Tolles Wochenende

Während ich hoffe, das Halloween von mir weitgehend unbemerkt vorbeiziehen wird, blicke ich auf ein schönes Wochenende zurück.

Am Samstag kam Axel zu Besuch und aus unserem Arbeitstreffen zum Schreibworkshop, den wir am Donnerstag gemeinsam abhalten werden, entwickelte sich ein sehr anregendes Gespräch über das Schreiben, was im auch mit Autoren vergleichsweise dünn besidelten Mecklenburg-Vorpommern leider eine Seltenheit ist. Immerhin haben wir uns vorgenommen, einen (erneuten) Versuch zu unternehmen, daran etwas zu ändern. Möglicherweise kann ich euch also demnächst berichten, dass ich mich zum neuen M-V-Autorenstammtisch aufmache.

Bis dahin habe ich die Zeit gut genutzt. Am Sonntag tat ich, was ich mir vorgenommen hatte: Ich habe mit dem Plotten für „Die Tränen der Gräfin“ begonnen, womit der Arbeitstitel meines nächsten Romans aus Laindor gelüftet ist. Die drei Stunden, die ich mir dafür Zeit genommen habe, vergingen wie im Flug, am Ende war ich aber deutlich weiter vorangeschritten, als ich es mir auch nur erträumt hätte. Der Rahmen ist aufgezogen, der Spannungsbogen entwickelt, die Wege der beiden Hauptcharaktere in groben Zügen vorgezeichnet.

Nun hoffe ich, dass ich in den nächsten Wochen so weitermachen kann, bis „Die Gräfin“ ihren Platz als Hauptprojekt einnehmen darf.

Einmal schlucken, bitte

Der Nordosten hat gewählt. Auch der Osten im Nordosten. Ganz im Osten, sozusagen. Fast schon dort, wo die Sonne aufgeht. Und was beleuchtet sie? Ostvorpommern zum Beispiel. Und ja, der durchschnittliche Ostvorpommeraner hat sich besonnen, hat den Kopf ein klein wenig von rechts abgewandt. Nur noch 10,4 und 11,3 Prozent erreichte die NPD in den beiden Wahlkreisen.

Im Landkreis Uecker-Randow, der südlich an Ostvorpommern grenzt (beide Landkreise grenzen im Osten an Polen), bleibt man sich dagegen treu. Hier gewannen die Nationalen sogar teilweise noch dazu. In Uecker-Randow I erreichten sie zwölf Prozent, in Uecker-Randow II sogar 15,4 Prozent. Ja, richtig gelesen: Beinahe jeder sechste, der dort am Sonntag zur Wahl gegangen ist, hat sein Kreuz bei der NPD gemacht.

Das ist aber auch ein Kreuz mit dem Osten im Osten. Vielleicht sollte man die Grenze ein bisschen nach Westen verschieben. Aber wir wollen doch nicht ausgrenzen! Wozu auch? Laut einer Umfrage, so erfuhr ich gerade vom NDR-Fernsehen, wünschten sich im gesamten nordöstlichen Bundesland ganze 12 Prozent die NPD im Landtag. Die kann man doch nicht alle wegschicken! Dann wohnt hier oben ja bald keiner mehr.

Und es gibt ja, so zeigt es eben jene Umfrage, auch gute Gründe, ganz, ganz rechts zu wählen. 48 Prozent gaben an, sie glaubten zwar nicht, dass die NPD die Probleme im Land lösen könne, doch sie spreche sie wenigstens an. Und das ist doch schon mal was.

Da schämt man sich ja fast, wenn man wie ich (und ich war überrascht, ist es hier doch eher ländlich) aus einem der 10 von 36 Wahlkreisen kommt, die gegen den Strom schwimmen, indem sie die NPD die Fünf-Prozent-Hürde unterschreiten ließen. Hier scheint man die Augen vor den Problemen zu verschließen.

Vielleicht sollte ich in den Uecker-Randow-Kreis ziehen. Da würde ich dann lernen, mich den Problemen zu stellen. Aber so richtig!

Rund um Opfer und Täter

Ich schreibe ja für die Newsredaktion des Onlineportals des Spion. Die News machen hier nur einen kleinen Teil des Portals aus, die Redaktion ist winzig und muss ohne Außenreporter auskommen. Der größte Teil der News beruht daher ausschließlich auf Onlinerecherchen.

Dennoch haben gerade lokale und regionale News für mich einen besonderen Reiz. Die hoch frequentierte Plattform wird aufgrund ihrer Herkunft hauptsächlich von Usern aus Mecklenburg-Vorpommern genutzt. Die kommen aus allen sozialen Schichten. Immer wieder erlebt man es, dass sich in den (nicht immer niveauvollen) Newskommentaren Nutzer äußern, die einen direkten Bezug zu denjenigen haben, die Anlass für die Nachricht sind.

So nun auch zu der Nachricht, die (wieder einmal) weit über die Grenzen M-Vs für Aufmerksamkeit sorgte: Tod in Rostock wegen Streit um Bollerwagen.

Am Himmelsfahrtstag wurde ein 45-Jähriger am S-Bahnhof Rostock-Warnemünde totgeschlagen. Hintergrund war der Streit zwischen zwei „Herrentagsgruppen“ um einen Bollerwagen.

Aktuell hat die Nachricht 142 Kommentare. Die meisten, die sich äußern, sind entrüstet und/oder zeigen Mitgefühl mit dem Opfer und seinen Angehörigen, fordern Höchststrafen (natürlich bis hin zur Todesstrafe) für den Täter. Darunter sind einige, die einen Bezug zur Familie des Opfers haben.

Auf Kommentarseite 14 meldet sich dann erstmals ein User namens Ku K zu Wort. Seine Äußerungen lassen eindeutig den Schluss zu, dass er am Tattag selbst anwesend war, es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass er zu der Gruppe gehörte, aus der der Täter stammt. Er betont, dass die Tat ein Unfall war.

Ohne seine (oder irgendeine andere) Aussage inhaltlich zu bewerten, finde ich es einfach intererssant, wenn so etwas zustande kommt. Noch interessanter übrigens, dass (bisher) keiner der weiteren Kommentatoren diesen Zusammenhang gesehen hat.

Ähnliches geschah vor einigen Tagen bei dieser News: Fan von St. Pauli ins Krankenhaus geprügelt.

Unter den aktuell 430 (!!!) Kommentaren findet sich einer, der nach meiner Einschätzung vom Opfer selbst stammt. Auch der fand keine weitere Beachtung.

M-V macht Literatur in Schwerin

2. Literaturmesse April 2011 in Schwerin

Schriftsteller, Autoren und Verlage aus Mecklenburg-Vorpommern veranstalten ihre

2. Literaturmesse in Schwerin

am

Samstag, dem 16. April 2011,

im Schleswig-Holstein-Haus, Puschkinstraße 12.

Wie gewöhnlich zu außergewöhnlichen Zeiten: 10:03 Uhr bis 17:18 Uhr.

Literatur aller Genres. Neuerscheinungen. Antiquarische Bücher. Buchdruckkunst.

Lesungen gibt es den ganzen Tag über.

Teilnehmende Verlage und Autoren:

Norddeutscher Autorenverband e. V.: Belletristik – Lyrik – Reportage/Dokumentation – Kinderbuch – populäre Wissenschaft.

Ingo-Koch-Verlag – Rostock: Bücher aus und über Mecklenburg-Vorpommern: Politik, Geschichte, Regionalge­schichte, Maritimes, Technikgeschichte, Belletristik.

Mecklenburger Buchverlag, Neubrandenburg: Belletristik – Lyrik – Geschichte – Ökologie – Bildband.

Verlag Reinhard Thon, Schwerin: Belletristik, Technik-, Industrie-, Verkehrs-, Militärgeschichte, Mecklenburgica.

Horst Zänger „Das Schwerin Buch“: Regionalliteratur, Chroniken, Stadt- und Kulturgeschichte.

Verlag Martina Nell, Below: Bücher und Blütenwasser aus Mecklenburg – Spiritualität – Geomantie – Naturheilkunde.

Jörg Nestler, Herren Steinfeld: Präsentiert sein Buch „Fast 20000 Tage in der Küche“.

Osteuropa-Freundschaftsgesellschaft e. V., Schwerin: Pflege der Beziehungen zu den Völkern Osteuropas – Literatur zum Thema.

Demmler-Verlag, Ribnitz-Damgarten: Schwerpunkt des Programms ist Regionalia Mecklenburg-Vorpommern.

Beate Kunze – Proseken: Als Autorin stellt sie ihre bisher erschienen Bücher vor. Exzellent und treffend sind ihre Gedichte und Geschichten aus dem Alltag.

Klaus Rosin, Schwerin: Er präsentiert seinen neuen Gedichtband über Schwerin.

Stefanie Waßmann: Sie hat beim Verlag BOD Books an Demant – Kinder- und Jugendbuch – erschienen im Februar 2010 veröffentlicht, das sie vorstellen möchte.

Dr. Klaus-Ulrich Keubke, Erna Keubke, Verleger, Schwerin: Literatur zur Militär- und Landesgeschichte von Mecklenburg-Vorpommern.

Hinstorff-Verlag, Rostock: Vertreten durch den Autor Herrn Philipp Bobrowski, stellt eine Auswahl seines Literaturprogramms vor.

Karin John, Tarnow bei Güstrow: Sie schrieb ein Buch mit dem Titel „Kater Felix und andere Tiere in meinem Leben“.

Nestmanns Foto, Lancken/Rügen: Foto-, Tier- und Naturbildbände; Kinder- und Jugendlieteratur; Märchen; Kalender.

EDITION digital Pekrul & Sohn GbR, Godern: Schwerin auf historischen Ansichtskarten, Petermännchenbücher, Sagen Schwerin und Umgebung, Belletristik, Sachbücher, CD-ROMs.

Kathrin Laabs: Sie über sich: „Ich bin eine junge Nachwuchsautorin und habe nach jahrlanger Hinarbeit mein erstes Buch für Kinder ab fünf Jahren mit liebevollen Illustrationen und gewaltfreien Erzählungen im Projekte-Verlag veröffentlicht.

Karina und Werner Brauer, Schwerin: Sie. Autorin von „Du kannst den Wind nicht aufhalten“; Er: Autor für Jugendliteratur, Kurzgeschichten und Gedichte.

Verlag Redick & Schade GmbH, Rostock: Redick und Schade verstehen sich als regionale Chronisten, Mittler zwischen Wissenschaft und Normalverbraucher, als Bewahrer und Sammler überlieferter Geschichte und Geschichten. In den vergangenen Jahren erschienen annähernd 650 Titel.

Dr. Frank Löser, Verleger: Der 1944 in Lößnitz Geborene ist Autor von Sachbüchern zur Mecklenburger Geschichte. Aber auch zu Thüringen und Sachsen schrieb er,

Philipp Bobrowski, Rostock: Romane, Kurzgeschichten, Lyrik. Er liest aus „Das Lächeln der Kriegerin – ein Fantasyroman“, Hinstorff.

Persimplex-Verlag, Wismar: Der Name „Persimplex“ ist sein Programm. Ohne umständliche und zeitraubende Bürokratie begleitet er die Autoren auf dem Weg vom Manuskript zum fertigen Buch.

Offizin Schwarze Kunst, Hilmar Koch: Buchdruckkunst. Gedruckte Sprüche und Weißheiten.

Seestern-Verlag, Bentwisch-Rostock: Literatur, Lern- und Familienspiele.

Lesungen/Buchvorstellungen:

10:15 – 11:00 Uhr Philipp Bobrowski: Er liest aus „Das Lächeln der Kriegerin – ein Fantasyroman“, Hinstorff-Verlag

11:15 – 12:00 Uhr Günter Hagemann: In seinem Buch „Fahnenflucht – über die Wakenitz in die Freiheit“ zeigt der Autor, mit welcher Entschlossenheit, welchem Mut und Risiko viele Menschen aus der DDR nach dem Mauerbau den Weg in die Freiheit suchten. Der Tatsachenbericht beruht auf einer wahren Begebenheit im Leben von Christian Neumann, der während seines Wehrdienstes auf abenteuerliche Weise in die BRD flüchtete.

12:15 – 13:00 Uhr Norddeutscher Autorenverband: Die in dem Verband vereinten Autorinnen und Autoren geben Leseproben ihrer Arbeiten ab.

13:15 – 14:00 Uhr D. Schulz, Persimplex-Verlag: Wer möchte nicht ewig leben? Mit welchen Folgen würde das in der Gesellschaft bezahlt. In dem spannenden Science-Fiction-Roman „Eternal“ wird das Medikament Eternal entdeckt und seine Folgen werden bis zum fantastischen und schrecklichen Ende fortgeführt.

14:15 – 15:00 Uhr Ernst Weers: „Der Stumme Schrei des Sandes“ (Persimplex-Verlag). Der Hamburger Kunstmaler Hendersen erbt 1995 ein Haus an der Steilküste von Usedom. Da er in diesem Haus die ersten vier Jahre gelebt hat, plagen ihn dunkle Ahnungen. Am Grab des Großvaters begegnet ihm eine jungen Frau, die ihn auf mysteriöse Art die Vergangenheit seiner Familie näher bringt.

15:15 – 16:00 Uhr Verlag Martina Nell: „Erinnerungen an Atlantis“

16:15 -17:00 Uhr Demmler-Verlag: Texte aus der Barlach-Trilogie.

Anfragen: Verlag Reinhard Thon, Schwerin

Festnetz: 0385 2003253 oder Mobil: 0174 9328831

Dichter haben’s schwer

Gedichte zu verfassen ist schon nicht leicht, sie an den lesenden Lyrikfreund zu bringen noch viel schwerer. Es gibt nur noch wenige seriöse Verlage, die sich diesem Nischenthema widmen. Lyrik verkauft sich schlecht.

Was soll man also einer jungen Lyrikerin raten, die man in Leipzig auf der Buchmesse trifft (und die ganz zufällig nicht nur wie ich aus Mecklenburg-Vorpommern, sondern auch noch aus Rostock stammt). Mit einer Mischung aus Hoffnung und Verzweiflung arbeitet sie sich durch die Gänge, gierig nach jedem Hinweis, wie sie ihr Dilemma doch noch lösen kann, um eines Tages ihren Namen auf dem Cover einer gedruckten Gedichtesammlung wiederzufinden.

Natürlich sagt man ihr, sie solle nicht aufgeben. Und natürlich verweist man auf die wenigen, meist kleineren Verlage, die man sich ergoogeln kann.

Aber vielleicht ist es auch hilfreich, sich an das nächstgelegene Literaturhaus zu wenden. Denn zumindest aus Rostock weiß ich, dass hier auch die Lyrik ein offenes Ohr findet. Die Förderung von Autoren aus der Region wird großgeschrieben. Es gibt Lyrikwettbewerbe, Workshops und andere Veranstaltungen, bei denen man sich austauschen kann.

Und es gibt auch Publikationsmöglichkeiten, etwa in einer regionalen Literaturzeitschrift (in diesem Fall die Risse) oder regionalen Reihen (wie in der Bibliothek Mecklenburg-Vorpommern) und Verlagen.

Sicherlich sind die Literaturhäuser auch in anderen Städten gute Ansprechpartner um sich beraten zu lassen, möglicherweise eine Einschätzung zu den eigenen Texten zu bekommen und weitere Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Denn Dichter haben’s schwer!

Annalise-Wagner-Preis bis 15. März

In einer Mail der Annalise-Wagner-Stiftung wurde ich auf folgende Ausschreibung hingewiesen:

Die Annalise-Wagner-Stiftung aus Neubrandenburg schreibt in diesem Jahr zum 20. Mal den mit 2.500 Euro dotierten Annalise-Wagner-Preis für Texte aus der oder über die Region Mecklenburg-Strelitz im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern aus – und freut sich bis zum 15. März 2011 auf Bewerbungen und Vorschläge.

Der Annalise-Wagner-Preis wird seit 1992 vergeben an einen wissenschaftlichen, populärwissenschaftlichen oder belletristischen Text aller Gattungen und Genres, der inhaltlich auf die Region „Mecklenburg-Strelitz“ bzw. auf das Gebiet des historischen „Stargarder Landes“ Bezug nimmt oder der von Autoren verfasst wurde, welche in dieser Region leben. Der Text soll bereits publiziert sein (aber nicht älter als drei Jahre) oder als druckreifes Manuskript vorliegen.

Willkommen sind sowohl Eigenbewerbungen von Autorinnen und Autoren, als auch Vorschläge von Leserinnen und Lesern! Sie müssen der Annalise-Wagner-Stiftung zusammen mit einem Exemplar des Textes schriftlich bis zum 15. März vorliegen. Nach der Juryarbeit werden alle Manuskripte und Publikationen zurückgegeben. Die jährlich neu zusammengesetzte Jury wählt bis Juni 2011 die diesjährige Preisträgerarbeit aus und kann – zusätzlich zum Annalise-Wagner-Preis – eine mit 200 Euro dotierte „Lobende Anerkennung“ an junge Autoren (bis 27 Jahre) vergeben.

Mit der Preisvergabe und der öffentlichen Ehrung der Preisträger erfüllt die Stiftung ein Vermächtnis der verdienstvollen Neustrelitzer Heimatforscherin und Autorin Annalise Wagner (1903 – 1986). Der von Annalise Wagner testamentarisch gestiftete Literaturpreis setzt in diesem Jahr bereits zum 20. Mal ein Zeichen für den Wert von Texten für das Gedächtnis einer Region, für Literatur aus und über den Südosten Mecklenburg-Vorpommerns.

Mehr Infos gibt es in diesem PDF:

Annalise-Wagner-Preis_2011_Ausschreibung_PDF

Es wird spannend in M-V bis 10.09.10

Krimiwettbewerb 2010

Es geht um bisher unveröffentlichte Kurzkrimis, die in Mecklenburg-Vorpommern spielen. Der Wettbewerb ist in die 15.Literaturtage der Landeshauptstadt Schwerin integriert, die vom 12. Oktober bis zum 20. November in Schwerin stattfinden.

Neben der Veröffentlichung winken den Siegern attraktive Sachpreise wie ein Wochenende für 2 Personen in Mecklenburg-Vorpommern, ein E-Book-Reader, ein Rundflug per Ultraleichtflugzeug sowie spannende Krimibuchpakete.

Alles Weitere entnehmt ihr bitte der Ausschreibung auf krimi-mv.de.

Viel Erfolg!

Heiße Diskussionen

Manche Themen sorgen vorhersehbar für heiße Diskussionen im Netz. So schickt sich die heutige Nachricht auf dem Spion über einen neuen Erlass in Mecklenburg-Vorpommern, der es Rechtsextremen erschweren soll, Kitas zu unterwandern, schon jetzt an, der noch jungen Kommentarfunktion einen neuen Rekord zu bescheren. Dabei lässt sie selbst die Artikel zur Fußball-WM weit hinter sich. Einzig ein thematisch ähnlich gelagerter Artikel (Hotels dürfen sich ihre Gäste aussuchen) bot bisher ähnlichen Zündstoff.

Ich meinerseits möchte mich an dieser Stelle eines Kommentars zur vorgefundenen Diskussionskultur oder gar zu den Inhalten enthalten.

Käuze am Küstrinchen

Eine Leseprobe aus meiner Gerschichte “Käuze am Küstrinchen”, die in der Geschichtenweber-Anthologie “Schatten des Jenseits” im Web-Site-Verlag erschienen ist.

Es spricht nicht viel dafür, dass zwei Paddler sich richtig entschieden haben, als sie sich vornehmen, den Küstriner Bach des Nachts zu befahren. Bald schon sieht man die Hand vor Augen nicht mehr. Doch das ist bei Weitem nicht das Schlimmste.

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„Es muss bewölkt sein“, sagte mein Begleiter.
„Oder der Mond hat sich heute Zeit gelassen, über die Baumkronen zu klettern“, antwortete ich.
„Kannst du herausfinden, wie spät es ist? Mein Feuerzeug ist nass geworden. Ich kann die Uhr immer noch nicht erkennen.“
„Klar“, antwortete ich, fingerte mein Feuerzeug aus der Tasche und schaute auf meine Uhr. „Gleich Mitternacht.“
„Kuuuuuhhhwiiiit!“
Mir fuhr der Schreck in die Glieder.
„Kuuuuuhhhwiiiit!“
Jetzt wollte ich es einfach so schnell wie möglich hinter mich bringen. Ich zog mich bis auf die Badehose aus, schaffte es dabei mit ein wenig Geschick, dass die Jeans wenigstens teilweise trocken blieb, und tastete mich wieder bis zum Wehr vor. Das Wasser dahinter war noch immer dunkel, vom Grund nichts zu sehen. In dem Rauschen glaubte ich, ein glucksendes Geräusch zu hören, das mir vorher nicht aufgefallen war. Ich stockte einen Moment und lauschte.
Nichts.
Ich drehte mich vorsichtig um, suchte mit den Händen Halt an der Wehrkante, stemmte mich ein wenig hoch und ließ mich langsam herunter. Meine Füße tauchten ins Wasser ein, die Unterschenkel, die Knie, die Oberschenkel – kein Grund.
Etwas streifte mich am Bein. Mit einem Aufschrei stemmte ich mich wieder hoch, zog die Beine aus dem Wasser.
„Was ist?“, fragte Thomas. Seine Stimme klang besorgt.
„Da ist irgendwas!“
„Was?“
„Ich weiß es doch auch nicht!“, brüllte ich meinen Schreck heraus. Es mochte ein Fisch gewesen sein, eine Wasserpflanze – oder eben ein Untier. Ich musste an die Hand denken. War sie nicht kalt, feucht und glitschig gewesen?
„Kuuuuuhhhwiiiit!“
Der Kauz, von dem ich mir jetzt sicher war, dass er keiner war, wollte mir den Verstand rauben.
„Willst du da jetzt hängen bleiben?“
Thomas hatte gut reden. Er stand auf der sicheren Seite. Doch waren wir hier überhaupt irgendwo in Sicherheit? Ich zitterte am ganzen Körper. Das Zittern in meinen Armen ließ sich aber wenigstens teilweise auf meine schwindenden Kraftreserven zurückführen. Lange könnte ich mich nicht mehr an der Wehrkante halten. Also, entweder zurück oder …
„Ich versuch’s nochmal.“
Egal was da unten war, wenn es mich haben wollte, würde es mich vermutlich sowieso bekommen. Wieder tauchten meine Füße ein. Unterschenkel, Knie, Ober… Meine Füße fanden Halt. Sie setzten einfach auf dem Grund auf. Wie konnte das sein? Eben noch war in dieser Höhe nichts gewesen. Ich versuchte mit meinen Füßen nach links und rechts zu tasten, aber der Boden, auf dem sie standen, ließ es nicht zu. Er bewegte sich mit, krallte sich fest. Er fühlte sich kalt an, tot, fleischig, so wie …
„Kuuuuuhhhwiiiit!“
… Handflächen.
„Was ist das hier bloß für eine Scheiße?“ Meine Stimme überschlug sich. Ich begann wild zu strampeln, kam frei, wurde an der Wade gepackt, stemmte mich nach oben. Es zerrte an meinem Bein! Ich spürte seine Umklammerung. Seinen Atem im Nacken.
„Kuuuuuhhhwiiiit!“
Ich hörte ein Rauschen von allen Seiten, als näherten sich gierige Schwimmer, die ihr Opfer in der Falle wussten. Ich trat um mich, traf etwas, meine Arme knickten ein, das Kinn prallte auf die Wehrkante und ich spürte augenblicklich eine schmerzliche Wärme im Mund. Dann ein lautes Platschen, bevor mein Kopf unter Wasser tauchte. Erneut wurde nach mir gegriffen, etwas versuchte mich zu packen. Ich bäumte mich ein letztes Mal auf. Doch es hatte mich, drehte mich zu sich um.

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Maike Schneider (Hrsg.)
Edition Geschichtenweber: Schatten des Jenseits
Paperback, 180 Seiten
Web-Site-Verlag, 2005
ISBN: 3-935982-06-2

Klappentext:

„Geschichten, wie aus dem Leben gegriffen. Situationen, die jeder von uns erlebt: Eine Einladung zu einem Fest, man hat ein neues Tattoo, ist Nachts auf der Landstraße unterwegs oder geht mit einem Freund aus. Plötzlich ist alles anders – die Grenzen zwischen dem Hier und dem Drüben verschieben sich …“

13 mal Gruselschauer von 13 Autoren der „Edition Geschichtenweber“.

Bernhard Weissbecker: Ein Opfer für die Geister
Birgit Käker: Drei aus der Hand
Dorothea Rake: Erinnerung
Gerti Platzer: Das letzte Tattoo
Jochen Brockmann: Das alte Gasthaus
Jörg Olbrich: Gefährliche Träume
Jürgen K. Brandner: Das Grab der Alten
Maike Schneider: Charlys Nacht
Marion Charlotte Mainka: Das Haus in den Marschen
Martin Skerhut: Mein Vater
Manuela P. Forst: Isabella
Philipp Bobrowski: Käuze am Küstrinchen
Timo Bader: Die Rache der Kellergeister

Weitere Informationen, Leseproben und Rezensionen bei den Geschichtenwebern.
Bestellen beim Verlag
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Bernhard Weissbecker Ein Opfer für die Geister
Birgit Käker Drei aus der Hand
Dorothea Rake Erinnerung
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Timo Bader Die Rache der Kellergeister

Zwei der schönsten Bücher 2009 kommen aus Rostock

Morgens früh um sechs
Morgens früh um sechs
Ein Mann geht in die Welt
Ein Mann geht in die Welt

Die Stiftung Buchkunst hat zwei Kinderbücher aus dem Hinstorff Verlag ausgezeichnet: Ann Cathrin Raabs „Ein Mann geht in die Welt“ und „Morgens früh um sechs“ mit Illustrationen von Julia Neuhaus und dem Text von Jens Sparschuh sind unter die 64 schönsten deutschen Bücher 2009 gewählt worden.

„Zwei Auszeichnungen der Stiftung Buchkunst für Kinderbücher eines Verlages in einem Jahr! Das haben wir in Mecklenburg-Vorpommern noch nicht erlebt – und auch in Deutschland dürfte das sehr selten sein“, freuen sich Hinstorff-Lektor Thomas Gallien und Hinstorff-Herstellungsleiterin Sylvia Raschke über die Würdigung.

In ihrem Buch „Ein Mann geht in die Welt“ erzählt Ann Cathrin Raab von einem zu Beginn sehr einsamen Mann, der mit sich zunächst nichts anzufangen weiß, sich dann aber aufmacht, seine eigenen vier Wände verlässt. In klaren, leichten Bildern, in denen man auch nach dem zweiten Anschauen noch Kurioses und Komisches entdecken kann, nimmt Ann Cathrin Raab Kinder mit auf eine erlebnisreiche Reise in und durch die Welt.

„Morgens früh um sechs / kommt die kleine Hex’“ – viele Kinder
(und Eltern) kennen das Gedicht auswendig. Voller Sprachwitz und mitreißender Lust am Fabulieren hat Jens Sparschuh den Kinderreim fortgeschrieben: Zum Mittagessen betritt unübersehbar der dicke Heinz die Bildfläche und verbringt den Rest des Tages mit der kleinen Hexe. Julia Neuhaus’ Collagen leben bis ins kleinste der vielen Details, ihre Bilder scheinen sich zu bewegen.
Etwa, wenn die giftgrün gekleidete, sich voll auf der Höhe der Zeit befindende Hexe über die einem Laufrad ähnelnde Erde rennt oder sie auf ihrem Besen umschwebt.

Die Stiftung Buchkunst mit Sitz in Frankfurt/Main begleitet kritisch die Buchherstellung. „Die schönsten deutschen Bücher“, vorbildlich in Gestaltung, Konzeption und Verarbeitung werden jedes Jahr von einer unabhängigen Jury prämiert. Seit Ende November sind die diesjährigen „Schönsten“ bekannt, die aus über 1000 Einsendungen ausgewählt wurden: 47 Bücher erhalten eine „Prämierung“, 17 Bücher eine „Anerkennung“.

Der Hinstorff Verlag hat bereits in den beiden vergangenen Jahren Prämierungen für seine Kinderbücher erhalten: 2008 wurde Ann Cathrin Raabs Debüt „Zeckengeflüster“ und 2007 „Der Mann, der noch an den Klapperstorch glaubte“ von Thomas Rosenlöcher mit den Illustrationen von Maja Bohn ausgezeichnet.

Heraus, Meister des Wortes!

Das Literaturhaus Rostock kündigt an:

Gutshotel Groß Breesen
Gutshotel Groß Breesen

Wettbewerb um den Lyrikmeister Mecklenburg-Vorpommerns 2009

Im ganzen Bundesland werden die Schubladen durchsucht oder Bleistifte gespitzt und Feingeistiges zu Papier gebracht, um im 12. Wettbewerb zum Lyrikmeister Mecklenburg-Vorpommerns die Jury, aber auch das Publikum, für sich und seine Texte zu gewinnen.
Das Literaturhaus Rostock lädt alle Autorinnen und Autoren ein, sich an der Lyrikmeisterschaft Mecklenburg-Vorpommerns zu beteiligen. Teilnehmen können alle Autorinnen und Autoren mit Wohnsitz in M-V.

15 Kandidaten werden mit Ihren lyrischen Schreibergüssen in der Bühne 602 gegeneinander antreten.
Nicht nur die literarische Qualität der Texte soll die Jury und das Publikum überzeugen, auch die Bühnenpräsenz spielt bei der Preisvergabe eine entscheidende Rolle.
Zu gewinnen gibt es für den Lyrikmeister 2009 „Ein gutes Buch zur guten Nacht“ vom 1. Bücherhotel Deutschlands bei einer Übernachtung für 2 Personen im Gutshotel Groß Breesen. Der Publikumsfavorit gewinnt ein gemütliches Candle-Light-Dinner im historischen Gewölbe des Bücherhotels Groß Breesen.

Einsendungen (3-5 Gedichte und Kurzvita) bis zum 12. August 2009 an:
Literaturhaus Rostock
Ernst-Barlach-Str. 5
18055 Rostock

oder per E-Mail:
info (at) literaturhaus-rostock.de

Weitere Informationen zum Wettbewerb im Literaturhaus Rostock:
0381-4925581 oder info ( at ) literaturhaus-rostock.de

Mit freundlicher Unterstützung von: Gutshotel Groß Breesen

Termin: 03.09.2009
Ort: Bühne 602, Stadthafen Rostock
Beginn: 20.00 Uhr
Eintritt: 8,50 / 5,50 € (ermäßigt)
VVK in der Bühne 602 (0381-2036084) und im Pressezentrum (Rostocker Hof, Kröpeliner Straße, 18055 Rostock)

Quelle: Literaturhaus Rostock