Komplizierte Sätze

Ich sinniere seit gestern Abend (wenn gerade Zeit ist) über ein Posting in einem Autorenforum. Ein User hatte einen Satz aus seinem aktuellen Projekt gepostet, in dem er sich bei einer grammatischen Frage nicht sicher war. Die Frage selbst war schnell zu klären, doch gab es eine ganze Reihe Anmerkungen, wie man den Satz einerseits übersichtlicher (also verständlicher), andererseits überhaupt sinnvoller gestalten könne.

Tatsächlich war es ein recht langer Satz, der viele Informationen gleichzeitig enthielt und auf jeden Fall den Leser, möglicherweise auch den Autor mit schwierig herstellbaren Bezügen der Satzteile untereinander überforderte.

Nun kenne ich Ähnliches aus meiner Lektoratstätigkeit. Besonder „junge“ Autoren neigen dazu, viel zu wenig Punkte zu setzen, den einzelnen Satz mit Informationen zu überfrachten und Satzstrukturen zu erschaffen, mit denen sie selbst dann nicht mehr klarkommen. Das ist nichts Verwerfliches, aber vielleicht etwas Vermeidbares.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Ein Schreibstil, der mit kunstvoll zusammengezauberten Sätzen jongliert, ist etwas Feines, solange er zum Text passt und von seinem Autor beherrscht wird. Es ist aber auch wahr, dass eine spannend erzählte Geschichte auch in einer straffen, einfachen Sprache wirken kann, vor allem dann, wenn sie sich weder Ausrutscher in die eine noch in die andere Richtung erlaubt.

Warum brachte mich nun dieses Posting zum Grübeln? Weil es mir erstmals einen noch etwas vernebelten Weg aufzeigt, wie man Autoren raten könnte, die mit diesem Problem zu kämpfen haben.

Ich muss noch ein bisschen darüber nachdenken, dann wird das sicherlich ein Thema für mein Lektorenblog. Tipps von eurer Seite nehme ich dabei gern entgegen.

Die Mega-Lesung

Am 28.08. ist es wieder so weit: Oberursel wird von (Bestseller-) Autoren heimgesucht. Das Montsegur Autorenform reist an und fährt auf!

Beginnend um 20.00 Uhr werden je eine halbe Stunde lesen:

Titus Müller aus „Das Mysterium“ (Aufbau)
André Wiesler aus „Wolfsfluch“ (Heyne)
Charlotte Thomas aus „Die Liebenden von San Marco“ (Ehrenwirth)
Sebastian Fitzek aus „Splitter“ (Droemer Knaur)
Katerina Timm aus „Hexenschwester“ (Marion Von Schröder)

Natürlich stehen die Autoren hinterher gerne Rede und Antwort, es kann geplaudert und signiert werden.

Da die Lesung den Auftakt zum alljährlichen Mitgliedertreffen des Montsegur Autorenforums darstellt, wird man außerdem auch im Publikum auf zahlreiche Autoren treffen, unter ihnen z.B. Iny Lorentz, Andreas Wilhelm, Andrea Schacht, Thomas Finn und viele weitere.

Ort der Veranstaltung:

Parkhotel am Taunus
Hohemarkstr. 168
61440 Oberursel/Taunus
Tel.: 06171-9200
http://www.waldlust.de

Eintritt: 10,- Euro

Es wird eine Pause geben, in der Getränke gekauft werden können. Natürlich wird es auch einen Büchertisch geben, der freundlicherweise von der Buchhandlung Bollinger vor Ort organisiert wird.

Die Montségur-Autoren freuen sich auf viele Besucher und einen hoffentlich unvergleichlichen Abend für alle!

Ganz neu: Treffpunkt für Autoren aus Mecklenburg-Vorpommern

Ich habe ein neues Internetforum gegründet: Schreiber MV. Das Forum für Autoren in Mecklenburg-Vorpommern.

Ein Forum, bei dem es keine Rolle spielen soll, welche Textsorten und Genres von den Mitgliedern bedient werden. Vom Sachbuchautor bis zum Lyriker, vom Krimischreiber bis zum Fantasyautor ist jeder willkommen.
Beschränkend wirkt sich lediglich die regionale Verortung aus, weshalb eine Registrierung auch von den Administratoren genehmigt werden muss.

Warum nun ein Forum nur für Autoren aus Mecklenburg-Vorpommern?
Ich bin Mitglied in verschiedenen Autorenforen im Internet, doch kaum einmal trifft man dort einen Schreiber aus meiner näheren Umgebung. Hamburger, Münchner, Frankfurter und Wiener haben meist mehrere ihrer Forumskollegen und -kolleginnen direkt vor der Haustür, aber nach Rostockern, Schwerinern oder Wismaranern sucht man meist vergeblich.

Leider scheint dieses Phänomen nicht auf das Internet beschränkt zu sein. Selbst wer sich im „realen Leben“ nach Kontakten zu anderen Schreibwütigen in der Region umschaut, bekommt schnell das Gefühl, das flache Land sei noch viel weiter und unbewohnter, als man es gemeinhin annimmt.

Und selbst an Orten und bei Veranstaltungen, die selbst in diesem Bundesland unweigerlich zur Möglichkeit führen, Gleichgesinnte zu treffen und zu sprechen, scheinen die scharfen Winde des Nordostens sie doch relativ schnell und nachhaltig wieder zu zerstreuen.

Schreiber MV will dem entgegenwirken. Hier sollen Schreiberlinge, Autoren, Schriftsteller und Dichter den Treffpunkt finden, an dem sie sich zu dem, was sie alle verbindet, austauschen können: dem Schreiben und Publizieren hier in unserem Land.