Die heimlichen Stars der Buchmesse

Foto: H.H.
Foto: H.H.

Anders als Frankfurt ähnelt die Leipziger Buchmesse eher einer großen Party. Hier steht der Besucher im Mittelpunkt. Für den gibt es Stars und Sternchen der Literaturbranche zum Anfassen. Solche, die ihren mehr oder weniger großen Ruhm dem Buch verdanken und solche, die ihr Buch ihrem mehr oder weniger großen Ruhm verdanken.

Man begegnet ihnen überall auf dem Messegelände an den Verlagsständen, in Foren, in Lesebuden, auf Leseinseln, in Literaturcafés, auf Bühnen, in Textboxen sowie auf schwarzen, blauen und andersfarbigen Sofas, signierend, antwortend und lesend.

Olga Krouk, Foto: BennoP
Olga Krouk, Foto: BennoP

Denn in Leipzig wird noch weit mehr gelesen als in Frankfurt. Leipzig liest. Nicht nur auf dem Messegelände, sondern in der ganzen Stadt. Um das Programm zu studieren braucht man Geduld. Um in den überfüllten Gängen von einem Event zum anderen zu gelangen noch viel mehr.

Doch eben diese Gänge sind es, dazu sämtliche Winkel und Ecken, die die Bühne für die heimlichen Stars der Messe darstellen: die Cosplayer. Stets im Fokus der Fotografen posieren sie in den phantasievollsten Kostümen und sorgen für eine Veranstaltung, wie sie bunter nicht sein könnte. Und den meisten sieht man an, dass sie die Aufmerksamkeit genießen und sich ihrer Wirkung sehr bewusst sind. Immerhin finden in Leipzig gleich zwei Cosplay-Wettbewerbe statt: der Vorentscheid zum European Cosplay Gathering und der Leipziger Cosplay Wettbewerb.

Foto: H.H.
Foto: H.H.

Buchmesse Leipzig – Impressionen by Paradalis

Die Sorge ums Copyright

Meldung von pressetext:

Schriftsteller fürchten Internetpiraterie

Leser sollen Bewusstsein für illegalen Buchtausch entwickeln

London (pte/14.03.2011/06:00) Die Befürchtungen der Buchbranche, durch Filesharing wirtschaftliche Einbussen hinnehmen zu müssen, scheinen sich immer mehr zu bestätigen. Im Vergleich zur Musik- und Filmbranche blieben Verlage und Schriftsteller bislang weitgehend von Internetpiraterie verschont, obwohl die britische Society of Authors http://www.societyofauthors.org bereits vor Jahren Alarm schlug (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/080702031/). Mit der steigenden Verbreitung von E-Readern könnte sich das nun ändern, berichtet der britische Guardian. Autoren rufen ihre Leser zur Solidarität auf.

Sofort auf Torrent-Seiten

Der aktuelle Roman „The Fallen Angel“ des englischen Schriftstellers David Hewson war beispielsweise bereits innerhalb einer Woche nach Veröffentlichung über Torrent-Seiten im Internet abrufbar. Hewson fordert nun eine Informationskampagne, um die Öffentlichkeit über diese Gefahr aufzuklären. Bereits jetzt würden Leser, die sich als seine Fans bezeichnen würden, illegale Kopien seiner Werke über das Internet beziehen. Sie bekomme jeden Tag Google-Alerts, bezüglich neuer illegaler Online-Ausgaben des Buches, so Hewsons Agentin Carole Blake. „Es ist wie ein Krieg an vielen Fronten“, so Blake.

Zwar hätte man noch nicht das Ausmaß der Musik- oder Filmbranche erreicht, dennoch gäbe es Hinweise darauf, dass die Copyright-Übertretungen bei Büchern ständig zunehmen würden, so Victoria Lustigman, Sprecherin der britischen Publishers Association http://www.publishers.org.uk. Jedes Jahr gäbe es tausende solcher Fälle die den Internet-Providern gemeldet werden – die meisten mit Erfolg.

Gut und teuer

Cover Handbuch für Autorinnen und AutorenSie ist da, die siebte Auflage des Handbuchs für Autorinnen und Autoren aus dem Uschtrin Verlag.

Gewohnt informativ und umfassend ist dieses Standardwerk, in der Jubiläumsausgabe „25 Jahre Handbuch“ , wohl jedem ans Herz zu legen, der sich mit den Themen rund um das Schreiben und Veröffentlichen auseinandersetzen will.

Enthalten sind unter anderem fünfzehn Beispielexposés mit Kommentaren der betreffenden Agenturen, LektorInnen und AutorInnen, viele exklusive Beiträge von Brancheninsidern, Musterverträge, Verlagsadressen und vieles mehr. Mehr Informationen gibt es hier. Spätestens ein Blick ins Inhaltsverzeichnis dürfte das Begehren wecken.

Ob man diesem Begehren nachkommt, wird stark davon abhängen, ob einem das Handbuch 49,90 Euro wert ist. Für das Geld wird eindeutig viel geboten in einem Werk, das den Autor lange Zeit begleiten kann. Allerdings kostet das vergleichbare Jahrbuch für Autoren und Autorinnen vom Autorenhaus-Verlag ganze 20,- Euro weniger. Auch hier kann man sich vorab das Inhaltsverzeichnis ansehen.

Sagengestalten oder Aprilscherz?

Normalerweise präsentiere ich auf meinem Blog nur ausgewählte Ausschreibungen, bei denen ich mit ziemlicher Sicherheit sagen kann, dass sie für die teilnehmenden Autoren keinerlei Tücken bereithalten (abgesehen davon, dass der eingesandte Text nicht als preis- bzw. veröffentlichungswürdig betrachtet werden könnte).

Dieses Mal ist das ein klein wenig anders. Denn ich habe bestenfalls ein gutes Gefühl bei der Ausschreibung, die ich über Feenfeuer entdeckt habe. Das liegt einfach daran, dass der ausschreibende Verlag noch ganz neu im Geschäft ist. Mondwolf aus Österreich wurde erst am 1. April dieses Jahres gegründet, will bereits im Herbst die ersten Bücher auf den Markt bringen und wirbt auf der Webseite offen um neue Autoren.

Drei Fakten, die eigentlich gegen eine Empfehlung sprechen. Denn natürlich ist die Sicherheit für den Autor bei einem etablierten Verlag größer, zum einen, weil er sich so auf die Erfahrungswerte anderer Autoren stützen kann, zum anderen, weil die Gefahr geringer ist, dass der Verlag nach einem halben Jahr seine gerade erst aufgestoßenen Türen wieder schließen muss.

Auch mag ich es lieber, wenn ein Kleinverlag, sei er neu oder bereits länger auf dem Markt, seine Planungen langsam, dafür aber realistisch angeht. Schnell auf den Markt geworfene Bücher leiden oft an mangelnder Qualität, sowohl hinsichtlich der Textauswahl wie auch hinsichtlich der äußeren Präsentation.

Und dass der Satz, „Wir suchen Autoren“, den Skeptischen oder einfach Vorsichtigen sofort an die schwarzen Schafe der Branche denken lässt, sollte einem Verlagsgründer eigentlich bewusst sein.

Auch Sätze wie die, die in der Verlagsbeschreibung stehen, klingen ein bisschen nach den Lockangeboten eines Zuschussverlags:

In vielen Schubladen schlummern gute Manuskripte, die wegen starrer Programme, des Überangebotes aus dem amerikanischen und englischsprachigen Raum und Mindestauflagen keine Chance bekommen. Diese Schätze wollen wir finden und den Lesern zugänglich machen.

Aber wahrscheinlich handelt es sich dabei wirklich eher um eine etwas unbedachte Herangehensweise des Verlags, denn auf der Seite betont der Verlag ausdrücklich, kein Zuschussverlag zu sein, wenn auch wiederum mit einer etwas seltsamen Begründung:

In der Zusammenarbeit mit unseren Autoren legen wir großen Wert auf gute Kommunikation und ein faires Miteinander. Demzufolge sind wir ganz klar KEIN Zuschussverlag.

Sei es drum. Nehmen wir den Verlag, der sich die Förderung der deutschsprachigen Fantasy auf die Fahnen geschrieben hat, beim Wort. Denn an anderer Stelle auf der Homepage drückt er sich klarer und treffender aus:

Demzufolge sind wir ganz klar KEIN Zuschussverlag. Unsere Autoren erhalten umfassende Betreuung, der Verlag kümmert sich um alle Verlagsaufgaben vom Lektorat bis zum Marketing. Aktive Unterstützung seitens der Autoren begrüßen und schätzen wir!

Und eines bleibt festzuhalten: Die erste Ausschreibung, mit der Mondwolf in den Literaturbetrieb startet, lässt sich im Vergleich mit manch anderer Anthologieausschreibung durchaus sehen. Nicht nur das eigentliche obligatorische Belegexemplar gibt es für die ausgewählten Autoren, sondern auch ein vertraglich zugesicherten Preisgeld in Höhe von 40 Euro, das man somit als Garantie- bzw. Pauschalhonorar verstehen kann. Um über Tantiemen ein solches Honorar in einer Kleinverlagsanthologie zu erreichen, wird man in den meisten Fällen einiges an Geduld aufbringen müssen. Mancher Jungautor dürfte sich überhaupt über die erste finanzielle Vergütung seiner Schreibarbeit freuen.

Bis zum 15. August kann man sich mit einer oder mehreren Fantasy-Geschichten, die sich um eine oder mehrere Sagengestalten drehen sollen, beteiligen. Die genauen Ausschreibungsbedingungen findet ihr auf der Homepage des Verlags oder in diesem PDF.

Bleibt zu hoffen, dass Mondwolf sich als Kleinverlag im Sinne von Fairlag etabliert und in diesem Sinne seine Ziele verwirklichen kann.

Montségur öffnet sich

Montségur gehört sicher zu den wichtigsten Autorenforen im Internet. Nicht zuletzt deshalb, weil es ein geschlossenes Forum ist, in dem sich vor allem diejenigen über ihre Erfahrungen rund ums Schreiben und Veröffentlichen austauschen können, die auf dem Weg in und durch den Literaturbetrieb bereits ein gutes Stück vorangekommen sind.

Das bedeutete auf der anderen Seite leider auch, dass diejenigen, die noch ganz am Anfang dieses Weges standen, falls sie ihn denn überhaupt ernsthaft beschreiten wollten, nur über das Mitlesen im öffentlichen Bereich von den Erfahrungen der Montségutmitglieder profitieren konnte.

Seit einiger Zeit nun arbeitet die Forenadministration daran, auch ambitionierten Anfängern eine Plattform zu bieten, auf der sie von erfahrenen Autoren und Fachleuten der Branche angeleitet werden.

Die Montségur Akademie richtet sich ausdrücklich an Einsteiger und bietet eine einzigartige Plattform, in der sie von Profis der Branche unterstützt werden.

Neben einem Diskussionsforum, das ausschließlich von professionellen Autoren und Fachleuten der Branche moderiert wird, bietet die Akademie angeleitete Textkritiken und Arbeitsgruppen, deren Anspruch über das Hobbyniveau weit hinausgeht und die sich an den realen Anforderungen der Branche orientieren.

Auch Workshops und Lehrgänge sind angedacht. Ein bisschen gedulden muss man sich aber noch. Wer nichts verpassen will, abonniert am besten den Newsletter der Akademie.

Die Montségur Akademie richtet sich ausdrücklich an Einsteiger und bietet eine einzigartige Plattform, in der sie von Profis der Branche unterstützt werden.Neben einem Diskussionsforum, das ausschließlich von professionellen Autoren und Fachleuten der Branche moderiert wird, bietet die Akademie angeleitete Textkritiken und Arbeitsgruppen, deren Anspruch über das Hobbyniveau weit hinausgeht und die sich an den realen Anforderungen der Branche orientieren.

Verlagsmodell geändert

Der pro literatur Verlag hat dieser Tage darüber informiert, dass er sein Geschäftsmodell mit sofortiger Wirkung ändern wird.

Wurden bisher durch den Verlag unter anderem Autorenverträge abgeschlossen, die Zuschüsse seitens der Autoren beinhalteten, sollen zukünftig nur noch branchenübliche Verträge abgeschlossen werden, die den pro literatur Verlag eindeutig von B.o.D.- und Zuschussverlagen abgrenzen sollen.

Auf der Verlagshomepage heißt es dazu:

Bereits im Laufe des Jahres 2009 mussten wir feststellen, dass die Angebote diverser Book-on-Demand- und Print-on-Demand-Anbieter und unzähliger „Zuschussverlage“ immer unseriöser wurden und die transparenten und korrekten Dienstleistungen als Publikationsberatung in Verbindung mit einem Verlag zunehmen als schwierig wargenommen wurden.

Deshalb und um uns ganz deutlich von unseriösen Angeboten abzugrenzen haben wir uns Anfang 2010 entschlossen, unsere jahrelang erfolgreichen Pubklikationsberatungs- und on-Demand-Dienstleistungen einzustellen und uns ab Anfang 2010 wieder dem klassischen Verlagsgeschäft zu widmen.

Eine Entwicklung, die sicherlich als positiv zu bewerten ist und die es weiter zu beobachten gilt. Eine ausführliche Stellungnahme des Verlegers Robert Mayer-Scholz gibt es im Montsegur Forum zu lesen.

Bereits im Laufe des Jahres 2009 mussten wir feststellen, dass die Angebote diverser Book-on-Demand- und Print-on-Demand-Anbieter und unzähliger „Zuschussverlage“ immer unseriöser wurden und die transparenten und korrekten Dienstleistungen als Publikationsberatung in Verbindung mit einem Verlag zunehmen als schwierig wargenommen wurden.

Deshalb und um uns ganz deutlich von unseriösen Angeboten abzugrenzen haben wir uns Anfang 2010 entschlossen, unsere jahrelang erfolgreichen Pubklikationsberatungs- und on-Demand-Dienstleistungen einzustellen und uns ab Anfang 2010 wieder dem klassischen Verlagsgeschäft zu widmen.

Was heißt „in den Buchhandel“?

Meines Wissens zum zweiten Mal kooperiert Tchibo mit BOD. Auch das aktuelle Angebot ist eigentlich eine nette Sache.

Der Tchibo-Kunde kann für 39,90 Euro einen Gutschein erwerben, mit dem er sein eigenes Buch bei BOD in Auftrag geben kann.
Vielleicht um endlich mal die gesammelten eigenen Rezepte in eine ansprechende Form bringen zu können, um sie zu verschenken. Oder um eine gedruckte Familienchronik anzulegen. Schön wäre es auch, die eigenen Gedichte endlich mal zwischen echten Buchdeckeln wiederzufinden. Und möglicherweise freut sich die Familie auch über einen Krimi oder eine Fantasygeschichte, die man sich ausgedacht hat.

Ja, wenn alles gut geht, springt vielleicht sogar ein neuer Bestseller dabei raus, der die Ladentische in den Buchhandlungen neu befüllt! Nicht nur, dass Tchibo das ausdrücklich als Möglichkeit einschließt, sie erklären sogar, wie das funktioniert. In dem Angebot heißt es nämlich:

„Wir bringen Ihr Buch in den Buchhandel!
Nach der Freigabe Ihres Titels sorgen wir dafür, dass er flächendeckend im deutschsprachigen Buchhandel mittels einer ISBN-Nummer erhältlich ist.“

Mehr noch:

„Ihr Bucherfolg mit null Abwicklungsaufwand! Wir bringen Ihr Buch zum Leser, indem wir die Abwicklung mit dem Buchhandel erledigen. Sie erhalten dann für jedes verkaufte Exemplar das volle Honorar.“

Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Mit diesen Zitaten ist rechtlich alles in Ordnung. Der Kunde bekommt nicht weniger (und nicht mehr) als auf der Verpackung draufsteht.

Allerdings wird hier beim eher unbedarften Kunden eine Hoffnung geschürt, die eben doch zumindest realitätsfern ist. Der dürfte nämlich schnell mal „Buchhandel“ mit „in den Buchläden“ verwechseln und „erhältlich“ mit vorrätig“.

Tatsächlich ist ein Buch, sobald es eine ISBN besitzt, überall im Land und im Internet bestellbar, aber damit es bestellt wird, müssen die Leser erst einmal davon wissen.
Ein lieber Kollege brachte in etwa den folgenden Vergleich: Es wäre dasselbe, wenn ich dir anbieten würde, dass jeder, der mich von sich aus deswegen anruft, deinen Müll bei mir kaufen könnte, und behauptete, ich hätte damit deinen Müll in den Handel gebracht.

Ein bisschen drastisch sicher der Vergleich, aber Übertreibung macht ja bekanntlich anschaulich.

Nun sagte ich zu Beginn, es sei doch eigentlich ein nettes Angebot. Und das meine ich auch so, denn für jeden, der keine weitergehenden Ambitionen hat oder zumindest das Angebot, seinen Nutzen und seine Schwächen genau einschätzen kann, entspricht es im Wesentlichen BOD Classic (ebenfalls 39,90) und ist damit ein faires Angebot.

Schade ist nur, dass BOD, bisher eigentlich als fairer Dienstleister, der mit offenen Karten spielt, geltend, durch derartige Werbestrategien in ein Licht gerückt wird, in dem auch die schwarzen Schafe der Branche, die Pseudoverlage stehen. Das hätte man dort eigentlich nicht nötig.