Manchmal quält man sich

So auch in der vergangenen Woche, in der mein Hauptprojekt, der Krimi, beschlossen hat, sich auf kleine (Fort-) Schritte zu beschränken. Kleine Ärgerlichkeiten von außen haben es mir auch nicht gerade leicht gemacht, wieder ganz im Roman Fuß zu fassen, aber so etwas geht vorbei.

Dafür freue ich mich, dass ich beim Lektorieren kurz vor dem Abschluss gleich zweier Projekte stehe, die mich schon eine ganze Weile begleiteten.
Und die Belegexemplare von der Magiera stimmen auch positiv.

Komplizierte Sätze

Ich sinniere seit gestern Abend (wenn gerade Zeit ist) über ein Posting in einem Autorenforum. Ein User hatte einen Satz aus seinem aktuellen Projekt gepostet, in dem er sich bei einer grammatischen Frage nicht sicher war. Die Frage selbst war schnell zu klären, doch gab es eine ganze Reihe Anmerkungen, wie man den Satz einerseits übersichtlicher (also verständlicher), andererseits überhaupt sinnvoller gestalten könne.

Tatsächlich war es ein recht langer Satz, der viele Informationen gleichzeitig enthielt und auf jeden Fall den Leser, möglicherweise auch den Autor mit schwierig herstellbaren Bezügen der Satzteile untereinander überforderte.

Nun kenne ich Ähnliches aus meiner Lektoratstätigkeit. Besonder „junge“ Autoren neigen dazu, viel zu wenig Punkte zu setzen, den einzelnen Satz mit Informationen zu überfrachten und Satzstrukturen zu erschaffen, mit denen sie selbst dann nicht mehr klarkommen. Das ist nichts Verwerfliches, aber vielleicht etwas Vermeidbares.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Ein Schreibstil, der mit kunstvoll zusammengezauberten Sätzen jongliert, ist etwas Feines, solange er zum Text passt und von seinem Autor beherrscht wird. Es ist aber auch wahr, dass eine spannend erzählte Geschichte auch in einer straffen, einfachen Sprache wirken kann, vor allem dann, wenn sie sich weder Ausrutscher in die eine noch in die andere Richtung erlaubt.

Warum brachte mich nun dieses Posting zum Grübeln? Weil es mir erstmals einen noch etwas vernebelten Weg aufzeigt, wie man Autoren raten könnte, die mit diesem Problem zu kämpfen haben.

Ich muss noch ein bisschen darüber nachdenken, dann wird das sicherlich ein Thema für mein Lektorenblog. Tipps von eurer Seite nehme ich dabei gern entgegen.

Die Liebesbeziehung zum Roman

Eric T. Hansen berichtet in der Kolumne „Tagebuch eines Romans“ auf bücher-magazin.de von einem ungewöhnlichen Projekt:

„Geht das: einen Roman zu zweit schreiben? Und das als deutsch-amerikanisches Paar? Eric T. Hansen und Astrid Ule haben es gewagt, gegen den Rat aller Freunde.“

Dass dies zu einem Lesevergnügen werden kann, beweist das folgende Zitat:

„In jeder Beziehung kommt irgendwann – meist ganz früh – der Punkt der Prüfung. Auch, wenn man einen Roman schreibt – mit dem Unterschied, dass nur 50 Prozent aller Ehen in Scheidung enden, während 99 Prozent aller Buchvorhaben nie zu Ende gebracht werden. Ob man ein Buch zur zweit oder allein schreiben will: Es fängt immer genauso an wie eine Liebesbeziehung. Mit einem Knall verliebt sich der Autor in eine Romanidee. Das Buch, das ihm vorschwebt, ist immer ein einzigartiges Buch, das beste Buch der Welt, schön und erhaben und voller tiefer Wahrheiten. Monatelang schwebt er auf Wolke 7. Dann lernt er das Buch näher kennen.“

Quelle: bücher-magazin.de

%d Bloggern gefällt das: