Harte Woche

Das alljährliche Jubiläum des Studentenkellers hat mir eine erwartungsgemäß harte Woche beschert, in der ich verhältnismäßig wenig zum Schreiben gekommen bin. Allerdings ist eben alles relativ, denn im Vergleich zu den vergangenen Jahren bin ich doch ziemlich gut vorangekommen.

Was den Krimi betrifft, hatte ich ein paar gute Ideen zu meinen Figuren, habe ein bisschen weitergeschrieben, ein bisschen den Plot verfeinert und ein bisschen überarbeitet.

Ansonsten kam letzte Woche das Märchenbuch „Zauberhafte Herzen“ vom Sperling-Verlag und eine Absage für das Rostock-Stipendium.

Die neue Woche begann mit der freudigen Botschaft, dass der Debütroman meines Pseudonyms Ben Philipp, „Die Magiera“, seit heute bestellbar ist (mehr dazu). Das motiviert doch und hilft über die kleine (ebenso erwartungsgemäße) Erkältung.

Was heißt „in den Buchhandel“?

Meines Wissens zum zweiten Mal kooperiert Tchibo mit BOD. Auch das aktuelle Angebot ist eigentlich eine nette Sache.

Der Tchibo-Kunde kann für 39,90 Euro einen Gutschein erwerben, mit dem er sein eigenes Buch bei BOD in Auftrag geben kann.
Vielleicht um endlich mal die gesammelten eigenen Rezepte in eine ansprechende Form bringen zu können, um sie zu verschenken. Oder um eine gedruckte Familienchronik anzulegen. Schön wäre es auch, die eigenen Gedichte endlich mal zwischen echten Buchdeckeln wiederzufinden. Und möglicherweise freut sich die Familie auch über einen Krimi oder eine Fantasygeschichte, die man sich ausgedacht hat.

Ja, wenn alles gut geht, springt vielleicht sogar ein neuer Bestseller dabei raus, der die Ladentische in den Buchhandlungen neu befüllt! Nicht nur, dass Tchibo das ausdrücklich als Möglichkeit einschließt, sie erklären sogar, wie das funktioniert. In dem Angebot heißt es nämlich:

„Wir bringen Ihr Buch in den Buchhandel!
Nach der Freigabe Ihres Titels sorgen wir dafür, dass er flächendeckend im deutschsprachigen Buchhandel mittels einer ISBN-Nummer erhältlich ist.“

Mehr noch:

„Ihr Bucherfolg mit null Abwicklungsaufwand! Wir bringen Ihr Buch zum Leser, indem wir die Abwicklung mit dem Buchhandel erledigen. Sie erhalten dann für jedes verkaufte Exemplar das volle Honorar.“

Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Mit diesen Zitaten ist rechtlich alles in Ordnung. Der Kunde bekommt nicht weniger (und nicht mehr) als auf der Verpackung draufsteht.

Allerdings wird hier beim eher unbedarften Kunden eine Hoffnung geschürt, die eben doch zumindest realitätsfern ist. Der dürfte nämlich schnell mal „Buchhandel“ mit „in den Buchläden“ verwechseln und „erhältlich“ mit vorrätig“.

Tatsächlich ist ein Buch, sobald es eine ISBN besitzt, überall im Land und im Internet bestellbar, aber damit es bestellt wird, müssen die Leser erst einmal davon wissen.
Ein lieber Kollege brachte in etwa den folgenden Vergleich: Es wäre dasselbe, wenn ich dir anbieten würde, dass jeder, der mich von sich aus deswegen anruft, deinen Müll bei mir kaufen könnte, und behauptete, ich hätte damit deinen Müll in den Handel gebracht.

Ein bisschen drastisch sicher der Vergleich, aber Übertreibung macht ja bekanntlich anschaulich.

Nun sagte ich zu Beginn, es sei doch eigentlich ein nettes Angebot. Und das meine ich auch so, denn für jeden, der keine weitergehenden Ambitionen hat oder zumindest das Angebot, seinen Nutzen und seine Schwächen genau einschätzen kann, entspricht es im Wesentlichen BOD Classic (ebenfalls 39,90) und ist damit ein faires Angebot.

Schade ist nur, dass BOD, bisher eigentlich als fairer Dienstleister, der mit offenen Karten spielt, geltend, durch derartige Werbestrategien in ein Licht gerückt wird, in dem auch die schwarzen Schafe der Branche, die Pseudoverlage stehen. Das hätte man dort eigentlich nicht nötig.

Tatort 2

In meinem aktuellen Krimimanuskript ist inzwischen der zweite Mord geschehen. Zugegeben, das hat mich nicht überrascht. Allerdings habe ich zumindest einen der Ermittler von einer Seite kennengelernt, die ich noch nicht kannte.

Da sage noch mal einer, das Schreiben nach vorheriger Plotentwicklung sei unspannend.

Es geht wieder los

Heute beginne ich mit der eigentlichen Schreibarbeit an meinem Krimi. Ich habe sie in meiner Planung durchaus etwas großzügiger angelegt, weil ich mich zwischendurch sicher noch mit weitergehenden Recherchen beschäftigen muss, und denke etwa gegen Ende Februar mit der Rohversion fertigzuwerden.

Ich freue mich schon und bin gespannt, wie es läuft. Werde sicher des Öfteren hier davon berichten.

Hören mit Pfanni

Den meisten dürfte dieses Angebot mindestens so gut schmecken wie Kartoffelbrei: Bei Pfanni gibt es jetzt Hörbücher zum Gratisdownload. Nach Beantwortung einer Frage, die mit oben genanntem Brei zu tun hat, kann man sich ganz dem Genuss des gelesenen Wortes hingeben.
Den Anfang macht Arthur Conan Doyle: „Die verschwundene Braut“. Ein Sherlock-Holmes-Abenteuer, gelesen von Daniel Morgenroth.

Hier geht es zum Download.

Schachzüge im Labyrinth

Gabriele Gfrerer: Schachzüge
Gabriele Gfrerer: Schachzüge

Mit ihrem Romandebüt „Schachzüge“ reiht sich die Wiener Autorin Gabriele Gfrerer in die Reihe derer ein, die für die Jugendbuchreihe Labyrinthe-Krimi vom Thienemann-Verlag schreiben.
Der Roman, der Mitte September erschienen ist, wird für junge Leser ab 13 Jahren empfohlen und nimmt sich eines ebenso spannenden wie schwierigen Themas an.

Und darum geht es laut Klappentext:

Entführt nach Osteuropa?

Als Josch erzählt, dass sie jemanden im Internet kennengelernt hat, der ihr einen Job als Modell anbietet, reagiert ihre Freundin Charlie skeptisch. Wer ist der Mann? Und warum sucht er junge Frauen übers Netz? Doch Josch schlägt alle Warnungen in den Wind – und taucht nach ihrem Date nicht mehr auf. Die Polizei beginnt zu ermitteln, aber das genügt Charlie nicht. Zusammen mit ihrer Schwester Mel und ihrem Freund Matt macht sie sich auf die Suche – und dann verschwindet auch noch Mel …

Ein spannender Labyrinthe-Krimi über Mädchenhandel.

Gabriele Gferer
Schachzüge
broschiert, 288 Seiten
Thienemann
ISBN: 978-3-522-20053-0

Leseprobe

Ungewohnter Beginn

Normalerweise beginne ich anders. Klar, zuerst ist da eine Idee. Meist ist die bei mir direkt mit einer Intention verbunden, mit einer Vorstellung, was ich mit dem Leser anstellen will. Das Ganze bildet schnell einen Rahmen, der zumindest aus Anfang und Ende der Geschichte besteht. Dann plotte ich dementsprechend (oft zuerst oder auch ausschließlich im Kopf). Figuren und Lokalitäten werden dem Plot entsprechend entwickelt. Ebenso ergibt sich die Notwendigkeit zur Recherche aus dem Plot.

Diesmal ist es fast anders herum. Natürlich steht auch zum Beginn meines Regionalkrimis die Idee. Auch eine Vorstellung darüber, was ich mit dem Leser anstellen will, habe ich schon. Aber ich habe noch keinen Rahmen und erst recht keinen Plot.
Klar, bei einem Regionalkrimi weiß ich schon, wo er spielt, in und um Rostock natürlich. Mehr noch: Zu meiner Idee gehört, dass ich weiß, in welchen Berufskreisen sich die Protagonisten bewegen sollen.
Aber um wirklich einen Plot erarbeiten zu können, muss ich erst in eben diesen Kreisen recherchieren. Und mein erster Recherchetermin liegt erst auf dem kommenden Samstag.
Was mache ich also? Ich beschäftige mich zum ersten Mal schon plotunabhängig mit den Figuren. Auch mal sehr interessant, wenn man noch nicht einmal weiß, höchstens ahnt, welche Rolle die später spielen könnten.
Aufregend, aufregend!

Keine Zeit zu feiern

Dennoch wenigstens einmal tief durchatmen. Das Rohmanuskript meines aktuellen Romans (Pseudonym Ben Philipp) ist fertig. Bis zum 16.09. hab ich noch Zeit für die Überarbeitung, dann geht es ins Lektorat.
Und dann wartet ein Krimi darauf, geschrieben zu werden.

Romangetwitter

Sueddeutsche.de berichtete kürzlich über den Roman „The French Revolution„, den der amerikanische Autor Matt Stewart als soziales Experiment und nicht zuletzt aus Mangel an Verlagsangeboten auf Twitter veröffentlicht.
Seiner Ansicht nach, sei dies der erste Roman bei Twitter.

Doch schon der erste User, der sich dazu meldete, widerlegte das, indem er auf einen bereits existierenden verwies, den zufälligerweise er selbst geschrieben habe.

Eine kurze Anfrage bei Google ergibt im Übrigen, dass der geneigte Leser eine durchaus noch größere Auswahlmöglichkeit hat.
So verweist Thomas Gerlach bereits im Oktober 08 auf seinem Blog auf einen Twitter-Krimi eines Freundes, der allerdings scheinbar nicht allzu viel Ausdauer bewiesen hat.
Manuel Pliewisch hat es mit seinem „Auf der Jagd nach der letzten Zigarette“ im Mai dieses Jahres immerhin auf 9 Folgen gebracht.

Ausdauernder ist dagegen meine Montsegur-Kollegin Nicole Rensmann, deren Twitter-Roman in englischer Sprache man aktuell verfolgen kann.
Oder man schließt sich ihrer Mitmachstory „WirSchreiben“ an, bei der ein gemeinsamer Roman entstehen soll.

Sherlock Holmes dem Tode nah

Foto: neiromobile
Foto: neiromobile

Der fiktive Meisterdetektiv Sherlock Holmes wäre beinahe der Historie zum Opfer gefallen. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Sein Erfinder Arthur Canon Doyle hätte ihn nur allzu gern geopfert, um historische Romane schreiben zu können.
Der Arzt, der die Geschichten um den brillianten Privatermittler wohl aus Langeweile wegen Patientenmangels erdacht hatte, wurde damit wenig später (1891) zwar berühmt und verdiente von da an gutes Geld mit seiner Figur,  doch fühlte er sich durch diese Aufmerksamkeit offenbar in seiner Autorentätigkeit eingeschränkt.

So ließ er seinen Helden sechs Jahre nach seinem Debüt in „Das letzte Problem” in den tosenden Schweizer Reichenbachfällen verschwinden. Die Entrüstung und die Proteste der Leser sowie ein großzügiges Angebot sorgten zwei Jahre später für die Widerauferstehung Holmes‘, der 1927 im „Strand Magazin“ sein endgültig letztes Abenteuer erlebte, drei Jahre vor dem Tod des 71-Jährigen Arthur Canon Doyle.

Quelle: Rooster24.com

Jetzt werde ich zum Großverbrecher

Nachdem ich bisher im Genre Krimi nur die Freunde von Kurz und Knapp bedient habe, stürze ich mich mit meinem nächsten Projekt zum ersten Mal in die Tiefen des Romanverbrechens.

Viel kann ich natürlich noch nicht verraten, stehe ich doch noch ganz am Anfang, aber es soll möglicherweise der Auftakt zu einer kleinen Reihe werden. Und regional soll es sein. Natürlich spielt dann die Handlung dort, wo ich zu Hause bin, in und um Rostock.

Neues dazu dann hoffentlich in Kürze.

Entfernte Märchen

Auf BookRix findet ihr nun auch den Text „Entfernt“ von mir:

Donna ist perfekt. Fast perfekt. Doch wäre sie vollkommen, würde Peter den Halt verlieren.

Wer es dagegen lieber märchenhaft mag, den möchte ich noch auf „Der Wolf und seine Frau“ hinweisen:

Die wahre Geschichte vom bösen Wolf, der eigentlich ein guter war.

Agatha Christies Ferienhaus

Bis vor wenigen Jahren war es noch bewohnt. Bis zu ihrem Tod lebten Tochter Rosalind und ihr Mann Anthony Hicks im Ferienhaus der berühmten britischen Krimi-Autorin Agatha Christie. So blieb neugierigen Besuchern bisher nur ein Blick in den Garten des Anwesens in Südengland.

Doch Ende dieses Monats soll das „Greenway House“ in der Grafschaft Devon nun endlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, wie der National Trust, eine Stiftung zur Wahrung des historischen Erbes Großbritanniens, mitteilte.

Von nun an dürfen Krimifreunde die Bibliothek, das Wohn- und Esszimmer sowie das Schlafzimmer der Schriftstellerin besichtigen. Auch persönliche Gegenstände gibt es in dem Haus zu sehen, in dem Agatha Christie und ihre Famile von 1938 bis 1959 die Ferien verbrachten.

Quelle: www.ntv.de