LesBar: Raststätte

LesBar, Foto: Anneka
LesBar, Foto: Anneka
© Anneka

Auf dem Weg zu dem Gespräch, das die Wende in meinem Leben bedeuten sollte, hielt ich an einer Raststätte. Mir war nicht danach, mich aus meinen Gedanken wecken zu lassen. Nichts wollte ich an mich heranlassen, es sei denn, es könnte meinen Magen füllen. Ich erstand zwei belegte Brötchen zu einem Kaffee und suchte mir einen Tisch, der dem Trubel so weit als möglich entrückt war.

Längst hatte ich mich wieder in mein Innen zurückgezogen, als mir jemand auf die Schulter tippte. Eine junge Frau, die mir sogleich – lauter als es mir angenehm war – eine Frage stellte. Ob ich glücklich sei, wollte sie wissen. In dem Moment war ich zu überrascht, um umgehend zu reagieren. Später musste ich mir eingestehen, dass ich noch weit länger hätte überlegen müssen, um wahrheitsgemäß zu antworten.

Sie aber nahm sich diese Zeit nicht. Ohne eine Antwort erhalten zu haben, drehte sie sich zu einem jungen Mann um, während sie mit dem ausgestreckten Zeigefinger hinter sich und damit auf mich deutete. “Siehst du, so wird es dir auch ergehen, wenn du die falsche Entscheidung triffst!”

Sie ließ mich sitzen, ohne mir weitere Beachtung zu schenken. Ob ihre Demonstration bei ihm Wirkung gezeigt hat, weiß ich nicht. Ich aber stieg ins Auto, sagte meinen Termin ab und machte mich auf den Weg nach Hause.

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© Ben Philipp

Philvent – die zwanzigste Tür

© Ramona Heim
© Ramona Heim
© Ramona Heim

Ich wünsche euch eine frohe Philventszeit! Hä? Ja, richtig gehört. Das ist die Zeit der 24 kleinen Geschichten. Jeden Tag eine neue. Und jede neue übertrifft die vorige um einen Satz. Bis zum 24. Dezember, Philnachten, geht das so.

Die Entscheidung war gefallen! Er wollte kein Risiko eingehen. Er durfte kein Risiko eingehen. Nicht an einem Heiligen Abend, an dem er zum ersten Mal der Gastgeber war. Nicht bei einem Abendessen, das er noch nie zuvor gekocht hatte. Nun stand er in seiner Küche und betrachtete die Zutaten für das Festessen. Sicher, es war ein wenig verschwenderisch. Doch zu einem solchen Anlass musste er sich einfach einen Probedurchlauf leisten. Ein Testkochen vier Tage vor dem Fest.

Er begann mit der Beilage, wollte sich sozusagen eingrooven. Er hielt das für eine gute Idee. Aufmerksam studierte er das Rezept. Er hatte es seiner Mutter aus dem Kreuz geleiert. Die hielt sein gesamtes Vorhaben offenbar für eine weit weniger gute Idee. Aber sie traute ihm ja kaum zu, die eigenen Schuhe zuzubinden. Tatsächlich war er allerdings selbst nach mehreren Anläufen nicht zufrieden. Er entschied sich nach dreistündigem vergeblichen Bemühen dazu, sich auf die Hauptspeise zu konzentrieren, deren Zubereitung ihm ein wenig unkomplizierter schien, und die Beilage fertig zu erstehen. Wirklich war er schließlich nach nur zwei Versuchen, als der zarte Fleischgeschmack seine Zunge umschmeichelte, überzeugt, es schmecke fast so gut wie bei Muttern.

Der Stolz auf das Vollbrachte verführte ihn dazu, sich gleich an seinen Computer zu setzen und eine weihnachtliche Speisekarte zu entwerfen. Ein Seufzen entfuhr ihm, als er die Buchstaben betrachtete: „Heiße Würstchen mit Kartoffelsalat“.

LesBar: Blutweg

LesBar, Foto: Anneka
LesBar, Foto: Anneka
© Anneka

Jacky schaute ihn herausfordernd an. “Na, immer noch die große Klappe?”
Martin blickte sich um. “Ist doch schön hier.”
“Warte, gleich geht die Sonne unter.” Sie setzte sich auf einen großen Baumstumpf.

Martin blickte sich um. Schon jetzt war er sich nicht mehr ganz sicher, ob an den Gruselgeschichten, die Jacky ihm erzählt hatte, nicht doch etwas dran war. Der Monsterwald! Er hatte Jacky ausgelacht, als sie behauptete, das sei nicht nur so ein Name. Gab es hier vielleicht wirklich unheimliche Wesen? So ein Quatsch! Immerhin wies ein Weg darauf hin, dass sehr wohl Menschen unter den Bäumen spazierten. Und er sah aus wie jeder andere Weg auch. Der Blutweg! Von wegen.
Er bemerkte das Lächeln Jackys, mit dem sie ihn beobachtete. Mit einem Schulterzucken setzte er sich neben sie. “Ich kann nichts Besonderes entdecken.” Er gab seiner Stimme einen betont gelangweilten Ausdruck. Dabei sorgte allein die Tatsache, dass er hier neben Jacky saß, für ein Kribbeln in der Bauchgegend.
“Schau!”, sagte sie nur und zeigte nach oben.
Es war ein großartiges Schauspiel. Wie in Zeitlupe entflammte der Himmel und die Wolken sogen sich mit roter Farbe voll.
“Schau!”, sagte Jacky wieder, doch dieses Mal zeigte sie direkt vor sich. “Der Blutweg!”
Jetzt verstand Martin. Von einem Moment zum anderen hatte sich alles verwandelt. Die Bäume hüllten sich in eine Dunkelheit, als sei die Sonne bereits vollständig untergegangen. In den Kronen rauschte ein Wind, der hier unten nicht zu spüren war. Der Weg aber schimmerte in einem dunklen Rot. Und als wolle er den Wanderer über sein Ziel verunsichern, verschwand er nach nur wenigen Metern zwischen den Bäumen. Keine zehn Pferde würden Martin dazu bringen, diesem Weg zu folgen.

“Habe ich es doch gewusst. Du bist ein Schisser wie alle anderen.” Jacky musste seine Gedanken gelesen haben.
“Nein, bin ich nicht.” Es überzeugte ihn selbst nicht. Gab es keine Möglichkeit, aus dieser Situation heil rauszukommen? Er war so froh gewesen, als Jacky endlich ein bisschen Interesse für ihn gezeigt hatte. Endlich bekam der Umzug in dieses Kaff einen Sinn. Doch jetzt stellte sie ihn auf eine harte Probe. Er war sich sicher, würde er jetzt kneifen, hätte er alle Chancen bei ihr verspielt. “Lass uns gehen!”

Mit jedem Schritt bereute er seine Entscheidung mehr. Und mit jedem Schritt stieg seine Bewunderung für Jacky. Wenn sie von derselben Angst heimgesucht wurde wie er, ließ sie es sich nicht anmerken. Trotzdem. Mit diesem Wald stimmte irgendetwas nicht. Unter den Bäumen war es kühl. Und obwohl die Sonne längst untergegangen war, warfen die Bäume lange Schatten. Dass es nicht völlig dunkel war, lag einzig an dem merkwürdigen Weg, der auch jetzt noch rot schimmerte, als habe die verschwundene Sonne seinen Akku für die gesamte Nacht aufgeladen. Und je weiter sie kamen, desto sicherer war Martin, dass er sich den Geruch von Blut nicht nur einbildete.
Wenn er sich wenigstens durch ein Gespräch mit seiner hübschen Begleiterin ablenken könnte. Doch er wusste nicht, was er sagen sollte, und fürchtete, seine Stimme nicht kontrollieren zu können. Sein Mund war trocken, seine Kehle rau. Um sich die Lippen zu befeuchten, musste er seine Zunge vom Gaumen losreißen. Es war sowieso nur ein Reflex, denn die Zunge war selbst nicht wirklich feucht.
Jacky wirkte dagegen wie Alice im Wunderland. Mit ihren großen Augen sog sie die verzerrten Bilder auf, die die Lichtkegel der Taschenlampen erzeugten, als ginge sie durch einen Freizeitpark. Martin hätte die ewig gleichen Eindrücke wahrscheinlich als gähnend langweilig empfunden, wäre da nicht dieser eine, der alles dominierte: Der Wald wurde immer feindseliger, die Nacht immer dunkler und die Stille immer drückender.

Nach etwa einer Stunde hielt er es nicht mehr aus. “Hattest du nicht gesagt, der Wald sei klein?” Es war nur ein Flüstern, aber er hatte plötzlich das Gefühl, er habe den Monsterwald jetzt erst richtig auf sich aufmerksam gemacht.
“Ist er ja auch. Vielleicht noch eine viertel Stunde, dann hast du es hinter dir, du Schisser.”
“Ich bin kein …” Ein Knacken brachte ihn zum Schweigen.
Auch Jacky blieb stehen. Mit der Taschenlampe suchte sie ein dichtes Gebüsch ab, während das Licht aus Martins Stablampe zwischen den Stämmen hin und her zitterte.
“Was war das?”, keuchte er.
“Psssst!”
Es raschelte genau dort, wo Jacky hinleuchtete. Mit einem kräftigen Klopfer, setzte Martins Herzschlag aus. Wieder krachte es im Unterholz, dann brach sich etwas einen Weg durch die Zweige.

Martin rannte! Sein Herz schien die Sekunden, die es sich frei genommen hatte, doppelt und dreifach nachholen zu wollen. Und es verstopfte ihm die Kehle. Doch er rannte immer weiter. Das Monster war direkt hinter ihm. Er konnte seinen keuchenden Atem hören.

Martin schaute nicht zurück, sah kaum den schimmernden Weg vor sich. Er bemerkte nicht einmal, wie er die Bäume hinter sich ließ, und es dauerte noch mal eine Weile, bis ihm klar wurde, dass ihn niemand mehr verfolgte. Er blieb stehen, stützte die Hände auf die Knie und versuchte, seine Atmung in den Griff zu bekommen. Dabei lauschte er angestrengt auf etwaige Geräusche.

Der Mond tauchte die Felder in fahles Licht und den Weg in ein silbriges Blau. Langsam drehte Martin sich um. Noch immer wirkte der Wald bedrohlich. Martin richtete sich kerzengerade auf, als er eine Bewegung wahrnahm. Täuschte er sich? Nein, da kam eine Gestalt den Weg herauf. Martin spannte die Muskeln an. Ein Licht flammte auf. Das Licht einer Taschenlampe. Es war Jacky, die ihm zuwinkte.

Als sie bei ihm war, gab sie ihm seine Stablampe. “Hier, die hast du fallenlassen.”
“Danke”, flüsterte er.
“Schisser!”
“Ich bin …”
“Läuft vor einem Vogel davon!” Sie schüttelte den Kopf.
“Ein Vogel?”
“Aber schnell und ausdauernd bist du, das muss man dir lassen. Ich bin die Schnellste in der Klasse. Aber am Waldrand hab ich aufgegeben.”
“Du?”
Sie nickte.
“Meinetwegen, bin ich eben ein Schisser. Mir egal, wenn du jetzt nichts mehr mit mir zu tun haben willst. Aber ich geh nicht wieder durch diesen Wald. Wenn du auf demselben Weg zurückgehen möchtest, dann ohne mich!”
Jacky lachte. “Komm, da drüben ist gleich die Straße. Meine Güte, mit dir erlebt man Abenteuer.” Sie klopfte ihm auf die Schulter.

Martin ärgerte sich über sich selbst. Ein Vogel! Konnte das wahr sein? Er betrachtete Jacky verstohlen von der Seite, als sie das Dorf erreichten. Und im Licht einer Straßenlaterne sah er die Tränen, die ihr über die schönen Wangen liefen.

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© Ben Philipp

Wie …

Leserwahl 2011
© Poznyakov

… ihr habt noch nicht?

Dann aber hurtig zum Leserpreis 2011 auf Lovelybooks und eure Lieblingsbücher wählen. Eure Stimmen entscheiden in zehn Kategorien. Nominiert wurden jeweils 35 Bücher durch Lesers Votum. Nun geht es in die Entscheidung, denn heute ist der letzte Abstimmungstag! Morgen werden dann die Gewinner, eure Lieblingsbücher 2011, bekanntgegeben.

Beruf Erzähler: Die Qual der Wahl

Es ist der Autor, der sich überlegen muss, welcher Auftrag an den Erzähler für die Geschichte, die erzählt werden soll, der richtige ist. Eine Entscheidung, bei der er sich nur wenig Hilfe erhoffen kann. Denn obwohl sie eine so wichtige ist, ist sie keine, die unabdingbar zum Gelingen oder Scheitern führt.

Unterschiedliche Erzählsituationen können aus ein und derselben Grundidee, ja, sogar aus ein und demselben Plot zwei unterschiedliche Geschichten entstehen lassen, die sich gegenseitig in nichts nachstehen. Die Wahl der Erzählsituation ist von der Intention des Autors abhängig. Wie bei jedem anderen seiner sprachlichen und erzählerischen Stilmittel wird er also die Frage bewntworten müssen: Was will ich damit erreichen?

Die Erzählsituation, so wichtig sie ist, bleibt dabei eben nur ein Mittel von vielen, das der Autor mit allen anderen in Einklang bringen muss. Und es gibt keine einfachen Rezepte. Jede Erzählsituation hat ihre Vor- und ihre Nachteile.

Ich oder Er?

Ein Erzähler, der als Ich aus seiner eigenen Sicht erzählt, kommt der natürlichen Erzählsituation, in der wir uns auch in der realen Welt befinden, zweifelsfrei am nächsten. Ein guter Grund, ihn noch unerfahrenen Autoren als guten Einstieg zu empfehlen. Nahezu alle Besonderheiten solchen Erzählens ergeben sich bei ein wenig reflexivem Überdenken von selbst.

Die Risiken folgen auf dem Fuße. Ob handelndes oder erzählendes Ich – sich stets bewusst zu bleiben, dass es sich um eine Figur außerhalb unseres Selbst handelt, ist nicht immer leicht.

Für den Leser ist es angeblich nicht möglich, näher an eine Figur heranzukommen als an ein erzählendes Ich. Keine Erzählsituation sorge beim Leser für mehr Sympathie- und Indentifikationsvermögen.

Da ist sicher etwas Wahres dran. Letztlich ist das aber wohl auch vom jeweiligen Leser abhängig. Ziemlich sicher ist, dass ein Ich beim Leser für ein hohes Maß an Vertrauen in die Authentizität des Erzählers sorgt. Das Gefühl, die Geschichte aus erster Hand erzählt zu bekommen, spielt eine große Rolle, selbst dann, wenn der Leser sie als eindeutig fiktiv akzeptiert.

Man darf aber auch nicht unterschätzen, dass das Ich für den Leser damit zu einem eindeutigen Du wird. Ein Gegenüber! Die Geschichte ist somit im besten Fall die eines guten Freundes.

Personales Erzählverhalten aus der Sicht einer dritten Person kann in dieser Hinsicht eventuell sogar mehr erreichen. Ein Erzähler, der sich selbst vollkommen zurücknimmt und in den Kopf der Figur schlüpft, nimmt im besten Fall den Leser mit sich. Wie könnte für diesen die ungebrochene Nähe, ja sogar die Identifikation mit der Figur größer ausfallen? Sicher ein guter Grund dafür, dass personalisierbare Romane (zumindest die, die ich kenne) eben nicht das erzählende Ich wählen.

Auktorial oder personal?

Wer die bisherigen Artikel dieser Reihe gelesen hat, ahnt es schon: Die Frage polarisiert, wo es eigentlich keine eindeutigen Pole gibt. Auktoriales Erzählen ist ein weites Feld. Es kann von einem Erzählverhalten reichen, das nur minimal von personalem abweicht, bis zu einem, das sich grundlegend von personalem Erzählen unterscheidet. Demzufolge können einen Autor ganz verschiedene Motive dazu bringen, seinen Erzähler zum auktorialen Erzählen zu veranlassen. Etwa, um den Fokus des Lesers auf die Gesamtzusammenhänge zu richten oder um das Erzählte ironisch zu brechen.

Und natürlich gilt wieder, dass das Erzählverhalten nur einen Weg zum Ziel darstellt, der bestenfalls eine grobe Richtung vorgibt und der durch Zuhilfenahme anderer Mittel geebnet, gekreuzt oder gar umgekehrt werden kann.

Daher sind die folgenden Punkte kaum mehr als blasse Wegmarkierungen auf verwitterten Steinen:

  • Personales Erzählverhalten gilt als das modernere. Es löst seit der Mitte des 19. Jahrhunderts das auktoriale immer mehr ab.
  • Personales Erzählen legt den Fokus auf die Figur (den jeweiligen Perspektivträger) und muss daher mit einer stark eingeschränkten, subjektiven Perspektive auskommen, auktoriales Erzählen ermöglicht den Blick auf das große Ganze (Gesellschaftsroman des 18. und 19. Jhs., Historischer Roman, Epische Fantasy).
  • Beim personalen Erzählen taucht der Erzähler hinter der Figur ab, beim auktorialen Erzählen ist der Erzähler für den Leser präsent.
  • Personales Erzählen ist so dicht wie möglich an der Figur, genauer: in der Figur, auktoriales Erzählen wahrt Distanz zur Figur.
  • Beim personalen Erzählen wird das Erzählte durch die subjektive Sicht der Figur bestimmt, ein auktorialer Erzähler kann das Erzählte durch seine Brille betrachten, vermitteln, kommentieren und werten.
  • Bezüge zwischen erzählter Zeit und Zeit des Erzählens kann nur der auktoriale Erzähler herstellen, der sogar in der Lage ist, sich direkt an den Leser zu wenden.

Das soll es vorerst von mir zum Beruf des Erzählers gewesen sein. Ich hoffe, ich konnte den einen oder anderen interessanten Einblick bieten.

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Beruf Erzähler: Wissensbeschränkung

Als guter Dienstleister wird der Erzähler sich beim Erzählen genau so verhalten, wie es der Auftrag des Autors vorsieht. Um die Geschichte überhaupt erzählen zu können, muss der Erzähler sie natürlich vom Autor erfahren. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, ob der Autor dem Erzähler alles verrät, was er über die Geschichte weiß, oder ob er dieses Wissen von vornherein  beschränkt. Viel wichtiger ist, dass der Erzähler genau instruiert wird, wie er sich mit seinem Wissen dem Leser gegenüber verhalten soll.

Die erste Entscheidung, die bezüglich des Erzählverhaltens zu treffen ist, lässt ganz genau zwei Alternativen zu: personal oder auktorial. Diese Entscheidung ist gleichzeitig eine Entscheidung über den Erzählstandort und die Erzählperspektive (was war das noch?).

Das Grundsätzliche

Sagt der Autor dem Erzähler, er soll personal erzählen, ist alles geklärt. Bestenfalls sind noch ein paar Kleinigkeiten abzusprechen. Doch der Auftrag ist weitgehend eindeutig:

  • Dein Erzählstandort ist ausschließlich beim jeweiligen Perspektivträger!
  • Du nimmst die Innenperspektive des Perspektivträgers ein!
  • Du trittst dabei nicht als Erzähler in Erscheinung und nimmst ausschließlich die Figurensicht des jeweiligen Perspektivträgers ein!
  • Damit ist das Wissen, das du dem Leser vermitteln darfst, auf das des jeweiligen Perspektivträgers beschränkt.

Erlaubt der Autor dem Erzähler auktoriale Freiheiten, ist damit zunächst nur festgelegt, dass die Regularien des personalen Erzählverhaltens nicht zwingend sind. Wie weit der Erzähler dabei gehen kann, wie er sich genau und im Einzelfall zu verhalten hat, wird nun noch zu besprechen sein. Das bedeutet auch, dass zu klären ist, wie sehr der Erzähler mit seinem auktorialen Wissen, also dem Wissen, das dem des Autors gleichkommt, beim Leser hausieren darf.

Das personale und das auktoriale Erzählverhalten wird in den nächsten beiden Artikeln noch genauer beleuchtet.

Hier will ich aber noch Folgendes klarstellen:

Die Unterscheidung personal – auktorial bedeutet eigentlich: „aus Sicht der Figur“ vs. „aus Sicht des Autors“. Der Erzähler mit auktorialem Erzählverhalten verhält sich also wie der Autor. Er hat dasselbe Wissen wie der Autor und tritt mit diesem Wissen in Erscheinung. Das bedeutet im Extremfall auch, dass er als Erzählerfigur auftritt und damit auf die Ebene des Erzählens Bezug nimmt (auf die Gegenwart des Erzählers, mehr dazu hier).

Zwischen den Extremen

Man könnte also auch eine Achse eröffnen, an deren einen Ende personales Erzählverhalten situiert ist, am anderen auktoriales. Der Erzähler könnte sich überall zwischen diesen Extremen positionieren, wobei er tendentiell eher personal oder eher auktorial erzählen würde. Befände er sich genau auf einem der Endpunkte, würde er rein personal beziehungsweise rein auktorial erzählen.

Während aber – wie oben angeführt – rein personales Erzählverhalten ganz klar und eindeutig charakterisiert ist, gibt es solche Regeln für rein auktoriales Erzählen nicht. Es bedeutet einfach eine Erzählsituation, in der alle erzählerischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden können. Da sich schlecht ein Grad der optimalen Ausschöpfung festlegen lässt, ist es relativ sinnlos von einem reinen auktorialen Erzählverhalten zu sprechen. Der eine Erzähler verhält sich auktorialer als der andere, aber beide schöpfen aus den Möglichkeiten auktorialen Erzählens.

Daher bevorzuge ich ein Modell, das den einen Punkt personalen Erzählverhaltens festlegt. Sobald man sich auch nur ein Stück von diesem Punkt wegbewegt, betritt man das Terrain auktorialen Erzählens.

Bleibt noch zu sagen, dass der Auftrag des Autors natürlich auch für unterschiedliche Abschnitte oder Erzählstränge unterschiedlich ausfallen kann. Anders gesagt: Der Autor kann den Erzähler beauftragen, seine auktorialen Möglichkeiten innerhalb einer Geschichte unterschiedlich auszureizen, möglicherweise stellenweise ganz auf sie zu verzichten.

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Schwere Entscheidung zum 15.06.11

Noch zehn Tage sind es bis zur Mitte des Monats Juni. Und diverse Ausschreibungen warten zu diesem Datum mit ihrem Einsendeschluss auf. Eine schwere Entscheidung. Glücklicherweise muss ich sie nicht treffen, fehlt mir doch im Moment ohnehin die Zeit.

Drehbuch-Autoren-Symposium an der Schlei

„Geschichte, Gerichte, Gerüchte – eine Region erzählt ihre Geschichten“

mit öffentlicher Lesung in der Schleiregion

Unter dem Titel „Geschichte, Gerichte, Gerüchte – eine Region erzählt ihre Geschichte(n)“ möchte das Filmbüro der Ostseefjord Schlei GmbH vom 15. bis 18. September 2011 ein Symposium für Drehbuchautoren an der Schlei veranstalten.

Sechs erfahrene DrehbuchautorInnen werden eingeladen, die Region und ihre Geschichten kennen zu lernen. Tagsüber gibt es Begegnungen mit Schauplätzen und Menschen. Die Themen reichen von den Wikingern über die Historie von kleinen Fischern und großen Herzögen bis zu ganzheitlichen und generationsübergreifenden Lebens- und Wohnkonzepten auf dem neu entstehenden Stadtteil „Auf der Freiheit“ in Schleswig.

Zusätzlich wird den Referenten wertvolles Wissen für ihre Recherchetätigkeit vermittelt: Besuche im Oberlandesgericht, dem Landesarchiv und dem Landesfilmarchiv erlauben gezielte Blicke hinter die Kulissen der obersten Gerichte Schleswig-Holsteins und in das „Gedächtnis des Landes“. Ein spezieller Schwerpunkt wird auf dem Thema „Blick ins Filmarchiv“ (Material für Rückblenden, historische Sequenzen) liegen.

In abendlichen Gesprächen soll den Autorinnen und Autoren Raum für den gegenseitigen Austausch und kreative Entwicklung neuer Ideen gegeben werden. Leitgedanke sind die Fragestellungen: Warum wird ein Großteil der Geschichten der deutschen Fernsehlandschaft in den Städten angesiedelt? Und: Wie lässt sich eine Region be-schreiben? Gleichzeitig soll eine Formulierung der Identität einer Region wie der Schleiregion versucht werden.

Der Charme des Programms beginnt schon bei der Unterkunft: Alle AutorInnen wohnen im „Rosenduft & Kochlust„, das so einzigartig ist wie die Halbinsel Schwansen selbst. Gerahmt von Weißdornhecken, einem dicht bewachsenen Bachlauf und großen alten Bäumen liegt das Anwesen auf einer Anhöhe und prägt das Landschaftsbild. Die individuell gestylten und komfortablen Gästezimmer strahlen Ruhe und Charme aus, wie die Gastgeber selbst. In der großen Kochküche zaubert das Team Gaumengenuss vom Feinsten und gibt auf Wunsch Einblicke in seine Arbeit.

Während des Symposiums wird es an einem Abend im Gastraum eine öffentliche Lesung geben, in der die Autorinnen und Autoren Szenen aus ihren bereits realisierten Werken vortragen. Gerne sollen die entsprechenden Filmszenen dem Publikum vorgeführt werden.

Die Kosten für Anreise per Bahn, Unterkunft und Verpflegung übernimmt die Ostseefjord Schlei GmbH.

Bewerben kann sich jeder Drehbuchautor/jede Drehbuchautorin aus dem Bundesgebiet, der/die mindestens ein realisiertes Werk vorweisen kann.

Als Bewerbung sind einzureichen: Vita, Vorschlag für das zu lesende Drehbuch sowie eine Begründung über die Motivation, an dem Symposium teilzunehmen.

Bewerbungen sind schriftlich oder per Mail zu richten an:

Ostseefjord Schlei GmbH
Filmbüro
Plessenstraße 7
24837 Schleswig

oder

film@ostseefjordschlei.de

Bewerbungsschluss ist der 15. Juni 2011.


Quelle: Uschtrin

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Friedenslesung – Wettbewerb

Originalausschreibung: http://www.friedenslesung-berlin.de

Ausschreibung

Wir suchen Gedichte und kurze Texte zum Thema: „Frieden ist mehr …“

Am 1. September 2011 jährt sich zum 72. Mal der Überfall Hitlerdeutschlands auf Polen und damit der Beginn des 2. Weltkriegs. Aus diesem Anlass findet in Berlin die 3. FRIEDENSLESUNG statt.
Dazu werden Gedichte und kurze Texte zum Thema Frieden gesucht.
Eine Jury erstellt aus den eingesandten Arbeiten eine Auswahl für die Lesung in Berlin sowie für eine Buchveröffentlichung.

Wer kann sich beteiligen?
Die Teilnahme steht allen Autorinnen und Autoren sowie Literaturbegeisterten ab dem vollendeten 15. Lebensjahr offen.

Mit welchem Ziel?
– Prämierung der jeweils besten Beiträge nach Auswahl durch eine sachkundige Jury.
– Verwendung ausgewählter Texte für die FRIEDENSLESUNG im Kulturforum Hellersdorf zum Weltfriedenstag/Antikriegstag sowie die Lesung zum Weltfriedenstag der BVV Marzahn-Hellersdorf.
– Aufnahme ausgewählter Texte in eine Preisträger-Anthologie.

Welche Texte?
– Jeder Teilnehmer kann sich in der Sparte Lyrik oder der Sparte Kurzprosa beteiligen (keine Beteiligung gleichzeitig an beiden Sparten).
– In der Sparte Lyrik können bis zu 3 Texte eingereicht werden.
– In der Sparte Kurzprosa kann ein Text von maximal 9000 Zeichen (entspricht 5 Normseiten) eingereicht werden.

Wer veranstaltet das?
Der Kulturring in Berlin e.V. in Zusammenarbeit mit
– Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf (Kommunalparlament)
– Deutsch-Polnische Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland e.V.
– Poeten der Welt / Poetas del Mundo

Die Buchproduktion erfolgt mit Unterstützung durch die VVN-VdA Berlin sowie der Berliner VVN-BdA Landesvereinigung.

Preise:
– Die Preisträger jeder Sparte (Bester Autor/beste Autorin Lyrik oder Kurzprosa) erhalten neben der Urkunde ein Preisgeld von je 100 Euro, zur Verfügung gestellt von der Vorsitzenden der BVV Marzahn-Hellersdorf Petra Wermke sowie dem Kulturstadtrat von Marzahn-Hellersdorf Stephan Richter.
– Im Rahmen der öffentlichen Veranstaltung Friedenslesung am 1. September 2011 werden die Siegertexte vorgestellt und die Preise an die Preisträger überreicht.
– Die beiden Preisträger erhalten zur Anreise zu dieser Veranstaltung ein Bahn-Ticket für Hin- und Rückreise (deutschlandweit).
– Alle in die Buchveröffentlichung aufgenommenen Teilnehmer erhalten je 2 Buchexemplare.

Bedingung:
– Die Beiträge müssen ein selbst verfasstes Werk in deutscher Sprache sein.
– Der Autor/die Autorin besitzt die Rechte am Text.
– Die Autorin/der Autor tritt die Nutzungsrechte für Wettbewerb, Lesung und Abdruck sowie in diesem Zusammenhang stehende weitere Veröffentlichungen (Internet etc.) ab.

Einsendungen per CD-ROM oder mit anderen Datenträgern an:

Kulturring in Berlin e. V.
c/o Kulturforum Hellersdorf
Carola-Neher-Str. 1
12619 Berlin

oder per E-Mail mit dem Betreff: Einsendung Friedenslesung an:

post@friedenslesung-berlin.de

Bitte beachten Sie unbedingt die ausführlichen Teilnahmebedingungen!

Einsendeschluss ist der 15. Juni 2011!

Wir Wünschen allen Autoren viel Glück und viel Spass!

Quelle: Uschtrin

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HOTLIST der Independents

Achtung: einreichen dürfen nur Verlage (nicht AutorInnen)!

Originalausschreibung: http://www.vereinderhotlist.de

Zum 3. Mal ausgeschrieben:

die HOTLIST der Independents

2010 waren es bereits 110 Verlage, die sich um den Platz auf der Liste und den Preis für das heißeste Buch des Jahres bewarben. Und fast 10 000 Menschen beteiligten sich wieder an der Internetabstimmung. Durch diese Dynamik ist die Hotlist schon jetzt zu einem der wichtigsten Instrumente geworden, um das Potenzial dessen zu zeigen, was die unabhängigen Verlage für den Reichtum, die Qualität und den Erfolg der Buchkultur im deutschsprachigen Raum leisten.
Im dritten Jahr werden die Hotlist und die Preise der Hotlist in Zusammenarbeit mit einem unabhängigen Kuratorium vom gemeinnützigen Verein der Hotlist ausgeschrieben.

Die Mitglieder des Kuratoriums sind: Traudl Bünger (Lit.Cologne, Schweizer Fernsehen), Ulrich Faure (BuchMarkt), Dagmar Fretter (Kunststiftung NRW), Katja Gasser (ORF-Fernsehen), Marc Iven (Buchhandlungen in der Akademie der Künste; Autorenbuchhandlung Berlin), Nils Kahlefendt (Publizist, u. a. Börsenblatt), Manuela Reichart (Publizistin, u. a. DLR Kultur, WDR, RBB), Monika Schärer (u. a. Schweizer Fernsehen), Barbara Stang (Stang PR) und Michael Wieser (Mayersche Buchhandlung).

Die Ausschreibungsbedingungen 2011:

Schritt 1 – Bewerben
Einreichung: Jeder unabhängige Verlag kann sich mit einem auf Deutsch erschienenen Buch (auch Übersetzungen) um einen Platz auf der Hotlist bewerben.
Die Titel sind ab sofort bis einschließlich 15. Juni unter kontakt@vereinderhotlist.de (mit Cover-Abbildung, Info-Texten, Leseprobe und bibliographischen Angaben inkl. Verlagslink) einzureichen.
Das Einreichungsformular findet sich hier: http://www.vereinderhotlist.de

Gebühr: Die Einreichungsgebühr beträgt 30 Euro pro Titel, einzuzahlen unter dem Betreff „Hotlist 2011“ und Nennung des Verlags auf das Konto des Vereins der Hotlist (Konto: 100 56 74 229, BLZ: 300 501 10 bei der Stadtsparkasse Düsseldorf). Mitglieder des Förderkreises sind von der Einreichungsgebühr befreit.
Nach Eingang der Gebühr werden die eingereichten Titel auf der Webseite der Hotlist gelistet (mit Coverabbildung und Link zum Verlag).

Was darf: Die Titel müssen zwischen dem 1. Oktober 2010 und spätestens bis zum 1. Oktober 2011 auf Deutsch erschienen sein bzw. erscheinen. Um die Vielfalt abzubilden, sollen auf der Hotlist die unterschiedlichsten Titel Platz finden: Lyrik, Prosa, Essays, erzählendes Sachbuch, zeitgenössische oder alte Autoren, deutschsprachige oder übersetzte Titel, das besondere Buch.
Leider nicht berücksichtigt werden können Kinderbücher, Hörbücher, reine Ratgeber- oder Fachliteratur sowie elektronische Ausgaben.

Wer darf: Als unabhängiger Verlag im Sinne dieser Ausschreibung gilt ein Verlag, der kein Konzernverlag ist und über eine professionelle verlegerische und vertriebliche Struktur verfügt, jährlich mindestens zwei Titel veröffentlicht und kein Druckkostenzuschussverlag ist.

Schritt 2 – Wählen
Internet: Aus allen Einreichungen nominiert das Kuratorium 30 Titel, die als Kandidaten für die Hotlist mit großer booktolook-Leseprobe, Autoreninfo etc. präsentiert und dem Publikum auf der Webseite des Freitags zur Wahl gestellt werden. Das Publikum entscheidet hier zwischen dem 27. Juni und dem 15. August über 3 Plätze auf der Hotlist.

Jury:
Die 7 weiteren Titel auf der Hotlist wählt aus den Kandidaten die diesjährige Jury. Hierfür stellen die 30 nominierten Verlage 8 kostenlose Prüfexemplare zur Verfügung. Die Mitglieder der diesjährigen Hotlist-Jury sind:
– Michael Angele (Der Freitag, Berlin)
– Klaus Bittner (Buchhandlung Bittner, Köln)
– Maren Keller (KulturSpiegel, Hamburg)
– Jan Valk (Adler & Söhne / Literaturzeitschrift sprachgebunden, Berlin)
– Andreas Wang (Sachbuchbestenliste von NDR und Süddeutscher Zeitung, Hamburg)
– Ursula Zangger (Orell Füssli am Bellevue, Zürich)
– Peter Zimmermann (ORF, Wien)

Schritt 3 – Siegen
Der Hauptpreis: Die so ermittelten 10 Titel der Hotlist werden Anfang September bekanntgegeben.
Über die Vergabe des Hauptpreises entscheidet daraufhin die Jury; er ist mit 5.000 Euro dotiert und soll eine beispielhafte unabhängige verlegerische Leistung honorieren.
Der Melusine-Huss-Preis: Durch die großzügige Stiftung eines Druckgutscheines im Wert von 4.000 Euro durch eine der bekanntesten mittelständischen und vollstufigen Druckereien Deutschlands, den Freiburger Graphischen Betrieben (fgb), ist 2011 ein zweiter Hotlist-Preis entstanden.
Der Preis ist nach der legendären Frankfurter Buchhändlerin Melusine Huss benannt und wird alljährlich durch Abstimmung unter den Buchhändlerinnen und Buchhändlern an einen Verlag auf der Hotlist vergeben.

Schritt 4 – Feiern
Die Verleihung der Hotlist-Preise findet im Oktober während der Frankfurter Buchmesse bei einem Festakt im Rahmen der Party der Independents (traditionell am Buchmessenfreitag) statt.

Quelle: Uschtrin

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„Kalendergeschichten“-Wettbewerb

Originalausschreibung: http://www.bioverlag.de/naturkostkalender.html

Kalendergeschichten gesucht – Stichwort „Bioladen“

Die bio verlag gmbh in Aschaffenburg, u.a. Herausgeberin des Naturkostmagazins „Schrot&Korn“, sucht für ihren jährlich erscheinenden Taschenkalender wieder Kurzgeschichten und Satiren.
Bedingung: Die Texte sollen das Stichwort „Bioladen“ enthalten.

Einsendeschluss ist der 15. Juni 2011.

Wir wünschen uns vor allem amüsante bis nachdenkliche „Kalendergeschichten“ nach klassischer Tradition (von Hebbel bis Brecht). Aber auch Satiren, Glossen, moderne Märchen, Science Fiction, Cosy-Krimis und Storys mit phantastischen Elementen sind willkommen.

Eine verlagsinterne Jury wird aus allen Einsendungen zwölf Texte auswählen, die Ende 2011 im „Naturkostkalender 2012“ zusammen mit Kalendarium, Rezepten, Aphorismen und einem Daumenkino veröffentlicht werden.

Die Autorinnen und Autoren der „Siegergeschichten“ erhalten ein Paket mit Bio-Lebensmitteln im Wert von rund 50,- Euro sowie 5 Gratisexemplare des Kalenders.

Formale Vorgaben:

  • Jede(r)Teilnehmer(in) kann maximal drei Geschichten einreichen.
  • Die Geschichten sollen 5500 bis 6000 Zeichen inkl. Leerzeichen umfassen. (Bitte nicht mehr, aber auch nicht viel weniger, denn das Layout der Publikation lässt wenig Spielraum).
  • Der Begriff „Bioladen“ soll zumindest einmal im Text vorkommen. Dabei ist nicht (!) erforderlich, dass ein Bioladen oder ein Naturkostgeschäft eine zentrale Rolle spielt. Es genügt, wenn die Einkaufsstätte in einem sinnvollen Handlungszusammenhang erscheint.
  • Die Texte sollen ausschließlich per E-Mail als unformatierte (!) Word-Dateien in üblicher literarischer Manuskriptform (pro Seite 30 Zeilen à 60 Anschläge mit 1,5-fachem Zeilenabstand) eingereicht werden.
  • Auf einer gesonderten Seite bitten wir um eine Kurzbiographie des Autors /der Autorin mit eventuellen bisherigen Veröffentlichungen (8 bis 10 Sätze, keine Fotos!), E-Mail-Adresse, Anschrift und Telefonnummer.
  • Einsendungen (und Rückfragen) bitte ausschließlich an: kalender@bioverlag.de

Rechtliche Konditionen:

Mit der Teilnahme erklärt jede(r) Autor(in), dass die Geschichte von ihr/ihm selbst verfasst ist und dass sie/er über das alleinige Urheber- und Vervielfältigungsrecht verfügt. Geschichten, die so oder ähnlich bereits im Buchhandel erschienen sind, dürfen nicht eingereicht werden! Veröffentlichungen im Internet, in Literaturzeitschriften oder im Selbstverlag sind kein Hindernis für die Teilnahme, sofern keine Rechte Dritter einer Neuveröffentlichung entgegen stehen.

Die bio verlag gmbh erwirbt das Recht zur einmaligen Veröffentlichung im „Naturkostkalender 2012“. Alle Rechte darüber hinaus verbleiben beim Autor/ bei der Autorin.

Die Entscheidung der Jury der bio verlag gmbh ist unanfechtbar, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ansprüche, die über die oben beschriebenen Sachpreise für die zwölf ausgewählten Geschichten hinaus gehen, bestehen nicht. Die GewinnerInnen werden spätestens Anfang Oktober benachrichtigt.

Quelle: Uschtrin

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Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg

Originalausschreibung: http://www.oldenburg.de/stadtol/index.php?id=1223

Der Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis wird 2011 zum 32. Mal für besondere literarische und künstlerische Leistungen auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur ausgeschrieben.

Bis zum 15. Juni 2011 können AutorInnen und IllustratorInnen ihre Werke unter den angegebenen Vergaberichtlinien einreichen.

Der Kinder- und Jugendbuchpreis ist mit einer Ehrengabe von 7.600 Euro verbunden. Die Stadt Oldenburg möchte mit der Auszeichnung einen Beitrag zur Förderung neuer AutorInnen und IllustratorInnen leisten, die erstmals mit einem eigenständigen Werk an die Öffentlichkeit treten.

Bitte beachten Sie, dass eine Rücksendung der Bücher und Manuskripte nicht erfolgt. Ausgenommen sind Originalillustrationen. Diese werden zurückgeschickt, wenn der Einsendung ein ausreichend frankierter Rückumschlag oder das entsprechende Porto beigelegt wird.

VERGABERICHTLINIEN

1. Die Stadt Oldenburg vergibt jährlich einen Literatur- und Kunstpreis für Werke auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur.

2. Der Preis wird an lebende Schriftstellerinnen/ Schriftsteller der deutschen Sprache und an lebende Illustratorinnen/ Illustratoren vergeben, die erstmals mit einem eigenständigen monographischen Werk auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur an die Öffentlichkeit treten, das für diesen Wettbewerb noch nicht eingereicht wurde.

3. Der Preis ist mit einer Ehrengabe von insgesamt 7.600 Euro verbunden und kann geteilt vergeben werden.

4. Teilnahmeberechtigt sind Verlage, Autorinnen/ Autoren und Illustratorinnen/ Illustratoren. Sie können
a) Manuskripte und Illustrationen bisher unveröffentlichter Kinder- und Jugendbücher
b) Manuskripte und Illustrationen von im Druck befindlichen Kinder- und Jugendbüchern
c) Kinder- und Jugendbücher, die seit dem 15. Juni des vorangegangenen Ausschreibungsjahres erschienen sind einreichen.

Die Mindestanzahl der Illustrationen liegt bei 10 (zehn) Abbildungen, die Mindestwortanzahl von Texten bei 500 (fünfhundert) Wörtern. Manuskripte sind in Papierform – gedruckt oder maschinenschriftlich im Format DINA4, 12 pt, 1facher Zeilenabstand – fortlaufend nummeriert und geheftet einzureichen. Handschriftliche Manuskripte und digitale Einreichungen in Form von CDs oder als Datei per Mail sind nicht zugelassen.

Autorinnen/ Autoren und Illustratorinnen/ Illustratoren, die unter einem Pseudonym schreiben bzw. illustrieren, sind dazu verpflichtet, ihren echten Personennamen auf dem genormten Einsendebogen anzugeben. Im Falle einer Nominierung wird der echte Name veröffentlicht.

5. Die Einsendungen sind jeweils bis zum 15. Juni des Ausschreibungsjahres bei der Stadtbibliothek, Peterstraße 3, 26105 Oldenburg, in jeweils 5 (fünf) Exemplaren einzureichen.

Jedem Exemplar ist der genormte Einsendebogen (http://www.oldenburg.de/stadtol/fileadmin/oldenburg/Benutzer/PDF/30/303/KiJuPreis/Einsendebogen.pdf > PDF, 46 KB) mit den vollständigen Angaben zum Titel (soweit bekannt), eine Kurzbiographie der Illustratorin/ des Illustrators bzw. der Autorin/ des Autors und eine kurze Inhaltsangabe (Exposé) des Werkes beizufügen.

Zudem muss das Formblatt „persönliche Erklärung“ (http://www.oldenburg.de/stadtol/fileadmin/oldenburg/Benutzer/PDF/30/303/KiJuPreis/persoenlicheErklaerung.pdf > PDF, 41 KB) bzw. bei Verlagseinsendungen das Formblatt „Verlagserklärung“ (http://www.oldenburg.de/stadtol/fileadmin/oldenburg/Benutzer/PDF/30/303/KiJuPreis/Verlagserklaerung.pdf > PDF, 41 KB), in dem versichert wird, dass die Vergaberichtlinien eingehalten worden sind, unterschrieben beiliegen.

6. Einsendungen, die die unter Punkt 4 und 5 genannten Anforderungen nicht erfüllen, werden aus formalen Gründen ausgeschlossen.

7. Eine Rücksendung der eingereichten Werke erfolgt nicht. Einsendungen, die bereits in einem Verlag erschienen sind, werden städtischen Bildungseinrichtungen zur Verfügung gestellt, die restlichen Einsendungen unter Wahrung des Datenschutzes entsorgt.
Ausgenommen sind Originalillustrationen. Diese werden zurückgesandt, wenn bei Einsendung entsprechendes Rückporto beigelegt wird.

8. Die Jury sichtet alle teilnahmeberechtigten Einsendungen und erstellt daraus eine Nominierungsliste, die maximal 3 (drei) Werke umfasst. Alle Mitglieder der Jury haben dabei gleiches Stimmrecht.
Anschließend werden die Nominierungen veröffentlicht. Sie sind Grundlage für die Bestimmung des Preisträgers, die absoluter Geheimhaltung unterliegt.
Der Preisträger/ die Preisträgerin wird erst im Rahmen der Preisverleihung bekannt gegeben.
Die Entscheidung der Jury ist vom Rechtsweg ausgeschlossen und nicht anfechtbar. Ein Gesamtverzeichnis der Einsendungen wird nicht publiziert.

9. Die Preisträger werden von einer unabhängigen und überregionalen Jury, die ehrenamtlich tätig ist, ausgewählt. Die Mitglieder der Jury werden auf Vorschlag des Kulturdezernenten vom Kulturausschuss zu diesem Ehrenamt berufen. Sie sind während ihrer Jurymitgliedschaft von der Preiszuteilung ausgeschlossen.

Die Jury setzt sich folgendermaßen zusammen:

a) ein/e Literaturwissenschaftler/in oder ein/e Schriftsteller/in
b) ein/e Kunstwissenschaftler/in oder ein/e Künstler/in
c) ein/e Kritiker/in (Presse oder Hörfunk)
d) ein/e Lektor/in oder ein/e Pädagoge/in
e) ein/e Jugendlicher/e im geeigneten Alter

Die Entscheidung der Jury gründet sich auf die einfache Mehrheit der Mitglieder. Der Rechtsweg gegen die Entscheidung ist ausgeschlossen. Zu nicht ausgezeichneten Werken werden keine Stellungnahmen abgegeben. Es werden keine Lektoratsgutachten erstellt.

10. Die Preisverleihung wird vom Oberbürgermeister der Stadt Oldenburg vorgenommen. Sie findet im Rahmen der „Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse“ statt. Der Kinderbuchpreis wurde erstmals 1977 ausgeschrieben und verliehen.

11. Sollten keine Arbeiten eingereicht werden, die prämierungswürdig sind, muss das Preisgericht den Preis nicht vergeben.
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Gewinnerinnen 2009: Veronika Rotfuß, Mücke im März. Hamburg: Carlsen, 2008; Kirsten Reinhardt, Fennymores Reise oder warum Stinkesocken manchmal auch nützlich sein können. Eingereicht als Manuskript.
Gewinnerin 2008: Gabi Kreslehner, Ringlotten am Erdbeerbaum. Eingereicht als Manuskript, erschienen Weinheim: Beltz und Gelberg, 2009
Gewinnerin 2007: Beate Teresa Hanika, Malvina in der Seifenblase. Eingereicht als Manuskript.
2006: Der Preis wird nicht vergeben, weil die Jury keine Einsendung für preiswürdig erachtet.
Gewinnerin 2005: Sofie Koffa, Störung der Totenruhe. Eingereicht als Manuskript.
Gewinnerin 2004: Manuela Olten (Offenbach am Main) für das Bilderbuch „Echte Kerle“
GewinnerIn 2003: Mirijam Günter (Köln) für den Jugendroman „Heim“; Jürgen Schott (Potsdam) für das Bilderbuch „Jo im roten Kleid“
Gewinnerin 2002: Tamara Bach (Berlin) für den Jugendroman „Marsmädchen“
Gewinnerin 2000: Nadia Budde (Berlin) für das Bilderbuch „Eins zwei drei Tier“
Gewinner 1999: Zoran Drvenkar für das Jugendbuch „Niemand so stark wie wir“

Nächster Einsendeschluss: 15. Juni 2011

Anschrift für die Einsendungen:

Stadtbibliothek Oldenburg
– Jugendbibliothek –
Peterstr. 3
D-26121 Oldenburg

Adresse bei Rückfragen: Zentralbibliothek der Stadt Oldenburg, Tel. 0441/2353005

Quelle: Uschtrin

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Kleist & ich – Literaturwettbewerb des FDA (LV Brandenburg)

Originalausschreibung: http://fda.de/htdocs/cms/front_content.php?idcat=106
und http://www.fda.de

KLEIST & ICH. Annäherung und Begegnung

Der Landesverband Brandenburg des Freien Deutschen Autorenverbandes (FDA) schreibt einen Literaturwettbewerb anlässlich des Kleist-Jahres 2011 aus. Gefragt sind Texte aller Art.

In Vorbereitung der Kleist-Tage des Freien Deutschen Autorenverbandes (FDA), die anlässlich des Kleist-Jahres 2011 vom 16.-18. September 2011 in Frankfurt (Oder) und Slubice stattfinden, ruft der FDA-Landesverband Brandenburg e.V. auf zum

Literaturwettbewerb “KLEIST & ICH”. Annäherung und Begegnung

Eingereicht werden dürfen unveröffentlichte Texte aller Art: Lyrik, Prosa, Essays u.a., in denen sich die Autoren schreibend über ihre ganz persönliche Beziehung zu Heinrich von Kleist und seinem Werk äußern.

Auf weitere inhaltliche Vorgaben wird bewusst verzichtet, um der Phantasie und Kreativität der Schreibenden freien Raum zu lassen. Einzige Beschränkung ist der Umfang, der auf höchstens drei Normseiten (je Seite 30 Zeilen á 60 Zeichen (ca. 1.800 Zeichen pro Seite) begrenzt wird. Alle Schreibenden sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen. Es gibt keine Altersbegrenzung. Ausdrücklich willkommen sind Texte von Schülern und Studenten, gern auch in jugendgemäßen Formen wie Rap und dgl.

Einsendung der Texte bitte bis 15. Juni 2011 in jeweils dreifacher Ausfertigung als Papierausdruck und als Word- bzw. PDF-Datei auf CD-ROM an die unten genannte Anschrift. (Bei Bedarf übernimmt das Kopieren und Speichern jeder Copyshop für Sie).
Den Namen und die Kontaktdaten des Autors (Adresse, E-Mail, Telefon usw.) bitte nicht auf dem Manuskript, sondern mit persönlichem Kennwort auf einem separaten Blatt in einem verschlossenen Umschlag beilegen. (Bitte beachten Sie, dass eine Rücksendung nur erfolgen kann, wenn ein ausreichend frankierter und adressierter Rückumschlag beigefügt ist.)

Eine fachkundige Jury wird die eingereichten Texte bewerten. Die Entscheidung der Jury ist unwiderruflich und erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges. Zu nicht ausgezeichneten Texten wird keine Begründung abgegeben.

Für die Prämierung der PreisträgerInnen steht eine Summe von insgesamt 2.000 Euro zur Verfügung.
Außerdem werden an jugendliche Teilnehmer Förderpreise in Höhe von insgesamt 500 Euro vergeben.

Die Preisverleihung erfolgt am 18. September 2011 im Rahmen der Kleist-Tage des FDA nach einer öffentlichen Lesung in Frankfurt (Oder). Die Preisträger werden unter http://www.fda.de sowie in öffentlichen Medien bekanntgemacht.
Nach den Kleist-Tagen des FDA erscheint eine Anthologie mit ausgewählten Texten dieses Wettbewerbs, die in literarisch anspruchsvoller Qualität den heutigen Blick auf Heinrich von Kleist dokumentieren.
Mit der Teilnahme am Wettbewerb erklären sich die Autoren mit diesem Procedere einverstanden.

Senden Sie Ihren Beitrag an:

FDA-Landesverband Brandenburg
Hannelore Schmidt-Hoffmann
Möllendorfer Straße 19 – Limsdorf
15859 Storkow (Mark)

Rückfragen unter E-Mail: kontakt@textart-hoffmann.de oder Telefon 033677-62062, Fax 033677-62064

Quelle: Uschtrin

PB-Plotten 11: Schlüsselszenen

Zunächst mal steht wieder die Frage nach der Reihenfolge. Wäre es nicht sinnvoller, sich nach den Nebenkonflikten mit den Nebenfiguren zu beschäftigen? Da spricht nichts dagegen.

Der Grund, warum ich es anders halte, ist der, dass ich nicht Gefahr laufen möchte, mich bei der Entwicklung des Plots zu sehr von Nebenfiguren beeinflussen zu lassen. Bauchschreiber können ein Lied davon singen, dass Figuren jedweder Art gerne mal ein Eigenleben entwickeln. Und auch die eifrigsten Planer sind dagegen nicht völlig gefeit.

Habe ich noch keinen gefestigten Plot und entwickle nun akribisch meine Nebenfiguren, kann es durchaus passieren, dass eine, die mich besonders fasziniert, über sich hinauswächst und mir im wahrsten Sinne des Wortes meine Pläne durchkreuzt. Mein Plot soll aber von den Hauptfiguren getragen, von den Neben- und Randfiguren bestenfalls gestützt werden.

Ich lasse also die Nebenfiguren zunächst einmal links liegen und stürze mich auf die Schlüsselszenen. Das sind all jene Szenen, die entscheidend zur Entwicklung des Konflikts beitragen. Mit „entscheidend“ meine ich, dass sie entweder einen Wendepunkt in der Konfliktentwicklung oder einen sprunghaften Fort- oder Rückschritt darstellen. Auch solche gehören dazu, in denen sich die Bedingungen für den Konflikt grundlegend ändern. Ebenso die, in denen der Protagonist sich in wichtigen Entscheidungssituationen befindet. Und natürlich die Szene, in der sich der Konflikt herausbildet und jene, in der er aufgelöst wird.

In der Regel haben wir wenig Probleme damit, die Schlüsselszenen ausfindig zu machen, zumindest dann nicht, wenn es sich um die Werke anderer handelt. Es sind diejenigen Szenen, an denen wir uns bei der Nacherzählung eines Films oder Buchs entlanghangeln. Ich darf das mal in etwa am Beginn meines Romans „Das Lächeln der Kriegerin“ demonstrieren, ohne allzu viel zu verraten:

  • Lothiels Vater wird in einem Kampf mit Wegelagerern schwer verletzt,
  • Lothiel trifft auf den schwer verletzten Boten Rochon, der die Nachricht vom Überfall auf die Grenzfeste zur Königin bringen soll,
  • Lothiel will die Aufgabe des reituntauglichen Boten übernehmen, doch ihr ebenso hilfloser Vater entscheidet, dass sie nur nach Waldruh reiten darf, um dort einen neuen Boten zu finden,
  • Lothiel muss erkennen, dass der Feind bereits Waldruh eingenommen hat und sieht ihre Aufgabe als gescheitert an,
  • Lothiel ist fast wieder zu Hause, als sie beschließt, die Anweisungen ihres Vaters zu missachten und sich auf den Weg zur Königin zu begeben,
  • in Iden glaubt Lothiel, doch noch den Auftrag loswerden und heimkehren zu können, doch auch der Feind hat Iden erreicht – Lothiel muss ihren Weg fortsetzen,
  • Lothiel gerät mit einem Vorposten des Feindes aneinander und tötet die Männer, was ihr fortan schwer zu schaffen macht,
  • Lothiel erreicht die Königsstadt und kann die Nachricht vom Angriff überbringen; sie hofft, so schnell wie möglich zu ihren Eltern zurückkehren zu können.

Wie auch bei der nachfolgenden Szenenplanung ist es jedem selbst überlassen, wie intensiv er jede einzelne Szene vorplant. Manchem reicht es, jede Szene wie im obigen Beispiel in ein bis zwei aussagekräftigen Sätzen zusammenzufassen oder ihr gar nur einen Titel zu verpassen, es gibt aber auch durchaus diejenigen, die zu jeder Szene eine Art Klappentext oder gar ein Szenenexposé entwickeln.

Autorenprogramme bauen meist auf der Szenenplanung auf und bieten die Möglichkeit, jede Szene einzeln zu betiteln, ihr Stichwörter, Figuren, Werte wie Spannung, Humor, Information usw., Uhrzeit- und Datumsangaben, Inhaltsangaben und vieles mehr beizufügen.

Gleich wie sparsam oder umfangreich man nun die Szenen vorplant, vergessen sollte man nicht, dass auch jede Szene optimalerweise konfliktbasiert ist und einen eigenen Spannungsbogen aufweist. Ein paar Notizen dazu können keinesfalls schaden.

(PB-Plotten: Die Liste)

Röntgen-Analyse

Vor wenigen Tagen habe ich auf das „Handbuch für Autorinnen und Autoren“ hingewiesen und auch darauf aufmerksam gemacht, dass es außerdem noch das deutlich günstigere Jahrbuch gibt. Für alle, die sich entscheiden müssen und noch nach einer entsprechenden Entscheidungshilfe suchen, hat Hans Peter Röntgen jetzt beide Werke jeweils im Vergleich mit dem anderen rezensiert:

Uferbefestigungen im Lionsclub bis 31.03.10

Förderpreis Lionsclub Hamburg-Moorweide

Der LC Lions Club Moorweide lobt zum fünften Mal einen Leser-Förderpreis für Autoren aus, die bislang nicht oder kaum veröffentlicht haben. Der Preis besteht aus 1.500 Euro und kann unter mehreren Preisträgern aufgeteilt werden, sowie Sachleistungen (Reise nach Hamburg zu einer Lesung, Übernachtung/Aufenthalt in Hamburg). Er wird vergeben für eine unveröffentlichte Kurzgeschichte zum Thema „Uferbefestigungen“.

Einsendeschluss ist  der 31. März 2010.

Der Text darf 11 Normseiten (30 Zeilen à 60 Anschläge) nicht überschreiten. Texte, die dieses  Kriterium nicht erfüllen, werden nicht berücksichtigt. Wir bitten um  Einsendung ausschließlich als Word Datei (Anhang zur E-mail) an die E-Mail-Adresse lc.moorweide@googlemail.com zusammen mit einer maximal vierzeiligen Vita. Wir bitten die Autorinnen und Autoren außerdem, dafür Sorge zu tragen, die E-Mail-Adresse während des Laufs der Ausschreibung auch weiterhin zur Verfügung zu halten. Wenn die Entscheidung gefallen ist, werden alle teilnehmenden Autoren und Autorinnen unterrichtet. Im Hinblick auf die sehr zahlreichen Einsendungen haben mehrfache E-Mail-Adresswechsel in der Vergangenheit zu einem erheblichen Verwaltungsmehraufwand geführt.

Und jetzt kommt  eine „Warnung“ an die Autoren und Autorinnen: Wir sind eine Jury aus beruflich sehr eingespannten Lesern und Leserinnen. Die vergangenen Ausschreibungen haben gezeigt, dass die Auswertung immer länger gedauert hat, als wir dies wollten. Wir lesen sorgfältig und besprechen das Gelesene in Gruppen und am Ende im Gesamtplenum. Beim letzten Mal – fast 500 Eingänge – hat der Entscheidungsprozess sich über fast ein Jahr hingezogen. Wir bitten also um Geduld und auch darum, von Rückfragen abzusehen. Wir können und werden sie nicht beantworten.

Unter den Einsendern werden möglicherweise weitere Beiträge für eine Anthologie ausgewählt. Jedenfalls haben wir bei den vier früheren Ausschreibungen mit ausgewählten Texten jeweils ein Buch veröffentlicht. Mit der Einsendung  erklären sich die Teilnehmer mit einer Veröffentlichung einverstanden. Die Rechte verbleiben selbstverständlich bei den Autorinnen und Autoren. Ein Honorar für die Veröffentlichung können wir nicht zahlen, aber jeder Autor/jede Autorin erhält ein Belegexemplar.

Endlich Urlaub

Eine Leseprobe aus meiner Geschichte „Endlich Urlaub“, die in der  Geschichtenweber-Anthologie „Alea³ – Ein Jahr danach“ im Web-Site-Verlag erschienen ist.

Wil Rest ist ein genialer, aber längst unterforderter Privatdetektiv. Von den ewig gleich anspruchslosen Aufträgen gelangweilt, freut er sich auf den Urlaub mit seiner Familie. Doch ein seltsamer Würfel, den ein Botenjunge seiner rührigen Assistentin Marita überbracht hat, kommt ihm dazwischen. Plötzlich findet sich Wil Rest in einer seltsamen Welt wieder.

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Sie hielten vor einem Hot…, nein, das war nicht das richtige Wort dafür. Wil kramte in seinem Gedächtnis. Herberge. So musste man es wohl nennen. Sie hielten also vor einer Herberge. Auf einem Schild, das in seiner Verankerung knarrte, war eine halb geöffnete Tür aufgemalt. Darüber stand in windschiefen Lettern: »Aller Anfang ist schwer«. Ernst führte ihn durch eine dunkle Gaststube, in der nur ein paar vereinzelte Gestalten saßen.
»Dieses Dorf muss eine Art Mittelalterattraktion für Touristen sein«, dachte Wil. »Die Schauspieler sind auf jeden Fall sehr treffend gekleidet.« Er hatte allerdings kaum Zeit, sich umzuschauen, denn Ernst zog ihn nun eine linkerhand gelegene Treppe ins obere Stockwerk hinauf. Er folgte einem schmalen Gang und klopfte an dessen Ende gegen eine Tür, die der Treppe genau gegenüber lag.

»Komm herein, Ernst«, tönte eine kräftige, tiefe Stimme aus dem Innern des Raumes. »Und bring den lieben Herrn Rest gleich mit.«
Stirnrunzelnd trat Will hinter Ernst durch die niedrige Tür. Das dämmrige Zimmer wurde nur durch ein kleines Fenster erleuchtet. Im Schatten neben diesem Fenster, die Lehne der Tür zugewandt, stand ein riesiger Stuhl.
»Nein«, dachte Wil, »das ist wohl eher ein Thron.«
»Na ja«, tönte die Stimme jetzt aus Richtung des Throns. »Ganz so prächtig ist er nicht.«
»Meinen Sie mich?«, brauste Wil auf.
»Nein«, lachte die Stimme. »Den Holzstuhl, auf dem ich sitze und den Sie so freundlich waren als Thron zu bezeichnen.«
»Aber das habe ich doch nur gedacht.« Wil machte seine Situation langsam Angst. Hinter dieser mächtigen Stimme schien sich ein Hellseher zu verbergen und es wollte ihm nicht gelingen, auf die Schnelle eine logische Erklärung dafür zu finden.
»Meine Konzentration lässt Ihre Gedanken zu mir sprechen«, antwortete die Stimme.
Nun bewegte sich etwas in dem Armstuhl. Ein Mann sprang heraus, dessen Beine bis dahin wohl kaum den Boden berührt haben konnten, denn als er nun stand, hatte er Mühe über die Armlehnen seines Sitzmöbels zu schauen. Er trug einen rundum geschlossenen Mantel in einem dunklen Blau, dessen eines Ende in eine Kapuze ausuferte, die dem Kopf des kleinen Mannes die Möglichkeit gab, eine ganze Gruppe seinesgleichen zu sich einzuladen, während das andere Ende in weiten Falten den Staub des Fußbodens aufwirbelte.
»Rebauz«, stellte sich der Liliputaner vor. »Der große Rebauz.«
Wil, der sich noch immer fragte, wie sein Gegenüber es geschafft hatte, allein die Sitzfläche seines Stuhls zu erklimmen, antwortete: »Rest. Wil Rest.«
»Ich weiß. Schließlich sind Sie der Rest, den ich zu mir geleitet habe.«
»Haben Sie schon andere vor mir hierher geleitet?«
»Nein, Sie sind der erste. Wen braucht es noch außer dem großen Rebauz und dem Rest, also Ihnen?«
»Wären Sie dann so freundlich«, fragte Wil mit deutlicher Ungeduld in der Stimme, »mir zu erklären, was ich hier soll?«
»Nun, ich hörte von Ihnen. In Ihrer Welt sind Sie ein bekannter Finder. Und genau so jemanden brauche ich.«
»Ein Finder?«
»Ja, bei Ihnen sagt man wohl Detektiv. Sie suchen nach Dieben und Mördern, Ehebrechern und -brecherinnen, verlorenen Dingen, Tieren und Menschen, Schuld und Unschuld, nach Rätseln und deren Lösungen. Und meist finden Sie, was Sie suchen. Manche meinen, Sie seien der Beste.«
»Und so einen brauchen Sie?« Wil fühlte sich geschmeichelt. Ein Fehler, den er nie ganz abstellen konnte und der ihm schon manch langweiligen Job eingebracht hatte.
»Ganz genau Sie, Rest.«
»Und wer sagt Ihnen, dass ich Ihnen helfe? Meine Frau und meine Tochter warten auf mich. Wir wollen in den Urlaub.«
»Ich weiß, dass Sie nicht ablehnen können. Sehen Sie, bevor Sie Ihre Aufgabe nicht erfüllt haben, kann Sie der Würfel nicht zurückbringen, selbst wenn ich es wollte.«
»Der Würfel … Sie?« Nun war er also doch dem Geheimnis des Würfels auf der Spur. Sonderlich angestrengt hatte er sich dafür allerdings nicht.
»Genau. Sie haben ihn doch noch?«
Wil kramte in der Tasche seines neuen Gewandes. Die Tasche war groß, er versank fast mit dem ganzen Unterarm darin. Doch ganz unten fand er den Würfel. »Gott sei Dank«, entfuhr es ihm.
»Na, dann ist ja alles in Ordnung.«
Der Mann hatte die Ruhe weg. »Wen oder was soll ich denn für Sie suchen?«
»Meinen Sohn. Je schneller Sie ihn finden, desto schneller sind Sie wieder bei Ihrer Familie.«
Richtig, die hatte er fast vergessen. Noch irgendetwas bereitete ihm Sorgen. Er musste lange nachdenken, bis es ihm einfiel: »Ich werde bei der Suche schwerlich erfolgreich sein.«
»Warum nicht?«
»Ohne meine Assistentin, äh, Frau … äh … also Marita, komme ich nicht weit. Sie ist meine Stütze.«
»Sie werden sehen, ich habe an alles gedacht. Nicht umsonst bin ich der große Rebauz. Zwar kann ich Ihnen nicht auch noch Marita herführen, doch ich werde Ihnen meine Gehilfin leihen. Ich habe sie für diese Zwecke etwas angepasst.«
»Hallo, Bossilein«, hörte Wil hinter sich.
»Schnickschnack!«, entfuhr es Wil. Er drehte sich um und das nächste Schnickschnack blieb ihm im Halse stecken. Vor ihm stand Marita. Na ja, Marita in einem Brautkleid. Vermutlich war es das nicht, doch welche Frau trug in Deutschland ein solch wallendes weißes Kleid zu einem anderen Anlass als der Hochzeit? Marita trug meist Jeans. Aber alles andere stimmte: Die walnussfarbenen langen Haare, das kecke, etwas spitznasige Gesicht, der lange schlanke Körper – soweit das Kleid ihn noch erahnen ließ –, die freche Stimme, ja sogar die Gedanken, die ihn überkamen: »Schade, dass ich nicht noch mal vierundzwanzig und unverheiratet sein kann, jetzt auch noch dieses Kleid.«
Rebauz räusperte sich. »Offensichtlich gefällt sie Ihnen. Ich scheine sie erstaunlich gut getroffen zu haben.«
»Ja, ganz erstaunlich. Wie heißt du, mein Kind.«
»Marita, Bossilein, das weißt du doch.«
»Richtig. Ähm … Schnickschnack …«, er wandte sich an Rebauz, »das haben Sie sich ja fein ausgedacht. Was ist denn nun mit Ihrem Sohn?«
»Wie Sie sich denken können, ist es nicht nur mein Sohn.«
»Ich bin mir nicht sicher, was ich mir in diesem Land denken soll, doch wirklich überrascht bin ich nicht. Wie heißt denn die holde Frau Mutter?«
»Mütter.«
»Wie bitte?«
»Das Kind hat mehrere Mütter. Den mächtigen Feenkreis. Das sind sieben.«
»Meine Güte, Sie haben es gut. Aber wie geht das? Haben Sie mit allen gleichzeitig …?«
»Nein.«
»Wie dann?«
»Nacheinander. Die Eizellen der Mütter haben sich in meinem Körper vereint und gemeinsam den Samen gefunden.«
»Aha«, sagte Wil kurz, schüttelte dabei aber den Kopf. »Besonders groß kann der Junge ja nicht geworden sein.«
Marita lachte, der große Rebauz schien die Bemerkung zu überhören.
»Er wurde gezeugt, um dem Land ein mächtiger Beschützer zu sein.«
»Wie heißt es eigentlich?«
»Leiz.«
»Ein merkwürdiger Name für ein merkwürdiges Land.«
»Nein, das Kind heißt Leiz. Das Land heißt Dnal.«
»Auch nicht viel besser.«
»Jedenfalls soll Leiz Dnals Beschützer werden.«
»Verstehe, Sie haben ihn vor jemandem … oder etwas versteckt.«
»Ich sehe, Ihr Gehirn läuft schon auf Hochtouren. Sehr gut, sehr gut.«
Marita gab Wil einen leichten Kuss auf die Wange und flüsterte: »Du bist der Beste, Bossilein.«
Wil spürte, dass er errötete. »Schnickschnack!«
»Es handelt sich um den Zauberer Eigam«, fuhr Rebauz fort. »Wahrscheinlich der mächtigste seines Fachs.«
»Was ist das Besondere an dem Jungen … wie hieß er noch?«
»Leiz«, sprang Marita ein. »Vermutlich ist auch er sehr mächtig. Bei dem mächtigen Vater, den mächtigen Müttern und vor allem der mächtigen Aufgabe gegen den mächtigen Feind.«
»Nicht schlecht, meine Perle, nicht schlecht. Wahrscheinlich ist der Junge sogar außergewöhnlich mächtig. Mächtiger als der Vater, die sieben Mütter und vor allem der böse Zauberer …«
»Eigam«, ergänzte Marita.
»Richtig«, antwortete Rebauz. »Leider ist es tatsächlich so.« Er wirkte ein wenig zerknirscht.
»Was stört Sie daran?«, wollte Wil wissen. »Er ist doch Ihr Sohn, wenn ich mich recht erinnere.«
»Natürlich. Und ich bin stolz darauf. Doch das machte es eben nötig, ihn zu verstecken. Jetzt erreicht der Junge bald sein sechzehntes Lebensjahr und seine Macht ist reif, geschult zu werden. Daher muss ich ihn wiederfinden, bevor Eigam das tut.«
»Und Sie wissen nicht, wo er ist?«
»Zunächst wurde er von Rebauz, also mir, und der Höchsten des mächtigen Feenkreises an einem geheimen Ort gehalten. Im Alter von zwei Jahren wurde er von einem Unbekannten versteckt, der von der Höchsten ernannt worden war, damit das Versteck von keinem, der ihm nahe steht, unter Folter preisgegeben werden könnte.«
»Und diese Höchste ist nicht mehr am Leben?«
»Wie kommen Sie darauf?«
»Weil man sie sonst nach dem Unbekannten fragen könnte, der das Versteck ja kennen muss«, antwortete Wil mit sich nicht unzufrieden.
»Sie sind nah dran.«
»Nur nah dran?«
»Der Unbekannte hatte den Befehl, sich sofort, nachdem er den Jungen versteckt hatte, bei der Höchsten der Sieben zurückzumelden. Man riss ihm zunächst die Zunge heraus und als man die Situation erneut überdacht hatte, köpfte man ihn.«
Wil schüttelte sich. Dabei vernahm er ein deutliches Knurren. »Ich bekomme langsam Hunger. Gibt es in diesem verdammten Thal nichts zu essen?«
»Dnal«, verbesserte ihn Marita und zauberte aus dem üppigen Dekolleté ihres berauschenden Kleides einen kleinen Laib Brot und ein großes Stück Rauchfleisch.
»Ich danke dir, meine Perle«, sagte Wil und fuhr, nachdem er ein paar Mal abwechselnd von Brot und Fleisch abgebissen hatte, zu Rebauz gewandt fort: »Wie wollen Sie ihn dann jemals wiederfinden?«
»Sie vergessen, dass wir die Magie beherrschen.«
»Richtig.«
»Einem Magier ist es möglich, Magie aufzuspüren. Vor allem, wenn es verwandte Magie ist.«
»Natürlich.« Wil nickte wissend. »Erklären Sie mir nur eines. Wozu brauchen Sie dann mich?«
»Etwas scheint nicht zu funktionieren. Natürlich musste dafür gesorgt werden, dass das Kind seine Magie unterdrückt, um nicht von Eigam gefunden zu werden. Eine Restspur seiner Magie sollte jedoch für den Vater, also mich, spürbar sein. Doch, wie gesagt, es hat außergewöhnliche Fähigkeiten. Es scheint jede magische Spur so restlos zu unterdrücken, dass auch ich und seine Mütter es nicht zu finden vermögen.«
»Da ich keine andere Möglichkeit zu haben scheine, werde ich Ihnen helfen. Ich glaube nicht, dass Sie, der große Rebauz, in diesem Dorf in einer Herberge leben. Daher gehe ich davon aus, Sie hatten einen guten Grund dafür, mich hierher zu … wie sagten Sie … geleiten? Warum denken Sie, ich sollte hier mit der Suche beginnen?«
»Ich habe mich natürlich schon eine Weile bemüht, den Jungen zu finden. Ich fand heraus, dass es hier in den letzten Jahren immer wieder Vorfälle gab, die zumindest an ein Wunder grenzten, wenn sie es denn nicht sogar waren. Schwerkranke Menschen standen vom Sterbebett wieder auf, manche Krankheiten schienen geradezu einen Bogen um das Dorf zu machen. Einige Menschen werden unnatürlich alt, das Wetter ist hier unglaublich mild, selbst Winterstürme, die die umliegenden Dörfer teilweise in arge Not gebracht haben, berührten Nigeb kaum. Das sind nur einige Beispiele, die aber auf die Anwesenheit einer Macht hindeuten, wie es in Dnal keine zweite gibt. Dennoch konnte ich das Kind hier nicht ausfindig machen.«
»Merkwürdig«, sagte Wil nachdenklich. Er schaute aus dem Fenster, das ein herrliches Abendrot zeigte. Ihm schien noch nicht alles geklärt zu sein, doch er sagte: »Vielleicht darf ich zunächst eine Nacht darüber schlafen. Ich bin schon sehr müde, war es schon, als ich hier angekommen bin. Morgen werde ich meine Ermittlungen beginnen und mich mit Marita im Dorf umhören. Wenn es möglich ist, würde ich mich auch gern mit den Damen des magischen Siebenecks unterhalten.«
»Kreis«, verbesserter Marita.
»Richtig. Dieser ganze Schnickschnack bringt mich völlig durcheinander. Also, Herr Rebauz, wäre Ihnen das recht?«
»Natürlich. Ruhen Sie sich nur erst aus. Ich habe gleich nebenan ein Zimmer für Sie herrichten lassen. Und wenn Sie es wirklich für nötig erachten, den viel beschäftigten Kreis zu befragen, die Burg der Feen liegt nicht weit von hier, am Fuß des Gebirges. Ernst kann sie dorthin bringen, hoffentlich ohne viel Aufsehen zu erregen.«
»Wir werden vorsichtig sein«, antwortete Wil.

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Alea Ein Jahr danachBirgit Käker, Jörg Olbrich (Hrsg.)
Alea³ – Ein Jahr danach

broschiert, 250 Seiten
Web-Site-Verlag
ISBN: 3-935982-05-4

Ein Jahr ist es jetzt her, dass ein schwarzer Würfel aus Obsidian, der auf jeder Seite eine römische Drei zeigt, seine Finder in fremde Welten entführt hat. Was ist aus denen geworden, die auf eigenen Wunsch nicht zurückgekehrt sind? Wie ist es ihnen ergangen? Haben sie ihre Entscheidung bereut? Dieses Buch gibt die Antworten und zeigt wie unsere Helden die neuen Aufgaben meistern. Aber auch der Würfel ist in der Zwischenzeit nicht untätig geblieben und hat neue Personen gefunden, die das Abenteuer ihres Lebens erleben.

Zehn Autorinnen und Autoren nehmen Sie mit in lustigen, spannenden, tragischen und gefühlvollen Geschichten.

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