Publizitiert: Uniform

Publizitiert, Foto: EDHAR
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© EDHAR

Er trug die Uniform im Gesicht. Wirkte selbst in kurzen Hosen und barfuß noch steif. Wie einer, der seinen Urlaub genießt, sah Joseph Heimler jedenfalls nicht aus. Geschweige denn wie jemand, der sich auf eine Wattwanderung freut.

Aus: „Insel der Jungen“ in „Wellengang und Wattenmorde“

 

Cover Wellengang und Wattenmorde

Im historischen Watt

Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
Vom Schreibtisch
(Foto: © Marko Tomicic)

Die letzte Geschichte, die ich ausgebrütet habe, ist für eine Krimianthologie entstanden, für die wieder einmal die umtriebige Regine Kölpin verantwortlich zeichnet. In jedem der Kurzkrimis geht es auf eine Insel in der Nordsee und einen mal größeren, mal kleineren Zeitsprung in der Geschichte zurück.

Mich hat es ins Pellwormer Watt verschlagen, kurz vor dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs. Einige kleine Überarbeitungen habe ich noch zu tun, dann warte ich gespannt aufs Erscheinen. Und ihr ja vielleicht auch.

LesBar: gestrüpp

frei von plänen gefangen im gestrüpp der
straßen treibe ich endlos und kopflos
watend im nebel der toten gesichter
suchend im meer auf den lippen das wer

rettet mich der ich schleiche und gehalten
werde von ketten mit trauernden gliedern
schlepp ich mich ziellos bereisend die nächte
dunkeln die stadt des betons und der alten

frei von hoffnung im schimmer ich sehe
reckt zum himmel sich letzte laterne
einsam verlässt mich mein fliehender schatten
sehnsucht verfolgt ihn und aufwärts erspähe

ich aphrodite ihr strahlend gesicht
ich winde und strecke mich zu ihrem licht
mit scharfen dornen ihr grausames lachen
freudig erwachendes leben ersticht

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