Spiel mit dem Börsenblatt?

Der Fall „Elke Heidenreich und die Deutsche Literaturgesellschaft“, der auf diesem Blog hier und hier dokumentiert ist, scheint in die letzte Runde zu gehen.
Offenbar hat die Gesellschaft dem Druck nachgegeben und angekündigt, den besagten Titel aus dem Programm zu nehmen.
Im aktuellen Artikel des Literatur-Cafés ist nun zu lesen, dass die Verantwortlichen sich auch dabei nicht zu schade sind, in einer Pressemitteilung werbeweirksam die Tatsachen zu verdrehen, sodass sie indirekt damit selbst die Online-Ausgabe des Börsenblatts für sich instrumentalisieren.

Zur Meldung auf boersenblatt.net
Zum Artikel im Literatur-Café

Elke Heidenreich rechtens hintergangen?

Im April veröffentlichte ich hier den Artikel „Elke Heidenreich unwissentlich zur Herausgeberin gemacht“, der sich auf einen Artikel des Literatur-Cafés bezog.
Darin hieß es, der Zuschussverlag „Deutsche Literaturgesellschaft“ nutze für eine anstehende Publikation den prominenten Namen der Kritikerin ohne deren Wissen, um Autoren eine zuschusspflichtige Beteiligung an dem Werk schmackhaft zu machen.

Neueste Recherchen des Literatur-Cafés ergaben nun, dass sich die „Literaturgesellschaft“ zwar weit abseits jeder Moral, rechtlich aber zumindest teilweise auf sicherem Terrain bewege.

Wie konnte es dazu kommen?
Im Prinzip spielte sich folgendes ab:
Frau Heidenreich hat in längst vergessener Zeit die Veröffentlichungsrechte für einen Essay und ein Interview an die FAZ abgetreten. Die „Deutsche Literaturgeselschaft“ hat nun, Jahre später, diese Rechte ganz legal von der FAZ abgekauft.

Für die inzwischen lieferbare Publikation nutzt der Zuschussverlag dies nun werbetechnisch, indem er nicht nur die Texte im Buch abdruckt, sondern auch das Cover mit einem Foto der Heidenreich schmückt und sie als Herausgeberin des Werkes ausweist.

Wie Frau Heidenreich ankündigt, will sie durch ihre Verlage rechtliche Schritte gegen dieses Vorgehen einleiten lassen.

Zum Artikel im Literatur-Café
Zur Stellungnahme Elke Heidenreichs

Elke Heidenreich unwissentlich zur Herausgeberin gemacht

Wie Literaturcafe.de berichtet, hat die Deutsche Literaturgesellschaft den Namen Elke Heidenreichs missbraucht. Mehr noch: Sie machte die bekannte Kritikerin kurzerhand und ohne deren Wissen zur Herausgeberin eines Buches des Zuschussverlags.

Tatsächlich ist auf der Homepage des Verlags für Mai 2009 eine Neuerscheinung angekündigt, bei der Elke Heidenreich neben Jörgen Hansen als Herausgeberin fungiert. Groß ist ihr Gesicht auf dem Cover zu sehen. „Bücher könnte ich lassen, Oper nie!“ heißt der Titel, der laut Elke Heidenreich ein Zitat aus einem ihrer Inteviews sei, und von der Deutschen Literaturgesellschaft unauthorisiert verwendet würde.

Auf Nachfrage des Literatur-Cafés, habe die prominente Kritikerin unmissverständlich ausgedrückt, sie kenne weder den Verlag noch das Buch.

Die Gesellschaft mit dem hochtrabenden Namen ist nach Angaben des Literatur-Cafés ein Zuschussverlag, der seinen Autoren anders als bei Publikumsverlagen horrende Summen für die Veröffentlichung ihrer Werke abknöpft.
Um diese für sich zu werben, ist dem Dienstleister wohl kein Mittel fremd.

Mehr dazu auf Literaturcafe.de.