Konrad Reich: Autor, Verleger, Mentor

Wie heute bekannt wurde, ist gestern Konrad Reich mit 81 Jahren seinem Krebsleiden erlegen. Der Verleger, Herausgeber, Buchhändler und Autor, der sich ganz der Literatur verschrieben hatte, der auch mein Mentor war und in dessen Edition mein Debütroman, „Das Lächeln der Kriegerin“ , erschienen ist, hinterlässt eine große Lücke im Literaturbetrieb.

An dieser Stelle möchte ich ihm für alles danken, was er für mich getan hat. Mein herzliches Beileid gilt seiner Frau, Gefährtin und Freundin Lydia Reich.

Besonders möchte ich meinen Bloglesern diesen schönen Artikel aus der heutigen Ausgabe der Ostsee-Zeitung ans Herz legen, der unter dem Titel „Besonnener Verleger mit Haltung und Herzensbildung“ erschienen ist (zum Vergrößern, das Vorschaubild anklicken):

Konrad Reich gestorben

OZ Online

NDR Online

Ostseeblick Nienhagen

Wikipedia

Schinken und Schinken gesellt sich gern

Eine Leseprobe aus meiner Geschichte „Schinken und Schinken gesellt sich gern“, die in der Anthologie „Tödliches von Haff und Hering: Küchen- und Kombüsenkrimis von der Ostseeküste“ des Mitteldeutschen Verlags erschienen ist.

Siegrid ist eine freundliche und liebenswerte Fleischereifachverkäuferin und Ehefrau. Stets zuvorkommend liebt sie den Umgang mit den Kunden. Nur eines ist ihr noch wichtiger: Ihren Mann zu verwöhnen und ihm keinen Anlass zu geben, an ihr zu zweifeln. Da sollte ihr niemand in die Quere kommen. Denn stille Wasser sind tief.

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„He, Siegrid, hast du auch an deinen Schinken gedacht?“ Mandy grinste breit.
Langweilig. Jedes Mal das Gleiche. Siegrid drehte sich erst gar nicht um.
Welcher Spruch würde es diesmal werden?
„Schinken und Schinken gesellt sich gern!“
Sehr originell, wirklich. Sie rief ein betont freundliches „Schönes Wochenende“ zwischen Mandys Gelächter, griff nach der Tüte mit ihren Einkäufen und der mit dem Schinken, ging durch den leergefegten Ostseepark zum Personalausgang und in den Feierabend.

Auf dem riesigen Parkplatz, der sich fast aller Autos entledigt hatte, um sich zur Nachtruhe zu begeben, erwartete sie ihr kleiner Herbert. Der Fiesta zwinkerte ihr zu: „Vergiss die Wursttheke, vergiss Mandy, freu dich auf Rudolf.“
Siegrid lächelte zurück.

„Hansa hat gewonnen!“, rief Rudolf vom Wohnzimmer her, als sie nach Hause kam.
„Toll, mein Schatz!“, antwortete Siegrid, trug die Tüten in die Küche und verstaute deren Inhalt in den Schränken. „Gegen wen haben sie denn gespielt?“
„Duisburg.“
Siegrid ging ins Wohnzimmer. Rudolf saß auf dem Sofa. Sie streichelte ihm sanft den Nacken und gab ihm den Begrüßungskuss auf die Wange, bevor sie sich neben ihn setzte. „Was läuft?“
„Ne Komödie. ,Die Eltern der Braut´, oder so.“
„Na, dann schmier ich uns mal ein paar Stullen.“

Sie aß nicht viel, genoss es, Rudolf zuzusehen, der mit Hingabe schmauste und es dennoch wie eine Nebensächlichkeit zum Fernsehprogramm aussehen ließ. Fünf, sechs Jahre noch, dann würde sie ihm endlich in die Rente folgen, die ihm der Straßenbau schon so früh beschert hatte. Dabei war sie immer zufrieden gewesen mit ihrer Arbeit. Sie mochte das Gespräch mit den Kunden, freute sich, wenn sie ein paar Tipps zur Zubereitung eines Schmorbratens, dem richtigen Fleisch für die festliche Tafel oder den Beilagen zum Filetsteak loswerden konnte. Sie lächelte, wenn sie einem kleinen Jungen ein Wiener Würstchen schenkte und half begeistert bei der Auswahl des Aufschnitts für eine kalte Platte. Und in Margarethe hatte sie bis vor kurzem auch noch eine gute Freundin als Kollegin in der kleinen Fleischerfiliale gehabt. Und doch stellte sie sich oft vor, wie es wäre, den Tag mit Rudolf vor dem Fernseher zu verbringen, ihn täglich von morgens bis abends zu verwöhnen und ihm aus der Küche zuzujubeln, wenn Hansa mal wieder ein Spiel gewonnen hatte.
„Wie war dein Tag? Irgendwas Besonderes?“, fragte Rudolf.
„Nein, alles wie immer. Nette Kunden, liebe Kolleginnen. Mandy hat heute einen lustigen Witz erzählt, aber du weißt ja, dass ich mir die nie merken kann.“

Siegrid holte den Schinken aus dem Ofen. Obwohl es sie nicht wirklich überraschte, freute sie sich, wie gut er ihr wieder gelungen war. Die feste Brotkruste versprach ein knuspriges Vergnügen. Die Zubereitung ging ihr inzwischen leichter von der Hand als das Binden der Schnürsenkel.
„Es ist soweit!“, rief sie ins Wohnzimmer. Sie lauschte. Der Fernseher verstummte. Mit einem Grinsen schnitt sie den Schinken an. Dieses Sonntagsmahl war das einzige, was Rudolf veranlasste, die Glotze auszuschalten. Ja, er war sogar so dankbar, dass er den Tisch deckte.

Siegrid trug die glasierten Möhren, die gerösteten Zwiebeln und die gratinierten Kartoffeln herein. Feierliche Marschmusik in ihrem Kopf spielte ihr den Takt, zu dem sie den gebackenen Schinken zum Esstisch begleitete, wo sie ihm mit einem gedanklichen Tusch den Ehrenplatz im Zentrum der Tischplatte zuwies.

„Denkst du daran, dass Konrad nächsten Sonntag zum Essen kommt?“ Rudolf lehnte sich zurück und streichelte sich zufrieden den Bauch. „Nicht, dass du den Schinken vergisst.“
„Wo denkst du hin? Wann hätte ich in den einundvierzig Jahren je den Sonntagsschinken vergessen?“
„Du hast ja Recht. Aber du weißt doch, wie wichtig es mir ist, vor meinem alten Kumpel zu glänzen.“
Siegrid wusste es. „Du brauchst dir keine Sorgen zu machen.“

Die übliche Menge Schinken hätte mit Sicherheit auch für drei gereicht. Sie aßen die Reste sonst noch mehrere Tage aufs Brot oder aus der Pfanne. Nur zur Vorsicht hatte sie sich diesmal ein größeres Stück zurückgelegt.
„Lass deinen dicken Schinken nicht immer im Weg rumstehen!“ Mandys flache Hand klatschte auf Siegrids Hintern.

Der harte Schlag ließ sie zusammenzucken, die harten Worte berührten sie kaum noch. Freche Göre. Siegrid versuchte, sich Mandy überlegen zu fühlen. Sechsunddreißig Jahre jünger war das dumme Ding. Seit Mandy vor etwa einem halben Jahr für Margarethe in die Filiale gekommen war, schikanierte sie Siegrid, wann immer es ging. Leider war diese Bohnenstange die Tochter des Chefs.

„Mandy! Wo ist der Schinken?“
„Welcher? Der linke oder rechte?“
„Das ist nicht witzig! Der, den ich mir zurückgelegt hatte.“ Siegrid spürte die ersten Schweißtropfen auf der Stirn.
„Warte …“ Mandy griff sich ans Kinn. „Lass mich nachdenken … Richtig! Ich habe ihn verkauft.“
„Du hast … was?“ Siegrid schnappte nach Luft.
„Ein Kunde wollte ein großes Stück Schinken, also habe ich ihm das letzte verkauft.“
„Wann?“
„Als du auf Klo warst.“
„Das war meiner! Ich brauch ihn morgen unbedingt!“ Ihre Stimme überschlug sich.
„Der Kunde ist König. Das solltest du in deinem Alter doch endlich gelernt haben.“
Siegrid schluckte. Ihre Hand ballte sich zur Faust. Ein großer Schritt und sie stand Mandy direkt gegenüber. „Und was, bitteschön, soll ich meinem Rudolf morgen servieren?“
Mandy tastete sich rückwärts die Wand entlang, stieß gegen den Verkaufstresen. Ihre Hände suchten Halt an der Arbeitsplatte. „Vielleicht … vielleicht kochst du einfach mal was anderes?“

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Tödliches von Haff und HeringRuth Borcherding-Witzke/Silvija Hinzmann (Hg.)
Tödliches von Haff und Hering
Küchen- und Kombüsenkrimis von der Ostseeküste

Mitteldeutscher Verlag
248 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-89812-536-9

Man nehme die schöne Ostseeküste und das Verbrechen, würze das Ganze mit regionalen Spezialitäten, etwas Seemannsgarn nicht vergessen, und koche alles mit Hochspannung auf. Fertig sind die kulinarischen Kurzkrimis von der Ostseeküste!
Serviert werden diese raffiniert gewürzten Geschichten von der Waterkant, die ebenso köstlich wie tödlich sind, u.a. von der mehrfach für den Glauserpreis nominierten Schriftstellerin Beatrix Kramlovsky, den norddeutschen Autorinnen und Autoren Christiane Franke, Regine Kölpin, Philipp Bobrowski sowie den Satirikern und Kabarettisten Matthias Biskupek und Ulf Annel.
Alle Rezepte stammen vom Rostocker Fernsehkoch Günther Halle. Sie wurden von den tödlichen Gräten befreit und sind nicht nur in der norddeutschen Küche gefahrlos nachkochbar.

Die Herausgeberinnen

Ruth Borcherding-Witzke, geb. 1959 in Hamburg, seit gut einem Dutzend Jahren lebt die studierte Juristin, Autorin und Herausgeberin mit ihrer Familie in Sachsenburg bei Chemnitz.
Silvija Hinzmann, geb. 1956 in Cakovec/Kroatien, kam als Kind nach Deutschland, als freie Übersetzerin und Dolmetscherin hat sie auch mit echten Kriminalfällen zu tun, Autorin zahlreicher Kurzkrimis, Mitautorin eines Kriminalromans sowie Herausgeberin von Anthologien.

Pressestimmen
„Die beiden Herausgeber haben eine bunte Kollektion von Kurzkrimis gesammelt, die von einfach spannend bis raffiniert erzählt reichen. Eine spannende und unterhaltsame Lektüre. Gern empfohlen.“
Peter Mieglitz auf eliport.de, Juli 2009

„18 köstliche, kurzweilige Krimigeschichten.“
Bert Lingnau, NDR 1 Radio MV, 18.05.2008

Das Buch beim mdv
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Burgturm im Nebel

Burgturm im NebelHeute möchte ich euch ein schon etwas älteres Buch vorstellen, das ich mit meiner geschätzten Lektorenkollegin Johanna Michallik herausgeben durfte. Es ist für die Edition Geschichtenweber im Schreiblust Verlag erschienen.

In der Anthologie vereinen sich Geschichten, die nur eines gemeinsam haben: Sie alle spielen in Burgen, Schlössern oder Ruinen. Einige in der Gegenwart, andere in der Vergangenheit, manche sogar in der Zukunft.

Von Fantasy über Grusel und Science Fiction bis hin zum Krimi wird jedem etwas geboten.

Im Klappentext heißt es:

„Alte Gemäuer wirken auf die meisten Menschen faszinierend. Was mögen die engen Turmaufgänge, die gruseligen Ahnenbildnisse und die goldgeschmückten Säle im Laufe der Jahrhunderte für Geschichten gesehen haben? Welche schönen Burgfräuleins sind hier gewandelt, welche grausigen Gesellen dort entlang geschlurft?

Der Schreiblust-Verlag nimmt sich des Themas an – mit seinem Buch „Burgturm im Nebel“. Dafür haben die Herausgeber Philipp Bobrowski und Johanna Michallik, die sich unter anderem von der Rostocker Lesebühne kennen, überraschende und originelle Geschichten zusammengetragen. Es gibt, um nur ein paar wenige Beispiele zu nennen, eine alte Krankenhaus-Ruine, die ein seltsames Eigenleben entwickelt, eine Enteignung, die dem Schlossherrn durchaus gelegen kommt, Batman, der tot im Burghof liegt, diverse Gespenster und noch mehr Unannehmlichkeiten, die die verschiedenen Besucher in den alten Kästen ertragen müssen. Auch der Humor hat – wie immer in den Büchern des Schreiblust-Verlages – seinen Platz.“

Trailer von Olga A. Krouk:

Florian Hilleberg über das Buch:

„Sehr unterhaltsame Geschichtensammlung mit Storys der unterschiedlichsten Genres, die zwar alle das Thema Burgen und Schlösser als Grundpfeiler aufweisen, in ihrem Aufbau und ihren Plots aber unterschiedlicher nicht sein könnten.
Ein Buch, ideal um lästige Wartezeiten mit einer klugen und unterhaltsamen Geschichte zu verkürzen.“ (Zur Rezi)

Die Herausgeber haben einigen großartigen Autoren den Vortritt gelassen:

  • Michael Buttler
  • Charlotte Engmann
  • Rüdiger Hanke
  • Michael Helming
  • Regina Holz
  • Rainer Innreiter
  • Wolfgang Kemmer
  • Josef Koba
  • Patricia Koelle
  • Olga A. Krouk
  • Manfred Lafrentz
  • Tobias Lagemann
  • Markus Niebios
  • Ursula Oggenfuß
  • Niklas Peinecke
  • Susann Rosemann
  • Kristina Ruprecht
  • Mirko Saß
  • Barbara Schinko
  • Dorte Schünecke
  • Ralf Seybold
  • Bernhard Weißbecker
  • Damian Wolfe

Philipp Bobrowski & Johanna Michallik (Hrsg.)
Burgturm im Nebel

Schreiblust-Verlag, Dortmund, Juli 2007
254 Seiten, Taschenbuch
ISBN-13: 978-3-9808278-9-8

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Zwei der schönsten Bücher 2009 kommen aus Rostock

Morgens früh um sechs
Morgens früh um sechs
Ein Mann geht in die Welt
Ein Mann geht in die Welt

Die Stiftung Buchkunst hat zwei Kinderbücher aus dem Hinstorff Verlag ausgezeichnet: Ann Cathrin Raabs „Ein Mann geht in die Welt“ und „Morgens früh um sechs“ mit Illustrationen von Julia Neuhaus und dem Text von Jens Sparschuh sind unter die 64 schönsten deutschen Bücher 2009 gewählt worden.

„Zwei Auszeichnungen der Stiftung Buchkunst für Kinderbücher eines Verlages in einem Jahr! Das haben wir in Mecklenburg-Vorpommern noch nicht erlebt – und auch in Deutschland dürfte das sehr selten sein“, freuen sich Hinstorff-Lektor Thomas Gallien und Hinstorff-Herstellungsleiterin Sylvia Raschke über die Würdigung.

In ihrem Buch „Ein Mann geht in die Welt“ erzählt Ann Cathrin Raab von einem zu Beginn sehr einsamen Mann, der mit sich zunächst nichts anzufangen weiß, sich dann aber aufmacht, seine eigenen vier Wände verlässt. In klaren, leichten Bildern, in denen man auch nach dem zweiten Anschauen noch Kurioses und Komisches entdecken kann, nimmt Ann Cathrin Raab Kinder mit auf eine erlebnisreiche Reise in und durch die Welt.

„Morgens früh um sechs / kommt die kleine Hex’“ – viele Kinder
(und Eltern) kennen das Gedicht auswendig. Voller Sprachwitz und mitreißender Lust am Fabulieren hat Jens Sparschuh den Kinderreim fortgeschrieben: Zum Mittagessen betritt unübersehbar der dicke Heinz die Bildfläche und verbringt den Rest des Tages mit der kleinen Hexe. Julia Neuhaus’ Collagen leben bis ins kleinste der vielen Details, ihre Bilder scheinen sich zu bewegen.
Etwa, wenn die giftgrün gekleidete, sich voll auf der Höhe der Zeit befindende Hexe über die einem Laufrad ähnelnde Erde rennt oder sie auf ihrem Besen umschwebt.

Die Stiftung Buchkunst mit Sitz in Frankfurt/Main begleitet kritisch die Buchherstellung. „Die schönsten deutschen Bücher“, vorbildlich in Gestaltung, Konzeption und Verarbeitung werden jedes Jahr von einer unabhängigen Jury prämiert. Seit Ende November sind die diesjährigen „Schönsten“ bekannt, die aus über 1000 Einsendungen ausgewählt wurden: 47 Bücher erhalten eine „Prämierung“, 17 Bücher eine „Anerkennung“.

Der Hinstorff Verlag hat bereits in den beiden vergangenen Jahren Prämierungen für seine Kinderbücher erhalten: 2008 wurde Ann Cathrin Raabs Debüt „Zeckengeflüster“ und 2007 „Der Mann, der noch an den Klapperstorch glaubte“ von Thomas Rosenlöcher mit den Illustrationen von Maja Bohn ausgezeichnet.

Stralendorfs Schüler

Über die letzte Woche gibt es wenig Aufregendes zu berichten.
Gefreut habe ich mich allerdings über den Lesungstermin, den ich angenommen habe. Am 18. Dezember werde ich also für die Schüler der Allgemeinschule Stralendorf (bei Schwerin) lesen. Das Programm muss ich noch genau festlegen, Schwerpunkt wird aber wohl „Das Lächeln der Kriegerin“ sein, möglicherweise ergänzt durch ein oder zwei Kurzgeschichten aus dem Bereich der Fantasy.
Nachdem ich, abgesehen von einigen Kurzauftritten, lesungstechnisch schon eine Weile ausgesetzt habe, freue ich mich schon sehr auf die Veranstaltung. Auch wird es im nächsten Jahr wieder mehr Lesungen von mir geben. Erste Gespräche wurden bereits geführt.

Zurück zur Ostseevilla

Ich habe mit meiner Freundin ein sehr schönes Wochenende in Nienhagen verbracht.

Da wurden natürlich Erinnerungen an meine Stipendienzeit wach. Also habe ich die Gelegenheit genutzt und die Ostseevilla ARTique fotografiert, in der ich 2005 ein halbes Jahr verbringen durfte. Dort entstand der größte Teil meiner „Kriegerin“.

Ostseevilla1
Die Villa auf der dem Meer abgewandten Seite
Ostseevilla2
Die Meerseite
Ostseevilla3
Von Osten her
Ostseevilla4
Blick von der Steilküste

Wieland und die Risse

Heute und morgen im Literaturhaus Rostock:

Donnerstag, der 05. November 2009

Rayk Wieland ›Ich schlage vor, dass wir uns küssen‹

Lesung

Die Geschichte dieses Buches beruht auf einer wahren Begebenheit. Die DDR hat es wirklich gegeben. – so läutet der Klappentext diesen hinreißend komischen Roman ein, der von den Lesern mit Lachtränen verschlungen wird, die Literaturkritiker handeln ihn schon allein wegen seiner leichtfüßigen Art als einen der besten Romane über die DDR.

Herr W. hat eines Tages eine ominöse Einladung in der Post. Auf einer Podiumsdiskussion unbekannter Untergrunddichter soll er Auskunft geben über sein Werk, über die Unterdrückung in der DDR und über seine Erlebnisse als Staatsfeind. Zuerst glaubt er an einen schlechten Scherz. Ist er überhaupt gemeint? Mit der DDR hat er doch längst abgeschlossen, nachdem sie 1989 wie ein falsch montiertes Chemieklo zusammenklappte. War er je als Dichter auffällig geworden? Als unterdrückter gar?

W. stellt Nachforschungen an, unterzieht sich einer Rückführungstherapie in die DDR-Vergangenheit und nimmt schließlich Einsicht in seine Stasi-Akte. Was für ein Fund: Tatsächlich sind hier seine lyrischen Gehversuche unter dem Titel „Mögliche Exekution des Konjunktivs“ abgeheftet, dazu sämtliche Liebesbriefe an Liane in München – alles von einem Oberleutnant Schnatz über Jahre akribisch gegengelesen, verwegen gedeutet und als staatszersetzend-konterrevolutionäres Schrifttum eingestuft.

„Ich schlage vor, dass wir uns küssen“ ist ein Roman über die Absurditäten der Erinnerung, auch der eigenen, über rätselhafte Wirkungen unbeholfener Gedichte und über eine Liebe, wie sie nur in Zeiten der deutschen Teilung blühen konnte. Eine wahre Geschichte, die niemand für möglich gehalten hat. Nicht einmal ihr Verfasser.

Rayk Wieland, geb. 1965, lernte Elektriker, studierte Philosophie, war Zeitungs-, Funk- und Fernsehredakteur und lebt als Autor und TV-Journalist bei Hamburg. Einmal im Monat veranstaltet er zusammen mit Gerhard Henschel den „Toten Salon“ im Nachtasyl des Hamburger Thalia Theaters. Letzte Buchveröffentlichung: „Öde Orte“ (Bd. 1–3, zusammen mit Jürgen Roth, Leipzig 2005).

Pressestimmen:
Ganz Deutschland schnieft zum Mauerfall-Jubiläum mit Guido-Knopp-Ergriffenheitsmiene, nur ein einsamer, 1965 in Leipzig geborener Aufständischer leistet tapfer Widerstand: Rayk Wieland hat einen betont satirischen Roman über das Ost-Berlin der achtziger Jahre geschrieben, in dem von Lebenskünstlern und Lyrikern erzählt wird, von Saufgelagen und einer bittersüßen Liebesaffäre des Helden W. mit einer Westbürgerin. Die Vermischung von großer Politik und privater Gefühlsnot ist so etwas wie das poetische Programm des Ich-Erzählers. Das merkt man schon seinen Gedichten an, die seine Beschatter von der Stasi prompt in Aufregung versetzen. „Ringsumher sinkt das Niveau, / Sogar im Politbüro“, heißt es da, und weiter: „An muss ich dich flehen / Nicht von mir zu gehen.“
(Spiegel, 11.04.09)

Termin: Donnerstag, 5. November 2009, 19.30 Uhr
Ort: Literaturhaus Rostock, Kuhtor, Ernst-Barlach-Str. 5, 18055 Rostock
Eintritt: 6,00 € / 4,00 € ermäßigt (für Schüler, Studenten), freier Eintritt für Förderkreismitglieder

Kartenreservierung: (0381) 492 55 81, info ( at ) literaturhaus-rostock.de

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Freitag, der 06. November 2009

Präsentation der Zeitschrift RISSE

Nr. 23 / Herbst 2009/ Lesungen & Eröffnung der Fotoausstellung „Kontraste – Neptun-Werft in Schwarz-Weiß“

Die Literaturzeitschrift gibt einen vielgestaltigen Eindruck von neuer Literatur aus Mecklenburg und Vorpommern. In jeder Ausgabe erscheinen bereits bekannte und auch neu entdeckte Talente aus unserem Bundesland mit Kurzgeschichten, Lyrik, Dramatik oder Essay – gebunden durch eine Grafikstrecke eines Künstlers aus Mecklenburg-Vorpommern. Zum Erscheinen der neuen Ausgabe der Literaturzeitschrift RISSE lesen drei Autorinnen und Autoren eine Auswahl ihrer Texte im Literaturhaus Rostock:

Daniela Boltres (Rostock)

Sonja Voß-Scharfenberg (Schwerin)

Ingo Giertz (Rostock)

In der druckfrischen Herbstausgabe ist eine Auswahl der Fotografien von Reiner Mnich zu sehen. Mit Autorinnen und Autoren, Förderern und Lesern wird das Erscheinen der neuen Ausgabe gefeiert und die Foto-Ausstellung „Kontraste – Neptun-Werft in Schwarz-Weiß“ von Reiner Mnich im Literaturhaus Rostock eröffnet.

Eine gemeinsame Veranstaltung von: Risse e.V. und Literaturhaus Rostock

Termin: Freitag, 6. November 2009
Zeit: 19.30 Uhr
Ort: Literaturhaus Rostock, Kuhtor, Ernst-Barlach-Str. 5, 18055 Rostock
Eintritt frei

Weitere Informationen:

Risse e.V.
c/o Kuhtor
Ernst-Barlach-Str. 5
18055 Rostock
Tel.: (0381) 492 55 81
redaktion ( at ) risse-mv.de
www.risse-mv.de

Neu: Die Lesekanon~e

Am Montag, den 2. November, startet das Literaturhaus Rostock eine neue Veranstaltungsreihe: Die Lesekanon~e richtet sich zunächst an Germanistikstudenten. Damit der Lesestoff, der als Pflichtlektüre auf der Literaturliste steht, nicht zur Vereinsamung führt, bietet das Literaturhaus mit dieser neuen Reihe die Möglichkeit zur vergnüglichen Literaturdiskussion.

Aber nicht nur Studenten sind herzlich eingeladen, sich über die obligatorischen Klassiker auszutauschen. Jeder Interessierte darf teilnehmen.

Thema des ersten Termins ist Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“. Los geht es um 19.30 Uhr im Literaturhaus Rostock, Kuhtor, Ernst-Barlach-Str. 5, 18055 Rostock. Der Eintritt ist frei.

Quelle: Literaturhaus Rostock

Zurück beim Spion

Seit gestern bin ich wieder als freier Mitarbeiter in der Online-Redaktion von Spion-Media dabei. Das Unternehmen betreibt eine große Online-Community, die in allen Bundesländern, Österreich und der Schweiz vertreten ist (z.B. MV-Spion.de, Bayern-Spion.de, …). Die Redaktion betreut im Wesentlichen die News, wobei die Meldungen durchaus Unterhaltungswert besitzen.

Markus Heitz in Rostock

Selten genug sind sie ja, die Gelegenheiten, zu denen sich Autoren aus dem Bereich der Fantasy nach Rostock verirren. Das muss man dann auch mal nutzen. Wenn es dann noch Markus Heitz ist, sicher der Autor, der zu den meistgelesenen deutschen Autoren seit dem neuen Fantasyboom gehört, gilt das allemal.
Und es hat sich gelohnt. Sowohl die Kostproben aus seinem neuen Roman „Drachenkaiser“ als auch die Einblicke in den Volksglauben zum Mythos der Vampire waren spannend und unterhaltsam. Obendrein bettete der Autor sie in einen vergnüglichen Rahmen aus Informationen rund um die Romane und sein Schreiben.
Kein Wunder, dass eine ganze Menge Fans gekommen waren, die die Möglichkeit, den Autor im Anschluss zu befragen, ebenso ausgiebig nutzten wie die Chance, sich seine Bücher signieren zu lassen.
Da darf ich doch hoffen, dass die engagierte Frau Röwekamp von der Thalia-Buchhandlung ihre Pläne umsetzen und dem Rostocker Lesepublikum regelmäßig solch spannende Autoren vor die Nase setzen kann. Herr Heitz bietet jedenfalls sicher auch in der Zukunft noch genug Stoff, um sich auf weitere Veranstaltungen mit ihm zu freuen.
Für mich bot sich obendrein die Gelegenheit, meine neue kleine Digitalkamera auszuprobieren.

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Heraus, Meister des Wortes!

Das Literaturhaus Rostock kündigt an:

Gutshotel Groß Breesen
Gutshotel Groß Breesen

Wettbewerb um den Lyrikmeister Mecklenburg-Vorpommerns 2009

Im ganzen Bundesland werden die Schubladen durchsucht oder Bleistifte gespitzt und Feingeistiges zu Papier gebracht, um im 12. Wettbewerb zum Lyrikmeister Mecklenburg-Vorpommerns die Jury, aber auch das Publikum, für sich und seine Texte zu gewinnen.
Das Literaturhaus Rostock lädt alle Autorinnen und Autoren ein, sich an der Lyrikmeisterschaft Mecklenburg-Vorpommerns zu beteiligen. Teilnehmen können alle Autorinnen und Autoren mit Wohnsitz in M-V.

15 Kandidaten werden mit Ihren lyrischen Schreibergüssen in der Bühne 602 gegeneinander antreten.
Nicht nur die literarische Qualität der Texte soll die Jury und das Publikum überzeugen, auch die Bühnenpräsenz spielt bei der Preisvergabe eine entscheidende Rolle.
Zu gewinnen gibt es für den Lyrikmeister 2009 „Ein gutes Buch zur guten Nacht“ vom 1. Bücherhotel Deutschlands bei einer Übernachtung für 2 Personen im Gutshotel Groß Breesen. Der Publikumsfavorit gewinnt ein gemütliches Candle-Light-Dinner im historischen Gewölbe des Bücherhotels Groß Breesen.

Einsendungen (3-5 Gedichte und Kurzvita) bis zum 12. August 2009 an:
Literaturhaus Rostock
Ernst-Barlach-Str. 5
18055 Rostock

oder per E-Mail:
info (at) literaturhaus-rostock.de

Weitere Informationen zum Wettbewerb im Literaturhaus Rostock:
0381-4925581 oder info ( at ) literaturhaus-rostock.de

Mit freundlicher Unterstützung von: Gutshotel Groß Breesen

Termin: 03.09.2009
Ort: Bühne 602, Stadthafen Rostock
Beginn: 20.00 Uhr
Eintritt: 8,50 / 5,50 € (ermäßigt)
VVK in der Bühne 602 (0381-2036084) und im Pressezentrum (Rostocker Hof, Kröpeliner Straße, 18055 Rostock)

Quelle: Literaturhaus Rostock

Schlendernd Rostocks Poesie erfahren

Foto: mcseem
Foto: mcseem

„Diese Stadt, durch die zu schlendern ja schon Poesie ist.“

Literarischer Spaziergang durch Rostock mit Katrin Möller-Funck und Dr. Wolfgang Gabler.

Das Literaturhaus Rostock lädt gemeinsam mit dem Kempowski-Archiv zu einem Literarischen Spaziergang durch Rostocks Stadtzentrum ein. Katrin Möller-Funck (Kempowski-Archiv) und Dr. Wolfgang Gabler (Literaturhaus Rostock) erzählen beim literarischen Spaziergang unterhaltsame Anekdoten zu mehr als zwanzig Schriftstellern in Rostock, u.a. John Brinckman, Walter Kempowski, Fritz Reuter, Arnold Zweig, Willi Bredel, Uwe Johnson, Franz Fühmann und Erich Kästner. Dass Erich Kästner einst in Rostock studierte, weiß kaum noch jemand. Er fand in Rostock nicht nur die Leidenschaft zur Literatur, sondern auch seine einzige große Liebe: Ilse Julius. Sie studierte in Rostock Chemie. Kästner war mit ihr acht Jahre lang zusammen – so lange wie mit keiner anderen Frau (außer mit seiner Mutter, selbstverständlich!). Über das Ende dieser Liebe verfasste er das berühmte Gedicht „Sachliche Romanze“.

Im Anschluss besteht die Möglichkeit einer Sonderführung durch das Kempowski-Archiv Rostock.

Eine gemeinsame Veranstaltung von: Kempowski-Archiv Rostock und Literaturhaus Rostock
Termin: Sonntag, 28. Juni 2009
Zeit: 10.00 Uhr bis ca. 11.30 Uhr
Treffpunkt: Hauptgebäude der Universität Rostock,
Universitätsplatz 1, 18055 Rostock
Teilnahmegebühr: 5,00 € pro Person

Weitere Informationen und Anmeldungen, insbesondere für Gruppen:
Literaturhaus Rostock
Ernst-Barlach-Str. 5
18055 Rostock
(0381) 492 55 81
info@literaturhaus-rostock.de
www.literaturhaus-rostock.de

Quelle: Literturhaus Rostock

Diese Stadt, durch die zu schlendern ja schon Poesie ist

Kunterbuntes hält sich!

Soeben fand ich im Onlinebereich der Schweriner Volkszeitung ein Interview mit Beatrice Voigt, der Geschäftsführerin des Café Kunterbunt.

Das hat mich besonders gefreut, denn ich durfte selbst schon dort lesen. Da ich aber weiß, dass Bea lange ziemlich kämpfen musste, um diese kulturelle Begegnungsstätte zu erhalten, stimmt es mich geradezu froh, dass es offenbar aufwärts geht.

Und es tut einfach gut, von so viel Engagement zu lesen, wie es auch in diesem Interview zu spüren ist!

Zum Interview
Blog des Trägervereins Kulturbuchhaus Schwerin

Noch schnell dem Mann hinterher!

Aus Rostock oder Umgebung und am heutigen Sonntagvormittag noch nichts vor?

Wie wäre es mit einem literarischen Spaziergang auf den Spuren Thomas Manns?

„Aus der Perspektive eines Fans, aber auch eines Forschers, berichtet Gerhard Weber bei einem Literarischen Spaziergang von Zeugnissen der Familie Mann in Rostock. Dabei kommt Erstaunliches zutage.“

Der Rostocker Fotograf leitet den gemütlichen Spaziergang, der vom Literaturhaus Rostock organisiert wird.
Also raus aus dem Schlafanzug und hin zum Kuhtor!

  • Treffpunkt: Literaturhaus Rostock (Kuhtor), Ernst-Barlach-Str. 5, 18055 Rostock
  • Termin: Sonntag, 21.6.2009
  • Beginn: 10.30 Uhr
  • Teilnahmebeitrag: 5 €

Quelle: Literaturhaus Rostock