Sechser im Motto: Lieblingsfrage

Sechser im Motto, Foto: javarman
Sechser im Motto, Foto: javarman
© javarman

Aufgabe:
Beantworte bitte deine Lieblingsfrage, die aber hier nicht genannt sein will!

Jutta Wilke

Also Spaghetti. Ganz klar. Spaghetti mit Tomatensoße. Und viel Parmesankäse. Geht immer. Auch am nächsten Tag noch. Kalt aus dem Topf. Also mit ohne Soße geht auch. Hauptsache Spaghetti. Aber al dente müssen sie sein. Und auf gar keinen Fall durchgebrochen. Je länger, desto gut. Koch mir Spaghetti und ich tu (fast) alles für dich. 🙂

Titus Müller

Wenn ein Buch es schafft, mich zum Staunen zu bringen, dazu, dass ich kleine oder große Dinge im Leben neu sehe, dann macht mich das glücklich. Für das eigene Schreiben kann man sich das kaum als Ziel setzen, beim Leser so etwas zu erreichen — man würde nur auf den Effekt hin schreiben. So etwas geht schief. Aber ich kann aufmerksam durch den Alltag gehen, mir Zeit nehmen für Kleinigkeiten. Wenn ich Beobachtungen in meine Romane übernehme, die mich selbst verblüfft haben (wenn ich mir also das Staunen und das Verblüfftsein noch erlaube), dann gerät ein wenig von dem Zauber ganz von selbst mit ins aktuelle Manuskript.

Ursula Poznanski

Am besten, man hat schon beim Eintreten das Gefühl, dass man den Alltag hinter sich lässt. Es muss dunkle Winkel und Ecken geben, gern ein wenig verstaubt, in denen man stöbern und Unerwartetes finden kann. Viel Holz, nur ja kein Chrom oder Plastik. Sessel, in denen man praktisch verschwindet, sobald man sich hineinsetzt. Und Kaffee, vielleicht auch Tee, aus großen Tassen mit altmodischen Mustern.

Axel S. Meyer

Ja, danke – ich nehm‘ noch eins!

Anna Koschka

Ich tue es gerne und oft. Am Liebsten mehrmals pro Tag, in verschiedenen Positionen. Am Rücken, am Bauch, im Sitzen, im Liegen, auch mal stehend oder spontan auf dem Küchentisch. Zuerst langsam, dann immer schneller und mit mehr Druck. Aber gleichmäßig und im Rhythmus. Gerne auch mit der Haarbürste, aber nicht zu fest, sondern ganz zärtlich. Idealerweise jedoch nach dem Essen, mit viel Zeit und Genuss. Der Aspekt des Verwöhnens ist nämlich besonders wichtig, nur dann wird man mit einem heftigen Schnurren belohnt.

Tom Orgel

Die korrekte Antwort wäre natürlich „42“.
Aber da ich vermutlich nicht der einzige bin, der auf diesen hochintelligenten Scherz gekommen ist (was ihn weit weniger hochintelligent sondern eher ein wenig bemüht macht), überspringen wir diesen Teil besser. Ich beantworte also meine zweitliebste Frage.

Ja. Definitiv.
Wie etwa 99 Prozent aller Romane beziehungsweise Schriftstücke, die sich nicht mit reinen Sachthemen beschäftigen. Wobei ich mir sicher bin, dass die Entstehung einer erstaunlichen Anzahl von Schriftstücken der sogenannten Sachliteratur auf ganz ähnlichen Gründen beruht. Wenn man sich die Themen, denen manche Leute Jahre ihres Lebens opfern, so ansieht, kann man kaum zu einem anderen Schluss kommen.
Aber auch davon abgesehen – welche Form des Romans dient seinem Leser denn nicht dazu? Thriller und Krimi? Ach was! Chick-Lit (oder auch gehobener Frauenroman)? Ein Volltreffer. Zumindest, was die Erfüllung sämtlicher Kriterien angeht. Philosophischer Gegenwartsroman? Nein, hier findet man die besten Beispiele von Realitätsferne. Hm. Bildungsromane? Na gut. Die haben fast so viel mit der Realität zu tun, wie unser Bildungssystem.

Die bessere Frage wäre also eigentlich, nicht ob es so ist, sondern was so schlecht daran sein soll.
Eine der herausragenden Eigenschaften des menschlichen Denkens ist es, sich Dinge vorstellen zu können, die eben nicht der Realität entsprechen. Also in alternative Realitäten eintauchen zu können und daraus Lehren zu ziehen. Aus den Erlebnissen und Fehlern anderer zu lernen – sogar, wenn es nur fiktive andere sind.
Und das ermöglicht phantastische Literatur ganz … na eben ganz phantastisch. Und wenn man aus ihr nur lernt, dass jeder über sich hinauswachsen kann, dass es möglich ist, auch größte Schwierigkeiten zu überwinden, dass Leute, egal wie sie aussehen (oder welcher „Rasse“ sie angehören) letztendlich nur Leute sind, die alle ihre Sorgen, Nöte und Sichtweisen auf die Realität haben und vielleicht auch dass es, ganz nach Shakespeare, mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als es sich Horatios Schulweisheit träumen lässt, dann ist schon eine ganze Menge gewonnen.
Sicher kann man die selben Erkenntnisse auch aus „ernsthafterer“ Literatur gewinnen. Aber diese ernsthaftere Literatur erreicht mit dem selben Anliegen weit weniger Leute, weil sie oft langweilig, trocken und mühsam zu lesen ist, als „profane“ Belletristik. Das ist aber kein Vorwurf, den man der Unterhaltungsliteratur machen sollte, sondern doch besser E-Literatur. Es gibt meines Wissens keine Vorschrift, dass Bildung keinen Spaß machen darf, auch wenn das einige Literaten (vor allem aber Kritiker) zu glauben scheinen.
Für mich spricht absolut nichts dagegen. Der allergrößte Teil der Phantastik-Leser kann, entgegen anders lautender Gerüchte, sehr wohl unterscheiden, was ihre persönliche Lebensrealität und was Fantasy ist. Aber wenn Fantasy ihren Horizont erweitert und noch dazu ihr Leben schöner macht, dann ist es blödsinnig, sich genau darüber aufzuregen. Mir tun die Menschen leid, die mit einer Realität schon so überfordert sind, dass sie es nicht schaffen, wenigstens zeitweise aus ihr zu entkommen und sich noch auf eine Handvoll weiterer einlassen zu können. Das muss ein ausgesprochen armes Leben sein.
Und selbst wenn man alles andere beiseite lässt – jedes einzelne gelesene Wort bildet. Lesen macht nicht dumm. Wenn man nur genug liest.

Vielen Dank an die teilnehmenden Autorinnen und Autoren!

Mehr Sechser!

Wien und MV

Was bringt es, immer in die Ferne zu schauen, um etwa die Wiener Autoren zu beneiden, die sich geradezu auf die Füße zu treten zu scheinen (nach Claudias tollem Roman lese ich jetzt schon wieder Ursula). Jetzt sieht es wirklich danach aus, dass im Januar endlich auch die (vergleichsweise dünn gesäte) Autorenschaft Mecklenburg-Vorpommerns an einem Autorenstammtisch zusammentrifft.

Ein Termin steht schon, an dem sich eine bisher noch kleine Gruppe versammeln wird. Eine Lokalität wird noch gesucht. Aber während ich noch schreibe, habe ich schon eine Idee. Als Gründungseltern dieser hoffentlich bald etablierten Veranstaltung betätigen sich derzeit neben mir meine lieben Kollegen Axel S. Meyer und Nancy Salchow.

Tolles Wochenende

Während ich hoffe, das Halloween von mir weitgehend unbemerkt vorbeiziehen wird, blicke ich auf ein schönes Wochenende zurück.

Am Samstag kam Axel zu Besuch und aus unserem Arbeitstreffen zum Schreibworkshop, den wir am Donnerstag gemeinsam abhalten werden, entwickelte sich ein sehr anregendes Gespräch über das Schreiben, was im auch mit Autoren vergleichsweise dünn besidelten Mecklenburg-Vorpommern leider eine Seltenheit ist. Immerhin haben wir uns vorgenommen, einen (erneuten) Versuch zu unternehmen, daran etwas zu ändern. Möglicherweise kann ich euch also demnächst berichten, dass ich mich zum neuen M-V-Autorenstammtisch aufmache.

Bis dahin habe ich die Zeit gut genutzt. Am Sonntag tat ich, was ich mir vorgenommen hatte: Ich habe mit dem Plotten für „Die Tränen der Gräfin“ begonnen, womit der Arbeitstitel meines nächsten Romans aus Laindor gelüftet ist. Die drei Stunden, die ich mir dafür Zeit genommen habe, vergingen wie im Flug, am Ende war ich aber deutlich weiter vorangeschritten, als ich es mir auch nur erträumt hätte. Der Rahmen ist aufgezogen, der Spannungsbogen entwickelt, die Wege der beiden Hauptcharaktere in groben Zügen vorgezeichnet.

Nun hoffe ich, dass ich in den nächsten Wochen so weitermachen kann, bis „Die Gräfin“ ihren Platz als Hauptprojekt einnehmen darf.

Heiß

Wenn alles so klappt, wie ich mir das vorstelle, sollte ich diese Woche die Zeit finden, nebenbei in die Planung meines nächsten Romanprojekts einzusteigen. Die umfangreiche Geschichte spielt in Laindor, der Welt meines Debütromans. Da bin ich nämlich schon ganz heiß drauf. Montsegúr-Treffen und Buchmesse haben ihren Teil dazu beigetragen.

Ich freue mich außerdem auf einen Workshop für Hobby-Romanautoren, den ich am 3. November mit Axel S. Meyer für die Ostsee-Zeitung halten darf.

Und natürlich habe ich mich auch über den 4. Platz beim 1. Deutschen E-Book-Preis für meine, genauer gesagt Ben Philipps kleine Story „Auf dem Weg zum Örtchen“ gefreut.