Von der Technik überholt?

Ich muss an dieser Stelle mal den Hut ziehen. Sicherlich ist nie und nie für jeden alles perfekt, aber ich bin begeistert, mit welcher Geschwindigkeit bei WordPress derzeit Neuerungen eingeführt werden, von den vielen neuen Blogdesigns mal ganz abgesehen.

Nachdem ich einige Blogumzüge hinter mir hatte, die doch teilweise mit hohem Aufwand verbunden waren, durfte ich jetzt bei der Überlegung, ob ich meinen Blogroman von Ben Philipps Schreibwelt ausgliedere, feststellen, dass inzwischen diverse Filter den präzisen Datenexport ermöglichen.

Vor allem auf meinem Lektorenblog, aber auch hier, waren die Möglichkeiten der freien Menügestaltung eine echte Hilfe. Wobei ich nicht sicher bin, ob die Funktion ganz neu oder von mir bisher nur unentdeckt war.

Zugegeben, auch bei blogger wurden die Möglichkeiten, das Design des Blogs nach den eigenen Vorstellungen anzupassen, deutlich verbessert, sind inzwischen bei weniger Ausgangsmöglichkeiten im Detail individueller, allerdings scheint mir WordPress in allen anderen Fragen die Nase vorn zun haben.

Mich würde interessieren, welche Erfahrungen ihr mit anderen Bloanbietern gemacht habt. Denn ich kenne auch den einen oder anderen, wo sich wenig bis gar nichts tut (von Forenhostern will ich da mal gar nicht sprechen).

Genial gepitcht

Vor einiger Zeit habe ich ein tolles Beispiel gefunden, wie man potentiellen Lesern seine Geschichte schmackhaft machen kann. Ich habe es umgehend auf meinem Lektorenblog vorgestellt, will es aber natürlich auch meinen Newsblog-Lesern nicht vorenthalten:

In einem Interview mit dem Geisterspiegel hat der Autor Andreas Zwengel auf eine Frage hin eine kurze Zusammenfassung seiner Kurzgeschichte „Blackout“ gegeben. Da es sich um eine Kurzgeschichte handelt, kann man sie schon fast als Exposé werten, aber mit deutlichen Elementen des Pitchens.

Es ist jedenfalls in meinen Augen ein überaus gelungenes Beispiel, wie man seine Geschichte überzeugend anbieten kann, denn sie ist auf den Punkt  gebracht und macht sofort neugierig. Natürlich präsentiert sie auch eine überaus originelle Idee, aber die Kunst ist es eben, diese Originalität auch in die Präsentation zu transportieren.

Mit freundlicher Genehmigung von Andreas, darf ich euch dieses geniale Beispiel hier präsentieren:

Sie handelt von dem genialen wie chaotischen Detektiv Hauser, einer Mischung aus Monk und Dude Lebowski, der einen Fahndungserfolg so ausgiebig feiert, dass er bei der Pressekonferenz den Namen des Täters vergessen hat und den Fall vor laufenden Kameras noch einmal lösen muss.

Umzug

Diese Woche steht ein Umzug an. Ich habe mich entschieden, mit meinem Lektorenblog zu WordPress umzuziehen, weil die Möglichkeiten hier einfach besser sind. Nachdem das etwas eigenwillige Harry-Plotter-Projekt abgeschlossen ist, hoffe ich, den Umzug diese Woche noch über die Bühne zu bringen.

Vorgenommen habe ich mir, nach und nach auch die älteren Artikel ins neue Blog zu bringen. Das kann aber etwas dauern, da es meines Wissens nach keine Exportfunktion bei Windows Live gibt.

Demnächst wird außerdem Der Verdichter umziehen, wiederum der besseren Möglichkeiten wegen, außerdem, weil mir die Werbung dort auf den Keks geht.

Voraussichtlich werden beide Originale jedoch für eine unbestimmte Zeit unter Denkmalschutz gestellt.

Wie wird man eigentlich Lektor?

Im Prinzip ist das nicht schwieriger, als Autor zu werden.
Man geht herum und erzählt es jedem.
Kommt man dabei zufällig beim Finanzamt vorbei, erzählt man es dort auch, meldet sich als Freiberufler an und bekommt eine Steuernummer.

Was sagt uns das? Um Lektor zu werden braucht es keine Ausbildung. Die gibt es in diesem Sinne auch gar nicht. Und die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt.

Will man nun mehr, als nur mit diesem schmucken Titel herumlaufen, muss man als nächstes andere davon überzeugen, dass hinter dem Titel mehr steckt, dass man ihn auch verdient.
Genau genommen hat man es als angehender Lektor da noch leichter als der Autor. Der muss immerhin mal einen Text verfassen, besser noch, ihn auch veröffentlichen.
Ist man gewitzt und vor allem dreist genug, schaut sich ein bisschen in einschlägigen Foren im Internet um, stehen die Chancen als noch unbeleckter Lektor gar nicht schlecht, jemanden von seinen Fähigkeiten zu überzeugen und einen ersten Job an Land zu ziehen, ganz allein durch rhetorische Überredungskünste.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird es für denjenigen, der möglicherweise längerfristig als Lektor Geld verdienen möchte, allerdings wichtig, wenigstens ein bisschen sprachliche und literarische Kompetenz aufzuweisen. Je mehr, desto besser.

Wie und wo er sich die erworben hat, ist eigentlich egal. Allerdings führt das Fehlen einer direkten Lektorenausbildung eben gerade dazu, dass Referenzen sehr gefragt sind.
Da der Neuling die schwerlich bereits haben kann, macht es sich zumindest gut, wenn er die Liste mit einem Studium der Sprach- und / oder Literaturwissenschaft beginnen kann. Natürlich helfen auch andere Tätigkeiten, die eine Kompetenz im Umgang mit Texten nahelegen.
Und obwohl es gar nicht unbedingt gegeben ist, dass ein Autor auch gut lektorieren kann (wie es auch Lektoren gibt, die bei eigenen Texten eher untalentiert sind), trägt auch eine Veröffentlichungsliste zur Referenz bei.

(Der Beitrag stammt ursprünglich von meinem Lektorenblog)

Rat mir mal

Auf meinem Lektorenblog nimmt die Kategorie „Rat mir mal“ langfristig gesehen wahrscheinlich den wichtigsten Platz ein.

Nach und nach veröffentliche ich dort Schreibtipps, aber auch weitergehende Ratschläge rund ums Handwerk und das Veröffentlichen. Eben alles, was vor allem angehenden Autoren auf ihrem Weg helfen kann.

Nun bin ich sicher nicht der Erste, der in diesem Bereich glaubt, weise Hinweise verteilen zu müssen. In diesem Fall handelt es sich aber in der Regel um konkrete Sachverhalte und Beispiele, wie sie mir bei der Lektoratstätigkeit unterkommen.

Komplizierte Sätze

Ich sinniere seit gestern Abend (wenn gerade Zeit ist) über ein Posting in einem Autorenforum. Ein User hatte einen Satz aus seinem aktuellen Projekt gepostet, in dem er sich bei einer grammatischen Frage nicht sicher war. Die Frage selbst war schnell zu klären, doch gab es eine ganze Reihe Anmerkungen, wie man den Satz einerseits übersichtlicher (also verständlicher), andererseits überhaupt sinnvoller gestalten könne.

Tatsächlich war es ein recht langer Satz, der viele Informationen gleichzeitig enthielt und auf jeden Fall den Leser, möglicherweise auch den Autor mit schwierig herstellbaren Bezügen der Satzteile untereinander überforderte.

Nun kenne ich Ähnliches aus meiner Lektoratstätigkeit. Besonder „junge“ Autoren neigen dazu, viel zu wenig Punkte zu setzen, den einzelnen Satz mit Informationen zu überfrachten und Satzstrukturen zu erschaffen, mit denen sie selbst dann nicht mehr klarkommen. Das ist nichts Verwerfliches, aber vielleicht etwas Vermeidbares.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Ein Schreibstil, der mit kunstvoll zusammengezauberten Sätzen jongliert, ist etwas Feines, solange er zum Text passt und von seinem Autor beherrscht wird. Es ist aber auch wahr, dass eine spannend erzählte Geschichte auch in einer straffen, einfachen Sprache wirken kann, vor allem dann, wenn sie sich weder Ausrutscher in die eine noch in die andere Richtung erlaubt.

Warum brachte mich nun dieses Posting zum Grübeln? Weil es mir erstmals einen noch etwas vernebelten Weg aufzeigt, wie man Autoren raten könnte, die mit diesem Problem zu kämpfen haben.

Ich muss noch ein bisschen darüber nachdenken, dann wird das sicherlich ein Thema für mein Lektorenblog. Tipps von eurer Seite nehme ich dabei gern entgegen.