LesBar: stadt flucht

LesBar, Foto: Anneka
LesBar, Foto: Anneka
© Anneka

stadtgrenze
verschwunden
suche sie
nicht

suche das ende
natur dahinter
wo ist sie geblieben

statt grenze
zivilisationsfortschritt
allerhöchstens
ein weites feld

setzt der stadt
grenzen

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Lust auf mehr Gedichte?

Einmal schlucken, bitte

Der Nordosten hat gewählt. Auch der Osten im Nordosten. Ganz im Osten, sozusagen. Fast schon dort, wo die Sonne aufgeht. Und was beleuchtet sie? Ostvorpommern zum Beispiel. Und ja, der durchschnittliche Ostvorpommeraner hat sich besonnen, hat den Kopf ein klein wenig von rechts abgewandt. Nur noch 10,4 und 11,3 Prozent erreichte die NPD in den beiden Wahlkreisen.

Im Landkreis Uecker-Randow, der südlich an Ostvorpommern grenzt (beide Landkreise grenzen im Osten an Polen), bleibt man sich dagegen treu. Hier gewannen die Nationalen sogar teilweise noch dazu. In Uecker-Randow I erreichten sie zwölf Prozent, in Uecker-Randow II sogar 15,4 Prozent. Ja, richtig gelesen: Beinahe jeder sechste, der dort am Sonntag zur Wahl gegangen ist, hat sein Kreuz bei der NPD gemacht.

Das ist aber auch ein Kreuz mit dem Osten im Osten. Vielleicht sollte man die Grenze ein bisschen nach Westen verschieben. Aber wir wollen doch nicht ausgrenzen! Wozu auch? Laut einer Umfrage, so erfuhr ich gerade vom NDR-Fernsehen, wünschten sich im gesamten nordöstlichen Bundesland ganze 12 Prozent die NPD im Landtag. Die kann man doch nicht alle wegschicken! Dann wohnt hier oben ja bald keiner mehr.

Und es gibt ja, so zeigt es eben jene Umfrage, auch gute Gründe, ganz, ganz rechts zu wählen. 48 Prozent gaben an, sie glaubten zwar nicht, dass die NPD die Probleme im Land lösen könne, doch sie spreche sie wenigstens an. Und das ist doch schon mal was.

Da schämt man sich ja fast, wenn man wie ich (und ich war überrascht, ist es hier doch eher ländlich) aus einem der 10 von 36 Wahlkreisen kommt, die gegen den Strom schwimmen, indem sie die NPD die Fünf-Prozent-Hürde unterschreiten ließen. Hier scheint man die Augen vor den Problemen zu verschließen.

Vielleicht sollte ich in den Uecker-Randow-Kreis ziehen. Da würde ich dann lernen, mich den Problemen zu stellen. Aber so richtig!

THEO kopfüber bis 15.01.11

Originaltext, siehe: www.schreibende-schueler.de/

Schreibwettbewerb 2011
„THEO – Berlin-Brandenburgischer Preis für Junge Literatur“

Veranstalter: Schreibende Schüler e.V. & Börsenverein des Deutschen Buchhandels Berlin-Brandenburg

Schirmherrschaft:
Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister der Stadt Berlin &
Matthias Platzeck, Ministerpräsident des Landes Brandenburg

THEO ist ein überregionaler [!] Literaturpreis für Kinder und Jugendliche zwischen neun und 19 Jahren. Er wird in drei Alterskategorien verliehen:

9-12 Jahre
13-15 Jahre
16-19 Jahre

Außerdem wird ein eigener THEO in der Kategorie Lyrik vergeben.

Das Thema des Wettbewerbs lautet „Kopfüber“.

Du stehst mit beiden Beinen fest auf dem Boden, die Welt ist wie sie sein sollte, läuft ruhig und überschaubar ab, bis … –
… dich auf einmal ein paar Jungs an den Beinen hochziehen, um dir dein Taschengeld zu klauen
… sich die Dinge überschlagen, du Hals über Kopf in ein Abenteuer stürzt, ohne genau zu wissen, warum oder wohin die Reise geht? Und was für Gestalten dir auf diesem Weg begegnen!
Oder ist es genau umgekehrt, du läufst mit beiden Händen fest durchs Leben, dass die Welt kopf steht, ist vollkommen normal für dich?

Erzähle uns, wie die Straßen und Gesichter von unten aussehen, was passiert, wenn du anfängst dich gegen den Kopfstand zu wehren und wie schwer es manchmal sein kann, den Kopf über Wasser zu halten

Ein paar Tipps: Nenne deinen Text nicht „Kopfüber“ Das Thema soll nur eine Anregung sein, keine Inhaltsvorgabe. Deiner Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Überrasche uns mit deinen Ideen. Je origineller, desto besser!

Einsendeschluss ist der 15. Januar 2011.

Teilnahmebedingungen:

  • SchülerInnen aller Altersklassen
  • Höchstens 3 A4-Seiten (Times New Roman, Schriftgröße 12, Zeilenabstand 1,5, Seitenrand 2,5 cm)
  • Keine Gruppeneinsendungen und Klassensätze
  • Name, Alter und Adresse (wenn vorhanden auch die E-Mail mit angeben) auf EXTRA-Blatt

Einsendungen:

  • per Mail (als Anhang) an: wettbewerb@schreibende-schueler.de
  • per Post (in 3-facher Ausfertigung) an: Schreibende Schüler e.V., c/o Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Lützowstr. 33, 10785 Berlin

Ablauf:

  • ALLE EinsenderInnen erhalten Gelegenheit, an einer Veranstaltung der Schreibenden Schüler teilzunehmen (Zirkel, Schreibnachmittage, Wochenendwerkstätten, Lesungen …).
  • 35 EinsenderInnen erhalten eine Einladung zur Literaturwoche der Schreibenden Schüler im Sommer 2011.
  • Die elf Nominierten der Altersklassen sowie 3 Nominierte für den „Lyrik-Theo“ nehmen vom 26. – 27. März 2011 am Nominiertentreffen teil. Hier können sie einander kennen lernen, über ihre Texte reden und sich unter professioneller Anleitung auf die öffentliche Lesung am 17.04.2011 vorbereiten.
  • Am 17. April 2011 findet eine große Festveranstaltung statt, anlässlich derer die 14 Nominierten ihre Texte der Öffentlichkeit vorstellten. Anschließend verleiht die Jury den „Theo“ – Preis für Junge Literatur in Berlin und Brandenburg 2011 in 3 Altersgruppen sowie in der Kategorie Lyrik. Erneut werden auch die Gewinner des Vorjahres in der Jury sitzen. Die 4 PreisträgerInnen erhalten eine Theo-Statue, Büchergutscheine und die kostenfreie Teilnahme an der Sommer-Literaturwoche der Schreibenden Schüler.

„Der THEO ist eine großartige Möglichkeit schreibbegeisterten Jugendlichen Gehör zu verschaffen und andere, die bisher keinen Anlass zum Schreiben hatten, zu motivieren auch kreativ zu werden. Unser neues Thema KOPFÜBER soll alle Altersgruppen ansprechen, die Welt aus einer ungewöhnlichen Perspektive zu betrachten. Das Thema soll zu Abenteuergeschichten genauso anregen, wie zur literarischen Auseinandersetzung mit unserem Alltag“, erklärt Tim Fahrendorff, Pressesprecher der Schreibenden Schüler.

Der THEO, benannt nach dem Schriftsteller Theodor Fontane, möchte Kinder und Jugendliche für die Literatur, das Schreiben und die Kreativität begeistern. 2011 findet der Wettbewerb zum vierten Mal statt.

Quelle: Uschtrin

PB-Plotten: 14 – Nebenfiguren

Die Nebenfiguren sind ein weites Feld. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn je nach Roman können wirklich etliche davon vorkommen.

Allerdings unterteilt man Nebenfiguren noch einmal in die eigentlichen Nebenfiguren und in Randfiguren. Eine solche Unterteilung bleibt letztlich relativ willkürlich, zumindest gibt es keine scharfen Grenzen. Und wer will dem Autor vorschreiben, ob er diese oder jene Figur als Neben- oder Randfigur betrachtet, eine andere dafür noch zu den Hauptfiguren rechnet?

Die folgende Einteilung kann daher nur als Orientierung dienen:

  1. Protagonist(en): die zentrale Figur, selten mehr als einer, Handlungsträger der Haupthandlung, trägt den zentralen Konflikt aus, ist in der Regel auch Perspektivträger,
  2. Hauptfiguren: sind in der Regel am zentralen Konflikt beteiligt, können Handlungsträger (also auch Perspektivträger) eines eigenen Handlungsstrangs sein und/oder den Protagonisten über weite Strecken des Plots begleiten, möglich sind auch solche Figuren, die zwar nicht dauerhaft physisch anwesend sind, aber für den Protagonisten und/oder den zentralen Konflikt eine tragende Rolle spielen, verfolgen oft für den Plot wichtige Ziele und tragen entsprechende Konflikte aus,
  3. Nebenfiguren: fasst ein Spektrum an Figuren zusammen, unter denen einige noch so wichtig für die Handlung sind, dass sie in ihrer Bedeutung den Hauptfiguren nahekommen, bis zu solchen, die beinahe schon Randfiguren sind, oft sind sie nur für einen gewissen Zeitraum am zentralen oder einem Nebenkonflikt beteiligt, sie können allerdings auch Handlungsträger (Perspektivträger) in einem Nebenstrang sein,
  4. Randfiguren: in der Regel haben Randfiguren einen oder einige wenige Auftritte im Roman, sie erfüllen ihre Funktion und treten wieder ab, als Charaktere sind sie daher meist austauschbar, können aber zum Flair der Szene beitragen.

Gerade die Anzahl der notwendigen Randfiguren wird man zu diesem Zeitpunkt  nicht immer schon vollständig übersehen können, aber wer jede Szene geplottet hat, sollte schon einen ordentlichen Haufen beisammen haben.

Falls noch nicht geschehen, ist es sicher ratsam, eine Datei, einen Notizblock oder ähnliches anzulegen, in der/dem alle Figurennamen aufgelistet sind. Dabei sollte man auch diejenigen Figuren nicht vergessen, die nur benannt werden, etwa Verwandte, von denen eine Figur gerne spricht.

Um sie zuordnen zu können, wird für jede mindestens eine kleine Notiz notwendig sein, um wen es sich dabei handelt.

Mit zunehmender Wichtigkeit der Figuren werden weitere Maßnahmen nötig, die letztlich in mehr oder weniger abgeschwächtem Umfang denen bei den Hauptfiguren entsprechen.

Letztlich gilt auch hier: Je mehr man über eine Figur weiß, desto glaubhafter wird man sie handeln lassen können. Wer allerdings auch dem Postboten, der nur mal eben einen Brief vorbeibringt, eine seitenlange Biographie spendiert, wird sich noch lange gedulden müssen, bis das erste Wort des Manuskripts geschrieben ist.

(PB-Plotten: Die Liste)

stadt flucht

Dieses Gedicht wurde als eines der Preisträgergedichte der Rostocker Lyriknacht 2006 in der „RISSE – Zeitschrift für Literatur in Mecklenburg und Vorpommern“, Heft 17 veröffentlicht:

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stadtgrenze
verschwunden
suche sie
nicht

suche das ende
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setzt der stadt
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Cover Risse 17RISSE
Zeitschrift für Literatur in Mecklenburg und Vorpommern
Heft 17, Herbst 2006

ISSN: 0949-7994

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