LesBar: Doppelagent

LesBar, Foto: Anneka
Ei in zwei Hälften
Pixabay

Dass er ein kräftiger Mann war, half ihm in seiner Verzweiflung. Er griff sich mit beiden Händen an den Kopf und zerrte so lange, bis er sich in der Mitte entzweigerissen hatte.

Für eine Weile schien es ihm, als habe er damit seine Probleme gelöst. Er gab sich auch weiterhin Mühe, den Wünschen beider Seiten nachzukommen. Endlich gelang ihm das, ohne entweder diese oder jene zu vernachlässigen.

Leider musste er schon bald feststellen, dass er sowohl in den Augen seiner Frau als auch bei seiner Geliebten zusehends an Ansehen verlor. Er war für beide nur noch eine halbe Portion.

__________

© Ben Philipp

Nervt

Seit Windows 10 friert mir der Laptop immer wieder ein. Obwohl es gar nicht kalt ist. Eine Wärmflasche wird wohl auch nicht helfen, oder?

 

Waschmaschine

© Markus Wieser / pixelio.de
© Markus Wieser  / pixelio.de
© Markus Wieser / pixelio.de

Mal wieder Lust auf einen kleinen Konflikt im Alltag?

Dann schreib doch mal eine Szene aus der Sicht von Kristin. Diesmal wird es wahrlich nicht leicht, denn Kristin ist die einzige Figur, die in der Szene vorkommen darf. Und du sollst streng personal aus ihrer Sicht schreiben. Einen Gegenpart hat Kristin allerdings schon, nämlich ihre Waschmaschine. Eine ganz normale Waschmaschine wohlgemerkt. Keine, wie sie auch bei Harry Potter auftauchen könnte.

Diese Waschmaschine hindert Kristin daran, die Wohnung zu verlassen, denn Kristin verlässt nie die Wohnung, wenn die Waschmaschine noch läuft. Was könnte da alles passieren! Den Waschgang zu unterbrechen, kommt für sie aber auch nicht infrage.

Blöd, dass Kristin es sehr, sehr eilig hat. Noch könnte sie es schaffen, aber wann genau die Maschine ihre Arbeit getan hat, kann sie nicht abschätzen. Der Termin, der sie drängt, ist ihr aber äußerst wichtig, sodass sie mit jeder Minute nervöser wird. Was wird sie tun, wenn absehbar ist, dass die Maschine ihr den Termin vermasseln könnte?

Lass den Leser spüren, wie essenziell es für Kristin ist, endlich aus dem Haus gehen zu können, welche Zerreißprobe die Situation für sie darstellt. Dabei soll der Leser erst ganz am Ende erfahren, wo Kristin so dringend hinmuss. Und wenn du es schaffst, dieses Ziel für dich auch beim Schreiben offenzulassen, hast du nachher sicher noch mehr Spaß an der Auflösung. Gibt es eine Pointe?

Du kannst dich im stillen Kämmerlein an der Übung versuchen, das Ergebnis aber auch gern hier in den Kommentaren posten oder anderswo veröffentlichen (vielleicht mit einem kleinen Link hierher).

Viel Spaß!

Weitere Schreibübungen

Klebestreifen

Autora Auge, Foto: Voronin76
Autora Auge, Foto: Voronin76
© Voronin76

Autora Auge:
Hallo, Bruno, ich muss schon sagen, ich war sehr gespannt, wie Sie aussehen. In „Der Tod aus der Teekiste“ sind Sie ja ein bisschen … wie soll ich sagen? Aus den Fugen geraten. War ja auch Ihr erstes Mal. Haben Sie heute immer noch Probleme damit?

Bruno:
Hhllhh. Jh, hnchhl.

Autora Auge:
Oh, ich sehe gerade, der Klebestreifen … Warten Sie, ich helfe Ihnen. Soooooo, besser?

Bruno:
Besser. Danke!

Entern: Sprecher wechseln

Entern, Foto: Patryk Kosmider
Entern, Foto: Patryk Kosmider
© Patryk Kosmider

Kommen wir zum nächsten Kapitel in der Reihe, die sich mit dem Einsatz der Entertaste in der Literatur beschäftigt. Diesmal geht es, wie der Titel schon verrät, um Dialoge.

Eine generelle Regel, wie Dialoge formal auszusehen haben, gibt es nicht. Sie können theoretisch auch ganz ohne Entertaste auskommen:

„Wenn ich A bin, musst du wohl B sein“, sagte A. „Okay“, antwortete B. „Fein“, sagte A, „dann sag ich jetzt A.“ „Okay“, erwiderte B.

Weil das schnell unübersichtlich werden kann, kommt die Entertaste dann doch zum Einsatz. Und zwar trotz der fehlenden Regel relativ einheitlich. Man richtet sich nämlich nach dem Sprecherwechsel:

„Wenn ich A sage, musst du B sagen“, erklärte A.
„Wieso?“, fragte B.
„Es heißt doch: Wer A sagt, muss auch B sagen.“
„Dann müsstest du aber B sagen.“
„Jetzt, wo du es sagst …“
„Und?“
„B.“

Wir sehen schon, wo der Vorteil liegt: Jede Aussage eines Sprechers bekommt eine neue Zeile. Damit unterstützt die Form den Inhalt sogar so weit, dass man zumindest bei lediglich zwei Dialogpartnern, wurden diese einmal eingeführt, erkennen kann, welche Aussage A und welche B zuzuordnen ist. Damit lässt sich beispielsweise mancher Dialogkommentar (Inquit) einsparen. Natürlich hilft es, bei längeren Dialogpassagen das Gedächtnis des Lesers immer mal wieder aufzufrischen.

So weit zur Einheitlichkeit, jetzt das Relative. Denn natürlich sind Dialoge im Gesamttext eingebunden und damit nicht immer so freistehend wie im obigen Beispiel. Und dann ist man schnell ratlos, wie man das mit dem Sprecherwechsel nun umsetzen soll. Meiner Meinung und Erfahrung nach ist es das Beste, den Sprecherwechsel weiterhin als oberstes Gebot zu betrachten, in Textpassagen, in denen Dialog dominiert, also zunächst zu schauen, dass der Sprecherwechsel eingehalten wird, was noch immer oft genug zu Unsicherheiten führen wird.

Ich will an einigen Beispielen zeigen, wie ich es handhaben würde:

Handlungen, die ein Dialogpartner während des Gesprächs ausführt, gehören zum Sprecherwechsel:

„Das hast du schön gesagt“, sagte B. Er setzte sich und lächelte zufrieden.
A kratzte sich am Kopf.
B goss sich Wein ein.
„Findest du nicht, du solltest auch etwas sagen?“
B schaute A verwundert an. „Aber ich habe doch schon ganz schön viel gesagt.“

Wenn also B etwas sagt und anschließend etwas tut, gehört das zusammen. Die Entertaste hält sich raus. Im Anschluss antwortet A nicht, indem er etwas sagt, seine Antwort besteht in einer Reaktion, er kratzt sich am Kopf. Da könnte auch stehen: A schwieg. As Reaktion entspricht also einem Sprecherwechsel, zack, Entertaste. Und so geht es weiter:

B tut etwas.
A fragt etwas.
B tut etwas. B sagt etwas.

Gleiches gilt natürlich für Gedanken (hier mal fett gekennzeichnet), auch die unterliegen dem Sprecherwechsel:

„Aber nichts Gewichtiges, so wie ich.“
B schaute immer noch verwundert.
Ist der blöd? Versteht der mich nicht?
„Ach, du meinst, A zu sagen und B folgen zu lassen, war etwas Gewichtiges?“
Na endlich! „Genau.“
B dachte einen Moment nach, lehnte sich zurück und sagte: „C.“

Das Ganze funktioniert so lange gut, solange der Erzähler die Sprecher so schön abwechselnd auf seine Sätze verteilt. Kommen beide Sprecher im selben Satz zu Wort oder zum Handeln, müssen wir wohl oder übel den Sprecherwechsel Sprecherwechsel sein lassen, denn innerhalb eines Satzes können wir (mit ganz wenigen Ausnahmen, die vor allem der Doppelpunkt herbeiführen kann, was aber hier nichts zur Sache tut) nicht die Entertaste drücken:

A schaute B an, der sich lächelnd in seinem Sessel räkelte.

Aber wie nun weiter? Der Letzte, der in diesem Satz etwas getan hat, war B. Wenn A nun etwas tut oder sagt, gehört er dann in die nächste Zeile? Andererseits war A in seinem Hauptsatz derjenige, auf dessen Handlung die Betonung lag, dass B sich räkelte, wurde nur ergänzend im Nebensatz beigefügt.

Hier wird es also kompliziert. Natürlich hat es der Autor erst einmal in der Hand, solche Schwierigkeiten einfach zu vermeiden.

A schaute B an.
Der räkelte sich lächelnd in seinem Sessel.

Problem gelöst. Aber die Aussagen entsprechen in der Gewichtung jetzt nicht mehr dem, was der Autor ursprünglich wollte. Geht also nicht immer. Wäre ja auch noch schöner, wenn wir uns unsere Sätze von der möglichst übersichtlichen Darstellung des Sprecherwechsels diktieren lassen würden. Ich sage es so deutlich, wie es ist: Spätestens in solchen Fällen wird die Entscheidung letztlich eine Geschmacksfrage sein. Empfehlenswert ist nur, es möglichst einheitlich zu tun. So mache ich es:

A schaute B an, der sich lächelnd in seinem Sessel räkelte. Der überlegene Ausdruck in seinen Augen ging ihm mächtig auf den Keks. „Wer C sagt, muss auch D sagen.“
„Davon habe ich ja noch nie gehört.“
„Da kann ich doch nichts dafür.“ A lief im Zimmer auf und ab.
B richtete sich ein wenig auf, schüttelte den Kopf und sagte: „Okay. Wenn es dir so wichtig ist: D!“
„Geht doch.“ A setzte sich in den zweiten Sessel, aber B erhob sich und verließ das Zimmer. „Blödmann!“

Während ich also hier:

A schaute B an, der sich lächelnd in seinem Sessel räkelte. Der überlegene Ausdruck in seinen Augen ging ihm mächtig auf den Keks. „Wer C sagt, muss auch D sagen“,

keinen Sprecherwechsel annehme (A schaut, A geht etwas auf den Keks, A sagt etwas), weil B in seinem Nebensatz (B lächelt und räkelt) das Zepter nicht wirklich an sich reißen kann, gehe ich hier:

„Geht doch.“ A setzte sich in den zweiten Sessel, aber B erhob sich und verließ das Zimmer. „Blödmann!“,

durchaus von einem Sprecherwechsel aus. A sagt etwas und setzt sich, dann aber geht der Fokus auf B über, der mit seinen zwei Hauptsätzen (B erhebt sich, B verlässt das Zimmer) nun das Zepter für sich beansprucht, weshalb er fortan den Dialogpart für sich beanspruchen kann. Zum Vergleich:

„Geht doch.“ A setzte sich in den zweiten Sessel.
Aber B erhob sich und verließ das Zimmer. „Blödmann!“

„Geht doch.“ A setzte sich in den zweiten Sessel, worauf B sich erhob.
B verließ das Zimmer. „Blödmann!“

Wie gesagt, eine eindeutige Lösung gibt es nicht. Ganz ähnlich sieht es beim Übergang in einen Dialogpart aus, ebenso beim Übergang von einem Dialogpart in Erzählerkommentar. Das liegt letztlich daran, dass hier die eben geschilderten Probleme auch auftreten. Denn im normalen Text bekommt eben nicht jede Figur ihren eigenen Absatz. Das folgende und abschließende Beispiel wechselt mehrfach zwischen Erzählerkommentar und Dialogabschnitten, wobei es sich dabei nach meinen bis hierhin gemachten Empfehlungen richtet:

A stand auf und folgte B. Der stand in der Küche und schmierte sich einen Toast. A beobachtete ihn dabei. Mehrfach wollte er etwas sagen, wusste aber nicht, was. B setzte sich an den Küchentisch und biss in den Toast. A blieb neben der Spüle stehen. „Bist du sauer?“
„Würdest du mir mein Weinglas aus dem Wohnzimmer holen?“
A nickte. Einen Moment überlegte er noch, dann setzte er sich in Bewegung. Als er mit dem Wein zurückkam, schmierte B bereits ein weiteres Toast. A reichte ihm den Wein.
„Danke“, sagte B.
„Tut mir leid. Du darfst natürlich sagen, was du willst.“
B lächelte A an. Gar nicht sauer. Eher ein freundliches Grinsen. „CD“, sagte er und lachte.
A stimmte ein, und sie schmierten noch mehr Brote, setzten sich wieder ins Wohnzimmer, aßen und tranken Wein bei ihren Lieblings-CDs.

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Philvent – die vierte Tür

© Ramona Heim
© Ramona Heim
© Ramona Heim

Ich wünsche euch eine frohe Philventszeit! Hä? Ja, richtig gehört. Das ist die Zeit der 24 kleinen Geschichten. Jeden Tag eine neue. Und jede neue übertrifft die vorige um einen Satz. Bis zum 24. Dezember, Philnachten, geht das so.

Entschlossen packte sie ihr Problem, nahm es mit hinaus und baute einen Schneemann daraus. Es wurde ein sehr großer Schneemann. Einen Moment betrachtete sie ihn noch, dann ging sie wieder hinein, ließ ihn hinter sich und warf nur hin und wieder einen Blick aus der warmen Stube nach draußen. Jetzt freute sie sich auf den Frühling.

Entern: Kapitel oder Kapitulation?

Entern, Foto: Patryk Kosmider
Entern, Foto: Patryk Kosmider
© Patryk Kosmider

Viele Autoren – und nicht nur solche, die sich noch am Anfang ihrer Schreibkarriere sehen – haben mit diesem Kapitel der Schreiberei so ihre Schwierigkeiten. Die Frage, wo man die Entertaste drückt und eventuell sogar einen Seitenumbruch einfügt, um im Anschluss ein neues Kapitel zu starten, lässt so manchen unsicher werden, einige verzweifeln und diesen oder jene sogar kapitulieren. Kein Wunder, dass in eben dieser Frage so oft Rat gesucht wird, meist in der Hoffnung, es gäbe Regeln, die die Entscheidung erleichtern oder gar abnehmen. Diese Hoffnung muss ich dem werten Leser dieses Artikels leider gleich wieder nehmen. Regeln für die Kapiteleinteilung gibt es nicht (es sei denn, ein Auftraggeber gibt sie vor). Außer einer vielleicht – aber nein, auch das geht, wenn der Autor es so möchte:

Philipp schrieb …

KAPITEL 2

… das Kapitel zu Ende. Er ließ sich durch angebliche Regeln nicht verwirren.

Dem kreativen Autor sind also letztlich keine Grenzen gesetzt, was ja nichts Schlechtes ist. Was dieser Artikel leisten kann, ist, die Furcht, Fehler zu begehen, nehmen und einige Anregungen geben. Das werde ich hier ein wenig zusammenfassend tun, denn an anderer Stelle bin ich bereits ausführlicher darauf eingegangen.

Zunächst – das lässt sich eigentlich schon ableiten – ergeben sich Kapitel in aller Regel nicht notwendigerweise aus der Entfaltung der Geschichte, des Plots bzw. des Spannungsbogens. Soll heißen, anders als etwa Szenen sind Kapitel nicht grundlegender Bestandteil der Erzählstruktur, wir benötigen sie nicht bei der Planung einer Geschichte, und die Geschichte lässt sich auch ohne Kapitel erzählen. Anders gesagt, Kapitel sind im Grunde genommen nicht wichtig, richten sich lediglich nach dem Bedürfnis des Lesers, große Textmengen weiter zu unterteilen, ihnen eine zusätzliche Strukturierung aufzuerlegen, nicht zuletzt, um Atem holen und Lesepausen einlegen zu können. So wie wir uns auch besser zurechtfinden, wenn wie unsere Bücher, Kleidungsstücke, Lebensmittel, Dokumente usw. nicht einfach in riesigen Kisten lagern, sondern sie bestimmten Ordnungsprinzipien folgend in Regale, Schränke, Kühlschränke und Schubladen sortieren.

In unserem Falle der Kapitel ist es der Autor, der das Ordnungsprinzp vorgibt. Und da haben wir dann, wenn auch keine Regel, so zumindest eine Richtlinie: Wenn sich in der Wahl der Kapitelbegrenzung (wenigstens mit gutem Willen) eine absichtsvolle Struktur erkennen lässt, kann das zumindest nicht schaden.

Damit sollte auch klar sein, dass Aussagen über die Länge der Kapitel wie „etwa zwanzig Seiten, keinesfalls mehr als dreißig, mindestens aber zehn“ allesamt nicht haltbar sind. Bestimmend für die Länge jedes einzelnen Kapitels ist letztlich das vom Autor gewählte Prinzip, das der Strukturierung zugrunde liegt. Richtig ist, dass es unterschiedliche Geschmäcker gibt, was die Kapitellänge angeht und für diese kann ein Kapitel zu lang, zu kurz oder genau richtig sein. Wenn es die gewählte Struktur zulässt, kann man also darauf achten, eher ein gesundes Mittelmaß anzustreben. Ob dabei relativ gleich lange Kapitel herauskommen oder aber das eine zwei, das andere 75 Seiten hat, ist wiederum der gewählten Struktur zu verdanken.

Wie man strukturieren kann, hängt schließlich von der Geschichte ab, die man erzählt. Wie sollte es auch anders sein. Denn natürlich ist es wenig sinnvoll, eine Geschichte, deren Handlung keine oder nur wenige Ortswechsel beinhaltet, ortsgebunden zu strukturieren. Die folgenden Möglichkeiten der Kapiteleinteilung werden also jeweils nur zu bestimmten Geschichten passen, sind ohnehin nur eine naheliegende Auswahl und daher nur zur Anregung gedacht.

Vorher sei noch angemerkt: Manche dieser Einteilungen legen nahe, Kapitelüberschriften zu verwenden. Generell ist auch das Geschmackssache. Der (zumindest gefühlte) Trend zur einfachen Nummerierung dürfte vor allem dem Bestreben geschuldet sein, dem Leser auch nicht den geringsten Vorausblick auf den Kapitelinhalt zu gewähren.

  • Die Einteilung kann sich an der Dramaturgie orientieren, indem sie beispielsweise bestimmte wichtige Ereignisse in den Mittelpunkt jedes Kapitels stellt (das Kapitel, in dem der Mord geschieht, in dem der Protagonist seine alte Liebe wiedertrifft, in dem die Gefährten sich im Wald verirren, in dem das Heer des Königs in die Schlacht zieht, in dem die Konferenz stattfindet, in dem die Situation zwischen der Protagonistin und ihrem Partner eskaliert, …).
    Es geht dabei nicht darum, pro Kapitel nur ein Ereignis ablaufen zu lassen, es geht um ein zentrales Ereignis, auf das die Dramaturgie zuläuft (Kapitel 1 berichtet von allen Ereignissen, bis der Mord den Fall für den Protagonisten ins Rollen bringt, Kapitel 2 von all den Ereignissen, die folgen, bis dem Protagonisten erste Zweifel an der Schuld des bisherigen Verdächtigen kommen, …). Darin liegt nämlich häufig das Problem begründet, wenn Autoren das Gefühl bekommen, die eigene Dramaturgie gebe ihnen ausgesprochen kurze (und viele) Kapitel vor.
  • Hat man mehrere Handlungsstränge, ist eventuell eine Kapitelunterteilung möglich, die sich an diesen orientiert. Sind die Wechsel zwischen den (Haupt-) Handlungssträngen nicht zu häufig (sehr kurze Kapitel), kann jeder Wechsel ein neues Kapitel markieren. Denkbar ist aber auch, dass pro Kapitel alle Stränge einmal an der Reihe sind.
  • Spielt die Romanhandlung an mehreren verschiedenen Handlungsorten oder wechselt regelmäßig zwischen einigen Orten hin und her, kann auch das Anlass zum Kapitelwechsel sein.
  • Macht die Romanhandlung häufig Zeitsprünge oder spielt Zeit auf andere Art und Weise eine wichtige Rolle im Roman (etwa ein Countdown) kann natürlich auch die Kapiteleinteilung dieser zeitlichen Strukturierung folgen und sich etwa an Uhrzeiten, Wochentagen, Datumsangaben, Monaten, Jahreszeiten oder Jahreszahlen orientiern.

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Autokauf

Autokauf, Foto: Catalin Petolea
Autokauf, Foto: Catalin Petolea
© Catalin Petolea

Mal wieder Lust auf eine kleine Schreibübung?

Dann schreibt doch mal eine Szene aus der Sicht von Peter. Und zwar streng und ausschließlich aus seiner Sicht. Nicht aus der eines allwissenden Erzählers und nicht aus der seines (Peters) Gegenübers.

Dieses Gegenüber ist die Verkäuferin in dem Gebrauchtwagenmarkt, in dem Peter ein Auto erstehen will. Leider hat er gar keine Ahnung von Autos. Und noch leiderer nutzt die Verkäuferin das schamlos aus. Sie dreht ihm eine Schrottkarre zu einem Preis an, der geradezu eine Frechheit ist.

Das Problem ist: Peter (ich erinnere, aus seiner Sicht wird erzählt) fällt absolut auf sie rein, glaubt er kaufe tatsächlich dieses großartige Schnäppchen, von dem sie da erzählt.

Die Herausforderung: Obwohl der Leser auf Peters Sicht angewiesen ist, soll er merken, dass die Verkäuferin ihm Scheiße als Gold verkauft.

Ihr könnt euch im stillen Kämmerlein an der Übung versuchen, das Ergebnis aber auch gern hier in den Kommentaren posten oder anderswo veröffentlichen (vielleicht mit einem kleinen Link hierher).

Viel Spaß!

Weitere Schreibübungen

Konflikte im Alltag: Zeitungsklaus

Zeitungsklaus, Foto: Refat
Zeitungsklaus, Foto: Refat
© Refat

Lust, aus einem scheinbar nichtigen Konflikt eine kleine Geschichte entstehen zu lassen? Wie wäre es mit diesem hier?

Seit die hübsche Nachbarin nebenan eingezogen ist, findet Klaus morgens die Tageszeitung nicht mehr im Briefkasten. Was wird er unternehmen? Und wie wird das ausgehen?

Versuche daraus eine interessante, lustige oder sogar spannende Geschichte zu basteln.

Weitere Schreibübungen

Konflikte im Alltag: Hunger

© corepics
© corepics
© corepics

Lust, aus einem scheinbar nichtigen Konflikt eine kleine Geschichte zu basteln? Wie wäre es mit diesem hier?

Dein Protagonist oder deine Protagonistin liegt faul auf der Couch und schaut einen spannenden Film ohne Werbeunterbrechung. Da meldet sich ein kleines Hungergefühl, das rasch zu einem gewaltigen Hunger heranwächst.

Versuche daraus eine interessante, lustige oder sogar spannende Geschichte zu basteln.

Variante 1: Erzähle die Geschichte des inneren Kampfes der Hauptfigur, die den quälenden Hunger am liebsten ignorieren würde. Wird sie bis zum Ende des Films aushalten? Versucht sie das Problem durch ein Telefonat zu lösen? Hofft sie, sich mit den Krümeln vom Frühstück über Wasser zu halten?

Variante 2: Deine Hauptfigur hat dem Hunger schnell nachgegeben. Doch bis zum Sättigungsgefühl ist es noch weit. Denk dir eine Geschichte aus, in der so ziemlich alles schiefgeht, was schiefgehen kann. Lass dir einfach ein paar schöne Hindernisse einfallen.

Weitere Schreibübungen

Einmal schlucken, bitte

Der Nordosten hat gewählt. Auch der Osten im Nordosten. Ganz im Osten, sozusagen. Fast schon dort, wo die Sonne aufgeht. Und was beleuchtet sie? Ostvorpommern zum Beispiel. Und ja, der durchschnittliche Ostvorpommeraner hat sich besonnen, hat den Kopf ein klein wenig von rechts abgewandt. Nur noch 10,4 und 11,3 Prozent erreichte die NPD in den beiden Wahlkreisen.

Im Landkreis Uecker-Randow, der südlich an Ostvorpommern grenzt (beide Landkreise grenzen im Osten an Polen), bleibt man sich dagegen treu. Hier gewannen die Nationalen sogar teilweise noch dazu. In Uecker-Randow I erreichten sie zwölf Prozent, in Uecker-Randow II sogar 15,4 Prozent. Ja, richtig gelesen: Beinahe jeder sechste, der dort am Sonntag zur Wahl gegangen ist, hat sein Kreuz bei der NPD gemacht.

Das ist aber auch ein Kreuz mit dem Osten im Osten. Vielleicht sollte man die Grenze ein bisschen nach Westen verschieben. Aber wir wollen doch nicht ausgrenzen! Wozu auch? Laut einer Umfrage, so erfuhr ich gerade vom NDR-Fernsehen, wünschten sich im gesamten nordöstlichen Bundesland ganze 12 Prozent die NPD im Landtag. Die kann man doch nicht alle wegschicken! Dann wohnt hier oben ja bald keiner mehr.

Und es gibt ja, so zeigt es eben jene Umfrage, auch gute Gründe, ganz, ganz rechts zu wählen. 48 Prozent gaben an, sie glaubten zwar nicht, dass die NPD die Probleme im Land lösen könne, doch sie spreche sie wenigstens an. Und das ist doch schon mal was.

Da schämt man sich ja fast, wenn man wie ich (und ich war überrascht, ist es hier doch eher ländlich) aus einem der 10 von 36 Wahlkreisen kommt, die gegen den Strom schwimmen, indem sie die NPD die Fünf-Prozent-Hürde unterschreiten ließen. Hier scheint man die Augen vor den Problemen zu verschließen.

Vielleicht sollte ich in den Uecker-Randow-Kreis ziehen. Da würde ich dann lernen, mich den Problemen zu stellen. Aber so richtig!

Beruf Erzähler: Sich etablieren

Bekommt der Erzähler vom Autor den Auftrag, sich nicht rein personal zu verhalten, steht er gleich zu Beginn seines Jobs vor einem Problem: Er muss sich als der, den er darstellen soll, etablieren. Das heißt, er muss dem Leser von Beginn an klar machen, welche Fähigkeiten und Möglichkeiten ihm der Autor zugestanden hat. Verpasst er den rechten Zeitpunkt, hat er diese Freiheiten schon wieder verspielt. Nutzt er sie dennoch, wird das in der Regel seinem Auftraggeber als fehlende Beherrschung des Handwerks angelastet.

Ein Erzähler, der sich hundert Seiten lang personal verhalten hat, wird schief angeguckt, wenn er sein Verhalten plötzlich ändert. Einer, der bisher nicht persönlich als Erzählerfigur aufgetreten ist, wird auf den Widerstand des Lesers stoßen, wenn er sich auf Seite 395 erstmals als Ich zu etablieren sucht. Auf der anderen Seite kann ein Erzähler der sich zu Beginn seiner Erzählung mit auktorialem Verhalten etabliert hat, der möglicherweise sogar als erzählendes Ich in Erscheinung getreten ist, anschließend über weite Strecken der Erzählung personal erzählen und sich jederzeit wieder in der Vordergrund drängen, sofern er sich nicht allzu ungeschickt anstellt.

Zugegebenermaßen werden vielen Lesern kleinere auktoriale Entgleisungen eines sich ansonsten personal verhaltenden Erzählers gar nicht auffallen. Denn natürlich bringen auch Leser unterschiedliche Vorlieben und Erfahrungswerte mit. Manches, was ein erfahrener Autotester am Fahrverhalten eines PKWs auszusetzen hätte, würde mir gar nicht auffallen. Manches, was den Tester massiv stören würde, könnte ich problemlos tolerieren. Wer gute Autos bauen will, wird sich dennoch an dem Tester und nicht an mir orientieren. Ist der Tester zufrieden, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich etwas zu meckern finde, noch einmal um ein Vielfaches minimiert.

Für den Autor, der sich hier und da auktoriale Einschübe wünscht, heißt das also, den Erzähler zu animieren, solche Einschübe von Beginn an zu etablieren.

Auktorial: alles und nichts

Schauen wir uns einmal fünf Erzähler an, die sich unterschiedlich etablieren:

1.

Er suchte in der Innentasche. Gott sei Dank, der Ring war noch da. Andrea sah sich nach dem Kellner um. Wahrscheinlich hatte sie Hunger. Wie sie wohl auf seinen Antrag reagieren würde?

2.

Thomas und Andrea saßen sich im Restaurant an einem Tisch für zwei gegenüber. Thomas suchte angestrengt nach irgendetwas in der Innentasche seiner Jacke. Dann blickte er auf. Er wirkte erleichtert. Andrea schien das nicht zu bemerken. Sie schaute dem Kellner hinterher, der gerade auf dem Weg in die Küche war.
„Hast du Hunger?“, fragte Thomas.

3.

Thomas suchte in der Innentasche. Gott sei Dank, der Ring war noch da. Andrea sah sich genervt nach dem Kellner um. Thomas glaubte, sie habe Hunger und fragte sich, wie sie wohl auf seinen Antrag reagieren würde.

4.

Sie saßen sich gegenüber. Andrea hatte bereits eine böse Vorahnung. Sie deutete seinen hastigen Griff in die Innentasche seiner Jacke ganz richtig. Thomas suchte wirklich nach dem Ring. Dem einen Ring, der, wie er hoffte, sein Leben für immer verändern würde. Ihm war keinesfalls klar, dass sie sich nur deshalb nach dem Kellner umschaute, weil sie versuchte, ihre Befürchtungen zu ignorieren und noch immer hoffte, Thomas würde ihr keinen Antrag machen. Außerdem fand sie den Kellner wirklich süß!
„Hast du Hunger?“, fragte Thomas.

5.

Manche Geschichten beginnen wirklich traurig. Aber nie habe ich von einer gehört, die so traurig begann, wie die meines besten Freundes Thomas, für den von einem Moment zum anderen eine ganze Welt zusammenbrach. Auslöser war der vergebliche Antrag, den er seiner Freundin Andrea eines Abends in einem italienischen Restaurant machte. Er hatte sich seit Wochen auf diesen Moment vorbereitet, doch dieses Miststück ließ ihn einfach auflaufen.

Beispiel 1 ist klar: Da etabliert der Erzähler ein personales Erzählverhalten. Er erzählt aus der Sicht von Thomas.

Klar ist auch, alle anderen Beispiele etablieren kein personales Erzählverhalten. Für die bliebe also nach dem Schema nur das auktoriale Erzählverhalten.

Neutrales Erzählverhalten

Beispiel 2 macht allerdings Probleme. Es wird eindeutig nicht personal erzählt. Der Erzähler nimmt weder die Sicht von Thomas noch die von Andrea ein. Er erzählt also aus einer dritten Sicht, der des Erzählers. Das ist ein Merkmal auktorialen Erzählens.

Im Gegensatz zu den Beispielen 3 bis 5 scheint der Erzähler aber nicht zu wissen, was in Thomas und Andrea vorgeht. Er betrachtet beide nur aus der Außenperspektive. Er verhält sich also wie ein unsichtbarer Beobachter. Sein Wissen ist offenbar dementsprechend begrenzt. Das entspricht nun wieder gar nicht dem, was wir als auktoriales Erzählverhalten kennen. Schließlich zeichnet sich das gerade dadurch aus, dass der Erzähler mehr weiß als die Figuren.

Tatsächlich hat dieses Erzählverhalten einen eigenen Namen: neutrales Erzählverhalten. Der Erzähler ist dabei mindestens ebenso unsichtbar wie der personale Erzähler, unterscheidet sich aber eben darin, dass er nicht in die Figuren hineinschlüpft und daher lediglich aus der Außenperspektive erzählen kann.

Dieses Erzählverhalten will ich in einem anderen Artikel noch genauer unter die Lupe nehmen, hier dient es erst einmal einer anderen Absicht. Denn der Begriff bzw. seine Einordnung ist in der Literaturwissenschaft aus verschiedenen Gründen umstritten. So sehen die einen das neutrale gleichberechtigt neben dem auktorialen und dem personalen Erzählverhalten, andere sehen es lediglich als eine Sonderform an.

Ich bin der Auffassung, dass sich das neutrale je nach Bedarf sowohl dem auktorialen als auch dem personalen Erzählverhalten zuordnen lässt. Das habe ich oben schon angedeutet.

Auktorial gesehen nimmt der Erzähler eine Erzählersicht ein (so unangenehm das für diejenigen auch sein mag, die mit dieser Art des Erzählens den Erzähler aus ihren Texten gänzlich verbannen wollten). Dabei haushaltet er mit seinem Wissen mehr als all seine Kollegen. Er gibt nur wieder, was auch jeder andere neutrale Beobachter berichten könnte, enthält sich außerdem jeder Wertung.

Personal gesehen nimmt der Erzähler die Sicht einer Figur ein, die nicht am Geschehen beteiligt ist, sondern es nur als unsichtbarer Beobachter begleitet. Er erfindet sich sozusagen eine unbeteiligte Figur. Da die Innenperspektive dieser Figur nichts zur Sache tut, bleibt nur die Außenperspektive, die dieser unsichtbare Beobachter auf das Geschehen und die daran beteiligten Figuren hat. Dabei bleibt er auf das reine Beobachten beschränkt, da er mit jeder Wertung des Geschehens seine Innenperspektive hervorkehren würde.

Was aber unabhängig von der Einordnung interessant ist: Wir haben jetzt einen zweiten Begriff, der eine relativ klar umrissene Erzählsituation etabliert.

Erzählsituationen benennen

Personales Erzählverhalten etabliert eine Erzählsituation, die in ihrer Gesamtheit so klar umrissen ist, dass wir etwas lax vom personalen Erzähler sprechen und damit nicht nur auf  sein Erzählverhalten referieren, sondern auch auf seinen Erzählstandort, seine Erzählperspektive, seine Erzählhaltung und seine Erzählsicht. Im Prinzip haben wir es also mit einer personalen Erzählsituation zu tun.

Ganz ähnlich verhält es sich nun mit dem neutralen Erzählverhalten. Auch dabei ist die Erzählsituation weitgehend klar definiert (Erzählstandort in der Regel nah bei den Figuren, Außenperspektive, neutrale Erzählhaltung, Sicht des unsichtbaren Beobachters), damit kann man auch von einer neutralen Erzählsituation sprechen (oder wieder etwas unwissenschaftlich von einem neutralen Erzähler).

Unbenannte Erzählsituationen

Nun wird vielleicht schon deutlich, worauf ich hinauswill. In den Beispielen 3 bis 5 werden drei unterschiedliche Erzählsituationen etabliert. Alle drei sind eindeutig von auktorialem Erzählverhalten geprägt, aber darüber hinaus unterscheiden sie sich deutlich.

Beispiel 3 ist ein wenig kurz für eine abschließende Beurteilung, aber es zeichnet sich schon ab, dass der Erzähler sich nur in Maßen auktorialer Mittel bedient. Sein Fokus scheint auf Thomas zu liegen. Mit der erlebten Rede (Gott sei Dank, der Ring war noch da.) erzählt er sogar einmal personal aus dessen Sicht. Das genervt verrät aber eindeutig, dass er jeder Zeit weiß, was in Andrea vorgeht. Thomas glaubte, sie habe Hunger ist zwar wieder Thomas’ Innenperspektive, aber aus der Sicht der Erzählers erzählt.

Beispiel 4 dagegen etabliert ein auktoriales Erzählverhalten eines allwissenden Erzählers, der mit den Innenperspektiven beider Figuren nicht geizt. Er verwendet sie praktisch gleichberechtigt.

In Beispiel 5 etabliert sich der Erzähler schließlich ganz klar als auf der Ebene des Erzählens personifizierte Erzählerfigur, die jederzeit selbst und höchstpersönlich auftreten kann.

Für all diese Erzählsituationen haben wir nur den Begriff auktorial, der sich ja streng genommen nur auf das Erzählverhalten bezieht. Ob das ein Versäumnis ist oder ob es einfach keine Notwendigkeit gibt, die einzelnen Erzählsituationen durch genauer definierte Begriffe voneinander zu trennen, mag jeder selbst beurteilen.

Der Autor muss nur wissen, die Anweisung an den Erzähler, sich auktorial zu verhalten, benötigt noch weitere Spezifizierung. Die Parameter, die personales und neutrales Erzählverhalten von sich aus mitbringen, müssen beim auktorialen Erzählverhalten erst noch gesetzt werden.

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Beruf Erzähler: Zurückhaltung

Wie schon im vorherigen Artikel gesagt, ist für den Erzähler, der vom Autor den Auftrag erhält, sich personal zu verhalten, seine Aufgabe ziemlich klar. Und die lautet im Wesentlichen: absolute Zurückhaltung mit allen Beschränkungen, die das mit sich bringt.

Hat der Autor eine Figur seiner Geschichte als Erzähler erwählt, darf diese, obwohl sie als Erzähler fungiert, nicht als Erzählerfigur in Erscheinung treten. Das Wissen, das sie dem Leser vermittelt, darf immer nur dem Wissensstand entsprechen, den die Figur zum entsprechenden Handlungszeitpunkt innerhalb der Erzählung innehatte.

personal:
Ich wusste nicht, ob ich mich richtig entschieden hatte.

auktorial:
Ich wusste nicht, dass ich mich richtig entschieden hatte.

Beauftragt der Autor einen Erzähler, der aus der Sicht einer Figur erzählen soll, muss dieser seinen Erlebenshorizont dem der Figur angleichen und damit für ebensolches Erleben beim Leser sorgen. Es gelten für ihn also dieselben Beschränkungen wie für die erzählende Figur.

personal:
Er konnte in Lisas Gesicht nicht den leisesten Anflug von Angst erkennen.

auktorial:
Er konnte in Lisas Gesicht nicht den leisesten Anflug ihrer Angst erkennen.*

*Die Aussage ist nur dann eindeutig auktorial, wenn der Perspektivträger nicht aus anderen Zusammenhängen heraus darauf schließen kann, dass Lisa tatsächlich ängstlich ist.

Obwohl die Beschränkungen für den Erzähler dieselben sind wie für die Figur, hat er es damit ungleich schwerer. Denn während es für die Figur ganz natürlich ist, nur aus ihrer Sicht zu erzählen, wirft das für den Erzähler einige Probleme auf, von denen die wichtigsten im Folgenden besprochen werden sollen.

Das Problem der Bezeichnung des Perspektivträgers

Wenn der Perspektivträger Tom heißt, sollte ihn der Erzähler dann nicht beim Namen nennen? Wenn er sich personal verhält, eigentlich nicht! Denn das entspricht nicht Toms Erlebenshorizont. Würde Tom seine Geschichte selbst erzählen, würde er sich selbst nur als ich benennen, keinesfalls als Tom. Niemand nennt sich selbst beim Namen, wenn er sich nicht gerade jemandem vorstellt. Die wenigen Ausnahmen gelten als sonderlich.

Die Sicht Toms, die der Erzähler einnehmen soll, erlaubt demnach den Namen Tom nicht. Der gehört allein in die Außenperspektive, schafft also Distanz. Statt des ich verwendet der Erzähler das Personalpronomen in der dritten Person er.

Es klingt sicher unlogisch, dass ausgerechnet das Pronomen in der dritten Person für die Sicht der Figur stehen soll, und wie das genau im Kopf des Lesers funktioniert, kann ich leider auch nicht beantworten. Aber zum einen ist es nun mal das genaue Pendant zum ich der Figur. Ein Text, der von der Figur selbst erzählt wird, der also das ich verwendet, lässt sich nahezu reibungslos in einen Text verwandeln, der das personale er verwendet, die Sicht der Figur bleibt erhalten. Zum anderen ist dieses er so in der Erzähltradition verwurzelt, dass es sich dem Leser im Rahmen seines Vertrags wahrscheinlich einfach schon weit genug angeschmiegt hat.

Das Personalpronomen in der dritten Person fungiert also letztlich einfach als Ersatz für das in der ersten. Während letzteres aber eindeutig ist, beanspruchen ersteres in der Regel noch weitere Figuren innerhalb der Geschichte für sich. Dann zwar in der Außenperspektive, dennoch mit der Gefahr von Zuordnungsproblemen. Aus diesem Grund wird es sich für den Erzähler nicht vermeiden lassen, den Perspektivträger ab und an beim Namen zu nennen:

Peter kam angerannt. Er setzte sich erst einmal.
Peter kam angerannt. Tom setzte sich erst einmal.

Das Problem endet aber nicht beim Namen. Toms Sicht lässt auch keine Alternativbezeichnungen zu: der Junge, der Schüler, der Fünfzehnjährige, der Schlaukopf, der Frechdachs … All das sind Bezeichnungen, die nur von einem Außenstehenden verwendet werden. Für den sich personal verhaltenden Erzähler sind sie tabu, um damit auf den Perspektivträger zu referieren.

Das Problem der Bezeichnung des Umfelds

So wie Tom auf sich selbst anders referiert als andere Figuren auf ihn, gilt das auch im umgekehrten Fall: Tom wird in der Regel Peter nicht als mein Freund bezeichnen, seine Mutter nicht als Frau Baumann. Auch benennt er sein Zuhause als sein Zuhause, geht nicht etwa in die Lindenstraße 17.

Diesem Prinzip muss auch der Erzähler folgen, wenn er sich personal verhalten soll. Ansonsten begeht er einen Perspektivbruch:

Er fragte den Sechzehnjährigen.
Er fragte Peter.

In diesem Moment wurde er sich bewusst, wie sehr er das hübsche Mädchen liebte.
In diesem Moment wurde er sich bewusst, wie sehr er Dana liebte.

Frau Baumann konnte echt nerven.
Mama konnte echt nerven.
(Seine Mutter konnte echt nerven.)

Er hatte heute keine Lust, ins Franz-Kafka-Gymnasium zu gehen.
Er hatte heute keine Lust, zur Schule zu gehen.

Das Problem mit dem Nichtwissen

Der Erzähler, der sich personal verhält, muss zu jedem Zeitpunkt der Erzählung überprüfen, was seine Figur zu eben diesem Zeitpunkt, an diesem Handlungsort und in dieser speziellen Situation wissen kann, was sie wie erlebt und empfindet.

Tom weiß nicht, was Peter denkt oder wie er etwas erlebt. Bekommt er darüber von Peter Informationen, weiß er nicht, ob sie der Wahrheit entsprechen. Er weiß nicht, was zu Hause vor sich geht, wenn er selbst in der Schule ist. Und er weiß nicht, ob er rot wird, wenn er nicht gerade vor einem Spiegel steht.

Das Problem mit dem Wissen

Wie im Beispiel weiter oben schon gezeigt, wird Tom seinen Freund Peter nicht als den Sechzehnjährigen bezeichnen. Nicht nur, weil das sehr distanziert ist, auch weil in der Bezeichnung eine Information enthalten ist, die sich Tom nicht mehr bewusst machen muss: Peters Alter. Für Tom ist das eine ebenso tote Information wie der Name seiner Schule.

Nun könnten beide Informationen für den Leser interessant sein, weil er sie bis dahin noch nicht kennt. Der Erzähler, der sich personal verhält, befindet sich also in einem Dilemma. Er ist im Namen der Figur mit einem Fundus an (oft biographischem) Wissen ausgestattet, das für die Figur selbst keine aktuelle Bedeutung mehr hat, das aber dennoch an den Leser zu bringen ist.

Wenn es aber keinen aktuellen Bezug gibt, wenn es also aus Sicht der Figur keinen Grund gibt,  eine Information zu aktualisieren, ist es dem Erzähler bei personalem Erzählverhalten nicht gestattet, sich darüber hinwegzusetzen:

Er traf Peter, der sechzehn Jahre alt war.

Aber:
Er gab sich geschlagen. Peter war immerhin schon sechzehn.
Was sollte er seiner Mutter zum Geburtstag schenken? Der Fünfzigste war schließlich etwas Besonderes.

Personales Erzählverhalten geht also mit einigen Beschränkungen einher, die den Erzähler (respektive den Autor) dazu zwingen, für manches Problem eine geschickte Lösung zu finden, die schon mal einen kleinen Umweg gehen kann (etwa wenn eine ganze Szene erdacht wird, um Peters Alter zu verraten).

Schlussendlich können diese Beschränkungen einer der Gründe sein, dem Erzähler die Anweisung zu geben, sich auktorial zu verhalten, sei es auch nur ganz wenig. Das wird dann nächste Woche das Thema sein.

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Beruf Erzähler: Ich nenn mich nicht!

Neben dem Ich-Erzähler kennen wir noch den sogenannten  Er-Erzähler oder Erzähler in der dritten Person. Wieder sind die Bezeichnungen irreführend. Während der Ich-Erzähler von einem Ich erzählt, erzählt der Erzähler in der dritten Person von einer dritten Person.

Die Bezeichnung des Erzählers bezieht sich also nicht auf den Erzähler selbst, sondern auf die Figur, von der er erzählt (die im Übrigen genauso gut eine Sie sein kann, ebenso ein Es oder ein Plural). Wir müssten also unterscheiden in einen Erzähler, der in der ersten Person erzählt, und einem Erzähler, der in der dritten Person erzählt. Oder noch deutlicher, einen, der von einem Ich erzählt, und einen, der von einer dritten Person (bzw. einer anderen Figur als sich selbst) erzählt.

Wer nun meinen vorhergehenden Artikel der Reihe gelesen hat, wird schon ahnen, dass damit noch immer nicht alles passt. Dort wurde nämlich in ein erzählendes und ein handelndes Ich unterteilt. Und es gab den Fall, dass ein erzählendes Ich von einer dritten Person erzählt.

Ein bisschen System

Es wird also kompliziert. Im Grunde gibt es die folgenden Möglichkeiten, sich einer Systematisierung zu nähern:

  1. Mit den klassischen Begriffen sagen wir, es zählt, von wem erzählt wird. Wir konzentrieren uns dabei auf die Haupthandlung. Wird die von einem Ich bestritten, sprechen wir von einem Ich-Erzähler, wird sie von einer anderen Figur bestritten, nennen wir den Erzähler Erzähler in der dritten Person. Auch dann, wenn es ein erzählendes Ich gibt, dass sich in auktorialen Einschüben oder gar in einer Rahmen- oder Nebenhandlung zu Wort meldet, indem es sich selbst benennt. Genauer müsste man sogar von der Figur sprechen, die im Fokus des Erzählens steht und an der Haupthandlung beteiligt ist (Dr. Watson vs. Sherlock Holmes).
  2. Wir gehen von denselben Begriffen aus, konzentrieren uns aber nicht allein auf die Haupthandlung. Falls notwendig, können wir dann von einer Geschichte sprechen, die in bestimmten Passagen von einem Ich-Erzähler erzählt wird, in anderen von einem Erzähler in der dritten Person. Etwa wenn ein erzählendes Ich, das in der Haupthandlung von einer anderen Figur erzählt, immer wieder auch auf sich selbst reflektiert. In einem solchen Fall würde derselbe Erzähler einnmal als Ich-Erzähler auftreten, dann wieder als Erzähler in der dritten Person.
  3. Wir entfernen uns von den klassischen Begriffen, legen den Fokus auf die Figur des Erzählers. Wir gelangen dann wieder zum erzählenden Ich, das die Möglichkeit hat, sich selbst zu benennen oder es eben bleiben zu lassen. Das gilt auch dann, wenn das erzählende Ich nicht von einer dritten Person erzählt, sondern von einem handelnden Ich. Dann kann es sich nämlich als erzählendes Ich ebenso völlig heraushalten und nur als handelndes Ich auftreten. Tritt es weder als das eine noch als das andere auf, haben wir die Erzählsituation des klassischen Erzählers in der dritten Person.

Das fehlende Ich

Wenn der Erzähler sich also nicht selbst benennt, weder als handelndes noch als erzählendes Ich, reden wir im Allgemeinen vom Erzähler in der dritten Person. Die Schwierigkeiten des Begriffs habe ich nun hoffentlich darstellen können.

Viel mehr gibt es zu diesem Erzähler an dieser Stelle nicht zu sagen. Vieles zur Erzählsituation wurde schon gesagt, mit anderem würde ich vorgreifen.

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Leichtes Spiel mit den Drachen

Als der Drache ihn sah, brüllte er fürchterlich und spuckte heißes, rotes Feuer. Da rutschte Arnlf das Herz in die Hose und er hatte Angst. Verzweifelt überlegte er sich eine List, mit der er den Drachen austricksen konnte. Aber er hatte keine Zeit mehr. Also lief er erst mal weg. Der Drache, der vor dem kleinen Jungen keine Angst hatte, brüllte und spuckte noch mehr und breitete seine Flügel aus und wollte sich in die Luft heben. Doch er hatte den Baum nicht gesehen, der da im Weg stand. Und so stieß er sich den Kopf und plumpste zu Boden und war tot.

Der Ausschnitt stammt aus der Geschichte „Arnlf und der Drache“. Geschrieben wurde sie von mir. Nicht etwa in jungen Jahren, wie man hoffentlich vermuten kann, sondern vor ein paar Jahren als Wettbewerbsbeitrag für die Nacht der schlechten Texte. Ohne Erfolg übrigens, aber darum geht es heute nicht.

Es gibt sicher einiges, was man an dem Textausschnitt bemängeln könnte, aber eines fehlt ihm nicht: ein echter Konflikt. Was soll man auch anderes erwarten, wenn ein junger Bursche einem Drachen gegenübersteht. Drachen sind schließlich allgemein bekannt dafür, Konflikte zu verursachen.

Arnlf hat also ein handfestes Problem und wie es sich für einen Protagonisten gehört, versucht er es zu lösen. Aus Zeitmangel entscheidet er sich allerdings zunächst für eine Fluchtstrategie. Dass er damit keine endgültige Konfliktlösung herbeiführt, dürfte jedem einleuchten, der schon einmal Streit mit einem Drachen hatte.

Doch die Lösung naht – oder besser: wartet – in Gestalt eines Baumes. Glück gehabt! Der Leser kann aufatmen und sich für einen Moment zufrieden zurücklehnen.

Deus ex machina

Oder doch nicht? Natürlich nicht, das leuchtet jedem ein. Dass Arnlf mit dem Leben davonkommt, verdankt er nur einem dummen Zufall. Deus ex machina (Gott aus der Maschine) nennt man das. Und das geziemt sich für einen Helden oder sonstwie gearteten Protagonisten eben bestenfalls, wenn er Teil einer parodistisch, satirisch oder komödiantisch angelegten Geschichte ist. Andernfalls hat er gefälligst seine Konflikte selbst zu lösen und glückliche Zufälle ebenso wie andere Götter, ob sie nun aus einer Maschine oder einem Marmeladenglas kommen, zu meiden wie der Elefant das Mauseloch.

Gut, das heißt also, unser Drache darf nicht durch den Baum sterben. Falsch! Darf er doch, aber nicht, ohne dass Arnlf das so geplant hat. Wenn unser kleiner Held den Baum in seinen genialen Drachentöterplan einbezogen hat, wenn er den Drachen vielleicht sogar erst unter diese Mordwaffe gelockt und ihn dann derart zur Raserei gebracht hat, dass der Lindwurm dieses kleine Detail bei den überstürzten Startvorbereitungen übersieht, dann wird der Leser wohlwollend Arnlf den heldenhaften Sieg zuerkennen. Schließlich hat das beim tapferen Schneiderlein auch schon funktioniert.

Na, ist doch gar nicht so schwer, wird sich der Autor jetzt denken. Wieder falsch. Aus dem von mir hier angebrachten plumpen Beispiel lässt sich nämlich leider noch nicht ablesen, dass es der Autor leider oft viel schwerer hat, der zuschnappenden Zu-Falle zu entgehen.

Begrifflich ist nicht ganz eindeutig, wann etwas noch als Deus ex machina bezeichnet werden kann und wann nicht mehr. Nehmen wir an, im Originalbeispiel würde der Drache durch den Baumschlag nur betäubt. Arnlf fasst sich ein Herz, nimmt sein Schwert und rammt es dem Untier ins Herz. Er hat nun immerhin seinen Teil zur Konfliktlösung beigetragen, wenn auch mit „göttlicher“ Hilfe. Ob man das noch als Deus usw. bezeichnen will oder nicht, bleibt sich für den Leser aber letztlich gleich.

Eigenbeteiligung reicht nicht, Leistung zählt

Das erste Problem ist also, dass es nicht reicht, den Protagonisten wenigstens ein bisschen zu beteiligen, wenn er schon Hilfe von oben bekommt. Dem Ermittler, dem nur deshalb ein Licht aufgeht, weil dem Täter die Leiche direkt vor des Kommissarios Füße fällt, wird kaum mehr Achtung zuteil, weil er die Tote erst aus einem Kartoffelsack wickeln muss.

Es macht also der Autor alles richtig, der es seinem Protagonisten so schwer wie möglich macht. Leider trifft das dann auch auf den Autor selbst zu. Scheinbar ausweglose Situationen haben es nun mal an sich, dass sich scheinbar kein Ausweg aus ihnen finden lässt.

Doch genau das ist sie Aufgabe des Autors: Eine Lösung zu finden, die einerseits im Rahmen der Möglichkeiten der Figur bleibt, diese aber andererseits auch voll ausschöpft. Und eine, die im Rahmen der Geschichte bleibt, ohne plötzlich die Welt auf den Kopf zu stellen.

Wenn es also von unserem Drachen heißt, er lebe in einem felsigen Tal, das von seinem feurigen Atem schwarz gefärbt sei und in dem keine Pflanze mehr wächst, fällt der Baum als Arnlfs Lebensretter schon mal weg, wie clever sein Plan damit auch immer gewesen wäre. Wenn Arnlf, um überhaupt in das Tal zu gelangen, eine viele, viele Meter hohe Steilwand herunterkraxeln musste, sind auch seine Fluchtmöglichkeiten mehr als begrenzt.

Der Autor wird also vermutlich kaum weniger ins Schwitzen kommen als sein Protagonist. Sollte ihm übrigens selbst nach Wochen ausgiebigen Grübelns keine praktikable Lösung einfallen, darf er sich natürlich gern in seinem Manuskript zurückbewegen und mit den notwendigen und entsprechend mehr oder weniger umfangreichen Änderungen dem Drachen eine (ein ganz klein bisschen!) drachentöterfreundlichere Behausung zaubern.

Von Problemlösungen, Supermännern und Ich-AGs

Die wichtigsten Punkte, damit der Leser dem problemlösenden Protagonisten wohlgesonnen bleibt, sind also:

  • der Protagonist sollte im Verlauf der Geschichte überhaupt erst einmal das eine oder das andere Problem bekommen, wobei sich seine Geschichte sowieso nur durch seine Beschäftigung mit dem einen, dem zentralen Problem entwickelt,
  • er sollte bei der Lösung des Problems auf eine eigene Leistung angewiesen sein,
  • je größer diese Leistung, desto besser,
  • um die Glaubhaftigkeit zu bewahren, muss die Lösung im Rahmen der potenziellen Möglichkeiten der Figur und der Vorgaben der Geschichte bleiben

Nur, um Missverständnissen vorzubeugen: Natürlich darf der Protagonist jederzeit Hilfe haben. Wie langweilig wäre ein Held, der alles kann und alles weiß. Selbst Superman holt gern einmal den Rat von Experten ein. Mehr noch: Er gerät gar nicht einmal selten in Situationen, in denen er auf einen Lebensretter angewiesen ist (und die in der Regel mit Kryptonit zu tun haben). Nur hilft ihm das letztlich nicht, sein Problem zu lösen. Der Superschurke (wie wäre es mit Lex Luthor) ist mindestens genauso mächtig wie zuvor und will noch immer Böses tun. Und da muss Superman weiterhin selbst ran.

Der Protagonist muss also die entscheidenden Schritte tun auf dem Weg zur Lösung des zentralen Konflikts, aber nicht zu reinen Ich-AG werden.