Damit der Funken überspringt

Nicht jedem Autor ist klar, dass der Weg mit dem ersten fertiggestellten Manuskript direkt zum nächstbesten Verlag in der Regel nur zur Enttäuschung führt. Doch glücklicherweise gibt es auch die, denen klar ist, dass sie möglicherweise noch Hilfe brauchen, bevor ihr Text so weit ist, sich einem Verlagslektorat zu stellen.

Einer der meiner Meinung nach besten Wege zur Veröffentlichung ist das Schreibcoaching. Ob schon bei der Entstehung des Manuskripts oder während der Überarbeitung, kaum eine Hilfe ist höher einzuschätzen als die eines/einer erfahreneren Kollegen/Kollegin am eigenen Manuskript.

Mit etwas Glück kennt man so jemanden aus dem eigenen Umfeld oder aus einem Internetforum. Mit noch etwas mehr Glück hat derjenige hin und wieder ein bisschen Zeit übrig.

Wem dieses Glück nicht beschieden ist, der hat die Möglichkeit, in ein solches Coaching Geld zu investieren. Doch bei wem ist es dann richtig angelegt? Nicht jeder, der sich zum Coachen berufen fühlt, ist tatsächlich schon so weit, wertvolle Hilfestellung zu leisten.

Den Federfunken getestet

Die Geschichtenweberin Nadine Muriel hat vor wenigen Tagen ihren neuen Service ins Leben gerufen: Mit „Schreibcoaching Federfunken“ soll Autoren die Möglichkeit gegeben werden, sich und ihrem Manuskript mit den Tipps der Autorin und Lektorin selbst zu helfen.

Nadine hat Germanistik, Soziologie und Indologie studiert und sitzt in der Jury und im Lektoratsteam der Storyolympiade. Ich hatte das Vergnügen von ihr ein kleines Testcoaching zu erhalten, das auf mich einen hervorragenden Eindruck gemacht hat. Nadine ist ganz offensichtlich eine sehr aufmerksame Leserin, die sich gut in einen Text einfühlen kann.

Auf den sehr übersichtlichen und informativen Seiten von „Schreibcoaching Federfunken“ erfährt man alles Wichtige zum Konzept und zur Vorgehensweise, so auch, dass Nadine nicht ausschließlich Autoren betreut, sondern zum auch Beispiel Studenten mit ihren Hausarbeiten sowie jeden, der bei Textarbeit Hilfe benötigt. Eine witzige Idee ist auch das Prämien- und Gutscheinsystem, das „fleißige“ Schreiber belohnt.

Ich will nicht behaupten, mein Testcoaching könne bereits für jeden Text und jeden Autor eine absolute Garantie darstellen. Letztlich wird jeder individuell feststellen müssen, ob ein Coaching beim Federfunken oder überhaupt das Richtige für ihn ist, es zumindest auszuprobieren kann ich aber nur empfehlen.

Schreibcoaching Federfunken

Frechheit!

Falsch ausgeschrieben? Oder bin ich hier falsch? Das kann doch wohl nicht wahr sein!

Da sucht der engagierte Autor Otto N. nach einer Ausschreibung, bei der er Ruhm und Ehre ernten kann, und findet im Ausschreibungstext, er müsse, um teilnehmen zu können, unter 25 Jahre alt sein. Da heißt es, man suche nach jungen Autoren. Ist er etwa mit seinen 26 Jahren nicht mehr jung? Frechheit!

Aber glücklicherweise gibt es da ja noch andere Ausschreibungen. Die nächste, die ihm ins Auge fällt, wäre so ganz in seinem Sinne. Auch das Thema passt. Aber um einen Beitrag einsenden zu dürfen, müsste er in Hagenow leben oder zumindest dort geboren sein. Was soll das denn? Sind Hagenower etwa die besseren Menschen? Muss Otto aus Redefin sich da nicht diskriminiert fühlen?

Aber Otto hat die Geduld eines Zirkuselefanten. Er sucht einfach nach der nächsten Ausschreibung und schaut, um weiteren Enttäuschungen vorzubeugen, zunächst in die Teilnahmebedingungen. Volltreffer: Jeder darf mitmachen, egal wie alt er ist und wo er herkommt. Das ist doch mal Gleichberechtigung! Doch Ottos Freude währt nicht lange. Das Thema sind Vampwölfe. Die kann er gar nicht leiden, kennt sich auch kaum mit den gefräßigen Dingern aus, und Fantasy ist eh nicht so seine Schiene. Kann er nicht einfach über das schreiben, was ihm Spaß macht?

Was denken sich diese Ausschreiber eigentlich? Ist doch eine Frechheit, die Kreativität dermaßen zu beschränken und nicht selten sogar einem Teil der Kreativen des Landes ganz den Riegel vorzuschieben.

Und Otto hat noch Glück. Sein Kumpel Klaus schreibt gar nicht. Der wird also von nahezu allen Schreibwettbewerben und -ausschreibungen ausgeschlossen. Kein Wunder, dass der sich ärgert.

Das kann Otto wirklich gut nachvollziehen, denn neulich fand er eine Ausschreibung für einen Kochwettbewerb. Sind die jetzt völlig bescheuert? Otto kann gar nicht kochen. Frechheit!