Käuze am Küstrinchen

Eine Leseprobe aus meiner Gerschichte “Käuze am Küstrinchen”, die in der Geschichtenweber-Anthologie “Schatten des Jenseits” im Web-Site-Verlag erschienen ist.

Es spricht nicht viel dafür, dass zwei Paddler sich richtig entschieden haben, als sie sich vornehmen, den Küstriner Bach des Nachts zu befahren. Bald schon sieht man die Hand vor Augen nicht mehr. Doch das ist bei Weitem nicht das Schlimmste.

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„Es muss bewölkt sein“, sagte mein Begleiter.
„Oder der Mond hat sich heute Zeit gelassen, über die Baumkronen zu klettern“, antwortete ich.
„Kannst du herausfinden, wie spät es ist? Mein Feuerzeug ist nass geworden. Ich kann die Uhr immer noch nicht erkennen.“
„Klar“, antwortete ich, fingerte mein Feuerzeug aus der Tasche und schaute auf meine Uhr. „Gleich Mitternacht.“
„Kuuuuuhhhwiiiit!“
Mir fuhr der Schreck in die Glieder.
„Kuuuuuhhhwiiiit!“
Jetzt wollte ich es einfach so schnell wie möglich hinter mich bringen. Ich zog mich bis auf die Badehose aus, schaffte es dabei mit ein wenig Geschick, dass die Jeans wenigstens teilweise trocken blieb, und tastete mich wieder bis zum Wehr vor. Das Wasser dahinter war noch immer dunkel, vom Grund nichts zu sehen. In dem Rauschen glaubte ich, ein glucksendes Geräusch zu hören, das mir vorher nicht aufgefallen war. Ich stockte einen Moment und lauschte.
Nichts.
Ich drehte mich vorsichtig um, suchte mit den Händen Halt an der Wehrkante, stemmte mich ein wenig hoch und ließ mich langsam herunter. Meine Füße tauchten ins Wasser ein, die Unterschenkel, die Knie, die Oberschenkel – kein Grund.
Etwas streifte mich am Bein. Mit einem Aufschrei stemmte ich mich wieder hoch, zog die Beine aus dem Wasser.
„Was ist?“, fragte Thomas. Seine Stimme klang besorgt.
„Da ist irgendwas!“
„Was?“
„Ich weiß es doch auch nicht!“, brüllte ich meinen Schreck heraus. Es mochte ein Fisch gewesen sein, eine Wasserpflanze – oder eben ein Untier. Ich musste an die Hand denken. War sie nicht kalt, feucht und glitschig gewesen?
„Kuuuuuhhhwiiiit!“
Der Kauz, von dem ich mir jetzt sicher war, dass er keiner war, wollte mir den Verstand rauben.
„Willst du da jetzt hängen bleiben?“
Thomas hatte gut reden. Er stand auf der sicheren Seite. Doch waren wir hier überhaupt irgendwo in Sicherheit? Ich zitterte am ganzen Körper. Das Zittern in meinen Armen ließ sich aber wenigstens teilweise auf meine schwindenden Kraftreserven zurückführen. Lange könnte ich mich nicht mehr an der Wehrkante halten. Also, entweder zurück oder …
„Ich versuch’s nochmal.“
Egal was da unten war, wenn es mich haben wollte, würde es mich vermutlich sowieso bekommen. Wieder tauchten meine Füße ein. Unterschenkel, Knie, Ober… Meine Füße fanden Halt. Sie setzten einfach auf dem Grund auf. Wie konnte das sein? Eben noch war in dieser Höhe nichts gewesen. Ich versuchte mit meinen Füßen nach links und rechts zu tasten, aber der Boden, auf dem sie standen, ließ es nicht zu. Er bewegte sich mit, krallte sich fest. Er fühlte sich kalt an, tot, fleischig, so wie …
„Kuuuuuhhhwiiiit!“
… Handflächen.
„Was ist das hier bloß für eine Scheiße?“ Meine Stimme überschlug sich. Ich begann wild zu strampeln, kam frei, wurde an der Wade gepackt, stemmte mich nach oben. Es zerrte an meinem Bein! Ich spürte seine Umklammerung. Seinen Atem im Nacken.
„Kuuuuuhhhwiiiit!“
Ich hörte ein Rauschen von allen Seiten, als näherten sich gierige Schwimmer, die ihr Opfer in der Falle wussten. Ich trat um mich, traf etwas, meine Arme knickten ein, das Kinn prallte auf die Wehrkante und ich spürte augenblicklich eine schmerzliche Wärme im Mund. Dann ein lautes Platschen, bevor mein Kopf unter Wasser tauchte. Erneut wurde nach mir gegriffen, etwas versuchte mich zu packen. Ich bäumte mich ein letztes Mal auf. Doch es hatte mich, drehte mich zu sich um.

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Maike Schneider (Hrsg.)
Edition Geschichtenweber: Schatten des Jenseits
Paperback, 180 Seiten
Web-Site-Verlag, 2005
ISBN: 3-935982-06-2

Klappentext:

„Geschichten, wie aus dem Leben gegriffen. Situationen, die jeder von uns erlebt: Eine Einladung zu einem Fest, man hat ein neues Tattoo, ist Nachts auf der Landstraße unterwegs oder geht mit einem Freund aus. Plötzlich ist alles anders – die Grenzen zwischen dem Hier und dem Drüben verschieben sich …“

13 mal Gruselschauer von 13 Autoren der „Edition Geschichtenweber“.

Bernhard Weissbecker: Ein Opfer für die Geister
Birgit Käker: Drei aus der Hand
Dorothea Rake: Erinnerung
Gerti Platzer: Das letzte Tattoo
Jochen Brockmann: Das alte Gasthaus
Jörg Olbrich: Gefährliche Träume
Jürgen K. Brandner: Das Grab der Alten
Maike Schneider: Charlys Nacht
Marion Charlotte Mainka: Das Haus in den Marschen
Martin Skerhut: Mein Vater
Manuela P. Forst: Isabella
Philipp Bobrowski: Käuze am Küstrinchen
Timo Bader: Die Rache der Kellergeister

Weitere Informationen, Leseproben und Rezensionen bei den Geschichtenwebern.
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Bernhard Weissbecker Ein Opfer für die Geister
Birgit Käker Drei aus der Hand
Dorothea Rake Erinnerung
Gerti Platzer Das letzte Tattoo
Jochen Brockmann Das alte Gasthaus
Jörg Olbrich Gefährliche Träume
Jürgen K. Brandner Das Grab der Alten
Maike Schneider Charlys Nacht
Marion Charlotte Mainka Das Haus in den Marschen
Martin Skerhut Mein Vater
Manuela P. Forst Isabella
Philipp Bobrowski Käuze am Küstrinchen
Timo Bader Die Rache der Kellergeister

Der Feuerstern

Eine Leseprobe aus meiner Gerschichte „Der Feuerstern“, die in der Geschichtenweber-Anthologie „Wildes Land“ im Web-Site-Verlag erschienen ist.

Thoron möchte gern ein Held werden, um seine Doriel zu beeindrucken, ein Held wie Eodor, der Sohn des Fürsten. Und schneller, als er denkt, bekommt er die Gelegenheit dazu. Denn auf einem gemeinsamen Ausritt wird Doriel entführt. Nun begiebt sich der Möchtegern allein auf die Suche, die durch tückische Wälder und Sümpfe führt.

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Weit war er nicht gekommen. Er quälte sich bestimmt schon seit einer halben Stunde durch diesen Urwald, ohne wirklich voranzukommen. Nichts deutete auf einen Weg hin und die Füße sanken tief in den Morast. Die Gegend wirkte bedrohlich. Vielleicht entsprachen die Gerüchte über das Westufer des Rim ja doch der Wahrheit.

Er fühlte sich beobachtet. War da nicht ein Rascheln? Hörte er nicht Schritte hinter sich? Sah er dort nicht eine Gestalt hinter dem Gebüsch? Es wurde erstaunlich schnell dunkel, denn die Bäume waren hoch und das Licht der untergehenden Sonne erreichte den Waldboden kaum noch. Es war nicht mehr möglich, einen Weg zwischen Stämmen und Unterholz zu finden, geschweige denn, die Spuren weiterzuverfolgen, die nun erneut flussabwärts führten. Und wieder stand er vor einem der zahlreichen Bäche, die den Rim speisten. Hoffentlich kamen die Entführer auch nicht schneller voran.

Thoron war müde. Müde und hungrig. Und er fror. Getrockneter und nasser Schlamm verkrustete in dicken Schichten seine Stiefel und Unterschenkel. Aber nur gegen die Müdigkeit konnte er etwas unternehmen. Tastend suchte er sich eine dicke Baumwurzel, auf der er – halbwegs vor dem Morast geschützt – die Nacht verbringen wollte.

Trotzdem konnte er zunächst nicht einschlafen. Die Aufregungen des Tages hielten ihn wach. Und er hörte Geräusche: klagende Rufe und spitze Schreie, die er keinem ihm bekannten Tier oder anderen Wesen zuordnen konnte. Sicher hatte selbst Eodor bei seinen Taten nie solche Qualen durchleben müssen. Nein, der ging los und stach seinen Feinden das Schwert in die Brust. Oder er erlegte damit Drachen und befreite holde Jungfrauen. Was allerdings ihm hier zugemutet wurde …

Nun dachte er an seine Dor. Wieder sah er sie mit dem Feuerstern im Haar. Was würde er darum geben, sie schon jetzt wohlbehalten bei sich zu wissen?

Er zog die Beine an und kauerte sich dichter an den Stamm, an dem er lehnte. Dann holte er sein Schwert aus der Scheide und legte es griffbereit über seine Knie. Er versuchte sich auf die Entführer zu konzentrieren, wie immer sie auch aussahen, stellte sich vor, wie er unter ihnen wüten würde, um endlich Doriel wieder in seinen Armen zu halten, ihrer bewundernden Blicke und der Dankbarkeit ihres Vaters gewiss. Mit diesen Gedanken sank er schließlich in einen unruhigen Schlaf.

Er sah Doriel vor sich. Sie stand nicht weit von ihm entfernt. Thoron ließ den Wald hinter sich und lief auf sie zu. Der weiche Boden versuchte ihn aufzuhalten, gab mehr und mehr nach. Immer tiefer versanken die Füße, immer schwerer wurde es, sie aus dem Sumpf zu befreien. Jetzt steckte sein linkes Bein bis zur Hüfte im Morast. Thoron verlagerte sein Gewicht, stützte sich auf das andere Bein, doch auch hier gab der Boden nach. Schon spürte er die Feuchtigkeit sein Hemd aufweichen, der modrige Geruch kroch ihm in die Nase. Er rief Doriel um Hilfe an, aber er bekam nur Gelächter zur Antwort.

Denn es war nicht sein geliebtes Mädchen, das dort stand. Gelbe verfaulte Zähne steckten vereinzelt in einem breit grinsenden Mund ohne Lippen. Eine schiefe, verbeulte Nase bildete – einer knorrigen Wurzel gleich – nur annähernd die Mitte des vernarbten, ledrigen Gesichts. Zwei kleine, schmale Augen versteckten sich hinter den vollen Wangen und den buschigen Brauen, um sich dort über seine verzweifelte Lage zu belustigen. Dünne graubraune Haarsträhnen flüchteten aus dem viel zu großen Kopf, der auf einem schmächtigen, gekrümmten Körper mit kurzen Beinen saß, dessen hervorstechendstes Merkmal ein mächtiger Buckel war.

Thoron erschrak beim Anblick dieses merkwürdigen Wesens, und unter dessen höhnischem Gelächter versuchte er sich freizukämpfen. Doch da war noch etwas anderes. Er sah ein riesiges Maul auf sich zukommen und …

Er erwachte schreiend und sprang auf die Füße. Gerade rechtzeitig, bevor das Maul zuschnappen konnte. Im ersten Dämmerlicht des neuen Tages erblickte er die furchtbare Bestie, die sich in seinen Traum geschlichen hatte. Sie kroch langsam auf ihn zu und er musste rückwärts ausweichen. Der lang gestreckte Körper – Thoron schätzte ihn auf mindestens fünfzehn Fuß – war bis zur Schwanzspitze mit dicken Panzerplatten bedeckt und endete auf der ihm zugewandten Seite in diesem riesigen Maul, das mit unzähligen dolchartigen Zähnen bewaffnet war. Jetzt schob der Drache seinen mächtigen Leib über Thorons Klinge, die bei seinem Aufspringen im Schlamm gelandet war.

Wie oft hatte er davon geträumt, eines Tages einen Drachen zu töten und als Held in Doriels Arme heimzukehren oder seine Geliebte gar aus den Klauen einer solchen Bestie zu befreien. Aber die Wirklichkeit übertraf seine Vorstellungen bei weitem. Sicher, die Untiere seiner Träume waren viel größer gewesen. Schreckliche Gegner, aus deren Mäulern feuriger Atem und donnerndes Brüllen gekommen war. Doch obwohl das Tier, dem er sich jetzt gegenüber sah, keinen Ton von sich gab und keinerlei Anstalten machte, ihn mit brennendem Odem zu überziehen, war er sich sicher, seinem Ende entgegenzusehen. Die kalte Ruhe, mit der sich das Biest auf ihn zu bewegte, brachte eine tödliche Gewissheit mit sich.

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Wildes LandTimo Bader und Jürgen K. Brandner (Hrsg.)
Edition Geschichtenweber: Wildes Land

Paperback, 240 Seiten
Web-Site-Verlag, 2005

Klappentext:

Ein Krieger aus vergessenen Tagen zieht aus, um sich in den Wäldern seiner größten Herausforderung zu stellen … Auf Rügen droht ein Mädchen in einem Sumpfloch zu versinken, als ein Troll zu ihrer Rettung eilt … Eine Elfin muss in den Bergen eine schwere Prüfung bestehen und wagt sich in die Höhle des Drachen … Beim Meditieren auf einer Lichtung im Wald wird ein junger Mann von Nachtelfen in ihr dunkles Reich entführt … In einer Höhle im Sumpf lebt eine verstörte Frau, bis eines Tages ihr ein Spaziergänger begegnet …

Sümpfe, Höhlen, dunkle Wälder – an diesen drei geheimnisvollen Orten spielen die Geschichten der 14 Autorinnen und Autoren der Edition Geschichtenweber. Die Anthologie bietet eine bunte Vielfalt an verschiedenen Genres der Phantastik: von Fantasy bis Dark Fantasy, leichtem Grusel bis Horror, schillernde Geschichten der High- und Epic-Fantasy, düstere Thriller- und Mystery-Tales, romantischen Liebes-Geschichten bis hin zu knisternden Erotik-Storys – und vieles, vieles mehr!

Um die mystischen und märchenhaften Schauplätze der Geschichten auch noch für unsere Nachkommen zu erhalten, spenden die Autoren und Künstler aus dem Erlös der Anthologie 2 EURO pro verkauftem Exemplar an den World Wide Fund For Nature (WWF). Der Schutz der letzten natürlichen Wälder ist eines der Hauptanliegen des WWF.

J.R. Kron: Der Wolf und der Geist
Irmgard Fliedner-Grandke: Albenkind
Jörg Olbrich: Ein Troll auf Rügen
Maike Schneider: Eine Herzenssache
Jürgen K. Brandner: Moordämonennacht
Mandy Schmidt: Das Lied der Weberin
Christine R. Förster: Die Prüfung
Martin Skerhut: Entführt in eine fremde Welt
Timo Bader: Der Fall der Jane J.
Sabrina Eberl: Das Geheimnis der Höhle
Philipp Bobrowski: Der Feuerstern
Nina Horvath: Das Ding in der Höhle
Birgit Käker: Jäger in der Dämmerung
Marion Charlotte Mainka: Das grüne Leuchten

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Das Über-Ich

Eine Leseprobe aus meiner Geschichte „Das Über-Ich“, die in der Geschichtenweber-Anthologie „Optatio Onyx – Wünsche des Verderbens“ im Web-Site-Verlag erschienen ist.

Adrian fehlen vor allem zwei Dinge: Selbstbewusstsein und Durchsetzungskraft. Darüber hinaus glänzt er nur durch Schüchternheit. Als er sich durch ein Kaufhaus in Frankfurt schleicht, um die Bedürfnisse seiner geschenksüchtigen Frau zu befriedigen, wird er fast von einem Mann überrannt, der vor einer Rockerbande flüchtet.
Adrian findet einen geheimnisvollen Armreif, den vermutlich der Verfolgte verloren hat. Von nun an wird sich sein Leben gründlich ändern.

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Adrian begann den Haufen nutzlosen Krams zu durchsuchen, der sich zu Schleuderpreisen vor ihm auftürmte: bunte Kämme, grüne und rote Plastikbecher, Haarspangen in allen Farben … Nichts davon taugte auch nur annähernd für den erwarteten Liebesbeweis. Dann sah er diesen schwarzen Stein zwischen der Billigware glänzen. Er griff danach und zog einen Armreif hervor. Das war es wohl, was dem armen Mann vom Handgelenk gefallen war. Er sah ein wenig zu wertvoll aus für einen Wühltisch: ein schwarzer halbmondförmiger Stein mit weißen Verzierungen. Adrian kannte sich mit Schmuck nicht aus und hatte keine Ahnung, um welche Art Stein es sich handeln könnte. Nur wusste er, dass er ihn eigentlich seinem Besitzer zurückbringen müsste. Als er an den Verfolgten dachte, fröstelte ihn.

Er strich mit dem Finger über den Reif und ein leichtes Kribbeln breitete sich in seiner Hand und dann in seinem Arm aus. Vielleicht sollte er erst einmal sicher gehen, ob der Armreif nicht doch schon hier gelegen hatte. Er ging zur nächstgelegenen Kasse und stellte sich ans Ende der Schlange.

»Entschuldigung?«
Die Kassiererin hatte sich, als er an der Reihe war, zu einer Kollegin umgedreht und begonnen über ein Telefonat mit ihrem Liebsten zu erzählen. Jetzt drehte sie sich zu ihm um und musterte ihn genervt.
»Entschuldigen Sie bitte, ich will wirklich nicht lange stören. Ich wollte nur fragen, ob dies hier«, er zeigte den Armreif vor, »zu Ihrem Sortiment gehört.«
»Wo haben Sie es denn gefunden?«
»Dort auf dem Wühltisch.«
Die Kassiererin zögerte einen Moment, ließ den Blick ihrer rehbraunen Augen noch einmal an Adrian heruntergleiten, strich dann ihr blond gefärbtes Haar zurück und sagte: »Natürlich gehört das zu unserem Sortiment.«
»Es ist nur, weil kein Preisschild dran war.« Seine Stimme wurde immer leiser. Er fingerte am Gestell seiner Brille herum. »Und dann war da dieser Mann, der …«
»29,99.«
»Wie bitte?«
»Es kostet neunundzwanzig Euro und neunundneunzig Cent.«
Die Kollegin der Kassiererin versuchte ein Kichern zu unterdrücken.
»Sind Sie sicher?«
»Wollen Sie es nun kaufen oder nicht?« Die Verkäuferin machte Anstalten, sich wieder umzudrehen.
»Hier wollen auch noch andere Leute einkaufen«, hörte Adrian eine keifende Stimme hinter sich. Er drehte sich gar nicht erst nach ihrer Besitzerin um, kramte das Portemonnaie aus der Innentasche und zählte dreißig Euro auf den Kassentisch. »Stimmt so, vielen Dank.«

Warum war er nur immer so ein Weichei? Er wünschte sich in diesem Moment nichts sehnlicher, als wenigstens ein bisschen selbstbewusster zu sein. Er blieb stehen, drehte sich um, ging zurück. Diesmal stellte er sich nicht an. Und er sprach so laut, dass es die gesamte untere Etage hören musste.
»Wissen Sie, Sie können das Geld behalten. Kaufen Sie sich etwas Schönes dafür. Aber denken Sie nicht, ich hätte nicht bemerkt, dass Sie mich verarscht haben. Was sind Sie nur für eine erbärmliche Kreatur. Glücklicherweise komme ich nicht aus Frankfurt, denn bei Ihnen wollte ich sicher nicht noch einmal einkaufen!«

Er fühlte sich gut, fühlte sich … so hatte er sich noch nie gefühlt. Sicher, irgendwie. Stark, ein bisschen. Er störte sich nicht daran, was die Kaufhausangestellte jetzt von ihm dachte. Ihn störten auch die Blicke der anderen Kunden nicht, die ja nicht wissen konnten, warum er gerade so laut geworden war. Ja, er war laut geworden. Wahrscheinlich zum ersten Mal in seinem Leben. Und er konnte sich gar nicht erklären, warum.

Jedenfalls hatte er jetzt die richtige Kleinigkeit für Isabell. Natürlich wusste er, dass der Armreif eigentlich dem armen Verfolgten gehören musste. Doch selbst um den wollte er sich jetzt nicht weiter kümmern. Was ging ihn das Leid des Fremden an? Adrian hatte keine Lust, weiter durch Frankfurts Einkaufszentren zu latschen. Außerdem war er gerade dreißig Euro für den Armreif des Mannes losgeworden. Er hatte ihn also rechtmäßig erworben. Und er musste zum Bahnhof.

Er hatte eine Platzkarte für einen Sitz im Nichtraucherabteil am Fenster in Fahrtrichtung. Es war nicht ungewöhnlich, dass es Menschen gab, die darauf keine Rücksicht nahmen. Schon auf der Hinfahrt am Freitag hatte er seinen Platz einer dicken Frau überlassen müssen, weil er es einfach nicht übers Herz gebracht hatte, seinen Anspruch geltend zu machen. Diesmal saß ihm ein junger Mann etwa in seinem Alter im Weg und rauchte. Alle anderen Plätze waren noch frei, schließlich fuhr der Zug erst in knapp zwanzig Minuten.
»Guten Tag. Sie sitzen auf meinem Platz.«
Der Raucher blickte ihn amüsiert an. »Das tut mir leid. Aber vielleicht könnten Sie sich woanders hinsetzen? Es ist ja alles frei. Und mir wird schlecht, wenn ich nicht am Fenster sitzen kann«, sagte er, und als er dem Blick Adrians zum zweiten Fensterplatz folgte, fügte er noch hinzu: »In Fahrtrichtung.«
Adrian war ganz ruhig. »Sehen Sie, guter Mann: Eigentlich ist es mir scheißegal, ob Ihnen von Ihrem Platz oder Ihrer Zigarette schlecht wird. Solange es nicht auf dem Platz geschieht, den ich reserviert habe. Da sitze nämlich ich. Sie dürfen also aufstehen, das Fenster öffnen, Ihren Glimmstängel dort hinauswerfen, Ihre Sachen packen und sich einen anderen Fensterplatz in Fahrtrichtung suchen.«
Sein Gegenüber öffnete den Mund, fragte dann aber nicht einmal nach dem Beweis für die Reservierung und tat – in der vorgegebenen Reihenfolge – wie ihm geheißen.
Adrian war selbst verwundert über seine Worte. Doch er fühlte sich dabei sehr wohl. Wie schön wäre es, dachte er, wenn ich das Abteil bis Marburg für mich hätte.

Das war freilich sehr unwahrscheinlich, denn an der Reservierungstafel konnte er ablesen, dass auch die anderen fünf Plätze ab Frankfurt belegt waren. Immerhin schienen das auch die Fahrgäste zu akzeptieren, die sich nun in immer kürzeren Abständen an der Abteiltür vorbeischleppten. Doch als der Zug endlich anruckte, selbst als er den Frankfurter Bahnhof schon eine Weile verlassen hatte, waren die anderen Plätze noch immer nicht besetzt. Vielleicht sind meine Mitreisenden krank geworden, mutmaßte Adrian. Oder verstorben. Das nenne ich Glück. So lässt es sich reisen.

Tatsächlich blieb er bis Marburg allein. So ließ es sich auch verschmerzen, dass er überhaupt mit dem Zug fahren musste. Isabell hatte das Auto gebraucht, weil sie gestern Abend ihre Freundin Marla in Cölbe besuchen wollte. Cölbe! Dahin hätte sie auch zu Fuß gehen können. Während er zur Weiterbildung nach Frankfurt in den überfüllten Zug steigen musste, reiste sie die paar Kilometer in seinem Passat. Aber er ließ ihr ja immer ihren Willen, riss sich den Arsch auf für Madame. Doch damit sollte jetzt Schluss sein.

Bisher hatte er sich eingeredet, er könne froh sein, überhaupt eine solche Traumfrau geehelicht zu haben, und müsse ihr, allein um sie zu halten, jeden Wunsch von den Augen ablesen. Er war aus allen Wolken gefallen, als sie ihm – wenn auch ein bisschen beschwipst – vor genau zwei Jahren und zweihunderteinundzwanzig Tagen ihre Liebe eingestanden hatte, war er doch noch einen Tag zuvor im Glauben gewesen, er sei in der Herrenboutique des Lebens der Ladenhüter schlechthin.

Jetzt war er sich sicher, dass er sich bis heute eindeutig unter Wert verkauft hatte. War nicht Isabell der beste Beweis dafür, dass er gar nicht so ein unattraktiver Kerl sein konnte? Musste sie nicht eigentlich froh sein, jemanden wie ihn ergattert zu haben?

Der Zug fuhr auf dem Marburger Bahnhof ein. Adrian wartete nicht wie üblich, bis sich alle anderen Fahrgäste, die hier aussteigen wollten, an seinem Abteil vorbeigedrängt hatten. Als er seine Sachen beisammen hatte, öffnete er die Tür zum Gang und schob sich direkt vor einer älteren Dame hinaus.
»Müssen Sie so drängeln, junger Mann? Haben Sie denn keine Achtung vor dem Alter?«
»Apropos Alter«, antwortete Adrian. »Wo wollen Sie denn in Ihrem Alter noch so eilig hin? Die Endstation erreichen Sie doch noch früh genug.«
Das ungläubige Kopfschütteln der Oma brachte ihn zum Lachen. Überhaupt fühlte er sich prächtig. Er war ein ganz neuer Mensch, seit … ja, seit er diesen merkwürdigen Armreif gekauft hatte.

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Optatio OnyxTimo Bader (Hrsg.)
Geschichtenweber: Optatio Onyx – Wünsche des Verderbens
Hardcover, 240 Seiten
Web-Site-Verlag, 2005

Klappentext:

Ein Armreif aus Onyx, beseelt von einer bösen Macht …

Ruhelos, von einem dunklen Fluch vorangetrieben, wandert er durch die Welt. Weder die Tiefen des Meeres noch der raue Wind in den Bergen werden ihn jemals aufhalten können, einen Träger zu finden, der seinem Bann erliegen wird. Wenn sein dunkler, geheimnisvoller Glanz ruft, kann niemand an ihm vorüber gehen.

Vor vielen Jahrhunderten gerieten Worte in Vergessenheit, die unsere Urahnen einst in ihrem Herzen trugen:

»Sei gewarnt, Fremder, ihn an dich zu nehmen und mit einem unbedachten Wunsch zum Leben zu erwecken! Denn dann beginnt das finstere Spiel … Plötzlich wird das Undenkbare Wirklichkeit, und kein Verlangen ist zu bizarr, als dass du es vor ihm verbergen könntest … Prüfe deinen Wunsch, Unglücksseliger, denn er könnte in Erfüllung gehen! Verflucht ist er und verflucht sei deine Arroganz, ihn für ein Geschenk der Erde zu halten – den Stein der Egoisten. Verlasse dich nicht auf das Glück, das er dir schenken wird – hast du doch ebenso das Unglück heraufbeschworen …«

Dunkel ist der Fluch, den der Armreif birgt. Jeder Wunsch erfährt eine schreckliche Entstellung. Und jeder Traum, den er erfüllt, führt den Träumenden einen Schritt näher zum Abgrund …

Timo Bader: Das Erbe des Schlangenkönigs
Philipp Bobrowski: Das Über-Ich
Marion Charlotte Mainka: Und kein Makel ist an ihr
Claudia Hornung: Im Zeichen des dunklen Herrschers
Joachim Ranc: Die Zeit der schwarzen Tränen
Mandy Schmidt: Im Reich der Tukona
Claudia Donno: Der perfekte Mann
Ruth Borcherding-Witzke: Sisyphus
Marlies Eifert: Till, der Maler
Jörg Olbrich: Der Dicke und das Biest

Weitere Informationen, Leseproben und Rezensionen bei den Geschichtenwebern.
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Lesung in der Welt nebenan

Ich muss zugeben, mir sind rein virtuelle Welten noch etwas suspekt. Ich habe mich nie ins  „Second Life“ begeben und kann also weder positive noch negative Erfahrungen damit vermelden.

Zum wiederholten Mal sind mir nun allerdings Lesungsankündigungen für diese mir fremde Welt vor die im realen Leben so verwurzelten Füße gefallen (klingt das seltsam, für jemanden, der auch Fantasy schreibt?).

Ich fühle mich jedenfalls noch nicht bereit, mich einer solchen Lesung vor dem PC hinzugeben, nicht zuletzt, weil ich mich dazu registrieren müsste. Aber das muss ja nicht jedem so gehen.

Die Herrin der DornenDaher möchte ich dennoch auf die Lesung von Karl-Georg Müller hinweisen, der am 13. April um 20.00 Uhr in „Second Life“ aus seinem Roman „Die Herrin der Dornen“ liest, der in der Reihe „Ars Amoris“ im Sieben Verlag erschienen ist.

Genauere Informationen zur Lesung und Antwort auf die Frage, wie man zum „Veranstaltungsort“ gelangt, gibt es unter anderem im Forum der Geschichtenweber.

Der Autor hat auf seiner Webpräsenz neben Informationen zu seiner Person und seinen Publikationen auch einen Artikel zu „Second Life“ veröffentlicht.

Informationen zum gelesenen Werk sowie eine Leseprobe finden sich natürlich auch auf der Verlagsseite des Sieben Verlags.

Die Zombies – Wir haben sie vermisst!

Cover "Die Zombies"
Thomas Plischke: Die Zombies

Der neue Roman von Thomas Plischke ist da!

Im Klappentext heißt es:

„Endlich das große Epos um die geheimnisvollsten Geschöpfe der Nacht – die Zombies!

Zombies gelten als grausam, feindselig und dumm. Doch Lily fasziniert der Zombie-Mythos um die lebenden Toten. Sie ist fest davon überzeugt, dass mehr hinter diesen Geschöpfen steckt. Als sie eines Tages den gut ausssehenden Victor kennenlernt, zeigt er ihr eine Welt, wie Lily sie nicht für möglich gehalten hätte: Sie muss am eigenen Leib erfahren, dass Zombies wirklich existieren und dieses Geheimnis um jeden Preis wahren. Denn ein unberechenbarer Feind ist ihr dicht auf den Fersen …“

Thomas Plischke
Die Zombies
Roman
Kartoniert, 480 Seiten
Piper, 2010
ISBN: 9783492267465

Verlagsseite
Leseprobe
Der Autor beim Verlag
Homepage des Autors

Amazon

Endlich das große Epos um die geheimnisvollsten Geschöpfe der Nacht – die Zombies!

Zombies gelten als grausam, feindselig und dumm. Doch Lily fasziniert der Zombie-Mythos um die lebenden Toten. Sie ist fest davon überzeugt, dass mehr hinter diesen Geschöpfen steckt. Als sie eines Tages den gut ausssehenden Victor kennenlernt, zeigt er ihr eine Welt, wie Lily sie nicht für möglich gehalten hätte: Sie muss am eigenen Leib erfahren, dass Zombies wirklich existieren und dieses Geheimnis um jeden Preis wahren. Denn ein unberechenbarer Feind ist ihr dicht auf den Fersen …

Nicht so ganz verkehrt?

Die ersten Rückmeldungen zur Leseprobe meines Krimiprojekts sind ziemlich gut ausgefallen. Also bin ich wohl nicht ganz auf dem falschen Weg.

Fehlt noch das wichtigste Urteil, nämlich das des Verlagslektors. Immerhin hat er mir schon einmal mitgeteilt, dass er und seine Kollegen vom Verlag mich auf der Buchmesse vermisst haben. Das ist doch ein gutes Zeichen. 😉

pulsstadt

Dieses Gedicht wurde zuerst in der Anthologie „Die Literareon Lyrik-Bibliothek – Band 5“ bei Literareon veröffentlicht.

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dumpfschlag grooved den bassenden bus
bumdrums trommeln den massenverdruss
dröhnende tomtoms und martinshornschall
tönende fansongs und partygeknall
beatkick tickt im rhythmus die zeit
speedtick kickt asphaltstreifen breit
lärmende technopest ich mittendrin
hämmernder ohrfelltest hör nicht mehr hin

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Anja Zimmermann (Hrsg.)
Die Literareon Lyrik-Bibliothek – Band 5
broschiert, 272 Seiten
Literareon, 2006
ISBN 978-3-8316-1253-6

Verlagsseite

Die Literareon Lyrik-Bibliothek – Band 5

stadt flucht

Dieses Gedicht wurde als eines der Preisträgergedichte der Rostocker Lyriknacht 2006 in der „RISSE – Zeitschrift für Literatur in Mecklenburg und Vorpommern“, Heft 17 veröffentlicht:

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stadtgrenze
verschwunden
suche sie
nicht

suche das ende
natur dahinter
wo ist sie geblieben

statt grenze
zivilisationsfortschritt
allerhöchstens
ein weites feld

setzt der stadt
grenzen

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Cover Risse 17RISSE
Zeitschrift für Literatur in Mecklenburg und Vorpommern
Heft 17, Herbst 2006

ISSN: 0949-7994

RISSE im Netz

Die erste Nacht

Eine Leseprobe aus meiner Geschichte „Die erste Nacht“, die in der Zeitschrift „Elfenschrift – Das kleine phantastische Literaturheftchen“, Ausgabe 15 von Herausgeberin Ulrike Stegemann erschienen ist.

Was, wenn man panische Angst vor der Dunkelheit hat und nur noch nicht ahnt, dass man nun ein neues Leben beginnen wird, eines in dem die heutige Nacht nur die erste von unzähligen dunklen Nächten sein wird?

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Ich hob den Kopf nur langsam, um den Bassisten nicht zu stören, der mir hinter meiner Stirn ein exklusives Konzert zelebrierte. Sollte ich die Augen öffnen? „Besser nicht“, wollte ich mir antworten. Aber mir war bewusst, dass der harte Untergrund, auf den ich mich bettete, und die unangenehm erfrischende Kühle, die meinen Körper zwickte, noch eine Überraschung für mich bereithielten. Also, Augen auf und durch. Dunkelheit. Und kein Lichtschalter. Ein Frösteln. Ich war nicht zu Hause. Ich lag auf einer Bank. Voll bekleidet, Schuhe und Jacke inklusive. Ich richtete mich auf, fingerte in der Jackentasche nach dem Handy. Ein Licht in der Finsternis. 23.35 Uhr.

In mir wuchs die Erkenntnis, dass etwas nicht stimmte. Gegen 3.00 Uhr hatte ich den „Keller“ verlassen. Das wusste ich noch, denn es war ungewöhnlich früh für mich. Allerdings weit später als 23.35 Uhr. Hatte ich einen ganzen Tag verschlafen? Ich war einen Moment ratlos, bis mir einfiel, wie leicht sich auch das mit dem Handy überprüfen ließ. Tatsächlich: Am Samstagabend war ich in die Disko gegangen, jetzt ging es stramm auf den Montag zu.

Ich schob diese Merkwürdigkeiten beiseite. Mein Verstand arbeitete sowieso noch viel zu langsam. Jetzt hatte ich einen ganz anderen Kampf zu bestehen. Einen, der schlimmer war, als alles, was ich über das schwarze Loch in meinem Gedächtnis noch herausfinden mochte. Ich musste durch die Schwärze der Nacht nach Hause finden.

Mein Körper strafte den Versuch, aufzustehen, mit Schmerzen. Ich versuchte sie zu ignorieren. Konnte ein Kater so lange anhalten? Oh ja, er konnte.

Wo war ich?

Ich konnte kaum die Hand vor Augen sehen. Ruckartig stellte ich mich auf die Beine. Ihr Zittern griff auf den ganzen Körper über, mir brach der Schweiß aus allen Poren. Oh nein, das war nicht nur der Kater. Ich schaute mich nach allen Seiten um, lauschte in die Dunkelheit. Es war so still. Zu still.

Die ersten Schritte waren zaghaft, tastend. Trotzdem gesellte sich zu dem Bassisten ein Trommler, der von innen meine Brust bearbeitete. Meine Füße passten sich dem Takt an, bewegten sich immer schneller, rissen mich förmlich mit sich, bis ich, die Arme weit vorgestreckt, durch die Nacht stürmte, ein Ohr zur Orientierung auf das Knirschen des Weges unter meinen Füßen gerichtet, das andere gemeinsam mit den angestrengten, aber sinnentleerten Augen zur Kontrolle der Umgebung abgestellt.

So wäre ich beinahe dem unvermeidlichen Ende entgegengerannt. Im letzten Moment erkannte ich die Mauer. Wenigstens wusste ich jetzt, wo ich war: der Park der Wallanlagen an der historischen Stadtmauer. Keine fünf Minuten vom „Keller“ entfernt. Der wahrscheinlich dunkelste Ort der Stadt. Kein Licht der weit entfernten Straßenlaternen reichte hierher. Aber auch nur ein Katzensprung bis zu mir nach Hause. Ich war allerdings keine Katze. Also weiter!

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Ulrike Stegemann (Hrsg.)
Elfenschrift – Das kleine phantastische Literaturheftchen
Ausgabe 15, September 2007

ISSN: 1613-3293

Cover-Bild: Rosi Dombach
Schwerpunkt: Endlose Nacht

Aus dem Inhalt:

  • Nachbericht über den Marburg Con 2007 inkl. Interview mit Uwe Vöhl
  • Textbeiträge von Maike Schneider, Christiane Gref, Philipp Bobrowski, Manuela P. Forst, Oliver Hohlstein, Tanja Thomsen und Christel Scheja
  • Grafiken/Illustrationen von Rosi Dombach, Shaggy Buttler, Tina Müllner, Manfred Lafrentz, Christel Scheja, Manuela P. Forst und Michael Stegemann
  • Bücher-Ecke: „Wolfgang Hohlbeins Schattenchronik“, Vampire und mehr. Weitere Infos, Ausschreibungstipps und mehr …

Rezensionen:
Terracom 103
Phantastischer Bücherbrief

Zur Elfenschrift

Störfaktor

Gabriele Gfrerer: Störfaktor

Gabriele Gfrerer hat nachgelegt. Nachdem ich noch im September ihren ersten Labyrinthe-Krimi auf diesem Blog vorstellen durfte, ist nun schon das zweite Buch der Österreicherin in der Reihe erschinen: „Störfaktor“.

Das sagt der Verlag dazu:

Zivilcourage zählt!

„Warum lassen sie uns nicht einfach in Ruhe?“ Marijana ist verzweifelt. Zusammen mit ihrer Familie lebt sie in Wien, seit vielen Jahren. Ihre Eltern stammen aus Bosnien. Als Marijana im Deutschunterricht ein Referat zum Thema „Ausländerfeindlichkeit“ hält, sticht sie in ein Wespennest. Auf ihrem Handy gehen beklemmende SMS-Botschaften ein, ihr Vater wird zusammengeschlagen, ihr Bruder gekidnappt. Wer will sie mundtot machen? Und wem kann sie noch trauen?

Stimmen zum Buch:

„Hier werden alle Register des Kriminalromans gezogen. Der einzige Unterschied zu den Krimis für Erwachsene ist, dass hier Jugendliche im Mittelpunkt stehen.“

Buchhändler heute
Gabriele Gferer
Störfaktor
broschiert, 208 Seiten
Thienemann
ISBN: 978-3-522-20091-2
.

Lyrik in Feldkirch bis 15.03.10

Das Theater am Saumarkt veranstaltet den 8. Feldkircher Lyrikpreis.

Mittels einer Jury ausgewählte Texte werden anlässlich einer langen Nacht der Lyrik voraussichtlich am Samstag, dem 27. November 2010 im Theater am Saumarkt, Feldkirch, präsentiert bzw. von den Autorinnen und Autoren selbst dem Publikum vorgestellt.

Bewerbungsvoraussetzungen

Bewerbungsunterlagen

1. Blatt:

Name, Kontaktadresse, Mail-Adresse, Telefonnummer und Bank, Bankleitzahl und Kontonummer der Autorin/des Autors
Titel aller eingereichten Gedichte (höchstens 5!)
Oben rechts ist eine 5stellige Zahl (z.b. 13572) zu schreiben, die sich auch auf den Textproben oben rechts wieder findet!

2. Blatt: kurzer Lebenslauf, bisherige literarische Tätigkeit, Publikationen
Textproben aus bisher unveröffentlichter, deutschsprachiger Lyrik: Mindestens 3 bis max. 5 Gedichte bzw. 1 Gedicht mit maximal 5 Seiten á 35 Zeilen (eineinhalbfacher Zeilenabstand). Werden mehr als fünf Seiten bzw. mehr als 5 Gedichte abgegeben, kann die Einreichung nicht berücksichtigt werden.
Die Abgabe der Gedichte muss als Schreibmaschinenniederschrift oder als Computerausdruck erfolgen. Die Gedichte sind fünffach vorzulegen und sind für jedes Jurymitglied (z.B. mittels Büroklammer) zusammenzuheften. Werden die Gedichte nur 1-fach abgegeben, kann die Einreichung nicht berücksichtigt werden.
Jede Kopie muss oben rechts mit einer 5stelligen Zahl versehen sein.
Keine Originale! – Die Einsendungen können aus arbeitstechnischen Gründen nicht zurückgesendet werden.
Textexemplare, welche die Anonymität nicht gewährleisten, finden keine Berücksichtigung.

Ende der Einreichungsfrist: 15. März 2010 (Datum des Poststempels)

Höhe des Lyrikpreises: 1. Preis 1.000 Euro, weiterer 2. und 3. Preis (Höhe noch nicht bekannt).

Es ist vorgesehen, die PreisträgerInnen-Gedichte und eine weitere von der Jury festgelegte Auswahl von Gedichten in einer Lyrik-Anthologie zum Feldkircher Lyrikpreis bei der Edition Art Science zu publizieren. AutorInnen, deren Gedichte in der Anthologie publiziert werden, erhalten ein Belegexemplar.

Die Anthologie wird bei der Verleihung des Feldkircher Lyrikpreises, die voraussichtlich am 27. November 2010 durchgeführt wird, erscheinen.

Vergabe und Information

Die Zuerkennung des Lyrikpreises erfolgt auf Vorschlag einer 4köpfigen Jury.
Pro Person ist nur eine Einreichung zulässig. Mehrfachbewerbungen werden ausgeschieden.
Literaturschaffende, die unter den PreisträgerInnen waren, können sich nach Ablauf von 5 Jahren erneut bewerben.
Auf Grund der Vielzahl der Einsendungen können nur die GewinnerInnen über das Ergebnis schriftlich verständigt werden. Wir freuen uns jedoch sehr, wenn Sie als TeilnehmerInnen des Lyrikpreises mit Ihren FreundInnen, Bekannten und Verwandten am Samstag, dem 27. November 2010 um 20.15 Uhr, die Preisverleihung & Lyriklesung besuchen und laden Sie schon heute herzlich zu dieser Feier mit Buffet ein!

Beachten Sie das diesbezügliche Rahmenprogramm anläßlich des Feldkircher Lyrikpreises auf www.saumarkt.at

Rücksendung der Manuskripte: Die eingesandten Texte von unberücksichtigten Bewerbungen können aufgrund der auch heuer wieder zu erwartenden hohen TeilnehmerInnenzahl und des damit verbundenen Arbeitsaufwandes nicht zurückgestellt werden.

Wichtige Hinweise für die Lyrikpreis-BewerberInnen

Gedruckte oder sonst veröffentlichte Manuskripte sowie Manuskripte, die bereits in früheren Jahren vorgelegt wurden, finden keine Berücksichtigung.
Es ist vorgesehen, die Manuskripte von LyrikpreisträgerInnen zu Dokumentationszwecken dem Franz-Michael-Felder- und Vorarlberger Literaturarchiv zu übermitteln.
Die TeilnehmerInnen erklären sich bereit, daß die Gedichte in einer Publikation zum Feldkircher Lyrikpreis abgedruckt werden.

Die Texte sind 5-fach zu senden an:

Theater am Saumarkt
Kennwort „Feldkircher Lyrikpreis“
Mühletorplatz 1
6800 Feldkirch
Österreich

Info: www.saumarkt.at

Jungfräulich …

… oder Lügen haben kurze Beine

Eine Leseprobe aus meiner Geschichte „Jungfräulich oder Lügen haben kurze Beine“, die in der Anthologie „Der Tod aus der Teekiste“ im Schreiblust-Verlag erschienen ist.

Bruno hat sich für diesen einen Moment aufgespart. Den Moment, in dem er mit einer Frau schlafen wird, die er wirklich liebt und die auch ihn wirklich liebt. Entsprechend überwältigt ist er, als es wirklich geschehen soll. Beim Anblick der nackten Nicole fällt ihm die Kinnlade herunter. Das scheint seiner Angebeteten allerdings weniger gut zu gefallen.

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Nicole hatte Herz und Verstand. Jetzt schaute sie ihn allerdings etwas verstört an, bevor sie sich wegdrehte. Bruno konnte den Blick kaum von ihr abwenden, als er mit den Händen die Bettdecke abtastete. Ihr nackter Körper war makellos, versprach ein Leben in Erfüllung. Bruno versuchte sich zu kontrollieren, zwang seine Augen, die Hände bei der Suche zu unterstützen.

„Was ist mit dir los?“ Nicole schien ein Schluchzen zu unterdrücken.
„Es tut mir leid, mein Schatz.“ Er war selbst überrascht, dass er sich in dieser Situation halbwegs verständlich ausdrücken konnte, obwohl seine Stimme ihren Bass verloren hatte. Sie klang leer und offen. Er lallte ein wenig. „Es ist mir zum ersten Mal passiert. Dein Anblick war zu viel für mich, nach all den Jahren der Enthaltung.“
Nicole drehte sich nicht um.
„Vielleicht könntest du mir suchen helfen.“ In dem schummrigen Kerzenlicht war auf der dunklen Bettdecke nichts auszumachen. Er schaltete die Nachttischlampe ein.
„Das kannst du mir nicht antun“, antwortete Nicole. „Sag Bescheid, wenn du sie gefunden hast.“ Sie griff sich ihre Klamotten und verließ das Schlafzimmer.

Bruno sprang aus dem Bett und begann es zu durchwühlen. Er ärgerte sich. Wieso musste ihm das passieren? Ihm, der sich sein Leben lang für diesen Abend aufgespart hatte? Mit fünfundzwanzig hatten andere Männer – selbst die, die es mit den Frauen weit schwerer hatten als er – bereits viele Jahre sexueller Erfahrungen hinter sich.

Bruno spürte einen beißenden Schmerz in seiner rechten Hand. Er zog sie zurück und lutschte das Blut von seinem Zeigefinger. Doch er fühlte sich erleichtert.
„Ich glaube, ich hab sie!“, rief er durch die offene Schlafzimmertür. Er riss die Bettdecke zurück. Da lag sie. Die rosafarbene Innenseite schaute ihn unschuldig an.

Eine saubere Trennung. Bruno war ein wenig verwundert. Er fasste vorsichtig an den Kehlkopf. Alles wie immer. Langsam tasteten sich seine Finger nach oben. Eine Zehntelsekunde schwebten sie in der Luft, dann befühlten sie die fleischige Unterseite der Zunge.

„Hast du was anderes erwartet?“, dachte Bruno. „Der Rest liegt schließlich vor dir.“ Er griff nach seiner Kinnlade, vorsichtiger jetzt, um sich nicht wieder an seinen Schneidezähnen zu verletzen. Er hob den Unterkiefer auf, ging mit ihm zum Schlafzimmerspiegel. „Kein Wunder, dass Nicole schockiert war“, dachte er, als er sich im Spiegel betrachtete. „Ich sehe ja reichlich blöd aus. Wahrscheinlich wäre es noch schlimmer, wenn ich nicht ohnehin ein fliehendes Kinn hätte.“ Er musste ein wenig kichern, wobei ihm sein Unterkiefer beinah aus der Hand gefallen wäre. Er packte ihn fester und versuchte ihn wieder in seine angestammte Position zu bringen. Er schob, drückte, wackelte, drehte und fummelte – ohne Erfolg. „Natürlich! Kaputtgehen ist leicht, aber für die Reparatur braucht man einen Spezialisten.“

Bruno war zu ungeduldig. Er legte sein Kinn auf den Nachttisch und zog sich an. Dann lief er Nicole nach. „Ich hab das Kinn gefunden. Aber ich krieg es nicht mehr dran. Nicole?“

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Der Tod aus der TeekisteAndreas Schroeter (Hrsg.):
Der Tod aus der Teekiste
… und 30 andere abgedrehte Geschichten

Taschenbuch, 230 Seiten
Schreiblust-Verlag
ISBN: 3-9808278-8-7

„Viele Autoren können schreiben, aber nur wenige können originell schreiben. Wir präsentieren Ihnen die Stecknadeln aus dem Heuhaufen.“ So lautet der Klappentext unseren Buches „Der Tod aus der Teekiste“. Und dieser knappe Rückseiten-Text sagt im Grunde alles aus – wir haben uns für dieses Buch auf die Suche nach originellen Geschichten gemacht, weil wir glauben, dass es schon genug Einheitsbrei gibt. Wieder haben uns – wie schon für unsere Krimi-Anthologie „Madrigal für einen Mörder“ – knapp 400 Geschichten zum Thema erreicht. 31 von ihnen haben den Sprung in dieses Buch geschafft.

Da gibt es einen Mann, der sich auf eine sehr seltsame Beziehung mit seinem Papagei einlässt, eine völlig verkorkste Bewerbungsfahrt oder den „Club der Hässlichen“, um nur einige Beispiele zu nennen. Sogar Jesus kommt vor. Aber lesen Sie selbst …

„Der Tod aus der Teekiste“ ist ein originelle, frische und sehr abwechlungsreiche Anthologie geworden, bei der man vielleicht auf Seite 99 noch lauthals lacht, um direkt nach dem Umblättern einen entsetzten Gesichtsausdruck zu bekommen: Achterbahnfahrt statt Kinderkarussell.

Viele Autoren sind erstmals in einem Buch des Schreiblust-Verlags vertreten. Aber auch einige bekannte Namen, die die Leser schon aus unseren früheren Büchern kennen, sind wieder dabei. Andreas Gruber, Andrea Tillmanns oder Philipp Bobrowski gehören zu ihnen.
Das Cover hat der Dortmunder Grafiker Michael Henke gemacht.

Übrigens, falls Sie den Titel irgendwie seltsam finden sollten: Wir hatten keine Wahl. Und das kam so: Es war einmal eine Assam-Teekiste, die über ein Gewässer schipperte. Aus ihr stiegen ein paar ziemlich kleine, aber bösartige Monster. Und die haben uns befohlen, das Buch so und nicht anders zu nennen … Was sollten wir machen? Aber wir verraten schon wieder zu viel.

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Mehr zu den Drachenschwertern

Die Saga der DrachenschwerterHerausgeberin Janine Höcker hat bei den Geschichtenwebern die neuesten Informatinen zur baldigen Publikation der Geschichtenweber-Anthologie „Die Saga der Drachenschwerter“ bekanntgegeben, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

Titel: Die Saga der Drachenschwerter
Verlag: Wunderwaldverlag
ISBN: 978-3-940582-24-9
Preis: 16,90
Ausstattung: Softcover
Seiten: ca. 230

Genre: asian historical fantasy
geeignet für: Erwachsene oder Jugendliche ab sechzehn Jahren

Bei dem Buch handelt es sich um ein Geschichtenweberprojekt. Gerd Scherm und Janine Höcker sind Herausgeber des Buches.
Und die Autoren, die mit Geschichten in dem Buch vertreten sind, sind:

Klaus Mundt, Manuel Bianchi, Michael Mühlehner, Wolfgang Schroeder, Nadine Muriel, Nina Horvath, Stefan Cernohuby, Stephanie Oelschläger, Gerd Scherm, Janine Höcker.

Klappentext:
„… der weiße Falke wird die verlorene Sonne wieder zum Himmel emporheben. Der schwarze Falke schläft in seinem Nest auf dem Berg der Finsternis. Das Rauschen in der Nacht mag der Wind in den Blättern sein oder der nahende Flügelschlag des Todes. Doch so lange Pferde durch die Steppe wandern, gibt es Hoffnung für die Menschen …

Viele Drachenklingen wurden geschmiedet, um das Gleichgewicht der Kräfte zu bewahren, eine, um es zu zerstören. Zannin no Katana, das Schwert des Drachens der Finsternis, verheert Seringaye und überzieht die Welt mit Frost und Eis. Hoffnung versprechen die Klingen der anderen Drachengötter, doch diese sind verschollen. Eine verzweifelte Jagd beginnt, die die Schwertträger aus allen Teilen Seringayes zum Ort der Entscheidung führt. Dort treffen jene, die dem Licht folgen auf jene, die sich dem Schatten zuwandten und auf die Schergen der Finsternis. Eine Schlacht um das Schicksal der Welt entbrennt …

In ihren Episoden berichten die Geschichtenweber von der Queste der Schwertträger durch die Welt Seringaye. So vielfältig wie die Autoren sind auch die Erzählungen über Macht und Ohnmacht, Gut und Böse und das Ringen um Mut und Stärke. Fantasy auf hohem Niveau mit einer Prise Philosophie, in blühenden Bildern beschrieben – ein Genuss für Kenner!“

Das Buch erscheint zur Leipziger Buchmesse. Es wird dort auch eine Lesung und eine Buchvorstellung geben. Wer also auf der Messe ist und Lust hat, einige der Autoren kennen zu lernen, ist herzlich eingeladen, vorbeizuschauen!

Das Buch kann ab sofort beim Verlag vorbestellt werden.

Wer weitere Informationen, Hintergrundinformationen und Neuigkeiten erfahren möchte, findet im Drachenschwerter-Saga-Blog alles Wichtige. Dort gibt es ab sofort auch immer wieder kleine Leseproben.
Achso und auf der Geschichtenweberhomepage gibt es Vorankündigung und Informationen natürlich auch :wave:

Einen Trailer zum Buch findet ihr HIER

Liebe Grüße
Janine

Endlich Urlaub

Eine Leseprobe aus meiner Geschichte „Endlich Urlaub“, die in der  Geschichtenweber-Anthologie „Alea³ – Ein Jahr danach“ im Web-Site-Verlag erschienen ist.

Wil Rest ist ein genialer, aber längst unterforderter Privatdetektiv. Von den ewig gleich anspruchslosen Aufträgen gelangweilt, freut er sich auf den Urlaub mit seiner Familie. Doch ein seltsamer Würfel, den ein Botenjunge seiner rührigen Assistentin Marita überbracht hat, kommt ihm dazwischen. Plötzlich findet sich Wil Rest in einer seltsamen Welt wieder.

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Sie hielten vor einem Hot…, nein, das war nicht das richtige Wort dafür. Wil kramte in seinem Gedächtnis. Herberge. So musste man es wohl nennen. Sie hielten also vor einer Herberge. Auf einem Schild, das in seiner Verankerung knarrte, war eine halb geöffnete Tür aufgemalt. Darüber stand in windschiefen Lettern: »Aller Anfang ist schwer«. Ernst führte ihn durch eine dunkle Gaststube, in der nur ein paar vereinzelte Gestalten saßen.
»Dieses Dorf muss eine Art Mittelalterattraktion für Touristen sein«, dachte Wil. »Die Schauspieler sind auf jeden Fall sehr treffend gekleidet.« Er hatte allerdings kaum Zeit, sich umzuschauen, denn Ernst zog ihn nun eine linkerhand gelegene Treppe ins obere Stockwerk hinauf. Er folgte einem schmalen Gang und klopfte an dessen Ende gegen eine Tür, die der Treppe genau gegenüber lag.

»Komm herein, Ernst«, tönte eine kräftige, tiefe Stimme aus dem Innern des Raumes. »Und bring den lieben Herrn Rest gleich mit.«
Stirnrunzelnd trat Will hinter Ernst durch die niedrige Tür. Das dämmrige Zimmer wurde nur durch ein kleines Fenster erleuchtet. Im Schatten neben diesem Fenster, die Lehne der Tür zugewandt, stand ein riesiger Stuhl.
»Nein«, dachte Wil, »das ist wohl eher ein Thron.«
»Na ja«, tönte die Stimme jetzt aus Richtung des Throns. »Ganz so prächtig ist er nicht.«
»Meinen Sie mich?«, brauste Wil auf.
»Nein«, lachte die Stimme. »Den Holzstuhl, auf dem ich sitze und den Sie so freundlich waren als Thron zu bezeichnen.«
»Aber das habe ich doch nur gedacht.« Wil machte seine Situation langsam Angst. Hinter dieser mächtigen Stimme schien sich ein Hellseher zu verbergen und es wollte ihm nicht gelingen, auf die Schnelle eine logische Erklärung dafür zu finden.
»Meine Konzentration lässt Ihre Gedanken zu mir sprechen«, antwortete die Stimme.
Nun bewegte sich etwas in dem Armstuhl. Ein Mann sprang heraus, dessen Beine bis dahin wohl kaum den Boden berührt haben konnten, denn als er nun stand, hatte er Mühe über die Armlehnen seines Sitzmöbels zu schauen. Er trug einen rundum geschlossenen Mantel in einem dunklen Blau, dessen eines Ende in eine Kapuze ausuferte, die dem Kopf des kleinen Mannes die Möglichkeit gab, eine ganze Gruppe seinesgleichen zu sich einzuladen, während das andere Ende in weiten Falten den Staub des Fußbodens aufwirbelte.
»Rebauz«, stellte sich der Liliputaner vor. »Der große Rebauz.«
Wil, der sich noch immer fragte, wie sein Gegenüber es geschafft hatte, allein die Sitzfläche seines Stuhls zu erklimmen, antwortete: »Rest. Wil Rest.«
»Ich weiß. Schließlich sind Sie der Rest, den ich zu mir geleitet habe.«
»Haben Sie schon andere vor mir hierher geleitet?«
»Nein, Sie sind der erste. Wen braucht es noch außer dem großen Rebauz und dem Rest, also Ihnen?«
»Wären Sie dann so freundlich«, fragte Wil mit deutlicher Ungeduld in der Stimme, »mir zu erklären, was ich hier soll?«
»Nun, ich hörte von Ihnen. In Ihrer Welt sind Sie ein bekannter Finder. Und genau so jemanden brauche ich.«
»Ein Finder?«
»Ja, bei Ihnen sagt man wohl Detektiv. Sie suchen nach Dieben und Mördern, Ehebrechern und -brecherinnen, verlorenen Dingen, Tieren und Menschen, Schuld und Unschuld, nach Rätseln und deren Lösungen. Und meist finden Sie, was Sie suchen. Manche meinen, Sie seien der Beste.«
»Und so einen brauchen Sie?« Wil fühlte sich geschmeichelt. Ein Fehler, den er nie ganz abstellen konnte und der ihm schon manch langweiligen Job eingebracht hatte.
»Ganz genau Sie, Rest.«
»Und wer sagt Ihnen, dass ich Ihnen helfe? Meine Frau und meine Tochter warten auf mich. Wir wollen in den Urlaub.«
»Ich weiß, dass Sie nicht ablehnen können. Sehen Sie, bevor Sie Ihre Aufgabe nicht erfüllt haben, kann Sie der Würfel nicht zurückbringen, selbst wenn ich es wollte.«
»Der Würfel … Sie?« Nun war er also doch dem Geheimnis des Würfels auf der Spur. Sonderlich angestrengt hatte er sich dafür allerdings nicht.
»Genau. Sie haben ihn doch noch?«
Wil kramte in der Tasche seines neuen Gewandes. Die Tasche war groß, er versank fast mit dem ganzen Unterarm darin. Doch ganz unten fand er den Würfel. »Gott sei Dank«, entfuhr es ihm.
»Na, dann ist ja alles in Ordnung.«
Der Mann hatte die Ruhe weg. »Wen oder was soll ich denn für Sie suchen?«
»Meinen Sohn. Je schneller Sie ihn finden, desto schneller sind Sie wieder bei Ihrer Familie.«
Richtig, die hatte er fast vergessen. Noch irgendetwas bereitete ihm Sorgen. Er musste lange nachdenken, bis es ihm einfiel: »Ich werde bei der Suche schwerlich erfolgreich sein.«
»Warum nicht?«
»Ohne meine Assistentin, äh, Frau … äh … also Marita, komme ich nicht weit. Sie ist meine Stütze.«
»Sie werden sehen, ich habe an alles gedacht. Nicht umsonst bin ich der große Rebauz. Zwar kann ich Ihnen nicht auch noch Marita herführen, doch ich werde Ihnen meine Gehilfin leihen. Ich habe sie für diese Zwecke etwas angepasst.«
»Hallo, Bossilein«, hörte Wil hinter sich.
»Schnickschnack!«, entfuhr es Wil. Er drehte sich um und das nächste Schnickschnack blieb ihm im Halse stecken. Vor ihm stand Marita. Na ja, Marita in einem Brautkleid. Vermutlich war es das nicht, doch welche Frau trug in Deutschland ein solch wallendes weißes Kleid zu einem anderen Anlass als der Hochzeit? Marita trug meist Jeans. Aber alles andere stimmte: Die walnussfarbenen langen Haare, das kecke, etwas spitznasige Gesicht, der lange schlanke Körper – soweit das Kleid ihn noch erahnen ließ –, die freche Stimme, ja sogar die Gedanken, die ihn überkamen: »Schade, dass ich nicht noch mal vierundzwanzig und unverheiratet sein kann, jetzt auch noch dieses Kleid.«
Rebauz räusperte sich. »Offensichtlich gefällt sie Ihnen. Ich scheine sie erstaunlich gut getroffen zu haben.«
»Ja, ganz erstaunlich. Wie heißt du, mein Kind.«
»Marita, Bossilein, das weißt du doch.«
»Richtig. Ähm … Schnickschnack …«, er wandte sich an Rebauz, »das haben Sie sich ja fein ausgedacht. Was ist denn nun mit Ihrem Sohn?«
»Wie Sie sich denken können, ist es nicht nur mein Sohn.«
»Ich bin mir nicht sicher, was ich mir in diesem Land denken soll, doch wirklich überrascht bin ich nicht. Wie heißt denn die holde Frau Mutter?«
»Mütter.«
»Wie bitte?«
»Das Kind hat mehrere Mütter. Den mächtigen Feenkreis. Das sind sieben.«
»Meine Güte, Sie haben es gut. Aber wie geht das? Haben Sie mit allen gleichzeitig …?«
»Nein.«
»Wie dann?«
»Nacheinander. Die Eizellen der Mütter haben sich in meinem Körper vereint und gemeinsam den Samen gefunden.«
»Aha«, sagte Wil kurz, schüttelte dabei aber den Kopf. »Besonders groß kann der Junge ja nicht geworden sein.«
Marita lachte, der große Rebauz schien die Bemerkung zu überhören.
»Er wurde gezeugt, um dem Land ein mächtiger Beschützer zu sein.«
»Wie heißt es eigentlich?«
»Leiz.«
»Ein merkwürdiger Name für ein merkwürdiges Land.«
»Nein, das Kind heißt Leiz. Das Land heißt Dnal.«
»Auch nicht viel besser.«
»Jedenfalls soll Leiz Dnals Beschützer werden.«
»Verstehe, Sie haben ihn vor jemandem … oder etwas versteckt.«
»Ich sehe, Ihr Gehirn läuft schon auf Hochtouren. Sehr gut, sehr gut.«
Marita gab Wil einen leichten Kuss auf die Wange und flüsterte: »Du bist der Beste, Bossilein.«
Wil spürte, dass er errötete. »Schnickschnack!«
»Es handelt sich um den Zauberer Eigam«, fuhr Rebauz fort. »Wahrscheinlich der mächtigste seines Fachs.«
»Was ist das Besondere an dem Jungen … wie hieß er noch?«
»Leiz«, sprang Marita ein. »Vermutlich ist auch er sehr mächtig. Bei dem mächtigen Vater, den mächtigen Müttern und vor allem der mächtigen Aufgabe gegen den mächtigen Feind.«
»Nicht schlecht, meine Perle, nicht schlecht. Wahrscheinlich ist der Junge sogar außergewöhnlich mächtig. Mächtiger als der Vater, die sieben Mütter und vor allem der böse Zauberer …«
»Eigam«, ergänzte Marita.
»Richtig«, antwortete Rebauz. »Leider ist es tatsächlich so.« Er wirkte ein wenig zerknirscht.
»Was stört Sie daran?«, wollte Wil wissen. »Er ist doch Ihr Sohn, wenn ich mich recht erinnere.«
»Natürlich. Und ich bin stolz darauf. Doch das machte es eben nötig, ihn zu verstecken. Jetzt erreicht der Junge bald sein sechzehntes Lebensjahr und seine Macht ist reif, geschult zu werden. Daher muss ich ihn wiederfinden, bevor Eigam das tut.«
»Und Sie wissen nicht, wo er ist?«
»Zunächst wurde er von Rebauz, also mir, und der Höchsten des mächtigen Feenkreises an einem geheimen Ort gehalten. Im Alter von zwei Jahren wurde er von einem Unbekannten versteckt, der von der Höchsten ernannt worden war, damit das Versteck von keinem, der ihm nahe steht, unter Folter preisgegeben werden könnte.«
»Und diese Höchste ist nicht mehr am Leben?«
»Wie kommen Sie darauf?«
»Weil man sie sonst nach dem Unbekannten fragen könnte, der das Versteck ja kennen muss«, antwortete Wil mit sich nicht unzufrieden.
»Sie sind nah dran.«
»Nur nah dran?«
»Der Unbekannte hatte den Befehl, sich sofort, nachdem er den Jungen versteckt hatte, bei der Höchsten der Sieben zurückzumelden. Man riss ihm zunächst die Zunge heraus und als man die Situation erneut überdacht hatte, köpfte man ihn.«
Wil schüttelte sich. Dabei vernahm er ein deutliches Knurren. »Ich bekomme langsam Hunger. Gibt es in diesem verdammten Thal nichts zu essen?«
»Dnal«, verbesserte ihn Marita und zauberte aus dem üppigen Dekolleté ihres berauschenden Kleides einen kleinen Laib Brot und ein großes Stück Rauchfleisch.
»Ich danke dir, meine Perle«, sagte Wil und fuhr, nachdem er ein paar Mal abwechselnd von Brot und Fleisch abgebissen hatte, zu Rebauz gewandt fort: »Wie wollen Sie ihn dann jemals wiederfinden?«
»Sie vergessen, dass wir die Magie beherrschen.«
»Richtig.«
»Einem Magier ist es möglich, Magie aufzuspüren. Vor allem, wenn es verwandte Magie ist.«
»Natürlich.« Wil nickte wissend. »Erklären Sie mir nur eines. Wozu brauchen Sie dann mich?«
»Etwas scheint nicht zu funktionieren. Natürlich musste dafür gesorgt werden, dass das Kind seine Magie unterdrückt, um nicht von Eigam gefunden zu werden. Eine Restspur seiner Magie sollte jedoch für den Vater, also mich, spürbar sein. Doch, wie gesagt, es hat außergewöhnliche Fähigkeiten. Es scheint jede magische Spur so restlos zu unterdrücken, dass auch ich und seine Mütter es nicht zu finden vermögen.«
»Da ich keine andere Möglichkeit zu haben scheine, werde ich Ihnen helfen. Ich glaube nicht, dass Sie, der große Rebauz, in diesem Dorf in einer Herberge leben. Daher gehe ich davon aus, Sie hatten einen guten Grund dafür, mich hierher zu … wie sagten Sie … geleiten? Warum denken Sie, ich sollte hier mit der Suche beginnen?«
»Ich habe mich natürlich schon eine Weile bemüht, den Jungen zu finden. Ich fand heraus, dass es hier in den letzten Jahren immer wieder Vorfälle gab, die zumindest an ein Wunder grenzten, wenn sie es denn nicht sogar waren. Schwerkranke Menschen standen vom Sterbebett wieder auf, manche Krankheiten schienen geradezu einen Bogen um das Dorf zu machen. Einige Menschen werden unnatürlich alt, das Wetter ist hier unglaublich mild, selbst Winterstürme, die die umliegenden Dörfer teilweise in arge Not gebracht haben, berührten Nigeb kaum. Das sind nur einige Beispiele, die aber auf die Anwesenheit einer Macht hindeuten, wie es in Dnal keine zweite gibt. Dennoch konnte ich das Kind hier nicht ausfindig machen.«
»Merkwürdig«, sagte Wil nachdenklich. Er schaute aus dem Fenster, das ein herrliches Abendrot zeigte. Ihm schien noch nicht alles geklärt zu sein, doch er sagte: »Vielleicht darf ich zunächst eine Nacht darüber schlafen. Ich bin schon sehr müde, war es schon, als ich hier angekommen bin. Morgen werde ich meine Ermittlungen beginnen und mich mit Marita im Dorf umhören. Wenn es möglich ist, würde ich mich auch gern mit den Damen des magischen Siebenecks unterhalten.«
»Kreis«, verbesserter Marita.
»Richtig. Dieser ganze Schnickschnack bringt mich völlig durcheinander. Also, Herr Rebauz, wäre Ihnen das recht?«
»Natürlich. Ruhen Sie sich nur erst aus. Ich habe gleich nebenan ein Zimmer für Sie herrichten lassen. Und wenn Sie es wirklich für nötig erachten, den viel beschäftigten Kreis zu befragen, die Burg der Feen liegt nicht weit von hier, am Fuß des Gebirges. Ernst kann sie dorthin bringen, hoffentlich ohne viel Aufsehen zu erregen.«
»Wir werden vorsichtig sein«, antwortete Wil.

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Alea Ein Jahr danachBirgit Käker, Jörg Olbrich (Hrsg.)
Alea³ – Ein Jahr danach

broschiert, 250 Seiten
Web-Site-Verlag
ISBN: 3-935982-05-4

Ein Jahr ist es jetzt her, dass ein schwarzer Würfel aus Obsidian, der auf jeder Seite eine römische Drei zeigt, seine Finder in fremde Welten entführt hat. Was ist aus denen geworden, die auf eigenen Wunsch nicht zurückgekehrt sind? Wie ist es ihnen ergangen? Haben sie ihre Entscheidung bereut? Dieses Buch gibt die Antworten und zeigt wie unsere Helden die neuen Aufgaben meistern. Aber auch der Würfel ist in der Zwischenzeit nicht untätig geblieben und hat neue Personen gefunden, die das Abenteuer ihres Lebens erleben.

Zehn Autorinnen und Autoren nehmen Sie mit in lustigen, spannenden, tragischen und gefühlvollen Geschichten.

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„Irgendwann würde ich auffliegen …“

Bücher für Autoren Band 1
Titus Müller: Vom Abenteuer, einen Roman zu schreiben

Titus Müller, Autor von sieben historischen Romanen, Gründer der Zeitschrift „Federwelt“ und Mitbegründer des Autorenkreises historischer Roman „Quo Vadis“, plaudert „Vom Abenteuer, einen Roman zu schreiben„.

„Weil mir das Schreiben schwerfällt, dachte ich, ich sei ein Hochstapler. Irgendwann würde ich auffliegen, als einer, der die richtigen Autoren nur nachgeahmt hat. Ich dachte, so beschwerlich, wie das Schreiben bei mir voranging, würde auch den Lesern die Lektüre eine Qual werden.“

Der Erfolgsautor, der 2005 mit dem C. S. Lewis-Preis ausgezeichnet wurde und 2008 für seinen Roman „Das Mysterium“ den Sir Walter Scott-Preis in Bronze erhielt, schreibt in dem ersten Band der neuen Reihe „Bücher für Autoren“ der Textmanufaktur die Essenz seiner Schreiberfahrungen nieder.

„Wie ich meine erste Kurzgeschichte verkauft habe, auf der Toilette der Literaturwerkstatt Berlin meinen ersten Buchvertrag angeboten bekam und was ich bei der Arbeit an sieben Romanen gelernt habe.“

Zusätzlich enthält das Buch Interviews mit Andreas Eschbach, Rebecca Gablé und Kai Meyer.

Die ersten zwanzig Seiten dieses vergnüglichen Bandes kann man sich vorab als kostenlose Leseprobe ansehen. Außerdem kann man sich das Buch für 9,90 als E-Book herunterladen.

Titus Müller
Vom Abenteuer, einen Roman zu schreiben
Irisleinen, geb. mit Lesebändchen, 144 Seiten
Textmanufaktur
ISBN 978-3-942247-00-9

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