Die Sündenheilerin vergessen

Melanie Metzenthin: Die Sündenheilerin
Melanie Metzenthin: Die Sündenheilerin

Mensch, da ist der Juli längst vorbei, und ich habe ganz vergessen, euch mitzuteilen, dass Melanies Roman inzwischen käuflich zu erwerben ist. Zum Ausgleich gibt es heute das schöne Cover in ganz groß (noch größer wird es, wenn ihr es anklickt).

Angekündigt hatte ich euch „Die Sündenheilerin“ ja bereits hier. Da gibt es neben dem Trailer auch weitere Informationen zu dem Historischen Roman meiner Geschichtenweber- und Montsegúr-Kollegin.

Rezensionen gibt es auch schon, u.a. folgende:

Ich denke, nach diesen Rezis dürfte sich die Frage, ob man das Buch lesen sollte, nicht mehr stellen.

Beruf Erzähler: Zurückhaltung

Wie schon im vorherigen Artikel gesagt, ist für den Erzähler, der vom Autor den Auftrag erhält, sich personal zu verhalten, seine Aufgabe ziemlich klar. Und die lautet im Wesentlichen: absolute Zurückhaltung mit allen Beschränkungen, die das mit sich bringt.

Hat der Autor eine Figur seiner Geschichte als Erzähler erwählt, darf diese, obwohl sie als Erzähler fungiert, nicht als Erzählerfigur in Erscheinung treten. Das Wissen, das sie dem Leser vermittelt, darf immer nur dem Wissensstand entsprechen, den die Figur zum entsprechenden Handlungszeitpunkt innerhalb der Erzählung innehatte.

personal:
Ich wusste nicht, ob ich mich richtig entschieden hatte.

auktorial:
Ich wusste nicht, dass ich mich richtig entschieden hatte.

Beauftragt der Autor einen Erzähler, der aus der Sicht einer Figur erzählen soll, muss dieser seinen Erlebenshorizont dem der Figur angleichen und damit für ebensolches Erleben beim Leser sorgen. Es gelten für ihn also dieselben Beschränkungen wie für die erzählende Figur.

personal:
Er konnte in Lisas Gesicht nicht den leisesten Anflug von Angst erkennen.

auktorial:
Er konnte in Lisas Gesicht nicht den leisesten Anflug ihrer Angst erkennen.*

*Die Aussage ist nur dann eindeutig auktorial, wenn der Perspektivträger nicht aus anderen Zusammenhängen heraus darauf schließen kann, dass Lisa tatsächlich ängstlich ist.

Obwohl die Beschränkungen für den Erzähler dieselben sind wie für die Figur, hat er es damit ungleich schwerer. Denn während es für die Figur ganz natürlich ist, nur aus ihrer Sicht zu erzählen, wirft das für den Erzähler einige Probleme auf, von denen die wichtigsten im Folgenden besprochen werden sollen.

Das Problem der Bezeichnung des Perspektivträgers

Wenn der Perspektivträger Tom heißt, sollte ihn der Erzähler dann nicht beim Namen nennen? Wenn er sich personal verhält, eigentlich nicht! Denn das entspricht nicht Toms Erlebenshorizont. Würde Tom seine Geschichte selbst erzählen, würde er sich selbst nur als ich benennen, keinesfalls als Tom. Niemand nennt sich selbst beim Namen, wenn er sich nicht gerade jemandem vorstellt. Die wenigen Ausnahmen gelten als sonderlich.

Die Sicht Toms, die der Erzähler einnehmen soll, erlaubt demnach den Namen Tom nicht. Der gehört allein in die Außenperspektive, schafft also Distanz. Statt des ich verwendet der Erzähler das Personalpronomen in der dritten Person er.

Es klingt sicher unlogisch, dass ausgerechnet das Pronomen in der dritten Person für die Sicht der Figur stehen soll, und wie das genau im Kopf des Lesers funktioniert, kann ich leider auch nicht beantworten. Aber zum einen ist es nun mal das genaue Pendant zum ich der Figur. Ein Text, der von der Figur selbst erzählt wird, der also das ich verwendet, lässt sich nahezu reibungslos in einen Text verwandeln, der das personale er verwendet, die Sicht der Figur bleibt erhalten. Zum anderen ist dieses er so in der Erzähltradition verwurzelt, dass es sich dem Leser im Rahmen seines Vertrags wahrscheinlich einfach schon weit genug angeschmiegt hat.

Das Personalpronomen in der dritten Person fungiert also letztlich einfach als Ersatz für das in der ersten. Während letzteres aber eindeutig ist, beanspruchen ersteres in der Regel noch weitere Figuren innerhalb der Geschichte für sich. Dann zwar in der Außenperspektive, dennoch mit der Gefahr von Zuordnungsproblemen. Aus diesem Grund wird es sich für den Erzähler nicht vermeiden lassen, den Perspektivträger ab und an beim Namen zu nennen:

Peter kam angerannt. Er setzte sich erst einmal.
Peter kam angerannt. Tom setzte sich erst einmal.

Das Problem endet aber nicht beim Namen. Toms Sicht lässt auch keine Alternativbezeichnungen zu: der Junge, der Schüler, der Fünfzehnjährige, der Schlaukopf, der Frechdachs … All das sind Bezeichnungen, die nur von einem Außenstehenden verwendet werden. Für den sich personal verhaltenden Erzähler sind sie tabu, um damit auf den Perspektivträger zu referieren.

Das Problem der Bezeichnung des Umfelds

So wie Tom auf sich selbst anders referiert als andere Figuren auf ihn, gilt das auch im umgekehrten Fall: Tom wird in der Regel Peter nicht als mein Freund bezeichnen, seine Mutter nicht als Frau Baumann. Auch benennt er sein Zuhause als sein Zuhause, geht nicht etwa in die Lindenstraße 17.

Diesem Prinzip muss auch der Erzähler folgen, wenn er sich personal verhalten soll. Ansonsten begeht er einen Perspektivbruch:

Er fragte den Sechzehnjährigen.
Er fragte Peter.

In diesem Moment wurde er sich bewusst, wie sehr er das hübsche Mädchen liebte.
In diesem Moment wurde er sich bewusst, wie sehr er Dana liebte.

Frau Baumann konnte echt nerven.
Mama konnte echt nerven.
(Seine Mutter konnte echt nerven.)

Er hatte heute keine Lust, ins Franz-Kafka-Gymnasium zu gehen.
Er hatte heute keine Lust, zur Schule zu gehen.

Das Problem mit dem Nichtwissen

Der Erzähler, der sich personal verhält, muss zu jedem Zeitpunkt der Erzählung überprüfen, was seine Figur zu eben diesem Zeitpunkt, an diesem Handlungsort und in dieser speziellen Situation wissen kann, was sie wie erlebt und empfindet.

Tom weiß nicht, was Peter denkt oder wie er etwas erlebt. Bekommt er darüber von Peter Informationen, weiß er nicht, ob sie der Wahrheit entsprechen. Er weiß nicht, was zu Hause vor sich geht, wenn er selbst in der Schule ist. Und er weiß nicht, ob er rot wird, wenn er nicht gerade vor einem Spiegel steht.

Das Problem mit dem Wissen

Wie im Beispiel weiter oben schon gezeigt, wird Tom seinen Freund Peter nicht als den Sechzehnjährigen bezeichnen. Nicht nur, weil das sehr distanziert ist, auch weil in der Bezeichnung eine Information enthalten ist, die sich Tom nicht mehr bewusst machen muss: Peters Alter. Für Tom ist das eine ebenso tote Information wie der Name seiner Schule.

Nun könnten beide Informationen für den Leser interessant sein, weil er sie bis dahin noch nicht kennt. Der Erzähler, der sich personal verhält, befindet sich also in einem Dilemma. Er ist im Namen der Figur mit einem Fundus an (oft biographischem) Wissen ausgestattet, das für die Figur selbst keine aktuelle Bedeutung mehr hat, das aber dennoch an den Leser zu bringen ist.

Wenn es aber keinen aktuellen Bezug gibt, wenn es also aus Sicht der Figur keinen Grund gibt,  eine Information zu aktualisieren, ist es dem Erzähler bei personalem Erzählverhalten nicht gestattet, sich darüber hinwegzusetzen:

Er traf Peter, der sechzehn Jahre alt war.

Aber:
Er gab sich geschlagen. Peter war immerhin schon sechzehn.
Was sollte er seiner Mutter zum Geburtstag schenken? Der Fünfzigste war schließlich etwas Besonderes.

Personales Erzählverhalten geht also mit einigen Beschränkungen einher, die den Erzähler (respektive den Autor) dazu zwingen, für manches Problem eine geschickte Lösung zu finden, die schon mal einen kleinen Umweg gehen kann (etwa wenn eine ganze Szene erdacht wird, um Peters Alter zu verraten).

Schlussendlich können diese Beschränkungen einer der Gründe sein, dem Erzähler die Anweisung zu geben, sich auktorial zu verhalten, sei es auch nur ganz wenig. Das wird dann nächste Woche das Thema sein.

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Beruf: Erzähler: Ich, ich, ich!

Wer sich schon an dieser Stelle Informationen zum klassischen Ich-Erzähler erhofft, der sei auf einen späteren Artikel vertröstet. Hier bleiben wir noch viel allgemeiner.

Denn wenn wir uns einen Erzähler als eine Figur vorstellen wollen, wie in der Einleitung angedeutet, dann wird er von sich selbst, wie jede andere Figur auch, in der ersten Person sprechen. Da diese Vorstellung es schon voraussetzt, muss ich hier nicht zusätzlich betonen, dass der Erzähler nicht der Autor ist.

Der Unterschied zwischen dem Ich des Erzählers und dem Ich einer anderen Figur ist nur, dass letzteres nur in wörtlicher (direkter) Rede auftritt. Genauer gesagt, dass nur die wörtliche Rede der Figur als solche gekennzeichnet wird (in welcher Form auch immer, manche Texte verlassen sich dabei nur auf den Kontext). Demzufolge erkennt der Leser jedes Ich, das außerhalb der als wörtliche Rede gekennzeichneten Textstellen auftritt, als das des Erzählers.

Aber Moment! Es gibt doch unzählige Texte, in  denen der Erzähler nie „ich“ sagt. Kein Problem. Eine Figur muss ja in der Geschichte nicht zum Sprechen kommen. Beinahe jede Geschichte führt Figuren mit sich, die mangels Dialogpassagen nicht ein einziges Mal die Möglichkeit dazu bekommen.

Der Erzähler bleibt allerdings auch dann, wenn er sich nicht direkt zu Wort meldet, eine der wichtigsten Figuren des Textes. Dazu mehr im nächsten Artikel.

Zuletzt aber noch einmal eine Veranschaulichung des bisher Geschriebenen:

Rosie trennte sich im Mai von ihrem Freund. Sie hatte nur einen Verdacht, aber der reichte ihr, um die Hochzeit abzublasen. Ihre Freundin Sabine unterstützte sie bei der Entscheidung. Und sie half ihr, auf andere Gedanken zu kommen. „Lass uns ans Meer fahren“, forderte sie Rosie gleich nach der Trennung auf. Noch am selben Abend fanden sich beide in einem Hotel in Warnemünde wieder.

Hier haben wir es ja wohl mit einem Erzähler zu tun, der sich weitgehend aus allem heraushält und der in der dritten Person erzählt. Das kann natürlich den ganzen Roman so weitergehen, ohne dass sich der Erzähler ein einziges Mal als „Ich“ zu erkennen gibt. Was aber, wenn es folgendermaßen weitergeht?

Rosie trennte sich im Mai von ihrem Freund. Sie hatte nur einen Verdacht, aber der reichte ihr, um die Hochzeit abzublasen. Ihre Freundin Sabine unterstützte sie bei der Entscheidung. Und sie half ihr, auf andere Gedanken zu kommen. „Lass uns ans Meer fahren“, forderte sie Rosie gleich nach der Trennung auf. Noch am selben Abend fanden sich beide in einem Hotel in Warnemünde wieder.

Am nächsten Morgen lernte ich sie kennen.

Da ist er plötzlich, unser Erzähler. Und so könnte er sich theoretisch in jedem Roman zu jeder Zeit von eben auf gleich zu Wort melden, obwohl das natürlich nicht empfehlenswert ist, wenn es nicht zur grundsätzlichen Struktur der Erzählung gehört.

Das aber will dieser Artikel deutlich machen: Betrachten wir den Erzähler als Figur, gehört zu ihm immer ein Ich, ob wir es im Verlauf der Geschichte kennenlernen oder nicht.

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Ein Rad bis morgen

Jetzt wird es aber Zeit! Nur noch bis morgen kann man bei Audible „Drohende Schatten“, die erste Folge des Hörbuchs „Das Rad der Zeit“ von Robert Jordan, gelesen von Helmut Krauss, der Synchronstimme von Marlon Brando und Samuel L. Jackson, gratis herunterladen.

Warum? Weil das Hörbuch sein einjähriges Jubiläum feiert.

Vielen Dank für diese tolle Info an Feenfeuer, wo man noch weitere Informationen zu dieser Aktion und dem Hörbuch findet.

Die Sündenheilerin auf YouTube

Geschichtenweberin und Montsegúrlerin Melanie Metzenthin veröffentlicht nach ihrem Jugendfantasyroman „Die Kinder der Feuersäule“ im Juli bei Piper den Historischen Roman „Die Sündenheilerin“.

Mit dem neuen Trailer kann man sich schon einmal darauf einstimmen:

Mehr Infos zum Buch und die Möglichkeit, es gleich vorzubestellen, gibt es beim Verlag. Dort heißt es über das Buch:

Sie lindert das Leid der anderen. Doch kann sie auch sich selbst retten?

Nach einem schweren Schicksalsschlag lebt Lena zurückgezogen im Kloster. Als Dietmar von Birkenfeld die junge Frau auf seine Burg ruft, damit sie seiner kranken Gemahlin hilft, muss Lena ihre Zufluchtsstätte jedoch verlassen. Denn sie hat eine seltene Gabe: Sie erspürt die tiefen seelischen Leiden der Menschen und vermag sie auf wundersame Weise zu heilen. Während ihres Aufenthalts auf Burg Birkenfeld begegnet Lena noch anderen Gästen: Philip Aegypticus ist zusammen mit seinem arabischen Freund Said in den Harz gereist, um die Heimat seines Vaters kennenzulernen. Der ebenso attraktive wie kluge Philip bemerkt schon bald, dass auf der Burg manch düsteres Geheimnis gehütet wird. Und er entdeckt, dass die feinfühlige Lena sich in Gefahr befindet.

Annalise-Wagner-Preis bis 15. März

In einer Mail der Annalise-Wagner-Stiftung wurde ich auf folgende Ausschreibung hingewiesen:

Die Annalise-Wagner-Stiftung aus Neubrandenburg schreibt in diesem Jahr zum 20. Mal den mit 2.500 Euro dotierten Annalise-Wagner-Preis für Texte aus der oder über die Region Mecklenburg-Strelitz im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern aus – und freut sich bis zum 15. März 2011 auf Bewerbungen und Vorschläge.

Der Annalise-Wagner-Preis wird seit 1992 vergeben an einen wissenschaftlichen, populärwissenschaftlichen oder belletristischen Text aller Gattungen und Genres, der inhaltlich auf die Region „Mecklenburg-Strelitz“ bzw. auf das Gebiet des historischen „Stargarder Landes“ Bezug nimmt oder der von Autoren verfasst wurde, welche in dieser Region leben. Der Text soll bereits publiziert sein (aber nicht älter als drei Jahre) oder als druckreifes Manuskript vorliegen.

Willkommen sind sowohl Eigenbewerbungen von Autorinnen und Autoren, als auch Vorschläge von Leserinnen und Lesern! Sie müssen der Annalise-Wagner-Stiftung zusammen mit einem Exemplar des Textes schriftlich bis zum 15. März vorliegen. Nach der Juryarbeit werden alle Manuskripte und Publikationen zurückgegeben. Die jährlich neu zusammengesetzte Jury wählt bis Juni 2011 die diesjährige Preisträgerarbeit aus und kann – zusätzlich zum Annalise-Wagner-Preis – eine mit 200 Euro dotierte „Lobende Anerkennung“ an junge Autoren (bis 27 Jahre) vergeben.

Mit der Preisvergabe und der öffentlichen Ehrung der Preisträger erfüllt die Stiftung ein Vermächtnis der verdienstvollen Neustrelitzer Heimatforscherin und Autorin Annalise Wagner (1903 – 1986). Der von Annalise Wagner testamentarisch gestiftete Literaturpreis setzt in diesem Jahr bereits zum 20. Mal ein Zeichen für den Wert von Texten für das Gedächtnis einer Region, für Literatur aus und über den Südosten Mecklenburg-Vorpommerns.

Mehr Infos gibt es in diesem PDF:

Annalise-Wagner-Preis_2011_Ausschreibung_PDF

Biografische Unterstützung in Dialogen

Heute geht es um einen eher speziellen Fall, mit dem ich selbst gerade zu tun hatte, der aber möglicherweise vielen Schreibenden schon untergekommen ist.

Stellen wir uns vor, wir brüten gerade über einer Szene, die eigentlich ein klares Ziel hat und zu der uns dennoch nicht so richtig etwas einfallen will. Das Problem ist der Dialog.

Ein ganz konkretes Beispiel: Sagen wir, wir haben einen Prota, der vor einiger Zeit von seiner Freundin verlassen wurde. Nun hat er ein Date mit einer anderen.

Wir wollen im Verlauf der Szene zeigen, dass der Prota allen guten Vorsätzen zum Trotz noch immer an seiner Ex hängt. Etwa indem er seine Datepartnerin ständig mit ihr vergleicht, im Gespräch immer wieder an vergangene Situationen mit der Ex denken muss usw.

Schön und gut. Klar ist, das Ziel, das wir mit der Szene verfolgen, ist vollkommen losgelöst vom Dialog, den die beiden führen werden. Denn in der Regel wird sich der Prota mit seinem Date nicht über seine Ex unterhalten. Schon gar nicht mit dem Ziel, gemeinsam Klarheit über seine Gefühle zu erhalten. Dieses Ziel ist ein unterschwelliges, das an den Leser gerichtet ist.

Worüber aber werden sich die beiden unterhalten? Da sitzt man als Autor dann manchmal, will einen pointierten Dialog schreiben, überlegt, worüber man sich selbst denn so bei ersten Dates unterhalten hat, sucht nach Möglichkeiten, dabei das Ziel der Szene nicht aus den Augen zu verlieren usw.

Der Leser soll sich ja nicht bei irgendeinem belanglosem Flirtgeplänkel langweilen.

Hier (und in anderen Szenen, bei denen man dasselbe Problem hat) ist die Biografie der Figuren ein guter Schlüssel zum Erfolg. Ob es die berufliche Karriere, besondere Erlebnisse, die Familie oder Wünsche und Vorhaben sind – solche Dinge eignen sich hervorragend für ein Gesprächsthema.

Natürlich wählt man solche Dinge aus, die auch für den Leser neu und hoffentlich von Interesse sind. Gut lassen sich hier Infos streuen, die später noch von Bedeutung sind.

Allerdings muss man dennoch vorsichtig sein. Es droht der Infodump! Ein solcher Dialog muss mit viel Fingerspitzengefühl gestaltet werden, damit er einerseits den Anschein der Natürlichkeit wahrt, andererseits im Sinne des Szenenziels von Bedeutung bleibt.

Also immer das eigentliche Ziel im Hinterkopf haben und so weit als möglich mit jedem Satz, jedem Wortwechsel auf dieses Ziel hinarbeiten. Anders gesagt, die Entwicklung des Szenenkonflikts hat weiter absolute Priorität.

Von Goblins und Einhörnern

Fantasy-Schreiber können sich freuen, denn gleich zwei frische Ausschreibungen widmen sich beliebten Wesen der phantastischen Literatur.

So erfährt man auf Feenfeuer, dass der Verlag Torsten Low Geschichten um die sagenhaften Einhörner sucht, die dieses Jahr in einer Anthologie erscheinen sollen.

Für diejenigen, die sich lieber dem jüngeren Lesepublikum widmen und sich dafür auch gern mal ein bisschen mehr Platz gönnen, bietet Arcanum die Kinderbuch-Ausschreibung zum Thema „Der kleine Goblin“ an.

Beide Ausschreibungen laufen bis zum 30.04.2011. Mehr Informationen gibt es unter den entsprechenden Links. Auf diesem Blog werde ich später noch einmal umfangreicher darauf hinweisen.

Gedanken zur Inquitformel

„Du sollst nicht so oft ’sagte‘ schreiben!“, sagte sie.
„Warum nicht?“, fragte er.
Sie schlug auf den Tisch und sagte: „Weil sich das nicht gehört!“
„Warum nicht?“, fragt er.
„Das sagen alle“, sagte sie.

„sagte sie, sagte er, fragte sie, …“ sind die sogenannten Inquitformeln, Einschübe in den Dialog, die so genannt werden nach dem lateinischen inquit, er sagt, er sagte.

Und viele werden der Sie in dem Beispieldialog sofort recht geben, wenn sie fordert, nicht ständig das „sagte“ zu wiederholen.

Nun haben Inquitformeln vor allem eine Funktion: Sie kennzeichnen im Dialog, welcher Figur welche Dialogzeilen zuzuordnen sind. Denn leider können wir ja nicht mit verstellten Stimmen schreiben. Oder doch? Vielleicht zum Teil.

Indem wir den Figuren durch Wortwahl, Stil und Sprechweise eigene Stimmen geben, können wir manche Inquitformel vermeiden. Auch das Gesagte selbst kann idealerweise deutlich machen, von wem es stammt.

Und doch werden wir immer wieder, vor allem dann, wenn mehrere Figuren am Dialog beteiligt sind, mit Inquits eindeutig machen müssen, wer der jeweilige Sprecher ist.

Nun kommt die Zeit der Synonyme, denn schließlich ist eine der ersten vielbeschworenen Regeln für angehende Autoren, man solle unbedingt Wiederholungen vermeiden. Man sollte diese wie jede andere Schreibregel schon allgemein mit Vorsicht betrachten, aber wie sieht es speziell bei den Inquits aus?

„Du sollst nicht so oft ’sagte‘ schreiben!“, sagte sie.
„Warum nicht?“, fragte er.
Sie schlug auf den Tisch und antwortete: „Weil sich das nicht gehört!“
„Warum nicht?“, wollte er wissen.
„Das sagen alle“, entgegenete sie.

Na also, geht doch. Keine der Inquitformeln wiederholt sich. Allerdings ist dieser Dialog auch recht kurz. Was, wenn wir eine lange Dialogpassage haben? Finden wir dann noch genug Synonyme?

„Du sollst nicht so oft ’sagte‘ schreiben!“, forderte sie.
„Warum nicht?“, staunte er.
Sie schlug auf den Tisch und schrie: „Weil sich das nicht gehört!“
„Warum nicht?“, wiederholte er.
„Das sagen alle“, beharrte sie.

Man muss eben kreativ sein. Die beiden könnten auch etwas meinen, klarstellen, betonen, rufen, flüstern, …

Aber halt, ganz so einfach ist es nicht. Und mancher Lektor beginnt hier vielleicht schon, skeptisch eine Augenbraue zu heben. Die Meinungen darüber, was man als Inquitformel verwenden kann, soll und darf, gehen weit auseinander. Aber wo liegt das Problem?

„sagen“ und „fragen“ sind sehr neutrale Inquits, die kaum mit  Nebenbedeutungen belastet sind. Ähnlich sieht es mit „entgegnen“ und „antworten“ aus.

„rufen“, „schreien“, „flüstern“, whispern“ und ähnliche Verben sagen zusätzlich etwas aus zur Intensität, mit der der Sprecher etwas sagt. Wenn es passt, okay. Aber nur, um „sagte er“ nicht zu wiederholen, sollte man sicher nicht jeden Dialog zu Flüstern und Schreien werden lassen.

Wirklich kritisch wird es aber mit solchen Inquits, die in der Bedeutung weit über das einfache Ausprechen der Worte hinausgehen. Um den Artikel nicht ausufern zu lassen, will ich hier mal ein paar Problemfälle deutlich machen, die, wie ich hoffe, das Problem insgesamt deutlich machen:

„Was mich mal total interessiert: Hast du ein Auto?“, wollte sie wissen.
„Nein, habe ich nicht“, verneinte er.

Natürlich erfüllen diese Inquitformeln noch immer die Grundfunktion, nämlich die Sprecher zu kennzeichnen. Aber darüber hinaus liefern sie weitere Informationen. Und diese sind vollkommen redundant!  Dass sie etwas wissen will, weiß der Leser bereits, wenn er ihre Frage liest. Dass er verneint, wird ebenfalls aus dem Gesagten selbst deutlich. Die Informationen sind überflüssig und haben damit im Text nichts zu suchen.

Es stellt sich also die Frage, ob man, wenn man nur noch solche mit Redundanz belasteten Inquits als Synonyme zur Verfügung hat, nicht doch lieber wiederholt.

„Das war ein guter Witz“, lachte sie.
„Fand ich auch“, prustete er.

Inquitformeln, die man immer wieder liest. Was sie aber in manchen Augen nicht unbedingt besser macht. Denn ich bin sicher, den Wenigsten wird es gelingen, einen Satz zu lachen oder zu prusten. Man kann den Satz aussprechen und danach lachen. Oder davor. Gern auch beides. Man kann zwischen den Worten lachen. Gleiches gilt für das Prusten. Aber man kann sich nicht lachend artikulieren. Und falls es Leute gibt, die es doch können, müsste das Gegenüber mit Sicherheit antworten: „Ich habe kein Wort verstanden.“

Korrekt wäre also entweder „sagte sie und lachte“ oder bestenfalls „sagte sie lachend“.

Während diese beiden Formeln dennoch von den meisten Lektoren (vielleicht nicht immer lachend) akzeptiert werden dürften, treibt gerade diese problematische Form schnell seltsame Blüten:

„Was für ein schöner Morgen“, öffnete sie das Fenster.
„Ich muss los!“, rannte sie aus dem Haus.
„Entschuldige bitte“, staubsaugte sie direkt vor seinen Füßen.

Meine Empfehlungen lauten daher:

  1. Verwende Inquitformeln sparsam, wenn du sie mithilfe der kennzeichnenden Figurenrede und durch inhaltliche Klarheit vermeiden kannst, ohne dass der Leser raten muss, wer gerade spricht.
  2. Scheue nicht die einfachen Formen, etwa sagen, fragen, antworten, entgegnen. Das Problem der Wiederholung wird hier oft überschätzt, weil der Leser (sofern er nicht selbst schreibt und „regelkundig“ ist) solche Inquits gewohnt ist, sie praktisch überliest und als Information nur herauszieht, wer spricht.
  3. Wo du doch glaubst, Wiederholung vermeiden zu müssen, suche nach solchen Verben, die von der Bedeutung her nicht überladen sind, die treffend sind und die sich mit dem Akt des Sprechens vereinbaren lassen.
  4. Vermeide Redundanz.
  5. Versuche nicht, Verben als Inquitformel zu verwenden, die eigentlich Tätigkeiten bezeichnen, die während des Sprechens (nebenher) ausgeführt werden.

Ich für meinen Teil nutze hin und wieder eine weitere Gruppe von Verben, die möglicherweise nicht jeder gelten lassen würde. Sie stelle ebenfalls einen Grenzbereich dar:

„Welch großartiges Bauwerk“, schwärmte er.
„Das ist mein Lieblingsessen!“, frohlockte sie.
„Er war ein treuer Partner“, trauerte sie.
„Ich bin angenommen“, freute er sich.

Keines dieser Verben ist strenggenommen ein Verb des Sprechens. Wer jedoch schwärmt, tut das meist, indem er spricht. Anders gesagt, ist der Sprechakt Teil des Schwärmens, Frohlockens, Trauerns oder Freuens. Das, was die Figur sagt, ist Ausdruck ihres Schwärmens, …

„freute er sich“ fällt für mich ein bisschen aus dieser Reihe heraus und ich persönlich würde es eher nicht nutzen. Vermutlich, weil es doch eher die Assoziation des Zusätzlichen als des Übergeordnenten zulässt:

„Welch großartiges Bauwerk“, sagte er und schwärmte.
„Ich bin angenommen“, sagte er und freute sich.

Der erste Satz will nicht so richtig funktionieren. Wir können das Schwärmen von der Aussage nicht loseisen. Mit dem Freuen geht das problemlos.

Inquitformeln sind also letztlich weitgehend auch eine Geschmackssache. Wie weit man gehen kann, wird möglicherweise letztendlich vom jeweiligen Lektor bestimmt. Mit etwas Glück ist der kompromissbereit. Wer auf dieses Glück nicht bauen will, sollte sich hinsichtlich der Formeln vielleicht schon frühzeitig etwas zügeln.

PB-Plotten: 15 – Recherche 2

Der gesamte Plot ist geplant und hoffentlich noch einmal durchgecheckt, dann kann es ja losgehen mit dem Schreiben. Doch vermutlich wird sich längst noch einiges ergeben haben, was noch zu recherchieren ist. Sollte man das nicht schon nebenher erledigt haben, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt dafür. Nicht zuletzt, weil es auch noch einmal durchatmen lässt, bevor es losgeht.

Möglicherweise gibt es im Plot mithilfe der Recherche auch noch Löcher zu stopfen. Auch könnte mancher Fehler durch die erneute Recherche erst aufgedeckt werden. Also auch für denjenigen, der als nächstes seine Unterlagen für die Verlags- oder Agenturbewerbung erstellen will, nicht zu verachten.

Ob wir als nächstes mit dem Schreiben der 1. Fassung beginnen oder ein Probekapitel erstellen, die Recherche sollte so umfangreich sein, dass wir mit der Überzeugung ans Schreiben gehen, diesen Prozess nicht mehr für weitere Recherchen unterbrechen zu müssen.

Daher sei noch einmal deutlich gesagt, dass auch die kleinen Dinge zu recherchieren sind: Weiß man etwa, wann für eine Verkäuferin im Supermarkt die Frühschicht beginnt oder wie viel sie in etwa verdient? Lebt ein Hirsch in einer Rotte, einer Herde oder einem Rudel? Gibt es den Golf Baujahr ’95 überhaupt in der Kombination 60 PS und Automatik? Wenn in meiner Geschichte ein übergroßer Tiger von 1,80  Meter Schulterhöhe vorkommen soll, wie lang ist der dann vom Kopf bis zum Schwanz?

Das Problem stellen gerade solche Fragen dar, an die man nicht so einfach denkt. Noch schlimmer sind nur die, von denen man sich sicher ist, man wüsste die Antwort. Wer also immer von einer Herde Hirsche spricht, wird vermutlich gar nicht mehr nachschlagen.

Leider finden sich immer Leser, die es besser wissen. Und die  wenigsten schauen über solch scheinbare Kleinigkeiten großzügig hinweg. Daher sollte man auch das, was man zu wissen glaubt, lieber noch einmal hinterfragen.

(PB-Plotten: Die Liste)

PB-Plotten 11: Schlüsselszenen

Zunächst mal steht wieder die Frage nach der Reihenfolge. Wäre es nicht sinnvoller, sich nach den Nebenkonflikten mit den Nebenfiguren zu beschäftigen? Da spricht nichts dagegen.

Der Grund, warum ich es anders halte, ist der, dass ich nicht Gefahr laufen möchte, mich bei der Entwicklung des Plots zu sehr von Nebenfiguren beeinflussen zu lassen. Bauchschreiber können ein Lied davon singen, dass Figuren jedweder Art gerne mal ein Eigenleben entwickeln. Und auch die eifrigsten Planer sind dagegen nicht völlig gefeit.

Habe ich noch keinen gefestigten Plot und entwickle nun akribisch meine Nebenfiguren, kann es durchaus passieren, dass eine, die mich besonders fasziniert, über sich hinauswächst und mir im wahrsten Sinne des Wortes meine Pläne durchkreuzt. Mein Plot soll aber von den Hauptfiguren getragen, von den Neben- und Randfiguren bestenfalls gestützt werden.

Ich lasse also die Nebenfiguren zunächst einmal links liegen und stürze mich auf die Schlüsselszenen. Das sind all jene Szenen, die entscheidend zur Entwicklung des Konflikts beitragen. Mit „entscheidend“ meine ich, dass sie entweder einen Wendepunkt in der Konfliktentwicklung oder einen sprunghaften Fort- oder Rückschritt darstellen. Auch solche gehören dazu, in denen sich die Bedingungen für den Konflikt grundlegend ändern. Ebenso die, in denen der Protagonist sich in wichtigen Entscheidungssituationen befindet. Und natürlich die Szene, in der sich der Konflikt herausbildet und jene, in der er aufgelöst wird.

In der Regel haben wir wenig Probleme damit, die Schlüsselszenen ausfindig zu machen, zumindest dann nicht, wenn es sich um die Werke anderer handelt. Es sind diejenigen Szenen, an denen wir uns bei der Nacherzählung eines Films oder Buchs entlanghangeln. Ich darf das mal in etwa am Beginn meines Romans „Das Lächeln der Kriegerin“ demonstrieren, ohne allzu viel zu verraten:

  • Lothiels Vater wird in einem Kampf mit Wegelagerern schwer verletzt,
  • Lothiel trifft auf den schwer verletzten Boten Rochon, der die Nachricht vom Überfall auf die Grenzfeste zur Königin bringen soll,
  • Lothiel will die Aufgabe des reituntauglichen Boten übernehmen, doch ihr ebenso hilfloser Vater entscheidet, dass sie nur nach Waldruh reiten darf, um dort einen neuen Boten zu finden,
  • Lothiel muss erkennen, dass der Feind bereits Waldruh eingenommen hat und sieht ihre Aufgabe als gescheitert an,
  • Lothiel ist fast wieder zu Hause, als sie beschließt, die Anweisungen ihres Vaters zu missachten und sich auf den Weg zur Königin zu begeben,
  • in Iden glaubt Lothiel, doch noch den Auftrag loswerden und heimkehren zu können, doch auch der Feind hat Iden erreicht – Lothiel muss ihren Weg fortsetzen,
  • Lothiel gerät mit einem Vorposten des Feindes aneinander und tötet die Männer, was ihr fortan schwer zu schaffen macht,
  • Lothiel erreicht die Königsstadt und kann die Nachricht vom Angriff überbringen; sie hofft, so schnell wie möglich zu ihren Eltern zurückkehren zu können.

Wie auch bei der nachfolgenden Szenenplanung ist es jedem selbst überlassen, wie intensiv er jede einzelne Szene vorplant. Manchem reicht es, jede Szene wie im obigen Beispiel in ein bis zwei aussagekräftigen Sätzen zusammenzufassen oder ihr gar nur einen Titel zu verpassen, es gibt aber auch durchaus diejenigen, die zu jeder Szene eine Art Klappentext oder gar ein Szenenexposé entwickeln.

Autorenprogramme bauen meist auf der Szenenplanung auf und bieten die Möglichkeit, jede Szene einzeln zu betiteln, ihr Stichwörter, Figuren, Werte wie Spannung, Humor, Information usw., Uhrzeit- und Datumsangaben, Inhaltsangaben und vieles mehr beizufügen.

Gleich wie sparsam oder umfangreich man nun die Szenen vorplant, vergessen sollte man nicht, dass auch jede Szene optimalerweise konfliktbasiert ist und einen eigenen Spannungsbogen aufweist. Ein paar Notizen dazu können keinesfalls schaden.

(PB-Plotten: Die Liste)

Leonce und Lena bis 15.09.10

Ausschreibung

Wie in jedem zweiten Jahr, schreibt die Stadt Darmstadt für das Jahr 2011 den Leonce-und-Lena-Preis in Höhe von 8.000,00 EUR und die Wolfgang-Weyrauch-Förderpreise in Höhe von insgesamt 8.000,00 EUR für deutschsprachige Lyrik aus. 2011 findet der Literarische März zum 17. Mal statt.

Teilnahmeberechtigung und Bewerbungsmodalitäten

Bewerbungen sind online erwünscht. Dafür bitte das Onlinemeldeformular unter Bewerbung ausfüllen.

Teilnehmen können deutschsprachige Autorinnen und Autoren, die nicht vor 1975 geboren sind.

Es können bis zu 12 Gedichte eingereicht werden.

Die eingereichten Gedichte dürfen zum Zeitpunkt der Bewerbung nicht in Buchform in einem Verlag erschienen sein.

Die Rechte an den Texten liegen ausschließlich bei den Verfassern.

Es bleibt den Bewerbern überlassen, ob sie auf den einzelnen Gedichten ihren Namen vermerken.

Einsendeschluss ist der 15. September 2010.

Bewerbung auf dem Postweg sind zu richten an:

Wissenschaftsstadt Darmstadt
Kulturamt
Frau Kanita Hartmann
Frankfurter Straße 71
64293 Darmstadt

Telefon 0 61 51/13 33 37 (vormittags)

Alle Infos unter: http://www.literarischer-maerz.de/

Mit Iny und Elmar auf Du und Du

Es wird wenige Leser in Deutschland geben, die nicht wenigstens mal einen ihrer Romane in der Hand gehalten oder davon gehört haben: Iny und Elmar Lorentz bereichern mit ihren gemeinsam geschriebenen Werken die Buchläden unter vielen Namen.

Von den Bestsellerlisten gar nicht mehr wegzudenken sind die Romane von Iny Lorentz („Die Wanderhure“, „Das Vermächtnis der Wanderhure“, „Die Kastellanin“, …). Aber auch als Diana Wolrath, Nicola Marni, Mara Volkers, Eric Maron, Anni Lechner sowie Iny Klocke und Elmar Wolrath erreichen sie Scharen von Lesern.

Neben der offiziellen Homepage von Knaur zu Iny Lorentz betreiben die beiden seit einiger Zeit auch eine private Homepage, auf der es viele interessante Informationen  und Geschichten zu allen Aktivitäten des literarisch äußerst umtriebiegen Paares gibt.

Neben umfangreichen Neuigkeiten, auch zur aktuellen Verfilmung der Wanderhure mit Alexandra Neldel, den Büchern aller Pseudonyme, einer sehr informativen Biographie der beiden und einer sehr schönen Galerie findet man dort auch Reiseberichte und ein Tagebuch.

Einfach mal hinklicken, es lohnt sich!

Online den Stil verbessern

Andrea Bottlinger leitet demnächst einen neuen Online-Schreibkurs. Der wird von der VHS Birkenfeld über die Lernplattform Moodle angeboten und steht unter dem Titel „Kreatives Schreiben – Verbessern Sie Ihren Schreibstil“.

Der Kurs geht über acht Wochen, beginnt am 4. September, kostet 96,- Euro und richtet sich vorrangig an Schreibanfänger und Hobbyschreiber. Genauere Informationen zum Programm und zur Anmeldung sowie zur Kursleitung gibt es hier.

Wie bringe ich das nur unter?

Wenn man sich als Autor erst einmal mit seinen Figuren beschäftigt hat, mit Details der Handlung oder einer Szene, fällt es manchmal schwer, alles, was man sich da zurechtgelegt hat, auch unterzubringen.

Das ist eigentlich auch gut so, denn nicht alles ist für den Leser zum Verständnis wichtig. Wird ein Detail im Verlauf der Handlung doch noch wichtig oder kann man sich partout nicht davon trennen, sollte man es geschickt einbauen.

Ich bin mir sicher, der Autor, der den folgenden, etwas abgewandelten Textausschnitt geschrieben hat, hatte genau diese Intention:

Herr Freund näherte sich ihrem Tisch. „Darf ich?“
„Natürlich“, sagte Moni zwischen zwei Bissen von ihrem Schnitzel.

Es war ihm wichtig, dem Leser mitzuteilen, was es zum Mittagessen gab. Leider gibt er dem Leser mit dieser Methode weit mehr Informationen als beabsichtigt (da ich den Rest des Textes kenne, kann ich das einschätzen).

Die Art, wie Moni reagiert, vermittelt nämlich, dass sie entweder generell sehr unhöflich ist oder zumindest in dieser Situation. Dabei wollte der Autor nur sagen, dass sie gerade Schnitzel isst.

Es heißt also, sehr vorsichtig zu sein. Man könnte das Schnitzel, wenn man es denn unbedingt braucht, auf diverse Arten in den Text einbringen, nicht zuletzt mit einem einfachen Aussagesatz.