LesBar: Haufen

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LesBar, Foto: Anneka
LesBar
(Foto: © Anneka)
Er hat schon immer einen Haufen Sachen gemacht. Mancher Haufen Scheiße war darunter. Aber er hatte auch schon immer einen zu laufen. Sagen die anderen. Er läuft einfach. Hier hin und da hin. Mal beides gleichzeitig. Manchmal schnell, manchmal langsam. Er kommt nie irgendwo an. Aber er will auch nicht ausruhen. Die Zeit ist zu kurz, das Neue zu schnell alt. Er wird nicht alt. Sagt er selbst. Das Keuchen gehört dazu.

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© BennoP

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Philvent – die zwölfte Tür

© Ramona Heim
© Ramona Heim
© Ramona Heim

Ich wünsche euch eine frohe Philventszeit! Hä? Ja, richtig gehört. Das ist die Zeit der 24 kleinen Geschichten. Jeden Tag eine neue. Und jede neue übertrifft die vorige um einen Satz. Bis zum 24. Dezember, Philnachten, geht das so.

Er vertiefte sich so in sein Tun, dass er erst, als er es fast beendet hatte, bemerkte, welcher dumme Fehler ihm unterlaufen war. Er stand mit seinem Schneefeger und dem Eiskratzer vor dem falschen Auto. Seine Nachbarin würde sich freuen. Wo aber hatte er seinen Wagen geparkt? Und wie um Himmels willen sollte er jetzt noch rechtzeitig zur Prüfung kommen? Frau Hempels Auto freizulegen, hatte ihn eine knappe halbe Stunde gekostet.

Seines musste eines derjenigen sein, die unter dem glitzernden Weiß nicht zu erkennen waren. Während er probehalber mal an diesem ein wenig Schnee herunterfegte, mal an jenem ein bisschen Eis von der Scheibe kratzte, begrüßte ihn Frau Hempel lachend, bedankte sich nicht weniger fröhlich und fragte ihn kichernd, ob er nicht auch einmal unter ihrem Sofa kehren wolle. Die Frage, ob sie ihm nun, da sie ja mit seiner Hilfe Zeit gespart habe, bei der Suche nach seinem Gefährt helfen könne, verneinte sie mit der Begründung, sie habe eben diese Zeit damit verbracht, ihn vom Fenster aus zu beobachten, und sei nun selbst schon spät dran. Die flehentliche Bitte, ihn wenigstens ein Stück mitzunehmen, verhöhnte sie gar vollkommen unbegründet, indem sie ihn nahezu über den Haufen fuhr. Dass er beim Versuch, sich zu retten, stürzte, war allerdings ein Glück, fiel er doch, wie es der Zufall wollte, endlich gegen sein eigenes Auto, derweil ihn der aufkommende Zorn auf Frau Hempel, die ihm nun auch heftige körperliche Schmerzen bereitet hatte, derart beflügelte, dass er dieses in weniger als fünfzehn Minuten fahrtüchtig bekam. Die Prüfung konnte er dennoch nicht mehr absolvieren, da Wut auf glatten Straßen nun einmal ein schlechter Begleiter ist.

Planungssicherheit

Ich gebe es zu: Ohne Planung geht bei mir nichts. Ich fürchte, ich bin da mit mir strenger als mancher Nicht-Freiberufler. Wäre dem nicht so, würde ich vermutlich zwischen Tagräumereien und Couch kaum den Schreibtisch finden, nur um dann festzustellen, dass ich dort gerade die unwichtigsten Dinge erledige.

Ich plane also. Den Tagesablauf, die Projekte, die Abgabetermine, die Einkäufe, den Haushalt, … Es gibt mir das Gefühl, ich würde aus einem riesigen Haufen an Aufgaben einen übersichtlich geordneten Stapel machen.

Leider funktioniert auch die beste Planung nicht immer. Da hilft dann nur ein Planungsputz. Ich gestalte meine Planung neu, bilde mir ein, sie im Vergleich zum Vorgänger noch weiter zu optimieren. Manches wird vorgezogen, anderes zurück, diesem wird mehr Raum eingeräumt, jenem weniger …

So geschehen auch heute. Wie in der Vergangenheit, hoffe ich, dass es auch dieses Mal wieder funktioniert. Mir ist jedenfalls deutlich leichter ums Herz.