Humor

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Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
Vom Schreibtisch
(Foto: © Marko Tomicic)

Ich darf mich nicht beschweren. Bin ja selbst schuld. Wer kommt auch auf die blöde Idee, die erste Kurzgeschichte nach gefühlt 100 Jahren müsse eine humorvolle sein? Offenbar ich. Blöd!

 

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SchickLit von Anna

Anna Koschka: Naschmarkt

Anna Koschka: NaschmarktBevor du den Zeigefinger hebst und schimpfst, sage ich es gleich vorweg: Anna Koschka ist das Pseudonym meiner Freundin. Dieser Umstand wäre sicher ein guter Grund für dich, diese Rezension nicht allzu ernst zu nehmen. Denn natürlich lobe ich sie. Das macht man doch so – schon unter Freunden, erst recht in einer Beziehung. Ich bin also parteiisch. Trotzdem: Ich habe das Buch gelesen und sage meine Meinung darüber. Ich hätte es ja auch leichter haben können. Das Buch ist schließlich bereits seit fast einem Jahr auf dem Markt. Aus Zeitgründen habe ich es nur im Schneckentempo gelesen und schreibe die Rezension erst jetzt, da ich mir die eigene Meinung bilden konnte. Wenn dir das trotzdem nicht aussagekräftig genug ist, findest du ja etliche und überwiegend sehr positive Rezensionen anderer Leser im Netz. Denn das Buch ist mehr als einen Blick wert. Es ist sehr gut! Da kann ich ja nichts dafür!

„Naschmarkt“ gefällt mir also. Und das, obwohl ich gar nicht die Zielgruppe bin. Naschmarkt versteht sich nämlich als ein Frauenroman. Genauer: ein unterhaltsamer Frauenroman, ein ChickLit. Aber wie eng man auch immer eine Zielgruppe definieren möchte, das bedeutet zunächst nicht mehr, als dass der Roman auf jeden Fall solchen Lesern zusagen soll. Es schließt aber nicht aus, dass der Roman nicht auch außerhalb der fokussierten Klientel fischen darf. Und das tut er!

Zunächst bei Leserinnen, denen der typische ChickLit gelegentlich zu flach ist. Sie finden schon in Dotti eine Protagonistin, die gar nicht typisch irgendwas ist. Sie ist intelligent, gebildet, schlagfertig und gleichermaßen Literatur- wie Katzennerd. Und sie hat den Happy Ends abgeschworen, die mag sie schon in Büchern nicht.

Dass die Literaturjournalistin sich plötzlich (wenn auch in einem mehr oder weniger literarischen Umfeld) doch den Männern, dem Flirten und vor allem dem Daten zuwenden soll, passt ihr daher ganz und gar nicht. Wenn sie dabei wenigstens interessante Leute kennenlernen würde und nicht nur völlig abartige …

Aber Moment! Dotti tritt mit ihrer witzigen Frustkolummne nicht nur einen neuen Hype los, sondern kommt dadurch dann doch mit mindestens einem männlichen Vertreter ihrer Spezies in Berührung, der sie dann doch ein wenig in ihren Grundfesten erschüttert und dem Leser die Hoffnung auf das von der Figur vielleicht doch gar nicht so generell verhasste Happy End lässt.

Dem Leser? Ja, halte dich fest! Das Buch gefällt auch den Herren der Schöpfung, das hat es bereits mehrfach bewiesen. Es ist großartig geschrieben, der Humor beinahe universell und der Grundkonflikt keiner, der nur Frauen angehen würde. Darüber hinaus kommt auch die Spannung nicht zu kurz. Nein, ein Krimi ist es nicht, aber Dotti muss mit kriminalistischem Gespür ein Rätsel aufklären, das einer hochkomplizierten Schnitzeljagd gleicht.

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Anna Koschka
Naschmarkt
Roman

Taschenbuch
Knaur TB 2012
ISBN: 978-3-426-51120-6

Verlagstext:

Dotti Wilcek hat der Männerwelt abgeschworen. Endgültig! Wer könnte weniger geeignet sein, eine Internetdatingagentur zu testen? Doch Dottis bissiger Blog über Männer, Mauerblümchen und Flirten für Anfänger spricht einer ganzen Generation von netzgeplagten Singles aus dem Herzen …

„Schon lange wollte ich nicht mehr so unbedingt in eine Geschichte hineinklettern wie in diese hier.“ Kerstin Gier

„Dotti ist das schärfste Mauerblümchen der Welt: charmant, klug und witzig.“ Gabriella Engelmann

„Sind wir nicht alle ein bisschen Dotti?“ Andrea Koßmann

Verlagsseite
Leseprobe
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Premierenlesung "Naschmarkt"

Premierenlesung "Naschmarkt"Mal wieder Lust auf eine Übung? Nein, dieses mal ausnahmsweise keine Schreibübung, denn zum Autorendasein gehört ja mehr als schreiben. Lesen zum Beispiel. Vorlesen, um genau zu sein. Wie wäre es also mal mit einer Leseübung?

Gerade erst habe ich mich mit Claudia wieder über die Auswahl der richtigen Textstellen für eine Lesung unterhalten, und wir sind uns einig, dass es richtige und falsche gibt. Denn für die meisten Menschen ist die Aufnahmefähigkeit beim Zuhören geringer als beim Lesen. Daher sind vor allem solche Stellen empfehlenswert, die auf irgendeine Art besonders pointiert sind (und zwar in sich, nicht nur im Gesamtzusammenhang). Ja, du denkst jetzt ganz zu recht an Humor. Das ist mit Sicherheit die Nummer 1 unter den Lesungsgewinnern. Pointiert kann sich aber auch auf Spannungsmomente beziehen, oder solche, die in ihrer Tragik ganz besonders ans Herz gehen.

Klar, wenn wir solche pointierten Stellen aus unseren Geschichten vorlesen wollen, sollten wir sie vorher entsprechend geschrieben haben. Und das gilt auch für die, um die es jetzt gehen sollen: Dialoge! Es gibt wahrscheinlich kaum dankbarere Vortragstexte als pointierte und damit knackige Dialoge – wenn man es schafft, sie auch so vorzutragen.

Also, versuch es doch einmal! Such dir aus einer deiner Geschichten oder auch einem deiner Lieblingsbücher eine längere Dialogpassage und lies sie laut (nicht nur einmal, es ist ja eine Übung). In dieser Übung geht es vor allem darum, den Figuren unterschiedliche Stimmen zu geben. Am besten natürlich solche, die in deiner Vorstellung zu ihnen passen. Achte dabei auf Folgendes:

  • Optimal für diese Übung sind drei Gesprächspartner. Du kannst ja nach einer Weile aufstocken, indem du dir eine weitere Textpassage mit mehr Dialogteilnehmern suchst.
  • Die Stimmen, die du den Figuren gibst, sollten für einen Zuhörer klar unterscheidbar sein. Übertreib es ruhig und verteile ungewöhnliche, vielleicht sogar extreme Stimmen.
  • Beim Lautlesen liegt die Betonung auf laut, also lies auch laut! Selbst eine Figur, die flüstert, muss noch gut zu verstehen sein.
  • Weil du es ja laut und mir verschiedenen Stimmen vorliest, kannst du Dialogkommentare (Inquits) wie „sagte Linda“ weglassen. Auch „schrie Linda“ brauchst du nicht, wenn du die entsprechende Aussage schreist.
  • Beachte also auch die „Regieanweisungen“ im Text, die du in deinen Vortrag einbauen kannst (lachen, räuspern usw.). Aber halt! Bleib sitzen! Es sei denn, du willst gleich noch für deine Schauspielkarriere üben.

Ein bisschen Inspiration gefällig?

Weitere Schreibübungen

LesBar: Wollen Sie nicht gewinnen?

LesBar, Foto: Anneka
LesBar, Foto: Anneka
© Anneka

„Guten Tag, Herr Mann.”
Die unbekannte weibliche Stimme am Telefon klingt freundlich. Ich versuche, ihr ebenso freundlich zu antworten. Woher sollte sie auch ahnen, dass ich an einem Dienstagvormittag viel zu tun haben könnte?
„Sie haben doch vor einiger Zeit mal an der Nordsüddeutschen Klassenlotterie Ostwest teilgenommen, richtig?”
„Richtig.” Sollten die Leute etwa zur Erkenntnis gelangt sein, dass sie mir einen Hauptgewinn unterschlagen haben? Trotz meiner angeborenen Skepsis spüre ich, wie mein Herz ein wenig die Brust hinaufklettert. Vermutlich will es kein Wort verpassen.
„Sehen Sie, Herr Mann, wir von der Nordsüddeutschen Klassenlotterie Ostwest finden es schade, dass langjährige Kunden wie Sie bei uns noch nicht gewonnen haben. Daher haben wir uns zu einer besonderen Aktion entschieden, bei der nur solche Kunden teilnehmen können, die in der Vergangenheit noch nicht …”

Ich sollte auflegen! Es ist nicht nur eine leichte Enttäuschung, die mein Herz wieder in sein Stammgefäß zurückrutschen lässt, auch schrillt eine Klingel in meinem Kopf: Pass auf! Sonst wirst du die nicht mehr los. Dennoch verspüre ich, möglicherweise aus puren Rachegelüsten heraus, einen gewissen Ehrgeiz in mir aufsteigen.

„Entschuldigen Sie”, sage ich, mein Hörergegenüber unterbrechend, das ungeachtet meiner unausgesprochenen Gedanken und meiner fehlenden Aufmerksamkeit in seinen Ausführungen fortgefahren ist. „Ich fürchte, ich kann mir das nicht leisten.”
„Was?”
„Noch einmal monatlich Geld für ein Los auszugeben.”
„Aber Sie bekommen doch fünf Lose auf einmal.”

Ich sollte wirklich auflegen, aber diese Logik reizt mich nur noch mehr. „Das kann ich mir erst recht nicht leisten.”
„Herr Mann, hören Sie mir doch erst mal zu. Es kostet Sie ja praktisch nichts. Und die Gewinnchancen …”
„Also schenken Sie mir die Lose?”
„Herr Mann, unterbrechen Sie mich doch nicht dauernd, sehen Sie, mit 97,99-prozentiger Sicherheit gehören Sie schon jetzt …”
„Ja, aber ich kann mir ja schon die Lose nicht leisten.”

Ich halte das eigentlich für ein Totschlagargument. Tatsächlich scheint die Frau zu stutzen.
„Aber, wenn sie doch so sicher gewinnen, haben Sie das Geld bald wieder drin. Also …” Sie klingt jetzt weniger freundlich, fast verärgert.
Ich passe mich ihrem Ton an. „Gute Frau, dann sagen Sie mir doch endlich, was die Lose kosten!”
„Also, wir haben fünf Achtellose für Sie bereitgestellt. Mit jedem haben Sie die Chance auf einen Gewinn in Höhe von bis zu einer Million Euro. Sie haben garantierte Gewinnchancen von …”
„Was muss ich zahlen?”
„… selbst mit dem kleinsten Gewinn …”
„Der Preis!”
„Es kostet Sie nur sagenhafte 54 Euro, die sie nahezu garantiert …”
„Sehen Sie!” Aus mir heraus schreit der Triumph. „Das kann ich mir nicht leisten!”
„Aber, Herr Mann. Das ist doch kein hoher Betrag, wenn Sie bedenken, dass Sie den Einsatz am Ende mit ziemlicher Sicherheit vielfach zurückbekommen!”

Ich bin von der Begriffsstutzigkeit der Dame enttäuscht. Ich beschließe, Sie endgültig mundtot zu machen. „Hören Sie. Ich habe das Geld nicht …”
„Aber wenn Sie doch gewinnen.”
„Dazu müsste ich es ja erst einmal haben. Wenn Sie wollen, können Sie mir natürlich den Betrag vorlegen. Wenn ich gewinne, zahle ich es Ihnen auch garantiert zurück.”
Sie kichert unsicher. „Nein, das geht natürlich nicht. Sie bekommen wirklich keine 54 Euro zusammen, Herr Mann?”
„Sie müssten den Gewinn an einen Verhungerten auszahlen.”
„Aber wollen Sie denn nicht gewinnen? Sie bräuchten jetzt nur zuzusagen, Herr Mann.”

Ich würde mir mit beiden Händen an den Kopf fassen, wenn ich nicht den Hörer halten müsste. „Gut”, sage ich. „Ich sage zu und garantiere Ihnen mit sogar 100-prozentiger Sicherheit, dass ich Ihnen die Rechnung für die Lose schuldig bleiben werde.”
„Na, zahlen müssen Sie natürlich schon.”
„Kann ich doch aber nicht.”
„Wollen Sie sich diese Chance wirklich entgehen lassen?”

Ich gebe auf. „Also, was brauchen Sie?”
„Ihr Vorname war …?”
„Hermann.”

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© Ben Philipp

LesBar: „speciale“

LesBar, Foto: Anneka
LesBar, Foto: Anneka
© Anneka

Neulich traf ich einen Freund wieder, der mir erzählte, er habe sich in einem Sternerestaurant als Koch beworben. Ich äußerte meine Verwunderung, da ich von seinen Fähigkeiten am Herd gar nichts gewusst habe. Darauf lud er mich ein, eben diese am kommenden Wochenende selbst zu erschmecken.

Voll Vorfreude und in gespannter Erwartung suchte ich ihn auf und ließ mich an seinem Esstisch nieder. Der etwas seltsame Geruch, der seine Wohnung durchzog, mochte mich irritieren, doch ich bin ein aufgeschlossener Mensch und neige nicht zu vorschnellen Urteilen. Das Antlitz des Gerichts, das mir nun kredenzt wurde, arbeitete jedoch noch konsequenter gegen meinen Appetit. „Spaghetti speciale“, erklärte mir mein Freund auf meinen fragenden Blick.

Ich nahm ein bisschen von dem „speciale“ auf die Gabel und führte es zum Mund, aufmerksam beobachtet vom künftigen Sternekoch. „Ziemlich versalzen, findest du nicht?“, äußerte ich in höflicher Zurückhaltung.
Mit einem milden Lächeln entgegnete er: „Das muss so sein. Ist vielleicht nicht jedermanns Geschmack, aber man kann es ja nicht jedem recht machen.“
Also versuchte ich die nächste Geschmacksprobe weniger subjektiv zu beurteilen. „Und du meinst, eine Mischung aus aufgewärmtem, mit Ketchup, Mayonaise und Senf versetztem Apfelmus ist eine gut gewählte Soßenbeilage?“
Das Lächeln verschwand. „Ich merke schon, du hast wenig Ahnung von der Cuisine. Kreativität ist gefragt. Das ist es, was zählt. Die Abkehr vom Gewohnten und vom Massengeschmack …“
„Die Spaghetti sind ja total verkocht!“, unterbrach ich ihn.
Er nahm mir den Teller weg. „Das muss ich mir nicht anhören! Nicht von so einem Banausen. Kritik ist ja in Ordnung, wenn sie konstruktiv ist, aber du reitest hier auf Kleinigkeiten rum statt das Gericht als Ganzes zu beurteilen.”

Auf dem Weg nach Hause hatte ich das dumpfe Gefühl, ein Déjà-vu erlebt zu haben. Aber das bildete ich mir wahrscheinlich nur ein.

Tödliche Lilien

Ich freue mich sehr, dass es endlich so weit ist: „Tödliche Lilien“ ist vorbestellbar. Ein Bergstraßen-Krimi von Robert Herbig. Und es ist zugleich das Romandebüt dieses Autors, der gemeinsam mit viel Humor, Liebenswürdigkeit und einer ordentlichen Portion brummeliger Angriffsfläche seit vielen, vielen Jahren als Compuexe durch die Welt des Internets geistert, das er in gleicher Weise mit bissigen Forenbeiträgen aufmischt, wie er die Literaturlandschaft mit unzähligen Texten kürzerer Art bereichert.

Robert „am Ball bleiben“ Herbig ist bereits glücklicher Großvater. Nun wird er noch einmal Papa:

Robert Herbig: Tödliche LilienRobert Herbig
Tödliche Lilien

7. Bergstraßen-Krimi

Taschenbuch, 230 Seiten
Kehl Verlag, vorauss. Mai 2012
ISBN: 978-3-935651-42-4

Verlagstext:

Ein brutaler Mord an einem Geistlichen erschüttert die Bergstraßenregion. So dramatisch hatte sich Holger Herbst seinen Dienstbeginn bei der Kripo Heidelberg nicht vorgestellt. Sein Team steht vor einem Rätsel. Was verbirgt Monsignore Thalmann?

Bald geschehen weitere Morde, die eine blutige Gemeinsamkeit aufweisen. Überraschend erhält der Kommissar Unterstützung von seiner Schwester, der Krimiautorin Lea Schielke. Sie ist eigentlich in ihre Heimatstadt Weinheim gereist, um eine Schreibblockade zu überwinden. Doch mit kriminologischem Gespür und Beobachtungsgabe liefert sie wichtige Hinweise – bis sie plötzlich verschwindet. Schließlich verfolgen die Ermittler eine Spur, die bis in den Vatikan führt …

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Verlagsseite
Homepage des Autors
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LesBar: Blutweg

LesBar, Foto: Anneka
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© Anneka

Jacky schaute ihn herausfordernd an. “Na, immer noch die große Klappe?”
Martin blickte sich um. “Ist doch schön hier.”
“Warte, gleich geht die Sonne unter.” Sie setzte sich auf einen großen Baumstumpf.

Martin blickte sich um. Schon jetzt war er sich nicht mehr ganz sicher, ob an den Gruselgeschichten, die Jacky ihm erzählt hatte, nicht doch etwas dran war. Der Monsterwald! Er hatte Jacky ausgelacht, als sie behauptete, das sei nicht nur so ein Name. Gab es hier vielleicht wirklich unheimliche Wesen? So ein Quatsch! Immerhin wies ein Weg darauf hin, dass sehr wohl Menschen unter den Bäumen spazierten. Und er sah aus wie jeder andere Weg auch. Der Blutweg! Von wegen.
Er bemerkte das Lächeln Jackys, mit dem sie ihn beobachtete. Mit einem Schulterzucken setzte er sich neben sie. “Ich kann nichts Besonderes entdecken.” Er gab seiner Stimme einen betont gelangweilten Ausdruck. Dabei sorgte allein die Tatsache, dass er hier neben Jacky saß, für ein Kribbeln in der Bauchgegend.
“Schau!”, sagte sie nur und zeigte nach oben.
Es war ein großartiges Schauspiel. Wie in Zeitlupe entflammte der Himmel und die Wolken sogen sich mit roter Farbe voll.
“Schau!”, sagte Jacky wieder, doch dieses Mal zeigte sie direkt vor sich. “Der Blutweg!”
Jetzt verstand Martin. Von einem Moment zum anderen hatte sich alles verwandelt. Die Bäume hüllten sich in eine Dunkelheit, als sei die Sonne bereits vollständig untergegangen. In den Kronen rauschte ein Wind, der hier unten nicht zu spüren war. Der Weg aber schimmerte in einem dunklen Rot. Und als wolle er den Wanderer über sein Ziel verunsichern, verschwand er nach nur wenigen Metern zwischen den Bäumen. Keine zehn Pferde würden Martin dazu bringen, diesem Weg zu folgen.

“Habe ich es doch gewusst. Du bist ein Schisser wie alle anderen.” Jacky musste seine Gedanken gelesen haben.
“Nein, bin ich nicht.” Es überzeugte ihn selbst nicht. Gab es keine Möglichkeit, aus dieser Situation heil rauszukommen? Er war so froh gewesen, als Jacky endlich ein bisschen Interesse für ihn gezeigt hatte. Endlich bekam der Umzug in dieses Kaff einen Sinn. Doch jetzt stellte sie ihn auf eine harte Probe. Er war sich sicher, würde er jetzt kneifen, hätte er alle Chancen bei ihr verspielt. “Lass uns gehen!”

Mit jedem Schritt bereute er seine Entscheidung mehr. Und mit jedem Schritt stieg seine Bewunderung für Jacky. Wenn sie von derselben Angst heimgesucht wurde wie er, ließ sie es sich nicht anmerken. Trotzdem. Mit diesem Wald stimmte irgendetwas nicht. Unter den Bäumen war es kühl. Und obwohl die Sonne längst untergegangen war, warfen die Bäume lange Schatten. Dass es nicht völlig dunkel war, lag einzig an dem merkwürdigen Weg, der auch jetzt noch rot schimmerte, als habe die verschwundene Sonne seinen Akku für die gesamte Nacht aufgeladen. Und je weiter sie kamen, desto sicherer war Martin, dass er sich den Geruch von Blut nicht nur einbildete.
Wenn er sich wenigstens durch ein Gespräch mit seiner hübschen Begleiterin ablenken könnte. Doch er wusste nicht, was er sagen sollte, und fürchtete, seine Stimme nicht kontrollieren zu können. Sein Mund war trocken, seine Kehle rau. Um sich die Lippen zu befeuchten, musste er seine Zunge vom Gaumen losreißen. Es war sowieso nur ein Reflex, denn die Zunge war selbst nicht wirklich feucht.
Jacky wirkte dagegen wie Alice im Wunderland. Mit ihren großen Augen sog sie die verzerrten Bilder auf, die die Lichtkegel der Taschenlampen erzeugten, als ginge sie durch einen Freizeitpark. Martin hätte die ewig gleichen Eindrücke wahrscheinlich als gähnend langweilig empfunden, wäre da nicht dieser eine, der alles dominierte: Der Wald wurde immer feindseliger, die Nacht immer dunkler und die Stille immer drückender.

Nach etwa einer Stunde hielt er es nicht mehr aus. “Hattest du nicht gesagt, der Wald sei klein?” Es war nur ein Flüstern, aber er hatte plötzlich das Gefühl, er habe den Monsterwald jetzt erst richtig auf sich aufmerksam gemacht.
“Ist er ja auch. Vielleicht noch eine viertel Stunde, dann hast du es hinter dir, du Schisser.”
“Ich bin kein …” Ein Knacken brachte ihn zum Schweigen.
Auch Jacky blieb stehen. Mit der Taschenlampe suchte sie ein dichtes Gebüsch ab, während das Licht aus Martins Stablampe zwischen den Stämmen hin und her zitterte.
“Was war das?”, keuchte er.
“Psssst!”
Es raschelte genau dort, wo Jacky hinleuchtete. Mit einem kräftigen Klopfer, setzte Martins Herzschlag aus. Wieder krachte es im Unterholz, dann brach sich etwas einen Weg durch die Zweige.

Martin rannte! Sein Herz schien die Sekunden, die es sich frei genommen hatte, doppelt und dreifach nachholen zu wollen. Und es verstopfte ihm die Kehle. Doch er rannte immer weiter. Das Monster war direkt hinter ihm. Er konnte seinen keuchenden Atem hören.

Martin schaute nicht zurück, sah kaum den schimmernden Weg vor sich. Er bemerkte nicht einmal, wie er die Bäume hinter sich ließ, und es dauerte noch mal eine Weile, bis ihm klar wurde, dass ihn niemand mehr verfolgte. Er blieb stehen, stützte die Hände auf die Knie und versuchte, seine Atmung in den Griff zu bekommen. Dabei lauschte er angestrengt auf etwaige Geräusche.

Der Mond tauchte die Felder in fahles Licht und den Weg in ein silbriges Blau. Langsam drehte Martin sich um. Noch immer wirkte der Wald bedrohlich. Martin richtete sich kerzengerade auf, als er eine Bewegung wahrnahm. Täuschte er sich? Nein, da kam eine Gestalt den Weg herauf. Martin spannte die Muskeln an. Ein Licht flammte auf. Das Licht einer Taschenlampe. Es war Jacky, die ihm zuwinkte.

Als sie bei ihm war, gab sie ihm seine Stablampe. “Hier, die hast du fallenlassen.”
“Danke”, flüsterte er.
“Schisser!”
“Ich bin …”
“Läuft vor einem Vogel davon!” Sie schüttelte den Kopf.
“Ein Vogel?”
“Aber schnell und ausdauernd bist du, das muss man dir lassen. Ich bin die Schnellste in der Klasse. Aber am Waldrand hab ich aufgegeben.”
“Du?”
Sie nickte.
“Meinetwegen, bin ich eben ein Schisser. Mir egal, wenn du jetzt nichts mehr mit mir zu tun haben willst. Aber ich geh nicht wieder durch diesen Wald. Wenn du auf demselben Weg zurückgehen möchtest, dann ohne mich!”
Jacky lachte. “Komm, da drüben ist gleich die Straße. Meine Güte, mit dir erlebt man Abenteuer.” Sie klopfte ihm auf die Schulter.

Martin ärgerte sich über sich selbst. Ein Vogel! Konnte das wahr sein? Er betrachtete Jacky verstohlen von der Seite, als sie das Dorf erreichten. Und im Licht einer Straßenlaterne sah er die Tränen, die ihr über die schönen Wangen liefen.

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© Ben Philipp

Arbeit oder Eigenwerbung

Autoren möchten gelesen werden. Um potentielle Leser zu erreichen, sind die Möglichkeiten abseits des Verlagsmarketings allerdings verhältnismäßig gering. Eine Möglichkeit sind Lesungen. Veranstaltungen, für die junge Autoren oft sehr dankbar sind. Vor Publikum die eigenen Werke lesen zu dürfen, ist das nicht so etwas wie ein Geschenk?

Vor allem ist es eine Arbeitsleistung, die der Autor erbringt. Das sollte er sich klar machen, denn wenn sie dem Autor schon nichts wert ist, wie soll sie dann der Veranstalter zu schätzen wissen?

Glücklicherweise haben sich dazu andere Kollegen dazu bereits ausgiebig geäußert, so etwa Petra A. Bauer oder gerade erst Elli Radinger.

Ganz ähnlich gelagert, wenn auch nicht auf Lesungen bezogen, die Aussagen von Harlan Ellison im folgenden Video:

Erfolg durch Ignoranz!

Der grösste Fehler, den sie machen können ist es, auf die Angriffe einzugehen. Beschäftigen sie sich damit einfach nicht, lassen sie es. Konzentrieren sie sich auf ihre Texte.

Das ist ein Rat für Autoren, wie sie mit Kritik umgehen sollten. Ratgeber ist eine Internetseite, die für sich beansprucht, ein Onlineschreibkurs zu sein. Aus dem Artikel lässt sich entnehmen, dass Kritik nahezu immer als Angriff gemeint ist, vor dem sich jeder Autor, der erfolgreich sein will, schützen sollte. Gern auch mit einem Anwalt:

Wenn sie der Meinung sind, dass ihr Name oder ihr Text “durch den Dreck gezogen wird” und somit ihre Reputation gefährdet ist, dann lassen sie das durch einen Anwalt prüfen. Machen sie nicht den Fehler und gehen ohne Anwalt auf die Anschuldigungen ein!

Wie leidgeprüft muss die arme Betreiberin dieses Internetangebots sein. Apropos Reputation, sollte man sich da nicht gleich für den Kurs anmelden? Immerhin kann man die geballte Kompetenz sogar kostenlos bekommen, vorausgesetzt die viele Werbung auf der Seite stört einen nicht. Die erfolgt ohnehin überwiegend über vollkommen themenfremde Schlüsselbegriffe. Und vermutlich fällt sie gar nicht mehr auf, wenn man sich für den kostenpflichtigen Silber- oder gar Gold-Zugang entscheidet.

Ganz sicher ist: Eine derart kritikresistente Autorin muss ihrer eigenen Theorie zufolge einen weit größeren Erfolg eingefahren haben als all die Kollegen, die noch immer glauben, Kritikfähigkeit sei der Schlüssel zu eben jenem.

Tja, liebe Kollegen, tatsächlich ist es nämlich so:

Erfolgreiche Menschen sind stahlhart

Und wer könnte härter sein, als derjenige, der noch die kleinste Kritik als Angriff wertet, sich eine Mauer baut und dahinter weiter entsprechende Blümchen züchtet?

Daher die Empfehlung, die schließlich noch den letzten Zweifler überzeugen muss:

Schreiben sie unbeirrt weiter, lassen sie Kritiker einfach an sich abprallen und veröffentlichen sie ihren nächsten Text, denn durch Verunsicherung können sie leicht von ihrem Weg abgebracht werden. Und: Das ist das, was ihr Gegner will.
Lassen sie Kritiker einfach abblitzen – auch wenn sie vor Wut schäumen!

Ja, richtig gelesen: So wird Eigenbrödlerei zum fröhlichen Ball… äh, Prallspiel, bei dem die bösen Kritiker (die Gegner! Präg dir das ein!) gehörig in die Ecke gefeuert werden. Kein Wunder, dass die vor Wut schäumen. Denen kommt vermutlich die Galle hoch!

Nun mag der eine oder andere fragen (wenn er sich denn noch traut), was es denn mit der sogenannten konstruktiven Kritik auf sich hat. Keine Sorge, auch dafür hat die werte Dame einen Satz übrig. Mehr noch: sogar zwei! Und wer glaubt, ich hätte beim folgenden Zitat irgendetwas unterschlagen, der irrt:

Kritik hat oft eine positive Seite. Nutzen sie konstruktive Kritiken.
Wenn sie als Autor erfolgreich sein wollen, dann legen sie sich ein dickes Fell zu. Lassen sie ihre Kritiker einfach reden und konzentrieren sie sich auf das Wesentliche – auf das Schreiben ihres nächsten Textes!

Also nicht vergessen: Auch konstruktive Kritik ist zum Ignorieren da! Das schützt am besten vor denjenigen, die eigentlich in Behandlung gehören:

Lassen sie sich nicht unterbuttern – Kritiker sind nicht unfehlbar.
Wer es nötig hat, andere durch verbale Attacken zu erniedrigen, hat mein Mitleid und sollte sich bei einem Psychologen vorstellen.

Und jetzt meine ganz persönliche Empfehlung: Ihr könnt auf der Seite nicht nur das Autorenhandwerk lernen, nein, es gibt dort sogar einen Manuskript-Service! Ein Wunschangebot der vielen, vielen Leser dieser Internetseiten, dem sich die lehrmeisternde Autorin nicht widersetzen wollte.

Und ich bin mir sicher, jeder zahlt gern den nicht weiter spezifizierten Unkostenbeitrag, um dann ein völlig unkommentiertes Manuskript zurückzuerhalten. Kritik bleibt nun mal Kritik! Und sollte sich doch einmal eine kritische Anmerkung eingeschlichen haben – wir wissen ja nun, wie man damit umgeht: Einfach ignorieren. Oder noch besser: Anwalt einschalten!

Cartoons und Hörspiele zum 01.08.11

Für Anfang August stehen zwei etwas ausgefallene Literaturpreise an, die den Romanschreibern, Kurzprosaspezialisten und Lyrikern eine Atempause gönnen.

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Deutscher Cartoonpreis

Bewerbungen können ab sofort eingereicht werden

Frankfurt, 28.3.2011 – Der Deutsche Cartoonpreis für neue Talente 2011 hat seine Netze ausgeworfen und fischt wieder nach den innovativsten NachwuchskünstlerInnen:
Gesucht werden die besten Cartoons, in diesem Jahr zu dem Motto „Ins Netz gegangen“. Neben dem richtigen Strich sollten die BewerberInnen in ihrem Cartoon geistreichen Humor, Originalität und Ideenreichtum aufblitzen lassen.
Teilnehmen können alle Zeichnerinnen und Zeichner, die bis zur Preisverleihung im Oktober noch kein eigenes Cartoonbuch veröffentlicht haben.

Eine sechsköpfige Jury, bestehend aus Juergen Boos (Direktor Frankfurter Buchmesse), Klaus Humann (Verleger, Carlsen), Rolf Dieckmann (Redakteur Humor und Satire, „Stern“), Ralph Ruthe (Cartoonist), Volker Hamann (Herausgeber der „Reddition“ und Buchhändler bei „Hummelcomic“) und Antje Haubner (Cartoon-Lektorin, Carlsen Verlag), entscheidet über die Vergabe der Preise.

Der Wettbewerb ist mit 1.000 Euro (1. Platz), 500 Euro (2. Platz) und 250 Euro (3. Platz) dortiert. Die SiegerInnen werden im Rahmen einer Preisverleihung am 14. Oktober im Comic-Zentrum in Halle 3.0 auf der Frankfurter Buchmesse (12. bis 16. Oktober 2011) geehrt. Die besten 20 Exponate werden darüber hinaus während der Messetage im Comic-Zentrum ausgestellt und können bereits ab Mitte September auf der Carlsen-Homepage unter www.carlsenhumor.de besichtigt werden.

Seit 2006 fördern die Frankfurter Buchmesse und der Carlsen Verlag mit dem Deutschen Cartoonpreis in jedem Jahr talentierte Illustratoren und Cartoonisten. Mit dem Wettbewerb möchten die Initiatoren die Kunstform des Cartoons stärker in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit rücken und jungen Talenten die Möglichkeit geben, von einer breiten Öffentlichkeit entdeckt zu werden.
Mehr als 300 eingereichte Cartoons widmeten sich im letzten Jahr dem Motto „Schöne Aussichten“.

Interessierte Cartoonisten können ein bis maximal drei Exponate als Farbkopie (keine Originale) oder als Datei (nicht größer als 1 MB) direkt beim Carlsen Verlag einreichen.

Carlsen Verlag
Stichwort: Deutscher Cartoonpreis 2011
Postfach 500 380
22703 Hamburg
E-Mail: cartoonpreis2011@carlsenverlag.de

Einsendeschluss ist der 1. August 2011.

http://www.carlsen.de/web/presse/newsitems/2011/03_28_DeutscherCartoonpreis_2011

Quelle: Uschtrin

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Deutscher Kinderhörspielpreis

Originalausschreibung: http://www.filmstiftung.de/Foerderungen/Hoerspiel/kinderhoerspielpreis.php

ARD und Filmstiftung NRW loben den Preis in Zusammenarbeit mit der Stadt Wuppertal aus

Bis zum 1. August läuft die Bewerbungsfrist für den mit 5.000 Euro dotierten Deutschen Kinderhörspielpreis, den die ARD gemeinsam mit der Filmstiftung NRW und in Zusammenarbeit mit der Stadt Wuppertal zum sechsten Mal ausschreibt. Ziel des Preises ist es, den besten Originalstoff oder die beste Adaption für Kinderhörspiele zu würdigen und damit auf dem unübersichtlichen Markt von Hörspielproduktionen für die Jüngsten ein Qualitätsbewusstsein zu schaffen. Der Deutsche Kinderhörspielpreis wird am 12. November 2011 bei den ARD Hörspieltagen in Karlsruhe vergeben. Die Kulturradios der ARD werden die Preisverleihung live übertragen.

Einreichen können neben den Landesrundfunkanstalten der ARD und DRadio auch Verlage, Autoren und andere Hörspiel-Produzenten. Bedingung ist, dass die eingereichten Werke bereits veröffentlicht bzw. gesendet wurden oder einen festen Sende- bzw. Veröffentlichungstermin bis zum 31. Dezember 2011 nachweisen können. Produktionen, die vor dem 1. Juli 2010 erschienen sind, sind nicht zugelassen. Jeder Einreicher darf nur eine Produktion mit einer maximalen Länge von 90 Minuten in Form einer CD zum Wettbewerb einsenden. Einzelne Folgen von Hörspielserien sind ausdrücklich zugelassen. Die Einreichung einer Serienfolge schließt jedoch die Einreichung anderer Folgen der Serie aus.

Die kompletten Ausschreibungsunterlagen können hier heruntergeladen werden:

Statuten:
http://www.filmstiftung.de/fist/download_pdf/kinderhoerspielpreis/Kinderhoerspielpreis_2011_Statuten.pdf

Anmeldeformular:
http://www.filmstiftung.de/fist/download_pdf/kinderhoerspielpreis/Anmeldeformular_Deutscher_Kinderhoerspielpreis_2011.pdf

Einreichungen bitte an:

Rundfunk Berlin-Brandenburg
Künstlerisches Wort – Hörspiel
Deutscher Kinderhörspielpreis
Juliane Schmidt
Masurenallee 8-14
14057 Berlin
Mail: Juliane.Schmidt@rbb-online.​de

2010 ging der Preis an Cornelia Neudert für „Der Dschinn aus dem Ring“, produziert vom Bayerischen Rundfunk.

Quelle: Uschtrin

Tierischer Humor in Zooland

Mein Pseudo-Ben macht schon seltsame Sachen. Neben seinen Printveröffentlichungen füllt er auch gern das Internet mit seinem Geschreibsel. Neben Bloggeschichten, Blogromanen und weiteren Unsinnigkeiten hat er seit einiger Zeit die Zoologie für sich entdeckt. Wer aber auf interessante und lehrreiche Beiträge zu diesem und jenem Bewohner der Tierwelt hofft, wird maßlos enttäuscht.

Zooland nennt er das und fügt dort Fotografien mit tierischen Protagonisten völlig sinnfreie Unterschriften bei, die er für humorvoll hält. Kostprobe gefällig?

Kleines Unglück

Kleines Unglück

„Also, Herr Storch, wo ist es denn nun? Wir warten doch schon so lange auf das Kleine!“
„Es tut mir wirklich leid, Herr Gans, mir ist da bei der Anlieferung ein kleines Unglück passiert. Aber keine Sorge, meine Mitarbeiter suchen schon danach.“

Gefällige Rezension gefällig?

Du hast ein Buch geschrieben und musst selbst dafür werben, weil dein Verlag, so er denn im herkömmlichen Sinne überhaupt einer ist, dich nicht ausreichend (oder überhaupt nicht) in die Schlagzeilen bringt?

Kein Problem! Für unheimlich günstiges Geld kannst du dir eine Rezension kaufen. Nicht bei mir, wo denkst du hin? Da müssen Fachleute ran! Unbestechlich und objektiv. Solche, die sich – anders als ich – durch das bescheidene Sümmchen von 178,- Euro nicht dazu verleiten lassen, ein nicht so gutes Buch möglicherweise doch in den Himmel zu loben, nur um an die Kohle zu kommen.

Dann nämlich brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Du zahlst nur, wenn dein Buch so gut ist, dass die Damen und Herren es zu Recht loben können. Und es wird dich ja sicher nicht überraschen, wenn das der Fall ist.

Stop! Hast du den Sarkasmus erkannt?

  • Nein? Nicht schlimm. Ich bitte dich dann nur, nicht auf den folgenden Link zu klicken. Der ist nicht für dich. Such gefälligst selbst nach Möglichkeiten, dein Geld loszuwerden!
  • Ja? Gut, dann muss ich mir keine Sorgen machen, dass du auf den folgenden Link klickst, um Geld auszugeben, sondern nur, um erstaunt anzuerkennen, dass es so etwas tatsächlich gibt. Und natürlich wirst du auf der entsprechenden Seite auch nicht auf die Angebote der dort beworbenen „Verlage“, Portale und was weiß ich noch hereinfallen, wie seriös der Titel der Seite auch klingen mag. Ganz linker Link!