstaltung, wie sie bunter nicht sein könnte. Und den meisten sieht man an, dass sie die Aufmerksamkeit genießen und sich ihrer Wirkung sehr bewusst sind. Immerhin finden in Leipzig gleich zwei Cosplay-Wettbewerbe statt: der Vorentscheid zum European Cosplay Gathering und der Leipziger Cosplay Wettbewerb.

Foto: H.H.
Foto: H.H.

Buchmesse Leipzig – Impressionen by Paradalis

Frechheit!

Falsch ausgeschrieben? Oder bin ich hier falsch? Das kann doch wohl nicht wahr sein!

Da sucht der engagierte Autor Otto N. nach einer Ausschreibung, bei der er Ruhm und Ehre ernten kann, und findet im Ausschreibungstext, er müsse, um teilnehmen zu können, unter 25 Jahre alt sein. Da heißt es, man suche nach jungen Autoren. Ist er etwa mit seinen 26 Jahren nicht mehr jung? Frechheit!

Aber glücklicherweise gibt es da ja noch andere Ausschreibungen. Die nächste, die ihm ins Auge fällt, wäre so ganz in seinem Sinne. Auch das Thema passt. Aber um einen Beitrag einsenden zu dürfen, müsste er in Hagenow leben oder zumindest dort geboren sein. Was soll das denn? Sind Hagenower etwa die besseren Menschen? Muss Otto aus Redefin sich da nicht diskriminiert fühlen?

Aber Otto hat die Geduld eines Zirkuselefanten. Er sucht einfach nach der nächsten Ausschreibung und schaut, um weiteren Enttäuschungen vorzubeugen, zunächst in die Teilnahmebedingungen. Volltreffer: Jeder darf mitmachen, egal wie alt er ist und wo er herkommt. Das ist doch mal Gleichberechtigung! Doch Ottos Freude währt nicht lange. Das Thema sind Vampwölfe. Die kann er gar nicht leiden, kennt sich auch kaum mit den gefräßigen Dingern aus, und Fantasy ist eh nicht so seine Schiene. Kann er nicht einfach über das schreiben, was ihm Spaß macht?

Was denken sich diese Ausschreiber eigentlich? Ist doch eine Frechheit, die Kreativität dermaßen zu beschränken und nicht selten sogar einem Teil der Kreativen des Landes ganz den Riegel vorzuschieben.

Und Otto hat noch Glück. Sein Kumpel Klaus schreibt gar nicht. Der wird also von nahezu allen Schreibwettbewerben und -ausschreibungen ausgeschlossen. Kein Wunder, dass der sich ärgert.

Das kann Otto wirklich gut nachvollziehen, denn neulich fand er eine Ausschreibung für einen Kochwettbewerb. Sind die jetzt völlig bescheuert? Otto kann gar nicht kochen. Frechheit!