Philvent – die zweiundzwanzigste Tür

© Ramona Heim
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Ich wünsche euch eine frohe Philventszeit! Hä? Ja, richtig gehört. Das ist die Zeit der 24 kleinen Geschichten. Jeden Tag eine neue. Und jede neue übertrifft die vorige um einen Satz. Bis zum 24. Dezember, Philnachten, geht das so.

Irgendetwas stimmte nicht. Sie schaute lange aus dem Fenster. Begriff nicht, was es war. Sie schüttelte den Kopf und setzte sich wieder vor den Fernseher. Sie zappte durch die Programme. Keines konnte sie lange begeistern. Hunger. Sie ging zum Kühlschrank. Ein Joghurt. Ein Apfel. Und die Schachtel mit dem Rest vom Stollen, den die Mutter ihr geschickt hatte. Sie schloss den Kühlschrank, öffnete ihn aber gleich wieder. Eine Möhre. Sie betrachtete sie lange und ging wieder zum Fenster. Der Schneemann. Er war nicht mehr da. Gestern hatte sie ihm noch gewunken. Heute war er weg. War das seine Spur dort im Schnee? Sie ging in den Garten. Vergaß den Hunger. Eine Botschaft im Schnee: Bei dir war mir zu kalt.

Philvent – die zehnte Tür

© Ramona Heim
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Ich wünsche euch eine frohe Philventszeit! Hä? Ja, richtig gehört. Das ist die Zeit der 24 kleinen Geschichten. Jeden Tag eine neue. Und jede neue übertrifft die vorige um einen Satz. Bis zum 24. Dezember, Philnachten, geht das so.

Sie verschluckte die Sterne. Einen nach dem anderen. So dunkel war die Wolke, die sich auf sein Gemüt gelegt hatte. Er sah auf zum Mond, der einen Trauerschleier trug. Dann schaute er hinunter. In den Schnee, der seine letzte Hoffnung verbarg. Er öffnete das Fenster. Die eisige Nachtluft kühlte seinen Schmerz nicht. Er breitete die Arme aus. Flog mit ihnen auf den Augenblick zu, in dem sie einen lächelnden Engel in das kristallene Weiß zeichneten.

Auf direktem Weg zur Figur

Wer Autorensoftware benutzt, wird es wahrscheinlich unter anderem deshalb tun, weil sie die Möglichkeit bietet, Notizen übersichtlich und kompakt zu verwalten und sie bei Bedarf mit wenigen Klicks hervorzaubern zu können.

So bot yWriter bisher immer die Möglichkeit, etwa einen Figurennamen im Text anzuklicken und damit das entsprechende Figurenblatt aufzurufen. Manchmal war das auch nervig, so wenn man beispielsweise den Satzbau ändern wollte, einen Doppelklick auf den Namen ausführte und erst das Figurenblatt wegklicken musste.

Mit einem Update war diese Funktion plötzlich verschwunden, was ich als noch unangenehmer empfand, weil es nun nötig war, die Figurenblätter wieder umständlich über das Menü oder die Registerkarten aufzurufen.

Allerdings (und manch einer wird mich längst als Blindfisch bezeichnen) habe ich einfach den Fortschritt übersehen. Denn es lässt sich nun einstellen, ob man bei einem Doppelklick direkt zu den Notizen gelangt oder ob man damit einfach nur den Namen markiert.

Öffnet man ein Szenefenster, lässt sich dort im Menüpunkt „Einstellungen“ die Funktion „Bekannte Figuren markieren“ aufrufen. Hat man sie mit einem Häkchen versehen, werden im Text (nicht nur in dieser einen Szene) alle Figurennamen, die dem Programm bekannt sind (für die man also ein Figurenblatt erstellt hat) farblich hinterlegt. Mit einem Doppelklick auf den Namen öffnet sich nun wieder das Figurenblatt.

Gleiches gilt für die Funktionen „Bekannte Schauplätze markieren“ und „Bekannte Gegenstände markieren“.

Gewusst wie, sage ich nur.

TeVeRo: Ein Test zum Spaß

Ich habe heute ein kleines Spaßprojekt begonnen. Nichts, was mich Arbeitszeit kostet. Dennoch ist es gleich in zweierlei Hinsicht sinnvoll. Zum einen Sinn will ich nichts sagen, ist auch eher privat, zum anderen erprobe ich damit die Autorensoftware TeVeRo und will davon hin und wieder auf diesem Blog berichten.

TeVeRo ist Freeware für Windows und lässt sich zum Beispiel hier und hier kostenlos herunterladen. Leider wartet das Programm gleich mit einem großen Manko auf, das sich im TeVeRo-Forum von kurzgeschichten.de nachlesen lässt. Dort schreibt Entwickler Matthias Kahlow am 17.01.2009:

Die Entwicklung ist momentan eingestellt, ja. Liegt zum Einen daran, dass ich kaum Zeit dafür habe, und zum Anderen, dass mir der Quellcode bei einem Festplattencrash flöten gegangen ist.

Wer sich dennoch für dieses Programm entscheidet, muss also wissen, dass er mit eventuellen Schwächen und Bugs vorraussichtlich langfristig leben muss. Aber möglicherweise überwiegen ja die Stärken.

Auf mich machte das Programm aber heute gleich einen guten Eindruck. Ob sich der bestätigt, werden wir sehen. Ein erster Versuch nach der Installation, in einem neu angelegten Projekt einen Charakter anzulegen, scheiterte leider. War aber kein Problem. Nach der Installation lässt sich das Programm zwar gleich starten, doch ein Windows-Neustart ist empfehlenswert. Danach ging alles glatt.

Anders als yWriter und Storybook ist TeVeRo ein recht schlankes Programm. Das betrifft nicht nur den Speicherbedarf (da unterbietet es yWriter nur unwesentlich), sondern vor allem die Funktionen.

Das mag nach Kritik klingen, ist aber nicht so gemeint.
Zum einen wird mancher Autor die Übersichtlichkeit schätzen. TeVeRo unterscheidet sich in der Ansicht kaum von der gewohnten Textverarbeitung. Die Textverarbeitung stellt auch das Herzstück des Programms dar.
Zum anderen baut TeVeRo im Unterschied zu den genannten Kontrahenten nicht auf Szenen- und Kapitelplanung auf, was je nach Geschmack als Vor- oder Nachteil empfunden werden kann.

 

TeVeRo
TeVeRo Screenshot: Klick für großes Bild

Zum normalen Texteditorfenster gesellt sich auf der rechten Seite einfach eines von vier möglichen Aufgabenfenstern:

  1. zum Ablauf, das neben der Möglichkeit, eine Prämisse zu formulieren, das Plotten und die Übersicht durch frei wählbare Handlungspunkte möglich macht (s. Screenshot), die sich über Lesezeichen mit Textstellen im Manuskript verknüpfen lassen,
  2. zu den Figuren, die in frei wählbare Gruppen aufgeteilt werden können (etwa Hauptfiguren, Nebenfiguren, Familie von Hannah, die Bluthundgang usw.) und deren Charakterblätter man frei ausfüllen kann,
  3. zu den Schauplätzen, die ebenso frei beschrieben werden können und
  4. als Zettelkasten, in dem man alle möglichen Notizen ablegen kann.

Dazu lassen sich jeweils Objekte wie etwa Grafiken oder Fotos einfügen.

Die Rechtschreib- und Grammatikprüfung wird von Word eingebunden, was also installiert sein muss. Andernfalls muss man den Text extern mit einer anderen Textverarbeitung prüfen.

Für die Kontrolle des Arbeitspensums gibt man ein tägliches Arbeitsziel in Zeichen ein und kann dann über die Statistik abrufen, ob man noch im Plan liegt. Langfristigere Zielvorgaben (etwa die Eingabe von Abgabeterminen oder des geplanten Gesamtumfangs des Manuskripts) wie zum Beispiel bei yWriter sind nicht möglich.

Ob die zusätzlichen Gimmicks zum Vergleichen zweier Charaktere oder gar der Exposéassistent wirklich hilfreich sind, kann ich noch nicht einschätzen, habe da so meine Zweifel.

Dennoch, wenn das Programm hält, was es verspricht, dürfte es vor allem für diejenigen, die entweder weniger umfangreich plotten (denen also die Möglichkeiten der anderen Programme schon zu viel und zu verwirrend sind) oder deren Planung sich nicht an Kapiteln und Szenen orientiert, hilfreich sein.

Damit bietet es sich gerade denjenigen an, die die Möglichkeit zu sehr individueller Planung schätzen. Schließlich steht es jedem völlig frei, nach welchen Kriterien er etwa die Handlungspunkte festlegt (es könnten eben auch Szenen oder Kapitel sein).

Auch Bauchschreiber sind mit dem Programm gut bedient, weil sie die Aufgabenfenster unabhängig vom Fortschritt des Manuskripts für ihre Notizen nutzen können.

Schließlich hilft es auch denjenigen, die ein Manuskript erarbeiten, das ohne Kapiteleinteilung auskommt, etwa kürzere Texte wie Erzählungen und Kurzgeschichten.

Damit dürfte dann auch schon fast alles zu dem kleinen Programm gesagt sein. Nur, ob es sich bewährt, muss ich noch herausfinden.

Fenster

Wenn ich manchmal so dasitze und überlege, wie es mit dem nächsten Satz weitergehen soll, dann schaue ich gern ein bisschen aus dem Fenster. Da passiert nicht viel mehr, als dass sich ein paar Bäume im Wind wiegen. Ab und zu verirrt sich ein Vogel in die Nähe. Oder der Nachbar stapft um sein Haus.

Dennoch hilft es oft, für ein paar Minuten abzuschalten und hinauszusehen. Allerdings müsst ich das Fenster mal wieder putzen.

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