LesBar: Haufen

Foto: Pixabay
LesBar, Foto: Anneka
LesBar
(Foto: © Anneka)
Er hat schon immer einen Haufen Sachen gemacht. Mancher Haufen Scheiße war darunter. Aber er hatte auch schon immer einen zu laufen. Sagen die anderen. Er läuft einfach. Hier hin und da hin. Mal beides gleichzeitig. Manchmal schnell, manchmal langsam. Er kommt nie irgendwo an. Aber er will auch nicht ausruhen. Die Zeit ist zu kurz, das Neue zu schnell alt. Er wird nicht alt. Sagt er selbst. Das Keuchen gehört dazu.

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© BennoP

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Gepitcht: Links vor rechts

Foto: Pixabay

Schreibübungen der Kategorie „Gepitcht“ sollen dir Anregungen für eine (kleine) Geschichte geben. Ersetze Prota* durch eine Figur deiner Wahl, lass deine Fantasie spielen und schreibe eine spannende, lustige traurige, … Story über die gepitchte Begebenheit:

Prota glaubt, er hat endlich Mrs Right gefunden. Alles läuft richtig gut an. Doch dann stellt er mit Erschrecken fest, sie ist Linkshänderin. Und so seltsam es scheint … das stellt alles auf den Kopf.

*Der Übersichtlichkeit wegen verwende ich im Pitch immer nur eine Form, mal die männliche, mal die weibliche. Ob du dich an diese Vorgabe halten willst oder sie ignorierst, ist ganz dir überlassen.

Natürlich freue ich mich, wenn das eine oder andere Ergebnis dieser Übung in den Kommentaren landet oder hier verlinkt wird. 🙂

Weitere Schreibübungen

LesBar: Doppelagent

LesBar, Foto: Anneka
Ei in zwei Hälften
Pixabay

Dass er ein kräftiger Mann war, half ihm in seiner Verzweiflung. Er griff sich mit beiden Händen an den Kopf und zerrte so lange, bis er sich in der Mitte entzweigerissen hatte.

Für eine Weile schien es ihm, als habe er damit seine Probleme gelöst. Er gab sich auch weiterhin Mühe, den Wünschen beider Seiten nachzukommen. Endlich gelang ihm das, ohne entweder diese oder jene zu vernachlässigen.

Leider musste er schon bald feststellen, dass er sowohl in den Augen seiner Frau als auch bei seiner Geliebten zusehends an Ansehen verlor. Er war für beide nur noch eine halbe Portion.

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© Ben Philipp

LesBar: Fiktografiert

LesBar, Foto: Anneka
LesBar, Foto: Anneka
LesBar
(Foto: © Anneka)

Gewiss erzähle ich euch nichts Neues, wenn ich sage, Fotografien seien Fiktion. Dass Fotos die Wirklichkeit nicht eins zu eins abbilden, ist nun wirklich ein alter Hut. Farben werden verfälscht dargestellt, der gewählte Bildausschnitt beeinflusst unsere Wahrnehmung, mit dem Licht, mit der Brennweite und anderen Tricks können wir Effekte erzielen, die mit bloßem Auge niemals sichtbar würden, ganz zu schweigen von den Möglichkeiten, die die nachträgliche Bildbearbeitung liefert. Und obwohl wir das alles wissen, sind wir doch immer wieder überrascht, wenn es uns bewusst wird.

Mir ist es gerade vor einigen Tagen auf besondere Weise klar geworden, als unter anderen das folgende Foto entstanden ist:

Jaguar
© Benno P.

Es ist nahezu unbearbeitet, bis auf die verschwindend geringe Anhebung von Kontrast und Farbsättigung. Denn um Nachbearbeitung soll es jetzt nicht in erster Linie gehen. Überhaupt sind weniger die Hilfsmittel zur Fiktion in meinem Fokus als eben die Fiktion selbst, wie auch immer man sie im Einzelnen erreicht.

Das Foto zeigt einen Jaguar, vielleicht in einer Art natürlichem Versteck, jedenfalls teilweise hinter Pflanzen verborgen. Eine Nahaufnahme, wir könnten die einzelnen Schnurrhaare zählen, die zu sehen sind.

Nun, man ahnt es schon, ich war nicht so nah dran, sondern habe den Amazonas-Jäger mit extremer Brennweite fotografiert. Warum? Um eben diesen Eindruck zu erzielen, als wären ich bzw. der Betrachter des Fotos ganz nah dran an der Raubkatze. Denn ist es nicht genau das, was wir uns immer wünschen? Ganz nah dran zu sein an so einem wunderschönen Tier? Drängeln sich Zoobesucher, allen voran die mit den Fotoapparaten, nicht immer an den Gehegen, um so nah wie möglich an die Tiere heranzukommen? Das hat natürlich den Grund, dass man Einzelheiten aus der Nähe einfach besser erkennt. Ein bisschen Abenteurerdrang ist doch aber ganz sicher auch dabei, oder?

Bei diesem Jaguar ganz sicher! So ganz ohne schützende Gehegebegrenzung zwischen Mensch und Tier … Natürlich auch nur eine Folge der Brennweite, der gelingt, was das Auge vergeblich versucht: die engen Maschen des Zauns so in die Unschärfe zu rücken, dass sie auf dem fertigen Bild kaum noch erkennbar sind. Der Zaun verschwindet, in der Fiktion des Bildes wird die Großkatze zum frei lebenden Jaguar.

Seltsam, oder? Auch damit bin ich nicht allein. Mit dieser Sehnsucht, die Zootiere zu befreien. Und ich denke dabei noch gar nicht an diejenigen, die glauben, nur in Freiheit könnten Zootiere ein lebenswertes Leben führen. Ganz unabhängig von dieser Meinung scheint nämlich jeder Zoobesucher ständig auf der Suche nach dem unverstellten Blick zu sein. Wieder auch und vor allem, wenn es ums Foto geht. Und ja, wieder erkennt man in der Regel das Tier besser, wenn kein Zaun stört, selbst wenn der noch so unscheinbar ist (Zoos sind ja durchaus daran interessiert, ihren Besuchern diesen unverstellten Blick, wenn es irgend geht, zu ermöglichen).

Vor allem aber geht es darum, diese Fiktion zu erreichten, auch wenn jeder die Wahrheit kennt.

LesBar: Dem Tod verfallen

LesBar, Foto: Anneka
LesBar, Foto: Anneka
LesBar
(Foto: © Anneka)

War es nicht gerade das Geheimnisvolle, das mich angezogen hatte? Dieser Blick aus den Augen einer Leopardin?
Vom ersten Moment an hatte ich mir gewünscht, ihr zum Opfer zu fallen. War ich nun, nachdem ich schon fast verzweifelt aufgegeben hatte, endlich dem Ziel dieser Wünsche näher gekommen?

Ohne Zweifel. Denn ich befand mich allein mit ihr in einem abgedunkelten Zimmer. Ihrem Zimmer. Nur das Licht einer Kerze ließ ihre Augen funkeln.
Ihr Blick verriet mir, dass ich hoffnungslos verloren war. Sie musste nicht heucheln. Ich hatte begriffen, was unbegreiflich war. Und ich sah keinen Grund, mich dagegen zu wehren.

Ihre Kleidung und was ich im Schein der Kerze von der Einrichtung erkennen konnte, versetzte mich in eine andere Zeit. Eine andere Welt, die nun betreten wurde von einem weiteren Wesen, nicht weniger fesselnd als meine Leopardin, doch das Haupt schwarz behaart. Ein Panther!

Stumm saß ich ihnen gegenüber, still maßen mich ihre Blicke.
Dann, ein Schnurren! Auf leisen Sohlen näherten sie sich, zum Sprung bereit.
Sie spielten ein Spiel, spielten mit ihrer Beute. Sanft strichen ihre Pfoten über meinen Leib, die Krallen verborgen. Verräterisch kitzelte das Haar der einen meine Brust, liebkoste die Nase der anderen meinen Bauchnabel.

Es war kein Sträuben, das alle Härchen an meinem Körper aufrichtete. Die Erregung schickte mir heiße und kalte Schauer. Und als meine Männlichkeit auferstand, fühlte ich den Betrug, den dieses Wort der Stärke in sich barg. Doch ich lächelte.

Lächelte noch, als sie die Zähne bleckten, die Krallen aus den Tatzen fuhren, aus dem Schnurren ein Fauchen wurde und ich, in diesem Moment höchsten Glücks, dem Tod entgegensah.

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© Ben Philipp

Verrückte Sätze: Bauer sucht Pferd

Ponynase

PonynaseIn der Kategorie „Verrückte Sätze“ geht es um Sätze, die aus einem Zusammenhang herausgerückt wurden, den ihr erst herstellen sollt. Schreibt eine kurze Szene, in der die Sätze vorkommen. Sie müssen nicht von zentraler Bedeutung für die Szene sein, dürfen einem Leser aber auch nicht fehl am Platz vorkommen. Versucht die Szene möglichst kurz zu gestalten, sagen wir etwa zehn Sätze.

Für die heutige Szene gibt es keine weiteren Vorgaben. Die folgenden Sätze müssen vorkommen:

1. Sie sind Bauer?

2. Sind Sie ein Pferd?

Natürlich freue ich mich, wenn das eine oder andere Ergebnis dieser Übung in den Kommentaren landet oder hier verlinkt wird. 🙂

Weitere Schreibübungen

LesBar: Des Hasen Natur

LesBar, Foto: Anneka
LesBar, Foto: Anneka
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Foto: © Anneka

Es kam der Tag, an dem musste der Fuchs ein wenig länger auf den Hasen warten. Als dieser schließlich eintraf, keuchte er und ließ die Ohren hängen. “Dieser Wettlauf mit dem Igel bringt mich noch einmal um! Ich glaube, meine Frau hat recht, wenn sie sagt, ich solle mich endlich wieder auf meine Natur besinnen und Fabeln Fabeln sein lassen.” Anschließend sagte er dem Fuchs sogleich gute Nacht.

Der Fuchs aber dachte noch den ganzen Abend und den folgenden Tag über die Worte des Hasen nach, und als der ihm am nächsten Abend wieder gute Nacht sagte, tat er damit zugleich seinen letzten Atemzug.

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© Ben Philipp

LesBar: Der Wächter

LesBar, Foto: Anneka
LesBar, Foto: Anneka
LesBar
(Foto: © Anneka)

Aus der Höhle drang ein modriger Gestank. Mark fragte sich zum wiederholten Mal, warum er all diese Strapazen auf sich genommen hatte. Der Dschungel, die Gefahren, die Moskitos …
Zum ersten Mal aber stellte er sich die Frage: Wer oder was war der Wächter, von dem die Aufzeichnungen sprachen?
“Wollen wir es wagen?” Dr. Hunt schaute in die Runde.
Die deutsche Schönheit würde sich nicht abhalten lassen, auch diesen letzten Schritt zu gehen. Mark hatte gehofft, seiner Auftraggeberin während der Expedition näher zu kommen, aber sie interessierte sich nur für das Vermächtnis ihres Vaters.
Auch der wortkarge Skut schien entschlossen. Beinahe ausschließlich durch Gesten wies er seine Männer an, den größten Teil des Proviants vor der Höhle zu verstecken. Er überprüfte sein Gewehr und schritt voraus. Dr. Hunt folgte ihm. Auch die anderen zögerten nicht.
Mark starrte in die Dunkelheit des Lochs, in dem seine Begleiter verschwunden waren, die durch die tanzenden Lichtkegel der Taschenlampen noch hervorgehoben wurde. Er wollte da nicht rein! Selbst der üppige Lohn konnte ihn nicht reizen. Und das Versprechen in den Augen und dem Lächeln Dr. Hunts, das sie ihm gegeben hatte, als sie ihn zu dieser Expedition überredet hatte, war entweder eingebildet oder geheuchelt gewesen. Einem Feigling wie ihm brachte sie kaum mehr als Verachtung entgegen.
Plötzlich stand sie wieder im Höhleneingang. Sollte sie aufgegeben haben? Mark spürte einen Anflug von Hoffnung.
“Mark, worauf warten Sie noch? Wir brauchen Sie. Ohne Sie werden wir scheitern. So kurz vor dem Ziel.”
Sie lächelte ihn an. Zum ersten Mal, seit sie aufgebrochen waren. Mark schulterte seinen Rucksack.

Der Gestank wurde unerträglich. Es roch nach Tod. Mark hielt sich die Nase zu. Er wusste nicht, wie lange sie sich schon durch die Nacht der Höhle gekämpft hatten, aber er spürte, dass sie dem Ende der Reise immer näher kamen. Vielleicht dem Ende ihres Lebens.
Skut ließ den Trupp halten. Er winkte Dr. Hunt zu sich. Mark wollte gar nicht wissen, was es dort vorn zu sehen gab. Doch schon rief ihn seine Chefin.
“Mark, nun sind Sie an der Reihe.”

Von nun an musste er vorangehen. An jeder Wegkreuzung gab es Schriftzeichen zu entziffern, die den weiteren Weg beschrieben. Die Sprachen wechselten: Latein, Altgriechisch, Hebräisch, Kemisch, Gotisch. Und immer galt es ein Rätsel zu lösen, bei dem ihm Dr. Hunt zur Seite stand. Bald vertiefte er sich derart in seine Aufgabe und in das Rätselspiel mit seiner Begleiterin, dass er beinahe vergaß, wo er sich befand.

Sie standen am Ende eines Gangs, der scheinbar eine Sackgasse war. Eine letzte Inschrift fanden sie erst, nachdem sie auch die Decke mit ihren Taschenlampen ausgeleuchtet hatten. Sie war seltsamerweise in Deutsch verfasst und deutlich weniger rätselhaft als die vorigen:
“Beiseite nun den Stein, der Wächter lässt dich ein.”
Es gab nur einen Stein, der in etwa mannshoch war. Ohne nachzudenken, versuchte Mark ihn zu bewegen. Skut fasste ihn an der Schulter und zog ihn aus dem Weg. Mit fünf Männern wuchtete er den Stein zur Seite und ein weiterer Gang wurde sichtbar, den man nur auf allen Vieren passieren konnte. Ein kalter Gestank drang aus dem Loch hervor.
“Nun sind wir am Ziel.” Dr. Hunt stellte sich vor den Eingang. “In wenigen Minuten werden wir wissen, für welchen Schatz mein Vater sein Leben lassen musste. Und wir werden wissen, welcher Wächter ihn bewacht.” Sie drehte sich um und kniete sich hin.
Skut hielt sie zurück. Er richtete sein Gewehr auf sie und schickte seine Leute voran. Kalter ließ er als Bewacher zurück.
Der Mann schien enttäuscht, doch er grinste frech, als er Mark und Dr. Hunt ansah. “Danke, Frau Doktor und Herr Sprachwissenschaftler. Danke, dass sie uns zu dem Schatz geführt haben.”
Mark schaute Dr. Hunt an, doch er sah sie lächeln, als Kalters Lampe ihr Gesicht erhellte. Hatte sie ihnen nicht alles verraten? Was wusste sie über den Schatz? Und was wusste sie von dem Wächter?

Nicht ein Schuss fiel. Die Schreie währten nur kurz. Und doch steckte in ihnen so viel Entsetzen und Schmerz, dass Kalter die Flucht ergriff. Mark wollte ihm folgen, doch Dr. Hunt hielt ihn zurück. Sie leuchtete ihm ins Gesicht.
“Er kann nicht hier durch!”
“Wer ist er? Der Wächter? Was für ein grausames Geschöpf ist das?”
“Kommen Sie mit mir.” Sie machte Anstalten in den Gang zu kriechen.
“Niemals. Sie sind verrückt!”
“Vertrauen Sie mir. Dieses eine Mal noch.” Sie verschwand mitsamt ihrer Taschenlampe.
Mark stand im Dunkeln. Allein wollte er nicht bleiben.

Nach wenigen Metern schaltete Dr. Hunt die Taschenlampe aus. Kurz darauf erhellte sich der Gang etwas und vor ihnen öffnete sich ein weiter Raum, in den ein Streifen Tageslicht fiel.
“Nicht weiter!”, flüsterte Dr. Hunt.
Mark dachte an die Schreie und fand, dass sie schon viel zu weit gegangen waren. Aber eine direkte Gefahr konnte er in dem Dämmerlicht nicht ausmachen. Alles blieb still.
“Er wartet auf uns.”
Die Stille schmerzte beinah und Mark begann sich einzureden, Dr. Hunt habe Unrecht und der Wächter sei längst abgezogen.
Dann hörte er ein Schnauben. Der Gang verdunkelte sich und Mark konnte die Umrisse eines riesigen Kopfes erkennen. War das der Kopf eines Reptils?

Mark sah noch immer den Kopf des Monsters vor sich, obwohl sie sich längst aus dem Gang zurückgezogen hatten.
“Beeindruckend, nicht wahr?” Dr. Hunt lachte.
“Was war das?”
“Ein Tyrannosaurus.”
“Wollen Sie mich verarschen?”
“Sie haben ihn doch gesehen.”
Ihr Lachen verwirrte Mark. “Wie wollen Sie je an diesem Monstrum vorbeikommen? Wie können Sie glauben, nun noch den Schatz Ihres Vaters zu finden?”
“Aber ich habe ihn doch schon gefunden.”
“Wie bitte?”
“Sie vergessen, dass mein Vater Paläontologe war. Für ihn muss die Existenz längst ausgestorben geglaubter Tiere der größte Schatz gewesen sein, den er sich erträumen konnte. Schatz und Wächter in einem.”
Mark begann zu verstehen. Doch nur langsam. “Und nun? Was wollen Sie tun?”
“Hierbleiben!”
“Sie wollen hierbleiben? Was ist mit Kalter?”
“Ohne Sie, mein lieber Mark, ist er im Labyrinth der Gänge verloren.”
Mark schauderte. “Was wollen Sie von mir?”
“Ich appeliere an Ihren Forschergeist. Sie haben nur einen der Dinosaurier gesehen. Den Wächter. Doch er bewacht eine Familie. Vielleicht eine ganze Population. Mein Vater hatte nicht die Zeit, herauszufinden, wie sie hier überleben konnten. Wie sie hier leben. Helfen Sie mir. Lassen Sie uns über die Wächter wachen. Ich heiße übrigens Linda.”
Mark lachte. Ein bitteres Lachen. Diese Frau war unglaublich. Aber auch unglaublich überzeugend.

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© Ben Philipp

Waschmaschine

© Markus Wieser / pixelio.de
© Markus Wieser  / pixelio.de
© Markus Wieser / pixelio.de

Mal wieder Lust auf einen kleinen Konflikt im Alltag?

Dann schreib doch mal eine Szene aus der Sicht von Kristin. Diesmal wird es wahrlich nicht leicht, denn Kristin ist die einzige Figur, die in der Szene vorkommen darf. Und du sollst streng personal aus ihrer Sicht schreiben. Einen Gegenpart hat Kristin allerdings schon, nämlich ihre Waschmaschine. Eine ganz normale Waschmaschine wohlgemerkt. Keine, wie sie auch bei Harry Potter auftauchen könnte.

Diese Waschmaschine hindert Kristin daran, die Wohnung zu verlassen, denn Kristin verlässt nie die Wohnung, wenn die Waschmaschine noch läuft. Was könnte da alles passieren! Den Waschgang zu unterbrechen, kommt für sie aber auch nicht infrage.

Blöd, dass Kristin es sehr, sehr eilig hat. Noch könnte sie es schaffen, aber wann genau die Maschine ihre Arbeit getan hat, kann sie nicht abschätzen. Der Termin, der sie drängt, ist ihr aber äußerst wichtig, sodass sie mit jeder Minute nervöser wird. Was wird sie tun, wenn absehbar ist, dass die Maschine ihr den Termin vermasseln könnte?

Lass den Leser spüren, wie essenziell es für Kristin ist, endlich aus dem Haus gehen zu können, welche Zerreißprobe die Situation für sie darstellt. Dabei soll der Leser erst ganz am Ende erfahren, wo Kristin so dringend hinmuss. Und wenn du es schaffst, dieses Ziel für dich auch beim Schreiben offenzulassen, hast du nachher sicher noch mehr Spaß an der Auflösung. Gibt es eine Pointe?

Du kannst dich im stillen Kämmerlein an der Übung versuchen, das Ergebnis aber auch gern hier in den Kommentaren posten oder anderswo veröffentlichen (vielleicht mit einem kleinen Link hierher).

Viel Spaß!

Weitere Schreibübungen

LesBar: Die Begeisterung

LesBar, Foto: Anneka
LesBar, Foto: Anneka
© Anneka

Die Begeisterung hat es nicht leicht in unseren Tagen. Ihr drohen viele Feinde. Die Gewohnheit ist einer davon. Die Coolness ein weiterer. Besonders ernst zu nehmen aber ist die Erfahrung, lehrt sie uns doch allzu oft, dass derjenige, der offen Begeisterung zeigt oder sich der Begeisterung zu rückhaltlos hingibt, schnell entgeistert werden kann.

LesBar: Käse

LesBar, Foto: Anneka
LesBar, Foto: Anneka
LesBar
(Foto: © Anneka)

Herr P. sagt zu Frau P.: „Dein Gedächtnis ist wie dieser Käse!”

Er tippt mit dem Zeigefinger auf eines der vielen Löcher.
„Ich weiß”, sagt sie.
„Woher weißt du?”, fragt er.
„Du hast es mir schon gestern gesagt.”
Herr P. runzelt die Stirn. „Gestern?”
„Und vorgestern.”
„Vorgestern auch schon?” Herr P. ist überrascht.
„Du sagst es mir jeden Tag.”
„Jeden Tag?”
„Immer wenn du diesen Käse isst.” Nun tippt Frau P. auf den Käse.
Herr P. kratzt sich am Kinn. „Esse ich diesen Käse denn jeden Tag?”
Sie nickt. „Jeden Tag.”
Herr P. schüttelt verwundert den Kopf. Dann fragt er: „Was denkst du, werde ich morgen zu dir sagen?”
„Dein Gedächtnis ist wie dieser Käse.” Frau P.s Antwort klingt sehr überzeugt, wenn auch gelangweilt. Sie räumt den Tisch ab.
Herr P. lächelt plötzlich. „Nun, dir muss man das eben öfter sagen.” Er tippt auf den Löcherkäse. „Denn dein Gedächtnis ist wie dieser Käse.”

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© BennoP