Elektrisiert

Cover: Das Lächeln der Kriegerin

Cover: Das Lächeln der KriegerinZwar schon nicht mehr ganz frisch, aber natürlich gehört diese Information auf mein Blog:

Meinen Roman „Das Lächeln der Kriegerin“, lange Zeit nur als Hardcover erhältlich, gibt es nun endlich auch als E-Book, womit die Geschichte um die naive Lothiel, die nicht ganz freiwillig zur gefürchteten Kriegerin wird, deutlich erschwinglicher zu haben ist. Würde mich freuen, wenn mein Debütroman auf diese Weise ein kleines Comeback erlebt.

Hier noch mal der Verlagstext:

In seinem Fantasy-Roman „Das Lächeln der Kriegerin“ erzählt Phillip Bobrowski die spannende Geschichte des Mädchens Lothiel, das in einer Welt der Mythen und Sagen, in der Übernatürliches, Märchenhaftes und Magisches zu Hause sind, aufwächst, zur Kriegerin wird und mit ihrem selbst bestimmten Handeln dazu beiträgt, die von negativen Kräften bedrohte Welt zu retten. Lothiel ist ein neugieriges, staunendes Mädchen, schutzlos und immer gefährdet in schwierigen Zeiten. Dem Vater will sie beweisen, was in ihr steckt, dass sie ebenso stark sein kann, wie ein kraftvoller Sohn es wäre. Noch ohne Lebenserfahrung missachtet sie den Willen ihres Vaters – dann auch den der Königin. In einer unverbraucht sinnlichen und bildhaften Sprache erleben wir eine junge Frau, die so viele Facetten hat wie das Leben selbst: Sie ist tapfer. Und voller Zweifel. Sie muss Entscheidungen treffen – und fragt sich oft, ob sie recht entschieden hat. Sie findet Weggefährten und Berater – und geht dennoch immer ihren eigenen Weg. Und bald erzählt man sich an allen Lagerfeuern von diesem mutigen Mädchen.

Unter anderem hier gibt es das E-Book:

Amazon
Bol.de
Bücher.de
Hugendubel
Thalia

Entern: In Reihe

Entern, Foto: Patryk Kosmider
Entern, Foto: Patryk Kosmider
© Patryk Kosmider

Ob eine Reihe eine Serie ist oder eine Serie eine Reihe, ist eine Frage, die unterschiedlich beantwortet werden kann. Ob sich beides überhaupt unterscheidet, auch darüber kann gestritten werden. Aber zum Streiten sind wir ja nicht hier, daher werde ich mich einfach daran halten, was meiner Meinung nach dem landläufigen Verständnis entspricht, sofern man beide Begriffe nicht ohnehin synonym verwendet. Anders gesagt: Das hier ist mein Blog, daher werde ich hier einfach meine Auffassung darlegen!

Dieser entsprechend stehen beide Begriffe zumindest in einem engeren Verständnis nebeneinander. Ob man in einem weiteren Verständnis außerdem einen der beiden als Oberbegriff des anderen ansehen will, ist mir relativ schnurz. Entweder ist also die Reihe im engeren Sinn eine besondere Art der Serie im weiteren Sinn oder umgekehrt. Beide Begriffe sind jedenfalls auch im engeren Sinn nicht eindeutig und fließen obendrein an ihren Grenzen ineinander.

Was aber macht nun in diesem meinen (engeren) Verständnis eine Reihe aus? Dass den einzelnen Teilen einer Reihe ein gemeinsames Konzept zugrunde liegt, jeder Teil aber im Unterschied zur Serie (nahezu) vollständig in sich abgeschlossen ist. Die Reihe erzählt also keine fortlaufende Geschichte.

Das Konzept, auf dem eine Reihe beruht, kann sehr verschiedenartig sein. So entspricht etwa der Tatort als Ganzes einer Reihe, deren Konzept letztlich nur folgende Kriterien umfasst: Krimis, deren Handlungsschwerpunkte im deutschsprachigen Raum liegen, und die von ARD, ORF oder SF produziert oder in Auftrag gegeben werden. Tatort München stellt letztlich eine Reihe innerhalb dieser Reihe dar, deren Konzept zusätzlich beinhaltet, dass das Ermittlerteam aus München stammt.

Ähnlich verhält es sich mit der Reihe Ostseekrimi aus dem Hinstorff Verlag. Innerhalb dieser stellen die Krimis von Frank Goyke eine eigene Reihe dar, weil sie (bisher jedenfalls) Fälle desselben Ermittlerteams behandeln.

Das Konzept der Reihe stellt die Verknüpfungen zwischen den einzelnen Teilen her. Diese können etwa das Genre betreffen, den Handlungsort, die Figuren, die  historischen Zusammenhänge und vieles mehr. Und sie können mehr oder weniger lose sein.

Je enger und häufiger die Verknüpfungen werden, je zentraler eine Entwicklung einzelner Faktoren über den Rahmen der einzelnen Teile hinaus eine Rolle spielt und je mehr sich diese Entwicklung einem übergeordneten Spannungsbogen nähert, desto mehr nähert sich die Reihe einem Serienkonzept.

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Leipzig, ich komme!

Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
© Marko Tomicic

Am Donnerstag früh ist es soweit. Ich fahre wieder gen Leipzig zur Buchmesse. Dieses Jahr kann ich dieses Event von Anfang bis Ende genießen, bin also alle vier Tage auf der Messe und fahre erst am Montag wieder zurück.

Es warten viele schöne Begegnungen und Lesungen auf mich. So freue ich mich darauf, am Donnerstag (oder Freitag) meine Berliner Kollegin Zoë Beck („Der frühe Tod“) kennenzulernen und später auf der Leseinsel Fantasy Autoren wie Nina Blazon („Wolfszeit“), Chris Schlicht („Maschinengeist“) und Oliver Plaschka („Der Kristallpalast“) zu lauschen.

Am Freitag will ich keinesfalls meine hochgeschätzte Wiener Kollegin Ursula Poznanski verpassen, die aus „Saeculum“ vorträgt. Später wird es nicht leicht, nach Christiane Spies, die aus ihrem Romandebüt „Mondherz“ liest, Mara Lang („Masken – Unter magischer Herrschaft“) allein meiner Claudia zu überlassen (auf die ich mich nebenbei gesagt am allerallermeisten freue). Allerdings liest zur gleichen Zeit Wulf Dorn aus seinem neuen Jugendroman „Mein böses Herz“. Und nachdem ich den Herrn Thriller schon so lange nicht mehr treffen durfte, muss das einfach sein.

Der Rest des Tages bietet noch viele weitere Möglichkeiten. Festgelegt habe ich mich da noch nicht. So schaffe ich es nach Herrn Dorn hoffentlich noch rechtzeitig zu Jonas Wolf („Heldenwinter“). Dort treffe ich dann Claudia wieder, mit der später noch Ulrike Rylance („Todesblüten“) und Kerstin Gier („Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner“) auf dem Programm steht.

Der Samstag ist wahrlich vollgestopft. Wiederum freue ich mich, eine Kollegin kennenzulernen, mit der der Kontakt bisher nur virtuell vonstatten ging: Jutta Wilke („Wie ein Flügelschlag“). Getroffen (und geknutscht) habe ich bis dahin hoffentlich schon längst Stephan R. Bellem, der aus seinem jüngsten Streich „Welt aus Staub“ liest.

Abends kommt es dann ganz dicke! Erst der große Heyne-Fantasy-Abend mit Bernhard Hennen („Drachenelfen“), Christoph Hardebusch („Smart Magic“), Boris Koch („Sabotage – Justifiers-Roman“), Victoria Schlederer („Fortunas Fluch“) und Jeanine Krock („Himmelsschwingen“), anschließend das gemütliche Treffen mit vielen Montségur-Kollegen.

Victoria weckt sicher die Lust, sie auch am Sonntagnachmittag noch einmal zu hören, der sich ansonsten hoffentlich als gemütlicher Messeausklang gestalten lässt. Unbedingt treffen möchte ich zu seiner Signierstunde Rainer Wekwerth („Damian“), den ich noch länger nicht gesehen habe als Wulf. Und natürlich werde ich zwischendurch immer mal bei meinem Verlag vorbeischauen. Und vor allem eine schöne Zeit mit Claudia haben.

Es wird ein Fest!

Mörder finden ein Zuhause in Rostock

© Maksim Shmeljov
© Maksim Shmeljov

Endlich ist es soweit: Der Rostocker Hinstorff Verlag („Das Lächeln der Kriegerin“ ) sorgt ab August dafür, dass auch die Leser in Mecklenburg-Vorpommern regelmäßig in den Genuss regionaler Kriminalromane kommen.

Den Start der Reihe „Ostseekrimi“ macht der Roman „Mörder im Zug“ des Rostocker Autors Frank Goykes. Mehr darüber beim Nordkurier oder zusammengefasst beim Spion.

Ein Kinderbuch über den Tod?

Der Hinstorff Verlag hat sicher nicht so viele Auszeichnungen und Preise gerade im Kinderbuchbereich bekommen, weil er ganz gewöhnliche Bücher für die Kleinen publiziert.

Dennoch musste ich bei der folgenden Pressemitteilung zunächt ein bisschen schlucken. Wie macht man ein gutes Kinderbuch über den Tod? Ist das überhaupt ein Thema für ein Kinderbuch? Und kann man es möglicheweise auch noch skurril angehen?

Aber mich persönlich hat die Pressemitteilung überzeugt. Ja, vielleicht ist es gerade dieses Buch, das bisher auf dem Kinderbuchmarkt gefehlt hat.

Daher für euch die ungekürzte Pressemitteilung:

Hinstorff mit einem etwas anderen Kinderbuch:

Der Mann, der lieber tot sein wollte

Von einem Mann, der ohne seine Frau lieber tot sein wollte

Ein Mann legt sich in seine Wohnung und hält die Luft an, weil er keine Lust zum Leben mehr hat — das ist ein wenig eigenartig. Ein Mann, der sogar ausprobiert, in welchem Sarg es sich am besten liegt und am Ende in einer Wäschetruhe auf seinen Tod wartet — das ist sehr ungewöhnlich. Skurril und liebevoll zugleich, voller Wärme und Humor erzählt Thomas Rosenlöcher in seinem bei Hinstorff erschienenen Kinderbuch „Der Mann, der lieber tot sein wollte“, wie bei aller Trauer fast zwangsläufig immer wieder die Fragen des Lebens bestimmend werden.

Schimpfkäse heißt er, der außergewöhnliche Mann. Er trauert, weil ihn seine Frau verlassen hat und zu einem anderen Mann gegangen ist. So ohne seine Frau und ihre Nudelsuppe will er nicht mehr leben und legt sich auf den Wohnzimmerteppich, um zu sterben. Doch Herr Schimpfkäse findet keine Ruhe, die „letzte Ruhe“ schon gar nicht: Erst rettet er eine halbtote Fliege, dann wird er von den Kindern im Hof zum Fußballspielen eingeladen. Schließlich geht er zum Bestattungsinstitut, denn „erst im Sarg hatte der Mensch seine Ruhe“, denkt sich Herr Schimpfkäse. Doch weit gefehlt, die Geschichte nimmt eine überraschende Wendung …

Jacky Gleich illustriert erfrischend, nimmt Rosenlöchers Humor auf, schafft aber zugleich auch eine weitere Ebene: Überall finden sich Fußbälle. Deuten diese an, warum Herr Schimpfkäse von seiner Frau verlassen wurde? War ihm vielleicht Fußball wichtiger als die Frau? Oder hat die Frau nicht erkannt, dass sie mindestens genauso wichtig war für ihren Mann?

Ein warmherziges Buch für warmherzige Menschen ab fünf Jahren, die wissen, wie schön das Leben sein kann. Und auch ein Buch für diejenigen, die gerade mal traurig sind und nicht so recht wissen, was sie wissen sollten …

Bibliografische Angaben:
Thomas Rosenlöcher (Text) / Jacky Gleich (Illustrationen)
Der Mann, der lieber tot sein wollte
Hinstorff Verlag, 12,90 Euro / sFr 23,00
24 Seiten, Hardcover, ab 5 Jahren
ISBN 978-3-356-01389-4

Autor:
Thomas Rosenlöcher, geboren 1947 in Dresden, lebt heute vor allem im Erzgebirge. Er schreibt Gedichte, Essays, Reisebeschreibungen und Texte für Kinder. Im Hinstorff Verlag erschienen von ihm die bereits mehrfach ausgezeichneten Bilderbücher „Das langgestreckte Wunder“ und „Der Mann, der noch an den Klapperstorch glaubte“.

Illustratorin:
Jacky Gleich, geboren 1964 in Darmstadt, lebt mit ihrer Familie in Mecklenburg. Zu ihren mittlerweile über 60 Büchern, die sie mit ihren Zeichnungen ausstattete, zählen Bände von James Krüss, Günter Grass, Friedrich Schiller, Doris Dörrie, Amelie Fried und David Grossmann. „Der Mann, der lieber tot sein wollte“ ist das achte von Jacky Gleich illustrierte Kinderbuch im Hinstorff Verlag. Alle ihre bisher hier veröffentlichten Titel erhielten Auszeichnungen.

Zwei der schönsten Bücher 2009 kommen aus Rostock

Morgens früh um sechs
Morgens früh um sechs
Ein Mann geht in die Welt
Ein Mann geht in die Welt

Die Stiftung Buchkunst hat zwei Kinderbücher aus dem Hinstorff Verlag ausgezeichnet: Ann Cathrin Raabs „Ein Mann geht in die Welt“ und „Morgens früh um sechs“ mit Illustrationen von Julia Neuhaus und dem Text von Jens Sparschuh sind unter die 64 schönsten deutschen Bücher 2009 gewählt worden.

„Zwei Auszeichnungen der Stiftung Buchkunst für Kinderbücher eines Verlages in einem Jahr! Das haben wir in Mecklenburg-Vorpommern noch nicht erlebt – und auch in Deutschland dürfte das sehr selten sein“, freuen sich Hinstorff-Lektor Thomas Gallien und Hinstorff-Herstellungsleiterin Sylvia Raschke über die Würdigung.

In ihrem Buch „Ein Mann geht in die Welt“ erzählt Ann Cathrin Raab von einem zu Beginn sehr einsamen Mann, der mit sich zunächst nichts anzufangen weiß, sich dann aber aufmacht, seine eigenen vier Wände verlässt. In klaren, leichten Bildern, in denen man auch nach dem zweiten Anschauen noch Kurioses und Komisches entdecken kann, nimmt Ann Cathrin Raab Kinder mit auf eine erlebnisreiche Reise in und durch die Welt.

„Morgens früh um sechs / kommt die kleine Hex’“ – viele Kinder
(und Eltern) kennen das Gedicht auswendig. Voller Sprachwitz und mitreißender Lust am Fabulieren hat Jens Sparschuh den Kinderreim fortgeschrieben: Zum Mittagessen betritt unübersehbar der dicke Heinz die Bildfläche und verbringt den Rest des Tages mit der kleinen Hexe. Julia Neuhaus’ Collagen leben bis ins kleinste der vielen Details, ihre Bilder scheinen sich zu bewegen.
Etwa, wenn die giftgrün gekleidete, sich voll auf der Höhe der Zeit befindende Hexe über die einem Laufrad ähnelnde Erde rennt oder sie auf ihrem Besen umschwebt.

Die Stiftung Buchkunst mit Sitz in Frankfurt/Main begleitet kritisch die Buchherstellung. „Die schönsten deutschen Bücher“, vorbildlich in Gestaltung, Konzeption und Verarbeitung werden jedes Jahr von einer unabhängigen Jury prämiert. Seit Ende November sind die diesjährigen „Schönsten“ bekannt, die aus über 1000 Einsendungen ausgewählt wurden: 47 Bücher erhalten eine „Prämierung“, 17 Bücher eine „Anerkennung“.

Der Hinstorff Verlag hat bereits in den beiden vergangenen Jahren Prämierungen für seine Kinderbücher erhalten: 2008 wurde Ann Cathrin Raabs Debüt „Zeckengeflüster“ und 2007 „Der Mann, der noch an den Klapperstorch glaubte“ von Thomas Rosenlöcher mit den Illustrationen von Maja Bohn ausgezeichnet.

Das Lächeln der Kriegerin

Eine kleine Leseprobe aus meinem Roman „Das Lächeln der Kriegerin“:

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Lothiel ritt bis zum Abend mit wenigen Pausen und begegnete niemandem mehr. Das ebene Land wurde zunehmend hügeliger. Die letzten Tage waren anstrengend gewesen und ihr unendlich lang vorgekommen. Mit jeder Stunde wuchs ihre Sorge, sie könne Iden nicht rechtzeitig erreichen.
Am anderen Morgen aß Lothiel wieder nur wenig. Noch bevor die Sonne sich zeigte, saß sie wieder auf und trieb Carroch ihrem Ziel entgegen. Bald schon erreichte sie die Straße, die sich mit einem leichten Anstieg entlang des Bhal nach Iden schlängelte. Vater hatte ihr erzählt, dass der Fluss bis Iden schiffbar sei und auf ihm Waren aus dem Süden heraufgebracht, während andere aus dem Norden in Iden verladen und in südliche Landesteile oder darüber hinaus verschifft würden. Lothiel hatte noch nie ein Schiff gesehen. In dieser Frühe lag der Fluss still und breit vor ihr. Auch auf der Bhalstraße konnte sie noch keine Reisenden entdecken. Der Weg, auf dem sie gekommen war, überquerte die Straße und führte zu einer Brücke, die sich, gerade breit genug für ein Fuhrwerk, über den Bhal erstreckte. Von Adar wusste sie, dass es bei Iden eine breitere Brücke gab. Oft hatte sie sich vorgestellt, einmal auf ihr über das Wasser zu laufen, doch ihre Aufgabe lag diesseits des Flusses.
Lothiel schaute sich um. Unweit der Wegkreuzung standen einige Bauernkaten und dahinter, auf einem kleinen Hügel, thronte ein Gutshaus. Es war nicht viel größer als manches Haus in der Grenzfeste, lange nicht so riesig wie die Bauten, die dem Grafen dort zu eigen waren, doch mit seinem Graben und der kleinen Zugbrücke, die darüber führte, erschien ihr das teilweise aus Stein erbaute Haus sehr beeindruckend. Sie beschloss, sich direkt an den Freiherrn zu wenden.
Vor der Zugbrücke stand ein Bewaffneter. Er schaute ihr amüsiert entgegen, doch bald ruhte sein Blick auf Carroch und sein Gesicht nahm einen verwunderten Ausdruck an.
„Wohin des Wegs?“, fragte er, als Lothiel vor ihm stehen blieb.
„Ich muss dringend zu Eurem Herrn.“
„Da musst du dich noch gedulden. Zur Audienz ist Herr Ellian erst nach dem Frühstück bereit. Jetzt schläft er noch.“
„Dann weckt ihn!“
„Wer bist du denn, dass ich meinen Herrn für deine Wenigkeit wecken soll?“, fragte der Mann und musste über seine eigenen Worte lachen.
„Mein Name ist Lothiel. Doch geht es nicht darum, wer ich bin, sondern welche Botschaft ich bringe.“
„Dann wird deine Botschaft warten müssen, bis der Herr erwacht ist.“
Lothiel sprang von Carrochs Rücken und stapfte erzürnten Schrittes auf den Wachmann zu. „Ich bringe dringende Botschaft von der Grenzfeste. Ihr müsst mich sofort zu Eurem Herrn lassen!“
„So, so“, antwortete der Bewaffnete wenig beeindruckt. „Von Rimgarth kommst du. Ein weiter Weg für ein kleines Mädchen.“
Lothiel trat noch einen Schritt auf den Mann zu. „Rimgarth wurde überfallen. Seht dieses Pferd! Glaubt ihr wirklich, ich könnte mir ein solches Tier leisten? Es stammt von einem Boten der Grenzfeste, der vom Feind schwer verwundet wurde. Daher bat er mich, sein Pferd zu nehmen und seinen Auftrag zu erfüllen. Und wenn ihr mich länger daran hindert, besteht auch für Iden keine Hoffnung mehr.“
Das Lächeln des Wachmanns schwand dahin. Er befahl ihr zu warten, und ließ nach dem Herrn rufen. Nach einer Weile wurde sie vorgelassen.
Beim Anblick des Ritters keimte in Lothiel neue Hoffnung. Er war groß – sicher einen Kopf größer als Adar – und kräftig. Nicht gerade schön zu nennen, anders als Rochon, eher grobschlächtig. Doch seine Gesichtszüge unter dem braunen Schopf zeigten eine Entschlossenheit, die Lothiel verwunderte. Wie hatte sich jemand in den vielen Jahren des Friedens eine Ausstrahlung von solcher Kampfkraft bewahren können? Ellian hörte sich ihren Bericht mit zunehmender Aufmerksamkeit an. Lothiel spürte, dass er mit jedem Wort ungeduldiger wurde.
„Das sind schlimme Nachrichten“, sagte er, als sie geendet hatte. „Ich muss sofort handeln.“
Er gab einem Diener einige eilige Anweisungen, worauf dieser den kleinen Saal verließ. Dann wendete er sich wieder an Lothiel: „Ich danke dir. Möchtest du dich für deinen weiteren Ritt stärken?“
Lothiel fühlte sich befreit. Und jetzt spürte sie auch, dass ihr Magen knurrte. „Dafür wäre ich Euch sehr dankbar.“
„Kamarling wird dich in die Küche führen. Warte hier nur einen Moment auf ihn. Auch dein Pferd wird versorgt. Doch halte dich nicht zu lange auf, denn bis Arminas ist es noch weit.“ Er klopfte Lothiel auf die Schulter und wandte sich zum Gehen.
Sie hielt ihn zurück. „Aber Herr, ich dachte, ich könne nun nach Hause reiten. Wollt Ihr nicht jemanden zur Königin schicken, dem ich die Botschaften des Hofmarschalls mitgeben kann?“
„Ich brauche jeden Mann, um die Verteidigung Idens zu sichern. Du wirst deinen Auftrag zu Ende führen müssen.“
Lothiel wollte es nicht wahrhaben. „Ich bin nur ein kleines Mädchen, Herr …“
„Hör zu! Es ist Krieg. Da kann ich darauf keine Rücksicht nehmen. Also verschwende nicht meine Zeit und tu, was ich dir befohlen habe.“
Damit ließ er Lothiel endgültig stehen.

Lothiel trottete hinter dem Diener her. Die Küche befand sich in einem gesonderten Gebäude hinter dem Haus. Ein Koch und drei Gehilfen waren hektisch damit beschäftigt, dem Herrn vor seinem überraschenden Aufbruch noch eine Mahlzeit zusammenzustellen. Man gab ihr eine dicke Scheibe Brot und eine Schüssel aufgewärmter Suppe vom Vorabend. Doch in ihrer Enttäuschung aß sie, ohne sich bewusst zu werden, ob ihr das Essen schmeckte. Sie machte sich Vorwürfe. Sie war jetzt sechs Tage von zu Hause fort und Adar und Naneth mussten vor Sorge fast umkommen. Sie konnte doch jetzt nicht noch weiter nach Arminas reiten. Sie musste zurück, was auch immer Ellian befohlen hatte. Schließlich war sie ihm nicht zu Diensten. Sie war die Tochter eines freien Mannes, selbst wenn er nicht von Adel war. Entweder verzichtete Ellian auf einen Mann, der die Botschaft weitertragen könnte, oder es würde sich in Iden jemand finden. Lothiel beschloss, noch einmal mit dem Freiherrn zu sprechen.

Auf dem kleinen Platz vor der Zugbrücke sammelte sich eine Gruppe Bauern und Handwerker. Offenbar hatte Ellian einigen seiner Hörigen befohlen, ihm nach Iden zu folgen. Unter den Männern entdeckte Lothiel auch ein paar junge Burschen. Einen sah sie, der kaum älter sein konnte als Gilborn. Keiner der Männer war ein Krieger. Sicher brauchte Ellian sie für andere Aufgaben als den Kampf in der Schlacht.
Wie ihr der Bewaffnete von der Zugbrücke sagte, war der Freiherr bereits nach Iden aufgebrochen. Also ließ sie sich zu Carroch führen und ritt ihm nach.
Sie musste sich beeilen, wollte sie ihn noch einholen. Zwar konnte sie ihn und zwei weitere Reiter weit vor sich auf der ansteigenden Bhalstraße sehen, doch Ellian ritt schnell und sie musste Carroch zu einem scharfen Galopp antreiben. Den wenigen Menschen, die ihr entgegenkamen, konnte sie ansehen, dass Ellian sie bereits gewarnt hatte. Furcht spiegelte sich in ihren Gesichtern und trieb sie zur Hast. Nach Iden war kaum noch jemand unterwegs. Der Freiherr hatte die Kuppe des Hügels fast erreicht, als Lothiel endlich nah genug war, ihn anzurufen. Die Gruppe hielt und wendete die Pferde. Neben dem Ritter bestand sie aus einem Bewaffneten und einem jungen Knappen, der Ellians Streitross, einen kräftigen Braunen, am Zügel führte.
„Solltest du nicht auf dem Weg nach Arminas sein?“, rief ihr der Ritter entgegen. „Die Brücke bei meinem Dorf wäre der schnellere Weg gewesen.“
„Ich wollte Euch bitten, ob Ihr nicht doch einen anderen schicken könnt.“ Lothiel ritt Ellian weiter entgegen. Sie konnte sehen, wie dem Freiherrn die Zornesröte ins Gesicht stieg.
„Glaubst du wirklich, ich kann mich jetzt noch länger mit deinen Albernheiten befassen? Es gibt Wichtigeres zu tun!“
Lothiel zügelte Carroch. „Ich kann meine Eltern nicht länger …“
Sie wurde durch ein lautes Wiehern unterbrochen. Der Schimmel des Ritters stieg, sodass sein Herr den Halt verlor und zu Boden fiel. Das reiterlose Tier stürmte auf Lothiel zu. Als es an ihr vorbeipreschte, sah sie den Pfeil, der aus seiner Flanke ragte. Der Bewaffnete riss sein Pferd herum. Der Knappe schrie auf und sank kraftlos auf den Nacken seines Tieres. Dabei befreite sich das Streitross und galoppierte dem Reitpferd des Freiherrn nach. Ellian hatte sich inzwischen aufgerichtet und brüllte den Bewaffneten an, er möge ihm seinen Rappen überlassen. Der Mann hob sich bereits aus dem Sattel, blickte dann aber wieder in die Richtung, aus der die Pfeile gekommen sein mussten. Ohne weiter auf seinen fluchenden Herrn zu achten, wendete er sein Pferd zur Flucht.
„Es ist zu spät!“, schrie er Lothiel entgegen. „Bring dich in …“ Sein Kopf schnellte nach vorn. Blut strömte aus seinem Mund, sein Körper erschlaffte und als der Rappe auf Lothiels Höhe war, sah sie den Pfeil in des Mannes Hinterkopf.
Lothiel starrte zu Ellian. Der sah sie an, Wut in seinem fordernden Blick, schien zu überlegen, dann schrie er: „Mach schon! Verschwinde!“
Er drehte sich um und zog sein Schwert. Schon hörte Lothiel das Donnern vieler Hufe. Es kam von Iden den Hügel herauf. Sie erwachte aus ihrer Starre.

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Das Lächeln der Kriegerin
Ein Fantasy-Roman
Hardcover, 217 Seiten
Hinstorff 2008
16,80 EUR
ISBN-10: 3356012355
ISBN-13: 978-3356012354

Zum Inhalt:

Lothiel verlässt die Abgeschiedenheit des elterlichen Hofes, um ihrem Vater zu beweisen, dass sie ihm in schwierigen Zeiten ebenso beistehen kann, wie ein Sohn es könnte. Und doch verstößt sie gegen seinen Willen, als sie einen Weg einschlägt, der sie schließlich zur Kriegerin macht. Sie beschreitet ihn tapfer, wenn auch voller Zweifel. Sie findet Gefährten und Berater, geht dennoch immer ihren eigenen Weg. Sie lacht, sie weint. Sie liebt, sie hasst. Nicht selten stößt sie die vor den Kopf, die ihr nahe stehen.
„Es ist nicht gut, einen Menschen zu töten“, hat ihr Vater zu ihr gesagt. Lothiel aber lernt, mit dem Schwert zu kämpfen. Sie tauscht ihren kleinen Jagdbogen gegen einen Bogen der Macht. Und bald erzählt man sich an den Heerfeuern von einem Mädchen, das auszog, die Nachricht von Naurhir in die Königsstadt zu bringen, von dem Mädchen, das auszog, Rache zu üben, dem Mädchen, das auszog, das Königreich vor dem schrecklichen Feuermeister zu retten.
In diesem spannend erzählten Fantasy-Roman wird eine fremde, magische Welt lebendig, die uns ganz in ihren Bann zieht, da sie in all ihrer Andersartigkeit auch von uns handelt.

weitere Leseprobe
Rezensionen

Der Roman ist über den Buchhandel zu beziehen oder lässt sich u.a. hier bestellen:

Verlag
Amazon
bol.de

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Die Kriegerin auf myStorys:


Ein Tag Buchmesse und zur Con

Dieses Jahr blieb mir nur die Zeit für einen Tag Buchmesse in Frankfurt und die / den BuchmesseCon am Samstag. Trotzdem gab es natürlich viel zu sehen und zu erleben, wobei ich auf der Buchmesse selbst gar nicht viel rumgekommen bin. Dazu habe ich einfach zu viele Leute getroffen und Gespräche geführt, was ja aber durchaus zu den verschiedenen Sinnen und Zwecken einer Buchmesse gehört.

Am Donnerstag bin ich angereist, abends in Frankfurt angekommen und durfte die jährliche Gastfreundschaft meiner lieben Oma genießen. Am Freitag ging es dann gleich früh mit der Bahn zur Buchmesse.
Es gab einige Verlage, deren Stände ich aufsuchen wollte, allen voran natürlich meinen Haus- und Heimverlag Hinstorff. Aber auch den Heyne-Stand hatte ich auf der Liste, weil ich hoffte, dort meinen Kollegen Wulf Dorn zu treffen, mit dem ich schon im Vorjahr einen großen Teil der Messezeit verbracht hatte, als er gerade den Vertrag für seinen Thriller und dessen Nachfolger bei Heyne unterschrieben hatte.

Wulf Dorn: Trigger
Wulf Dorn: Trigger

Wulf selber traf ich zwar nicht gleich an (er solle etwa gegen 10.30 Uhr am Stand  auftauchen, sagte  mir eine freundliche Mitarbeiterin), dafür aber wurde ich von der Präsenz seines Debütromans „Trigger“ geradezu erschlagen. Breit und meterhoch türmten sich seine Bücher als unübersehbarer Stapel in zentraler Position. Auf dem tollen Cover prangten die Empfehlungen von Sebastian Fitzek, Andreas Eschbach und Thomas Thiemeyer.
Kein Wunder also, dass Wulf von Termin zu Termin hetzen musste, und Grund genug, ihm auch an dieser Stelle noch einmal zu seinem großartigen Erfolg zu gratulieren. „Trigger“ liegt nun auch auf meinem Lesestapel ganz oben und ich bin sicher, ich kann mich den Empfehlungen der zuvor genannten Autoren anschließen. Dazu dann später mehr an dieser Stelle.

Mir blieb zunächst einmal, weiter durch die Hallen zu schlendern. Erstaunlich, dass man auf dem riesigen Gelände doch so schnell und häufig auf Bekannte trifft. Barbara Peters freute sich über neue Aussichten, ihre Kindergeschichten an einen weiteren Verlag zu bringen, Geschichtenweber Wolfgang Schroeder suchte auf seinem ersten Messebesuch noch nach Orientierung, Falko Löffler hatte es eilig, zu einem Termin zu kommen, und Claudia Siegmann-Gabriel erzählte von ihrem Piratenabenteuer für Kinder und Jugendliche, das voraussichtlich 2010 beim dtv erscheinen soll.

Schließlich gab es ein erstes Treffen mit Wulf Dorn und eine Verabredung für die Mittagspause. Vorher hatte ich mich bereits mit Jacob Nomus fürs „Switzerland“ zusammentelefoniert und es wurde ein gleichermaßen gemütliches wie fröhliches Kennenlernen, bei dem eine Ausgabe seines neuen Romans „Das Armana-Grab“ den Besitzer wechselte.

Jacob Nomus: Das Armana-Grab
Jacob Nomus: Das Armana-Grab

Bis zum Treffen der Montsegurler im Switzerland blieb noch ein bisschen Zeit für eine zweite kleine Runde durch die Messehallen. Die Leute von BookRix hatte ich schon getroffen, Hinstorff einen ersten Besuch abgestattet, also lief ich noch ein paar Stationen ab. Zwischendurch immer mal raus aus der Halle, um der Rauchlust zu frönen.

So etwa ab 13.30 Uhr versammelten sich dann nach und nach viele Montsgurler im „Switzerland“, eine bunte Mischung aus mir bekannten und noch unbekannten Gesichtern, und es gab jede Menge zu erzählen und zu quatschen.

Hier verbrachte ich den größten Teil des restlichen Messetages, um schließlich noch einmal bei Hinstorff vorbeizuschauen und ihn bei einem Gläschen (Becherchen) Sekt ausklingen zu lassen. Die lieben Verlagsdamen spekulierten bereits fröhlich mit Frau Röwekamp von der Thalia-Buchhandlung in Rostock über meine zukünftigen Buchprojekte, während ich mich mit Lektor Florian Ostrop über die Weingummis hermachte.

Auch Katinka Friese vom Literaturhaus Rostock schaute vorbei, was sich sehr gut traf, denn beide suchten wir noch nach einer Möglichkeit, uns die Zeit bis zu unserer jeweiligen Abendgestaltung mit einem leckeren Abendessen zu vertreiben. So landeten wir schließlich bei einem gemütlichen Italiener zu Lasagne und Pizza.

Um 20.00 Uhr erwartete mich dann wiederum Wulf Dorn am Bahnhof, von wo aus wir uns zuerst zur Touristeninformation und dann zum Galaktischen Forum (Perry Rhodan) aufmachten. Wen wir nicht schon auf der Messe getroffen hatten, den trafen wir hier („Montsegur-Chef“ Andreas, z.B.) und es wurde noch eine schöne Party bei Bier, Caipirinha und leckeren Wraps, die erst gegen 1.30 Uhr ihr Ende fand.

Nach dem Heimweg mit dem Nachtbus, einigen wenigen Stunden Schlaf und der Autofahrt nach Dreieich sollte es dann am nächsten Vormittag beim BuchmesseCon weitergehen. Dazu gibt es aber morgen einen gesonderten Artikel.

Kindergeschichte

Im Moment schreibe ich unter anderem an einer Kindergeschichte, die ich dem Hinstorff-Verlag, in dem auch mein Roman „Das Lächeln der Kriegerin“ erschienen ist, anbieten will.
Zum Inhalt kann und will ich noch nichts verraten, ist ja wohl klar. Nur soviel: Sie ist (was bei mir nicht oft vorkommt) mit einem tatsächlichen Ereignis in meiner Kindheit verknüpft. Allerdings ist es nicht mir, sondern meinem damals besten Freund zugestoßen.

Natürlich wäre ich überglücklich, wenn der Hinstorff-Verlag zusagen würde, denn gerade im Bereich illustrierte Kinderbücher hat er sich in den letzten Jahren einen sehr guten Namen gemacht, einige Preise eingeheimst und ist zur Zeit mit „Hänsel und Gretel“ sogar für den Deutschen Literaturpreis 2008 nominiert.

Also heißt es: fertig schreiben und hoffen!

Es grüßt euch
Philipp