Ein bisschen Musik

Befreundete Autoren, Foto: Hasloo Group Production Studio
Befreundete Autoren, Foto: Hasloo Group Production Studio
© Hasloo Group Production Studio

Waaaaaaas? Warum hatte ich den eigentlich bis heute nicht in meiner Linkliste? Schäm dich, Herr Bobrowski! Den kannst du deinen Lesern doch nicht vorenthalten! Heimlich abonnieren und keinem davon erzählen, is nich!

Hab ich also gleich nachgeholt: Habe dieses intelligente Blog meines (liebens-) werten Wiener Autorenkollegen Thomas Mühlfellner in die Linkliste aufgenommen. Darin schreibt er übers Lesen und Schreiben. Und ein bisschen über Musik. Denn, so heißt es dort, „was wären Geschichten ohne dazu passende Musik“? Unbedingt einen (regelmäßigen) Besuch wert!

Vertrag dich: Der Normvertrag

© Franck Boston
© Franck Boston

Weiter geht es im Vertragspoker. Vorweg sei gesagt, dass die Artikel von mir nach bestem Wissen und Gewissen verfasst werden. Aber ich bin kein Jurist. Im Streitfall könnt ihr euch also weder auf mich noch auf meine Ausführungen hier berufen.

Heute geht es um den Normvertrag an sich. Dieser wurde in einem Rahmenvertrag zwischen „dem Verband deutscher Schriftsteller (VS) in der IG Medien und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. – Verleger-Ausschuß“ vereinbart. Er liegt seit dem 1. April 1999 in unveränderter Form vor.

Dieser Normvertrag ist eine Empfehlung, wie ein Werkvertrag zwischen Autor und Verleger aussehen sollte. Empfehlung bedeutet, dass der Normvertrag nicht bindend ist. Dabei ist aber weniger daran gedacht, dass Verleger, sofern sie Mitglieder des Börsenvereins sind, ihre ganz eigenen Verträge aufsetzen sollen. Vielmehr geht es um individuelle Abweichungen vom Normvertrag, die, falls sie zu Lasten des Autors gehen, sachlich begründet sein müssen. Dazu heißt es im Rahmenvertrag zwischen VS und Börsenverein:

Die Vertragschließenden verpflichten sich, darauf hinzuwirken, daß ihre Mitglieder nicht ohne sachlich gerechtfertigten Grund zu Lasten des Autors von diesem Normvertrag abweichen.

Auch kann der Normvertrag im Regelfall nicht für alle Arten von Publikationen gelten, etwa für fachwissenschaftliche Werke oder Schulbücher. Auch Anthologien benötigen besondere Regelungen. Für letztere gibt es entsprechende Musterverträge, die die Besonderheiten für Autoren und Herausgeber berücksichtigen.

Für den Autor bedeutet der Normvertrag also vor allem Orientierung. Er kann den angebotenen Verlagsvertrag mit dem Normvertrag vergleichen und sollte hellhörig werden, wo sich Abweichungen zeigen. Diese sollte er in Ruhe prüfen und sich gegebenenfalls beraten lassen. Sie können natürlich auch zu seinem Vorteil sein.

Die Norm- und Musterverträge lassen sich auf den Internetseiten vom VS herunterladen. Wer sich über darüber hinausgehende Verträge und Honorare (Lektoren, bildende Künstler, Musikunterricht, …) informieren will, ist bei mediafon an der richtigen Adresse. Für die Schweiz hat der AdS einen eigenen, an den Normvertrag angelehnten Mustervertrag entwickelt.

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Vertrag dich!

© Franck Boston
© Franck Boston

Mit diesem Artikel beginnt eine neue Reihe auf diesem Blog. Diese soll euch helfen, Verlagsverträge besser zu verstehen.

Bisherige Artikel dieser Reihe:

  1. Vertrag dich! (diese Einleitung)
  2. Der Normvertrag
  3. Titel(n)
  4. Ausgeschlossen!
  5. Aufs Nebengleis
  6. Nur mit deiner Zustimmung
  7. Im Sinne des Autors
  8. Verlagspflicht
  9. Hauptsache netto
  10. Vorgeschossen
  11. Nebensache?
  12. Vergriffen
  13. Verramscht

Vorweg sei gesagt, dass die Artikel von mir nach bestem Wissen und Gewissen verfasst werden. Aber ich bin kein Jurist. Im Streitfall könnt ihr euch also weder auf mich noch auf meine Ausführungen hier berufen.

Ein Verlagsvertrag wird zwischen dem Verfasser bzw. Urheber eines Werkes (oder auch einem autorisierten Vertreter des Verfassers/Urhebers) und einem Verlag geschlossen. Zu den Rechten und Pflichten beider Parteien, die in einem solchen Vertrag geregelt werden, kommen wir in den späteren Artikeln noch. Wer aber ist das Gegenüber überhaupt? Was kann der Verfasser grundsätzlich von einem Verlag erwarten, mit dem er einen Vertrag abschließt? Was also zeichnet einen Verlag aus?

Ein Verlag ist ein Verlag ist ein Verlag

Es gibt inzwischen diverse Möglichkeiten, ein Werk zu veröffentlichen. Dieser Artikel stellt sich nicht die Aufgabe, diese in wertender Weise miteinander zu vergleichen. Welche Vor- und Nachteile die Alternativen im Einzelnen haben mögen, wurde und wird an anderer Stelle diskutiert.

Alle lassen sich aber hinsichtlich eines Kriteriums in zwei Gruppen teilen:

  1. Verfasser und Verleger des Werkes sind eindeutig voneinander getrennt, der Verleger trägt die alleinige Verantwortung für die verlegerische Tätigkeit.
  2. Der Verfasser übernimmt zumindest einen Teil der verlegerischen Verantwortung, tritt damit also selbst als Verleger auf (Selbstverleger).

Ein Verleger und der Verlag, der eventuell hinter ihm steht, zeichnet sich also dadurch aus, dass er in seiner Verantwortung die verlegerische Tätigkeit übernimmt.

Diese Tätigkeit besteht im Wesentlichen in der Vervielfältigung und Verbreitung des Werkes.

Ein Verlag ist ein Medienunternehmen, das Werke der Literatur, Kunst, Musik, Unterhaltung oder Wissenschaft vervielfältigt und verbreitet.
(Wikipedia)

Verlag, Wirtschaftsunternehmen zur Herstellung, Vervielfältigung und zum Vertrieb von Büchern, Zeitschriften, Landkarten, Noten, Kalendern und anderen der Information und Unterhaltung dienenden Medien.
(Metzler-Literatur-Lexikon, Stuttgart 1990)

Der Verleger ist verpflichtet, das Werk zu vervielfältigen und zu verbreiten.
(Gesetz über das Verlagsrecht, § 1)

Der Auszug aus dem Verlagsgesetz zeigt schon: Vervielfältigung und Verbreitung des Werkes definieren den Verleger nicht nur, sie sind sogar seine gesetzliche Pflicht.

Namenspoker

Nun ist der Begriff Verlag nicht geschützt. Auch eine Bäckerei könnte ihn im Namen führen. Das wäre auch nicht weiter schlimm, weil beim „Brotverlag“ relativ schnell ersichtlich würde, dass es sich trotz des Namens nicht um einen Verlag, sondern eben um eine Bäckerei handelt. Und vermutlich würde deren Inhaber sich schnell wieder von dem Namen verabschieden, weil er dennoch mit unverlangt eingesandten Manuskripten überhäuft würde.

Handelt es sich aber um ein Unternehmen, das in irgendeiner Form mit Büchern zu tun hat, etwa indem es seinen Kunden ermöglicht, Manuskripte zu veröffentlichen, wird die Sache etwas schwieriger. Ob nun vorsätzlich oder unwissentlich, hier lässt sich der Uninformierte schnell täuschen. Denn zum Verlag wird das Unternehmen eben nicht, weil es sich so nennt, sondern nur dann, wenn es auch verlegt, also seine gesetzlich vorgeschriebenen Verlegerpflichten erfüllt.

Die verlegerischen Pflichten

Ein Verlag, der auch einer sein will, muss demnach in vollem Umfang die Verantwortung für die Vervielfältigung und Verbreitung des Werkes übernehmen. Die Vervielfältigung umfasst den gesamten Herstellungsprozess, die Verbreitung das Platzieren, Bewerben und Verkaufen des Werkes.

Die Maßnahmen, die er dazu ergreift, müssen dem Vertragszweck (das Werk zu vervielfältigen und zu verbreiten) angemessen sein.

Der Verleger ist verpflichtet, das Werk in der zweckentsprechenden und üblichen Weise zu vervielfältigen und zu verbreiten. Die Form und Ausstattung der Abzüge wird unter Beobachtung der im Verlagshandel herrschenden Übung sowie mit Rücksicht auf Zweck und Inhalt des Werkes von dem Verleger bestimmt.
(Gesetz über das Verlagsrecht, § 14)

Der Verlag ist verpflichtet, das Werk in der in Absatz 1 genannten Form zu vervielfältigen, zu verbreiten und dafür angemessen zu werben.
Ausstattung, Buchumschlag, Auflagenhöhe, Auslieferungstermin, Ladenpreis und Werbemaßnahmen werden vom Verlag nach pflichtgemäßem Ermessen unter Berücksichtigung des Vertragszwecks sowie der im Verlagsbuchhandel für Ausgaben dieser Art herrschenden Übung bestimmt.
(Normvertrag für den Abschluß von Verlagsverträgen, § 3, Absatz 2 und 3)

Diese Zweckentsprechung lässt sich sicher nicht bis ins letzte Detail eindeutig bestimmen, klar ist aber, dass der Verlag das Werk in einer Weise vervielfältigen und verbreiten muss, die dem Werk eine Chance im Wettbewerb mit gleichartigen Werken einräumt.

Für ein Werk der Literatur bedeutet das etwa, das Werk angemessen zu redigieren. Die Verantwortung für Lektorat und Korrektorat liegt also ebenfalls beim Verlag. Die Korrekturpflicht wird im Verlagsgesetz gesondert hervorgehoben:

Der Verleger hat für die Korrektur zu sorgen. Einen Abzug hat er rechtzeitig dem Verfasser zur Durchsicht vorzulegen.
(Gesetz über das Verlagsrecht, § 20 (1) )

Anzumerken ist noch, dass der Verleger die notwendigen Maßnahmen natürlich in Auftrag geben kann. Er trägt nur die Verantwortung.

Verantwortung = Risiko

Verlegerische Verantwortung bedeutet auch verlegerisches Risiko. Das betrifft nicht ausschließlich, aber ganz zentral das finanzielle Risiko.

Alle zur Vervielfältigung und Verbreitung notwendigen Ausgaben trägt der Verlag. Vom Lektorat über die Herstellung bis zum Marketing. Der Verlag legt das Geld vor:

Die Bedeutung „Bücher herstellen und verbreiten, herausbringen“ hat sich aus „Geld, Kosten vorlegen, vorstrecken, für jemanden übernehmen“ entwickelt.
(Duden Band 7 – Das Herkunftswörterbuch, Mannheim 2001, zum Stichwort verlegen)

Spielt der Umsatz die Kosten nicht wieder ein, trägt der Verleger das Risiko und kann es nicht auf den Verfasser abwälzen.

Wer also Wert darauf legt, bei einem Verlag zu veröffentlichen, wird darauf achten müssen, dass die Verantwortung für Vervielfältigung und Verbreitung in vollem Umfang auf Verlegerseite liegt. Ein Unternehmen, dass diese Verantwortung nicht in vollem Umfang übernimmt, ist kein Verlag, wie auch immer es sich nennt.

Zum Schluss sei noch einmal betont, dass die Vor- und Nachteile eines Verlags hier nicht zur Debatte stehen sollen. Wo das eigene Werk am besten aufgehoben ist, wird jeder für sich selbst entscheiden müssen.

Nach dieser Einleitung jedenfalls, wollen wir in den nächsten Artikeln tiefer ins Verlagsvertragliche eintauchen. Bis nächste Woche!

Die Playlist des Schreibens

Immer wieder begegnet man ihr in Schreibforen, der Frage: Welche Musik hörst du beim Schreiben?

Warum das so interessant ist, weiß ich auch nicht. Die Autorin Kerstin Pflieger jedenfalls kommt dieser Frage auf ihrer noch jungen Homepage entgegen. Sie präsentiert dort all die Lieder, die sie beim Schreiben ihres Romans gehört hat, in einer Playlist.

Damit ist jedenfalls ein für alle mal geklärt: Musik beim Schreiben muss dem Erfolg nicht im Wege stehen!

Unvergessliche Momente für Shakira

Shakira kann offenbar nicht nur singen und Hüften schwingen, sie interessiert sich auch für Literatur. Zumindest für ihren Landsmann, den Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez. Den besuchte sie anlässlich ihrer Mexiko-Tour in seinem Haus im Süden von Mexiko-Stadt und twitterte anschließen:

Unvergessliche Momente mit Gabriel García Márquez in Mexiko – Shak

Quelle

Die Sorge ums Copyright

Meldung von pressetext:

Schriftsteller fürchten Internetpiraterie

Leser sollen Bewusstsein für illegalen Buchtausch entwickeln

London (pte/14.03.2011/06:00) Die Befürchtungen der Buchbranche, durch Filesharing wirtschaftliche Einbussen hinnehmen zu müssen, scheinen sich immer mehr zu bestätigen. Im Vergleich zur Musik- und Filmbranche blieben Verlage und Schriftsteller bislang weitgehend von Internetpiraterie verschont, obwohl die britische Society of Authors http://www.societyofauthors.org bereits vor Jahren Alarm schlug (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/080702031/). Mit der steigenden Verbreitung von E-Readern könnte sich das nun ändern, berichtet der britische Guardian. Autoren rufen ihre Leser zur Solidarität auf.

Sofort auf Torrent-Seiten

Der aktuelle Roman „The Fallen Angel“ des englischen Schriftstellers David Hewson war beispielsweise bereits innerhalb einer Woche nach Veröffentlichung über Torrent-Seiten im Internet abrufbar. Hewson fordert nun eine Informationskampagne, um die Öffentlichkeit über diese Gefahr aufzuklären. Bereits jetzt würden Leser, die sich als seine Fans bezeichnen würden, illegale Kopien seiner Werke über das Internet beziehen. Sie bekomme jeden Tag Google-Alerts, bezüglich neuer illegaler Online-Ausgaben des Buches, so Hewsons Agentin Carole Blake. „Es ist wie ein Krieg an vielen Fronten“, so Blake.

Zwar hätte man noch nicht das Ausmaß der Musik- oder Filmbranche erreicht, dennoch gäbe es Hinweise darauf, dass die Copyright-Übertretungen bei Büchern ständig zunehmen würden, so Victoria Lustigman, Sprecherin der britischen Publishers Association http://www.publishers.org.uk. Jedes Jahr gäbe es tausende solcher Fälle die den Internet-Providern gemeldet werden – die meisten mit Erfolg.

Texte in Tönen, Rückblick in Bildern

Gestern war ich beim Konzert einer meiner absoluten Lieblingsbands. Silly machen Musik, die kompromisslose Perfektion mit eingängigen Melodien verbindet. Das allein hätte aber auf diesem Blog wenig zu suchen. Doch ihre Texte lassen manchen Dichter vor Neid erblassen. So etwa der Song, den Sängerin Tamara Danz, die inzwischen würdig von Anna Loos ersetzt wird, kurz vor ihrem Tod durch den Krebs  (1996) geschrieben hat:

Auszug aus „Paradies“

Meine Uhr ist eingeschlafen
Ich hänge lose in der Zeit
Ein Sturm hat mich hinaus getrieben
Auf das Meer der Ewigkeit

Gib mir Asyl hier im Paradies
Hier kann mir keiner was tun
Gib mir Asyl hier im Paradies
Nur den Moment um mich auszuruhn …

Weitere Beispiele?

Auszug aus „Über ihr taute das Eis“:

Zwei Finger dick schwamm noch Eis auf’m See
Sie stand am Ufer und fror schon nicht mehr
Redete leis mit den schlafenden Fischen
Und zauberte sich eine Brücke her

Und ging über ihre Brücke so leicht
Und flüsterte: Tu mir bitte nicht weh
Und sank in unendlich weiche Arme
Zwei Finger dick brach das Eis auf’m See …

Auszug aus „So ’ne kleine Frau“:

So ’ne kleine Frau
Und so ’ne große Lust
Und hat schon Kinder dreie
Und immer noch kein‘ Frust
Und hat schon so gelitten
Und immer noch so’n Mut
Und hat so schlaffe Titten
Und hat so’n heißes Blut …

Auszug aus „Alles wird besser“:

Wir wollen die Dose Spray unterm Arm
Wir wollen den wollweichen Streichelcharme
Wir wollen die Droge Asiatischen Tee
Und Unterweltpornos aus Übersee
Wir wollen die Umwelt, wir wollen Benzin
Und übersinnliche Energien
Wir wollen schön sein, aber auch klug
Doch in jedem Falle reich genug

Alles wird besser, alles wird besser
Aber nichts wird gut
alles wird besser, alles wird besser
aber nichts wird gut
alles wird besser, alles wird besser …

Auf dem Spion habe ich einen kleinen Artikel zu Silly und dem gestrigen Konzert geschrieben.

Auf meinem DJ- und Musikblog wird es demnächst Bilder und ein Video geben.

Und hier sind schon einmal ein paar Fotos:

Silly 1Silly 2Silly 3Silly 4Silly 5Silly 6Silly 7Silly 8

Wie macht ihr es denn?

Das ist im Prinzip eine in verschiedenen Variationen und zu diversen Themen immer wieder gestellte Frage in Autorenforen.

Welche Musik hört ihr beim Schreiben? Wo nehmt ihr eure Inspiration her? Schreibt ihr morgens, mittags, abends oder vielleicht gar nachts? Wisst ihr, wann eure Figuren Geburtstag haben? Wie macht ihr es denn?

Diese und ähnliche Fragen mögen im Einzelnen tatsächlich ganz interessant sein und den viel gerühmten Blick über die Schulter ermöglichen, aber mit der Zeit beginnt man sie geflissentlich zu überlesen. Zum einen, weil man gelernt hat, dass die Herangehensweisen beinahe so vielfältig sein können wie die Autoren, die sich ihrer bedienen, dass man nur für sich selbst den besten Weg finden kann, zum anderen weil die Häufigkeit solcher Fragen beinahe umgekehrt proportional mit der Erfahrung ihrer Fragesteller steigt.

Vor allem, wenn sie eigentlich nur die äußersten Rahmenbedingungen des Schreibens streifen, kann ich mit derartigen Fragen wenig anfangen. Je mehr sie sich von der Peripherie des Schreibprozesses zentralen Problemen des Handwerks zuwenden, desto eher vermute ich dann doch eine interessante und bereichernde Diskussion.

So wie es gerade bei Montségur geschieht. Hier geht es um die Frage der Vorplanung eines Romans, also des Plottens. Im Besonderen darum, wie viel Vorplanung zu viel ist. Sicher, auch hier gilt, jeder muss das für ihn richtige Maß selber finden, von „ganz ohne“ bis „bis ins kleinste Detail ist alles möglich.

Oder wie es in der Diskussion eine geschätzte Kollegin ausdrückt:

Ich denke, es ist sehr wichtig, den eigenen Erfahrungen zu vertrauen, sich die eigene erprobte Methode zuzugestehen, hier nichts durch Zweifel umzustossen.

Ich denke aber, es ist auch wichtig, offen zu bleiben, Ausschau zu halten und, wenn man etwas entdeckt, das das eigene erweitern, ergaenzen, steigern kann, zuzugreifen.

Der zweite Teil des Zitats nämlich macht die Diskussion im Forum dennoch überaus interessant, wenn teilweise gestandene Autoren ausplaudern, warum sie wie arbeiten, was ihnen hilft und was ihnen im Weg steht.

Bildpause zum 20.03.10

Originalausschreibung: http://bildpause.wordpress.com/

Was ist BILDPAUSE

… ein Hörstückwettbewerb ausgeschrieben durch und für das zeitKINO der Leipziger Schaubühne und das 2. Potsdamer OH!-Ton Festival!

Im Dezember 2009 startet die Ausschreibung für BILDPAUSE. In insgesamt 5 Staffeln werden die Jurymitglieder von BILDPAUSE 15 Gewinnerinnen und Gewinner ermitteln. Die 15 Hörstücke werden sowohl während des zeitKINOs in der Schaubühne im Lindenfels Leipzig aufgeführt (ab März 2010 bis Juni 2011), als auch gesammelt dem Festivalpublikum des im Juni 2011 zum zweiten Mal stattfindenden Potsdamer OH!-Ton Festivals für radiophone Dokumentationen vorgestellt. Dort wird dann unter den 15 Stücken ein Publikumspreis verliehen. Alle Gewinnerstücke sind mit Technikgutscheinen in Höhe von 200 Euro dotiert!

Außerdem ist geplant, Programmkinos der gesamten Republik zu gewinnen, die das Prinzip BILDPAUSE für ihr Programm mit übernehmen und die Gewinnerstücke in ihren Häusern zu Gehör bringen werden.

Was ist zeitKINO:
Wie in vielen anderen deutschen Städten gab es auch im Leipziger Hauptbahnhof ein Zeitkino, das Reisenden die Wartezeit zwischen zwei Zügen verkürzen sollte. 1950 gegründet verfügte das Kino über 204 Sitzplätze und zeigte täglich zwischen 10.00 und 18.30 eine ca. einstündige Filmrolle in Dauerschleife bei laufendem Einlass. Jede Woche wechselte das aus Kurzfilmen und Nachrichten bestehende Programm. Das Zeitkino im Hauptbahnhof wurde 1992 wegen baulicher Mängel geschlossen. Die Schaubühne Lindenfels greift dieses historische Vorbild der Kinogeschichte auf und entwickelt daraus ein eigenes Kinoformat, in dem Kurzfilme unterschiedlichster Genres zu Themenschwerpunkten gebündelt und in Schleife gezeigt werden. Dem Zuschauer wird damit ermöglicht, seinen eigenen Rezeptionsrhythmus zu finden und zu entscheiden, wie lange und wann er sich mit den gezeigten Filmen auseinandersetzen möchte. Die BILDPAUSE wird in den 10 Minuten hörbar werden, die der Filmvorführer benötigt, um die Filmrolle neu einzulegen.

Was ist OH!-Ton:
Das OH!-Ton-Festival für radiophone Dokumentationen fand erstmals im Sommer 2009 statt. Gewidmet ist es dem eher unterbeachteten dokumentarisch-künstlerischen Genre Radio-Feature. Auf Hörbooten treibend auf der Havel, im Offenen Gelände am Havelufer und im Saal der fabrik Potsdam konnte das Publikum 3 Tage lang lauschen, was das Format der radiophonen Dokumenation alles sein kann.
Der Hörstückwettbewerb die OH!-Ton-Jagd bildete den Abschluss des Festivals. Die eingesendeten Hörstücke waren trotz strenger Vorgaben so vielfältig und aufwendig gestaltet, dass sie ein Liebling der Organisatoren und des Publikums waren!!! Mit dem neu initierten Wettbewerb BILDPAUSE hoffen wir, wieder einen Anreiz für ebenso kreative Hörstücke geboten zu haben.

Wettbewerb

Wettbewerbsbedingungen allgemein:

Das BILDPAUSE-Hörstück darf nicht länger als 3.30 min sein.
Es darf keine GEMA-pflichtige Musik enthalten, aber natürlich ist Selbersingen- und spielen erlaubt, sowie Musik aus GEMAfreien Datenbanken.
Es muss das vorgegebenen Filmzitat enthalten, welches für jede Staffel neu gewählt wird.
Alle Gestaltungsweisen sind erwünscht und erlaubt, ob dokumentarische O-Töne oder fiktionale Stimmen, ob künstliche oder echte Geräusche…
Und das Hörstück sollte einen Titel haben, damit wir es angemessen ankündigen können!

EINSENDESCHLUSS ist der 20. MÄRZ 2010.

Die Hörstücke dann bitte als .wav-Format an:

TETRAEDER e.V.
BILDPAUSE Staffel 1
Erich-Weinert-Str.5
10439 Berlin

Zu gewinnen sind Technikgutscheine in der Höhe von 200 Euro; pro Staffel werden drei Gewinnerinnen und Gewinner ermittelt! siehe dazu JURY. Alle Gewinnerstücke werden auf einer BILDPAUSE DVD und im Internet präsentiert.

Gibt es Fragen? Dann bitte an: info@ohton-festival.de

Staffeln

1. BILDPAUSE Staffel: Ausschreibung Anfang Dezember 2009, Einsendeschluss 20. März 2010 – 3 Gewinnerhörstücke werden ermittelt und laufen dann in den zeitKINO Schlaufen und bei den Partnern ab April, Mai, Juni 2010

Vorgegebenes Filmzitat:
„… I thought I recognized your voice for a minute …“
„… Für einen Moment dachte ich, ich hätte Ihre Stimme erkannt …“

2. BILDPAUSE Staffel: Ausschreibung 20. März 2010, Einsendeschluss 20. Juni 2010 – 3 Gewinnerhörstücke werden ermittelt und laufen dann in den zeitKINO Schlaufen und bei den Partnern Juli, August, September 2010

3. BILDPAUSE Staffel: Ausschreibung 20. Juni 2010, Einsendeschluss 20. September 2010 – 3 Gewinnerhörstücke werden ermittelt und laufen dann in den zeitKINO Schlaufen und bei den Partnern Oktober, November, Dezember 2010

4. BILDPAUSE Staffel: Ausschreibung 20. September 2010, Einsendeschluss 20. Dezember 2010 – 3 Gewinnerhörstücke werden ermittelt und laufen dann in den zeitKINO Schlaufen und bei den Partnern Januar, Februar, März 2011

5. BILDPAUSE Staffel: Ausschreibung 20. Dezember 2010, Einsendeschluss 20. März 2011 – 3 Gewinnerhörstücke werden ermittelt und laufen dann in den zeitKINO Schlaufen und bei den Partnern April, Mai, Juni 2011

Abschluss und Präsentation während des 2.OH!-Ton Festivals Mitte JUNI 2011 in Potsdam!

Jury und mehr: http://bildpause.wordpress.com/

Premierenlesung „Schattenseelen“

Olga A. Krouk: Schattenseelen
Olga A. Krouk: Schattenseelen

Die Ahrensburger können sich freuen, findet doch bei ihnen die erste Lesung des neuen Romans „Schattenseelen“ der Autorin Olga A. Krouk statt.

Nach ihrem Mystery-Thriller „Staub zu Staub“, der im Sieben Verlag erschienen ist, wird der Romantic-Fantasy-Roman beim Heyne-Verlag ihr zweiter großer Wurf, der im Januar in die Läden kommen soll.

„Schattenseelen“ ist der erste Band einer Trilogie:

Finsternis liegt über Hamburg, und die Krankenschwester Evelyn Behrens wird entführt – in eine Welt voller Gefahren und Geheimnisse … Sie muss sich entscheiden: zwischen einem Mann, der schon lange tot ist, und einem anderen, für den ihre Liebe das Todesurteil ist …

Mit „Schattenseelen“ legt die junge Autorin Olga A. Krouk einen außergewöhnlichen Roman vor: der Beginn einer dunklen und faszinierenden Trilogie über die geheimnisvollen Nachtwesen der Nachzehrer und Metamorphen.

Die Lesung, begleitet von visuellen Effekten und gefühlvoller Musik, findet am 11. Dezember ab 19.00 Uhr im Atelier Alisa (Einrichtungen & Häuser Hagener Allee 17, 22926 Ahrensburg) statt und kostet nur 4 Euro. Der Erlös wird dem Kinderschutzbund gespendet.

Olga A. Krouk
Schattenseelen
Heyne
ISBN: 978-3-453-52621-1

Webseite der Autorin
Webseite zum Buch

Trailer:

Eine göttliche Idee

Und das bei einem Erstling! Ich freue mich wirklich sehr für Eva.
Allein der Verlagstext verspricht schon einen Bestseller!

Eva Baronsky: Herr Mozart wacht auf
Eva Baronsky: Herr Mozart wacht auf

Am Vorabend noch hat er auf dem Sterbebett gelegen. Nun erwacht Wolfgang an einem unbekannten Ort und – wie ihm nach und nach klar wird – in einer fremden Zeit. Die Ungeheuerlichkeit seiner Zeitreise ins Jahr 2006 kann er sich nur mit einem göttlichen Auftrag erklären: Er soll endlich sein Requiem beenden.
Als wunderlicher Kauz und lebender Anachronismus irrt Wolfgang durch das moderne Wien, wagt nicht mehr, sich Mozart zu nennen, und scheitert an U-Bahntüren und fehlenden Ausweisen. Einzig die Musik dient ihm als Kompass, um sich in der erschreckend veränderten Welt zu orientieren. Zur Seite stehen ihm ein polnischer Stehgeiger, das Mädchen Anju und seine Lust, hergebrachte Harmonien auf den Kopf zu stellen. Doch je länger sich Wolfgang in der fremden Zeit aufhält, desto drängender wird die Frage, was ihn erwartet, wenn er das Requiem vollendet hat.

„Solange es nur Musik gab, war er bereit, in jeder Welt zurechtzukommen.“

„Dieses Buch ist wie eine Umarmung.“ Robert Schneider

Eva Baronsky, 1968 geboren, studierte Innenarchitektur und Marketing-Kommunikation und war zuletzt selbständig als Beraterin für Kommunikation und Journalistin. Sie lebt im Taunus. „Herr Mozart wacht auf“ ist ihr erster Roman.

Eva Baronsky
Herr Mozart wacht auf
Roman
Gebunden, 320 Seiten
Aufbau-Verlag
ISBN: 978-3-351-03272-2

(Vor-) Bestellen

Eva Baronsky, 1968 geboren, studierte Innenarchitektur und Marketing-Kommunikation und war zuletzt selbständig als Beraterin für Kommunikation und Journalistin. Sie lebt im Taunus. „Herr Mozart wacht auf“ ist ihr erster Roman.

Zurück zu Prosanova

Ich
Ich

Viele Jahre ist es nun her: Am 23. April 2004 hatte ich meine erste Begegnung mit Prosanova. Die Auftaktveranstaltung dieser neuen Reihe, erfunden und am Leben gehalten von Katinka Friese und Katharina Leppin, fand noch im Rostocker Momo statt.

Eine junge Lesebühne, die eine Literaturshow werden sollte. Erfolgreich lockte sie hunderte von Prosa- und Lyrikfreunden in den großen Saal, die auch damals schon von Stephan Langhans unkonventionell durch das Programm geführt wurden.
Mancher Prosanaut der ersten Stunde machte von da an regelmäßig Station bei Prosanova, um halbjährlich seine neuen Textkreationen am Publikum zu testen. Allen voran Jens Lippert, Fabian Lambeck und später auch Marcel Hintze.

Stephan Langhans
Stephan Langhans

Auch ich durfte mich von vol. 1 – 4 zu den Stammliteraten zählen. Nun also, zum 10. Jubiläum, bin ich zu den Rostocker Wortfestspielen zurückgekehrt.

Ein rundes Jubiläum, vor allem aber eine runde Sache, dieser Abend des 9. April. Längst ist Prosanova umgezogen, findet nun im Rostocker M.A.U.-Club statt. Ein bisschen kleiner, aber auch kultiger. Und zum Wiedersehen irgendwie sehr familiär.

Hinter der Bühne zumindest, denn davor hatte doch eine wahre Großfamilie von über 100 Zuschauern Platz genommen. Bevor ich die zu Gesicht bekam, freute ich mich aber erst einmal Backstage alte Bekannte wiederzutreffen und in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu graben. Schön zu sehen, dass eine erfahrene Organisationsexpertin wie Katinka auch beim 10. Prosanova noch die Aufregung packt.

Henrik Lauber
Henrik Lauber

Im Programm fand mein Vortrag einen schwierigen Platz: Gleich nach eingespielten und sehr bewegenden Bild- und Tondokumenten des kürzlich verstorbenen Klavki eröffnete ich den Live-Teil und versuchte mit meinem Text „Wen die Götter lieben“ einen würdigen Übergang zu schaffen.

Unterstützt vom moderierenden Stephan Langhans übergab ich dann den Stab an den Neuling auf der Prosanova-Bühne: Der Schüler Peter Thiers, ausgewählt in einer Aktion zur Prosanauten-Nachwuchsförderung, gewann das Publikum mit einem humorvollen Wochentagebuch und dem satirischen Beweis, dass Statistiken die besseren Argumente sind, für sich. Nicht nur lustig, sondern auch lehrreich, erfuhr man doch so, dass nur die wenigsten Frauen mit ihrem Arsch zufrieden sind. Und gern mit ihm verheiratet bleiben!

Henrik Lauber präsentierte in wohlbekanntem, aber deutlich gereiftem Stil seine pointierten Reime, die die Fröhlichkeit seiner Zuhörer auf hohem Niveau hielten und von Erste-Hilfe-Kästen über Freundschaftsbänder bis hin zu gleichermaßen sexwilligen wie -muffligen Faultieren einige Überraschungen verdichteten.

Fiete und Schiete
Fiete und Schiete

Im Anschluss wurde es zum ersten Mal musikalisch. Toby Tigerfood begleitete seine nur scheinbar naiven Liedtexte mit der Gitarre. Trotz seiner Aufregung hefteten sie sich in die Köpfe der Zuhörer, denen die Tiefe zwischen „Raff, raff, raff!“, „Deutschland fickt den Superstar“ und „Tralalala“ nicht entging.

Nach der Pause überzeugten Fiete und Schiete wie gewohnt spontan zum Thema Literatur in Mecklenburg. In einem Land, dessen Bewohner über einen Wortschatz verfügten, der sich im Wesentlichen auf verschiedene Formen des „Mhm“ beschränke, sei es wohl schwer, Romane zu füllen.
Die Aktualität der Schweinegrippe veranlasste sie schließlich zu einer lyrischen Zukunftsvision, die dem letzten Eisbein gewidmet war.

Jens Lippert
Jens Lippert

Gar vom Virus der Schweinepriestergrippe sangen danach die Rostocker Schreimöwen unter Anleitung von Stephan Langhans. Besonders beeindruckend die unter Gesichtsmasken versteckten Hitlerbärtchen zum Refrain: „Oink, oink!“

Obwohl einer der absoluten Stammleser bei Prosanova, zeigte Jens Lippert wieder sein übliches Lampenfieber bei seinem Auftritt. Er kramte in einem alten Tagebuch und förderte, verbunden durch kurzweilige Zwischentexte, allerlei gekonnt Poetisches hervor.

Marcel Hintze
Marcel Hintze

Die Zwischentexte sind wohl auch eine der Hauptattraktionen des gar nicht mehr so heimlichen Starprosanauten Marcel Hintze. Vor und nach seinen natürlich nicht weniger interessanten Songs zur Gitarre gab es (hinter-) sinnige Anekdoten und gewagte Überleitungen („Und so heißt auch das nächste Lied“), die manchen Humorartisten neidisch machen dürften. Mitgebracht hatte er diesmal eine rückblickende Mischung aus bereits prosaunten Hits und noch unvorgetragenen.

Den entspannenden Abschluss bildete schließlich die Feuershow Arne Feuerschlunds, der schon in der Vorshow seiner Show die eigenen Weltrekorde purzeln ließ.

Arne Feuerschlund
Arne Feuerschlund

Man kann sagen, es geht den Prosanauten wie ihrer Lesebühne: Sie sind älter geworden, was sie (und ihre Texte) reifer gemacht hat.
So war es eine rundum gelungene Literaturshow. Darin waren sich alle einig.
Ich bin gern zurückgekehrt und kehre gerne wieder.

www.prosanova.de

Tamara im TV

Heute um 22.55 Uhr sendet Arte „Tamara“, ein Portrait über Tamara Danz.

Die legendäre Rocksängerin und Frontfrau der nicht weniger verehrten DDR-Band Silly verlor 1996 mit 43 Jahren den Kampf gegen den Brustkrebs.

„Das intime Portrait der Ikone des Untergeherlandes erzählt auch einiges über die Rockgeschichte der DDR.“ (TV Spielfilm)

Klasse Musik! Einmalige Stimme! Unglaubliche Texte!
Unbedingt anschauen!

Mehr Videos von Silly

Preisträger schimpft auf Deutschlehrer

Den Deutschen Kleinkunstpreis 2009 in der Sparte Chanson/Musik/Lied erhielt Sebastian Krämer.

In der Juryentscheidung heißt es: „Damit zeichnet die Jury einen Liedermacher aus, der in Text und Musik weniger die Welt aburteilt als zu phantasieren, was sonst noch alles denkbar wäre. Er treibt in seinen Liedern die Wirklichkeit in den Wahnsinn und den Wahnsinn paßt er geschmeidig ins Alltägliche. Seine Haltung zu Sinn und Unsinn zeigt er damit genauso wie die Weltsicht seiner Generation.“

Quelle: www.3sat.de