Unter Protest

Autora Auge, Foto: Voronin76
Autora Auge, Foto: Voronin76
Autora Auge
(Foto: © Voronin76)

Autora Auge:
Hallo, Wankon, ich freue mich, dass du Zeit für mich hast.

Wankon:
Ja.

Autora Auge:
Du hast einen Auftritt in einem Kochbuch mit dem Titel „Die Köche III„. Ausgerechnet da ist dir aber so richtig übel. Wer oder was ist denn dafür verantwortlich, dass du nur unter größtem Protest bereit bist, in dein Elternhaus zu gehen?

Wankon:
Meine Mutter.

Philvent – die zweiundzwanzigste Tür

© Ramona Heim
© Ramona Heim
© Ramona Heim

Ich wünsche euch eine frohe Philventszeit! Hä? Ja, richtig gehört. Das ist die Zeit der 24 kleinen Geschichten. Jeden Tag eine neue. Und jede neue übertrifft die vorige um einen Satz. Bis zum 24. Dezember, Philnachten, geht das so.

Irgendetwas stimmte nicht. Sie schaute lange aus dem Fenster. Begriff nicht, was es war. Sie schüttelte den Kopf und setzte sich wieder vor den Fernseher. Sie zappte durch die Programme. Keines konnte sie lange begeistern. Hunger. Sie ging zum Kühlschrank. Ein Joghurt. Ein Apfel. Und die Schachtel mit dem Rest vom Stollen, den die Mutter ihr geschickt hatte. Sie schloss den Kühlschrank, öffnete ihn aber gleich wieder. Eine Möhre. Sie betrachtete sie lange und ging wieder zum Fenster. Der Schneemann. Er war nicht mehr da. Gestern hatte sie ihm noch gewunken. Heute war er weg. War das seine Spur dort im Schnee? Sie ging in den Garten. Vergaß den Hunger. Eine Botschaft im Schnee: Bei dir war mir zu kalt.

Philvent – die zwanzigste Tür

© Ramona Heim
© Ramona Heim
© Ramona Heim

Ich wünsche euch eine frohe Philventszeit! Hä? Ja, richtig gehört. Das ist die Zeit der 24 kleinen Geschichten. Jeden Tag eine neue. Und jede neue übertrifft die vorige um einen Satz. Bis zum 24. Dezember, Philnachten, geht das so.

Die Entscheidung war gefallen! Er wollte kein Risiko eingehen. Er durfte kein Risiko eingehen. Nicht an einem Heiligen Abend, an dem er zum ersten Mal der Gastgeber war. Nicht bei einem Abendessen, das er noch nie zuvor gekocht hatte. Nun stand er in seiner Küche und betrachtete die Zutaten für das Festessen. Sicher, es war ein wenig verschwenderisch. Doch zu einem solchen Anlass musste er sich einfach einen Probedurchlauf leisten. Ein Testkochen vier Tage vor dem Fest.

Er begann mit der Beilage, wollte sich sozusagen eingrooven. Er hielt das für eine gute Idee. Aufmerksam studierte er das Rezept. Er hatte es seiner Mutter aus dem Kreuz geleiert. Die hielt sein gesamtes Vorhaben offenbar für eine weit weniger gute Idee. Aber sie traute ihm ja kaum zu, die eigenen Schuhe zuzubinden. Tatsächlich war er allerdings selbst nach mehreren Anläufen nicht zufrieden. Er entschied sich nach dreistündigem vergeblichen Bemühen dazu, sich auf die Hauptspeise zu konzentrieren, deren Zubereitung ihm ein wenig unkomplizierter schien, und die Beilage fertig zu erstehen. Wirklich war er schließlich nach nur zwei Versuchen, als der zarte Fleischgeschmack seine Zunge umschmeichelte, überzeugt, es schmecke fast so gut wie bei Muttern.

Der Stolz auf das Vollbrachte verführte ihn dazu, sich gleich an seinen Computer zu setzen und eine weihnachtliche Speisekarte zu entwerfen. Ein Seufzen entfuhr ihm, als er die Buchstaben betrachtete: „Heiße Würstchen mit Kartoffelsalat“.

Philvent – die elfte Tür

© Ramona Heim
© Ramona Heim
© Ramona Heim

Ich wünsche euch eine frohe Philventszeit! Hä? Ja, richtig gehört. Das ist die Zeit der 24 kleinen Geschichten. Jeden Tag eine neue. Und jede neue übertrifft die vorige um einen Satz. Bis zum 24. Dezember, Philnachten, geht das so.

Es war einmal ein kleiner Dieb. Der war nicht besonders geschickt. Und praktisch veranlagt schon gar nicht. Und klug … nun ja, lest selbst. Der kleine Dieb lebte in einer kleinen Wohnung in einem großen Haus. Und als die Weihnachtszeit kam, duftete es bald überall nach Plätzchen. Der kleine Dieb stellte sich vor, wie in den Wohnungen, an denen er täglich vorbeikam, wenn er zur … Arbeit ging oder von dort kam, Mütter oder Väter mit ihren Kindern leckeres Gebäck aus dem Ofen holten. Und wie sie dann gemeinsam in ihren Wohnzimmern saßen und es sich schmecken ließen. Da wurde er traurig, denn er hatte weder Plätzchen noch Ofen. Doch dann fiel es ihm ein: „Ich bin ja ein kleiner Dieb!“

Hätte er mal die Plätzchen gestohlen …

Immer auf die Kleinsten

Valentina Berger: Das LiliengrabValentina Berger, Autorenkollegin bei Montsegúr und den Geschichtenwebern, außerdem Mutter, kennt in ihren Thrillern keine Gnade. Nachdem ihr Debüt „Der Augenschneider“ vor ziemlich genau einem Jahr schon im Titel keine Zweifel daran ließ, dass die Opfer nicht geschont werden, hält sich ihr zweites Thrillerbaby nur scheinbar zurück.

„Das Liliengrab“ soll im September erscheinen und allein der Klappentext dürfte dem Leser schon jede mögliche Sympathie mit dem Täter entziehen. Ein Kinderbuch der etwas anderen Art. Gemordet werden Babys!

Man darf gespannt sein, ob und wie dem „Phantom“ schließlich sein grausames Tun vergolten wird.

Von der Verlagshomepage:

Schlaf, Kindlein, schlaf.
Von der Autorin des Psychothrillers »Der Augenschneider«

In einem Wald liegt ein lebloses Baby, gebettet auf Lilien. Gerichtsmediziner Heinz Martin steht vor einem grausigen Rätsel. Wie wurde der Säugling getötet? Doch dieser Mord ist erst der Anfang des Albtraums. Kurz darauf verschwindet ein weiteres Baby. Auch dieses findet man kurze Zeit später, auf einem Grab aus Lilien gebettet. Heinz Martin und sein Team jagen ein Phantom, doch das Böse macht auch vor ihren eigenen Kinderzimmern nicht halt …

Valentina Berger
Das Liliengrab
Thriller

Piper
288 Seiten
Kartoniert
ISBN: 9783492258135

Tanz mit Spannung

Judith Le Hurray: Tanz mit Spannung
Judith Le Hurray: Tanz mit Spannung

Am 1. Oktober ist das neue Jugendbuch der Geschichtenweberin Judith Le Hurray erschienen. „Tanz mit Spannung“ gliedert sich in die SMS-Reihe des Schenk Verlags. Es ist also eine Starke-Mädchen-Story.
Schon die ersten Sätze machen das auf, wie ich finde, geniale Weise deutlich:

Du wärst gerne reich? Kein Problem. Du kannst meine Mutter haben. Geschenkt. Die ist reich. Und deshalb meint sie, die Welt gehöre ihr.

Und die Mutter ist nicht das einzige Problem:

Die dreizehnjährige Deborah hat große Probleme mit ihrer herrschsüchtigen Mutter. Die darf auch auf keinen Fall erfahren, dass ihre Tochter außer Ballett noch Jazztanz und Hip Hop macht. In Deborahs Jazzgruppe sind zwei Jungs: der hübsche Marco und der unscheinbare Florian. Wer darf mit Marco bei der Vorführung tanzen? Der Pas de deux mit dem Mädchenschwarm führt zu Stress mit Freundin Sarah. Dann taucht auch noch Deborahs Mutter während der Hip Hop-Stunde im Tanzstudio auf. Auch hübsche, reiche Mädchen haben Probleme und sind manchmal arm dran. Darf Deborah bei der Aufführung mittanzen? Kann sie ihre nervige Mutter ändern? Und wird das was mit der ersten Liebe?

Also unbedingt mal in die Leseprobe (1. Kapitel) schnuppern.

Judith Le Huray
Tanz mit Spannung
Schenk Verlag
ISBN 978-3-939337-68-3
176 Seiten, Softcover, 12 x 18,5 cm
SMS-Buch, Band 11.

Warum keine Drehbücher?

Meine Mutter fragte gestern, ob ich mir nicht auch vorstellen könne, Drehbücher zu schreiben, was ja doch ein sehr lukratives Geschäft sei.
Ich antwortete unter anderem, dass ich durchaus schon daran gedacht hätte, dass mir persönlich aber zunächst (und womöglich für alle Zeit) Romane wichtiger wären.
Es wäre zudem so, dass ich mich einfach noch zu unsicher fühle, ob und wie es mir gelänge, einen Stoff filmgerecht aufzubereiten.
Tatsächlich habe ich mich immerhin schon einmal an zwei Minidrehbüchern versucht, die nun irgendwo in den Tiefen meiner Festplatte schlummern.

Für den Tag, an dem ich mich entschließen sollte, es doch ernsthaft zu versuchen, und für die, die schon jetzt auf der Suche nach ein bisschen Begleitung auf diesem Weg sind, habe ich zwei hilfreichen Blogartikel meiner Rostocker Autorenkollegin Daniela Wegert gefunden:

Drehbuchtemplates für Word

Drehbücher zum Lesen