Mal ein Gedicht?

Viele Menschen schreiben Gedichte. Ist Dichten dann überhaupt noch eine Kunst? Nun, wie gefällt dir zum Beispiel das folgende Gedicht?

Ich liebe dich.
Ich liebe dich schon so lange.
Du liebst mich.
Das macht mich wirklich nicht bange.

Aber da ist etwas, das mir Angst macht,
ich kann es nur schwer beschreiben,
denn wenn ein anderer mit dir lacht,
fürchte ich, du wirst nicht bei mir bleiben.

Diese Eifersucht ist wirklich dumm,
sie zerstört die Gefühle zwischen dir und mir,
alles nehme ich dir krumm,
was ist, wenn ich dich dadurch verlier?

Na ja, es ist immerhin gereimt. Und es ist in Versen und Strophen geschrieben. Also ist es auch ein Gedicht. Nur ist es irgendwie nicht besonders lyrisch.

Wenn du jetzt keine Ahnung hast, woran das liegen könnte (am Inhalt allein liegt es sicher nicht), es dich aber interessiert, dann lies doch mal den folgenden Artikel dazu:

Ist Dichten eine Kunst?

Wenn du dich mit dem Handwerk des Dichtens schon ein bisschen auskennst, hast du vielleicht Lust, dich gleich an der Übung des Artikels zu versuchen:

Nimm dir das obige Gedicht vor. Du wirst schnell feststellen, dass man es auch als reine Prosa lesen kann. Versuche, es zunächst so umzuschreiben, dass ein regelmäßiges Versmaß entsteht, bei dem die Zeilen mit einer Senkung beginnen. In einem zweiten Versuch beginnst du mit einer Hebung.

Versuche anschließend ein Gedicht zu schreiben (gereimt oder ungereimt), das das Gleiche in nur vier Zeilen ausdrückt, wobei eine Zeile nicht mehr als vier Hebungen haben darf.

Weitere Schreibübungen

Vertrag dich!

© Franck Boston
© Franck Boston

Mit diesem Artikel beginnt eine neue Reihe auf diesem Blog. Diese soll euch helfen, Verlagsverträge besser zu verstehen.

Bisherige Artikel dieser Reihe:

  1. Vertrag dich! (diese Einleitung)
  2. Der Normvertrag
  3. Titel(n)
  4. Ausgeschlossen!
  5. Aufs Nebengleis
  6. Nur mit deiner Zustimmung
  7. Im Sinne des Autors
  8. Verlagspflicht
  9. Hauptsache netto
  10. Vorgeschossen
  11. Nebensache?
  12. Vergriffen
  13. Verramscht

Vorweg sei gesagt, dass die Artikel von mir nach bestem Wissen und Gewissen verfasst werden. Aber ich bin kein Jurist. Im Streitfall könnt ihr euch also weder auf mich noch auf meine Ausführungen hier berufen.

Ein Verlagsvertrag wird zwischen dem Verfasser bzw. Urheber eines Werkes (oder auch einem autorisierten Vertreter des Verfassers/Urhebers) und einem Verlag geschlossen. Zu den Rechten und Pflichten beider Parteien, die in einem solchen Vertrag geregelt werden, kommen wir in den späteren Artikeln noch. Wer aber ist das Gegenüber überhaupt? Was kann der Verfasser grundsätzlich von einem Verlag erwarten, mit dem er einen Vertrag abschließt? Was also zeichnet einen Verlag aus?

Ein Verlag ist ein Verlag ist ein Verlag

Es gibt inzwischen diverse Möglichkeiten, ein Werk zu veröffentlichen. Dieser Artikel stellt sich nicht die Aufgabe, diese in wertender Weise miteinander zu vergleichen. Welche Vor- und Nachteile die Alternativen im Einzelnen haben mögen, wurde und wird an anderer Stelle diskutiert.

Alle lassen sich aber hinsichtlich eines Kriteriums in zwei Gruppen teilen:

  1. Verfasser und Verleger des Werkes sind eindeutig voneinander getrennt, der Verleger trägt die alleinige Verantwortung für die verlegerische Tätigkeit.
  2. Der Verfasser übernimmt zumindest einen Teil der verlegerischen Verantwortung, tritt damit also selbst als Verleger auf (Selbstverleger).

Ein Verleger und der Verlag, der eventuell hinter ihm steht, zeichnet sich also dadurch aus, dass er in seiner Verantwortung die verlegerische Tätigkeit übernimmt.

Diese Tätigkeit besteht im Wesentlichen in der Vervielfältigung und Verbreitung des Werkes.

Ein Verlag ist ein Medienunternehmen, das Werke der Literatur, Kunst, Musik, Unterhaltung oder Wissenschaft vervielfältigt und verbreitet.
(Wikipedia)

Verlag, Wirtschaftsunternehmen zur Herstellung, Vervielfältigung und zum Vertrieb von Büchern, Zeitschriften, Landkarten, Noten, Kalendern und anderen der Information und Unterhaltung dienenden Medien.
(Metzler-Literatur-Lexikon, Stuttgart 1990)

Der Verleger ist verpflichtet, das Werk zu vervielfältigen und zu verbreiten.
(Gesetz über das Verlagsrecht, § 1)

Der Auszug aus dem Verlagsgesetz zeigt schon: Vervielfältigung und Verbreitung des Werkes definieren den Verleger nicht nur, sie sind sogar seine gesetzliche Pflicht.

Namenspoker

Nun ist der Begriff Verlag nicht geschützt. Auch eine Bäckerei könnte ihn im Namen führen. Das wäre auch nicht weiter schlimm, weil beim „Brotverlag“ relativ schnell ersichtlich würde, dass es sich trotz des Namens nicht um einen Verlag, sondern eben um eine Bäckerei handelt. Und vermutlich würde deren Inhaber sich schnell wieder von dem Namen verabschieden, weil er dennoch mit unverlangt eingesandten Manuskripten überhäuft würde.

Handelt es sich aber um ein Unternehmen, das in irgendeiner Form mit Büchern zu tun hat, etwa indem es seinen Kunden ermöglicht, Manuskripte zu veröffentlichen, wird die Sache etwas schwieriger. Ob nun vorsätzlich oder unwissentlich, hier lässt sich der Uninformierte schnell täuschen. Denn zum Verlag wird das Unternehmen eben nicht, weil es sich so nennt, sondern nur dann, wenn es auch verlegt, also seine gesetzlich vorgeschriebenen Verlegerpflichten erfüllt.

Die verlegerischen Pflichten

Ein Verlag, der auch einer sein will, muss demnach in vollem Umfang die Verantwortung für die Vervielfältigung und Verbreitung des Werkes übernehmen. Die Vervielfältigung umfasst den gesamten Herstellungsprozess, die Verbreitung das Platzieren, Bewerben und Verkaufen des Werkes.

Die Maßnahmen, die er dazu ergreift, müssen dem Vertragszweck (das Werk zu vervielfältigen und zu verbreiten) angemessen sein.

Der Verleger ist verpflichtet, das Werk in der zweckentsprechenden und üblichen Weise zu vervielfältigen und zu verbreiten. Die Form und Ausstattung der Abzüge wird unter Beobachtung der im Verlagshandel herrschenden Übung sowie mit Rücksicht auf Zweck und Inhalt des Werkes von dem Verleger bestimmt.
(Gesetz über das Verlagsrecht, § 14)

Der Verlag ist verpflichtet, das Werk in der in Absatz 1 genannten Form zu vervielfältigen, zu verbreiten und dafür angemessen zu werben.
Ausstattung, Buchumschlag, Auflagenhöhe, Auslieferungstermin, Ladenpreis und Werbemaßnahmen werden vom Verlag nach pflichtgemäßem Ermessen unter Berücksichtigung des Vertragszwecks sowie der im Verlagsbuchhandel für Ausgaben dieser Art herrschenden Übung bestimmt.
(Normvertrag für den Abschluß von Verlagsverträgen, § 3, Absatz 2 und 3)

Diese Zweckentsprechung lässt sich sicher nicht bis ins letzte Detail eindeutig bestimmen, klar ist aber, dass der Verlag das Werk in einer Weise vervielfältigen und verbreiten muss, die dem Werk eine Chance im Wettbewerb mit gleichartigen Werken einräumt.

Für ein Werk der Literatur bedeutet das etwa, das Werk angemessen zu redigieren. Die Verantwortung für Lektorat und Korrektorat liegt also ebenfalls beim Verlag. Die Korrekturpflicht wird im Verlagsgesetz gesondert hervorgehoben:

Der Verleger hat für die Korrektur zu sorgen. Einen Abzug hat er rechtzeitig dem Verfasser zur Durchsicht vorzulegen.
(Gesetz über das Verlagsrecht, § 20 (1) )

Anzumerken ist noch, dass der Verleger die notwendigen Maßnahmen natürlich in Auftrag geben kann. Er trägt nur die Verantwortung.

Verantwortung = Risiko

Verlegerische Verantwortung bedeutet auch verlegerisches Risiko. Das betrifft nicht ausschließlich, aber ganz zentral das finanzielle Risiko.

Alle zur Vervielfältigung und Verbreitung notwendigen Ausgaben trägt der Verlag. Vom Lektorat über die Herstellung bis zum Marketing. Der Verlag legt das Geld vor:

Die Bedeutung „Bücher herstellen und verbreiten, herausbringen“ hat sich aus „Geld, Kosten vorlegen, vorstrecken, für jemanden übernehmen“ entwickelt.
(Duden Band 7 – Das Herkunftswörterbuch, Mannheim 2001, zum Stichwort verlegen)

Spielt der Umsatz die Kosten nicht wieder ein, trägt der Verleger das Risiko und kann es nicht auf den Verfasser abwälzen.

Wer also Wert darauf legt, bei einem Verlag zu veröffentlichen, wird darauf achten müssen, dass die Verantwortung für Vervielfältigung und Verbreitung in vollem Umfang auf Verlegerseite liegt. Ein Unternehmen, dass diese Verantwortung nicht in vollem Umfang übernimmt, ist kein Verlag, wie auch immer es sich nennt.

Zum Schluss sei noch einmal betont, dass die Vor- und Nachteile eines Verlags hier nicht zur Debatte stehen sollen. Wo das eigene Werk am besten aufgehoben ist, wird jeder für sich selbst entscheiden müssen.

Nach dieser Einleitung jedenfalls, wollen wir in den nächsten Artikeln tiefer ins Verlagsvertragliche eintauchen. Bis nächste Woche!

Ständiger Wechsel in Rostock

Eine Ausstellung, die etwas anders ist. 24 Stunden Life-Performance.

24 Stunden für eine Ausstellung erscheint ein kurzer Zeitrahmen zu sein. Doch „GALERIE: WECHSEL“ ist ohnehin anders. In der Kunstschule „Frieda“ in der Friedrichstraße 23 betrachtet der Ausstellungsbesucher nicht die Arbeiten der Künstler, sondern die Künstler bei der Arbeit. Die Ausstellung beginnt am heutigen Freitag um 19.00 Uhr und endet am Samstag zur selben Zeit.

Insgesamt zwölf Künstler präsentieren sich in Live-Performances rund um die Uhr dem Publikum. Vom Musiker über den Videokünstler bis hin zum Literaten. Wie das Programm verrät, finden die Auftritte im halbstündlichen, später im stündlichen Wechsel in zwei extra dafür angefertigten Boxen statt. „Dann kommt der nächste Künstler mit der nächsten Ausstellung“, erklärt Kurator Matthias Dettmann das Konzept der diesjährigen Galerie. Sogar eine Schlaf- und eine Frühstücksperformance fehlen nicht.

Nach den Themen „STILL“ und „JAZZ“ folgt „WECHSEL“ damit einem ganz neuen Konzept. Auftreten werden unter anderem Markus Vater, Judith Sigmund, To Helbig, Hinrich Brockmöller, Ines Brands, Schinkenmacher, Josef A.Kutschera, Philipp Bobrowski, Kathrin Jacobs.

Lesen in der Box

Ich bekam eine Anfrage von der Rostocker Kunstschule. Ende Mai soll Kunst unterschiedlichster Form bei einer Veranstaltung unter dem Motto „Wechsel!“ über 24 Stunden im Wechsel in vier begehbaren Boxen präsentiert werden.

Ich bin schon sehr gespannt, wie genau das umsetzt wird.

Der Vater der Lebensfreude

Jo Jastram 1990, © Thomas Lehmann
Jo Jastram 1990, © Thomas Lehmann

Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) nannte ihn einen der wirklich großen deutschen Bildhauer: Jo Jastram verstarb am vergangenen Freitag im Alter von 82 Jahren. Mit dem „Brunnen der Lebensfreude“ wird eines der bekanntesten Werke des Rostockers noch lange an ihn erinnern.

Wie NDR.de berichtet, verstarb am Freitag der Rostocker Bildhauer Joachim Jastram im Alter von 82 Jahren in einem Krankenhaus in Ribnitz-Damgarten. Seine Familie erklärte dazu am Sonntag, Jastram sei dort nach einem Sturz seit Weihnachten auf der Intensivstation behandelt worden. Sein Tod sei dennoch unerwartet gekommen.

Bekannt und geschätzt

Joachim Jastram wurde 1928 in Rostock geboren. Nach der Lehre zum Brunnenbauer wurde er Holzbildhauer. 1975 übernahm er die Leitung der Ostsee-Biennale. Von 1980 bis 1986 lehrte er an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Seit den 70er-Jahren lebte er in Kneese bei Bad Sülze

Die Werke des Künstlers waren in vielen Ausstellungen und auch im Ausland zu sehen. Zu seinen bekanntesten Werken zählt der „Brunnen der Lebensfreude“ auf dem Rostocker Universitätsplatz (gemeinsam mit Reinhard Dietrich) und die Skulptur „Kaspar Ohm“. Seine letzte große Arbeit war die Figurengruppe „Zirkus“. Die „Afrikanische Reise“ im Rostocker Stadthafen bezeichnete der Bildhauer selbst als eine seiner wichtigsten Arbeiten.

Jastram hinterlässt seine Frau, die Grafikerin Inge Jastram, eine Tochter und drei Söhne, darunter den Bildhauer Jan Jastram.

Brunnen der Lebensfreude, © Schiwago
Brunnen der Lebensfreude, © Schiwago
Kasper Ohm, © Schivago
Kasper Ohm, © Schivago
Reisende, © Schiwago
Reisende, © Schiwago

NordMord bis 30.11.10

Originaltext, siehe: http://www.deich-verlag.de

NordMordAward 2011

Erstmals vergibt der Deich Verlag den NordMordAward! Den ersten Küstenkrimipreis Schleswig-Holsteins.

Dafür suchen wir bis zum 30. November 2010 die besten Kurzgeschichten rund um die Westküste Schleswig-Holsteins.
Gerne dürfen die Geschichten hintersinnig und amüsant, meuchelnd und mörderisch gut sein.

Da unser Verlag seine Bücher immer mit Kunst garniert und so aus einem einfachen Buch etwas ganz Besonderes macht, freut es uns besonders, dass Maren Schaffner mit ihren Leuchtturm- und Maritimbildern die Illustrationen für diese Anthologie übernehmen wird.

Das Besondere an der Anthologie soll der regionale Bezug sein. Verbinden Sie also den Charakter von Mensch und Gegend mit einem intelligenten Krimiplot. Die Handlungsorte sollten in der Realität auch tatsächlich vorkommen, Örtlichkeiten müssen akkurat recherchiert sein, um einen Wiedererkennungseffekt zu haben.

Daten: max. 7 Normseiten

Dotation: 1. Preis 400 Euro, 2. Preis 200 Euro, 3. Preis 100 Euro.

Alle nominierten Geschichten erscheinen in der Anthologie „Küstenmorde“. Die Nominierten erhalten je zwei Exemplare des Buches als Preis.

Einsendeschluss: 30. November 2010
Erscheinungsdatum: Juni 2011

zu senden an: info(at)deich-verlag.de

Informationen: Deich-Verlag, Kiek ut 13, 25599 Wewelsfleth, fon: 04829/902810, info(at)deich-verlag.de, http://www.deich-verlag.de

Quelle: Uschtrin

Jugend hat keinen Sinn für Goethe & Co

Rezitator Lutz Görner: Mit Lyrik lässt sich kein Geld verdienen

Bücherregal: Lyrische Werke lässt die Jugend stehen (Foto: pixelio.de/Siegfried Fries)

Berlin/Weimar (pte/17.09.2010/13:30) – Die Umsätze von Lyrik-Bänden im Buchhandel sinken seit Jahren. „2007 machte der Umsatz im Bereich Lyrik noch 1,8 Prozent vom Gesamtumsatz des deutschen Buchhandels aus, mittlerweile sind es nur noch rund 1,2 Prozent“, so ein Sprecher des Börsenvereins des deutschen Buchhandels auf Anfrage von pressetext.

Für Deutschlands bekanntesten Rezitator Lutz Görner liegt der Grund unter anderem an dem Überfluss an Medien: „Die jungen Leute heutzutage haben andere Probleme, als die jungen Leute vor dreißig Jahren. Damals hatten sie noch keinen Computer und Computerspiele, noch kein Handy, keine Klingeltöne, kein Wikipedia, kein Internet. Die hatten nur Fernsehen und LPs.“

Früher sei der Wunsch, sich mit Lyrik auseinanderzusetzen, größer gewesen. „Viele Leute sind in meine Vorstellungen gekommen oder ich bin in die Schulen gegangen. Das wurde mir manchmal schon fast ein bisschen zuviel“, erzählt Görner im pressetext-Interview.

Bewusstsein für Kunst muss sich erst entwickeln

Heutzutage sei kein Platz für Schiller, Goethe und Co meint der Rezitator. „Wenn man so lange Schule hat und dann fünf Stunden im Schnitt vor dem Fernseher oder Computer sitzt, dann ist ja auch nicht mehr so wahnsinnig viel Zeit. Aber das wird auch mal wieder anders.“ Das Bewusstsein für Kunst müsse sich auch erst entwickeln.

„Was will ein Elfjähriger mit einem Liebeslied von Verdi anfangen? Damit ist sein Gefühlshaushalt überfordert. Der hört sich lieber Tokio Hotel an. Das ändert sich dann mit dem Alter und irgendwann merkt man, dass es noch so etwas wie Kunst gibt“, ist sich Görner sicher.

Als Dichter braucht man die richtige Frau

Görner, der u.a. Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie studiert hat, ist vielen Deutschen und Österreichern bekannt durch seine Fernsehserie ‚Lyrik für alle‘. Über 17 Jahre wurde sie jeden Sonntagmorgen um fünf nach neun in Zusammenarbeit mit dem ORF bei 3sat ausgestrahlt. Mit Lyrik allgemein könne nie jemand wirklich Geld verdienen. Als Rezitator könne er jedoch nicht klagen.

Dichter hätten es schwerer, da die Auflagen von Gedichtbänden zu gering seien. „Von einer 2.000er-Auflage, bei der man auch nur zehn Prozent vom Händlerabgabepreis bekommt, kann man ja nicht mal die Miete zahlen. Wenn man heutzutage Dichter sein will, muss man sich die richtige Frau, mit einem festen Job aussuchen“, scherzt Görner.

Nach wie vor tourt Görner durch Deutschland und ist im Oktober erstmals mit seinem Schiller-Programm „Opiumschlummer und Champagnerrausch“ auch in Österreich zu Gast (22. Oktober Wien; 24. Oktober Wels). Nächsten Montag, 20. September 2010, widmet er sich ab 19 Uhr im Berliner Café Einstein Unter den Linden, gemeinsam mit Gerald Uhlig und „Deutsch-Rapper“ Curse im Rahmen einer Buchvorstellung der Frage, ob „Deutsche Lyrik – verstaubt oder zeitlos?“ ist. Infos hierzu unter http://www.beingoo.de/lyrik.

(pressetext)

Grenzenlos abtauchan bis 31.08.10

Taucha-Literaturwettbewerb

Originalausschreibung: http://www.kukuta.de/KuKuTa_e.V./Literaturblick.html

Aufruf zum Literaturwettbewerb der Stadt Taucha 2010

Unter Schirmherrschaft des Bürgermeisters, Herrn Dr. Holger Schirmbeck, rufen der Kunst- und Kulturverein Taucha e.V., der Tauchaer Verlag und die Stadtverwaltung Taucha alle Schreibinteressierten auf, sich am Literaturwettbewerb zum Thema

„Grenzenlos“

mit einer eigenen Erzählung oder einem eigenen Gedicht zu beteiligen.

Für beide Kategorien wird ebenfalls ein Kinder-Nachwuchspreis sowie ein Jugend-Nachwuchspreis vergeben.

Einsendeschluss ist der 31.08.2010.

Ihre Einsendung erwartet:

Stadtverwaltung Taucha
Elke Müller
Stichwort: Literaturwettbewerb 2010
Schloßstraße 13
04425 Taucha

Mit der Einreichung eines Beitrags verpflichten sich die Autorinnen und Autoren zur Anerkennung und

Einhaltung folgender Regeln:

  • Der Autor ist alleiniger Urheber des Werkes.
  • Die Geschichte wurde noch nicht in einem Print-Medium veröffentlicht.
  • Der Autor ist mit einer eventuellen Veröffentlichung in geeigneter Form im Tauchaer Verlag und auf der Internet-Präsentation des Kunst- und Kulturvereins Taucha e.V. einverstanden.
  • Die Preisvergabe und die Auswahl der Kurzgeschichten und der Gedichte erfolgt unter Ausschluss des Rechtswegs.
  • Jeder Autor hat die Möglichkeit eine Kurzgeschichte oder ein Gedicht einzureichen.
  • Der Text ist möglichst mit einem gängigen Textverarbeitungsprogramm zu erstellen.
  • Folgende Angaben sind notwendig: Name, Vorname, Wohnadresse, Alter, Telefon und falls vorhanden E-Mailadresse.
  • Der eingereichte Text ist im Format DIN A4 einzureichen und darf 800 Wörter bei der Kurzgeschichte sowie 1 Seite DIN A4, einspaltig, bei Gedichten nicht überschreiten.
  • Die Schriftgröße 10 darf in beiden Kategorien nicht unterschritten werden.
  • Die Nachwuchspreise werden in einen Kinder-Nachwuchspreis bis 12 Jahre, und einen Jugend-Nachwuchspreis, 13-18 Jahre, aufgeteilt.
  • Bis zum Einsendeschluss darf das Höchstalter (12 bzw. 18 Jahre), laut Geburtsdatum, nicht überschritten sein

Die Preisverleihung erfolgt in Taucha im Rahmen einer Literaturgala im November 2010.

Wir wünschen allen Autoren viel Erfolg für diesen Wettbewerb.

Tobias Meier, Pressesprecher, KuKuTa e.V., www.kukuta.de/

Quelle: Uschtrin

Genial gepitcht

Vor einiger Zeit habe ich ein tolles Beispiel gefunden, wie man potentiellen Lesern seine Geschichte schmackhaft machen kann. Ich habe es umgehend auf meinem Lektorenblog vorgestellt, will es aber natürlich auch meinen Newsblog-Lesern nicht vorenthalten:

In einem Interview mit dem Geisterspiegel hat der Autor Andreas Zwengel auf eine Frage hin eine kurze Zusammenfassung seiner Kurzgeschichte „Blackout“ gegeben. Da es sich um eine Kurzgeschichte handelt, kann man sie schon fast als Exposé werten, aber mit deutlichen Elementen des Pitchens.

Es ist jedenfalls in meinen Augen ein überaus gelungenes Beispiel, wie man seine Geschichte überzeugend anbieten kann, denn sie ist auf den Punkt  gebracht und macht sofort neugierig. Natürlich präsentiert sie auch eine überaus originelle Idee, aber die Kunst ist es eben, diese Originalität auch in die Präsentation zu transportieren.

Mit freundlicher Genehmigung von Andreas, darf ich euch dieses geniale Beispiel hier präsentieren:

Sie handelt von dem genialen wie chaotischen Detektiv Hauser, einer Mischung aus Monk und Dude Lebowski, der einen Fahndungserfolg so ausgiebig feiert, dass er bei der Pressekonferenz den Namen des Täters vergessen hat und den Fall vor laufenden Kameras noch einmal lösen muss.

Lustig, aber wahr

Dichten ist nicht jedermanns Sache. Und doch gibt es Anlässe, zu denen es immer mal wieder schön wäre, ein Gedicht verschenken zu können. Doch woher nehmen, wenn nicht …

Ganz einfach, Gedichte kann man kaufen! Nicht nur im Buchladen, nein, es geht auch viel persönlicher. Ein Auftragsdichter muss her! Und davon gibt es glücklicherweise genug im Internet. Einmal gegoogelt und schon springen sie dem Sucher ins Auge.

Nun gilt für manche dieser geweihten Dichterfürsten, die in unendlicher Gnade ihre Kunst zur Verfügung stellen, eben jener erste Satz dieses Beitrags. Nur scheint das diesen geschäftstüchtigen Geistern nicht bewusst zu sein.

So traf ich erst kürzlich auf ein solches Exemplar, das mit stolz geschwellter Brust beispielhafte Einblicke in das, was den gutgläubigen Kunden erwartet, gab. Ein 4 x 4-zeiliges Gedicht, in dem mit etwas Glück der eine oder andere reine Reim neben solchen wie “van Gogh” auf “hoch” oder gar “Flamme” auf “verlangen” gefunden werden kann, und bei dem man während des Vortrags mit noch mehr Glück nur ein- bis zweimal pro Strophe über den versmassigen Rhythmus stolpert.

Und das ganze zum Sonderangebot von nur 49,95 Euro. Legt man noch 25,- Euro Expresszuschlag drauf, bekommt man ein solches Gedicht, das sich liest, als sei es in der kurzen Pause zwischen dem Putzen der oberen und der unteren Schneidezähne entstanden, in sage und schreibe 24 Stunden erstellt.

Solchen Innovativen wünsche ich von ganzem Herzen Glück. Und intelligente Kunden!

Pseudo-Ich, Pseudo-Du, Pseudo-Er, Pseudo-Sie

Vor einigen Tagen bin ich beim Stöbern mal wieder auf der Seite von Julia Kröhn gelandet. Und promt war ich von schreibenden Kolleginnen umzingelt. Neben Julia tummeln sich dort auch Leah Cohn, Carla Federico und Katharina Till. Während Julia Mittelalterromane schreibt, widmet sich Leah der Fantasy, Carla schreibt über deutsche Auswanderer in Chile und Katharina hat einen Kunstkrimi verfasst.

Natürlich sind alle vier in Wirklichkeit eine Person, nämlich Julia Kröhn, die ganz offiziell und ohne Versteckspiel zusätzlich unter drei Pseudonymen veröffentlicht. Und möglicherweise werden es mit der Zeit noch mehr werden.

Ist das nicht etwas seltsam? Wozu der Aufwand, sich ein Pseudonym zuzulegen, wenn man dann doch jedem erzählt, wer in Wirklichkeit dahintersteckt? Und dann gleich mehrere! Und Julia ist ja bei weitem nicht die einzige Autorin, die so verfährt.

Die Frage, ob man sich besser ein Pseudonym zulegen oder doch lieber unter seinem wahren Namen schreiben sollte, geistert auch immer wieder durch Autorenforen. Dabei sieht mancher dein einzigen Sinn in einem Pseudonym, seine wahre Identität vor was oder wem auch immer zu schützen. Tatsächlich dürfte das der Ursprung des Pseudonyms sein.

Andererseits dürfte die Bedeutung des Pseudonyms als Identitätsschutz längst nicht mehr der häufigste Grund für die Wahl eines Pseudonyms sein. Denn es gibt viele verschiedene Gründe, sich ein Pseudonym zuzulegen, einige davon werden z.B. bei Wikipedia genannt.

Allerdings fehlt dort ein Grund, der sicherlich inzwischen zu den häufigsten gehört, zu einem Pseudonym zu greifen: der Leser.

Wie ist das zu verstehen? Gerade Experten im Literaturbetrieb weisen Autoren immer wieder darauf hin, dass Vielseitigkeit, so positiv sie für die handwerkliche Entwicklung des Autors sein mag, marktstrategisch durchaus von Nachteil sein kann. Leser greifen gern immer wieder zu den Büchern ihrer Lieblingsautoren. Damit wird der Autor zur Marke. Was draußen draufsteht, möchte sich doch bitte innen wiederfinden.

Ein Leser oder eine Leserin, der / die sich in Julia Kröhns Historische Romane verliebt hat und sich hoffnungsfroh auf „Der Kuss des Morgenlichts“ stürzen  würde, wäre vielleicht enttäuscht, weil er / sie Fantasy so gar nicht mag. Daher steht auf Julias Fantasyromanen Leah Cohn als Autorenname.

Autoren, die sich wie Julia nicht auf ein oder wenige nah verwandte Genres spezialisieren wollen, nutzen also, nicht selten auf Anraten von Verlag oder Agenten, Pseudonyme. Dabei geht es nicht so sehr um reine Genreschubladen, sondern eher um die Leser- Zielgruppe.

Stellen wir uns die gutgläubige Oma vor, die für ihre Enkelkind das neueste Werk von Kinderbuchautor A kaufen will und versehentlich zu dessen neuem Horrorthriller greift. So extrem muss es gar nicht kommen. Autor B schreibt erfolgreich spannungsreiche Krimis, die den Leser fesseln, ohne ihn intellektuell allzu sehr zu fordern. Unterhaltung ist sein Metier. Denkste! Denn die Leidenschaft von B sind hochkomplizierte und kritische Wirtschaftsthriller, bei denen der Leser jeden Satz zweimal lesen muss. Autor C schreibt eine Romanreihe mit immer derselben Protagonistin. Damit es ihm nicht eines Tages so geht wie Paul Sheldon in „Misery“ legt er sich für Bücher außerhalb der Reihe ein Pseudonym zu.

Und so hat auch Ben Philipp das Licht der Welt erblickt. Anfangs eigentlich nur, um sich als Texter und Auftragsschreiber von Philipp Bobrowski abzusetzen, später mit dem Hang sich als Autor von Spannung und Unterhaltung zu etablieren. Und jüngst hat sich eher aus einer Laune heraus BennoP hinzugesellt, der sich seitdem vorerst nur im Internet an etwas seltsamen literarischen Kurztexten versucht (und nebenbei ganz gerne fotografiert).

Gedichte im Mai

Diesen Monat geht es bei „Hilfe für Autoren“ um das Schreiben von Gedichten.

Vor allem der Artikel „Ist Dichten eine Kunst?„, der sich an Anfänger richtet, hat mir ganz schön zu schaffen gemacht. Denn um überhaupt etwas Sinnvolleres zu sagen, als dass Dichten Spaß machen kann, muss man eben doch wenigstens ein bisschen Basiswissen über metrische Strukturen vermitteln. Ich hoffe, ich habe mich dennoch halbwegs verständlich ausgedrückt.

Fortgeschrittene dürfen sich über einige „Einfache Kunstgriffe, um im Gedicht zu variieren“ freuen.

Warum bin ich kein Künstler?

Andere können mich ja betiteln, wie sie wollen, sofern sie es mit ihren Begrifflichkeiten vereinbaren können (und auch, wenn nicht), ich selbst würde mich nie als Künstler bezeichnen.

Nicht so sehr deshalb, weil ich mich nicht in irgendeiner Form als Künstler sehe, sondern eher deshalb, weil ich ständig die Notwendigkeit sähe, mich zu erklären oder gar zu rechtfertigen. Gerade Autoren (!!!) sehen sich eigentlich bei jedem Begriff, den man für sie verwenden könnte, mit diesem Problem konfrontiert. Vom Schreiberling bis zum Schriftsteller. Und erst recht, wenn sie sich den Künstlern zurechnen.

Nicht anders als die meisten Begrifflichkeiten einer Sprache lässt sich auch „Künstler“ nicht eindeutig definieren, ist von Bedeutungsvarianten geprägt, von denen zeitabhängig manche die Oberhand gewinnen.

Ich bin durchaus der Meinung, dass Schreiben eine kunstvolle Tätigkeit ist. Ich würde sogar weitergehen und die Schriftstellerei als eine Kunst bezeichnen. Nicht zuletzt deshalb, weil ich noch weitergehen würde und jede Form der kreativen Tätigkeit, unabhängig von Professionalität, Erfolg, allgemeiner oder individueller Anerkennung, als künstlerische Betätigung sehen möchte. Der Künstler als ein Mensch, der sich kreativ betätigt, um etwas zu erschaffen, dessen Sinn zu einem großen Teil in der ästhetischen Betrachtung liegt, ohne dabei von äußeren Bewertungsmaßstäben abhängig zu sein.

Damit würde der Begriff ein sehr neutraler und gleichzeitig freier. Ob meine Bilder in großen Galerien ausgestellt werden oder am Kühlschrank hängen, ob mein selbst entworfenes T-Shirt einen Designpreis erhält oder es nur der Enkel durch die Gegend trägt, ob meine Romane bei Suhrkamp erscheinen oder auf BookRix, das alles wäre für den Begriff des Künstlers, der in jeweils dem einen und dem anderen Fall kreativ geworden ist, unerheblich.

Tatsächlich kann man gerade im Internet oft den Eindruck gewinnen, dies sei eine weit verbreitete Meinung. Überall finden sich Plattformen für Künstler, die an ihre User keine weiteren Ansprüche stellen, als dass sie eben kreativ tätig geworden sind. Und nirgends sonst findet man den Begriff Künstler als Eigenbezeichnung häufiger als dort. Mehr noch entwickelt er sich auf solchen Seiten schnell zu einem Begriff der besonderen Gemeinsamkeit. Einem Begriff der Betonung. Einem Begriff der Abgrenzung.

Gerade da, wo die Hürde, sich als Künstler zu bezeichnen, besonders niedrig ist, wächst der Anspruch, sich mit dieser besonderen Leistung von anderen abzuheben. „Wir, die wir ja Künstler sind, …“ „Als Künstler haben wir doch alle …“ „Ein Künstler zeichnet sich doch gerade dadurch aus …“

Gleichzeitig wird der Begriff dadurch erweitert, dass ihm angeblich eine bestimmte Lebensphilosophie innewohnt. Künstler sind nicht mehr normale Menschen, die eine bestimmte Tätigkeit ausüben, sondern sie sind eine besondere Art Mensch.

Natürlich bleibt das alles eine Frage der Begrifflichkeiten. Welche Ansprüche man an jemanden stellt, dem man zugesteht, ein Künstler zu sein, ob man eine bestimmte Lebensphilosophie, eine individuelle oder allgemeine Bewertungsskala, Erfolg (oder gerade fehlenden Erfolg) oder was auch immer als Maßstab setzt, bleibt jedem selbst überlassen.

Das Problem ist eben, dass ein Gegenüber möglicherweise ganz andere Maßstäbe ansetzt. Ob ich mich also überhaupt verständlich machen kann, wenn ich mich als Künstler bezeichne, ist eher fraglich und höchstwahrscheinlich immer von nachgelieferten Erklärungen und Rechtfertigungen abhängig.

Daher verzichte ich darauf, was mir nicht schwerfällt, weil ich mir allein dafür, dass mich andere als Künstler sehen oder nicht, nichts kaufen kann. Ich fühle mich dadurch weder besser noch schlechter. Und wenn jemand der Meinung ist, ich wäre aus diesen und jenen Gründen ein Künstler, sei ihm das ebenso erlaubt wie dem, der meint, ich sei aus jenen oder diesen Gründen eben kein Künstler.

Ich muss mich weder ab- noch ausgrenzen, mich weder größer noch kleiner machen, als ich bin. Ich weiß, was ich tue, ich weiß, warum ich es tue, und ich kann einigermaßen abschätzen, was dabei herauskommt. Mehr muss ich nicht wissen. Ob ich deshalb in anderer Augen ein Künstler bin, Autor, Schriftsteller, Schreiberling, Hobby-Literat oder was auch immer, ist mir ziemlich schnuppe.

Glücklicherweise habe ich damit auch keinerlei Probleme, doch ich wundere mich manches Mal, welche Bedeutung dem von diesem oder jenem zugemessen wird.

Ich muss mich weder ab- noch ausgrenzen, mich weder größer noch kleiner machen, als ich bin.