Akademie für Autoren

Das Film- und Mediengelände Babelsberg besuchen und dabei aus berufenem Munde so allerhand über das Handwerk oder das Geschäft des Autors lernen? Das geht jetzt mit der Akademie für Autoren.

Erfahrene Profis (Verleger, Programmleiter, Lektoren und Marketingexperten) vermitteln innerhalb eines breitgefächerten Seminarangebots ihr Wissen an die Teilnehmer.

Getestet habe ich es natürlich nicht, aber das Angebot ist – da bin ich mir sicher – seriös, die Dozenten sind hochkarätig.

Das Seminarangebot reicht von der Verlagsbewerbung über die Manuskriptaufbereitung, die Buchpräsentation veröffentlichter Werke, bis hin zu elektronischen Publikationsformen und Alternativen zum klassischen Verlag. Auch das gattungsspezifische Schreibhandwerk kommt nicht zu kurz. Ebenso ist individuelles Coaching möglich.

Schaut euch einfach mal um.

Beruf Erzähler: Mit Haltung und Perspektive

Wenn wir den Erzähler als eine (fiktive) Figur ansehen, die wie jede andere von sich selbst als Ich spricht, wird es etwas seltsam, wenn wir ihn einmal Ich-Erzähler, dann wieder Er-Erzähler nennen. In Wirklichkeit ist er doch immer derselbe. Er ist auch nicht einmal personaler, dann wieder auktorialer Erzähler. Nein, es ändert sich nur seine Perspektive. Oder war es seine Haltung? Oder doch sein Verhalten? Vielleicht einfach sein Standort?

Darum soll es in diesem kleinen Artikel gehen: um die Begriffe Erzählsituation, Erzählstandort, Erzählperspektive, Erzählverhalten und Erzählhaltung.

Gleich vorweg: Kaum einer, der sich nicht wissenschaftlich mit diesem Thema auseinandersetzt, wird diese Begriffe sauber voneinander trennen können. Und wie das in der Literaturwissenschaft so ist, werden auch dort Begriffe nicht immer einheitlich verwendet.

Erzählsituation

In der Regel fassen Autoren (auch ich) einfach alles als Erzählperspektive zusammen, was den Erzähler einer Geschichte ausmacht. Oder sie verwenden die Begriffe synonym. Und das reicht für den Schreibenden auch. Wer also an der Theorie (die ich ohnehin in diesem Rahmen bestenfalls grob anreißen kann) kein Interesse hat, kann getrost an dieser Stelle wieder aussteigen, ohne etwas fundamental Wichtiges für sein zukünftiges Schreiben zu verpassen. Ihm sollte nur klar sein, dass die Erzählsituation eines Textes durch mehrere Bedingungen bestimmt ist, die der Autor variieren kann, um seine jeweilige Geschichte optimal an den Leser zu bringen.

Jürgen Schutte sagt über die Erzählsituation Folgendes:

Erzählsituation meint also die (aus dem Text erschließbare) Gesamtheit jener Bedingungen, unter denen erzählt wird.

(Jürgen Schutte, Einführung in die Literaturinterpretation, Stuttgart 1990, S.132)

Erzählstandort, Erzählperspektive, Erzählverhalten und Erzählhaltung sind vier dieser Bedingungen, die die Erzählsituation ausmachen. Nicht die einzigen, aber die aus meiner Sicht für den Autor wichtigsten.

Ich halte mich dabei weiter an die Begrifflichkeiten Schuttes, betone aber ein weiteres Mal, dass die Verwendung der Begriffe nicht einheitlich ist.

Erzählstandort

Der Erzählstandort beschreibt die Distanz des Erzählers zu den Figuren und dem Geschehen. Wie eine Kamera kann der Erzähler seinen Standort in großer zeitlicher und/oder räumlicher Entfernung zum Geschehen und den beteiligten Figuren wählen, um etwa einen allgemeinen Überblick zu behalten, oder einen Standort nahe an Geschehen und Figuren einnehmen (heranzoomen), sich eventuell direkt an eine Figur binden, die er fortan begleitet.

Oft wird der Erzähler seinen Standort innerhalb der fortschreitenden Geschichte immer wieder verändern, er kann ihn aber auch weitgehend beibehalten. Im Beispiel nimmt er erst eine große Distanz ein und zoomt dann heran, um Herrn Nahganz zu betrachten:

Der dunkle Himmel drängte die Bürger Fernburgs dazu, ihre Geschäfte so bald als möglich zu erledigen, um in die Sicherheit ihrer Häuser zurückkehren zu können. Jeder auf den Straßen der kleinen Stadt schien in höchster Eile. Herr Nahganz stand indessen am Fenster in seiner Mietwohnung und betrachtete das Geschehen mit einem Blick, als beneide er diejenigen, die vor dem drohenden Unwetter flüchteten.

Erzählperspektive

Die Erzählperspektive ist mit dem Erzählstandort eng verbunden, aber nicht gleichzusetzen. Die Frage nach dem Standort klärt nur die Frage, wo der Erzähler steht und was er von dort aus sehen kann. Im entsprechenden Beispiel oben ist der Erzähler am Ende ziemlich nah bei Herrn Nahganz, aber er betrachtet ihn immer noch aus einer Außenperspektive.

Er könnte nun auch von der Außen- in eine Innenperspektive wechseln, die inneren Vorgänge der Figur, ihre Gedanken und Gefühle betrachten.

Die Erzählperspektive in diesem engeren Sinn sagt also lediglich aus, ob der Erzähler seine Figur(en) nur von außen betrachtet, so wie es eine Kamera tut, oder ob er auch das Innenleben der Figur(en) offenbart.

Ein Erzähler, der dem Leser auch die Innenperspektive zur Verfügung stellt, hätte also folgendermaßen erzählen können:

Herr Nahganz stand indessen am Fenster in seiner Mietwohnung, betrachtete das Geschehen auf der Straße und dachte daran, wie gern er mit diesen Menschen getauscht hätte.

Spätestens jetzt werden die feinen Unterschiede deutlich. Denn eine Innenperspektive ist nicht automatisch eine personale. Auch ein Erzähler, der sich auktorial verhält, kann natürich Innenperspektiven verwenden (auktorial und personal werden noch in einem eigenen Artikel behandelt).

Erzählverhalten

Ob ein Erzähler personal oder auktorial erzählt, klärt nach Schutte (ebd., S.135 f.) demnach das Erzählverhalten. Der Erzähler verhält sich also auktorial oder personal. Das bedeutet im ersten Fall, dass der Erzähler die Erzählersicht beibehält, ob nun in der Außen- oder der Innenperspektive, während er im zweiten Fall aus Sicht der Figur erzählt.

Den Unterschied will ich wieder an Beispielen deutlich machen:

Erzählersicht (auktorial), Außenperspektive:

Herr Nahganz stand indessen am Fenster in seiner Mietwohnung und betrachtete das Geschehen mit einem Blick, als beneide er diejenigen, die vor dem drohenden Unwetter flüchteten.

Erzählersicht (auktorial), Innenperspektive:

Herr Nahganz stand indessen am Fenster in seiner Mietwohnung, betrachtete das Geschehen auf der Straße und dachte daran, wie gern er mit diesen Menschen getauscht hätte.

Figurensicht (personal):

Er stand am Fenster. Die Menschen auf der Straße beeilten sich, dem Unwetter zu entkommen. Wie gern wäre er an ihrer Stelle, hätte die Möglichkeit, sich zu entscheiden. Für ihn gab es nur das Drinnen, ob es draußen stürmte oder die Sonne schien.

Erzählhaltung

Bleibt schließlich noch die Erzählhaltung. Sie beschreibt die Einstellung des Erzählers zum Erzählten. Am deutlichsten wird sie natürlich, wenn der Erzähler explizit einen bestimmten Tonfall einschlägt, etwa einen ironischen, einen pathetischen, einen kritischen oder einen affirmativen.

Solche expliziten Mittel sind dabei weitgehend Teil auktorialen Erzählverhaltens, doch die Erzählhaltung drückt sich auch implizit in den sprachlichen und erzählerischen Mitteln der Darstellung aus, etwa der Auswahl dessen, was erzählt wird, der Gewichtung innerhalb des Erzählten, der Entscheidung zwischen szenischem oder narrativem Erzählen, der Wahl der Perspektive und des Erzählverhaltens, der Wortwahl, der Auswahl der Metaphern usw.

Sofern sich der Schreiber all dieser Möglichkeiten bewusst bleibt, macht es natürlich gar nichts, wenn er sie begrifflich nicht voneinander trennt.

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Beruf Erzähler: Ätsch, unsichtbar

Im ersten Teil der Reihe wurde es schon angedeutet: Den Erzähler als Figur zu begreifen hilft dem Autor, sich bewusst zu machen, dass er jede seiner Geschichten von einem Erzähler erzählen lässt.

Rein theoretisch wäre es genau in den folgenden zwei Fällen möglich, keinen Erzähler anzustellen und die Geschichte als Autor selbst an den Leser zu bringen:

  1. Man bemüht sich zum potentiellen Leser nach Hause und erzählt ihm die Geschichte aus dem Stegreif und ohne sich Gedanken um das Wie zu machen.
  2. Man schreibt die Geschichte genau so auf, wie man sie entsprechend Punkt 1 erzählen würde, und verschwendet dabei wiederum keinen Gedanken an das Wie.

Sobald man aber nach der richtigen Formulierung sucht, den Stil überdenkt, der Geschichte eine folgerichtige Struktur gibt, sobald man also über die Präsentation des Erzählten nachdenkt, schaltet man eine Erzählerfigur zwischen die Geschichte und den Leser.

Der Erzähler im Alltag

Und weil wir das im Grunde genommen auch in unserem Alltag tun, sind die oben genannten Fälle schon zum Scheitern verurteilt, bevor wir überhaupt ans Geschichtenerzählen denken.

Wir sprechen anders mit den Eltern als mit den Freunden. Wir reden den Vorgesetzten anders an als die Stammtischbrüder. Unsere Sprache verändert sich, wenn wir mit Kindern sprechen. Die Erzählung von einer überschwenglichen Party fällt verschieden aus, je nachdem ob wir sie einem verhinderten Kumpel, dem abwesenden Partner oder der Mutter kredenzen. Schreiben wir die Worte auf, verstärkt sich dieser Effekt noch. Spätestens wenn wir Literatur produzieren wollen, wird er zur Voraussetzung.

Dennoch gibt es in der Literatur Begriffe wie den abwesenden oder den unsichtbaren Erzähler. Das mir ersterer nicht besonders gefällt, lässt sich nun schon ableiten. Einen abwesenden Erzähler kann es gar nicht geben, es sei denn, es wird nichts erzählt.

Nicht zu sehen und trotzdem da

Dann doch lieber ein unsichtbarer, wohlgemerkt einer, der nicht zufällig unsichtbar ist, sondern sich selbst unsichtbar macht. Eine Strategie, die nur deshalb funktioniert, weil der Leser im Allgemeinen seine Aufmerksamkeit auf das Erzählte konzentriert. Um auf sich aufmerksam zu machen, müsste der Erzähler schon deutlichere Zeichen setzen oder eben Fehler begehen, die auf ihn hindeuten.

Anders gesagt: Wer es sich vornimmt, wird auch den unsichtbaren Erzähler entdecken, weil der eben nicht ganz und gar verschwinden kann. Er verrät sich durch seinen Sprach- und Erzählstil. Wenn er darin konsequent ist, nur dem, der darauf achtet, macht er Fehler, auch dem, der eigentlich gar nichts von ihm wissen will.

Im Prinzip sind sowohl der unsichtbare als auch der abwesende Erzähler Synonyme für den personalen Erzähler, der noch ausführlich behandelt werden soll. Will man es aber weitertreiben, könnte man sagen, dass der ohnehin schon kaum sichtbare personale Erzähler noch weiter in der Versenkung verschwindet, wenn er zusätzliche Strategien anwendet, etwa indem er weitgehend auf narrative Erzählpassagen verzichtet.

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Prosa in Versen

Es ist ärgerlich, wenn man in einer Lesung nur durch die Kommentare weiß, dass es sich bei den gelesenen Texten um Lyrik handeln soll. So geschehen bei der Präsentation einer Gedichteanthologie aus Sachsen auf der Leipziger Buchmesse.

Mir jedenfalls genügt es nicht, die Unterscheidung von Prosa und Lyrik nur am Schriftbild festzumachen. Daher hätte ich die Präsentatoren gern gefragt, ob sich in ihrer Gedichtesammlung auch Gedichte finden lassen. Allerdings fragt man üblicherweise am Ende der Lesung. Und so lange wollte ich nicht bleiben.

PB-Plotten: 17 – Präsentationspitch

Um sich um einen Verlags- oder Agenturvertrag zu bewerben, empfiehlt es sich, einen Pitch zu formulieren. Was das ist und wie man das macht, habe ich beim Arbeitspitch beschrieben.

Wer einen solchen Arbeitspitch bereits formuliert hat, sollte ihn noch einmal überprüfen. Passt er noch? Lässt er sich noch besser formulieren? Ist möglicherweise ein Aspekt, der erst später aufgetaucht ist, besser für den Pitch zu verwenden?

Vor allem aber ist der Pitch jetzt wirklich für die Präsentation, nicht mehr für die eigene Arbeit gedacht und sollte, falls nötig, entsprechend umformuliert werden.

Von Verlagen oder Agenturen wird selten explizit ein Pitch gefordert. Wo platziert man ihn also? Möglich ist, ihn im Verlagsanschreiben zu verwenden. Noch besser platziert ist er allerdings als Einleitung zum Exposé. Möglich ist theoretisch auch beides.

(PB-Plotten: Die Liste)

PB-Plotten: 16 – Probekapitel

Mit der Planung sind wir fertig, geplottet haben wir auch bis zum Ende. Die folgenden Schritte stellen also ein kleines Extra dar.

Wie auch der Präsentationspitch und das Präsentationsexposé hilft das Probekapitel zu diesem Zeitpunkt nur denjenigen, die im Kontakt mit Verlag oder Agentur nicht auf ein fertiges Manuskript angeweisen sind. Ein Autor, der sich mit seinem ersten Buchprojekt um einen Vertrag bemüht, bzw. derjenige, der bisher noch auf keine Romanveröffentlichungen verweisen kann, wird in der Regel nur mit einem fertiggestellten Manuskript auf Verlagssuche gehen können.

Hat ein Autor dagegen bewiesen, dass er einen Roman zu Ende schreiben kann, entscheiden Verlage oder Agenturen oft schon anhand von Exposé und Leseprobe. Manche Autoren kommen sogar nur mit Exposé oder gar nur mit der groben Vorstellung einer Idee aus.

Wer so weit noch nicht ist, beschäftigt sich also jetzt erst einmal damit, sein Manuskript zu schreiben, wählt erst im Anschluss daran ein oder mehrere Probekapitel aus und schreibt das Exposé.

Je nach den Anforderungen des Verlags oder der Agentur wählt man als Leseprobe ein oder zwei Kapitel. Die Anforderungen sind meist auf Seitenzahlen ausgelegt, sodass man sich auch danach richten sollte. Möglicherweise plant oder hat man sehr lange Kapitel, sodass man mit einen Auszug aus einem Kapitel auskommt, bei sehr kurzen Kapiteln wählt man entsprechend mehr aus.

Wenn nicht ausdrücklich eine Leseprobe vom Anfang oder aus der Mitte des Manuskripts gefordert ist, steht der Autor vor der Qual der Wahl. Warum eigentlich? Wenn ich ein starkes Manuskript anzubieten habe, sollte es nahezu unerheblich sein, von welcher Stelle ich eine Leseprobe anbiete. Habe ich das Gefühl, das Manuskript habe seine Stärken nur an bestimmten Stellen, sollte ich die anderen überarbeiten und nicht verschämt zurückhalten.

Für denjenigen, der sein Probekapitel extra für die Verlags- oder Agenturbewerbung schreibt, bietet sich der Vorteil, dass er beim Schreiben dieses Kapitels sicherlich besonders sorgfältig vorgeht. Allerdings sollte er sich diese Sorgfalt auch für das Gesamtmanuskript bewahren, so er denn die Zusage bekommt.

Ich würde empfehlen, den Romananfang zu wählen. Der muss später auch den Leser überzeugen. Und er sagt dem Lektor oder Agenten, dass der Autor nicht erst lange nach etwas Repräsentativem suchen musste.

Nun könnte man der Ansicht sein, der Romananfang sei eben nicht repräsentativ für den gesamten Roman. Der Konflikt ist gerade erst im Entstehen, der Leser wird möglicherweise erst sanft in die Geschehnisse eingeführt. Vielleicht haben wir es mit einem actionreichen Thriller zu tun, der erst noch Fahrt aufnimmt. Oder der Protagonist berfindet sich zu Beginn noch in der realen Welt, wird aber in Kapitel drei den Übergang in eine fantastische Parallelwelt beschreiten. Wie soll sich der Lektor oder der Agent anhand des ersten Kapitels einen Eindruck davon verschaffen?

Die Antwort ist ebenso einfach wie eindeutig: gar nicht! Das muss er auch nicht, denn die Leseprobe ist dafür nicht gedacht. Sie könnte es ohnehin nicht leisten, schließlich sind Romane oft so facettenreich, dass man sie eben komplett lesen müsste, um all diese Facetten zu erleben.

Tatsächlich soll die Leseprobe einen Eindruck davon vermitteln, wie der Autor schreibt. Beherrscht er sein Handwerk? Ist sein Schreibstil eingängig und dem Werk angemessen? Versteht er es, das, was er vermitteln möchte, sprachlich umzusetzen? Schreibt er flüssig, spannend, bildreich, effizient, …

Kurz: Ist er sprachlich ausgereift, besitzt er Potenzial oder allzu große Schwächen. Ob aber der Roman selbst, die Idee dahinter, der strukturelle Aufbau und der Plot insgesamt ebensolches Potenzial besitzen, soll nicht die Leseprobe klären, sondern das Exposé!

Daher ist es nicht notwendig, sich einen Kopf zu machen, ob die Leseprobe das Potenzial des Romans repräsentieren kann. Sie soll das schreiberische Potenzial des Autors zeigen. Stattdessen sollte man sich bemühen, dass das Exposé die bestmögliche Werbung für den Roman als Ganzes darstellt. Wird der Lektor oder der Agent vom Exposé mitgerissen und vom Probekapitel alles andere als enttäuscht, wird er auch bald den gesamten Text kennenlernen wollen.

(PB-Plotten: Die Liste)

PB-Plotten: Die Liste

(Zur Einführung)

Als erstes will ich euch die gesamte Liste vorstellen, damit schon einmal eine Übersicht da ist. In den folgenden Tagen werde ich dann zu den einzelnen Punkten Erklärendes schreiben. Das eigentliche Plotten umfasst natürlich nur die Punkte 1 – 15 bzw. 18. Punkt 19 beinhaltet den eigentlichen Schreibprozess, 20  – 24 umfassen Nacharbeiten und Überarbeitung.

Anhand der Punkte 16 – 18 könnt ihr ablesen, dass in der Liste die Option enthalten ist, das Projekt bereits weit vor dem Abschluss einem Verlag oder einer Agentur zu präsentieren. In dringenden Fällen (und mit zunehmender Erfahrung) können diese Punkte nach Bedarf noch weiter vorgezogen werden. So kann man sie beispielsweise schon mit Punkt 6 verknüpfen.

  1. Recherche 0
  2. Arbeitspitch
  3. Hauptkonflikt
  4. Prämisse
  5. Arbeitstitel
  6. Arbeitsexposé
  7. Hauptfiguren
  8. Recherche 1
  9. Grober Plotplan
  10. Nebenkonflikte
  11. Schlüsselszenen
  12. Szenenplanung / Zeittafel
  13. Kapitelplanung
  14. Nebenfiguren
  15. Recherche 2
  16. Probekapitel
  17. Präsentationspitch
  18. Präsentationsexposé
  19. Rohmanuskript
  20. Recherche 3
  21. 1. Überarbeitung
  22. 2. Überarbeitung
  23. finale Überarbeitung

Genial gepitcht

Vor einiger Zeit habe ich ein tolles Beispiel gefunden, wie man potentiellen Lesern seine Geschichte schmackhaft machen kann. Ich habe es umgehend auf meinem Lektorenblog vorgestellt, will es aber natürlich auch meinen Newsblog-Lesern nicht vorenthalten:

In einem Interview mit dem Geisterspiegel hat der Autor Andreas Zwengel auf eine Frage hin eine kurze Zusammenfassung seiner Kurzgeschichte „Blackout“ gegeben. Da es sich um eine Kurzgeschichte handelt, kann man sie schon fast als Exposé werten, aber mit deutlichen Elementen des Pitchens.

Es ist jedenfalls in meinen Augen ein überaus gelungenes Beispiel, wie man seine Geschichte überzeugend anbieten kann, denn sie ist auf den Punkt  gebracht und macht sofort neugierig. Natürlich präsentiert sie auch eine überaus originelle Idee, aber die Kunst ist es eben, diese Originalität auch in die Präsentation zu transportieren.

Mit freundlicher Genehmigung von Andreas, darf ich euch dieses geniale Beispiel hier präsentieren:

Sie handelt von dem genialen wie chaotischen Detektiv Hauser, einer Mischung aus Monk und Dude Lebowski, der einen Fahndungserfolg so ausgiebig feiert, dass er bei der Pressekonferenz den Namen des Täters vergessen hat und den Fall vor laufenden Kameras noch einmal lösen muss.

Sagengestalten oder Aprilscherz?

Normalerweise präsentiere ich auf meinem Blog nur ausgewählte Ausschreibungen, bei denen ich mit ziemlicher Sicherheit sagen kann, dass sie für die teilnehmenden Autoren keinerlei Tücken bereithalten (abgesehen davon, dass der eingesandte Text nicht als preis- bzw. veröffentlichungswürdig betrachtet werden könnte).

Dieses Mal ist das ein klein wenig anders. Denn ich habe bestenfalls ein gutes Gefühl bei der Ausschreibung, die ich über Feenfeuer entdeckt habe. Das liegt einfach daran, dass der ausschreibende Verlag noch ganz neu im Geschäft ist. Mondwolf aus Österreich wurde erst am 1. April dieses Jahres gegründet, will bereits im Herbst die ersten Bücher auf den Markt bringen und wirbt auf der Webseite offen um neue Autoren.

Drei Fakten, die eigentlich gegen eine Empfehlung sprechen. Denn natürlich ist die Sicherheit für den Autor bei einem etablierten Verlag größer, zum einen, weil er sich so auf die Erfahrungswerte anderer Autoren stützen kann, zum anderen, weil die Gefahr geringer ist, dass der Verlag nach einem halben Jahr seine gerade erst aufgestoßenen Türen wieder schließen muss.

Auch mag ich es lieber, wenn ein Kleinverlag, sei er neu oder bereits länger auf dem Markt, seine Planungen langsam, dafür aber realistisch angeht. Schnell auf den Markt geworfene Bücher leiden oft an mangelnder Qualität, sowohl hinsichtlich der Textauswahl wie auch hinsichtlich der äußeren Präsentation.

Und dass der Satz, „Wir suchen Autoren“, den Skeptischen oder einfach Vorsichtigen sofort an die schwarzen Schafe der Branche denken lässt, sollte einem Verlagsgründer eigentlich bewusst sein.

Auch Sätze wie die, die in der Verlagsbeschreibung stehen, klingen ein bisschen nach den Lockangeboten eines Zuschussverlags:

In vielen Schubladen schlummern gute Manuskripte, die wegen starrer Programme, des Überangebotes aus dem amerikanischen und englischsprachigen Raum und Mindestauflagen keine Chance bekommen. Diese Schätze wollen wir finden und den Lesern zugänglich machen.

Aber wahrscheinlich handelt es sich dabei wirklich eher um eine etwas unbedachte Herangehensweise des Verlags, denn auf der Seite betont der Verlag ausdrücklich, kein Zuschussverlag zu sein, wenn auch wiederum mit einer etwas seltsamen Begründung:

In der Zusammenarbeit mit unseren Autoren legen wir großen Wert auf gute Kommunikation und ein faires Miteinander. Demzufolge sind wir ganz klar KEIN Zuschussverlag.

Sei es drum. Nehmen wir den Verlag, der sich die Förderung der deutschsprachigen Fantasy auf die Fahnen geschrieben hat, beim Wort. Denn an anderer Stelle auf der Homepage drückt er sich klarer und treffender aus:

Demzufolge sind wir ganz klar KEIN Zuschussverlag. Unsere Autoren erhalten umfassende Betreuung, der Verlag kümmert sich um alle Verlagsaufgaben vom Lektorat bis zum Marketing. Aktive Unterstützung seitens der Autoren begrüßen und schätzen wir!

Und eines bleibt festzuhalten: Die erste Ausschreibung, mit der Mondwolf in den Literaturbetrieb startet, lässt sich im Vergleich mit manch anderer Anthologieausschreibung durchaus sehen. Nicht nur das eigentliche obligatorische Belegexemplar gibt es für die ausgewählten Autoren, sondern auch ein vertraglich zugesicherten Preisgeld in Höhe von 40 Euro, das man somit als Garantie- bzw. Pauschalhonorar verstehen kann. Um über Tantiemen ein solches Honorar in einer Kleinverlagsanthologie zu erreichen, wird man in den meisten Fällen einiges an Geduld aufbringen müssen. Mancher Jungautor dürfte sich überhaupt über die erste finanzielle Vergütung seiner Schreibarbeit freuen.

Bis zum 15. August kann man sich mit einer oder mehreren Fantasy-Geschichten, die sich um eine oder mehrere Sagengestalten drehen sollen, beteiligen. Die genauen Ausschreibungsbedingungen findet ihr auf der Homepage des Verlags oder in diesem PDF.

Bleibt zu hoffen, dass Mondwolf sich als Kleinverlag im Sinne von Fairlag etabliert und in diesem Sinne seine Ziele verwirklichen kann.

Bildpause zum 20.03.10

Originalausschreibung: http://bildpause.wordpress.com/

Was ist BILDPAUSE

… ein Hörstückwettbewerb ausgeschrieben durch und für das zeitKINO der Leipziger Schaubühne und das 2. Potsdamer OH!-Ton Festival!

Im Dezember 2009 startet die Ausschreibung für BILDPAUSE. In insgesamt 5 Staffeln werden die Jurymitglieder von BILDPAUSE 15 Gewinnerinnen und Gewinner ermitteln. Die 15 Hörstücke werden sowohl während des zeitKINOs in der Schaubühne im Lindenfels Leipzig aufgeführt (ab März 2010 bis Juni 2011), als auch gesammelt dem Festivalpublikum des im Juni 2011 zum zweiten Mal stattfindenden Potsdamer OH!-Ton Festivals für radiophone Dokumentationen vorgestellt. Dort wird dann unter den 15 Stücken ein Publikumspreis verliehen. Alle Gewinnerstücke sind mit Technikgutscheinen in Höhe von 200 Euro dotiert!

Außerdem ist geplant, Programmkinos der gesamten Republik zu gewinnen, die das Prinzip BILDPAUSE für ihr Programm mit übernehmen und die Gewinnerstücke in ihren Häusern zu Gehör bringen werden.

Was ist zeitKINO:
Wie in vielen anderen deutschen Städten gab es auch im Leipziger Hauptbahnhof ein Zeitkino, das Reisenden die Wartezeit zwischen zwei Zügen verkürzen sollte. 1950 gegründet verfügte das Kino über 204 Sitzplätze und zeigte täglich zwischen 10.00 und 18.30 eine ca. einstündige Filmrolle in Dauerschleife bei laufendem Einlass. Jede Woche wechselte das aus Kurzfilmen und Nachrichten bestehende Programm. Das Zeitkino im Hauptbahnhof wurde 1992 wegen baulicher Mängel geschlossen. Die Schaubühne Lindenfels greift dieses historische Vorbild der Kinogeschichte auf und entwickelt daraus ein eigenes Kinoformat, in dem Kurzfilme unterschiedlichster Genres zu Themenschwerpunkten gebündelt und in Schleife gezeigt werden. Dem Zuschauer wird damit ermöglicht, seinen eigenen Rezeptionsrhythmus zu finden und zu entscheiden, wie lange und wann er sich mit den gezeigten Filmen auseinandersetzen möchte. Die BILDPAUSE wird in den 10 Minuten hörbar werden, die der Filmvorführer benötigt, um die Filmrolle neu einzulegen.

Was ist OH!-Ton:
Das OH!-Ton-Festival für radiophone Dokumentationen fand erstmals im Sommer 2009 statt. Gewidmet ist es dem eher unterbeachteten dokumentarisch-künstlerischen Genre Radio-Feature. Auf Hörbooten treibend auf der Havel, im Offenen Gelände am Havelufer und im Saal der fabrik Potsdam konnte das Publikum 3 Tage lang lauschen, was das Format der radiophonen Dokumenation alles sein kann.
Der Hörstückwettbewerb die OH!-Ton-Jagd bildete den Abschluss des Festivals. Die eingesendeten Hörstücke waren trotz strenger Vorgaben so vielfältig und aufwendig gestaltet, dass sie ein Liebling der Organisatoren und des Publikums waren!!! Mit dem neu initierten Wettbewerb BILDPAUSE hoffen wir, wieder einen Anreiz für ebenso kreative Hörstücke geboten zu haben.

Wettbewerb

Wettbewerbsbedingungen allgemein:

Das BILDPAUSE-Hörstück darf nicht länger als 3.30 min sein.
Es darf keine GEMA-pflichtige Musik enthalten, aber natürlich ist Selbersingen- und spielen erlaubt, sowie Musik aus GEMAfreien Datenbanken.
Es muss das vorgegebenen Filmzitat enthalten, welches für jede Staffel neu gewählt wird.
Alle Gestaltungsweisen sind erwünscht und erlaubt, ob dokumentarische O-Töne oder fiktionale Stimmen, ob künstliche oder echte Geräusche…
Und das Hörstück sollte einen Titel haben, damit wir es angemessen ankündigen können!

EINSENDESCHLUSS ist der 20. MÄRZ 2010.

Die Hörstücke dann bitte als .wav-Format an:

TETRAEDER e.V.
BILDPAUSE Staffel 1
Erich-Weinert-Str.5
10439 Berlin

Zu gewinnen sind Technikgutscheine in der Höhe von 200 Euro; pro Staffel werden drei Gewinnerinnen und Gewinner ermittelt! siehe dazu JURY. Alle Gewinnerstücke werden auf einer BILDPAUSE DVD und im Internet präsentiert.

Gibt es Fragen? Dann bitte an: info@ohton-festival.de

Staffeln

1. BILDPAUSE Staffel: Ausschreibung Anfang Dezember 2009, Einsendeschluss 20. März 2010 – 3 Gewinnerhörstücke werden ermittelt und laufen dann in den zeitKINO Schlaufen und bei den Partnern ab April, Mai, Juni 2010

Vorgegebenes Filmzitat:
„… I thought I recognized your voice for a minute …“
„… Für einen Moment dachte ich, ich hätte Ihre Stimme erkannt …“

2. BILDPAUSE Staffel: Ausschreibung 20. März 2010, Einsendeschluss 20. Juni 2010 – 3 Gewinnerhörstücke werden ermittelt und laufen dann in den zeitKINO Schlaufen und bei den Partnern Juli, August, September 2010

3. BILDPAUSE Staffel: Ausschreibung 20. Juni 2010, Einsendeschluss 20. September 2010 – 3 Gewinnerhörstücke werden ermittelt und laufen dann in den zeitKINO Schlaufen und bei den Partnern Oktober, November, Dezember 2010

4. BILDPAUSE Staffel: Ausschreibung 20. September 2010, Einsendeschluss 20. Dezember 2010 – 3 Gewinnerhörstücke werden ermittelt und laufen dann in den zeitKINO Schlaufen und bei den Partnern Januar, Februar, März 2011

5. BILDPAUSE Staffel: Ausschreibung 20. Dezember 2010, Einsendeschluss 20. März 2011 – 3 Gewinnerhörstücke werden ermittelt und laufen dann in den zeitKINO Schlaufen und bei den Partnern April, Mai, Juni 2011

Abschluss und Präsentation während des 2.OH!-Ton Festivals Mitte JUNI 2011 in Potsdam!

Jury und mehr: http://bildpause.wordpress.com/