Sprichwortgeschichten

Ob du nur mal eben ein bisschen Abwechslung brauchst oder tatsächlich auf der Suche nach der Idee für deine nächsten Geschichte bist, Sprichwörter können helfen. Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Daraus kann eine Szene, eine Kurzgeschichte oder ein ganzer Roman entstehen. Und zwar in jedem Genre.

Und natürlich könnte man genauso gut erzählen, wie der Grubengräber sich ins absolute Glück schaufelt. Oder wie wäre es mit den folgenden Sprichwörtern?

  • Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.
  • Aus Schaden wird man klug.
  • Blinder Eifer schadet nur.
  • Das Gerücht ist immer größer als die Wahrheit.
  • Der dümmste Bauer erntet die dicksten Kartoffeln.
  • Ehrlich währt am längsten.
  • Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.

Natürlich gibt es weit mehr passende Sprichwörter, die dem Suchenden mit netten Ideen auf die Sprünge helfen können. Einige liefern beispielsweise Ideen für ein Thema, eine Grundstimmung, einen Nebenkonflikt oder eine Figur (alte Liebe rostet nicht, Alter schützt vor Torheit nicht), andere, wie die in den Beispielen oben, versorgen uns mit einer kompletten Geschichte.

Konflikt und Lösung

Letztere  beschreiben meist schon einen Konflikt und das Endergebnis desselben. Jemand gräbt einem anderen eine Grube, und fällt am Ende selbst hinein.  Jemand ist ein blindes Huhn, findet am Ende aber trotzdem (oder noch besser: gerade deshalb) auch mal ein Korn. Jemand hat einen Schaden (im Sinne von „ihm wird geschadet, ihm geschieht etwas Schlechtes“ – obwohl …), wird am Ende der Geschichte aber eben deshalb zu einem klügeren Menschen.

In manchen Sprichwörtern treten Konflikt und Lösung nicht so deutlich hervor. So könnte in „das Gerücht ist immer größer als die Wahrheit“ die tragische Geschichte eines Protagonisten stecken, der verzweifelt gegen eine Intrige ankämpft, um am Ende den böswillig gestreuten Gerüchten doch zu unterliegen.*

Zur sprichwörtlichen Geschichte

Sprichwörter, die Konflikt und Lösung enthalten, entsprechen im Grunde der Prämisse (im schreiberischen Sinn). Sie beschreiben die wesentlichsten Punkte, die man für den Plot einer Geschichte braucht. Nun musst du „nur“ noch den Jemand besetzen und ihn vom Ausgangspunkt des Konfliktes bis zur Lösung führen.

Damit sind wir schon bei unserer Übung: Nimm dir ein Sprichwort deiner Wahl, das Konflikt und Lösung enthält, und denke dir dazu die Handlung einer Szene, Kurzgeschichte und/oder eines Romans aus. Anschließend kannst du die Lösung umkehren oder anders variieren (aus Schaden wird man bekloppt, aus Schaden wird man reich) und dir entsprechend eine neue Handlung erdenken. Vielleicht willst du die Szene, Kurzgeschichte und/oder den Roman sogar schreiben. Wird bestimmt ein Hit!

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*Das Sprichwort ist ein gutes Beispiel dafür, dass man manchmal auch anderes als Konflikt oder Lösung aus dem Sprichwort extrahieren kann. So könnte man auch die humorvolle Geschichte eines Protas erzählen, der seinen Gegner mithilfe eines Gerüchts zu Fall bringt. Dann steckt in dem Sprichwort eben nicht der Konflikt, sondern die Strategie des Protas.

Weitere Schreibübungen

Beruf Erzähler: Die Qual der Wahl

Es ist der Autor, der sich überlegen muss, welcher Auftrag an den Erzähler für die Geschichte, die erzählt werden soll, der richtige ist. Eine Entscheidung, bei der er sich nur wenig Hilfe erhoffen kann. Denn obwohl sie eine so wichtige ist, ist sie keine, die unabdingbar zum Gelingen oder Scheitern führt.

Unterschiedliche Erzählsituationen können aus ein und derselben Grundidee, ja, sogar aus ein und demselben Plot zwei unterschiedliche Geschichten entstehen lassen, die sich gegenseitig in nichts nachstehen. Die Wahl der Erzählsituation ist von der Intention des Autors abhängig. Wie bei jedem anderen seiner sprachlichen und erzählerischen Stilmittel wird er also die Frage bewntworten müssen: Was will ich damit erreichen?

Die Erzählsituation, so wichtig sie ist, bleibt dabei eben nur ein Mittel von vielen, das der Autor mit allen anderen in Einklang bringen muss. Und es gibt keine einfachen Rezepte. Jede Erzählsituation hat ihre Vor- und ihre Nachteile.

Ich oder Er?

Ein Erzähler, der als Ich aus seiner eigenen Sicht erzählt, kommt der natürlichen Erzählsituation, in der wir uns auch in der realen Welt befinden, zweifelsfrei am nächsten. Ein guter Grund, ihn noch unerfahrenen Autoren als guten Einstieg zu empfehlen. Nahezu alle Besonderheiten solchen Erzählens ergeben sich bei ein wenig reflexivem Überdenken von selbst.

Die Risiken folgen auf dem Fuße. Ob handelndes oder erzählendes Ich – sich stets bewusst zu bleiben, dass es sich um eine Figur außerhalb unseres Selbst handelt, ist nicht immer leicht.

Für den Leser ist es angeblich nicht möglich, näher an eine Figur heranzukommen als an ein erzählendes Ich. Keine Erzählsituation sorge beim Leser für mehr Sympathie- und Indentifikationsvermögen.

Da ist sicher etwas Wahres dran. Letztlich ist das aber wohl auch vom jeweiligen Leser abhängig. Ziemlich sicher ist, dass ein Ich beim Leser für ein hohes Maß an Vertrauen in die Authentizität des Erzählers sorgt. Das Gefühl, die Geschichte aus erster Hand erzählt zu bekommen, spielt eine große Rolle, selbst dann, wenn der Leser sie als eindeutig fiktiv akzeptiert.

Man darf aber auch nicht unterschätzen, dass das Ich für den Leser damit zu einem eindeutigen Du wird. Ein Gegenüber! Die Geschichte ist somit im besten Fall die eines guten Freundes.

Personales Erzählverhalten aus der Sicht einer dritten Person kann in dieser Hinsicht eventuell sogar mehr erreichen. Ein Erzähler, der sich selbst vollkommen zurücknimmt und in den Kopf der Figur schlüpft, nimmt im besten Fall den Leser mit sich. Wie könnte für diesen die ungebrochene Nähe, ja sogar die Identifikation mit der Figur größer ausfallen? Sicher ein guter Grund dafür, dass personalisierbare Romane (zumindest die, die ich kenne) eben nicht das erzählende Ich wählen.

Auktorial oder personal?

Wer die bisherigen Artikel dieser Reihe gelesen hat, ahnt es schon: Die Frage polarisiert, wo es eigentlich keine eindeutigen Pole gibt. Auktoriales Erzählen ist ein weites Feld. Es kann von einem Erzählverhalten reichen, das nur minimal von personalem abweicht, bis zu einem, das sich grundlegend von personalem Erzählen unterscheidet. Demzufolge können einen Autor ganz verschiedene Motive dazu bringen, seinen Erzähler zum auktorialen Erzählen zu veranlassen. Etwa, um den Fokus des Lesers auf die Gesamtzusammenhänge zu richten oder um das Erzählte ironisch zu brechen.

Und natürlich gilt wieder, dass das Erzählverhalten nur einen Weg zum Ziel darstellt, der bestenfalls eine grobe Richtung vorgibt und der durch Zuhilfenahme anderer Mittel geebnet, gekreuzt oder gar umgekehrt werden kann.

Daher sind die folgenden Punkte kaum mehr als blasse Wegmarkierungen auf verwitterten Steinen:

  • Personales Erzählverhalten gilt als das modernere. Es löst seit der Mitte des 19. Jahrhunderts das auktoriale immer mehr ab.
  • Personales Erzählen legt den Fokus auf die Figur (den jeweiligen Perspektivträger) und muss daher mit einer stark eingeschränkten, subjektiven Perspektive auskommen, auktoriales Erzählen ermöglicht den Blick auf das große Ganze (Gesellschaftsroman des 18. und 19. Jhs., Historischer Roman, Epische Fantasy).
  • Beim personalen Erzählen taucht der Erzähler hinter der Figur ab, beim auktorialen Erzählen ist der Erzähler für den Leser präsent.
  • Personales Erzählen ist so dicht wie möglich an der Figur, genauer: in der Figur, auktoriales Erzählen wahrt Distanz zur Figur.
  • Beim personalen Erzählen wird das Erzählte durch die subjektive Sicht der Figur bestimmt, ein auktorialer Erzähler kann das Erzählte durch seine Brille betrachten, vermitteln, kommentieren und werten.
  • Bezüge zwischen erzählter Zeit und Zeit des Erzählens kann nur der auktoriale Erzähler herstellen, der sogar in der Lage ist, sich direkt an den Leser zu wenden.

Das soll es vorerst von mir zum Beruf des Erzählers gewesen sein. Ich hoffe, ich konnte den einen oder anderen interessanten Einblick bieten.

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Wenn dir eine Prämisse nicht reicht

Die unter Autoren dauerhaft populäre Frage nach der Prämisse ist die nach dem Kartoffelschäler. Bekanntermaßen ein Werkzeug, entwickelt zum Schälen von Kartoffeln. Soweit mir bekannt ist, gibt es allerdings kein Gesetz, dass es verbietet, Kartoffeln mit einem normalen Messer zu schälen. Das Ergebnis zählt. Und manch einer kann es mit dem Messer eben besser als mit dem Schäler.

Nun stolperte ich aber in einem Forum über die Frage, ob es nicht für jede Kartoffel einen eigenen … Nein, das Bild hinkt. Ob man nicht je nach Kartoffelsorte … Ob man sich nicht, wenn man für ein Gericht sowohl eine Kartoffel als auch einen Apfel schälen muss, noch einen Apfelschäler bereithalten sollte. Na ja, trifft es immer noch nicht so ganz. Immerhin lassen sich alle drei Fragen mit einem klaren „Warum nicht?“ beantworten. Kehren wir dennoch aus der Küche an den Schreibtisch zurück.

Weg von den Kartoffeln

Die Frage lautet also: Gibt es nicht auch für den Antagonisten eine Prämisse? Wiederum eine klare Antwort: Jein!

Sofern man die Prämisse so versteht, wie ich das tue, ist sie per Definition die Zusammenfassung des zentralen Konflikts (inklusive seiner Lösung). Und der ist nun einmal der des Protagonisten, nicht der des Antagonisten.

Natürlich ist auch der Antagonist Teil des zentralen Konflikts, ohne ihn gäbe es diesen gar nicht. Nur ist es eben nicht sein Konflikt, er hat seinen eigenen, der aus seinen eigenen Zielen resultiert, die in irgendeiner Art mit denen des Protagonisten kollidieren. Wenn der zentrale Konflikt eines Krimis der ist, dass da ein Mörder frei herumläuft, den der Protagonist hinter Gitter bringen will, dann ist das nicht der Konflikt des Mörders. Dessen Ziel ist es, nicht gefasst zu werden, sein Problem, dass da ein Protagonist herumläuft, der eben dieses Ziel durchkreuzen will.

Ein Zwang, der befreit

Die enge Verflechtung der beiden Konflikte bedeutet allerdings, dass sich aus der Prämisse einer Geschichte zwingend auch die Konsequenzen für den Antagonisten ergeben. Ist der Protagonist erfolgreich, scheitert der Antagonist und umgekehrt. Hinsichtlich des zentralen Konflikts, sofern er ein echter und ordentlich herausgearbeiteter Konflikt ist, ändert da auch ein versöhnliches Ende nichts. Wenn der Mörder am Ende auf freiem Fuß bleibt, weil der Prota sich mit ihm vertragen hat, mögen beide glücklich sein, der Prota aber hat sein Ziel nicht erreicht.

Es scheint also nicht notwendig zu sein, für den Antagonisten ebenfalls eine Art Prämisse zu verfassen. Wenn es dem Autor dennoch irgendwie hilfreich erscheint, wird ihn niemand dafür zur Rechenschaft ziehen.

In diesem erweiterten Sinne einer Prämisse als Zusammenfassung irgendeines Konflikts und seiner Lösung ist der Autor also frei, weitere Prämissen zu formulieren. Nicht nur für den Antagonisten, sondern für jede Figur, die in der Geschichte einen Konflikt bis zum bitteren oder glücklichen Ende austrägt. Für manche Figur, nicht zuletzt für den Protagonisten, eröffnet sich so sogar die Möglichkeit, ihr/ihm gleich mehrere Prämissen auf den Leib zu schreiben.

Das hilft möglicherweise bei der Figurenentwicklung, den eigentlichen Sinn der Prämisse verwässert es aber. Schließlich ist sie ein Werkzeug, um die Geschichte/den Plot zu entwickeln, das Zentrale der Geschichte aufzuzeigen, den roten Faden nicht zu verlieren.

Man kann eben mit einem Kartoffelschäler auch einen Apfel schälen, nur werden die Bratkartoffeln dadurch nicht unbedingt besser. Hinkt? Na und?

Krimi vs. Thriller

Erst vor ein paar Tagen wurde in einem Forum wieder die Frage gestellt, wie man Krimi und Thriller auseinanderhält. Ich habe mir dazu schon vor längerer Zeit Gedanken gemacht und sie in einer entsprechenden Antwort niedergeschrieben, die ich jetzt, etwas aufbereitet, auch im Blog posten will:

Schon der Krimi an sich ist ein weit gefächertes Genre, dessen bekanntester Vertreter, die Detektivgeschichte, gleichzeitig am häufigsten auftritt, weshalb man sie gern auch als den klassischen Krimi bezeichnet. In ihr geht es um die Aufklärung eines Verbrechens. Das Verbrechen ist dabei in der Regel der Ausgangspunkt, am Ende wird der Täter überführt.

Eine Definition, die sich aber nur an dieser einen Vertreterin orientiert, greift zwangsläufig zu kurz. So ist durchaus auch diejenige Geschichte ein Krimi, in der der Leser den Protagonisten bei der Planung eines Verbrechens verfolgt, das demzufolge eher am Ende der Handlung auftaucht. Oder eine Geschichte, die die Ursachen untersucht, die zur Entstehung eines Verbrechens beigetragen haben. In manchen Krimis, in denen das Verbrechen am Anfang steht, interessiert nicht die Aufklärung desselben, sondern es geht um die Folgen für das Opfer oder den Täter.

Tatsächlich gilt als anerkannte Definition für das gesamte Krimigenre nur, dass ein Verbrechen im Mittelpunkt der Handlung steht. Ob es dabei um die Aufklärung, die Umstände, die Folgen oder was sonst noch geht, bestimmt nur noch das Untergenre.

Was aber steht beim Thriller im Mittelpunkt? Jedenfalls nicht das Verbrechen. Tatsächlich muss es im Thriller gar kein Verbrechen geben. Oder es gibt (was sicherlich häufiger ist) viel mehr als eines.

Ich möchte behaupten, es ist die Bedrohung, die im Thriller im Mittelpunkt steht. Ich glaube, es gibt keinen Thriller, in dem nicht irgendjemand oder irgendetwas einer Bedrohung ausgesetzt ist. Und es ist genau diese Bedrohung, die den gesamten Plot bestimmt.

Bedroht werden Personen, Personengruppen, Dörfer, Städte, die Welt, Natur und Umwelt, Tiere und gelegentlich (meist nur in Verbindung mit Menschenleben) Gebäude oder Sachgegenstände. Die Bedrohung kann in Gestalt von Serienkillern, Psychopathen, Organisationen, Regierungen, Umwelt- und anderen Katastrophen, Tieren, Aliens, Dinosauriern, Wesen, Geistern, Zombies etc. auftreten.

Wieder werden durch solche Unterschiede bestenfalls Untergenres bzw. Genre-Crossover generiert.

Nehmen wir zum Vergleich eine Geschichte um einen Polizisten, der mit der Aufklärung eines Mordes beschäftigt ist. Damit die Geschichte als Krimi funktioniert, muss der Kommissar zu keiner Zeit einer Bedrohung ausgesetzt sein. Möglicherweise besteht nicht einmal die unmittelbare Gefahr, dass der Mörder sein Handwerk fortsetzt und damit eine Bedrohung für weitere Menschenleben abgewendet werden muss.

Natürlich kann eine Bedrohung (meist durch den Mörder) hinzukommen, etwa gegen den Kommissar selbst oder gegen seine Familie. Im Krimi ist die aber nicht bestimmend. In der Detektivgeschichte etwa wird weiterhin die Aufklärung im Vordergrund stehen, die dann meist auch entscheidendes Mittel ist, um die Bedrohung abzuwenden.

Im Thriller aber wird die Situation schon bald und zunehmend bedrohlich. Die Drohkulisse wird immer gewaltiger. Das Hauptaugenmerk des Lesers liegt auf der Frage, ob und wie es dem Kommissar gelingt, dieser Bedrohung zu entkommen bzw. sie abzuwenden. Das gilt auch dann, wenn die Bedrohung nicht den Kommissar selbst betrifft, sondern etwa die Familie, eine Person, für die er verantwortlich ist, oder die Stadt.  Der Kommissar hat also vor allem die Bedrohung abzuwenden, das ursprüngliche Verbrechen rückt in den Hintergrund.

Natürlich gibt es fließende Übergänge, aber das Pendel schlägt meist entweder mehr zur Krimi- oder mehr zur Thrillerseite aus.

Bloggen statt plotten

Da hat doch ein Mitglied eines Schreibforums so ganz nebenbei erzählt, dass er seinen Roman mit WordPress entwickelt. Natürlich gab es gleich Bedenken, weil er damit seine Ideen und Daten im unsicheren Internet aufbewahrt. Obendrein wollte er einzelne Textpassagen, Arbeitsschritte und Ideen durchaus auch für seine Blogbesucher öffentlich machen und diskutieren lassen.

Sicherlich bleibt auch ein Restrisiko, wenn man das gesamte Blog oder wenigstens diejenigen Daten, die schützenswert sind, nicht öffentlich macht. Und auf jeden Fall sollte man seine Daten immer n0ch auf dem eigenen Rechner sichern.

Dennoch finde ich den Ansatz interessant, denn mit WordPress oder einer anderen Blogplattform kann man sich etwas ähnliches wie ein Projektwiki anlegen. Man denke nur an die Möglichkeiten der Verlinkung, Vernetzung und Kategorisierung.

Je nach Bedarf lassen sich Seiten oder Artikel anlegen, Charakterbögen, Plotskizzen und Rechercheergebnisse miteinander verbinden sowie Bilder, Karten oder andere externe Materialien einbinden.

Mithilfe der Kategorien kann man auch verschiedene Projekte innerhalb eines Blogs voneinander trennen. Und wählt man ein Theme wie etwa „P2“ kann man auch außerhalb des Dashboards direkt im Blog Notizen, Artikel und Links erstellen oder bearbeiten.

Für besondere Fälle erleichtert das Blog sogar die Teamarbeit, etwa bei einem Gemeinschaftsprojekt von mehreren Autoren oder in der Zusammenarbeit mit Testlesern.

Für denjenigen, der noch nicht die richtige Autorensoftware für sich entdeckt hat, wäre es jedenfalls eine interessante (und kostenlose) Alternative.

Ein Plotpourri

Der Plotratgeber, von dem ich vor nicht einmal einem halben Jahr nicht im Geringsten geahnt habe, dass ich ihn einmal schreiben werde, stellt für mich seit dieser Woche auch eine gute Vorbereitung für das Montségur-Jahrestreffen in Oberursel Ende September dar. Denn dort habe ich nun die große  Ehre, einen Workshop zu leiten. Und natürlich habe ich das Plotten zum Thema gemacht. Wenn ich schon einmal im Stoff stehe …

Genannt habe ich den Workshop: „Mit oder ohne Prämisse: Das Plotpourri der Planung“. Ich freue mich drauf (und hoffe, die renommierten Kollegen sind im Falle eines Falles nachsichtig mit mir).

Sehr gefreut habe ich mich auch, als ich durch Zufall entdeckte, dass auf Facebook über das Cover zum Roman „Kampf um jeden Meter“ meines geschätzten Pseudonyms Ben Philipp abgestimmt wurde. Das Buch soll in den nächsten Wochen (Tagen?) erscheinen. Wollt ihr es mal sehen?

Büdde: Blog von PersonalNovel

Die Beispielgeschichte

Der Plotratgeber ist fertig durchgeplant und im Moment plotte ich selbst. Denn ein Ratgeber braucht auch immer gute Beispiele, um anschaunlich zu sein.

Ich habe mir vorgenommen, sozusagen vor den Augen der Leser einen fiktiven Roman zu plotten. Das hilft auch mir selbst, denn dadurch werden mir mögliche Problemsituationen noch einmal ganz aktuell deutlich.

Genau diese Beispielgeschichte plotte ich gerade. Und ich muss sagen, ich hätte Lust, sie zu schreiben. 🙂

2011

Den Kopf voll Arbeit komme ich im Moment wenig zum Bloggen. Daher gibt es heute nur einen kleinen Ausblick aufs kommende Jahr:

Im Frühjahr wird ein personalisierbarer Roman unter meinem Pseudonym Ben Philipp erscheinen. Abgabetermin ist am 15. Januar, weshalb ich mich eben jetzt im absoluten Endspurt befinde.

Anschließend widme ich meine Aufmerksamkeit nach einem kleinen Durchschnaufen voll und ganz dem Plotratgeber, der ebenfalls 2011 erscheinen wird. Geplant ist außerdem eine Kurzgeschichtenveröffentlichung, für die es aber noch kein genaues Erscheinungsdatum gibt.

Schreiberisch liegen dann weitere Projekte an, auf die ich mich schon sehr freue. Ob, wann und wo diese zur Veröffentlichung reifen werden, steht noch gänzlich in den Sternen. Sie werden damit meine ersten größeren Projekte sein, für die nicht von Beginn an ein Abnehmer feststeht. Für ein bisschen Aufregung ist also gesorgt.

Meinen Bloglesern wünsche ich einen guten Rutsch sowie ein frohes und gesundes Jahr 2011!

PB-Plotten: 21-23 – Überarbeitung

Den letzten Schritt in der Manuskripterstellung stellt die Überarbeitungsphase dar. Wie viele Durchgänge man dafür benötigt, ist vom Autor, aber auch vom Text abhängig. In meinem Modell sind es drei Arbeitsgänge, was aber nur als Orientierung gelten soll.

Es mag Autoren geben, die schon nach zwei Überarbeitungsschritten ein verlagsreifes Manuskript erreichen, andere müssen sich dagegen deutlich mehr Zeit nehmen.

Wer sein Manuskript von Testlesern, sogenannten Betalesern, gegenlesen lässt, wird vor und nach deren Zuarbeit mehrere Überarbeitungsdurchgänge durchführen. Und natürlich wird mindestens ein weiterer Duchgang fällig, wenn das Manuskript mit den Anmerkungen des Lektorats zurückkommt.

Es gibt durchaus die Meinung, dass die Hauptarbeit des Autors erst mit der Überarbeitung beginnt. Manche Autoren nehmen sich mehr Zeit für die Überarbeitung als für den vorhergehenden Schreibprozess.

In jedem Fall steckt in der Überarbeitung weit mehr, als manch angehender Autor offenbar darin vermutet. Denn die Korrektur von Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik macht dabei den kleinsten Teil aus.

Wer nicht stets einen Rundumschlag startet und alles, was ihm auffällt, sofort korrigiert, dem würde ich empfehlen, sich die Korrekturen für den Schluss aufzuheben. Schließlich ist es wenig sinnvoll, einen Abschnitt komplett zu korrigieren, der letztlich doch noch stark abgeändert oder gar ganz gestrichen wird.

Eine Überarbeitungsreihenfolge, die zu meinem Modell passt, könnte etwa sein:

  1. Änderungen, die das Gesamtkonzept betreffen oder die sich durch die Abschlussrecherchen ergeben haben, dazu eine gründliche Prüfung auf innere logische Zusammenhänge und Schlüssigkeit. Dabei auch ein besonderes Augenmerk auf stimmige Figuren und eine stimmige Figurenentwicklung, die Entwicklung des Konflikts und die (hoffentlich) bewiesene Prämisse legen. Am Ende dieses Durchgangs sollten alle inhaltlichen Streichungen und Änderungen bezüglich des Plots abgeschlossen sein.
  2. Stilanalyse! Jetzt werden die Formulierungen abgeklopft, Wiederholungen, sofern sie keine Funktion erfüllen und sich sinnvoll (!!!) vermeiden lassen, umschifft, man sucht nach Stilbrüchen und Unsauberkeiten im Ausdruck. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Dialoge, die man schleifen muss. Sie lassen sich fast immer bei der Überarbeitung noch verbessern. Wo es dem Werk angemessen ist, wird auf eine bildhafte Sprache geachtet (Metaphern, Vergleiche, Wortschöpfungen, …). Am Ende dieses Durchgangs sollte  das Manuskript stilistisch nach bestem Wissen und Gewissen in Topform sein.
  3. Prüfung von Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik (die Korrekturprogramme inkl. Dudenkorrektor können hier immer nur Teilarbeit leisten, sind niemals ausreichend).

Damit ist die Reihe PB-Plotten zu ihrem Ende gelangt. Ich hoffe, sie war ein bisschen hilfreich.

(PB-Plotten: Die Liste)

PB-Plotten: 20 – Recherche 3

Wenn das Rohmanuskript steht, sollte man vor der Überarbeitung ohnehin eine kleine Pause einfügen. Wer nicht schon beim Schreiben all das, was noch nachzurecherchieren war, erledigt hat,  sollte jetzt die Zeit dafür nutzen, damit auch die letzten Erkenntnisse in die erste Überarbeitung einfließen können.

Ansonsten unterscheidet sich der dritte Recherchedurchgang natürlich nicht von den vorherigen.

(PB-Plotten: Die Liste)

PB-Plotten: 19 – Rohmanuskript

Tja, ob man nun viel oder wenig Aufwand mit dem Plotten betrieben hat, die eigentliche Schreibarbeit hat man erst noch vor sich. Und deren Ergebnis kann immer nur eine erste Fassung sein, ein Rohmanuskript, das von der Endfassung noch den einen oder anderen Überarbeitungsschritt entfernt ist.

Auch wird die umfangreichste Vorausplanung nicht vollständig davor schützen, beim Schreiben nicht doch noch Lücken, Fehler oder Verbesserungsmöglichkeiten zu finden.

Wie man damit umgehen sollte, ist schwerlich in einen allgemeinen Empfehlung auszudrücken. So gibt es Autoren, die es schaffen, sich während der Niederschrift der Rohversion von allen perfektionistischen Korrekturteufeln freizumachen. Sie schreiben den Text herunter, ohne sich schon um den optimalen Ausdruck zu scheren, merken Lücken und Schwächen im Manuskript bestenfalls an und schieben die Beseitigung aller Unklarheiten bis zur Überarbeitungsphase auf.

Auf der anderen Seite stehen die, die kaum einen einzelnen Satz zu Papier bringen, ehe sie nicht davon überzeugt sind, dass der vorherige sein bestmögliches Outfit angelegt hat, die nicht weiterkommen, wenn sie nicht auch noch das letzte Detail, das ihnen den Weg versperrt hat, in Grund und Boden recherchiert haben, die keine neue Szene beginnen können, wenn sie in der vorhegehenden noch eine klitzekleine logische Schwäche vermuten.

Letztere Spezies, zu der ich mich auch rechne, hat den Vorteil, mit der ersten Fassung der Finalversion schon recht nahe zu kommen. Dafür allerdings hat sie größere Schwierigkeiten, täglich eine gleichbleibend hohe Schreibleistung zu erzielen. Kleinigkeiten sorgen für Unterbrechung und können hin und wieder zur Verzweiflung führen.

Wer es kann, der sollte durchaus versuchen, die Rohversion quasi in einem Rutsch zu erstellen. Wer umfangreich plottet, sollte auch dann in der Überarbeitungsphase keine allzu großen Schwierigkeiten mit grundlegenden und/oder sehr umfangreichen Nachbesserungen und Änderungen bekommen.

Wo allerdings etwas grundsätzlich nicht funktioniert, sollte man darauf achten, dass man nicht sinnlos weiterschreibt.

(PB-Plotten: Die Liste)

PB-Plotten: 18 – Präsentationsexposé

Zum Anfertigen eines Exposés habe ich schon beim Punkt Arbeitsexposé etwas gesagt. Natürlich wird man in den wenigsten Fällen das Arbeitsexposé verschicken können. Es muss inhaltlich und stilistisch überarbeitet werden. Möglicherweise sollte man es ganz neu schreiben und das Arbeitsexposé nur als Orientierung verwenden.

Ganz klar sollte man sich jetzt noch einmal vor Augen führen, dass das Exposé den Roman verkaufen soll. Der wichtigste Aspekt ist also, dass es Interesse weckt, spannend geschrieben ist und auf keinen Fall langweilt.

Im Vergleich dazu ist es völlig unwichtig, ob Nebenfigur Klaus auch Erwähnung findet, ob beschrieben wird, wie oft sich der Protagonist Peter die Haare kämmt und welche Eigenschaften den Antagonisten als Gestaltwandler im Einzelnen auszeichnen.

Ein Pitch zu Beginn, ein kurzes Umreißen der Hauptfigur(en) und dann eine mitreißende Beschreibung der Entwicklung des zentralen Konflikts bis hin zu seiner Auflösung.

Was sonst noch gefordert wird, sollte vom ausgewählten Verlag  (bzw. der Agentur) abhängen. Die Anforderungen finden sich meist auf der Homepage. Besser noch ist es, direkt Kontakt zum Lektorat aufzunehmen (Impressum auf der Homepage).

Natürlich sollte Exposé und Leseprobe ein Anschreiben beiliegen, in dem man sich und sein Werk kurz vorstellt. Auch eine Autorenvita ist meist gefragt. Möglicherweise ist noch eine übersichtliche Liste zu den Figuren gefragt.

Kernstück sind aber immer Exposé und Leseprobe.

(PB-Plotten: Die Liste)

TeVeRo: Ein Test zum Spaß

Ich habe heute ein kleines Spaßprojekt begonnen. Nichts, was mich Arbeitszeit kostet. Dennoch ist es gleich in zweierlei Hinsicht sinnvoll. Zum einen Sinn will ich nichts sagen, ist auch eher privat, zum anderen erprobe ich damit die Autorensoftware TeVeRo und will davon hin und wieder auf diesem Blog berichten.

TeVeRo ist Freeware für Windows und lässt sich zum Beispiel hier und hier kostenlos herunterladen. Leider wartet das Programm gleich mit einem großen Manko auf, das sich im TeVeRo-Forum von kurzgeschichten.de nachlesen lässt. Dort schreibt Entwickler Matthias Kahlow am 17.01.2009:

Die Entwicklung ist momentan eingestellt, ja. Liegt zum Einen daran, dass ich kaum Zeit dafür habe, und zum Anderen, dass mir der Quellcode bei einem Festplattencrash flöten gegangen ist.

Wer sich dennoch für dieses Programm entscheidet, muss also wissen, dass er mit eventuellen Schwächen und Bugs vorraussichtlich langfristig leben muss. Aber möglicherweise überwiegen ja die Stärken.

Auf mich machte das Programm aber heute gleich einen guten Eindruck. Ob sich der bestätigt, werden wir sehen. Ein erster Versuch nach der Installation, in einem neu angelegten Projekt einen Charakter anzulegen, scheiterte leider. War aber kein Problem. Nach der Installation lässt sich das Programm zwar gleich starten, doch ein Windows-Neustart ist empfehlenswert. Danach ging alles glatt.

Anders als yWriter und Storybook ist TeVeRo ein recht schlankes Programm. Das betrifft nicht nur den Speicherbedarf (da unterbietet es yWriter nur unwesentlich), sondern vor allem die Funktionen.

Das mag nach Kritik klingen, ist aber nicht so gemeint.
Zum einen wird mancher Autor die Übersichtlichkeit schätzen. TeVeRo unterscheidet sich in der Ansicht kaum von der gewohnten Textverarbeitung. Die Textverarbeitung stellt auch das Herzstück des Programms dar.
Zum anderen baut TeVeRo im Unterschied zu den genannten Kontrahenten nicht auf Szenen- und Kapitelplanung auf, was je nach Geschmack als Vor- oder Nachteil empfunden werden kann.

 

TeVeRo
TeVeRo Screenshot: Klick für großes Bild

Zum normalen Texteditorfenster gesellt sich auf der rechten Seite einfach eines von vier möglichen Aufgabenfenstern:

  1. zum Ablauf, das neben der Möglichkeit, eine Prämisse zu formulieren, das Plotten und die Übersicht durch frei wählbare Handlungspunkte möglich macht (s. Screenshot), die sich über Lesezeichen mit Textstellen im Manuskript verknüpfen lassen,
  2. zu den Figuren, die in frei wählbare Gruppen aufgeteilt werden können (etwa Hauptfiguren, Nebenfiguren, Familie von Hannah, die Bluthundgang usw.) und deren Charakterblätter man frei ausfüllen kann,
  3. zu den Schauplätzen, die ebenso frei beschrieben werden können und
  4. als Zettelkasten, in dem man alle möglichen Notizen ablegen kann.

Dazu lassen sich jeweils Objekte wie etwa Grafiken oder Fotos einfügen.

Die Rechtschreib- und Grammatikprüfung wird von Word eingebunden, was also installiert sein muss. Andernfalls muss man den Text extern mit einer anderen Textverarbeitung prüfen.

Für die Kontrolle des Arbeitspensums gibt man ein tägliches Arbeitsziel in Zeichen ein und kann dann über die Statistik abrufen, ob man noch im Plan liegt. Langfristigere Zielvorgaben (etwa die Eingabe von Abgabeterminen oder des geplanten Gesamtumfangs des Manuskripts) wie zum Beispiel bei yWriter sind nicht möglich.

Ob die zusätzlichen Gimmicks zum Vergleichen zweier Charaktere oder gar der Exposéassistent wirklich hilfreich sind, kann ich noch nicht einschätzen, habe da so meine Zweifel.

Dennoch, wenn das Programm hält, was es verspricht, dürfte es vor allem für diejenigen, die entweder weniger umfangreich plotten (denen also die Möglichkeiten der anderen Programme schon zu viel und zu verwirrend sind) oder deren Planung sich nicht an Kapiteln und Szenen orientiert, hilfreich sein.

Damit bietet es sich gerade denjenigen an, die die Möglichkeit zu sehr individueller Planung schätzen. Schließlich steht es jedem völlig frei, nach welchen Kriterien er etwa die Handlungspunkte festlegt (es könnten eben auch Szenen oder Kapitel sein).

Auch Bauchschreiber sind mit dem Programm gut bedient, weil sie die Aufgabenfenster unabhängig vom Fortschritt des Manuskripts für ihre Notizen nutzen können.

Schließlich hilft es auch denjenigen, die ein Manuskript erarbeiten, das ohne Kapiteleinteilung auskommt, etwa kürzere Texte wie Erzählungen und Kurzgeschichten.

Damit dürfte dann auch schon fast alles zu dem kleinen Programm gesagt sein. Nur, ob es sich bewährt, muss ich noch herausfinden.

PB-Plotten: 17 – Präsentationspitch

Um sich um einen Verlags- oder Agenturvertrag zu bewerben, empfiehlt es sich, einen Pitch zu formulieren. Was das ist und wie man das macht, habe ich beim Arbeitspitch beschrieben.

Wer einen solchen Arbeitspitch bereits formuliert hat, sollte ihn noch einmal überprüfen. Passt er noch? Lässt er sich noch besser formulieren? Ist möglicherweise ein Aspekt, der erst später aufgetaucht ist, besser für den Pitch zu verwenden?

Vor allem aber ist der Pitch jetzt wirklich für die Präsentation, nicht mehr für die eigene Arbeit gedacht und sollte, falls nötig, entsprechend umformuliert werden.

Von Verlagen oder Agenturen wird selten explizit ein Pitch gefordert. Wo platziert man ihn also? Möglich ist, ihn im Verlagsanschreiben zu verwenden. Noch besser platziert ist er allerdings als Einleitung zum Exposé. Möglich ist theoretisch auch beides.

(PB-Plotten: Die Liste)