Sechser im Motto: Geschichtenweber-Spezial

Sechser im Motto, Foto: javarman
Sechser im Motto, Foto: javarman
© javarman

Sechs Geschichtenweber habe ich gebeten, die folgende Frage zu beantworten:

Frage:
Wenn ein Fantasy-Verlag dich bitten würde, den neuen Völkerroman (Die Orks, Die Trolle, …) mit dem Titel „Die Geschichtenweber“ zu schreiben, wie würdest du einem Dritten das Volk der Geschichtenweber, wie es in deinem Roman vorkommen soll, beschreiben?

Melanie Metzenthin

Geschichtenweber, der, weibl. Form Geschichtenweberin, die (im Folgenden wird der Einfachheit halber das Maskulinum verwendet)
Spezies, die sich vorwiegend in geschlossenen Räumen aufhält, meist in der Nähe zu elektronischen Datenverarbeitungsgeräten, Schreibmaschinen oder in ihrer altmodischen Urform auch mit Notizblock bewaffnet. Zeitweise trifft man Geschichtenweber auch in freier Natur, dann oftmals an Orten die sich „Convention“ oder „Buchmesse“ nennen, wo sie sich dem mysteriösen Ritual der „Lesung“ hingeben – Sinn und Zweck derselbigen ist der Wissenschaft bis heute weitestgehend unbekannt, da Lesungen oftmals genauso viel Eintritt kosten wie der Erwerb des gesamten Buches, aus dem der Geschichtenweber aber nur einen Teil vorträgt und dann an der spannendsten Stelle abbricht.
Geschichtenweber hassen die Kälte, weshalb man schon in der Frühzeit ihrer Entwicklung vereinzelte Exemplare in der Nähe antiquierter Heizungen fand, den sogenannten „Lagerfeuern“, an denen sie ihre Geschichten mündlich zum Besten gaben. Waren die Geschichten gut, erhielten sie dafür im Anschluss oft ein Stück Grillfleisch. Waren sie schlecht, wurde der Erzählfluss sofort durch einen glühenden Holzscheit unterbrochen. Daher rührt der Ausdruck „sich den Mund verbrennen“.
Geschichtenweber paaren sich sowohl untereinander als auch mit Artfremden. Da sie sich jedoch meist intensiv um ihren Nachwuchs kümmern und ihm Geschichten erzählen, wird das Geschichtenweber-Gen auch in Mischehen meist sehr frühzeitig bei den Kindern aktiviert. Oftmals sehr zum Verdruss der Umwelt zeitgleich mit dem „Plapper-Gen“. Besonders betroffene Geschichtenweberkinder machen oft Karriere in der Boulevard-Presse.

Bernhard Weißbecker

Über die Geschichtenweber

Die Geschichtenweber sind ein weit zerstreutes Volk, das sich an den zahlreichen Verästelungen des großen Stromes Tenretni niedergelassen hat.
Die Ursprünge des Volkes liegen im Dunkeln. Manche sagen, dass die Urväter der Geschichtenweber damit begannen, zu ihrer eigenen Freude oder für Freunde und Verwandte Erzählungen zu ersinnen. Doch der große Gartni umgarnte sie und versprach ihnen, ihre Werke mittels der Schwarzen Kunst über die ganze Welt zu verbreiten und sie zu Macht und Reichtum zu führen. Zu spät erkannten sie, dass ihr Idol seine eigenen Pläne verfolgte, und nur eine kleine Schar von Adepten konnte der totalen Vernichtung entkommen, als Gartni in den Abgrund des Vergessens geworfen wurde. Heute nennen sie seinen Namen nicht mehr.
Die entkommenen Adepten führten ihre Kunst fort und schufen neue Geschichten und Erzählungen, doch nun bemühten sie sich, die Welt mit ihren Werken zu bereichern statt sie zu beherrschen.
Viel Wasser ist seitdem den Tenretni hinuntergeflossen, und die Geschichtenweber haben stark an Zahl zugenommen. Man begegnet ihnen jedoch selten, denn sie verbringen viel Zeit zu Hause an ihren Schreibtischen, wo sie sich ihrer Kunst widmen. Nicht wenige von ihnen leben dort in einer seltsamen Vertrautheit mit Katzen oder Hunden, die ihnen (wie sie glauben) zu Ausgeglichenheit und Inspiration verhelfen.
Um trotz ihrer zurückgezogenen Lebensweise untereinander in Kontakt zu bleiben, nutzen sie verschiedene Techniken, mit denen sie aus der Ferne miteinander kommunizieren können. Für Außenstehende mögen diese Fertigkeiten fast wie Magie erscheinen, insbesondere das Koobecaf und die Liam-E. Wenn sie unter sich sein wollen, ziehen sie sich in ein Murof zurück. So gelingt es ihnen, sich immer wieder in kleinen Gruppen zusammenzurotten, um sich gemeinschaftlichen Arbeiten zu widmen, die sie hochtrabend Projekte nennen. Innerhalb dieser Gruppen herrscht eine fast schon überschwängliche Kollegialität, denn jeder, der seine Mitstreiter um Kommentare und Kritik zu seinen Machwerken bittet, erhält mehr davon, als er erwartet hätte (und tatsächlich oft auch mehr als er haben möchte). Erst wenn sie ein Projekt beendet haben, verlassen sie ihre Schreibtische, um Versammlungen abzuhalten, die sie Noc nennen.
Durch ihren unermüdlichen Arbeitseifer haben die Geschichtenweber mittlerweile schon etliche ihrer Projekte erfolgreich abgeschlossen, und ihre Taten sind nicht länger nur den Weisen bekannt. Denn zumindest einige von ihnen haben Werke vollbracht, mit denen sie sich einen Platz unter den Großen dieser Welt errungen haben.

Nadine Muriel

„Die Geschichtenweber?“ Pebbling schmatzte und kratzte sich an seinem ausladenden Hinterteil. „Heimtückisch wie zwanzig Elben und angriffslustig wie eine Armee besoffener Zwerge. Legt euch bloß nicht mit denen an.“
Gork schob sich ein Stück rohes Fleisch in den Mund. Kauend erklärte er: „Es gibt keine andere Möglichkeit. Wir müssen sie bekämpfen. Und deswegen will ich möglichst viel über sie herausfinden.“
„Kämpfen? Gegen die? Vergiss es!“ Pebbling brüllte vor Lachen. „Die kann man nicht wie Trolle in einer Schlucht zusammentreiben. Städte, die man niederbrennen kann, haben sie auch nicht. Ihre Zusammenkünfte finden in einem rein ätherischen Raum statt. Internet nennen sie ihn. Dort verknüpfen sie sich geistig miteinander und hecken die verrücktesten Dinge aus. Kreieren Welten, erschaffen Kreaturen – alles natürlich auf einer rein phantastischen Ebene, versteht sich. Und dadurch nicht angreifbar.“
„Hm. Das erinnert mich an die Elben. Ein paar harmlose Lyra- und Stiftknutscher, weiter nichts? Und vor denen habt ihr Alten solche Angst?“ Gork rülpste und versetzte Pebbling einen Stoß.
„Eben nicht! Die Geschichtenweber sind auch in unserer Welt äußerst kampffreudig. Du solltest sie erleben, wenn sie gemeinsam auf einen Druckkostenzuschussverlag losgehen. Ein Ork mit Hirnfieber ist nichts dagegen. Kurzum: Eine schreckliche Bande! Untereinander zanken sie ständig, aber wehe, einer von ihnen gerät in Schwierigkeiten, vielleicht mit einem Herausgeber oder einem Verleger … Dann halten sie zusammen wie Pech und Schwefel. Und genau diese Einigkeit macht sie unbesiegbar.“
„Du meinst also, wir haben keine Chance?“
„Es gibt eine Möglichkeit …“ Gork senkte die Stimme zu einem Flüstern. „Einmal im Jahr materialisieren sie sich gemeinsam auf einer Veranstaltung namens BuchCon in Dreieich, um stundenlang aufeinander einzuschwafeln. Scheint ein geheimes Ritual von ihnen zu sein. Dort könnte man sie überfallen und …“

Stefan Cernohuby

Die Geschichtenweber sind ein sehr ambivalentes Völkchen. Es gibt sie in allen Größen und Formen und in jedem Alter. Sie beschäftigen sich allesamt mit dem geschriebenen Wort. Doch auch wenn diese Spezies thematisch die gesamte Bandbreite abdeckt, finden sich auch die verschiedensten Individuen regelmäßig zu Gemeinschaftsarbeiten zusammen, wenn jemand eine gute Idee hat und sich dann auch auf die Füße stellt, um sie umzusetzen. Ich glaube, das ist das einzige Manko des Volks der Geschichtenweber – es ist immer schwer, jemanden zu finden, der auf den Tisch schlägt und Verantwortung übernimmt. Wenn das aber doch passiert, ist das Resultat der Arbeit dieses überaus kreativen Volkes stets herausragend. Und um eine solche Arbeit geht es auch in meinem Roman…

Maike Schneider

Die Geschichtenweber sind ein kleiner, unbeugsamer Stamm junger, kriegerischer, engagierter Autoren mit einem Hang zur Phantasie, manchmal ausufernden Adjektiven, und ständig bereit, sich den Kopf zu zerbrechen und verrückte Projekte nicht nur in Gang, sondern auch umzusetzen.
Das ganz Besondere an ihnen ist, dass sie nicht an einem Ort sein müssen, um zu interagieren, sondern sich einen virtuellen Platz geschaffen haben, an dem sie leben, miteinander arbeiten und sich austauschen können.
Als Untergrundkämpfer erobern sie langsam, aber sicher die Welt; neue Stammmitglieder finden sich ein, wenige verlassen sie auch wieder, bleiben ihnen jedoch in der Regel freundschaftlich verbunden. Wer dem Stamm nicht passt, wird ausgemerzt, auf die ein oder andere Weise.
Die Voraussetzungen, um Stammmitglied zu werden, sind deren wenige, aber deshalb umso wichtiger: muntere Gesinnung, ein reichliches Maß an Phantasie, Toleranz und Kritikfähigkeit (siehe Punkt ausmerzen), Engagement, Neugier und Zuneigung zu den Menschen.
Der typische Geschichtenweber zeichnet sich durch eine technische Affinität aus, den Mut, Träume und Gedanken in Worte zu fassen, und die Fähigkeit, mit anderen Menschen (Trollen, Geistern und anderen merkwürdigen Wesen) kommunizieren zu können und wollen.
Er ist ein gefährlicher Geselle, der weiß, dass Worte Schwerter sein können, und dies manchmal ein wenig leichtfertig, aber selten unbedacht einsetzt.
Er ist ein liebenswerter Geselle, der Welten erschafft, wo andere nur Träume hege, und dafür sorgt, dass sich alle darin wohlfühlen, am meisten er selbst.
Ansonsten isst und trinkt er gern, schläft auf auf weichen Matratzen und hat die besten Ideen, wenn man ihn nur lässt.

Michael Buttler

Die Geschichtenweber: Wenn die tumben Krieger der Steppe, die Erz hämmernden Zwerge in den Bergen, die Pfeile schnitzenden Elfen in den Wäldern es am wenigsten erwarten, dann stehlen sie sich unter diese Völker und versuchen, sie zu unterwandern. Zuerst taucht da ein einzelner Geschichtenweber auf, schaut sich um und sondiert die Lage. Nach ihm folgen andere, und ehe es sich Krieger, Zwerge und Elfen versehen, sind „Die Weber“, wie sie an schauerlichen Abenden am Lagerfeuer genannt werden, allgegenwärtig. Sie sehen aus wie harmlose Menschen, unterminieren die Stämme jedoch in Windeseile, verbreiten Geschichten über Liebe, Halunken und Helden. Niemand kann sich dieser fremden Poesie entziehen. Ein einfaches Kriegergemüt verstrickt sich in die Handlung. Ein Zwerg fühlt sich von den Tonnen des Granits, die ihn begruben, befreit. Der Elf verliert sein außerordentliches Selbstverständnis und nimmt neben sich auch andere wahr.

Den Webern geling es, die Völker über ihre Geschichten miteinander zu verbinden, und so weben sie von einem Landstrich zum anderen eine Welt nach ihren Vorstellungen.

Vielen Dank an die teilnehmenden Autorinnen und Autoren!

Mehr Sechser!

Das Geheimnis ist gelüftet

Jörg Olbrich – Das Geheimnis der RonneburgDass die Geschichtenweber Bücher machen, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Ist also „Das Geheimnis der Ronneburg“ auch „nur“ ein weiteres Buch der Autorengruppe?

Nein, es ist mehr, denn nach etlichen Anthologien ist dies der erste Roman, der unter dem Logo der Geschichtenweber erscheint. Geschrieben hat ihn Jörg Olbrich, der damit den Auftakt zu einer Trilogie liefert, deren zweiter Band von Hannah Steenbook und Timo Bader stammen wird, während Michael Buttler den abschließenden Teil beisteuern wird.

Auf der Homepage des noch jungen Verlags Saphir im Stahl heißt es zum ersten Band:

Julius Meyer hielt seinen Vater für tot. Um einem Hinweis zu folgen, macht er sich auf den Weg zur Ronneburg. Die Burg birgt ein furchtbares Geheimnis. Menschen werden bestialisch ermordet. Julius wird schnell in die beängstigenden Geschehnisse hineingezogen. Doch was hat das mit dem Tod seines Vaters zu tun? Kann es ihm gelingen die dunklen Geheimnisse seiner Vergangenheit zu lüften?

Stück für Stück wird das tödliche Puzzle zusammengesetzt und Julius gerät in einen Abgrund von Leidenschaft, Gewalt und Hass. Und dann erkennt er die Wahrheit.

Jörg Olbrich
Das Geheimnis der Ronneburg
Historischer Roman

Taschenbuch, 224 Seiten
Saphir im Stahl 2011
ISBN: 978-3-9813823-4-1

Geschichtenweber machen weiter von sich reden

Heute will ich mal ein bisschen meinen Stolz auf die wunderbaren Geschichtenweber auf euch loslassen. Denn für mich ist es mit Sicherheit eine der erfolgreichsten Autorengruppen der letzten Jahre.

Geschichtenweber

Eigentlich ist es nur ein Forum für Schreiber und Autoren, wie es unzählige im Internet gibt. Und im Unterschied zu Montsegur, dem zweiten großen Autorenforum, in dem ich mich gern aufhalte, ist es von reinen Hobbyschreibern gegründet worden, die bestenfalls ihre ersten Schritte im Kleinverlagsbereich hinter sich gebracht hatten und damit auch noch mächtig auf die Nase gefallen sind. Denn sie hatten sich kennengelernt im Forum des INTRAG-Verlags, der zwar erfreulicherweise kein DKZV war, aber auf andere Art und Weise für einen kleinen Skandal sorgte (Interessenten mögen googeln).

Einige der Enttäuschten beschlossen mit Hilfe der Lektorin Cassidy Rees ein eigenes Forum zu gründen (Genaueres hier), ursprünglich vor allem, um eine Plattform zu haben, auf der sie sich über die traurigen Erfahrungen austauschen, aber auch selbst etwas auf die Beine stellen konnten.

Im August ist das sechs Jahre her und das Forum wie auch die Edition sind erstaunlich schnell und erstaunlich erfolgreich gewachsen. Aktuell zählt das Forum 662 Mitglieder, die natürlich nicht alle gleichermaßen aktiv sind. Unter ihnen sind vor allem Autoren, vom blutigen Anfänger bis hin zu jenen, die fleißig publizieren. Aber auch Journalisten, Illustratoren, Verleger und Lektoren finden sich in ihren Reihen.

In dem umfangreichen Forum tauschen sich die Mitglieder über Literatur, Handwerk, ihre Texte und Verlage aus. Oder sie schmökern einfach ein bisschen im „Café“. Der zentrale Bereich des Forums widmet sich aber eigenen Buchprojekten, denn die Geschichtenweber haben mit der Edition Geschichtenweber über die Jahre praktisch eine eigene Marke etabliert, mit der sie Buchideen in Eigenregie vorbereiten und auf den Markt bringen. Erstaunliche dreizehn Bücher sind so seit dem Bestehen der Geschichtenweber unter ihrem Label bei unterschiedlichen Verlagen erschienen. Und jedes Jahr kommen neue hinzu.

Als wäre das nicht bewundernswert genug, entwickeln sich, sicherlich nicht zuletzt durch die Projektarbeit, die Mitglieder des Forums auch in ihren persönlichen Autorenkarrieren mit teilweise wirklich großen Schritten. So gehört zu den am schnellsten wachsenden Bereichen des Forums der Teil, in dem die Geschichtenweber ihre individuellen Veröffentlichungen posten können.

Geheimnisvolle GeschichtenKaum eine Anthologie erscheint mehr, ohne dass mindestens ein Geschichtenweber seinen Beitrag dazu geleistet hat. So ist jüngst Geschichtenweber Michael Buttler mit der Geschichte „Déjà-vu“ in Erik Schreibers Anthologie „Geheimnisvolle Geschichten 1“ eingezogen, in der auch Bestsellerautor Markus Heitz vertreten ist. Eine Rezension zu der Antho gibt es übrigens bereits auf Feenfeuer.

Und auch Einzelpublikationen sind bei den Geschichtenwebern keine Seltenheit mehr. Ganz im Gegenteil! Sei es im Kleinverlagsbereich (ich berichtete gerade erst über „Einhornblut“ von Nathalie Gnann) oder bei den großen Publikumsverlagen. So durfte ich zum Beispiel letzten Mittwoch das Romandebüt von Christiane Lind vorstellen, die mit dem Historischen Roman „Die Geliebte des Sarazenen“ am 1. Juni bei Rowohlt erscheint.

Der AugenschneiderUnd gespannt erwarten die Geschichtenweber den Erscheinungstermin (12. Juli 2010) des Psychothrillers „Der Augenschneider“ , mit dem Berta Berger unter dem Pseudonym Valentina Berger bei Piper debütiert. Noch gespannter, seit die österreichiche Autorin auf ihrer Homepage eine erste und sehr fesselnde Leseprobe online gestellt hat.

Ob kleiner oder großer Verlag, ob Fantasy, Thriller oder Liebesroman, immer mehr der Geschichtenweber dürfen sich zu den Autoren mit eigenständigen Publikationen rechnen. Manche kommen ihrem Traum, die Schriftstellerei zum Beruf zu machen, immer näher, andere haben den Schritt in die Freiberuflichkeit längst vollzogen.

Dennoch bleibt vielen die Zeit, sich weiterhin an den Projekten der Edition zu beteiligen, an der Seite von immer neuem Zuwachs an Autoren und solchen, die es werden wollen. So bleibt auch die Edition erfolgreich und macht weiter von sich reden.

Und das teilweise schon im Vorfeld neuer Publikationen. So wie die heiß ersehnte Steampunk-Anthologie, „Von Feuer und Dampf: Spiegelwelten 2“ , die im Juli dieses Jahres erscheinen soll und an der auch ich mit einer Geschichte beteiligt bin.

Schon seit einiger Zeit veröffentlicht die Steampunkwebsite Clockworker Interviews mit den Autoren der Anthologie (zuletzt mit Chrissi Schlicht). Nun wird Herausgeber Stefan Cernohuby am 6. Juni 2010, von 22.05 bis 23 .00 Uhr,  dem Radiosender Bayern 2 in der Sendung „Zündfunk Generator“ zum kommenden Buch Rede und Antwort stehen. Das Interview könnt ihr euch dann auch auf der Homepage des Senders im Live-Stream anhören.

Bei den Geschichtenwebern macht es einfach Spaß, Teil einer Gemeinschaft zu sein, die sich gleichermaßen über Erfolge der einzelnen Mitglieder wie über die der Edition freuen kann. Einer Gemeinschaft, die von einer Handvoll Schreiberlinge gegründet wurde, deren Schreibereien bei einem Lektor damals oft noch kaum mehr als ein Kopfschütteln erzeugen konnten.

Timo steigt vom Königsberg

Timo Bader, Autor und Geschichtenweber, berichtet in seinem Online-Tagebuch, dass er zum Ende seiner Arbeit für seinen Königsberg-Roman noch einmal einen Kampf zu bestehen hatte.

Den historischen Kriminalroman schreibt Timo Bader gemeinsam mit Hannah Steenbock im  Auftrag des Wurdack-Verlags. Er ist Teil einer Trilogie, deren weitere Teile von Jörg Olbrich und Michael Buttler beigesteuert werden und die für das vierte Quartal 2010 vorgesehen ist.

Damit stellt sie das erste Romanprojekt der Geschichtenweber dar, und ich gratuliere Timo an dieser Stelle ganz herzlich zur Fertigstellung seines Manuskripts. Auch wenn er schreibt:

„Natürlich muss noch kräftig gefeilt werden, denn hier und da sind noch Abstimmungen mit meiner Co-Autorin notwendig, damit aus den zwei Erzählsträngen eine runde Sache wird.“

Burgturm im Nebel

Burgturm im NebelHeute möchte ich euch ein schon etwas älteres Buch vorstellen, das ich mit meiner geschätzten Lektorenkollegin Johanna Michallik herausgeben durfte. Es ist für die Edition Geschichtenweber im Schreiblust Verlag erschienen.

In der Anthologie vereinen sich Geschichten, die nur eines gemeinsam haben: Sie alle spielen in Burgen, Schlössern oder Ruinen. Einige in der Gegenwart, andere in der Vergangenheit, manche sogar in der Zukunft.

Von Fantasy über Grusel und Science Fiction bis hin zum Krimi wird jedem etwas geboten.

Im Klappentext heißt es:

„Alte Gemäuer wirken auf die meisten Menschen faszinierend. Was mögen die engen Turmaufgänge, die gruseligen Ahnenbildnisse und die goldgeschmückten Säle im Laufe der Jahrhunderte für Geschichten gesehen haben? Welche schönen Burgfräuleins sind hier gewandelt, welche grausigen Gesellen dort entlang geschlurft?

Der Schreiblust-Verlag nimmt sich des Themas an – mit seinem Buch „Burgturm im Nebel“. Dafür haben die Herausgeber Philipp Bobrowski und Johanna Michallik, die sich unter anderem von der Rostocker Lesebühne kennen, überraschende und originelle Geschichten zusammengetragen. Es gibt, um nur ein paar wenige Beispiele zu nennen, eine alte Krankenhaus-Ruine, die ein seltsames Eigenleben entwickelt, eine Enteignung, die dem Schlossherrn durchaus gelegen kommt, Batman, der tot im Burghof liegt, diverse Gespenster und noch mehr Unannehmlichkeiten, die die verschiedenen Besucher in den alten Kästen ertragen müssen. Auch der Humor hat – wie immer in den Büchern des Schreiblust-Verlages – seinen Platz.“

Trailer von Olga A. Krouk:

Florian Hilleberg über das Buch:

„Sehr unterhaltsame Geschichtensammlung mit Storys der unterschiedlichsten Genres, die zwar alle das Thema Burgen und Schlösser als Grundpfeiler aufweisen, in ihrem Aufbau und ihren Plots aber unterschiedlicher nicht sein könnten.
Ein Buch, ideal um lästige Wartezeiten mit einer klugen und unterhaltsamen Geschichte zu verkürzen.“ (Zur Rezi)

Die Herausgeber haben einigen großartigen Autoren den Vortritt gelassen:

  • Michael Buttler
  • Charlotte Engmann
  • Rüdiger Hanke
  • Michael Helming
  • Regina Holz
  • Rainer Innreiter
  • Wolfgang Kemmer
  • Josef Koba
  • Patricia Koelle
  • Olga A. Krouk
  • Manfred Lafrentz
  • Tobias Lagemann
  • Markus Niebios
  • Ursula Oggenfuß
  • Niklas Peinecke
  • Susann Rosemann
  • Kristina Ruprecht
  • Mirko Saß
  • Barbara Schinko
  • Dorte Schünecke
  • Ralf Seybold
  • Bernhard Weißbecker
  • Damian Wolfe

Philipp Bobrowski & Johanna Michallik (Hrsg.)
Burgturm im Nebel

Schreiblust-Verlag, Dortmund, Juli 2007
254 Seiten, Taschenbuch
ISBN-13: 978-3-9808278-9-8

Bestellen