Fantasyautor*innen

Befreundete Autoren, Foto: Hasloo Group Production Studio
Befreundete Autoren
(Foto: © Hasloo Group Production Studio)

Bei Janetts Meinung ist gerade Bestsellerautor und Geschichtenweber Andreas Gruber zum Interview angetreten, da fiel mir ein, ich könnte hier auch einmal wieder auf meine Interviewreihe aufmerksam machen, zumal auch dort zuletzt zwei liebe und erfolgreiche Kolleginnnen aus dem Fantasygenre zugegen waren, nämlich Daniela Knor und Ju Honisch. Was sie so zu sagen hatten, sollte man sich keinesfalls entgehen lassen!

Fantasyautorin Daniela Knor, Foto: © Torsten Bieder
Fantasyautorin Daniela Knor, Foto: © Torsten Bieder
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Traumstoff

Werbepostkarte Traumstoff

Werbepostkarte TraumstoffDie liebe Claudia Toman ist seit Neuestem auch Traumstoff. Unter diesem Namen bietet sie ihre Dienste als Grafikdesignerin rund ums Buch an. Und der Name ist gut gewählt, denn sie gestaltet wirklich traumhafte Cover, Autogrammkarten, Werbeflyer, Lesezeichen und mehr. Egal ob fürs E- oder Printbook. Ich kann nur empfehlen, mal einen Blick auf ihre Seite zu werfen.

Dort findet ihr unter anderem auch ein Angebotspaket, in das ein von mir durchgeführtes Korrektorat eingebunden ist. Dieses Partnerangebot gibt es in baldiger Zukunft dann auch auf meinen Lektoratsseiten.

Also, wenn ihr ein besonderes Buch publizieren wollt, das auch nach etwas Besonderem aussieht, dann seid ihr bei Traumstoff genau richtig. Dort heißt es dazu:

Traumstoff ist mein Label für die Gestaltung von Büchern. Von einmaligen Büchern. Hier gibt es nichts von der Stange, denn jede Geschichte verdient auch ein unverwechselbares Design. Wer ein ganz besonderes, individuelles, erzählendes Cover sucht, ist bei mir richtig. Die Preisgestaltung ist ganz einfach, ohne versteckte Kosten.

Traumstoff findet ihr übrigens auch auf Facebook.

Das sagt Zoë Beck

Befreundete Autoren, Foto: Hasloo Group Production Studio
Befreundete Autoren
(Foto: © Hasloo Group Production Studio)

Zoë Beck hat sich im Interview „Das sagt Zoë Beck“ auf der Plattform „Hilfe für Autoren“ meinen Fragen gestellt.

Die Autorin, die auch mit ihrem aktuellen Roman „Brixton Hill“ wieder Tausende von Lesern beeindruckt, erklärt unter anderem, dass ihr gerade Leute, die ihr vom Schreiben abgeraten haben, zur nötigen Motivation verholfen haben.

Zoe Beck: Brixton HillNeben dem hochinteressanten Interview findet ihr dort auch wieder das geradezu sensationelle Gewinnspiel:

Gewinne eine Einschätzung der Bestsellerautorin zu deinem Kurzexposé! Sie verspricht, dir in einigen Sätzen ihre ehrliche Meinung dazu abzugeben. Sicher, das kann hart werden, aber kompetente Kritik bringt dich schließlich weiter. Und vielleicht ist Zoë ja auch ganz begeistert, dann hast du eine Empfehlung aus mehr als berufenem Munde. Schwarz auf weiß! Eine, die vielleicht sogar Türen öffnen kann.

Das sagt Ursula Poznanski

© Doris Bretterbauer
Befreundete Autoren, Foto: Hasloo Group Production Studio
Befreundete Autoren
(Foto: © Hasloo Group Production Studio)

Ursula Poznanski hat sich im Interview „Das sagt Ursula Poznanski“ auf der Plattform „Hilfe für Autoren“ meinen Fragen gestellt.

Die Autorin von Bestsellern wie Erebos, Saeculum, Fünf, Blinde Vögel und aktuell Die Verschworenen erzählt, dass sie sich lange nicht als Autorin, sondern als Journalistin gefühlt hat, dass Schreiben für sie kein Hobby ist, welche Bedeutung Bücher und Kollegen für ihre Autorenkarriere hatten und dass sie vor allem den täglichen Kampf gegen das Prokrastinieren zu gewinnen hat.

Ursula Poznanski: FünfNeben diesem tollen Interview findet ihr dort auch wieder das geradezu sensationelle Gewinnspiel:

Gewinne eine Einschätzung der Bestsellerautorin zu deinem Kurzexposé! Sie verspricht, dir in einigen Sätzen ihre ehrliche Meinung dazu abzugeben. Sicher, das kann hart werden, aber kompetente Kritik bringt dich schließlich weiter. Und vielleicht ist Ursula ja auch ganz begeistert, dann hast du eine Empfehlung aus mehr als berufenem Munde. Schwarz auf weiß! Eine, die vielleicht sogar Türen öffnen kann.

Berührt. Getröstet. Amüsiert. Geheilt.

Befreundete Autoren, Foto: Hasloo Group Production Studio
Befreundete Autoren
(Foto: © Hasloo Group Production Studio)

Wenn sich der Leser so fühlt, ist das für Nina George ein Erfolg. Dies und vieles mehr verrät die Bestsellerautorin in dem Interview „Das sagt Nina George“ auf der Plattform „Hilfe für Autoren„, das ich mit ihr geführt habe.

Wie lange es gedauert hat, bis sie sich wirklich als Schriftstellerin gefühlt hat. Warum sie den Beruf weder als romantisch noch als glamourös empfindet. Warum das Überarbeiten so wichtig ist. Was man als angehender Autor unbedingt beherzigen sollte. Und was man ganz unbedingt vermeiden sollte.

Cover LavendelzimmerEin ebenso umfangreiches wie erhellendes Interview. Und wer heute noch schnell vorbeischaut, kann sogar etwas geradezu Sensationelles gewinnen:

Gewinne eine Einschätzung der Bestsellerautorin zu deinem Kurzexposé! Sie verspricht, dir in einigen Sätzen ihre ehrliche Meinung dazu abzugeben. Sicher, das kann hart werden, aber kompetente Kritik bringt dich schließlich weiter. Und vielleicht ist Nina ja auch ganz begeistert, dann hast du eine Empfehlung aus mehr als berufenem Munde. Schwarz auf weiß! Eine, die vielleicht sogar Türen öffnen kann.

Waschmaschine

© Markus Wieser / pixelio.de
© Markus Wieser  / pixelio.de
© Markus Wieser / pixelio.de

Mal wieder Lust auf einen kleinen Konflikt im Alltag?

Dann schreib doch mal eine Szene aus der Sicht von Kristin. Diesmal wird es wahrlich nicht leicht, denn Kristin ist die einzige Figur, die in der Szene vorkommen darf. Und du sollst streng personal aus ihrer Sicht schreiben. Einen Gegenpart hat Kristin allerdings schon, nämlich ihre Waschmaschine. Eine ganz normale Waschmaschine wohlgemerkt. Keine, wie sie auch bei Harry Potter auftauchen könnte.

Diese Waschmaschine hindert Kristin daran, die Wohnung zu verlassen, denn Kristin verlässt nie die Wohnung, wenn die Waschmaschine noch läuft. Was könnte da alles passieren! Den Waschgang zu unterbrechen, kommt für sie aber auch nicht infrage.

Blöd, dass Kristin es sehr, sehr eilig hat. Noch könnte sie es schaffen, aber wann genau die Maschine ihre Arbeit getan hat, kann sie nicht abschätzen. Der Termin, der sie drängt, ist ihr aber äußerst wichtig, sodass sie mit jeder Minute nervöser wird. Was wird sie tun, wenn absehbar ist, dass die Maschine ihr den Termin vermasseln könnte?

Lass den Leser spüren, wie essenziell es für Kristin ist, endlich aus dem Haus gehen zu können, welche Zerreißprobe die Situation für sie darstellt. Dabei soll der Leser erst ganz am Ende erfahren, wo Kristin so dringend hinmuss. Und wenn du es schaffst, dieses Ziel für dich auch beim Schreiben offenzulassen, hast du nachher sicher noch mehr Spaß an der Auflösung. Gibt es eine Pointe?

Du kannst dich im stillen Kämmerlein an der Übung versuchen, das Ergebnis aber auch gern hier in den Kommentaren posten oder anderswo veröffentlichen (vielleicht mit einem kleinen Link hierher).

Viel Spaß!

Weitere Schreibübungen

Schreibaugust

Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
Vom Schreibtisch
(Foto: © Marko Tomicic)

Am Donnerstag haben wir Monatsmitte, und dann beginnt mein Schreibaugust. Denn wie schon letztes Jahr mache ich Schreiburlaub, Urlaub, um zu schreiben. Gemeinsam mit elf anderen Autoren nisten wir uns für zehn Tage im gemütlichen Haus Sonnenlehen in Grossgmain (Nähe Salzburg) ein und schreiben. Hauptsächlich zumindest.

Dass ich das Schreiben so oft wiederhole, zeigt schon, wie bitter ich es nötig habe, eben diese Tätigkeit mal wieder ins Zentrum rücken zu können. Es steht vor allem die Arbeit an zwei Kurzgeschichten und dem Ratgeber an.

Eine kleine, vorerst sehr geheimnisvolle Neuigkeit gibt es noch: Bei „Hilfe für Autoren“ habe ich ja letzten Monat mit der neuen Interview-Reihe Das sagt xy begonnen, in der Autoren Fragen beantworten, die vor allem für diejenigen, die selbst den Weg in die Herzen der Leser einschlagen wollen, interessant sein dürften. Nachdem ich letztes Mal Anna Koschka verhören durfte, hat mir heute wieder eine hochkarätige Autorin zugesagt, über die sich viele Fans freuen dürften. Und sie hatte gleich eine spannende Idee im Gepäck, die das Ganze für die oben genannte Zielgruppe noch um Einiges attraktiver machen dürfte. Mehr wird aber noch nicht verraten. Ich freu mich!

Herr Löffler liefert Inhalt

Befreundete Autoren, Foto: Hasloo Group Production Studio
Befreundete Autoren, Foto: Hasloo Group Production Studio
Befreundete Autoren
(Foto: © Hasloo Group Production Studio)

Falko Löffler veröffentlicht ein E-Book. Selbst. Also als Selfpublisher. Gut, das tun viele, ist also im Einzelfall bestenfalls bemerkenswert, wenn man den Autor kennt und sich etwas Gutes erwartet. Was für mich zutrifft, aber vielleicht nicht für dich.

Erwähnenswerter wird es möglicherweise, wenn man dazusagt, dass es sich bei Falko Löffler um einen Autor handelt, der bereits in Verlagen veröffentlicht hat. Na ja, der Erste ist er damit auch nicht. Selbst dann nicht, wenn man noch ergänzt, dass er das auch weiterhin tun will, er Selfpublishing also als Ergänzung, nicht als Alternative ansieht.

Immerhin, auch wenn diesen Schritt, die verschiedenen Publikationsmöglichkeiten zu verbinden, schon einige Autoren gegangen sind, gibt es wahrscheinlich derzeit viele, viele weitere, die sich noch unschlüssig sind, welche Möglichkeiten, Vorteile und Nachteile das (zusätzliche oder vielleicht auch ausschließliche) Selfpublishing ihnen bringen könnte. Für diese dürfte es dann schon interessant sein, welche Gedanken Falko sich dazu so macht. Auch ganz praktische, nämlich über den Preis eines solchen Angebots.

Tja, und schließlich ist das Interessante daran, wenn Herr Löffler ein E-Book veröffentlicht, schlicht und ergreifend der Inhalt desselben. Und der spricht ja wohl für sich!

Das sagt Anna Koschka

Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
Vom Schreibtisch
(Foto: © Marko Tomicic)

Anna Koschka ist die Erste, die mir in der neuen Interviewreihe bei „Hilfe für Autoren“ einige Fragen beantwortet, die ihre Sicht auf die Freuden und Schwierigkeiten des Autorendaseins, das Schreiben und das Veröffentlichen beleuchten sollen.

Ich empfehle, Tag und Nacht Geschichten zu konsumieren. Bücher lesen, Filme, Serien, Dokusoaps schauen, ins Theater gehen, Videospiele, Rollenspiele, alles, was mit Dramaturgie zu tun hat.

(Anna Koschka)

Monatlich soll es nun ein weiteres Inteview geben, wer als nächstes ausgequetscht wird, verrate ich aber nicht, weiß ich es doch selbst noch nicht. Also, nicht ungeduldig werden und erst einmal dem Link zu

Das sagt Anna Koschka

folgen.

Appropos Anna Koschka: Ich freu mich schon riesig aufs diesjährige Schreibexil! Das findet nämlich ebenfalls diesen Monat statt. Schade, dass wir noch nicht zu dessen Mitte vorgedrungen sind, genau dann geht es nämlich los!

Murder Train

Murder Train

Murder TrainWenn das nicht mal ein ganz besonders mörderisch tolles Erlebnis verspricht:

18. Oktober 2013 – 1 Event, 2 Lesungen, 3 Jahre Vorbereitungszeit, 5 Waggons, 7 Autoren

Endlich rollt der Murder Train!

Details gibt es dazu in Kürze auf den Seiten der dreimann Buchhandlung. Aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass Herr Wulf Dorn mit auf die Reise geht.

Ein bisschen Musik

Befreundete Autoren, Foto: Hasloo Group Production Studio
Befreundete Autoren, Foto: Hasloo Group Production Studio
© Hasloo Group Production Studio

Waaaaaaas? Warum hatte ich den eigentlich bis heute nicht in meiner Linkliste? Schäm dich, Herr Bobrowski! Den kannst du deinen Lesern doch nicht vorenthalten! Heimlich abonnieren und keinem davon erzählen, is nich!

Hab ich also gleich nachgeholt: Habe dieses intelligente Blog meines (liebens-) werten Wiener Autorenkollegen Thomas Mühlfellner in die Linkliste aufgenommen. Darin schreibt er übers Lesen und Schreiben. Und ein bisschen über Musik. Denn, so heißt es dort, „was wären Geschichten ohne dazu passende Musik“? Unbedingt einen (regelmäßigen) Besuch wert!

Preiset sie!

Anna Koschka: Naschmarkt

Anna Koschka: NaschmarktHeute in einer Woche wissen wir schon Bescheid. Denn dann hat sie bereits stattgefunden, die Preisverleihung zum DeLiA 2013, die den (nach Meinung der Jury) besten deutschen Liebesroman des vergangenen Jahres kürt.

Erstmals werde ich anwesend sein. Nein, nicht meinetwegen. Es zieht mich zu den Liebesromantagen, weil auch Anna Koschka zu den Nominierten zählt, der ich (und ihr ja vielleicht auch) ganz  sehr (wie man in ihrer Heimatstadt Wien sagen würde) die Daumen drücke. Nicht zuletzt, weil sie meine pseudonyme Freundin ist (wie die meisten von euch wissen dürften), aber auch und vor allem weil ihr Roman „Naschmarkt“ es meiner Meinung nach verdient hat, bepreist zu werden.

Also, wünscht mir und Anna bitte eine schöne Zeit in Iserlohn und viel Erfolg. Danke!

Entern: In Szene setzen

Entern, Foto: Patryk Kosmider
Entern, Foto: Patryk Kosmider
© Patryk Kosmider

Ob wir unsere Geschichte nun in Kapitel unterteilt haben oder nicht, der nächstbeste Grund, die Entertaste zu betätigen, ist das Ende einer Szene. Denn in einem gut strukturierten Text werden Szenenwechsel der Übersicht wegen häufig mindestens durch eine Leerzeile sichtbar gemacht. Da ich zu Szenen unter anderm hier schon Artikel verfasst habe, versuche ich mich in diesem Blogbeitrag auf das Wesentliche zu beschränken (was nicht unbedingt meine Stärke ist).

Spricht man von einer Szene, kann man Verschiedenes meinen. Da dieser Beitrag vor allem die Frage behandelt, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, eine Szene mithilfe der Entertaste abzuschließen und eine neue zu beginnen, steht nicht nur die Szene im (str)engeren Sinne zur Debatte. Den Aspekt des szenischen Erzählens klammern wir hier demnach aus, betrachten stattdessen Textpassagen hinsichtlich der Merkmale, die sie zu einer in sich geschlossenen Einheit werden lassen.

Klassischerweise sind das vor allem drei:

  • Handlungsort
  • Handlungszeitraum
  • handelndes Personal

Diese drei Kriterien werden auch heute noch gern herangezogen, um einen Szenenwechsel zu identifizieren. Und in der Regel klappt das auch ganz gut. Vor allem Ort und Zeit sind sehr hilfreich, denn praktisch immer, wenn die Handlung von einem Ort zu einem anderen wechselt oder in der Zeit springt, kann man davon ausgehen, dass auch von einer in die andere Szene (hier ganz eindeutig auch im Sinne von Szenerie) gesprungen wird.

Stellen wir uns vor, wir wollen die Geschichte des Hobbits Bilbo Beutlin erzählen, der mit dem Zauberer Gandalf und 13 Zwergen aufbricht, den Drachen Smaug zu besiegen. Wir beginnen die Geschichte damit, dass Bilbo vor seiner Hobbithöhle von Gandalf in ein Gespräch verwickelt wird.

1. Szene:

  • Ort: Vor der Hobbithöhle
  • Zeit: Dienstagmorgen
  • Personal: Bilbo, Gandalf

Wenn die beiden ihr Gespräch abgeschlossen haben, geht Bilbo in seine Höhle (oder genauer: Bilbo beendet das Gespräch, indem er sich in die Höhle zurückzieht). Die nächste Szene könnte also direkt im Anschluss in der Höhle spielen.

2. Szene:

  • Ort: In der Hobbithöhle
  • Zeit: Dienstagmorgen
  • Personal: Bilbo

Tatsächlich passiert aber für unsere Geschichte am Dienstagmorgen nichts wirklich Wichtiges mehr. Wir lassen daher Bilbo lieber den Rest des Tages und die Nacht über allein und schauen erst am nächsten Tag wieder bei ihm vorbei, wenn etwas geschieht, das unsere Geschichte voranbringt, die Ankunft der 13 Zwerge nämlich.

2. Szene:

  • Ort: In der Hobbithöhle
  • Zeit: Mittwochnachmittag (zum Tee)
  • Personal: Bilbo, 13 Zwerge, Gandalf

Der Wechsel von der ersten zur zweiten Szene ist also gekennzeichnet durch Orts-, Zeit- und Personalwechsel. Die Szenerie ändert sich nun für eine ganze Weile nicht, denn die ganze große Gemeinschaft bleibt bis zum Abend in Bilbos Höhle. Natürlich läuft die Zeit weiter, aber einen Zeitsprung gibt es nicht. Den markiert dann erst die Nachtruhe, wenn sich alle zu Bett begeben, und die Geschichte erst wieder am folgenden Vormittag aufgegriffen wird. Zwar bleiben wir vorerst in der Hobbithöhle, aber neben der Zeit hat sich auch die Personalsituation geändert.

3. Szene:

  • Ort: In der Hobbithöhle
  • Zeit: Donnerstagmorgen
  • Personal: Bilbo

Ich denke, das Prinzip ist klar. Mindestens eines der genannten Kriterien ändert sich (wobei in der Regel nur deutliche Veränderungen von Bedeutung sind) und wir erkennen einen Szenenwechsel.

Wer die Geschichte kennt, merkt aber vielleicht schon, dass zumindest die Personalsituation nicht immer so deutlich ist. Wären wir streng, müssten wir die zweite Szene in viele bedeutend kürzere aufteilen, denn Bilbos Besucher kommen nicht alle auf einmal, sondern in kleinen Grüppchen. Auch beginnt die Szene natürlich nicht unmittelbar mit dem Eintreffen der Zwerge. Und wer Bilbos Geschichte nicht nur aus dem Kino kennt, weiß außerdem, dass sich in der Buchvorlage die Personalsituation in der von mir so benannten 3. Szene schnell ändert, weil Gandalf den Hobbit schon nach weniger als einer Buchseite wieder aufsucht. Ganz abgesehen von den einleitenden Worten, die unserer 1. Szene vorangehen. Ganz so einfach ist es also doch nicht.

Halten wir erst einmal fest, dass Orts-, Zeit- und Personalwechsel eher eine grobe Orientierung darstellen. Zum einen, weil es Ein- und Überleitungen gibt, die Szenen in einen Kontext stellen, also dafür sorgen, dass es keine Brüche vor, nach und zwischen den Szenen gibt, die den Leser möglicherweise verwirren könnten. Zum anderen, weil diese Szeneriemerkmale eher als Hilfsmittel anzusehen sind.

Wir könnten uns eine – zugegebenermaßen ungewöhnliche – Geschichte vorstellen, in der immer dieselben Figuren anwesend sind, in der es keine Zeitsprünge gibt und der Handlungsort nicht wechselt. Etwa eine Art Kammerspiel mit einem Ehepaar, das ausschließlich in der Küche der beiden spielt und in einem Zeitrahmen von drei Stunden abläuft. Besteht die Geschichte dann nur aus einer Szene? Oder werden dann einfach beispielsweise sehr kurze Zeitsprünge bedeutsam? Sie lassen sich sicher finden und können Anhaltspunkte sein. Vor allem wird aber nun deutlich, wie sich Szenen tatsächlich voneinander abgrenzen.

Schauen wir uns noch einmal Bilbos Geschichte an. Was passiert da eigentlich inhaltlich, also auf der Handlungsebene? In der ersten Szene wird Bilbo von Gandalf in ein Gespräch verwickelt, in dem der Zauberer ihm erklärt, er wolle zu einem Abenteuer aufbrechen und den Hobbit mitnehmen. Bilbo wird von Gandalf in seiner Ruhe gestört und sogar dazu aufgefordert, diese Ruhe für lange Zeit, vielleicht für immer aufzugeben. Bilbo will davon nichts wissen und den Zauberer loswerden. Er ficht einen Konflikt aus, den er schließlich beendet, indem er in seine Höhle verschwindet, so schnell es die Höflichkeit eben erlaubt. Damit ist auch die Szene zu Ende.

Die Szene beginnt also mit einer Ausganssituation, in die ein Ereignis hereinbricht (Gandalf taucht auf und quatscht den Hobbit zu), das einen Konflikt auslöst. Und die Szene endet, wenn der Konflikt zumindest vorläufig gelöst wird (nicht selten wird hier ein Konflikt zum Schwelen beiseite geschoben). Das bedeutet, die Szene besitzt einen Spannungsbogen. Das wiederum bedeutet, die Szene stellt einen in sich geschlossenen Handlungsabschnitt dar.

Auch die zweite Szene besitzt einen Spannungsbogen: Bilbo, schon im Glauben, er könne den Vorfall des Vortags vergessen, wird erneut überfallen. Und diesmal drängen die noch aufdringlicheren Zwerge auf eine Entscheidung. In Bilbo beginnt eine Stimme lauter zu werden, die sich doch nach einem Abenteuer sehnt. Er fällt schließlich tatsächlich eine Entscheidung (die in Film und Buch unterschiedlich ausfällt). Das Ende der Szene bestärkt dem Eindruck, diese Entscheidung sei endgültig.

Szenen sind also in sich geschlossene Handlungsabschnitte, die im Idealfall dem Prinzip eines Spannungsbogens folgen. Das gilt ganz besonders für solche Szenen, die tatsächlich auch szenisch inszeniert sind. Aber auch narrative Szenen und solche Abschnitte, die eher eine zusammenfassende Überleitung darstellen (etwa eine weitgehend ereignislose Reise von einem Handlungsort zum nächsten) haben häufig einen Spannungsbogen, wenn auch möglicherweise einen recht flachen (Konflikt: Der Protagonist muss von A nach B kommen; Lösung: Der Protagonist hat B erreicht).

Dass sich der Szenenwechsel häufig an Ort, Zeit und Personal ablesen lässt, hängt einfach damit zusammen, dass die Szenenkonflikte, die die Szenenspannungsbögen bestimmen, von jeweils ganz bestimmten Figuren ausgetragen werden, die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort aufhalten. Rückt eine neue Szene einen neuen (oder wieder aufgeneommenen) Konflikt in den Fokus, ändern sich dementsprechend auch die konfliktbestimmten Parameter.

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Pünktlich …

Alle Morde wieder

Alle Morde wiederNein, keine Sorge, ihr seid noch nicht zu spät. Bis Weihnachten ist es noch ein bisschen hin. Aber es soll ja Leute geben, die – anders als ich – Weihnachtsgeschenke nicht erst auf den letzten Drücker besorgen. Die sind vielleicht jetzt schon auf der Suche nach dem einen Geschenk, das noch fehlt. Daher heute schon mein Tipp, wie ihr gleich mit einem Streich mehr als ein Dutzend meiner Kollegen in zum Anlass passender Weise an den oder die zu Beschenkende(n) bringen könnt. Richtig: Es geht um eine der vielen Weihnachtsanthologien, die jedes Jahr auf den Markt kommen. Aber diese ist in zweierlei Hinsicht besonders: Zum einen habe ich sie gelesen und kann sie daher empfehlen, zum anderen ist sie gar nicht neu auf dem Markt. Ich stellte sie letztes Jahr schon kurz vor, dieses Jahr gibt es sie nun auch als Taschenbuch, womit sie sich umso besser als Geschenk obendrauf oder für diejenigen eignet, deren Wert sich nicht in großen Euroscheinen messen lässt.

Große Namen wie Ursula Poznanski, Wulf Dorn oder Claudia Toman sorgen außerdem dafür, dass ihr Spannung und Qalität verschenkt. Klar, in einer Anthologie werden nie alle Geschichten gleich gut gefallen, aber hier haben wir es durchweg mit versierten Schriftstellern zu tun, die mit ihrem Können Weihnachten einen blutigen Anstrich geben.

Alle Autoren: Ursula Poznanski, Felicitas Mayall, Nicola Förg, Inge Löhnig, Sandra Lüpkes, Ann Cleeves, Regula Venske, Claudia Toman, Wulf Dorn, Isolde Sammer, Fran Ray, Leena Lehtolainen und Katharina Gerwens.

Ihr findet die Bücher, die unter der Herausgabe von Uta Rupprecht bei Wunderlich erschienen sind, natürlich überall im Buchhandel.

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Autokauf

Autokauf, Foto: Catalin Petolea
Autokauf, Foto: Catalin Petolea
© Catalin Petolea

Mal wieder Lust auf eine kleine Schreibübung?

Dann schreibt doch mal eine Szene aus der Sicht von Peter. Und zwar streng und ausschließlich aus seiner Sicht. Nicht aus der eines allwissenden Erzählers und nicht aus der seines (Peters) Gegenübers.

Dieses Gegenüber ist die Verkäuferin in dem Gebrauchtwagenmarkt, in dem Peter ein Auto erstehen will. Leider hat er gar keine Ahnung von Autos. Und noch leiderer nutzt die Verkäuferin das schamlos aus. Sie dreht ihm eine Schrottkarre zu einem Preis an, der geradezu eine Frechheit ist.

Das Problem ist: Peter (ich erinnere, aus seiner Sicht wird erzählt) fällt absolut auf sie rein, glaubt er kaufe tatsächlich dieses großartige Schnäppchen, von dem sie da erzählt.

Die Herausforderung: Obwohl der Leser auf Peters Sicht angewiesen ist, soll er merken, dass die Verkäuferin ihm Scheiße als Gold verkauft.

Ihr könnt euch im stillen Kämmerlein an der Übung versuchen, das Ergebnis aber auch gern hier in den Kommentaren posten oder anderswo veröffentlichen (vielleicht mit einem kleinen Link hierher).

Viel Spaß!

Weitere Schreibübungen