LesBar: Fiktografiert

LesBar, Foto: Anneka
LesBar, Foto: Anneka
LesBar
(Foto: © Anneka)

Gewiss erzähle ich euch nichts Neues, wenn ich sage, Fotografien seien Fiktion. Dass Fotos die Wirklichkeit nicht eins zu eins abbilden, ist nun wirklich ein alter Hut. Farben werden verfälscht dargestellt, der gewählte Bildausschnitt beeinflusst unsere Wahrnehmung, mit dem Licht, mit der Brennweite und anderen Tricks können wir Effekte erzielen, die mit bloßem Auge niemals sichtbar würden, ganz zu schweigen von den Möglichkeiten, die die nachträgliche Bildbearbeitung liefert. Und obwohl wir das alles wissen, sind wir doch immer wieder überrascht, wenn es uns bewusst wird.

Mir ist es gerade vor einigen Tagen auf besondere Weise klar geworden, als unter anderen das folgende Foto entstanden ist:

Jaguar
© Benno P.

Es ist nahezu unbearbeitet, bis auf die verschwindend geringe Anhebung von Kontrast und Farbsättigung. Denn um Nachbearbeitung soll es jetzt nicht in erster Linie gehen. Überhaupt sind weniger die Hilfsmittel zur Fiktion in meinem Fokus als eben die Fiktion selbst, wie auch immer man sie im Einzelnen erreicht.

Das Foto zeigt einen Jaguar, vielleicht in einer Art natürlichem Versteck, jedenfalls teilweise hinter Pflanzen verborgen. Eine Nahaufnahme, wir könnten die einzelnen Schnurrhaare zählen, die zu sehen sind.

Nun, man ahnt es schon, ich war nicht so nah dran, sondern habe den Amazonas-Jäger mit extremer Brennweite fotografiert. Warum? Um eben diesen Eindruck zu erzielen, als wären ich bzw. der Betrachter des Fotos ganz nah dran an der Raubkatze. Denn ist es nicht genau das, was wir uns immer wünschen? Ganz nah dran zu sein an so einem wunderschönen Tier? Drängeln sich Zoobesucher, allen voran die mit den Fotoapparaten, nicht immer an den Gehegen, um so nah wie möglich an die Tiere heranzukommen? Das hat natürlich den Grund, dass man Einzelheiten aus der Nähe einfach besser erkennt. Ein bisschen Abenteurerdrang ist doch aber ganz sicher auch dabei, oder?

Bei diesem Jaguar ganz sicher! So ganz ohne schützende Gehegebegrenzung zwischen Mensch und Tier … Natürlich auch nur eine Folge der Brennweite, der gelingt, was das Auge vergeblich versucht: die engen Maschen des Zauns so in die Unschärfe zu rücken, dass sie auf dem fertigen Bild kaum noch erkennbar sind. Der Zaun verschwindet, in der Fiktion des Bildes wird die Großkatze zum frei lebenden Jaguar.

Seltsam, oder? Auch damit bin ich nicht allein. Mit dieser Sehnsucht, die Zootiere zu befreien. Und ich denke dabei noch gar nicht an diejenigen, die glauben, nur in Freiheit könnten Zootiere ein lebenswertes Leben führen. Ganz unabhängig von dieser Meinung scheint nämlich jeder Zoobesucher ständig auf der Suche nach dem unverstellten Blick zu sein. Wieder auch und vor allem, wenn es ums Foto geht. Und ja, wieder erkennt man in der Regel das Tier besser, wenn kein Zaun stört, selbst wenn der noch so unscheinbar ist (Zoos sind ja durchaus daran interessiert, ihren Besuchern diesen unverstellten Blick, wenn es irgend geht, zu ermöglichen).

Vor allem aber geht es darum, diese Fiktion zu erreichten, auch wenn jeder die Wahrheit kennt.

LesBar: Von einem seltsamen Schimpfwort

LesBar, Foto: Anneka
LesBar, Foto: Anneka
LesBar
(Foto: © Anneka)

Ist es nicht seltsam, dass derjenige, den alle lieben, über den sich jeder freut, der uns zum Lachen bringt, nur einen Schritt aus der Manege tun muss und zur Witzfigur wird, mit Verachtung gestraft und bestenfalls noch zum Lachen, ja lächerlich.

LesBar: Die Begeisterung

LesBar, Foto: Anneka
LesBar, Foto: Anneka
© Anneka

Die Begeisterung hat es nicht leicht in unseren Tagen. Ihr drohen viele Feinde. Die Gewohnheit ist einer davon. Die Coolness ein weiterer. Besonders ernst zu nehmen aber ist die Erfahrung, lehrt sie uns doch allzu oft, dass derjenige, der offen Begeisterung zeigt oder sich der Begeisterung zu rückhaltlos hingibt, schnell entgeistert werden kann.

LesBar: Abend

LesBar, Foto: Anneka
LesBar, Foto: Anneka
© Anneka

Ist nicht der Abend das Wochenende des Tages. Freuen wir uns nicht schon am Morgen auf seine Stunden? Jene, in denen wir die Beine ausstrecken oder gar hochlegen. In denen Zeit für ein paar Worte mit den Liebsten ist. Oder auch für gemeinsames Schweigen.

Wie schön, wenn man dann geschafft hat, was man schaffen wollte. Sodass der Kopf frei ist fürs Nichtstun. Oder für etwas ganz anderes. Für mich. Für dich. Für uns beide.

LesBar: „speciale“

LesBar, Foto: Anneka
LesBar, Foto: Anneka
© Anneka

Neulich traf ich einen Freund wieder, der mir erzählte, er habe sich in einem Sternerestaurant als Koch beworben. Ich äußerte meine Verwunderung, da ich von seinen Fähigkeiten am Herd gar nichts gewusst habe. Darauf lud er mich ein, eben diese am kommenden Wochenende selbst zu erschmecken.

Voll Vorfreude und in gespannter Erwartung suchte ich ihn auf und ließ mich an seinem Esstisch nieder. Der etwas seltsame Geruch, der seine Wohnung durchzog, mochte mich irritieren, doch ich bin ein aufgeschlossener Mensch und neige nicht zu vorschnellen Urteilen. Das Antlitz des Gerichts, das mir nun kredenzt wurde, arbeitete jedoch noch konsequenter gegen meinen Appetit. „Spaghetti speciale“, erklärte mir mein Freund auf meinen fragenden Blick.

Ich nahm ein bisschen von dem „speciale“ auf die Gabel und führte es zum Mund, aufmerksam beobachtet vom künftigen Sternekoch. „Ziemlich versalzen, findest du nicht?“, äußerte ich in höflicher Zurückhaltung.
Mit einem milden Lächeln entgegnete er: „Das muss so sein. Ist vielleicht nicht jedermanns Geschmack, aber man kann es ja nicht jedem recht machen.“
Also versuchte ich die nächste Geschmacksprobe weniger subjektiv zu beurteilen. „Und du meinst, eine Mischung aus aufgewärmtem, mit Ketchup, Mayonaise und Senf versetztem Apfelmus ist eine gut gewählte Soßenbeilage?“
Das Lächeln verschwand. „Ich merke schon, du hast wenig Ahnung von der Cuisine. Kreativität ist gefragt. Das ist es, was zählt. Die Abkehr vom Gewohnten und vom Massengeschmack …“
„Die Spaghetti sind ja total verkocht!“, unterbrach ich ihn.
Er nahm mir den Teller weg. „Das muss ich mir nicht anhören! Nicht von so einem Banausen. Kritik ist ja in Ordnung, wenn sie konstruktiv ist, aber du reitest hier auf Kleinigkeiten rum statt das Gericht als Ganzes zu beurteilen.”

Auf dem Weg nach Hause hatte ich das dumpfe Gefühl, ein Déjà-vu erlebt zu haben. Aber das bildete ich mir wahrscheinlich nur ein.

MDR und mehr bis 31.01.12

Ausschreibungen und Wettbewerbe, Foto: tebnad
Ausschreibungen und Wettbewerbe, Foto: tebnad
© tebnad

Das Ende des Jänner ist immer wieder ein beliebter Termin für Einsendeschlüsse:

Kein Theater um Schauergeschichten bis 15.12.11

Mitte Dezember sind Schauergeschichten, dramatische Texte, Kurzprosa und Theaterstücke gefragt:

Nicht nur für BurgenländerInnen und NordhessInnen bis 10.12.11

Der Dezember beginnt wettbewerbstechnisch mit Zivilcourage über 30 auf dem Planeten Kassel:

  • Goldenes Kleeblatt zum 09.12.11: Kurzgeschichten, unveröffentlicht, Thema: „Mit Zivilcourage gegen Gewalt“
  • 10. Harder Literaturwettbewerb zum 10.12.11: Kurzgeschichten, unveröffentlicht, Thema: „Trau keinem über 30“
  • Nordhessischer Autorenpreis zum 10.12.11: Prosa, Lyrik, Essayistisches, Kürzesttexte oder Experimentelles, unveröffentlicht, Thema: „Planet Kassel“

Vom Jungautor zum Illustrator bis 31.10.11

Bis Ende Oktober gibt es noch ein paar tolle Wettbewerbe. Die Teilnahme lohnt sich mal für Lyriker, mal für junge Autoren, mal für Illustratoren.

Nur eine Antwort zum 04.07.11

Eine Ausschreibung, die nicht mehr als eine Antwort verlangt. Die darf aber gern etwas länger sein:

Magus-Preisfrage 2011

„Ohne Wort, keine Vernunft – keine Welt.“ Unter diesem Diktum Johann Georg Hamanns haben die 1. Magus Tage Münster 2010 aus unterschiedlichen Perspektiven nach dem Zusammenhang von Sprache, Denken und Wahrnehmung gefragt. Die 1. Magus-Preisfrage fokussiert dieses Thema auf die Poesie.

„Poesie ist die Muttersprache des menschlichen Geschlechts“, behauptet Johann Georg Hamann in seiner „Aesthetica in nuce“ (JGH: Sokratische Denkwürdigkeiten/Aesthetica in nuce. Reclam 1986, Bd. 926). Dem Dichter schreibt der „Magus in Norden“ 1762 in seiner „Rhapsodie in kabbalistischer Prose“ einen besonderen Wahrnehmungs- und Erkenntnismodus und der poetischen Sprache eine herausgehobene Funktion dabei zu, die „ausgestorbene Sprache der Natur von den Toten wieder aufzuwecken“.

Auch heute unterscheidet sich poetische Sprache sowohl von der gewöhnlichen Sprache des Alltags als auch von den Fachsprachen der Natur- und Geisteswissenschaften und der Technik. Angenommen, jeder dieser Sprachtypen repräsentiert und ermöglicht eine je spezifische Weise des Denkens und der Wahrnehmung der Welt -: was und wie erkennt die poetische Sprache ander(e)s als jene Sprachen, in denen wir uns im Alltag und in den Wissenschaften mit der Welt, uns selbst und anderen verständigen, in denen wir unsere gewöhnlichen bzw. experimentell oder systematisch gesteuerten Erfahrungen machen, erfassen, kommunizieren? Wenn verschiedenen Sprachformen je besondere Formen des Denkens und Wahrnehmens zugehören, wie bestimmt sich poetische Vernunft, das Denken und Wahrnehmen der Poesie? Inwiefern kann eine poetische Sprache Instrument und/oder Medium eines Denkens und Fühlens, einer Erkenntnis- und Erfahrungsform sein, die ohne sie weder möglich noch kommunizierbar wäre, und wie wäre eine genuin poetische Denkweise – auch im Unterschied zu anderen Formen ästhetischer Erfahrung – zu charakterisieren?

 Gesucht werden Texte

Ihre Antwort auf die Preisfrage muss die Form eines literarischen oder wissenschaftlichen Textes haben. Die Textgattung ist frei wählbar: Gedicht, Gedichtzyklus, Erzählung, Prosa, Essay, wissenschaftliche Abhandlung etc. Die Texte müssen auf Deutsch geschrieben sein und sollten nicht mehr als 30.000 Zeichen haben. Sie müssen noch unveröffentlicht sein.

Teilnahmebedingungen

Teilnehmen können SchriftstellerInnen, WissenschaftlerInnen, PublizistInnen, Studierende, die literarisch, wissenschaftlich oder journalistisch publiziert haben.

Preis

Die beste Antwort auf die Magus-Preisfrage wird mit 4.000 Euro ausgezeichnet. Der prämierte Text soll veröffentlicht werden; die Form der Veröffentlichung (Buch und/oder Internet) wird noch bestimmt. Der Preis soll beim „Magus Tag Münster 2011“ (Herbst 2011) überreicht und vom Preisträger präsentiert werden.

Bewerbung

Ihre Bewerbung muss enthalten (bitte in dieser Reihenfolge):

1. ein formloses Anschreiben mit Ihrem Namen, Ihrer vollständigen Post- und Email-Adresse, Ihrer Telefonnummer, dem Betreff „Magus-Preisfrage 2010/11“ und dem Titel Ihres Beitrags,

2. Ihre Biografie und Ihre Bibliografie,

3. Ihren NICHT namentlich gekennzeichneten Text (maximal 30.000 Zeichen) in 6 Kopien.

Die GWK wird Ihren Beitrag kodieren und anonym an die Jury weiterreichen.

Bitte schicken Sie Ihre Bewerbung in einem frankierten und mit dem Stichwort „Magus-Preisfrage“ versehenen Umschlag an:

GWK
Fürstenbergstr. 14
D – 48147 Münster

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Einsendeschluss: 4. Juli 2011 (Poststempel)

Projektträgerin:
GWK-Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit e.V.
Fürstenbergstr. 14
D – 48147 Münster

www.gwk-online.de
www.magus-tage.de

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Dr. Susanne Schulte: Mail: gwk[at]lwl.org, Tel: 0251 / 591 32 14

Hamann und die Preisfrage

Eine Preisfrage im Zusammenhang einer Auseinandersetzung mit Hamann zu stellen, ist widersinnig und folgerichtig zugleich. Denn Hamann, der zwar „Rechtsgelehrsamkeit zum Schein“ und im Selbststudium Philologie, Philosophie und Volkswirtschaft studiert, aber keinen Universitätsabschluss gemacht und Systemdenken immer verabscheut hat, der „auf seine eigene Kosten“, nicht „auf Rechnung einer Gesellschaft“ gedacht hat und polemisch, ironisch, maskiert, einen schnellem Verstehen sich widersetzenden Stil schrieb, Hamann, der die vielen Bücher, die er manisch verschlungen, immer an seinem einen Grund-Buch, der Bibel, gemessen hat -, Johann Georg Hamann beteiligte sich am populären akademischen Spiel seiner Zeit selber nicht. Jedenfalls nicht direkt. Keine Preisfrage der Königlichen Akademie der Wissenschaften, welcher er als Institution des preußischen Staates, der Berliner Aufklärung, kritisch gegenüberstand, hat er mit einer Abhandlung beantwortet. Dennoch verdanken sich wichtige seiner Texte gerade ihren Preisfragen: Die ausgezeichneten Antworten, die Preisschriften, provozierten den „Philologen des Kreuzes“ zu radikalem Widerspruch.

So bezieht sich sein „Versuch über eine akademische Frage“ (1760) auf den von der Berliner Akademie der Wissenschaften ausgezeichneten Traktat von Johann David Michaelis über den Einfluss der Sprache auf die Meinungen und der Meinungen auf die Sprache. Mit seinen Herder-Schriften – den „Zwo Recensionen nebst einer Beylage, betreffend den Ursprung der Sprache“ und „Des Ritters von Rosencreuz letzte[r] Willensmeynung über den göttlichen und menschlichen Ursprung der Sprache“ (1772) – „rächt“ Hamann als selbsternannter „kabbalistischer Philologe“ Herders Ablehnung der „höheren Hypothese“ vom göttlichen Ursprung der Sprache mit einer unkonventionellen theologisch-philosophischen These. In seiner „Abhandlung über den Ursprung der Sprache“ hatte Herder die Entstehung der Sprache allein aus der „Besonnenheit“ des Menschen und seiner Wahrnehmung des Blökens des Schafes erklärt. Zuvor hatte die Königliche Akademie der Wissenschaften 1769 nach der Möglichkeit eines natürlichen Ursprungs der menschlichen Sprache gefragt und Herders positive Antwort dann ausgezeichnet. Mit seinem berühmten Brief schließlich vom 18. Dezember 1784 an Christian Jacob Kraus, Professor für praktische Philosophie und Staatswissenschaft in  Königsberg, Kollege, Schüler und enger Vertrauter Kants, stellt Hamann Kants „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“, 1783 von der Preußischen Akademie als Preisfrage ausgeschrieben, als sublimen und paradoxen Versuch der Bevormundung des Publikums dar.

„Der Reichthum aller menschlichen Erkenntnis beruhet auf dem Wortwechsel“ hat Hamann in seinen „Vermischten Anmerkungen über die Wortfügung in der französischen Sprache“ bemerkt. Mit der Magus-Preisfrage wird nicht der Anspruch verbunden, die aufgeklärte Tradition der akademischen Preisfrage fortzusetzen. Doch Wortwechsel zu existenziellen Fragen der menschlichen Existenz, die über den kleinen Kreis der Fachleute hinaus in die Öffentlichkeit hineinwirken, lassen sich mit der Magus-Preisfrage möglicherweise initiieren. Wir erwarten keine endgültigen Antworten, schon gar nicht die eine, einzig(e,) gültige Antwort. Das wär’ auch nicht im Geist Hamanns gefragt. Als Christ, im „sokratisch“-protestantischen Bewusstsein, Sünder und von wahrer Erkenntnis, wirklichem Wissen und der Sprache Adams im Paradies abgeschnitten zu sein, lehnte er jede sich absolut setzende Position, jedes vereinheitlichende Wissen oder ein universelles, „katholisches“ System ab (in seinem evangelischen Glauben allerdings war er unerschütterlich…). Ihn durchdrang die Überzeugung, grundlegende Gegensätze in der Welt ließen sich nicht dialogisch-dialektisch und im Konsens vermitteln. Als Autor provozierte der Magus selber in wechselnden Masken. In einem Stil, der noch heute zum Skandalon taugt. Wir erhoffen einen „Wortwechsel“, der Widerspruch herausfordert und aushält, Widersprüche, Unsicherheiten, Unlösbarkeiten und Nichtwissen deutlich macht, der nichts glättet und kittet. Wir wünschen uns einen „Wortwechsel“, der Widerspruch ist, der, wo Vermittlung scheitert, den Widerspruch stehn lässt als Frage, die ihrerseits wieder Antworten als Fragen, GegenSätze, WiderSpruch fordert.

Kontaktadresse

GWK, Fürstenbergstr. 14, 48147 Münster
Dr. Susanne Schulte
Mail: gwk[at]lwl.org
Tel: 0251 / 591 32 14
www.gwk-online.de
www.magus-tage.de

Quelle: Uschtrin

Schwere Entscheidung zum 15.06.11

Noch zehn Tage sind es bis zur Mitte des Monats Juni. Und diverse Ausschreibungen warten zu diesem Datum mit ihrem Einsendeschluss auf. Eine schwere Entscheidung. Glücklicherweise muss ich sie nicht treffen, fehlt mir doch im Moment ohnehin die Zeit.

Drehbuch-Autoren-Symposium an der Schlei

„Geschichte, Gerichte, Gerüchte – eine Region erzählt ihre Geschichten“

mit öffentlicher Lesung in der Schleiregion

Unter dem Titel „Geschichte, Gerichte, Gerüchte – eine Region erzählt ihre Geschichte(n)“ möchte das Filmbüro der Ostseefjord Schlei GmbH vom 15. bis 18. September 2011 ein Symposium für Drehbuchautoren an der Schlei veranstalten.

Sechs erfahrene DrehbuchautorInnen werden eingeladen, die Region und ihre Geschichten kennen zu lernen. Tagsüber gibt es Begegnungen mit Schauplätzen und Menschen. Die Themen reichen von den Wikingern über die Historie von kleinen Fischern und großen Herzögen bis zu ganzheitlichen und generationsübergreifenden Lebens- und Wohnkonzepten auf dem neu entstehenden Stadtteil „Auf der Freiheit“ in Schleswig.

Zusätzlich wird den Referenten wertvolles Wissen für ihre Recherchetätigkeit vermittelt: Besuche im Oberlandesgericht, dem Landesarchiv und dem Landesfilmarchiv erlauben gezielte Blicke hinter die Kulissen der obersten Gerichte Schleswig-Holsteins und in das „Gedächtnis des Landes“. Ein spezieller Schwerpunkt wird auf dem Thema „Blick ins Filmarchiv“ (Material für Rückblenden, historische Sequenzen) liegen.

In abendlichen Gesprächen soll den Autorinnen und Autoren Raum für den gegenseitigen Austausch und kreative Entwicklung neuer Ideen gegeben werden. Leitgedanke sind die Fragestellungen: Warum wird ein Großteil der Geschichten der deutschen Fernsehlandschaft in den Städten angesiedelt? Und: Wie lässt sich eine Region be-schreiben? Gleichzeitig soll eine Formulierung der Identität einer Region wie der Schleiregion versucht werden.

Der Charme des Programms beginnt schon bei der Unterkunft: Alle AutorInnen wohnen im „Rosenduft & Kochlust„, das so einzigartig ist wie die Halbinsel Schwansen selbst. Gerahmt von Weißdornhecken, einem dicht bewachsenen Bachlauf und großen alten Bäumen liegt das Anwesen auf einer Anhöhe und prägt das Landschaftsbild. Die individuell gestylten und komfortablen Gästezimmer strahlen Ruhe und Charme aus, wie die Gastgeber selbst. In der großen Kochküche zaubert das Team Gaumengenuss vom Feinsten und gibt auf Wunsch Einblicke in seine Arbeit.

Während des Symposiums wird es an einem Abend im Gastraum eine öffentliche Lesung geben, in der die Autorinnen und Autoren Szenen aus ihren bereits realisierten Werken vortragen. Gerne sollen die entsprechenden Filmszenen dem Publikum vorgeführt werden.

Die Kosten für Anreise per Bahn, Unterkunft und Verpflegung übernimmt die Ostseefjord Schlei GmbH.

Bewerben kann sich jeder Drehbuchautor/jede Drehbuchautorin aus dem Bundesgebiet, der/die mindestens ein realisiertes Werk vorweisen kann.

Als Bewerbung sind einzureichen: Vita, Vorschlag für das zu lesende Drehbuch sowie eine Begründung über die Motivation, an dem Symposium teilzunehmen.

Bewerbungen sind schriftlich oder per Mail zu richten an:

Ostseefjord Schlei GmbH
Filmbüro
Plessenstraße 7
24837 Schleswig

oder

film@ostseefjordschlei.de

Bewerbungsschluss ist der 15. Juni 2011.


Quelle: Uschtrin

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Friedenslesung – Wettbewerb

Originalausschreibung: http://www.friedenslesung-berlin.de

Ausschreibung

Wir suchen Gedichte und kurze Texte zum Thema: „Frieden ist mehr …“

Am 1. September 2011 jährt sich zum 72. Mal der Überfall Hitlerdeutschlands auf Polen und damit der Beginn des 2. Weltkriegs. Aus diesem Anlass findet in Berlin die 3. FRIEDENSLESUNG statt.
Dazu werden Gedichte und kurze Texte zum Thema Frieden gesucht.
Eine Jury erstellt aus den eingesandten Arbeiten eine Auswahl für die Lesung in Berlin sowie für eine Buchveröffentlichung.

Wer kann sich beteiligen?
Die Teilnahme steht allen Autorinnen und Autoren sowie Literaturbegeisterten ab dem vollendeten 15. Lebensjahr offen.

Mit welchem Ziel?
– Prämierung der jeweils besten Beiträge nach Auswahl durch eine sachkundige Jury.
– Verwendung ausgewählter Texte für die FRIEDENSLESUNG im Kulturforum Hellersdorf zum Weltfriedenstag/Antikriegstag sowie die Lesung zum Weltfriedenstag der BVV Marzahn-Hellersdorf.
– Aufnahme ausgewählter Texte in eine Preisträger-Anthologie.

Welche Texte?
– Jeder Teilnehmer kann sich in der Sparte Lyrik oder der Sparte Kurzprosa beteiligen (keine Beteiligung gleichzeitig an beiden Sparten).
– In der Sparte Lyrik können bis zu 3 Texte eingereicht werden.
– In der Sparte Kurzprosa kann ein Text von maximal 9000 Zeichen (entspricht 5 Normseiten) eingereicht werden.

Wer veranstaltet das?
Der Kulturring in Berlin e.V. in Zusammenarbeit mit
– Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf (Kommunalparlament)
– Deutsch-Polnische Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland e.V.
– Poeten der Welt / Poetas del Mundo

Die Buchproduktion erfolgt mit Unterstützung durch die VVN-VdA Berlin sowie der Berliner VVN-BdA Landesvereinigung.

Preise:
– Die Preisträger jeder Sparte (Bester Autor/beste Autorin Lyrik oder Kurzprosa) erhalten neben der Urkunde ein Preisgeld von je 100 Euro, zur Verfügung gestellt von der Vorsitzenden der BVV Marzahn-Hellersdorf Petra Wermke sowie dem Kulturstadtrat von Marzahn-Hellersdorf Stephan Richter.
– Im Rahmen der öffentlichen Veranstaltung Friedenslesung am 1. September 2011 werden die Siegertexte vorgestellt und die Preise an die Preisträger überreicht.
– Die beiden Preisträger erhalten zur Anreise zu dieser Veranstaltung ein Bahn-Ticket für Hin- und Rückreise (deutschlandweit).
– Alle in die Buchveröffentlichung aufgenommenen Teilnehmer erhalten je 2 Buchexemplare.

Bedingung:
– Die Beiträge müssen ein selbst verfasstes Werk in deutscher Sprache sein.
– Der Autor/die Autorin besitzt die Rechte am Text.
– Die Autorin/der Autor tritt die Nutzungsrechte für Wettbewerb, Lesung und Abdruck sowie in diesem Zusammenhang stehende weitere Veröffentlichungen (Internet etc.) ab.

Einsendungen per CD-ROM oder mit anderen Datenträgern an:

Kulturring in Berlin e. V.
c/o Kulturforum Hellersdorf
Carola-Neher-Str. 1
12619 Berlin

oder per E-Mail mit dem Betreff: Einsendung Friedenslesung an:

post@friedenslesung-berlin.de

Bitte beachten Sie unbedingt die ausführlichen Teilnahmebedingungen!

Einsendeschluss ist der 15. Juni 2011!

Wir Wünschen allen Autoren viel Glück und viel Spass!

Quelle: Uschtrin

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HOTLIST der Independents

Achtung: einreichen dürfen nur Verlage (nicht AutorInnen)!

Originalausschreibung: http://www.vereinderhotlist.de

Zum 3. Mal ausgeschrieben:

die HOTLIST der Independents

2010 waren es bereits 110 Verlage, die sich um den Platz auf der Liste und den Preis für das heißeste Buch des Jahres bewarben. Und fast 10 000 Menschen beteiligten sich wieder an der Internetabstimmung. Durch diese Dynamik ist die Hotlist schon jetzt zu einem der wichtigsten Instrumente geworden, um das Potenzial dessen zu zeigen, was die unabhängigen Verlage für den Reichtum, die Qualität und den Erfolg der Buchkultur im deutschsprachigen Raum leisten.
Im dritten Jahr werden die Hotlist und die Preise der Hotlist in Zusammenarbeit mit einem unabhängigen Kuratorium vom gemeinnützigen Verein der Hotlist ausgeschrieben.

Die Mitglieder des Kuratoriums sind: Traudl Bünger (Lit.Cologne, Schweizer Fernsehen), Ulrich Faure (BuchMarkt), Dagmar Fretter (Kunststiftung NRW), Katja Gasser (ORF-Fernsehen), Marc Iven (Buchhandlungen in der Akademie der Künste; Autorenbuchhandlung Berlin), Nils Kahlefendt (Publizist, u. a. Börsenblatt), Manuela Reichart (Publizistin, u. a. DLR Kultur, WDR, RBB), Monika Schärer (u. a. Schweizer Fernsehen), Barbara Stang (Stang PR) und Michael Wieser (Mayersche Buchhandlung).

Die Ausschreibungsbedingungen 2011:

Schritt 1 – Bewerben
Einreichung: Jeder unabhängige Verlag kann sich mit einem auf Deutsch erschienenen Buch (auch Übersetzungen) um einen Platz auf der Hotlist bewerben.
Die Titel sind ab sofort bis einschließlich 15. Juni unter kontakt@vereinderhotlist.de (mit Cover-Abbildung, Info-Texten, Leseprobe und bibliographischen Angaben inkl. Verlagslink) einzureichen.
Das Einreichungsformular findet sich hier: http://www.vereinderhotlist.de

Gebühr: Die Einreichungsgebühr beträgt 30 Euro pro Titel, einzuzahlen unter dem Betreff „Hotlist 2011“ und Nennung des Verlags auf das Konto des Vereins der Hotlist (Konto: 100 56 74 229, BLZ: 300 501 10 bei der Stadtsparkasse Düsseldorf). Mitglieder des Förderkreises sind von der Einreichungsgebühr befreit.
Nach Eingang der Gebühr werden die eingereichten Titel auf der Webseite der Hotlist gelistet (mit Coverabbildung und Link zum Verlag).

Was darf: Die Titel müssen zwischen dem 1. Oktober 2010 und spätestens bis zum 1. Oktober 2011 auf Deutsch erschienen sein bzw. erscheinen. Um die Vielfalt abzubilden, sollen auf der Hotlist die unterschiedlichsten Titel Platz finden: Lyrik, Prosa, Essays, erzählendes Sachbuch, zeitgenössische oder alte Autoren, deutschsprachige oder übersetzte Titel, das besondere Buch.
Leider nicht berücksichtigt werden können Kinderbücher, Hörbücher, reine Ratgeber- oder Fachliteratur sowie elektronische Ausgaben.

Wer darf: Als unabhängiger Verlag im Sinne dieser Ausschreibung gilt ein Verlag, der kein Konzernverlag ist und über eine professionelle verlegerische und vertriebliche Struktur verfügt, jährlich mindestens zwei Titel veröffentlicht und kein Druckkostenzuschussverlag ist.

Schritt 2 – Wählen
Internet: Aus allen Einreichungen nominiert das Kuratorium 30 Titel, die als Kandidaten für die Hotlist mit großer booktolook-Leseprobe, Autoreninfo etc. präsentiert und dem Publikum auf der Webseite des Freitags zur Wahl gestellt werden. Das Publikum entscheidet hier zwischen dem 27. Juni und dem 15. August über 3 Plätze auf der Hotlist.

Jury:
Die 7 weiteren Titel auf der Hotlist wählt aus den Kandidaten die diesjährige Jury. Hierfür stellen die 30 nominierten Verlage 8 kostenlose Prüfexemplare zur Verfügung. Die Mitglieder der diesjährigen Hotlist-Jury sind:
– Michael Angele (Der Freitag, Berlin)
– Klaus Bittner (Buchhandlung Bittner, Köln)
– Maren Keller (KulturSpiegel, Hamburg)
– Jan Valk (Adler & Söhne / Literaturzeitschrift sprachgebunden, Berlin)
– Andreas Wang (Sachbuchbestenliste von NDR und Süddeutscher Zeitung, Hamburg)
– Ursula Zangger (Orell Füssli am Bellevue, Zürich)
– Peter Zimmermann (ORF, Wien)

Schritt 3 – Siegen
Der Hauptpreis: Die so ermittelten 10 Titel der Hotlist werden Anfang September bekanntgegeben.
Über die Vergabe des Hauptpreises entscheidet daraufhin die Jury; er ist mit 5.000 Euro dotiert und soll eine beispielhafte unabhängige verlegerische Leistung honorieren.
Der Melusine-Huss-Preis: Durch die großzügige Stiftung eines Druckgutscheines im Wert von 4.000 Euro durch eine der bekanntesten mittelständischen und vollstufigen Druckereien Deutschlands, den Freiburger Graphischen Betrieben (fgb), ist 2011 ein zweiter Hotlist-Preis entstanden.
Der Preis ist nach der legendären Frankfurter Buchhändlerin Melusine Huss benannt und wird alljährlich durch Abstimmung unter den Buchhändlerinnen und Buchhändlern an einen Verlag auf der Hotlist vergeben.

Schritt 4 – Feiern
Die Verleihung der Hotlist-Preise findet im Oktober während der Frankfurter Buchmesse bei einem Festakt im Rahmen der Party der Independents (traditionell am Buchmessenfreitag) statt.

Quelle: Uschtrin

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„Kalendergeschichten“-Wettbewerb

Originalausschreibung: http://www.bioverlag.de/naturkostkalender.html

Kalendergeschichten gesucht – Stichwort „Bioladen“

Die bio verlag gmbh in Aschaffenburg, u.a. Herausgeberin des Naturkostmagazins „Schrot&Korn“, sucht für ihren jährlich erscheinenden Taschenkalender wieder Kurzgeschichten und Satiren.
Bedingung: Die Texte sollen das Stichwort „Bioladen“ enthalten.

Einsendeschluss ist der 15. Juni 2011.

Wir wünschen uns vor allem amüsante bis nachdenkliche „Kalendergeschichten“ nach klassischer Tradition (von Hebbel bis Brecht). Aber auch Satiren, Glossen, moderne Märchen, Science Fiction, Cosy-Krimis und Storys mit phantastischen Elementen sind willkommen.

Eine verlagsinterne Jury wird aus allen Einsendungen zwölf Texte auswählen, die Ende 2011 im „Naturkostkalender 2012“ zusammen mit Kalendarium, Rezepten, Aphorismen und einem Daumenkino veröffentlicht werden.

Die Autorinnen und Autoren der „Siegergeschichten“ erhalten ein Paket mit Bio-Lebensmitteln im Wert von rund 50,- Euro sowie 5 Gratisexemplare des Kalenders.

Formale Vorgaben:

  • Jede(r)Teilnehmer(in) kann maximal drei Geschichten einreichen.
  • Die Geschichten sollen 5500 bis 6000 Zeichen inkl. Leerzeichen umfassen. (Bitte nicht mehr, aber auch nicht viel weniger, denn das Layout der Publikation lässt wenig Spielraum).
  • Der Begriff „Bioladen“ soll zumindest einmal im Text vorkommen. Dabei ist nicht (!) erforderlich, dass ein Bioladen oder ein Naturkostgeschäft eine zentrale Rolle spielt. Es genügt, wenn die Einkaufsstätte in einem sinnvollen Handlungszusammenhang erscheint.
  • Die Texte sollen ausschließlich per E-Mail als unformatierte (!) Word-Dateien in üblicher literarischer Manuskriptform (pro Seite 30 Zeilen à 60 Anschläge mit 1,5-fachem Zeilenabstand) eingereicht werden.
  • Auf einer gesonderten Seite bitten wir um eine Kurzbiographie des Autors /der Autorin mit eventuellen bisherigen Veröffentlichungen (8 bis 10 Sätze, keine Fotos!), E-Mail-Adresse, Anschrift und Telefonnummer.
  • Einsendungen (und Rückfragen) bitte ausschließlich an: kalender@bioverlag.de

Rechtliche Konditionen:

Mit der Teilnahme erklärt jede(r) Autor(in), dass die Geschichte von ihr/ihm selbst verfasst ist und dass sie/er über das alleinige Urheber- und Vervielfältigungsrecht verfügt. Geschichten, die so oder ähnlich bereits im Buchhandel erschienen sind, dürfen nicht eingereicht werden! Veröffentlichungen im Internet, in Literaturzeitschriften oder im Selbstverlag sind kein Hindernis für die Teilnahme, sofern keine Rechte Dritter einer Neuveröffentlichung entgegen stehen.

Die bio verlag gmbh erwirbt das Recht zur einmaligen Veröffentlichung im „Naturkostkalender 2012“. Alle Rechte darüber hinaus verbleiben beim Autor/ bei der Autorin.

Die Entscheidung der Jury der bio verlag gmbh ist unanfechtbar, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ansprüche, die über die oben beschriebenen Sachpreise für die zwölf ausgewählten Geschichten hinaus gehen, bestehen nicht. Die GewinnerInnen werden spätestens Anfang Oktober benachrichtigt.

Quelle: Uschtrin

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Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg

Originalausschreibung: http://www.oldenburg.de/stadtol/index.php?id=1223

Der Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis wird 2011 zum 32. Mal für besondere literarische und künstlerische Leistungen auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur ausgeschrieben.

Bis zum 15. Juni 2011 können AutorInnen und IllustratorInnen ihre Werke unter den angegebenen Vergaberichtlinien einreichen.

Der Kinder- und Jugendbuchpreis ist mit einer Ehrengabe von 7.600 Euro verbunden. Die Stadt Oldenburg möchte mit der Auszeichnung einen Beitrag zur Förderung neuer AutorInnen und IllustratorInnen leisten, die erstmals mit einem eigenständigen Werk an die Öffentlichkeit treten.

Bitte beachten Sie, dass eine Rücksendung der Bücher und Manuskripte nicht erfolgt. Ausgenommen sind Originalillustrationen. Diese werden zurückgeschickt, wenn der Einsendung ein ausreichend frankierter Rückumschlag oder das entsprechende Porto beigelegt wird.

VERGABERICHTLINIEN

1. Die Stadt Oldenburg vergibt jährlich einen Literatur- und Kunstpreis für Werke auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur.

2. Der Preis wird an lebende Schriftstellerinnen/ Schriftsteller der deutschen Sprache und an lebende Illustratorinnen/ Illustratoren vergeben, die erstmals mit einem eigenständigen monographischen Werk auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur an die Öffentlichkeit treten, das für diesen Wettbewerb noch nicht eingereicht wurde.

3. Der Preis ist mit einer Ehrengabe von insgesamt 7.600 Euro verbunden und kann geteilt vergeben werden.

4. Teilnahmeberechtigt sind Verlage, Autorinnen/ Autoren und Illustratorinnen/ Illustratoren. Sie können
a) Manuskripte und Illustrationen bisher unveröffentlichter Kinder- und Jugendbücher
b) Manuskripte und Illustrationen von im Druck befindlichen Kinder- und Jugendbüchern
c) Kinder- und Jugendbücher, die seit dem 15. Juni des vorangegangenen Ausschreibungsjahres erschienen sind einreichen.

Die Mindestanzahl der Illustrationen liegt bei 10 (zehn) Abbildungen, die Mindestwortanzahl von Texten bei 500 (fünfhundert) Wörtern. Manuskripte sind in Papierform – gedruckt oder maschinenschriftlich im Format DINA4, 12 pt, 1facher Zeilenabstand – fortlaufend nummeriert und geheftet einzureichen. Handschriftliche Manuskripte und digitale Einreichungen in Form von CDs oder als Datei per Mail sind nicht zugelassen.

Autorinnen/ Autoren und Illustratorinnen/ Illustratoren, die unter einem Pseudonym schreiben bzw. illustrieren, sind dazu verpflichtet, ihren echten Personennamen auf dem genormten Einsendebogen anzugeben. Im Falle einer Nominierung wird der echte Name veröffentlicht.

5. Die Einsendungen sind jeweils bis zum 15. Juni des Ausschreibungsjahres bei der Stadtbibliothek, Peterstraße 3, 26105 Oldenburg, in jeweils 5 (fünf) Exemplaren einzureichen.

Jedem Exemplar ist der genormte Einsendebogen (http://www.oldenburg.de/stadtol/fileadmin/oldenburg/Benutzer/PDF/30/303/KiJuPreis/Einsendebogen.pdf > PDF, 46 KB) mit den vollständigen Angaben zum Titel (soweit bekannt), eine Kurzbiographie der Illustratorin/ des Illustrators bzw. der Autorin/ des Autors und eine kurze Inhaltsangabe (Exposé) des Werkes beizufügen.

Zudem muss das Formblatt „persönliche Erklärung“ (http://www.oldenburg.de/stadtol/fileadmin/oldenburg/Benutzer/PDF/30/303/KiJuPreis/persoenlicheErklaerung.pdf > PDF, 41 KB) bzw. bei Verlagseinsendungen das Formblatt „Verlagserklärung“ (http://www.oldenburg.de/stadtol/fileadmin/oldenburg/Benutzer/PDF/30/303/KiJuPreis/Verlagserklaerung.pdf > PDF, 41 KB), in dem versichert wird, dass die Vergaberichtlinien eingehalten worden sind, unterschrieben beiliegen.

6. Einsendungen, die die unter Punkt 4 und 5 genannten Anforderungen nicht erfüllen, werden aus formalen Gründen ausgeschlossen.

7. Eine Rücksendung der eingereichten Werke erfolgt nicht. Einsendungen, die bereits in einem Verlag erschienen sind, werden städtischen Bildungseinrichtungen zur Verfügung gestellt, die restlichen Einsendungen unter Wahrung des Datenschutzes entsorgt.
Ausgenommen sind Originalillustrationen. Diese werden zurückgesandt, wenn bei Einsendung entsprechendes Rückporto beigelegt wird.

8. Die Jury sichtet alle teilnahmeberechtigten Einsendungen und erstellt daraus eine Nominierungsliste, die maximal 3 (drei) Werke umfasst. Alle Mitglieder der Jury haben dabei gleiches Stimmrecht.
Anschließend werden die Nominierungen veröffentlicht. Sie sind Grundlage für die Bestimmung des Preisträgers, die absoluter Geheimhaltung unterliegt.
Der Preisträger/ die Preisträgerin wird erst im Rahmen der Preisverleihung bekannt gegeben.
Die Entscheidung der Jury ist vom Rechtsweg ausgeschlossen und nicht anfechtbar. Ein Gesamtverzeichnis der Einsendungen wird nicht publiziert.

9. Die Preisträger werden von einer unabhängigen und überregionalen Jury, die ehrenamtlich tätig ist, ausgewählt. Die Mitglieder der Jury werden auf Vorschlag des Kulturdezernenten vom Kulturausschuss zu diesem Ehrenamt berufen. Sie sind während ihrer Jurymitgliedschaft von der Preiszuteilung ausgeschlossen.

Die Jury setzt sich folgendermaßen zusammen:

a) ein/e Literaturwissenschaftler/in oder ein/e Schriftsteller/in
b) ein/e Kunstwissenschaftler/in oder ein/e Künstler/in
c) ein/e Kritiker/in (Presse oder Hörfunk)
d) ein/e Lektor/in oder ein/e Pädagoge/in
e) ein/e Jugendlicher/e im geeigneten Alter

Die Entscheidung der Jury gründet sich auf die einfache Mehrheit der Mitglieder. Der Rechtsweg gegen die Entscheidung ist ausgeschlossen. Zu nicht ausgezeichneten Werken werden keine Stellungnahmen abgegeben. Es werden keine Lektoratsgutachten erstellt.

10. Die Preisverleihung wird vom Oberbürgermeister der Stadt Oldenburg vorgenommen. Sie findet im Rahmen der „Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse“ statt. Der Kinderbuchpreis wurde erstmals 1977 ausgeschrieben und verliehen.

11. Sollten keine Arbeiten eingereicht werden, die prämierungswürdig sind, muss das Preisgericht den Preis nicht vergeben.
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Gewinnerinnen 2009: Veronika Rotfuß, Mücke im März. Hamburg: Carlsen, 2008; Kirsten Reinhardt, Fennymores Reise oder warum Stinkesocken manchmal auch nützlich sein können. Eingereicht als Manuskript.
Gewinnerin 2008: Gabi Kreslehner, Ringlotten am Erdbeerbaum. Eingereicht als Manuskript, erschienen Weinheim: Beltz und Gelberg, 2009
Gewinnerin 2007: Beate Teresa Hanika, Malvina in der Seifenblase. Eingereicht als Manuskript.
2006: Der Preis wird nicht vergeben, weil die Jury keine Einsendung für preiswürdig erachtet.
Gewinnerin 2005: Sofie Koffa, Störung der Totenruhe. Eingereicht als Manuskript.
Gewinnerin 2004: Manuela Olten (Offenbach am Main) für das Bilderbuch „Echte Kerle“
GewinnerIn 2003: Mirijam Günter (Köln) für den Jugendroman „Heim“; Jürgen Schott (Potsdam) für das Bilderbuch „Jo im roten Kleid“
Gewinnerin 2002: Tamara Bach (Berlin) für den Jugendroman „Marsmädchen“
Gewinnerin 2000: Nadia Budde (Berlin) für das Bilderbuch „Eins zwei drei Tier“
Gewinner 1999: Zoran Drvenkar für das Jugendbuch „Niemand so stark wie wir“

Nächster Einsendeschluss: 15. Juni 2011

Anschrift für die Einsendungen:

Stadtbibliothek Oldenburg
– Jugendbibliothek –
Peterstr. 3
D-26121 Oldenburg

Adresse bei Rückfragen: Zentralbibliothek der Stadt Oldenburg, Tel. 0441/2353005

Quelle: Uschtrin

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Kleist & ich – Literaturwettbewerb des FDA (LV Brandenburg)

Originalausschreibung: http://fda.de/htdocs/cms/front_content.php?idcat=106
und http://www.fda.de

KLEIST & ICH. Annäherung und Begegnung

Der Landesverband Brandenburg des Freien Deutschen Autorenverbandes (FDA) schreibt einen Literaturwettbewerb anlässlich des Kleist-Jahres 2011 aus. Gefragt sind Texte aller Art.

In Vorbereitung der Kleist-Tage des Freien Deutschen Autorenverbandes (FDA), die anlässlich des Kleist-Jahres 2011 vom 16.-18. September 2011 in Frankfurt (Oder) und Slubice stattfinden, ruft der FDA-Landesverband Brandenburg e.V. auf zum

Literaturwettbewerb “KLEIST & ICH”. Annäherung und Begegnung

Eingereicht werden dürfen unveröffentlichte Texte aller Art: Lyrik, Prosa, Essays u.a., in denen sich die Autoren schreibend über ihre ganz persönliche Beziehung zu Heinrich von Kleist und seinem Werk äußern.

Auf weitere inhaltliche Vorgaben wird bewusst verzichtet, um der Phantasie und Kreativität der Schreibenden freien Raum zu lassen. Einzige Beschränkung ist der Umfang, der auf höchstens drei Normseiten (je Seite 30 Zeilen á 60 Zeichen (ca. 1.800 Zeichen pro Seite) begrenzt wird. Alle Schreibenden sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen. Es gibt keine Altersbegrenzung. Ausdrücklich willkommen sind Texte von Schülern und Studenten, gern auch in jugendgemäßen Formen wie Rap und dgl.

Einsendung der Texte bitte bis 15. Juni 2011 in jeweils dreifacher Ausfertigung als Papierausdruck und als Word- bzw. PDF-Datei auf CD-ROM an die unten genannte Anschrift. (Bei Bedarf übernimmt das Kopieren und Speichern jeder Copyshop für Sie).
Den Namen und die Kontaktdaten des Autors (Adresse, E-Mail, Telefon usw.) bitte nicht auf dem Manuskript, sondern mit persönlichem Kennwort auf einem separaten Blatt in einem verschlossenen Umschlag beilegen. (Bitte beachten Sie, dass eine Rücksendung nur erfolgen kann, wenn ein ausreichend frankierter und adressierter Rückumschlag beigefügt ist.)

Eine fachkundige Jury wird die eingereichten Texte bewerten. Die Entscheidung der Jury ist unwiderruflich und erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges. Zu nicht ausgezeichneten Texten wird keine Begründung abgegeben.

Für die Prämierung der PreisträgerInnen steht eine Summe von insgesamt 2.000 Euro zur Verfügung.
Außerdem werden an jugendliche Teilnehmer Förderpreise in Höhe von insgesamt 500 Euro vergeben.

Die Preisverleihung erfolgt am 18. September 2011 im Rahmen der Kleist-Tage des FDA nach einer öffentlichen Lesung in Frankfurt (Oder). Die Preisträger werden unter http://www.fda.de sowie in öffentlichen Medien bekanntgemacht.
Nach den Kleist-Tagen des FDA erscheint eine Anthologie mit ausgewählten Texten dieses Wettbewerbs, die in literarisch anspruchsvoller Qualität den heutigen Blick auf Heinrich von Kleist dokumentieren.
Mit der Teilnahme am Wettbewerb erklären sich die Autoren mit diesem Procedere einverstanden.

Senden Sie Ihren Beitrag an:

FDA-Landesverband Brandenburg
Hannelore Schmidt-Hoffmann
Möllendorfer Straße 19 – Limsdorf
15859 Storkow (Mark)

Rückfragen unter E-Mail: kontakt@textart-hoffmann.de oder Telefon 033677-62062, Fax 033677-62064

Quelle: Uschtrin

Ohne Motto bis 17.05.11

Georg-K.-Glaser-Preis

Originalausschreibung: http://www.mbwjk.rlp.de/einzelansicht/archive/2011/march/article/land-und-swr-schreiben-georg-k-glaser-preis-aus-2/

Gemeinsam mit dem Südwestrundfunk (SWR) vergibt das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur auch in diesem Jahr wieder den mit 10.000 Euro dotierten Georg-K.-Glaser-Preis – einen Literaturpreis, der ohne einen Mottobezug ausgeschrieben wird. Mit diesem Preis verbunden ist ein Förderpreis, der mit 3.000 Euro dotiert ist.

Zugelassen sind alle literarischen Gattungen (Prosa, Lyrik, Szene, Essay etc.). Teilnahmeberechtigt sind Autorinnen und Autoren, die in Rheinland-Pfalz geboren sind, hier leben oder durch ihr literarisches Schaffen mit dem kulturellen Leben in Rheinland-Pfalz eng verbunden sind.

Einzusenden ist ein unveröffentlichter Text in deutscher Sprache von maximal zehn DIN-A4-Seiten à 30 Zeilen mit bio-bibliografischen Angaben an das Literaturreferat des Ministeriums (Postfach 3220, 55022 Mainz).

Über die Vergabe des Georg-K.-Glaser-Preises befindet eine unabhängige Fachjury.
Einsendeschluss ist der 17. Mai 2011.

Der Preis ist nach dem 1910 in Guntersblum in Rheinhessen geborenen und 1995 in Paris gestorbenen Autor des als „Jahrhundertwerk“ gerühmten Romans Geheimnis und Gewalt, Georg K. Glaser, benannt.

Im vergangen Jahr ging der Georg-K.-Glaser-Preis an die Lyrikerin Monika Rinck (Förderpreis: Jennifer Heinrich).
2009 erhielt den Preis Jörg Matheis (Förderpreis: Jan Becker), im Jahr davor Katharina Born (Förderpreis Martina Weber).

Quelle: Uschtrin

Gustav-Regler-Preis bis 31.12.10

GUSTAV-REGLER-PREIS der Kreisstadt Merzig
&
GUSTAV-REGLER-FÖRDERPREIS des Saarländischen Rundfunks (SR)

Die Kreisstadt Merzig verleiht gemeinsam mit dem Saarländischen Rundfunk in Würdigung von Werk und Lebensgeschichte des Schriftstellers Gustav Regler, zur Anerkennung literarischer Verdienste um interkulturelle und internationale Verständigung sowie zur Förderung junger Autoren den Gustav-Regler-Preis der Kreisstadt Merzig und den Gustav-Regler-Förderpreis des SR. Diese Preise werden alle drei Jahre am Geburtstag Reglers in Merzig verliehen.

Der Hauptpreis der Kreisstadt Merzig ist mit 5.000 Euro, der Förderpreis des SR mit 2.500 Euro dotiert.

Mit dem Hauptpreis wird eine bereits erbrachte herausragende literarische Leistung prämiert. Beide Preise dürfen auch Übersetzer auszeichnen und Autoren, die sich reportageliterarischer oder essayistischer Formen bedienen. Das Schwergewicht bei der Beurteilung soll auf der literarischen Qualität liegen.

Eine mehrmalige Auszeichnung derselben Person mit dem selben Preis ist ausgeschlossen, ebenso eine Vergabe an juristische Personen oder Institutionen.

Der Gustav-Regler-Förderpreis des SR ist eine selbständige Auszeichnung im Rahmen des von der Kreisstadt Merzig verliehenen Gustav-Regler-Literaturpreises. Mit dem Förderpreis wird ein „junger“ Autor ausgezeichnet für einen deutschsprachigen Text von max. 20 Seiten Umfang (pro Seite 30 Zeilen à 60 Zeichen), der sich in literarisch überzeugender Weise
– mit dem Werk von Gustav Regler auseinandersetzt oder
– eine eigenständige Arbeit in der Nachfolge des saarländischen Autors und Weltbürgers darstellt.

Für die Nachfolge können thematische, biografische, interkulturelle oder regionalgeografische Kriterien heran gezogen werden. Unter „jung“ sind Autoren zu verstehen, die nicht mehr als drei eigenständige Veröffentlichungen vorweisen sollten.

Der SR hat das Recht, den Text des Förderpreisträgers einmalig zu senden. Autoren, die sich um den Förderpreis bewerben, schicken ihre Texte bis zum jeweiligen angegebenen Einsendetermin an die Stadtbibliothek Merzig, Stichwort „Regler-Förderpreis des Saarländischen Rundfunks“ (Adresse s. unten).

Über die Vergabe der Preise entscheidet eine Jury, die vom Oberbürgermeister berufen wird. Ein (nicht abstimmungsberechtigter) Moderator, der vom Oberbürgermeister bestimmt wird, leitet die Sitzung.

Der Jury gehören an:
– der vorherige Preisträger (im Vertretungsfall der Förderpreisträger)
– der Oberbürgermeister der Kreisstadt Merzig oder sein Beauftragter
– ein Vertreter des Saarländischen Rundfunks von SR2 Kultur-Radio
– ein Vertreter der Regler-Forschungsstelle der Universität des Saarlandes
– ein Vertreter der saarländischen Schriftstellerverbände
– ein Vertreter aus dem Bereich der Literatur von Elsass oder Lothringen
– ein Vertreter aus dem Bereich der Literatur aus Luxemburg
Die Jury tagt nichtöffentlich. Die Mitglieder der Jury sind zur Verschwiegenheit über den Verlauf der Beratungen verpflichtet. Die Auswahl der Preisträger ist schriftlich zu begründen. Ein Rechtsanspruch auf Verleihung der Preise besteht nicht. Ansprüche aus §§ 657-661 BGB sind nicht ableitbar.

Vorschlagsberechtigt ist jedermann, allerdings ist eine schriftliche Begründung erforderlich. Vorschläge für den Hauptpreis und Bewerbungen für den Förderpreis sind zu richten an die

Stadtbibliothek der Kreisstadt Merzig
Hochwaldstr. 47
66663 Merzig.

Eigenbewerbungen für den Hauptpreis sind ausgeschlossen.

Die Preisverleihungen finden im Rahmen einer Feierstunde statt. Den Förderpreis überreicht ein Vertreter des Saarländischen Rundfunks.

Einsendeschluss für Vorschläge und Bewerbungen ist der 31.12.2010 (Datum des Poststempels).

Die Personenbezeichnungen in männlicher Form gelten in der weiblichen Form entsprechend.

Für Rückfragen: StadtBibliothek Merzig, Hochwaldstr. 47, 66663 Merzig, Telefon: 06861/85394, stadtbibliothek@merzig.de

Quelle: Uschtrin

Leser machen Bücher

Ich muss zugeben, ich habe eine Weile darüber nachgedacht, ob ich zu dem Thema etwas poste. In Autorenkreisen wird heftig darüber diskutiert und zumindest die Erfahreneren unter ihnen sehen eine Entwicklung, wie sie sich andeutet, mit deutlicher Skepsis. Und mir geht es genauso. Allerdings gab es letztlich eine Aussage einer lieben Kollegin, die mich dazu bewogen hat, doch darüber zu berichten:

Ein Gutes kann man aber auf jeden Fall über so ein Projekt sagen: Es holt die potenziellen Kunden der DKZV von der Straße, jedenfalls für eine Weile.

Worum geht es also? Es geht um Verlage bzw. verlagsähnliche Unternehmen, wie sie sich wahrscheinlich manch ein noch unveröffentlichter Autor schon lange wünscht. Schließlich hört man immer wieder, die großen Verlage würden nur noch nach Kriterien der Verkäuflichkeit auswählen und dabei sowohl Qualität als auch Leserwünsche aus den Augen verlieren. Ein Punkt, dem ich so nicht zustimmen kann, aber das soll hier nicht das Thema sein.

Erst kürzlich berichtete ich über den neuen Weg, den Droemer Knaur mit Neobooks einschlagen will. Das Besondere ist hier, dass hinter dem Konzept ein klassischer Verlag steht. Die Grundidee, dass Leser in einer Vorauswahl bestimmen, welche Texte das Lektorat zur Veröffentlichung prüft, gab es aber schon vorher.

EPIDU hat es vorgemacht

Laut eigenen Angaben, kann sich bei EPIDU jeder anmelden und ein Manuskript hochladen. Ein Vorlektorat entscheidet, ob der Text die Mindestanforderungen an Lesbarkeit nicht unterschreitet und mit den AGB vereinbar ist. Alle Manuskripte, die diese kleine Hürde genommen haben, stehen in der Community allen Lesern zur Bewertung zur Verfügung. Innerhalb der Bewertungsphase (momentan jeweils zwei Monate) kristallisieren sich so die fünf beliebtesten Texte heraus. EPIDU verpflichtet sich, pro Bewertungsphase mindestens eines dieser fünf Manuskripte zu publizieren. Die Entscheidung darüber, welches der fünf ausgewählt wird, trifft wiederum das Verlagslektorat.

Der glückliche Autor erhält einen Normvertrag und EPIDU gibt an, dass der weitere Weg der Veröffentlichung und Vermarktung dem üblichen Verlagsmodell entspricht, dass demnach auch keinerlei Kosten auf den Autor zukommen.

euryclia: Alle Macht dem Leser

Die noch ganz neue Plattform euryclia radikalisiert diesen Weg noch. Hier liegt die Veröffentlichungsentscheidung letztlich vollkommen beim Leser. Wer hier sein Manuskript hochlädt, schließt laut Aussagen der Betreiber sofort einen hinsichtlich der Eigenheiten des Portals modifizierten Normvertrag ab. Dabei muss das Manuskript innerhalb eines halben Jahres 1000 Vorbestellungen seitens der Leser erhalten, damit es tatsächlich zu einer Veröffentlichung kommt. Sobald diese Zahl an Vorbestellungen erreicht ist, erhält der Text ein Lektorat und wird von euryclia ohne Kostenzuschüsse seitens des Autors publiziert.

Die Leser entscheiden sich dabei aufgrund der von den Autoren hochgeladenen Exposés und Leseproben für eine Bestellung, die natürlich nur dann auch zum Buchkauf führt, wenn sich mindestens 999 andere Leser ebenfalls dafür entscheiden. Sollte dem auch nach einem halben Jahr nicht so sein, wird das Manuskript von der Plattform gelöscht und damit für den Autor wieder freigegeben.

Vieles bleibt abzuwarten

euryclia befindet sich noch im Aufbau. Einige Fragen werden sicher noch zu klären sein. Ob der von den Betreibern versprochene faire Umgang mit den Autoren wirklich attestiert werden kann, wird sich noch zeigen müssen. Darauf, dass sich die Homepage zur Zeit zu Unrecht mit dem Fairlag-Logo schmückt, die Betreiber sich also ungerechtfertigt als Unterstützer der Initiative bezeichnen, wurden sie bereits hingewiesen, und haben angekündigt, das Logo baldmöglichst zu entfernen.

Ist euryclia nun eine echte Chance für unveröffentlichte Autoren? Meine Skepsis habe ich schon angedeutet, will aber zunächst das Türchen offenlassen für die Möglichkeit, wie das Projekt erfolgreich werden könnte.

Plattformen, die darauf zielen, Hobbyschreibern und Autoren die Möglichkeit zu geben, ihre Texte online in mehr oder weniger attraktiver Form Lesern zugänglich zu machen, sind in den letzen Jahren beinahe wie Pilze aus dem Boden geschossen. Die erfolgreichsten unter ihnen werden von Nutzern und Texten geradezu überschwemmt. So tummeln sich etwa auf  BookRix derzeit mehr als 167.000 Nutzer und man kann dort mehr als 40.000 Online-Texte lesen.

Schreiber gibt es genug

Wer bis dahin noch nicht geglaubt hat, dass sich im Internet unzählige Schreibwütige herumtreiben, von denen wenigstens ein Teil durchaus den Traum der Printveröffentlichung träumen dürfte, den sollten diese Zahlen eines Besseren belehren. Warum sollten diese nicht auch das Angebot von euryclia annehmen? Ich denke, das werden sie tun.

Allerdings bedeutet das noch nicht viel. Auch auf BookRix kann man einen Text als gut bewerten. Der derzeit mit großem Abstand bestbewertete Text wurde am 25. April 2009 eingestellt und verfügt aktuell über 840 Sterne. Die 1000er-Marke hat also auch dieser nicht erreicht, schon gar nicht innerhalb eines halben Jahres.

Dabei handelt es sich auf dem Literaturportal überwiegend um kurze, aber vollständige Texte, Leseproben von Romanen werden kaum bewertet. Allerdings gibt es natürlich auch keine Aufforderung an die Leser (die im Übrigen zum größten Teil einfach selbst schreibende Nutzer sind), ihre Lieblingstexte zu Printpublikationen zu machen.

Nicht nur Insider beobachten auf derartigen Literaturportalen hinsichtlich der Bewertung eine mehr oder weniger ausgeprägte Klüngelwirtschaft, die sich praktisch nicht vollkommen ausschalten lässt.

Der Erfolg derartiger Portale scheint also nur auf den ersten Blick eine gute Ausgangslage für euryclia zu sein. Schaut man genauer hin, entdeckt man, dass viele potentielle Autoren noch lange nicht die 1000 voll machen.

Bestellungen ins Blaue

Und bei euryclia geht es ja nicht einfach um Bewertungen. Es geht für den Leser darum, ein Buch zu bestellen. Von einem Autor, dessen  Manuskript er nur aus einem unlektorierten Exposé und einer ebensolchen Leseprobe kennt. Das könnte in manchen Fällen zu spendenbereiter Hilfsbereitschaft führen, wird aber wohl kaum das Gros der Leser verführen. Zumal es höchst unwahrscheinlich ist, dass der Leser für diesen Aufwand je das Bestellte in der Hand halten wird. Immerhin kann er dann nach einem halben Jahr sein gespartes Geld nehmen und im nächsten Buchladen in den Regalen nach Ersatz von bekannten Autoren stöbern. Nur ausgesprochene Idealisten dürften es dagegen für einen weiteren euryclia-Autor aufsparen.

Bei diesen Ausgangsbedingungen werden vermutlich auch die meisten teilnehmenden Autoren bald enttäuscht feststellen, dass sich ihre realistischen Chancen auf eine Publikation im Vergleich zum klassischen Lektoratsauswahlverfahren nicht wesentlich gesteigert haben. Dass möglicherweise eine große Anzahl an Lesern auf dem direkten Weg nicht allzu viel leichter zu erreichen ist als über die filternden Verlagslektorate.

Immerhin wäre das unter Erfahrung zu verbuchen. Und wie schon von meiner Kollegin bemerkt, ist es eben eine Erfahrung, die den Autor nichts kostet und auch ansonsten auf einer (hoffentlich) fairen Basis zu erlangen ist. Und möglicherweise gibt es ja hinsichtlich der benötigten Anzahl der notwendigen Vorbestellung noch Nachbesserungen, die den hoffnungsvollen Autoren entgegenkommen.

Wenn der Verlag die Hände in den Schoß legt

Denen dürfte wahrscheinlich der folgende Aspekt leider nicht als der Wichtigste gelten. Selbst wenn euryclia ansonsten den fairen Umgang mit den Autoren gewährleistet, entzieht man sich doch der Hauptfunktion des Verlegers, nämlich nach verlegerischen Kriterien Werke für die Veröffentlichung auszuwählen und in verlegerischer Verantwortung zu vermarkten. Allen Unkenrufen zum Trotz ist ein Verleger nämlich normalerweise jemand, der für die von ihm verlegten Werke einstehen kann.

Dass bei euryclia, wenn überhaupt, tatsächlich immer Werke die Hürde zur Veröffentlichung überspringen, die die Verleger auch nach eigenem Ermessen als veröffentlichungswürdig erachten, ist unter diesen Voraussetzungen zumindest nicht als gegeben anzunehmen. Auch bleibt abzuwarten, wie die Vermarktungsstrategien über die 1000 Vorbestellungen hinaus angedacht und erfolgreich sind.

Unter dem Strich bleibt es aus meiner Sicht eine mit Skepsis zu betrachtende Alternative, aber immerhin eine Alternative. Und hoffentlich eine Alternative, die dem klassischen Verlagswesen nicht den Rang streitig macht. Denn diejenigen, die diesem Orientierung am Massengeschmack vorwerfen, sollten erkennen, dass die hier gebotene Alternative, sollte sie tatsächlich erfolgreich funktionieren, diesem Kritikpunkt noch viel weniger entgegenwirken kann.

Etwas kurios finde ich in diesem Zusammenhang, dass euryclia offenbar auch Literaturagenturen kontaktet. Was sollen die aber machen? Ihre Provision verdienen, indem sie ihre Autoren an eine Onlineplattform vermitteln, auf der dann die Leser letztlich eine völlig unabhängige Entscheidung treffen? Dazu braucht der Autor wohl keine Agentur. Wahrscheinlicher ist da doch, dass mancher Agent statt eines unbequemen Ablehnungsschreibens eine Empfehlung für euryclia verschickt.