Pippi Langstrumpf beleben

Achtung, auch wenn es der Titel vermuten lässt, es geht in der folgenden Ausschreibung nicht darum, Pippi auferstehen zu lassen, sondern einfach um anspruchsvolle Kindergeschichten:

erostepost-Literaturpreis 2010

Einsendeschluss: 30.12.09

1989 zerlegten wir den Namen „erostepost“ in seine Bestandteile und vergaben jährlich einen Literaturpreis zu den Themen eros, rost, step, epos, post, euro, stop und pest. Nach einer mehrjährigen Pause haben wir den erostepost-Literaturpreis wieder ins Leben gerufen. Seit 2002 werden jedoch keine Themen, sondern Genres ausgeschrieben. Dieses Mal:

p – wie pippi langstrumpf, Geschichten für Kinder.

Wir wollen keine lieblichen und belehrenden Texte, sondern erwarten literarisch anspruchsvolle Texte, die Kindern Mut machen, stark zu sein und mit Optimismus durchs Leben zu gehen. Die Beiträge sollen für Kinder von etwa 6 bis 12 Jahren passend sein und Erwachsene ebenfalls begeistern können. Es sind sowohl Prosa als auch Lyrik erlaubt.

Der Gesamtumfang pro Einsendung sollte 20.000 Zeichen nicht überschreiten. Mindestens müssen die Beiträge für ein Bilderbuch reichen, für einen illustrierten Kindergedichteband oder 10.000 Zeichen umfassen.

Das Preisgeld beträgt 1.500 Euro.

Einreichungen bitte in dreifacher Ausfertigung und anonym mit Kennwort (persönliche Daten in einem geschlossenen Kuvert mit gleichem Kennwort) an: erostepost im Literaturhaus, Strubergasse 23, A – 5020 Salzburg, Österreich

Jetzt! Antho? – Logisch!

Es gibt eine neue Ausschreibung von Antho? – Logisch, die mit durchaus reizvollen Konditionen aufwartet:

Ausschreibung 2009

Thema: JETZT.

Der Begriff Jetzt beschreibt einen eng begrenzten Zeitraum in der Gegenwart und eröffnet zugleich inhaltlich ein weites Feld. Um einer Ausuferung vorzubeugen, folgt ein Fächer für thematisch mögliche Bereiche:

Schmerz – JETZT.
Wahrheit – JETZT.
Sehnsucht – JETZT.
Miteinander/Gegeneinander – JETZT.

Geschichten anhand dieses Geländers sollen persönliche Spiegel der Gegenwart sein und Jetzt-Räume literarisch möblieren. Jetzt-Menschen erzählen.
Antho? – Logisch! schreibt zum vierten Mal einen Kurzgeschichten-Wettbewerb aus, der mit der Vergabe des Antho? – Logisch-Literaturpreises für das Jahr 2010 abschließt. Das Preisgeld beträgt 750,- Euro.

Dieser Literaturwettbewerb ist offen für Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die in deutscher Sprache schreiben (unabhängig von ihrem Wohnort) und bereits literarische Texte veröffentlicht haben. Der Wettbewerb ist eine Einladung, sich mit einem bisher unveröffentlichten Prosa-Text (Kurzgeschichte) zu beteiligen. Einsendeschluss ist der 15. Dezember 2009.

Antho? – Logisch! garantiert die Bewertung der anonym vorliegenden Texte durch eine kompetente Jury aus Schriftstellern, Publizisten und Literaturkritikern. Die Jury hat drei Mitglieder.

Antho? – Logisch! wird die besten Wettbewerbs-Texte in Buchform präsentieren.
Die Einsendung zum Wettbewerb bedeutet zugleich die Zustimmung, seine Kurzgeschichte bei Auswahl durch die Vor-Jury (die Autoren, deren Kurzgeschichten in die Anthologie aufgenommen sind, erhalten bis zum Frühjahr 2010 Nachricht) bis zum Herbst 2010 nicht an einem anderem Ort zu veröffentlichen.

Es besteht kein Anspruch auf Rücksendung der eingereichten Manuskripte nach Abschluss des Wettbewerbs.

Für die Teilnahme sind folgende Bedingungen zu beachten:
Der Wettbewerb gilt ausschließlich für erzählende Texte (Kurzgeschichte). Die Länge des Manuskripts ist auf maximal sieben Manuskriptseiten (á 30 Zeilen á 60 Anschläge) begrenzt. Überschreitungen der Länge führen zur Ablehnung der Bewerbung. Das Manuskript muss in dreifacher Ausführung eingesandt werden und kopierfähig sein (nicht handschriftlich). Bitte nur einseitig bedruckt im A 4-Format und paginiert. Blätter nicht heften. Das Manuskript ist mit einem Kennwort zu versehen – bitte nicht den Titel oder das Thema der Ausschreibung verwenden. Jeder Einsender kann nur einen unveröffentlichten Text für den Wettbewerb einreichen. Bei mehreren Zusendungen wird die gesamte Bewerbung nicht gewertet.
Der Zusendung muss eine Übersicht über bisherige literarische Veröffentlichungen (als literarische Veröffentlichung werden gewertet: Bücher – nicht Eigenverlag, nicht Book on Demand – literarische Beiträge in Anthologien und literarischen Zeitschriften, Veröffentlichungen im Internet-Literatur-Portal) separat in einem Briefumschlag beigefügt werden, auf dem das Kennwort, das mit dem auf dem Manuskript identisch ist, gekennzeichnet wird sowie eine Kurzvita (höchstens 12 Zeilen).
Um die Anonymität des Bewertungsverfahrens zu garantieren, darf auf dem Manuskript kein Verfassernamen angeben werden.

Über eine erfolgreiche Veröffentlichung Ihres Textes im Buch, das für den Herbst 2010 vorgesehen ist, informieren wir im Frühjahr 2010. Die Jury-Entscheidung geben wir im Oktober 2010 bekannt und laden alle zur Preisverleihung im November 2010 ein.

Mit der Einsendung des Textes wird dem Ausrichter des Wettbewerbs, für den Fall, dass der Text veröffentlicht wird, das Recht eingeräumt, die Texte einem Lektorat zu unterziehen.
Ihre Zusendung richten Sie bitte unter Angabe Ihres Absenders (Anschrift, telefonische Erreichbarkeit, E-Mail) bis spätestens zum 15. Dezember (Poststempel) an folgende Anschrift:

Antho? – Logisch!
c/o Marco Frohberger
Feldstraße 53
90766 Fürth
Deutschland
Kennwort: Literaturwettbewerb

Zurück zu Prosanova

Ich
Ich

Viele Jahre ist es nun her: Am 23. April 2004 hatte ich meine erste Begegnung mit Prosanova. Die Auftaktveranstaltung dieser neuen Reihe, erfunden und am Leben gehalten von Katinka Friese und Katharina Leppin, fand noch im Rostocker Momo statt.

Eine junge Lesebühne, die eine Literaturshow werden sollte. Erfolgreich lockte sie hunderte von Prosa- und Lyrikfreunden in den großen Saal, die auch damals schon von Stephan Langhans unkonventionell durch das Programm geführt wurden.
Mancher Prosanaut der ersten Stunde machte von da an regelmäßig Station bei Prosanova, um halbjährlich seine neuen Textkreationen am Publikum zu testen. Allen voran Jens Lippert, Fabian Lambeck und später auch Marcel Hintze.

Stephan Langhans
Stephan Langhans

Auch ich durfte mich von vol. 1 – 4 zu den Stammliteraten zählen. Nun also, zum 10. Jubiläum, bin ich zu den Rostocker Wortfestspielen zurückgekehrt.

Ein rundes Jubiläum, vor allem aber eine runde Sache, dieser Abend des 9. April. Längst ist Prosanova umgezogen, findet nun im Rostocker M.A.U.-Club statt. Ein bisschen kleiner, aber auch kultiger. Und zum Wiedersehen irgendwie sehr familiär.

Hinter der Bühne zumindest, denn davor hatte doch eine wahre Großfamilie von über 100 Zuschauern Platz genommen. Bevor ich die zu Gesicht bekam, freute ich mich aber erst einmal Backstage alte Bekannte wiederzutreffen und in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu graben. Schön zu sehen, dass eine erfahrene Organisationsexpertin wie Katinka auch beim 10. Prosanova noch die Aufregung packt.

Henrik Lauber
Henrik Lauber

Im Programm fand mein Vortrag einen schwierigen Platz: Gleich nach eingespielten und sehr bewegenden Bild- und Tondokumenten des kürzlich verstorbenen Klavki eröffnete ich den Live-Teil und versuchte mit meinem Text „Wen die Götter lieben“ einen würdigen Übergang zu schaffen.

Unterstützt vom moderierenden Stephan Langhans übergab ich dann den Stab an den Neuling auf der Prosanova-Bühne: Der Schüler Peter Thiers, ausgewählt in einer Aktion zur Prosanauten-Nachwuchsförderung, gewann das Publikum mit einem humorvollen Wochentagebuch und dem satirischen Beweis, dass Statistiken die besseren Argumente sind, für sich. Nicht nur lustig, sondern auch lehrreich, erfuhr man doch so, dass nur die wenigsten Frauen mit ihrem Arsch zufrieden sind. Und gern mit ihm verheiratet bleiben!

Henrik Lauber präsentierte in wohlbekanntem, aber deutlich gereiftem Stil seine pointierten Reime, die die Fröhlichkeit seiner Zuhörer auf hohem Niveau hielten und von Erste-Hilfe-Kästen über Freundschaftsbänder bis hin zu gleichermaßen sexwilligen wie -muffligen Faultieren einige Überraschungen verdichteten.

Fiete und Schiete
Fiete und Schiete

Im Anschluss wurde es zum ersten Mal musikalisch. Toby Tigerfood begleitete seine nur scheinbar naiven Liedtexte mit der Gitarre. Trotz seiner Aufregung hefteten sie sich in die Köpfe der Zuhörer, denen die Tiefe zwischen „Raff, raff, raff!“, „Deutschland fickt den Superstar“ und „Tralalala“ nicht entging.

Nach der Pause überzeugten Fiete und Schiete wie gewohnt spontan zum Thema Literatur in Mecklenburg. In einem Land, dessen Bewohner über einen Wortschatz verfügten, der sich im Wesentlichen auf verschiedene Formen des „Mhm“ beschränke, sei es wohl schwer, Romane zu füllen.
Die Aktualität der Schweinegrippe veranlasste sie schließlich zu einer lyrischen Zukunftsvision, die dem letzten Eisbein gewidmet war.

Jens Lippert
Jens Lippert

Gar vom Virus der Schweinepriestergrippe sangen danach die Rostocker Schreimöwen unter Anleitung von Stephan Langhans. Besonders beeindruckend die unter Gesichtsmasken versteckten Hitlerbärtchen zum Refrain: „Oink, oink!“

Obwohl einer der absoluten Stammleser bei Prosanova, zeigte Jens Lippert wieder sein übliches Lampenfieber bei seinem Auftritt. Er kramte in einem alten Tagebuch und förderte, verbunden durch kurzweilige Zwischentexte, allerlei gekonnt Poetisches hervor.

Marcel Hintze
Marcel Hintze

Die Zwischentexte sind wohl auch eine der Hauptattraktionen des gar nicht mehr so heimlichen Starprosanauten Marcel Hintze. Vor und nach seinen natürlich nicht weniger interessanten Songs zur Gitarre gab es (hinter-) sinnige Anekdoten und gewagte Überleitungen („Und so heißt auch das nächste Lied“), die manchen Humorartisten neidisch machen dürften. Mitgebracht hatte er diesmal eine rückblickende Mischung aus bereits prosaunten Hits und noch unvorgetragenen.

Den entspannenden Abschluss bildete schließlich die Feuershow Arne Feuerschlunds, der schon in der Vorshow seiner Show die eigenen Weltrekorde purzeln ließ.

Arne Feuerschlund
Arne Feuerschlund

Man kann sagen, es geht den Prosanauten wie ihrer Lesebühne: Sie sind älter geworden, was sie (und ihre Texte) reifer gemacht hat.
So war es eine rundum gelungene Literaturshow. Darin waren sich alle einig.
Ich bin gern zurückgekehrt und kehre gerne wieder.

www.prosanova.de