Nominiert! Deutscher Phantastik Preis

Sea – Ein Steampunk-Western

DampfmaschinenFalls ihr es noch nicht mitbekommen habt: Die Endrunde des Deutschen Phantastik Preises ist gestartet und läuft noch bis zum 19. Juli. Nominiert ist unter anderem die Geschichtenweber-Anthologie „Dampfmaschinen und rauchende Colts“ in der Kategorie „Beste Original-Anthologie/Kurzgeschichten-Sammlung“. Da freuen sich Claudia Toman und ich, sind wir doch mit unserer ersten echten gemeinsamen Geschichte „Sea“ in dieser Anthologie vertreten. Mehr noch: „Sea“ ist obendrein als „Beste deutschsprachige Kurzgeschichte“ nominiert! Sea – Ein Steampunk-Western

Generell sind die Geschichtenweber dieses Jahr unter den Nominierten zahlreich. So sehr, dass ich schon fast den Überblick verliere und daher vorsichtshaber das Wort an Gwili übergebe, der das auf der Geschichtenweber-Facebookseite so schön zusammengefasst hat:

Die Edition Geschichtenweber ist beim diesjährigen Deutschen Phantastik Preis wieder einmal gut vertreten. 😀

In der Kategorie „Beste Original-Anthologie“: durch die Herausgeberpaare Stefan Cernohuby (Prometheus) und Wolfgang Schroeder (Gwilildan) mit „Dampfmaschinen und rauchende Colts“ sowie Vanessa Kaiser (Enni) und Thomas Lohwasser (Thanatos) mit „Dunkle Stunden“.
Ulrich Burger (Uli Burger) ist als Mitherausgeber der Anthologie „Geschichten aus dem Drachenwinkel“ ebenfalls nominiert, genauso wie Sean O’Connell (seanwriter67) als Mitherausgeber von „Exotische Welten“.

In der Kategorie „Beste Kurzgeschichte“: durch die Autorenpaare Claudia Toman (Eowyn) und Philipp Bobrowski (Thorongil) mit ihrer Geschichte „Sea“ aus „Dampfmaschinen und rauchende Colts“ sowie Vanessa Kaiser und Thomas Lohwasser mit ihrer Story „Der letzte Gast“ aus „Dunkle Stunden“.

Und last but not least Andrea Bottlinger (mohya) zusammen mit Christian Humberg für „Geek, Pray, Love: Ein praktischer Leitfaden für das Leben, das Fandom und den ganzen Rest“ in der Kategorie „Bestes Sekundärwerk“.

Wir würden uns alle freuen, wenn ihr ab dem 20. Juni 2015 für eure Favoriten abstimmen würdet. Für wen auch immer, Hauptsache, ihr stimmt ab!
Denn schließlich ist der Deutsche Phantastik Preis ein Publikumspreis und wird nicht von einer Jury verliehen.
Ihr habt es also in der Hand!

(Wolfgang Schroeder/Gwilildan)

Gerade dem letzten Absatz möchte ich mich voll und ganz anschließen. Wir freuen uns über jeden, der für seine persönlichen Favoriten abstimmt, und sind gespannt, ob dabei auch etwas für uns abfällt. 🙂

Also noch einmal: Hier geht es zur Abstimmung!

Verrückte Sätze: Bauer sucht Pferd

Ponynase

PonynaseIn der Kategorie „Verrückte Sätze“ geht es um Sätze, die aus einem Zusammenhang herausgerückt wurden, den ihr erst herstellen sollt. Schreibt eine kurze Szene, in der die Sätze vorkommen. Sie müssen nicht von zentraler Bedeutung für die Szene sein, dürfen einem Leser aber auch nicht fehl am Platz vorkommen. Versucht die Szene möglichst kurz zu gestalten, sagen wir etwa zehn Sätze.

Für die heutige Szene gibt es keine weiteren Vorgaben. Die folgenden Sätze müssen vorkommen:

1. Sie sind Bauer?

2. Sind Sie ein Pferd?

Natürlich freue ich mich, wenn das eine oder andere Ergebnis dieser Übung in den Kommentaren landet oder hier verlinkt wird. 🙂

Weitere Schreibübungen

Das sagt Zoë Beck

Befreundete Autoren, Foto: Hasloo Group Production Studio
Befreundete Autoren
(Foto: © Hasloo Group Production Studio)

Zoë Beck hat sich im Interview „Das sagt Zoë Beck“ auf der Plattform „Hilfe für Autoren“ meinen Fragen gestellt.

Die Autorin, die auch mit ihrem aktuellen Roman „Brixton Hill“ wieder Tausende von Lesern beeindruckt, erklärt unter anderem, dass ihr gerade Leute, die ihr vom Schreiben abgeraten haben, zur nötigen Motivation verholfen haben.

Zoe Beck: Brixton HillNeben dem hochinteressanten Interview findet ihr dort auch wieder das geradezu sensationelle Gewinnspiel:

Gewinne eine Einschätzung der Bestsellerautorin zu deinem Kurzexposé! Sie verspricht, dir in einigen Sätzen ihre ehrliche Meinung dazu abzugeben. Sicher, das kann hart werden, aber kompetente Kritik bringt dich schließlich weiter. Und vielleicht ist Zoë ja auch ganz begeistert, dann hast du eine Empfehlung aus mehr als berufenem Munde. Schwarz auf weiß! Eine, die vielleicht sogar Türen öffnen kann.

Das sagt Ursula Poznanski

© Doris Bretterbauer
Befreundete Autoren, Foto: Hasloo Group Production Studio
Befreundete Autoren
(Foto: © Hasloo Group Production Studio)

Ursula Poznanski hat sich im Interview „Das sagt Ursula Poznanski“ auf der Plattform „Hilfe für Autoren“ meinen Fragen gestellt.

Die Autorin von Bestsellern wie Erebos, Saeculum, Fünf, Blinde Vögel und aktuell Die Verschworenen erzählt, dass sie sich lange nicht als Autorin, sondern als Journalistin gefühlt hat, dass Schreiben für sie kein Hobby ist, welche Bedeutung Bücher und Kollegen für ihre Autorenkarriere hatten und dass sie vor allem den täglichen Kampf gegen das Prokrastinieren zu gewinnen hat.

Ursula Poznanski: FünfNeben diesem tollen Interview findet ihr dort auch wieder das geradezu sensationelle Gewinnspiel:

Gewinne eine Einschätzung der Bestsellerautorin zu deinem Kurzexposé! Sie verspricht, dir in einigen Sätzen ihre ehrliche Meinung dazu abzugeben. Sicher, das kann hart werden, aber kompetente Kritik bringt dich schließlich weiter. Und vielleicht ist Ursula ja auch ganz begeistert, dann hast du eine Empfehlung aus mehr als berufenem Munde. Schwarz auf weiß! Eine, die vielleicht sogar Türen öffnen kann.

Der Minitipp: Reisebüro

© RainerSturm / pixelio.de
© RainerSturm  / pixelio.de
© RainerSturm / pixelio.de

Wenn du eine Geschichte schreibst, schickst du deine Leser auf eine (Abenteuer-) Reise. Dabei ist der Weg das Ziel. Aber: Art und Richtung der Reise legst du schon auf den ersten Seiten fest. Auch sollten die Leser bald wenigstens ungefähr wissen, wo die Reise hinführt. Und was erreicht werden muss, damit die Reise ein Ende hat. Damit bekommen sie auch ein Gespür dafür, wenn du ihnen kein guter Reiseführer bist und oft vom Wege abkommst, die Reise unnötig verzögerst oder eine ganz andere Richtung einschlägst. Also plane die Reise gut. Du musst dich auskennen, um die Mitreisenden nicht zu enttäuschen.

SchickLit von Anna

Anna Koschka: Naschmarkt

Anna Koschka: NaschmarktBevor du den Zeigefinger hebst und schimpfst, sage ich es gleich vorweg: Anna Koschka ist das Pseudonym meiner Freundin. Dieser Umstand wäre sicher ein guter Grund für dich, diese Rezension nicht allzu ernst zu nehmen. Denn natürlich lobe ich sie. Das macht man doch so – schon unter Freunden, erst recht in einer Beziehung. Ich bin also parteiisch. Trotzdem: Ich habe das Buch gelesen und sage meine Meinung darüber. Ich hätte es ja auch leichter haben können. Das Buch ist schließlich bereits seit fast einem Jahr auf dem Markt. Aus Zeitgründen habe ich es nur im Schneckentempo gelesen und schreibe die Rezension erst jetzt, da ich mir die eigene Meinung bilden konnte. Wenn dir das trotzdem nicht aussagekräftig genug ist, findest du ja etliche und überwiegend sehr positive Rezensionen anderer Leser im Netz. Denn das Buch ist mehr als einen Blick wert. Es ist sehr gut! Da kann ich ja nichts dafür!

„Naschmarkt“ gefällt mir also. Und das, obwohl ich gar nicht die Zielgruppe bin. Naschmarkt versteht sich nämlich als ein Frauenroman. Genauer: ein unterhaltsamer Frauenroman, ein ChickLit. Aber wie eng man auch immer eine Zielgruppe definieren möchte, das bedeutet zunächst nicht mehr, als dass der Roman auf jeden Fall solchen Lesern zusagen soll. Es schließt aber nicht aus, dass der Roman nicht auch außerhalb der fokussierten Klientel fischen darf. Und das tut er!

Zunächst bei Leserinnen, denen der typische ChickLit gelegentlich zu flach ist. Sie finden schon in Dotti eine Protagonistin, die gar nicht typisch irgendwas ist. Sie ist intelligent, gebildet, schlagfertig und gleichermaßen Literatur- wie Katzennerd. Und sie hat den Happy Ends abgeschworen, die mag sie schon in Büchern nicht.

Dass die Literaturjournalistin sich plötzlich (wenn auch in einem mehr oder weniger literarischen Umfeld) doch den Männern, dem Flirten und vor allem dem Daten zuwenden soll, passt ihr daher ganz und gar nicht. Wenn sie dabei wenigstens interessante Leute kennenlernen würde und nicht nur völlig abartige …

Aber Moment! Dotti tritt mit ihrer witzigen Frustkolummne nicht nur einen neuen Hype los, sondern kommt dadurch dann doch mit mindestens einem männlichen Vertreter ihrer Spezies in Berührung, der sie dann doch ein wenig in ihren Grundfesten erschüttert und dem Leser die Hoffnung auf das von der Figur vielleicht doch gar nicht so generell verhasste Happy End lässt.

Dem Leser? Ja, halte dich fest! Das Buch gefällt auch den Herren der Schöpfung, das hat es bereits mehrfach bewiesen. Es ist großartig geschrieben, der Humor beinahe universell und der Grundkonflikt keiner, der nur Frauen angehen würde. Darüber hinaus kommt auch die Spannung nicht zu kurz. Nein, ein Krimi ist es nicht, aber Dotti muss mit kriminalistischem Gespür ein Rätsel aufklären, das einer hochkomplizierten Schnitzeljagd gleicht.

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Anna Koschka
Naschmarkt
Roman

Taschenbuch
Knaur TB 2012
ISBN: 978-3-426-51120-6

Verlagstext:

Dotti Wilcek hat der Männerwelt abgeschworen. Endgültig! Wer könnte weniger geeignet sein, eine Internetdatingagentur zu testen? Doch Dottis bissiger Blog über Männer, Mauerblümchen und Flirten für Anfänger spricht einer ganzen Generation von netzgeplagten Singles aus dem Herzen …

„Schon lange wollte ich nicht mehr so unbedingt in eine Geschichte hineinklettern wie in diese hier.“ Kerstin Gier

„Dotti ist das schärfste Mauerblümchen der Welt: charmant, klug und witzig.“ Gabriella Engelmann

„Sind wir nicht alle ein bisschen Dotti?“ Andrea Koßmann

Verlagsseite
Leseprobe
Blog der Autorin

Bücherliste

Diese Suppe …

Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
Vom Schreibtisch
(Foto: © Marko Tomicic)

… habe ich mir eindeutig selbst eingebrockt. Auf der Messe, genauer: beim BuchmesseCon am vergangenen Samstag habe ich mich in ein Kochbuch reingequatscht. Aus einem Spaß wurde Ernst, und nun trete ich in die Fußstapfen vieler sehr verehrter Autorenkollegen aus den phantastischen Genres und schwinge den literarischen Kochlöffel. Hoffentlich fällt mir also etwas halbwegs Genießbares ein.

Ich finde es jedenfalls eine sehr leckere Gelegenheit, für die ich Ulrich Burger und seinem sehr delikaten Verlag herzlich danke. Beim Leser entschuldige ich mich dann zu gegebener Zeit.

Vor der Tür

Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
Vom Schreibtisch
(Foto: © Marko Tomicic)

Nein, das ist kein früher Weihnachtspost. Vor der Tür steht die Frankfurter Buchmesse. Wie jedes Jahr ein wunderbarer Grund zur Vorfreude. Wunderbare Autorenkollegen treffen, wunderbare Bücher entdecken, wunderbare Gespräche führen, wunderbare Leser treffen, wunderbar feiern, wunderbar essen gehen … Hach, das wird wunderbar!

Und mitten drin der BuCon, bei dem ich im Rahmen der wunderbaren Geschichtenweberlesung mit meiner wunderbaren Claudia gemeinsam lesen darf.

Noch Fragen? Wie bitte? Ja, doch, ich denke schon. Ja, ich freu mich drauf.

Berührt. Getröstet. Amüsiert. Geheilt.

Befreundete Autoren, Foto: Hasloo Group Production Studio
Befreundete Autoren
(Foto: © Hasloo Group Production Studio)

Wenn sich der Leser so fühlt, ist das für Nina George ein Erfolg. Dies und vieles mehr verrät die Bestsellerautorin in dem Interview „Das sagt Nina George“ auf der Plattform „Hilfe für Autoren„, das ich mit ihr geführt habe.

Wie lange es gedauert hat, bis sie sich wirklich als Schriftstellerin gefühlt hat. Warum sie den Beruf weder als romantisch noch als glamourös empfindet. Warum das Überarbeiten so wichtig ist. Was man als angehender Autor unbedingt beherzigen sollte. Und was man ganz unbedingt vermeiden sollte.

Cover LavendelzimmerEin ebenso umfangreiches wie erhellendes Interview. Und wer heute noch schnell vorbeischaut, kann sogar etwas geradezu Sensationelles gewinnen:

Gewinne eine Einschätzung der Bestsellerautorin zu deinem Kurzexposé! Sie verspricht, dir in einigen Sätzen ihre ehrliche Meinung dazu abzugeben. Sicher, das kann hart werden, aber kompetente Kritik bringt dich schließlich weiter. Und vielleicht ist Nina ja auch ganz begeistert, dann hast du eine Empfehlung aus mehr als berufenem Munde. Schwarz auf weiß! Eine, die vielleicht sogar Türen öffnen kann.

Waschmaschine

© Markus Wieser / pixelio.de
© Markus Wieser  / pixelio.de
© Markus Wieser / pixelio.de

Mal wieder Lust auf einen kleinen Konflikt im Alltag?

Dann schreib doch mal eine Szene aus der Sicht von Kristin. Diesmal wird es wahrlich nicht leicht, denn Kristin ist die einzige Figur, die in der Szene vorkommen darf. Und du sollst streng personal aus ihrer Sicht schreiben. Einen Gegenpart hat Kristin allerdings schon, nämlich ihre Waschmaschine. Eine ganz normale Waschmaschine wohlgemerkt. Keine, wie sie auch bei Harry Potter auftauchen könnte.

Diese Waschmaschine hindert Kristin daran, die Wohnung zu verlassen, denn Kristin verlässt nie die Wohnung, wenn die Waschmaschine noch läuft. Was könnte da alles passieren! Den Waschgang zu unterbrechen, kommt für sie aber auch nicht infrage.

Blöd, dass Kristin es sehr, sehr eilig hat. Noch könnte sie es schaffen, aber wann genau die Maschine ihre Arbeit getan hat, kann sie nicht abschätzen. Der Termin, der sie drängt, ist ihr aber äußerst wichtig, sodass sie mit jeder Minute nervöser wird. Was wird sie tun, wenn absehbar ist, dass die Maschine ihr den Termin vermasseln könnte?

Lass den Leser spüren, wie essenziell es für Kristin ist, endlich aus dem Haus gehen zu können, welche Zerreißprobe die Situation für sie darstellt. Dabei soll der Leser erst ganz am Ende erfahren, wo Kristin so dringend hinmuss. Und wenn du es schaffst, dieses Ziel für dich auch beim Schreiben offenzulassen, hast du nachher sicher noch mehr Spaß an der Auflösung. Gibt es eine Pointe?

Du kannst dich im stillen Kämmerlein an der Übung versuchen, das Ergebnis aber auch gern hier in den Kommentaren posten oder anderswo veröffentlichen (vielleicht mit einem kleinen Link hierher).

Viel Spaß!

Weitere Schreibübungen

Schreibaugust

Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
Vom Schreibtisch
(Foto: © Marko Tomicic)

Am Donnerstag haben wir Monatsmitte, und dann beginnt mein Schreibaugust. Denn wie schon letztes Jahr mache ich Schreiburlaub, Urlaub, um zu schreiben. Gemeinsam mit elf anderen Autoren nisten wir uns für zehn Tage im gemütlichen Haus Sonnenlehen in Grossgmain (Nähe Salzburg) ein und schreiben. Hauptsächlich zumindest.

Dass ich das Schreiben so oft wiederhole, zeigt schon, wie bitter ich es nötig habe, eben diese Tätigkeit mal wieder ins Zentrum rücken zu können. Es steht vor allem die Arbeit an zwei Kurzgeschichten und dem Ratgeber an.

Eine kleine, vorerst sehr geheimnisvolle Neuigkeit gibt es noch: Bei „Hilfe für Autoren“ habe ich ja letzten Monat mit der neuen Interview-Reihe Das sagt xy begonnen, in der Autoren Fragen beantworten, die vor allem für diejenigen, die selbst den Weg in die Herzen der Leser einschlagen wollen, interessant sein dürften. Nachdem ich letztes Mal Anna Koschka verhören durfte, hat mir heute wieder eine hochkarätige Autorin zugesagt, über die sich viele Fans freuen dürften. Und sie hatte gleich eine spannende Idee im Gepäck, die das Ganze für die oben genannte Zielgruppe noch um Einiges attraktiver machen dürfte. Mehr wird aber noch nicht verraten. Ich freu mich!

Der Minitipp: Worum gehts?

Ex-Posé

Ex-PoséWer ein gutes Exposé schreiben will, legt am besten als Erstes die Frage „Was passiert?“ ganz weit weg. Er greift sie überhaupt nur und erst dann wieder auf, wenn er damit der Antwort auf die eigentlich entscheidende Frage „Worum geht es?“ noch zusätzliches Leben einhauchen kann.

Entern: Strophilieren

Entern, Foto: Patryk Kosmider
Entern, Foto: Patryk Kosmider
© Patryk Kosmider

Mann, Mann, Mann! Was hab ich mir denn da wieder gedacht? In der Entern-Reihe das Thema „Strophe“ aufzunehmen? Jeder weiß doch, was eine Strophe ist, ob nun im Lied oder im Gedicht. Und weil der Dichter frei ist, eine klassische Stophenform zu wählen oder eigene Regeln zur Unterteilung seines lyrischen Textes in eine oder mehrere Strophen anzuwenden, bleibt letztlich nicht viel mehr zu sagen, als dass es sich bei einer Strophe um eine metrische Einheit oberhalb des Verses handelt. Mehrere Verszeilen (mindestens zwei) werden zu einer Strophe zusammengefasst und auf diese Weise, so es sich nicht um einen einstrophigen Text handelt, von weiteren Strophen unterschieden.

Auch ist klar – schon der Begriff „Einheit“ legt es nahe –, dass Strophen idealerweise Regelmäßigkeiten aufweisen in Metrum, Reim, Versart, Verszahl und/oder Verslänge, häufig verbunden mit der inhaltlichen Struktur des Textes. Ob man dort, wo auch in dieser Hinsicht vollkommen frei gedichtet wird, noch von Strophen sprechen will, sei hier mal nicht diskutiert.

Bleibt also nur noch der Ordnung halber und im Bezug auf den Reihentitel festzuhalten, dass der Dichter, der ins Textprogramm tippt, am Ende einer Strophe natürlich die Entertaste drückt. Empfehlenswerter Weise nur einmal (so keine anderen Vorgaben diese Empfehlung außer Kraft setzen). Dazu stellt man im Programm eine Absatzformatierung ein, die nach einem Absatz einen sichtbaren Abstand lässt. Drückt man nun einmal die Entertaste, wird dieser Abstand automatisch gesetzt. Die Verszeilen, die ja keine eigenen Absätze darstellen, beendet man, um eben den Abstand zu vermeiden, nun mit einem Zeilenumbruch, indem man die Umschalttaste gedrückt hält, wenn man die Entertaste drückt.

Mehr gibt es in dieser Rubrik dann wirklich nicht zur Strophe zu sagen. Strophiliert schön.

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Rollenverteilung

Premierenlesung "Naschmarkt"

Premierenlesung "Naschmarkt"Mal wieder Lust auf eine Übung? Nein, dieses mal ausnahmsweise keine Schreibübung, denn zum Autorendasein gehört ja mehr als schreiben. Lesen zum Beispiel. Vorlesen, um genau zu sein. Wie wäre es also mal mit einer Leseübung?

Gerade erst habe ich mich mit Claudia wieder über die Auswahl der richtigen Textstellen für eine Lesung unterhalten, und wir sind uns einig, dass es richtige und falsche gibt. Denn für die meisten Menschen ist die Aufnahmefähigkeit beim Zuhören geringer als beim Lesen. Daher sind vor allem solche Stellen empfehlenswert, die auf irgendeine Art besonders pointiert sind (und zwar in sich, nicht nur im Gesamtzusammenhang). Ja, du denkst jetzt ganz zu recht an Humor. Das ist mit Sicherheit die Nummer 1 unter den Lesungsgewinnern. Pointiert kann sich aber auch auf Spannungsmomente beziehen, oder solche, die in ihrer Tragik ganz besonders ans Herz gehen.

Klar, wenn wir solche pointierten Stellen aus unseren Geschichten vorlesen wollen, sollten wir sie vorher entsprechend geschrieben haben. Und das gilt auch für die, um die es jetzt gehen sollen: Dialoge! Es gibt wahrscheinlich kaum dankbarere Vortragstexte als pointierte und damit knackige Dialoge – wenn man es schafft, sie auch so vorzutragen.

Also, versuch es doch einmal! Such dir aus einer deiner Geschichten oder auch einem deiner Lieblingsbücher eine längere Dialogpassage und lies sie laut (nicht nur einmal, es ist ja eine Übung). In dieser Übung geht es vor allem darum, den Figuren unterschiedliche Stimmen zu geben. Am besten natürlich solche, die in deiner Vorstellung zu ihnen passen. Achte dabei auf Folgendes:

  • Optimal für diese Übung sind drei Gesprächspartner. Du kannst ja nach einer Weile aufstocken, indem du dir eine weitere Textpassage mit mehr Dialogteilnehmern suchst.
  • Die Stimmen, die du den Figuren gibst, sollten für einen Zuhörer klar unterscheidbar sein. Übertreib es ruhig und verteile ungewöhnliche, vielleicht sogar extreme Stimmen.
  • Beim Lautlesen liegt die Betonung auf laut, also lies auch laut! Selbst eine Figur, die flüstert, muss noch gut zu verstehen sein.
  • Weil du es ja laut und mir verschiedenen Stimmen vorliest, kannst du Dialogkommentare (Inquits) wie „sagte Linda“ weglassen. Auch „schrie Linda“ brauchst du nicht, wenn du die entsprechende Aussage schreist.
  • Beachte also auch die „Regieanweisungen“ im Text, die du in deinen Vortrag einbauen kannst (lachen, räuspern usw.). Aber halt! Bleib sitzen! Es sei denn, du willst gleich noch für deine Schauspielkarriere üben.

Ein bisschen Inspiration gefällig?

Weitere Schreibübungen