Zu Diensten

Autora Auge, Foto: Voronin76
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© Voronin76

Autora Auge:
Guten Tag, Herr …

Geron:
Geron, Euch zu Diensten.

Autora Auge:
Schön, dass Sie hergefunden haben, Herr Geron. Soweit ich weiß, führen Sie in „Das Lächeln der Kriegerin“ ein Gasthaus.

Geron:
Wenn man es sagt, wird es wohl stimmen.

Autora Auge:
Wenn nun eine Fremde, sagen wir ein junges Mädchen namens Lothiel, in Ihr Haus einkehren und dort die Nacht verbringen würde. Würden Sie sie freundlich behandeln.

Geron:
Sicher. Natürlich. Zu meinen Gästen bin ich immer höflich. Hat sie Geld?

Vertrag dich: Nebensache?

© Franck Boston
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Weiter geht es im Vertragspoker. Vorweg sei gesagt, dass die Artikel von mir nach bestem Wissen und Gewissen verfasst werden. Aber ich bin kein Jurist. Im Streitfall könnt ihr euch also weder auf mich noch auf meine Ausführungen hier berufen.

Entsprechend dem Normvertrag hat sich der Verlag intensiv um die Verwertung der Nebenrechte zu kümmern. Grundsätzlich kann er das, indem er die Rechte selbst wahrnimmt oder einen Lizenznehmer findet. Ist eine dafür angemessene Frist verstrichen, ohne dass eine Verwertung erfolgt ist, kann der Autor die entsprechenden Nebenrechte zurückfordern.

Für den Autor besonders wichtig: Der Verlag verpflichtet sich mit dem Normvertrag dazu, in dem Fall, da mehrere Möglichkeiten zur Verwertung eines Nebenrechts bestehen, die für den Autor materiell und/oder ideell günstigere zu wählen, also ganz im Interesse des Autors zu handeln. Und zwar auch dann, wenn der Verlag selbst bei dieser Nebenrechtsverwertung konkurriert.

Pech für die Kleinen

Sagen wir zum Beispiel, der Autor hat für sein Werk mit Verlag A einen Verlagsvertrag für eine Hardcoverausgabe abgeschlossen. Die verkauft sich so gut, dass sowohl Verlag A als auch die Verlage B und C das Werk als Taschenbuch herausbringen wollen. Verlag A muss den Autor nicht nur über die Angebote der anderen beiden Verlage informieren, er muss ihm auch das beste Angebot machen, will er das Nebenrecht für die Taschenbuchausgabe selbst wahrnehmen. Eine Regelung, die dem Autor in jeder Hinsicht zugute kommt, während Kleinverlage so in der Regel ihre besten Pferde im Stall verlieren.

Wird ein Nebenrecht durch einen Dritten wahrgenommen, empfiehlt der VS in seinen Vergütungsempfehlungen eine Aufteilung des erzielten Erlöses zwischen Verlag und Autor von 40 : 60 bei buchfernen Nebenrechten (insbesondere Medien- und Bühnenrechten) und 50 : 50 bei buchnahen Nebenrechten (z. B. Recht der Übersetzung in eine andere Sprache, Hörbuch).

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Vertrag dich: Vorgeschossen

© Franck Boston
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Weiter geht es im Vertragspoker. Vorweg sei gesagt, dass die Artikel von mir nach bestem Wissen und Gewissen verfasst werden. Aber ich bin kein Jurist. Im Streitfall könnt ihr euch also weder auf mich noch auf meine Ausführungen hier berufen.

In den Absätzen drei und vier des §4 des Normvertrags geht es um den möglichen Honorarvorschuss für den Autor. Vorgeschlagen wird eine Drittelung des Vorschusses, sodass es an folgenden drei Terminen zu Auszahlungen kommt:

1. bei Abschluss des Vertrags,
2. bei Abgabe des Werkes,
3. bei Erscheinen des Werkes.

Soweit mir bekannt, sind auch eine Einmalzahlung bei Erscheinen des Werkes oder eine Halbierung bei Vertragsabschluss und Erscheinen üblich.

Die Höhe des Vorschusses hängt verständlicherweise von verschiedenen Faktoren ab, allen voran von den Absatzerwartungen des Verlags, den Möglichkeiten des Verlags und dem Verhandlungsgeschick des Autors oder seines Agenten. Bei kleineren Verlagen wird der Autor oft notgedrungen auf einen Vorschuss verzichten müssen.

Nicht rückzahlbar

Unabhängig von der Höhe des Vorschusses ist selbiger immer ein Garantiehonorar. Das bedeutet, der Autor darf es unter allen Umständen behalten, auch dann, wenn der tatsächliche Buchverkauf es nicht wieder einspielt. Finanziell ist das ein Vorteil für den Autor. Was man hat, das hat man!

Dennoch weiß ich von Autoren, die zugunsten anderer Vertragskonditionen lieber auf ein allzu hohes Garantiehonorar verzichten. Verkauft sich das Buch gut, spült es dem Autor das Geld ohnehin aufs Konto (und der Autor bekommt früher ein Gefühl dafür, wie gut sich das Buch verkauft, weil er es an den Tantiemen auf seinem Konto ablesen kann). Bleibt der Verkauf hinter den Erwartungen zurück, verdient der Autor zwar möglicherweise weniger, sieht sich aber auch weniger dem Druck ausgesetzt, eben diesen Erwartungen nicht gerecht geworden zu sein, wenn der Verkauf das entsprechend niedrigere Garantiehonorar dennoch eingespielt hat. Das hängt sicher von der jeweiligen Autorenpersönlichkeit ab, kann aber durchaus auch Ergebnis strategischer Überlegungen sein.

Aus dem Vorgenannten geht schon hervor, dass ein Garantiehonorar keine zusätzliche Honorierung darstellt. Es wird als Vorschuss auf die Tantiemen, die sich aus dem Buchverkauf ergeben, angerechnet. Bis diese den Vorschuss ausgeglichen haben, erhält der Autor zwar regelmäßig seine Abrechnungen, die aber entsprechend eine negative Endsumme ausweisen.

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Vertrag dich!

© Franck Boston
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Mit diesem Artikel beginnt eine neue Reihe auf diesem Blog. Diese soll euch helfen, Verlagsverträge besser zu verstehen.

Bisherige Artikel dieser Reihe:

  1. Vertrag dich! (diese Einleitung)
  2. Der Normvertrag
  3. Titel(n)
  4. Ausgeschlossen!
  5. Aufs Nebengleis
  6. Nur mit deiner Zustimmung
  7. Im Sinne des Autors
  8. Verlagspflicht
  9. Hauptsache netto
  10. Vorgeschossen
  11. Nebensache?
  12. Vergriffen
  13. Verramscht

Vorweg sei gesagt, dass die Artikel von mir nach bestem Wissen und Gewissen verfasst werden. Aber ich bin kein Jurist. Im Streitfall könnt ihr euch also weder auf mich noch auf meine Ausführungen hier berufen.

Ein Verlagsvertrag wird zwischen dem Verfasser bzw. Urheber eines Werkes (oder auch einem autorisierten Vertreter des Verfassers/Urhebers) und einem Verlag geschlossen. Zu den Rechten und Pflichten beider Parteien, die in einem solchen Vertrag geregelt werden, kommen wir in den späteren Artikeln noch. Wer aber ist das Gegenüber überhaupt? Was kann der Verfasser grundsätzlich von einem Verlag erwarten, mit dem er einen Vertrag abschließt? Was also zeichnet einen Verlag aus?

Ein Verlag ist ein Verlag ist ein Verlag

Es gibt inzwischen diverse Möglichkeiten, ein Werk zu veröffentlichen. Dieser Artikel stellt sich nicht die Aufgabe, diese in wertender Weise miteinander zu vergleichen. Welche Vor- und Nachteile die Alternativen im Einzelnen haben mögen, wurde und wird an anderer Stelle diskutiert.

Alle lassen sich aber hinsichtlich eines Kriteriums in zwei Gruppen teilen:

  1. Verfasser und Verleger des Werkes sind eindeutig voneinander getrennt, der Verleger trägt die alleinige Verantwortung für die verlegerische Tätigkeit.
  2. Der Verfasser übernimmt zumindest einen Teil der verlegerischen Verantwortung, tritt damit also selbst als Verleger auf (Selbstverleger).

Ein Verleger und der Verlag, der eventuell hinter ihm steht, zeichnet sich also dadurch aus, dass er in seiner Verantwortung die verlegerische Tätigkeit übernimmt.

Diese Tätigkeit besteht im Wesentlichen in der Vervielfältigung und Verbreitung des Werkes.

Ein Verlag ist ein Medienunternehmen, das Werke der Literatur, Kunst, Musik, Unterhaltung oder Wissenschaft vervielfältigt und verbreitet.
(Wikipedia)

Verlag, Wirtschaftsunternehmen zur Herstellung, Vervielfältigung und zum Vertrieb von Büchern, Zeitschriften, Landkarten, Noten, Kalendern und anderen der Information und Unterhaltung dienenden Medien.
(Metzler-Literatur-Lexikon, Stuttgart 1990)

Der Verleger ist verpflichtet, das Werk zu vervielfältigen und zu verbreiten.
(Gesetz über das Verlagsrecht, § 1)

Der Auszug aus dem Verlagsgesetz zeigt schon: Vervielfältigung und Verbreitung des Werkes definieren den Verleger nicht nur, sie sind sogar seine gesetzliche Pflicht.

Namenspoker

Nun ist der Begriff Verlag nicht geschützt. Auch eine Bäckerei könnte ihn im Namen führen. Das wäre auch nicht weiter schlimm, weil beim „Brotverlag“ relativ schnell ersichtlich würde, dass es sich trotz des Namens nicht um einen Verlag, sondern eben um eine Bäckerei handelt. Und vermutlich würde deren Inhaber sich schnell wieder von dem Namen verabschieden, weil er dennoch mit unverlangt eingesandten Manuskripten überhäuft würde.

Handelt es sich aber um ein Unternehmen, das in irgendeiner Form mit Büchern zu tun hat, etwa indem es seinen Kunden ermöglicht, Manuskripte zu veröffentlichen, wird die Sache etwas schwieriger. Ob nun vorsätzlich oder unwissentlich, hier lässt sich der Uninformierte schnell täuschen. Denn zum Verlag wird das Unternehmen eben nicht, weil es sich so nennt, sondern nur dann, wenn es auch verlegt, also seine gesetzlich vorgeschriebenen Verlegerpflichten erfüllt.

Die verlegerischen Pflichten

Ein Verlag, der auch einer sein will, muss demnach in vollem Umfang die Verantwortung für die Vervielfältigung und Verbreitung des Werkes übernehmen. Die Vervielfältigung umfasst den gesamten Herstellungsprozess, die Verbreitung das Platzieren, Bewerben und Verkaufen des Werkes.

Die Maßnahmen, die er dazu ergreift, müssen dem Vertragszweck (das Werk zu vervielfältigen und zu verbreiten) angemessen sein.

Der Verleger ist verpflichtet, das Werk in der zweckentsprechenden und üblichen Weise zu vervielfältigen und zu verbreiten. Die Form und Ausstattung der Abzüge wird unter Beobachtung der im Verlagshandel herrschenden Übung sowie mit Rücksicht auf Zweck und Inhalt des Werkes von dem Verleger bestimmt.
(Gesetz über das Verlagsrecht, § 14)

Der Verlag ist verpflichtet, das Werk in der in Absatz 1 genannten Form zu vervielfältigen, zu verbreiten und dafür angemessen zu werben.
Ausstattung, Buchumschlag, Auflagenhöhe, Auslieferungstermin, Ladenpreis und Werbemaßnahmen werden vom Verlag nach pflichtgemäßem Ermessen unter Berücksichtigung des Vertragszwecks sowie der im Verlagsbuchhandel für Ausgaben dieser Art herrschenden Übung bestimmt.
(Normvertrag für den Abschluß von Verlagsverträgen, § 3, Absatz 2 und 3)

Diese Zweckentsprechung lässt sich sicher nicht bis ins letzte Detail eindeutig bestimmen, klar ist aber, dass der Verlag das Werk in einer Weise vervielfältigen und verbreiten muss, die dem Werk eine Chance im Wettbewerb mit gleichartigen Werken einräumt.

Für ein Werk der Literatur bedeutet das etwa, das Werk angemessen zu redigieren. Die Verantwortung für Lektorat und Korrektorat liegt also ebenfalls beim Verlag. Die Korrekturpflicht wird im Verlagsgesetz gesondert hervorgehoben:

Der Verleger hat für die Korrektur zu sorgen. Einen Abzug hat er rechtzeitig dem Verfasser zur Durchsicht vorzulegen.
(Gesetz über das Verlagsrecht, § 20 (1) )

Anzumerken ist noch, dass der Verleger die notwendigen Maßnahmen natürlich in Auftrag geben kann. Er trägt nur die Verantwortung.

Verantwortung = Risiko

Verlegerische Verantwortung bedeutet auch verlegerisches Risiko. Das betrifft nicht ausschließlich, aber ganz zentral das finanzielle Risiko.

Alle zur Vervielfältigung und Verbreitung notwendigen Ausgaben trägt der Verlag. Vom Lektorat über die Herstellung bis zum Marketing. Der Verlag legt das Geld vor:

Die Bedeutung „Bücher herstellen und verbreiten, herausbringen“ hat sich aus „Geld, Kosten vorlegen, vorstrecken, für jemanden übernehmen“ entwickelt.
(Duden Band 7 – Das Herkunftswörterbuch, Mannheim 2001, zum Stichwort verlegen)

Spielt der Umsatz die Kosten nicht wieder ein, trägt der Verleger das Risiko und kann es nicht auf den Verfasser abwälzen.

Wer also Wert darauf legt, bei einem Verlag zu veröffentlichen, wird darauf achten müssen, dass die Verantwortung für Vervielfältigung und Verbreitung in vollem Umfang auf Verlegerseite liegt. Ein Unternehmen, dass diese Verantwortung nicht in vollem Umfang übernimmt, ist kein Verlag, wie auch immer es sich nennt.

Zum Schluss sei noch einmal betont, dass die Vor- und Nachteile eines Verlags hier nicht zur Debatte stehen sollen. Wo das eigene Werk am besten aufgehoben ist, wird jeder für sich selbst entscheiden müssen.

Nach dieser Einleitung jedenfalls, wollen wir in den nächsten Artikeln tiefer ins Verlagsvertragliche eintauchen. Bis nächste Woche!

Spammer erobern Kindle

Zu den sicherlich zur Zeit für Autoren interessantesten Themen gehört spätestens seit der Öffnung des Kindle-Shops für deutsche Kunden der E-Book-Markt. Welche Möglichkeiten bietet er, ist er eine lohnenswerte Alternative zur klassischen Verlagspublikation, lässt sich damit ein netter Nebenverdienst generieren oder wird man gar zum Millionär?

Es gibt da sicher einges Für und Wider. Eines der Wider nimmt jetzt offenbar Züge an, mit denen selbst die härtesten Kritiker so kaum gerechnet haben dürften. Hier eine Pressemeldung von pte:

E-Books: Spamwelle erfasst Amazons Kindle-Shop
Dreiste User veröffentlichen massenhaft Müll für schnelles Geld

Seattle (pte023/20.06.2011/13:31) – Im Kindle-Shop des Online-Händlers Amazon müssen sich die E-Book-Leser durch immer größere Berge an Spam wühlen, um einen passenden Titel zu finden. Auf dem alternativen Vertriebsweg bei „Kindle Direct Publishing“ , wo Autoren auch ohne Verlag Bücher in digitaler Form veröffentlichen können (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20110421019), suchen dreiste User das schnelle Geld. Sie missbrauchen das Programm, um am wachsenden E-Book-Geschäft teilzuhaben, und überhäufen den Online-Store mit minderwertigem Material.

In Deutschland ist Amazon erst vor wenigen Monaten in den noch kleinen Markt eingestiegen. „Verlage und Buchhandel rechnen in den kommenden Jahren mit erheblichen Umsatzsteigerungen und investieren deshalb weiter in die Digitalisierung“, sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels, gegenüber pressetext. „Das Angebot auf dem Markt ist da, es wächst und es wird seinen Weg zu den Lesern in den nächsten ein, zwei Jahren finden.“

Wertlose Inhalte zu Dumpingpreisen

Mit eigenen E-Books können Autoren in Self-Publishing-Programmen schon jetzt erste Schritte auf den Markt wagen. Kindle Direct Publishing beispielsweise steht gegen eine Verkaufsbeteiligung für Amazon allen Usern kostenlos offen. Reuters zufolge hat der Konzern in dem gegenüber Deutschland wesentlich größeren E-Book-Markt USA damit Spammer angelockt. Diese kaufen Inhalte und zugehörige Lizenzen günstig im Web und verschachern den Content im E-Book-Format in der Regel zu Dumpingpreisen von unter einem Dollar weiter.

Je größer das Angebot, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für den ein oder anderen Verkauf. Angesichts der Massen an eigentlich wertlosen Publikationen, tappen User gelegentlich auch in eine der Spam-Fallen. Mittlerweile kursieren offenbar sogar DVDs zur Anleitung, wie bis zu 20 Titel pro Tag veröffentlicht werden können, ohne sie selbst zu schreiben. Das Problem macht aber nicht nur den Lesern auf Büchersuche zu schaffen, die von der Spam-Flut im Kindle-Shop überrollt werden. Darüber hinaus leiden darunter auch die Geschäfte ernst zu nehmender Autoren und Verleger.

Quelle: pte

Gefällige Rezension gefällig?

Du hast ein Buch geschrieben und musst selbst dafür werben, weil dein Verlag, so er denn im herkömmlichen Sinne überhaupt einer ist, dich nicht ausreichend (oder überhaupt nicht) in die Schlagzeilen bringt?

Kein Problem! Für unheimlich günstiges Geld kannst du dir eine Rezension kaufen. Nicht bei mir, wo denkst du hin? Da müssen Fachleute ran! Unbestechlich und objektiv. Solche, die sich – anders als ich – durch das bescheidene Sümmchen von 178,- Euro nicht dazu verleiten lassen, ein nicht so gutes Buch möglicherweise doch in den Himmel zu loben, nur um an die Kohle zu kommen.

Dann nämlich brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Du zahlst nur, wenn dein Buch so gut ist, dass die Damen und Herren es zu Recht loben können. Und es wird dich ja sicher nicht überraschen, wenn das der Fall ist.

Stop! Hast du den Sarkasmus erkannt?

  • Nein? Nicht schlimm. Ich bitte dich dann nur, nicht auf den folgenden Link zu klicken. Der ist nicht für dich. Such gefälligst selbst nach Möglichkeiten, dein Geld loszuwerden!
  • Ja? Gut, dann muss ich mir keine Sorgen machen, dass du auf den folgenden Link klickst, um Geld auszugeben, sondern nur, um erstaunt anzuerkennen, dass es so etwas tatsächlich gibt. Und natürlich wirst du auf der entsprechenden Seite auch nicht auf die Angebote der dort beworbenen „Verlage“, Portale und was weiß ich noch hereinfallen, wie seriös der Titel der Seite auch klingen mag. Ganz linker Link!

Jugend hat keinen Sinn für Goethe & Co

Rezitator Lutz Görner: Mit Lyrik lässt sich kein Geld verdienen

Bücherregal: Lyrische Werke lässt die Jugend stehen (Foto: pixelio.de/Siegfried Fries)

Berlin/Weimar (pte/17.09.2010/13:30) – Die Umsätze von Lyrik-Bänden im Buchhandel sinken seit Jahren. „2007 machte der Umsatz im Bereich Lyrik noch 1,8 Prozent vom Gesamtumsatz des deutschen Buchhandels aus, mittlerweile sind es nur noch rund 1,2 Prozent“, so ein Sprecher des Börsenvereins des deutschen Buchhandels auf Anfrage von pressetext.

Für Deutschlands bekanntesten Rezitator Lutz Görner liegt der Grund unter anderem an dem Überfluss an Medien: „Die jungen Leute heutzutage haben andere Probleme, als die jungen Leute vor dreißig Jahren. Damals hatten sie noch keinen Computer und Computerspiele, noch kein Handy, keine Klingeltöne, kein Wikipedia, kein Internet. Die hatten nur Fernsehen und LPs.“

Früher sei der Wunsch, sich mit Lyrik auseinanderzusetzen, größer gewesen. „Viele Leute sind in meine Vorstellungen gekommen oder ich bin in die Schulen gegangen. Das wurde mir manchmal schon fast ein bisschen zuviel“, erzählt Görner im pressetext-Interview.

Bewusstsein für Kunst muss sich erst entwickeln

Heutzutage sei kein Platz für Schiller, Goethe und Co meint der Rezitator. „Wenn man so lange Schule hat und dann fünf Stunden im Schnitt vor dem Fernseher oder Computer sitzt, dann ist ja auch nicht mehr so wahnsinnig viel Zeit. Aber das wird auch mal wieder anders.“ Das Bewusstsein für Kunst müsse sich auch erst entwickeln.

„Was will ein Elfjähriger mit einem Liebeslied von Verdi anfangen? Damit ist sein Gefühlshaushalt überfordert. Der hört sich lieber Tokio Hotel an. Das ändert sich dann mit dem Alter und irgendwann merkt man, dass es noch so etwas wie Kunst gibt“, ist sich Görner sicher.

Als Dichter braucht man die richtige Frau

Görner, der u.a. Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie studiert hat, ist vielen Deutschen und Österreichern bekannt durch seine Fernsehserie ‚Lyrik für alle‘. Über 17 Jahre wurde sie jeden Sonntagmorgen um fünf nach neun in Zusammenarbeit mit dem ORF bei 3sat ausgestrahlt. Mit Lyrik allgemein könne nie jemand wirklich Geld verdienen. Als Rezitator könne er jedoch nicht klagen.

Dichter hätten es schwerer, da die Auflagen von Gedichtbänden zu gering seien. „Von einer 2.000er-Auflage, bei der man auch nur zehn Prozent vom Händlerabgabepreis bekommt, kann man ja nicht mal die Miete zahlen. Wenn man heutzutage Dichter sein will, muss man sich die richtige Frau, mit einem festen Job aussuchen“, scherzt Görner.

Nach wie vor tourt Görner durch Deutschland und ist im Oktober erstmals mit seinem Schiller-Programm „Opiumschlummer und Champagnerrausch“ auch in Österreich zu Gast (22. Oktober Wien; 24. Oktober Wels). Nächsten Montag, 20. September 2010, widmet er sich ab 19 Uhr im Berliner Café Einstein Unter den Linden, gemeinsam mit Gerald Uhlig und „Deutsch-Rapper“ Curse im Rahmen einer Buchvorstellung der Frage, ob „Deutsche Lyrik – verstaubt oder zeitlos?“ ist. Infos hierzu unter http://www.beingoo.de/lyrik.

(pressetext)

Versuchs doch mal trivial

Den wenigsten Schreibern wird beim Träumen von einer erfolgreichen Autorenkarriere dieser Weg überhaupt in den Sinn kommen. Dabei ist er nicht nur auf seine Art sehr erfolgversprechend, sondern der Bedarf an neuen Autoren ist sogar enorm hoch.

Die Rede ist vom Heftroman. Ja genau, von jenen Liebesromanheftchen, die man im Zeitschriftenhandel findet. Ich gebe zu, mir ist durchaus bewusst, dass die meisten jetzt sicher sofort die Nase rümpfen.

Aber stellen wir uns einmal vor, gerade du würdest jetzt denken: „Mensch, warum bin ich da nicht früher draufgekommen? Die Zeit hätte ich, das Geld bitter nötig!“ Also setzt du dich sofort an deinen Rechner, tippst einhundert romantische Seiten in das Teil rein und schickst sie an Cora. Wenn sie doch so dringend Autoren suchen, werden sie dich bestimmt mir Kusshand nehmen.

Nicht enttäuscht sein, wenn mehr oder weniger schnell die Ablehnung ins Haus flattert. Es ist nämlich schwieriger, einen Heftroman zu schreiben, als man gemeinhin denken mag. Sei es, dass man am Handwerklichen scheitert, sei es, dass man an der Zielgruppe oder den Genrevorgaben (oder beidem) vorbeischreibt, sei es, dass man kein ordentliches Exposé hinbekommt.

Wer es aber schafft, wird viel zu tun bekommen. Zwei bis vier Romane im Monat sind keine Seltenheit. Natürlich unter Pseudonym. Und meist ohne viel Aufsehen zu erregen. Dafür aber mit einem regelmäßigen Einkommen bei hohen Auflagen, das einen als Schreiber unabhängig von weiteren Einkünften macht.

Wer jetzt tatsächlich darüber nachdenkt, ob das nicht ein Weg sein könnte, dem bietet nun der Autorenhaus-Verlag den Ratgeber „Heftromane schreiben & veröffentlichen“ von Anna Basener, die sich ihr Studium mit dem Schreiben von Heftromanen finanziert hat und inzwischen in der „Heftromanredaktion des größten deutschen Heftromanverlags in Köln“ arbeitet.

Aber auch für diejenigen, die noch unschlüssig sind oder die gar nicht in Erwägung ziehen, einen derartigen Weg zu gehen, könnte es zumindest interessant sein, in den Fürstenroman der Autorin hineinzuschnuppern, der als kostenloses 92-seitiges PDF vorliegt.

Ich mache alles falsch!

Seit kurzem weiß ich das wenigstens. Denn glücklicherweise gibt es im Internet Experten, die so freundlich sind, ihr Wissen weiterzuvermitteln.

Was hätte ich nicht noch alles für schlimme und weitreichende Fehler gemacht, wäre ich nicht zufällig auf eine Seite im WWW gestoßen, die angehenden Autoren nicht nur Schreibtipps gibt, sondern über das ganze Drum und Dran des Schriftstellerdaseins aufklärt. Von Nogo`s (sic!) über Mutmacher bis hin zu den goldenen Regeln, erfährt man dort alles, was man wissen muss.

Nun hatte ich ja bereits verschiedentlich gehört, dass das Schriftstellerhandwerk nur die wenigsten reich macht, inzwischen weiß ich aber, dass ich es ganz aufgeben und stattdessen lieber Lotto spielen sollte, denn:

„Einen Bestceller zu schreiben ist zichmal schwerer, als einen 6ser im Lotto zu ergattern.“

Ich war sofort versucht, dieses ebenso originelle wie gewichtige Zitat als Zitat der Woche auf mein Blog zu stellen, aber ich fand noch so vieles, was sich sicher und völlig zu recht zurückgesetzt gefühlt hätte.

Jedenfalls kann ich mir also den Bestseller abschreiben. Und ganz entgegen meiner eigenen Erfahrung weiß ich jetzt, dass ich höchstwahrscheinlich nicht einmal ein, geschweige denn mehrere Brötchen mit meinem Beruf verdienen werde:

„- 1 bis 7 Prozent können wirklich ihre Brötchen damit verdienen.
– Der gesamte Rest verdient höchstens ein kleines Taschengeld. Die meisten jedoch verdienen daran gar nichts.
– Am aller seltensten wird ein Autor sogar fest angestellt und bekommt ein Autoren-Honorar.“

Nicht nur, dass ich nichts verdienen werde, ich werde wohl auch nie fest angestellt und muss mein Leben lang freier Autor bleiben. Wenn das meine Mutter wüsste …

Aber immerhin bietet mir die besagte Seite auch dafür eine Lösung. In den zehn goldenen Schreibregeln steht es. Und zwar mit unterschiedlicher Gewichtung in Regel 1-5, 9 und 10. Hier sei repräsentativ Nummer 9 zitiert, die es am deutlichsten auf den Punkt bringt:

„9. Schreibe nicht des Geldes wegen, sondern immer nur aus Spaß!“

Also, liebe angehenden Autoren, schreibt aus Spaß und verdient euer Geld mit Lottospielen, die Profis machen es vor.

Alle Zitate von www.Hobby-Schreiber.de.
9. Schreibe nicht des Geldes wegen, sondern immer nur aus Spaß!

Frage nicht den Lektor

Mir fallen auf Anhieb nur drei Gründe ein, warum ein Autor einen freien Lektor für das Lektorat eines Romans beauftragen und bezahlen sollte:

1. Er will nicht oder glaubt nicht, dass sein Roman eines Tages in einem Publikumsverlag erscheint (der ja dann für das Lektorat verantwortlich wäre), will ihn aber im Eigenverlag oder über einen Dienstleister publizieren, wobei er sich wünscht, dass das Manuskript im Wesentlichen so bleibt, wie es ist, aber in diesem Rahmen so gut als möglich verbessert wird.

2. Er hofft, mithilfe des freien Lektors sein Manuskript derart aufzubessern, dass die Chancen, einen Agentur- oder Verlagsvertrag zu ergattern, steigen.

3. Sein Fokus liegt nicht so sehr auf dem aktuellen Text, sondern er sieht es eher als eine langfristige Investition, eine Art Schreibkurs am eigenen Text, wobei hier möglicherweise von vorneherein die Manuskriptbetreung durch den Lektor die bessere Wahl wäre.

In allen drei Fällen wird es noch immer sehr abweichende Auffassungen geben, ob das Lektorat hier eine sinnvolle Investition im Vergleich zu den Alternativen darstellt. Und in allen drei Fällen sollte sich der Autor klarmachen, dass der finanzielle Aufwand vergleichsweise hoch ist.

Und vor allem der erste Fall ist es, um den es mir hier geht. Selbst wenn ich nicht auch als freier Lektor arbeiten würde, der schließlich damit Geld verdienen kann, würde ich es zunächst einmal begrüßen, wenn jemand auch für die Alternative zum Publikumsverlag zu der Erkenntnis kommt, dass er dem potentiellen Leser nicht seine Rohfassung um die Ohren hauen will. Allerdings sehe ich es auch als meine ethische Pflicht dem potentiellen Kunden gegenüber an, ihm vor der Auftragsannahme eine ehrliche Einschätzung seines Werkes und dessen Möglichkeiten zu geben.

Und die kann im Grunde genommen wieder nur auf drei Arten ausfallen:

1. Ich schätze das Werk für so gut ein, dass der Kunde noch einmal darüber nachdenken sollte, ob er es nicht doch bei einer Agentur oder einem Pubklikumsverlag versucht. Kurz gesagt, ich mache ihm klar, dass er mich eigentlich nicht braucht.

2. Ich schätze den Roman so ein, dass es einiger Überarbeitung bedarf, um ein überzeugendes Ergebnis zu liefern, mit dem der Kunde dann entweder einen guten Roman im Eigenverlag oder beim Dienstleister veröffentlicht (ich weise immer auf die Nachteile eines solchen Vorgehens hin) oder es aber doch auf dem klassischen Verlagsweg versucht.

3. Meiner Einschätzung nach bedürfte es weit mehr als eines Lektorats, um aus dem vorliegenden Manuskript ein veröffentlichungsreifes zu machen.

Der Titel des Artikels bezieht sich auf Kunden, denen ich im Vorhinein diese dritte Einschätzung gebe, wobei ich, sofern ich es für eingermaßen aussichtsreich halte, auf die Möglichkeit einer Manuskriptbetreuung hinweise.

Es ist nun einmal so: Mit einem normalen Lektorat (keine Manuskriptbetreuung, kein Ghostwriting) lässt sich aus einem solchen Manuskript im besten Fall ein etwas besserer Roman, aber kein Wunderwerk zaubern. Ein guter Lektor mag einen großen Anteil an der Qualität des Endprodukts haben, aber viel entscheidender ist die Qualität des Ausgangsprodukts. Ist der Wurm im Holz, reicht eine Politur nicht aus.

Wenn sich nun ein Autor trotz einer solchen Vorabeinschätzung dennoch für ein Lektorat entscheidet (und ich rate eher ab), tut er gut daran, sich nach dem Lektorat nicht neuerlich nach der Einschätzung des Lektors zu erkundigen, denn die wird sich nicht wesentlich geändert haben.

Ihm bleibt jedoch als Trost, dass auch ein Lektor nicht frei von Subjektivität und damit fehlbar ist.