Die Geschichte mit den Geschichten

Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
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© Marko Tomicic

Nur mal eben so für mich, damit ich den Kurzgeschichten-Überblick nicht verliere:

  • Kurzgeschichte 1 – wartet auf die Publikation,
  • Kurzgeschichte 2 – wartet, dass ich ich den Plot umsetze,
  • Kurzgeschichte 3 – wartet auf Inspiration,
  • Kurzgeschichte 4 – warte … häh?

Furcht

Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
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Nachdem ich diese Woche den von mir irgendwann einmal mehr oder weniger willkürlich geplanten Gesamtumfang meines Ratgebermanuskripts überschritten habe, bin ich fast ein bisschen froh, trotzdem noch nicht fertig zu sein. Denn irgendwann in gar nicht mehr allzu ferner Zukunft ist es dann so weit, und ich muss das Ding überarbeiten. Keine Ahnung, was mich auf den ersten Seiten erwartet. Ist schon so ewig her. Ich fürchte mich ein wenig davor.

Kapitelplanerei

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Sitze gerade an einem Kapitel zur Kapitel- und Szenenplanung. Natürlich immer noch meine drei erfundenen Romanbeispiele im Gepäck. Mann, was hab ich mir da bloß aufgehalst?

Lehrlinge und so

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Derzeit beschäftige ich mich mit Zauberlehrlingen, magischen Puppen, Plotentwürfen, Komissaren aus dem Kasperletheater, Bösewichtern, Szenenplänen, Tierschutzaktivisten, Schwarzen Streitern und Hungerleidern. Und bis auf eine dieser Gruppen sind alle ratgebend.

Szenenplanung

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Der Kurzkrimi, an dem ich gerade arbeite, kommt leider ohne intensive Vorplanung nicht aus. Glücklicherweise steht jetzt nur noch die Szenenplanung aus, mit der ich gestern begonnen habe.

HP-Probleme

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Diese Woche werde ich mich meiner Homepage widmen müssen. Müssen, weil sie leider offenbar gehackt wurde, weshalb ich sie jetzt hier auch nicht verlinke. Zugegebenermaßen habe ich wenig Lust dazu, weil sich aktuell sowieso nahezu alles hier auf dem Blog abspielt. Aber ich werde kaum darum herumkommen.

Ansonsten steht in dieser Woche viel Lektorieren und viel Schreiben an. Nichts Besonderes also.

Gute Aussicht

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Ja, ja, die gute Aussicht. Jedenfalls am Beginn eines Jahres ist sie immer ziemlich klar. So auch bei mir:

Abschließen will ich zunächst endlich den Ratgeber, der längst fertig sein sollte. Leider hat mich vor allem das Tägliche-Brötchen-Verdienen und der eine oder andere Umstand mehr arg in Zeitverzug gebracht. Jetzt kann es aber nicht mehr lange dauern.

Im Anschluss freue ich mich sehr darauf, „Die Tränen der Gräfin“ (Arbeitstitel) zu meinem Hauptprojekt zu erklären. Beim Nachfolger der „Kriegerin“ will ich so schnell wie möglich ein aussagekräftiges Exposé und eine spannende Leseprobe erarbeiten, um mich damit bei einer Agentur zu bewerben.

Damit sind die wesentlichen Schreibvorhaben für 2012 bereits umrissen. Es sind außerdem zwei Anthologieprojekte in Planung, an denen ich mit jeweils einem Kurzkrimi beteiligt sein werde.

Ob, wie viele und welche Aufgaben dieses Jahr für den pseudonymen Ben Philipp anstehen, ist dagegen noch gar nicht klar. Noch sehr vage zeichnet sich eine größere Sache am Horizont ab, die ein Gemeinschaftsprojekt mit einer von mir sehr geschätzten Autorin sein könnte. Aber diese Eier sind noch nicht gelegt, allenfalls ist ein Nest gebaut.

Außerdem bin ich sehr gespannt darauf, ob sich der Autorenstammtisch M-V, der am 20. Januar zum ersten Mal stattfindet, dauerhaft durchsetzen wird. Ich hoffe es!

Guter Start

Mit meinem Ratgeber bin ich in der vergangenen Woche gut vorangekommen. Nach den ganzen Vorbereitungen habe ich mit dem Schreiben begonnen und den Einleitungsteil abgeschlossen. Im Moment befinde ich mich mitten im ersten Kapitel nach der Einleitung. Zehn weitere und ein kleiner Anhang sollen nach meiner Planung folgen.

Außerdem bekam ich vorhin gerade eine Mail der Verlagslektorin meines Pseudonyms Ben Philipp. Der Roman gefällt und wird pünktlich erscheinen.

PB-Plotten: 20 – Recherche 3

Wenn das Rohmanuskript steht, sollte man vor der Überarbeitung ohnehin eine kleine Pause einfügen. Wer nicht schon beim Schreiben all das, was noch nachzurecherchieren war, erledigt hat,  sollte jetzt die Zeit dafür nutzen, damit auch die letzten Erkenntnisse in die erste Überarbeitung einfließen können.

Ansonsten unterscheidet sich der dritte Recherchedurchgang natürlich nicht von den vorherigen.

(PB-Plotten: Die Liste)

PB-Plotten: 19 – Rohmanuskript

Tja, ob man nun viel oder wenig Aufwand mit dem Plotten betrieben hat, die eigentliche Schreibarbeit hat man erst noch vor sich. Und deren Ergebnis kann immer nur eine erste Fassung sein, ein Rohmanuskript, das von der Endfassung noch den einen oder anderen Überarbeitungsschritt entfernt ist.

Auch wird die umfangreichste Vorausplanung nicht vollständig davor schützen, beim Schreiben nicht doch noch Lücken, Fehler oder Verbesserungsmöglichkeiten zu finden.

Wie man damit umgehen sollte, ist schwerlich in einen allgemeinen Empfehlung auszudrücken. So gibt es Autoren, die es schaffen, sich während der Niederschrift der Rohversion von allen perfektionistischen Korrekturteufeln freizumachen. Sie schreiben den Text herunter, ohne sich schon um den optimalen Ausdruck zu scheren, merken Lücken und Schwächen im Manuskript bestenfalls an und schieben die Beseitigung aller Unklarheiten bis zur Überarbeitungsphase auf.

Auf der anderen Seite stehen die, die kaum einen einzelnen Satz zu Papier bringen, ehe sie nicht davon überzeugt sind, dass der vorherige sein bestmögliches Outfit angelegt hat, die nicht weiterkommen, wenn sie nicht auch noch das letzte Detail, das ihnen den Weg versperrt hat, in Grund und Boden recherchiert haben, die keine neue Szene beginnen können, wenn sie in der vorhegehenden noch eine klitzekleine logische Schwäche vermuten.

Letztere Spezies, zu der ich mich auch rechne, hat den Vorteil, mit der ersten Fassung der Finalversion schon recht nahe zu kommen. Dafür allerdings hat sie größere Schwierigkeiten, täglich eine gleichbleibend hohe Schreibleistung zu erzielen. Kleinigkeiten sorgen für Unterbrechung und können hin und wieder zur Verzweiflung führen.

Wer es kann, der sollte durchaus versuchen, die Rohversion quasi in einem Rutsch zu erstellen. Wer umfangreich plottet, sollte auch dann in der Überarbeitungsphase keine allzu großen Schwierigkeiten mit grundlegenden und/oder sehr umfangreichen Nachbesserungen und Änderungen bekommen.

Wo allerdings etwas grundsätzlich nicht funktioniert, sollte man darauf achten, dass man nicht sinnlos weiterschreibt.

(PB-Plotten: Die Liste)

PB-Plotten: 18 – Präsentationsexposé

Zum Anfertigen eines Exposés habe ich schon beim Punkt Arbeitsexposé etwas gesagt. Natürlich wird man in den wenigsten Fällen das Arbeitsexposé verschicken können. Es muss inhaltlich und stilistisch überarbeitet werden. Möglicherweise sollte man es ganz neu schreiben und das Arbeitsexposé nur als Orientierung verwenden.

Ganz klar sollte man sich jetzt noch einmal vor Augen führen, dass das Exposé den Roman verkaufen soll. Der wichtigste Aspekt ist also, dass es Interesse weckt, spannend geschrieben ist und auf keinen Fall langweilt.

Im Vergleich dazu ist es völlig unwichtig, ob Nebenfigur Klaus auch Erwähnung findet, ob beschrieben wird, wie oft sich der Protagonist Peter die Haare kämmt und welche Eigenschaften den Antagonisten als Gestaltwandler im Einzelnen auszeichnen.

Ein Pitch zu Beginn, ein kurzes Umreißen der Hauptfigur(en) und dann eine mitreißende Beschreibung der Entwicklung des zentralen Konflikts bis hin zu seiner Auflösung.

Was sonst noch gefordert wird, sollte vom ausgewählten Verlag  (bzw. der Agentur) abhängen. Die Anforderungen finden sich meist auf der Homepage. Besser noch ist es, direkt Kontakt zum Lektorat aufzunehmen (Impressum auf der Homepage).

Natürlich sollte Exposé und Leseprobe ein Anschreiben beiliegen, in dem man sich und sein Werk kurz vorstellt. Auch eine Autorenvita ist meist gefragt. Möglicherweise ist noch eine übersichtliche Liste zu den Figuren gefragt.

Kernstück sind aber immer Exposé und Leseprobe.

(PB-Plotten: Die Liste)

TeVeRo: Ein Test zum Spaß

Ich habe heute ein kleines Spaßprojekt begonnen. Nichts, was mich Arbeitszeit kostet. Dennoch ist es gleich in zweierlei Hinsicht sinnvoll. Zum einen Sinn will ich nichts sagen, ist auch eher privat, zum anderen erprobe ich damit die Autorensoftware TeVeRo und will davon hin und wieder auf diesem Blog berichten.

TeVeRo ist Freeware für Windows und lässt sich zum Beispiel hier und hier kostenlos herunterladen. Leider wartet das Programm gleich mit einem großen Manko auf, das sich im TeVeRo-Forum von kurzgeschichten.de nachlesen lässt. Dort schreibt Entwickler Matthias Kahlow am 17.01.2009:

Die Entwicklung ist momentan eingestellt, ja. Liegt zum Einen daran, dass ich kaum Zeit dafür habe, und zum Anderen, dass mir der Quellcode bei einem Festplattencrash flöten gegangen ist.

Wer sich dennoch für dieses Programm entscheidet, muss also wissen, dass er mit eventuellen Schwächen und Bugs vorraussichtlich langfristig leben muss. Aber möglicherweise überwiegen ja die Stärken.

Auf mich machte das Programm aber heute gleich einen guten Eindruck. Ob sich der bestätigt, werden wir sehen. Ein erster Versuch nach der Installation, in einem neu angelegten Projekt einen Charakter anzulegen, scheiterte leider. War aber kein Problem. Nach der Installation lässt sich das Programm zwar gleich starten, doch ein Windows-Neustart ist empfehlenswert. Danach ging alles glatt.

Anders als yWriter und Storybook ist TeVeRo ein recht schlankes Programm. Das betrifft nicht nur den Speicherbedarf (da unterbietet es yWriter nur unwesentlich), sondern vor allem die Funktionen.

Das mag nach Kritik klingen, ist aber nicht so gemeint.
Zum einen wird mancher Autor die Übersichtlichkeit schätzen. TeVeRo unterscheidet sich in der Ansicht kaum von der gewohnten Textverarbeitung. Die Textverarbeitung stellt auch das Herzstück des Programms dar.
Zum anderen baut TeVeRo im Unterschied zu den genannten Kontrahenten nicht auf Szenen- und Kapitelplanung auf, was je nach Geschmack als Vor- oder Nachteil empfunden werden kann.

 

TeVeRo
TeVeRo Screenshot: Klick für großes Bild

Zum normalen Texteditorfenster gesellt sich auf der rechten Seite einfach eines von vier möglichen Aufgabenfenstern:

  1. zum Ablauf, das neben der Möglichkeit, eine Prämisse zu formulieren, das Plotten und die Übersicht durch frei wählbare Handlungspunkte möglich macht (s. Screenshot), die sich über Lesezeichen mit Textstellen im Manuskript verknüpfen lassen,
  2. zu den Figuren, die in frei wählbare Gruppen aufgeteilt werden können (etwa Hauptfiguren, Nebenfiguren, Familie von Hannah, die Bluthundgang usw.) und deren Charakterblätter man frei ausfüllen kann,
  3. zu den Schauplätzen, die ebenso frei beschrieben werden können und
  4. als Zettelkasten, in dem man alle möglichen Notizen ablegen kann.

Dazu lassen sich jeweils Objekte wie etwa Grafiken oder Fotos einfügen.

Die Rechtschreib- und Grammatikprüfung wird von Word eingebunden, was also installiert sein muss. Andernfalls muss man den Text extern mit einer anderen Textverarbeitung prüfen.

Für die Kontrolle des Arbeitspensums gibt man ein tägliches Arbeitsziel in Zeichen ein und kann dann über die Statistik abrufen, ob man noch im Plan liegt. Langfristigere Zielvorgaben (etwa die Eingabe von Abgabeterminen oder des geplanten Gesamtumfangs des Manuskripts) wie zum Beispiel bei yWriter sind nicht möglich.

Ob die zusätzlichen Gimmicks zum Vergleichen zweier Charaktere oder gar der Exposéassistent wirklich hilfreich sind, kann ich noch nicht einschätzen, habe da so meine Zweifel.

Dennoch, wenn das Programm hält, was es verspricht, dürfte es vor allem für diejenigen, die entweder weniger umfangreich plotten (denen also die Möglichkeiten der anderen Programme schon zu viel und zu verwirrend sind) oder deren Planung sich nicht an Kapiteln und Szenen orientiert, hilfreich sein.

Damit bietet es sich gerade denjenigen an, die die Möglichkeit zu sehr individueller Planung schätzen. Schließlich steht es jedem völlig frei, nach welchen Kriterien er etwa die Handlungspunkte festlegt (es könnten eben auch Szenen oder Kapitel sein).

Auch Bauchschreiber sind mit dem Programm gut bedient, weil sie die Aufgabenfenster unabhängig vom Fortschritt des Manuskripts für ihre Notizen nutzen können.

Schließlich hilft es auch denjenigen, die ein Manuskript erarbeiten, das ohne Kapiteleinteilung auskommt, etwa kürzere Texte wie Erzählungen und Kurzgeschichten.

Damit dürfte dann auch schon fast alles zu dem kleinen Programm gesagt sein. Nur, ob es sich bewährt, muss ich noch herausfinden.

PB-Plotten: 17 – Präsentationspitch

Um sich um einen Verlags- oder Agenturvertrag zu bewerben, empfiehlt es sich, einen Pitch zu formulieren. Was das ist und wie man das macht, habe ich beim Arbeitspitch beschrieben.

Wer einen solchen Arbeitspitch bereits formuliert hat, sollte ihn noch einmal überprüfen. Passt er noch? Lässt er sich noch besser formulieren? Ist möglicherweise ein Aspekt, der erst später aufgetaucht ist, besser für den Pitch zu verwenden?

Vor allem aber ist der Pitch jetzt wirklich für die Präsentation, nicht mehr für die eigene Arbeit gedacht und sollte, falls nötig, entsprechend umformuliert werden.

Von Verlagen oder Agenturen wird selten explizit ein Pitch gefordert. Wo platziert man ihn also? Möglich ist, ihn im Verlagsanschreiben zu verwenden. Noch besser platziert ist er allerdings als Einleitung zum Exposé. Möglich ist theoretisch auch beides.

(PB-Plotten: Die Liste)

PB-Plotten: 16 – Probekapitel

Mit der Planung sind wir fertig, geplottet haben wir auch bis zum Ende. Die folgenden Schritte stellen also ein kleines Extra dar.

Wie auch der Präsentationspitch und das Präsentationsexposé hilft das Probekapitel zu diesem Zeitpunkt nur denjenigen, die im Kontakt mit Verlag oder Agentur nicht auf ein fertiges Manuskript angeweisen sind. Ein Autor, der sich mit seinem ersten Buchprojekt um einen Vertrag bemüht, bzw. derjenige, der bisher noch auf keine Romanveröffentlichungen verweisen kann, wird in der Regel nur mit einem fertiggestellten Manuskript auf Verlagssuche gehen können.

Hat ein Autor dagegen bewiesen, dass er einen Roman zu Ende schreiben kann, entscheiden Verlage oder Agenturen oft schon anhand von Exposé und Leseprobe. Manche Autoren kommen sogar nur mit Exposé oder gar nur mit der groben Vorstellung einer Idee aus.

Wer so weit noch nicht ist, beschäftigt sich also jetzt erst einmal damit, sein Manuskript zu schreiben, wählt erst im Anschluss daran ein oder mehrere Probekapitel aus und schreibt das Exposé.

Je nach den Anforderungen des Verlags oder der Agentur wählt man als Leseprobe ein oder zwei Kapitel. Die Anforderungen sind meist auf Seitenzahlen ausgelegt, sodass man sich auch danach richten sollte. Möglicherweise plant oder hat man sehr lange Kapitel, sodass man mit einen Auszug aus einem Kapitel auskommt, bei sehr kurzen Kapiteln wählt man entsprechend mehr aus.

Wenn nicht ausdrücklich eine Leseprobe vom Anfang oder aus der Mitte des Manuskripts gefordert ist, steht der Autor vor der Qual der Wahl. Warum eigentlich? Wenn ich ein starkes Manuskript anzubieten habe, sollte es nahezu unerheblich sein, von welcher Stelle ich eine Leseprobe anbiete. Habe ich das Gefühl, das Manuskript habe seine Stärken nur an bestimmten Stellen, sollte ich die anderen überarbeiten und nicht verschämt zurückhalten.

Für denjenigen, der sein Probekapitel extra für die Verlags- oder Agenturbewerbung schreibt, bietet sich der Vorteil, dass er beim Schreiben dieses Kapitels sicherlich besonders sorgfältig vorgeht. Allerdings sollte er sich diese Sorgfalt auch für das Gesamtmanuskript bewahren, so er denn die Zusage bekommt.

Ich würde empfehlen, den Romananfang zu wählen. Der muss später auch den Leser überzeugen. Und er sagt dem Lektor oder Agenten, dass der Autor nicht erst lange nach etwas Repräsentativem suchen musste.

Nun könnte man der Ansicht sein, der Romananfang sei eben nicht repräsentativ für den gesamten Roman. Der Konflikt ist gerade erst im Entstehen, der Leser wird möglicherweise erst sanft in die Geschehnisse eingeführt. Vielleicht haben wir es mit einem actionreichen Thriller zu tun, der erst noch Fahrt aufnimmt. Oder der Protagonist berfindet sich zu Beginn noch in der realen Welt, wird aber in Kapitel drei den Übergang in eine fantastische Parallelwelt beschreiten. Wie soll sich der Lektor oder der Agent anhand des ersten Kapitels einen Eindruck davon verschaffen?

Die Antwort ist ebenso einfach wie eindeutig: gar nicht! Das muss er auch nicht, denn die Leseprobe ist dafür nicht gedacht. Sie könnte es ohnehin nicht leisten, schließlich sind Romane oft so facettenreich, dass man sie eben komplett lesen müsste, um all diese Facetten zu erleben.

Tatsächlich soll die Leseprobe einen Eindruck davon vermitteln, wie der Autor schreibt. Beherrscht er sein Handwerk? Ist sein Schreibstil eingängig und dem Werk angemessen? Versteht er es, das, was er vermitteln möchte, sprachlich umzusetzen? Schreibt er flüssig, spannend, bildreich, effizient, …

Kurz: Ist er sprachlich ausgereift, besitzt er Potenzial oder allzu große Schwächen. Ob aber der Roman selbst, die Idee dahinter, der strukturelle Aufbau und der Plot insgesamt ebensolches Potenzial besitzen, soll nicht die Leseprobe klären, sondern das Exposé!

Daher ist es nicht notwendig, sich einen Kopf zu machen, ob die Leseprobe das Potenzial des Romans repräsentieren kann. Sie soll das schreiberische Potenzial des Autors zeigen. Stattdessen sollte man sich bemühen, dass das Exposé die bestmögliche Werbung für den Roman als Ganzes darstellt. Wird der Lektor oder der Agent vom Exposé mitgerissen und vom Probekapitel alles andere als enttäuscht, wird er auch bald den gesamten Text kennenlernen wollen.

(PB-Plotten: Die Liste)

PB-Plotten: 15 – Recherche 2

Der gesamte Plot ist geplant und hoffentlich noch einmal durchgecheckt, dann kann es ja losgehen mit dem Schreiben. Doch vermutlich wird sich längst noch einiges ergeben haben, was noch zu recherchieren ist. Sollte man das nicht schon nebenher erledigt haben, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt dafür. Nicht zuletzt, weil es auch noch einmal durchatmen lässt, bevor es losgeht.

Möglicherweise gibt es im Plot mithilfe der Recherche auch noch Löcher zu stopfen. Auch könnte mancher Fehler durch die erneute Recherche erst aufgedeckt werden. Also auch für denjenigen, der als nächstes seine Unterlagen für die Verlags- oder Agenturbewerbung erstellen will, nicht zu verachten.

Ob wir als nächstes mit dem Schreiben der 1. Fassung beginnen oder ein Probekapitel erstellen, die Recherche sollte so umfangreich sein, dass wir mit der Überzeugung ans Schreiben gehen, diesen Prozess nicht mehr für weitere Recherchen unterbrechen zu müssen.

Daher sei noch einmal deutlich gesagt, dass auch die kleinen Dinge zu recherchieren sind: Weiß man etwa, wann für eine Verkäuferin im Supermarkt die Frühschicht beginnt oder wie viel sie in etwa verdient? Lebt ein Hirsch in einer Rotte, einer Herde oder einem Rudel? Gibt es den Golf Baujahr ’95 überhaupt in der Kombination 60 PS und Automatik? Wenn in meiner Geschichte ein übergroßer Tiger von 1,80  Meter Schulterhöhe vorkommen soll, wie lang ist der dann vom Kopf bis zum Schwanz?

Das Problem stellen gerade solche Fragen dar, an die man nicht so einfach denkt. Noch schlimmer sind nur die, von denen man sich sicher ist, man wüsste die Antwort. Wer also immer von einer Herde Hirsche spricht, wird vermutlich gar nicht mehr nachschlagen.

Leider finden sich immer Leser, die es besser wissen. Und die  wenigsten schauen über solch scheinbare Kleinigkeiten großzügig hinweg. Daher sollte man auch das, was man zu wissen glaubt, lieber noch einmal hinterfragen.

(PB-Plotten: Die Liste)