Gute Aussicht

Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
© Marko Tomicic

Ja, ja, die gute Aussicht. Jedenfalls am Beginn eines Jahres ist sie immer ziemlich klar. So auch bei mir:

Abschließen will ich zunächst endlich den Ratgeber, der längst fertig sein sollte. Leider hat mich vor allem das Tägliche-Brötchen-Verdienen und der eine oder andere Umstand mehr arg in Zeitverzug gebracht. Jetzt kann es aber nicht mehr lange dauern.

Im Anschluss freue ich mich sehr darauf, „Die Tränen der Gräfin“ (Arbeitstitel) zu meinem Hauptprojekt zu erklären. Beim Nachfolger der „Kriegerin“ will ich so schnell wie möglich ein aussagekräftiges Exposé und eine spannende Leseprobe erarbeiten, um mich damit bei einer Agentur zu bewerben.

Damit sind die wesentlichen Schreibvorhaben für 2012 bereits umrissen. Es sind außerdem zwei Anthologieprojekte in Planung, an denen ich mit jeweils einem Kurzkrimi beteiligt sein werde.

Ob, wie viele und welche Aufgaben dieses Jahr für den pseudonymen Ben Philipp anstehen, ist dagegen noch gar nicht klar. Noch sehr vage zeichnet sich eine größere Sache am Horizont ab, die ein Gemeinschaftsprojekt mit einer von mir sehr geschätzten Autorin sein könnte. Aber diese Eier sind noch nicht gelegt, allenfalls ist ein Nest gebaut.

Außerdem bin ich sehr gespannt darauf, ob sich der Autorenstammtisch M-V, der am 20. Januar zum ersten Mal stattfindet, dauerhaft durchsetzen wird. Ich hoffe es!

Wien und MV

Was bringt es, immer in die Ferne zu schauen, um etwa die Wiener Autoren zu beneiden, die sich geradezu auf die Füße zu treten zu scheinen (nach Claudias tollem Roman lese ich jetzt schon wieder Ursula). Jetzt sieht es wirklich danach aus, dass im Januar endlich auch die (vergleichsweise dünn gesäte) Autorenschaft Mecklenburg-Vorpommerns an einem Autorenstammtisch zusammentrifft.

Ein Termin steht schon, an dem sich eine bisher noch kleine Gruppe versammeln wird. Eine Lokalität wird noch gesucht. Aber während ich noch schreibe, habe ich schon eine Idee. Als Gründungseltern dieser hoffentlich bald etablierten Veranstaltung betätigen sich derzeit neben mir meine lieben Kollegen Axel S. Meyer und Nancy Salchow.

Einmal schlucken, bitte

Der Nordosten hat gewählt. Auch der Osten im Nordosten. Ganz im Osten, sozusagen. Fast schon dort, wo die Sonne aufgeht. Und was beleuchtet sie? Ostvorpommern zum Beispiel. Und ja, der durchschnittliche Ostvorpommeraner hat sich besonnen, hat den Kopf ein klein wenig von rechts abgewandt. Nur noch 10,4 und 11,3 Prozent erreichte die NPD in den beiden Wahlkreisen.

Im Landkreis Uecker-Randow, der südlich an Ostvorpommern grenzt (beide Landkreise grenzen im Osten an Polen), bleibt man sich dagegen treu. Hier gewannen die Nationalen sogar teilweise noch dazu. In Uecker-Randow I erreichten sie zwölf Prozent, in Uecker-Randow II sogar 15,4 Prozent. Ja, richtig gelesen: Beinahe jeder sechste, der dort am Sonntag zur Wahl gegangen ist, hat sein Kreuz bei der NPD gemacht.

Das ist aber auch ein Kreuz mit dem Osten im Osten. Vielleicht sollte man die Grenze ein bisschen nach Westen verschieben. Aber wir wollen doch nicht ausgrenzen! Wozu auch? Laut einer Umfrage, so erfuhr ich gerade vom NDR-Fernsehen, wünschten sich im gesamten nordöstlichen Bundesland ganze 12 Prozent die NPD im Landtag. Die kann man doch nicht alle wegschicken! Dann wohnt hier oben ja bald keiner mehr.

Und es gibt ja, so zeigt es eben jene Umfrage, auch gute Gründe, ganz, ganz rechts zu wählen. 48 Prozent gaben an, sie glaubten zwar nicht, dass die NPD die Probleme im Land lösen könne, doch sie spreche sie wenigstens an. Und das ist doch schon mal was.

Da schämt man sich ja fast, wenn man wie ich (und ich war überrascht, ist es hier doch eher ländlich) aus einem der 10 von 36 Wahlkreisen kommt, die gegen den Strom schwimmen, indem sie die NPD die Fünf-Prozent-Hürde unterschreiten ließen. Hier scheint man die Augen vor den Problemen zu verschließen.

Vielleicht sollte ich in den Uecker-Randow-Kreis ziehen. Da würde ich dann lernen, mich den Problemen zu stellen. Aber so richtig!

Mörder finden ein Zuhause in Rostock

© Maksim Shmeljov
© Maksim Shmeljov

Endlich ist es soweit: Der Rostocker Hinstorff Verlag („Das Lächeln der Kriegerin“ ) sorgt ab August dafür, dass auch die Leser in Mecklenburg-Vorpommern regelmäßig in den Genuss regionaler Kriminalromane kommen.

Den Start der Reihe „Ostseekrimi“ macht der Roman „Mörder im Zug“ des Rostocker Autors Frank Goykes. Mehr darüber beim Nordkurier oder zusammengefasst beim Spion.

Rund um Opfer und Täter

Ich schreibe ja für die Newsredaktion des Onlineportals des Spion. Die News machen hier nur einen kleinen Teil des Portals aus, die Redaktion ist winzig und muss ohne Außenreporter auskommen. Der größte Teil der News beruht daher ausschließlich auf Onlinerecherchen.

Dennoch haben gerade lokale und regionale News für mich einen besonderen Reiz. Die hoch frequentierte Plattform wird aufgrund ihrer Herkunft hauptsächlich von Usern aus Mecklenburg-Vorpommern genutzt. Die kommen aus allen sozialen Schichten. Immer wieder erlebt man es, dass sich in den (nicht immer niveauvollen) Newskommentaren Nutzer äußern, die einen direkten Bezug zu denjenigen haben, die Anlass für die Nachricht sind.

So nun auch zu der Nachricht, die (wieder einmal) weit über die Grenzen M-Vs für Aufmerksamkeit sorgte: Tod in Rostock wegen Streit um Bollerwagen.

Am Himmelsfahrtstag wurde ein 45-Jähriger am S-Bahnhof Rostock-Warnemünde totgeschlagen. Hintergrund war der Streit zwischen zwei „Herrentagsgruppen“ um einen Bollerwagen.

Aktuell hat die Nachricht 142 Kommentare. Die meisten, die sich äußern, sind entrüstet und/oder zeigen Mitgefühl mit dem Opfer und seinen Angehörigen, fordern Höchststrafen (natürlich bis hin zur Todesstrafe) für den Täter. Darunter sind einige, die einen Bezug zur Familie des Opfers haben.

Auf Kommentarseite 14 meldet sich dann erstmals ein User namens Ku K zu Wort. Seine Äußerungen lassen eindeutig den Schluss zu, dass er am Tattag selbst anwesend war, es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass er zu der Gruppe gehörte, aus der der Täter stammt. Er betont, dass die Tat ein Unfall war.

Ohne seine (oder irgendeine andere) Aussage inhaltlich zu bewerten, finde ich es einfach intererssant, wenn so etwas zustande kommt. Noch interessanter übrigens, dass (bisher) keiner der weiteren Kommentatoren diesen Zusammenhang gesehen hat.

Ähnliches geschah vor einigen Tagen bei dieser News: Fan von St. Pauli ins Krankenhaus geprügelt.

Unter den aktuell 430 (!!!) Kommentaren findet sich einer, der nach meiner Einschätzung vom Opfer selbst stammt. Auch der fand keine weitere Beachtung.

Wenn Lesen Schule macht

5. Lesetag Mecklenburg-Vorpommern

Lesekompetenz stärken
Vom Hausmeister zum Schuldirektor – ein Tag im Zeichen des Lesens

Anlässlich des Welttags des Buches (23. April) initiiert das Literaturhaus Rostock bereits zum fünften Mal einen Lesetag an Schulen in Mecklenburg-Vorpommern. Schülerinnen und Schüler, auch Lehrer, die Schuldirektoren und Hausmeister können einen Tag lang lesen, was ihnen beliebt. Alle Schulen des Landes Mecklenburg-Vorpommern sind eingeladen, sich an der Aktion zu beteiligen, um die Lesekompetenz und die Lesemotivation der Schülerinnen und Schüler zu stärken.

Lesen gilt als eine der wichtigsten Voraussetzungen für das Verstehen von „Welt“. Lesekompetenz ist nicht nur eine notwendige Fähigkeit für das Aneignen von Wissen, sie ist fächerübergreifend die Schlüsselqualifikationen für eine erfolgreiche Bildung. Je besser das Lesen beherrscht wird, desto leichter fällt dem Kind die Aufnahme und Verarbeitung fachlichen Wissens. Nicht zuletzt fördert das Lesen die Phantasie, die Kreativität und das Einfühlungsvermögen. Damit Neugier auf Bücher geschaffen wird und das Lesen Spaß machen kann, soll im schulischen Alltag ausreichend Zeit und Raum für das Lesen selbst ausgewählter Lektüre zur Verfügung gestellt werden.

Die Idee zu diesem Lesetag hatten die Leseförderer vom Literaturhaus Rostock nach einem Vortrag der finnischen Diplom-Pädagogin Kati Jauhiainen, die berichten konnte, dass an finnischen Schulen an einem Tag in der Woche über mehrere Stunden jedes Kind selbst ausgewählte Bücher lesen kann. Diese Lesezeit gilt dann für alle: vom Schuldirektor bis zum Hausmeister lesen alle das, was sie mögen – ob anspruchsvolle Literatur, ein Sachbuch oder einen Comic.

In Anlehnung an diese Praxis aus Finnland ist der Lesetag in Mecklenburg-Vorpommern zur festen Institution um den Welttag des Buches geworden. Die Lehrerinnen und Lehrer realisieren für sich und ihre Klassen einen Lesetag. Möglich ist auch die Ausgestaltung des Lesetages zu einem Lesefest mit begleitenden Programmen wie Lesungen, einer Buchtauschbörse, der Präsentation der Lieblingsbücher, der Einrichtung einer Klassenbibliothek, einer Buchwerkstatt und vieles mehr.

Termin:
29. April 2011
Ort: alle Schulen in Mecklenburg-Vorpommern

Link http://www.literaturhaus-rostock.de

Dichter haben’s schwer

Gedichte zu verfassen ist schon nicht leicht, sie an den lesenden Lyrikfreund zu bringen noch viel schwerer. Es gibt nur noch wenige seriöse Verlage, die sich diesem Nischenthema widmen. Lyrik verkauft sich schlecht.

Was soll man also einer jungen Lyrikerin raten, die man in Leipzig auf der Buchmesse trifft (und die ganz zufällig nicht nur wie ich aus Mecklenburg-Vorpommern, sondern auch noch aus Rostock stammt). Mit einer Mischung aus Hoffnung und Verzweiflung arbeitet sie sich durch die Gänge, gierig nach jedem Hinweis, wie sie ihr Dilemma doch noch lösen kann, um eines Tages ihren Namen auf dem Cover einer gedruckten Gedichtesammlung wiederzufinden.

Natürlich sagt man ihr, sie solle nicht aufgeben. Und natürlich verweist man auf die wenigen, meist kleineren Verlage, die man sich ergoogeln kann.

Aber vielleicht ist es auch hilfreich, sich an das nächstgelegene Literaturhaus zu wenden. Denn zumindest aus Rostock weiß ich, dass hier auch die Lyrik ein offenes Ohr findet. Die Förderung von Autoren aus der Region wird großgeschrieben. Es gibt Lyrikwettbewerbe, Workshops und andere Veranstaltungen, bei denen man sich austauschen kann.

Und es gibt auch Publikationsmöglichkeiten, etwa in einer regionalen Literaturzeitschrift (in diesem Fall die Risse) oder regionalen Reihen (wie in der Bibliothek Mecklenburg-Vorpommern) und Verlagen.

Sicherlich sind die Literaturhäuser auch in anderen Städten gute Ansprechpartner um sich beraten zu lassen, möglicherweise eine Einschätzung zu den eigenen Texten zu bekommen und weitere Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Denn Dichter haben’s schwer!

Es wird spannend in M-V bis 10.09.10

Krimiwettbewerb 2010

Es geht um bisher unveröffentlichte Kurzkrimis, die in Mecklenburg-Vorpommern spielen. Der Wettbewerb ist in die 15.Literaturtage der Landeshauptstadt Schwerin integriert, die vom 12. Oktober bis zum 20. November in Schwerin stattfinden.

Neben der Veröffentlichung winken den Siegern attraktive Sachpreise wie ein Wochenende für 2 Personen in Mecklenburg-Vorpommern, ein E-Book-Reader, ein Rundflug per Ultraleichtflugzeug sowie spannende Krimibuchpakete.

Alles Weitere entnehmt ihr bitte der Ausschreibung auf krimi-mv.de.

Viel Erfolg!