Skriptkieker: Sorgen

Skriptkieker: Foto: pixelparticle
Skriptkieker: Foto: pixelparticle
Skriptkieker
(Foto: © pixelparticle)

Aus einem Romanmanuskript:

Er hörte sie hereinkommen, und sein Lächeln kehrte zurück. Er blieb an seinem Platz, wartete, bis sich ihre Arme um seine Taille legten und ihr warmer Körper sich an seinen Rücken schmiegte.
„Du sorgst dich.“

Schon überarbeitet? Die drei Durchgänge

Foto: © grafvision
Foto: © grafvision
Schon überarbeitet?
Foto: © grafvision

Man nimmt sich ja immer so viel vor. Und dann bleibt beinahe noch mehr liegen. So wie die Artikelreihe zum Überarbeiten, deren letzter Artikel vor fast einem Jahr erschienen ist. Immerhin, wie lang her auch immer, ich versuche meist, die Dinge zu Ende zu bringen. Und damit steht hier der dritte Teil der Reihe „Schon überarbeitet?“ an.

In den bisherigen Teilen hatte ich euch Schreiberline Tippi vorgestellt, die sich von dem wunderlichen Herrn Schultertipper einiges hatte sagen lassen müssen, was die abschließende Überarbeitung ihres Manuskriptes anging. Seufzend hatte sie zur Kenntnis genommen, dass es wohl mit ein paar Korrekturen nicht getan wäre, drängte dann aber darauf, zu erfahren, womit sie denn also beginnen solle.

Herr Schultertipper verwies nun darauf, er habe ja bereits einmal von mindestens drei Überarbeitungsdurchgängen gesprochen. Und das aus gutem Grund, ginge es doch im Wesentlichen um drei Aspekte, die bei der Überarbeitung zu prüfen seien:

  1. inhaltliche,
  2. stilistische und
  3. grammatikalische.

Schultertipper schlug vor, sich zuerst um alles Inhaltliche zu kümmern. Erst, wenn es dort nichts mehr zu tun gebe, könne Tippi sich damit beschäftigen, den bestmöglichen Ausdruck dafür zu finden, um schließlich zu kontrollieren, dass dieser fehlerfrei umgesetzt sei. Jeder der drei Aspekte fördere meist noch einiges an Arbeit zutage, weshalb die Bearbeitung möglichst gründlich und in Ruhe durchzuführen sei.

Und dennoch, so wandte er selbst ein, könne sein Rat im besten Falle Richtlinie sein. Und er wiederholte, dass jeder Autor und jede Autorin anders sei. Manchen ginge es etwa besser damit, bei jeder Überarbeitung auf alle Aspekte gleichzeitig zu achten, und sei es nur, weil es ihnen nicht gelänge, einen davon auszuklammern. Auch, ob jemand weniger oder mehr Durchgänge brauche, sei nicht nur von Autor*in zu Autor*in verschieden, sondern hänge natürlich auch von den Erfordernissen des jeweiligen Werkes ab.

Wichtig sei vor allem, offen zu sein. Wer von vornherein die Erwartung mitbringt, es würden sicher nur ein paar Kleinigkeiten auszubessern sein, verschließt seinen Blick womöglich vor dickeren Patzern. Und solche könnten uns schon im nächsten Teil begegnen.

Übersicht

My Storys?

Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
Vom Schreibtisch
(Foto: © Marko Tomicic)

Ja, ja, ich arbeite tatsächlich an einer meiner Storys.

Fast zumindest. Im Moment muss ich noch ein bisschen mySTORYs einschieben, bis die Mitte des Monats überwunden ist. Denn bis morgen läuft dort noch das aktuelle Gewinnspiel, das zu dem unheimlich sympathischen Interview mit Bestsellerautorin und DeLiA-Preisträgerin Annette Dutton gehört. Derweil sind schon die zwei nächsten Interviews in Vorbereitung. Mit wem, wird zwar noch nicht verraten, aber ihr dürft euch trotzdem schon freuen.

Und endlich soll es auch wieder einen Artikel von mir geben. Dazu bin ich ja schon ewig nicht mehr gekommen! Aber dann, wenn der Lektor in mir immer fleißig sein Arbeitspensum in time schafft …

Annette Dutton
Annette Dutton

Nominiert! Deutscher Phantastik Preis

Sea – Ein Steampunk-Western

DampfmaschinenFalls ihr es noch nicht mitbekommen habt: Die Endrunde des Deutschen Phantastik Preises ist gestartet und läuft noch bis zum 19. Juli. Nominiert ist unter anderem die Geschichtenweber-Anthologie „Dampfmaschinen und rauchende Colts“ in der Kategorie „Beste Original-Anthologie/Kurzgeschichten-Sammlung“. Da freuen sich Claudia Toman und ich, sind wir doch mit unserer ersten echten gemeinsamen Geschichte „Sea“ in dieser Anthologie vertreten. Mehr noch: „Sea“ ist obendrein als „Beste deutschsprachige Kurzgeschichte“ nominiert! Sea – Ein Steampunk-Western

Generell sind die Geschichtenweber dieses Jahr unter den Nominierten zahlreich. So sehr, dass ich schon fast den Überblick verliere und daher vorsichtshaber das Wort an Gwili übergebe, der das auf der Geschichtenweber-Facebookseite so schön zusammengefasst hat:

Die Edition Geschichtenweber ist beim diesjährigen Deutschen Phantastik Preis wieder einmal gut vertreten. 😀

In der Kategorie „Beste Original-Anthologie“: durch die Herausgeberpaare Stefan Cernohuby (Prometheus) und Wolfgang Schroeder (Gwilildan) mit „Dampfmaschinen und rauchende Colts“ sowie Vanessa Kaiser (Enni) und Thomas Lohwasser (Thanatos) mit „Dunkle Stunden“.
Ulrich Burger (Uli Burger) ist als Mitherausgeber der Anthologie „Geschichten aus dem Drachenwinkel“ ebenfalls nominiert, genauso wie Sean O’Connell (seanwriter67) als Mitherausgeber von „Exotische Welten“.

In der Kategorie „Beste Kurzgeschichte“: durch die Autorenpaare Claudia Toman (Eowyn) und Philipp Bobrowski (Thorongil) mit ihrer Geschichte „Sea“ aus „Dampfmaschinen und rauchende Colts“ sowie Vanessa Kaiser und Thomas Lohwasser mit ihrer Story „Der letzte Gast“ aus „Dunkle Stunden“.

Und last but not least Andrea Bottlinger (mohya) zusammen mit Christian Humberg für „Geek, Pray, Love: Ein praktischer Leitfaden für das Leben, das Fandom und den ganzen Rest“ in der Kategorie „Bestes Sekundärwerk“.

Wir würden uns alle freuen, wenn ihr ab dem 20. Juni 2015 für eure Favoriten abstimmen würdet. Für wen auch immer, Hauptsache, ihr stimmt ab!
Denn schließlich ist der Deutsche Phantastik Preis ein Publikumspreis und wird nicht von einer Jury verliehen.
Ihr habt es also in der Hand!

(Wolfgang Schroeder/Gwilildan)

Gerade dem letzten Absatz möchte ich mich voll und ganz anschließen. Wir freuen uns über jeden, der für seine persönlichen Favoriten abstimmt, und sind gespannt, ob dabei auch etwas für uns abfällt. 🙂

Also noch einmal: Hier geht es zur Abstimmung!

Probeschreiben

Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
Vom Schreibtisch
(Foto: © Marko Tomicic)

In meinem letzten Beitrag zum Thema, was sich gerade so auf meinem Autorenschreibtisch tut, schrieb ich unter anderem:

Zum anderen warte ich derzeit auf Rückmeldung zu einem Exposé (Ende letzten Jahres recht kurzentschlossen verfasst) zu meinem nächsten Romanprojekt, das ich ganz wunderbar finde (Fantasy – bin schon richtig heiß drauf). Dazu werde ich dann hoffentlich bald (oder irgendwann) mehr berichten können.

Und ja, ein bisschen was tut sich tatsächlich. Im Moment noch ähnlich spontan, wie schon das Exposé entstanden ist. Ich habe nämlich in Hinblick auf die Leipziger Buchmesse begonnen, eine Leseprobe zu dem Projekt zu schreiben. Viel Zeit habe ich dafür leider nicht, aber ich bin zuversichtlich, dass bis zur Messe ein bisschen Text zusammenkommt. Viel verraten will ich natürlich noch nicht, zumal für dieses ungelegte Ei ja noch nicht mal ein Huhn gefunden ist, aber ein kleines Pröbchen aus der Probe darf schon mal sein:

Sie sah zum Rand der kleinen Lichtung, dorthin, wo der Vogel, vermutlich ein Rabe, sitzen musste. Sie spürte in der Dunkelheit, wie er sie beobachtete. Hatte er sie verraten?

Uiuiui! Spannung pur, oder? 😉 Na ja, bis zum nächsten Mal dann.

Erfunden?

Autora Auge, Foto: Voronin76
Autora Auge, Foto: Voronin76
Autora Auge
(Foto: © Voronin76)

Autora Auge: Hallo, Herr Clock, oder darf ich noch Emmerich sagen?

Emmerich: Emmerich.

Autora Auge: Wie alt bist … sind Sie eigentlich?

Emmerich: Achtundzwanzig.

Autora Auge: Äh … tatsächlich?

Emmerich: Achtundzwanzig.

Autora Auge: Gut. Nun zu meiner Frage: …

Emmerich: Noch eine?

Autora Auge: Sie sind eine der Hauptfiguren in der Geschichte Sea aus der Anthologie Dampfmaschinen und rauchende Colts. Sie arbeiten als Erfinder, oder?

Emmerich: Ja, Erfinder. Ich bin Erfinder.

Autora Auge: Und Sie haben mit Sea zu tun? Wer oder was ist Sea eigentlich?

Emmerich: Sea ist groß. Sea ist stark. Jeder ihrer Arme könnte Sie töten. Gefahr! Ich muss es aufhalten, ihn aufhalten, aufhalten! Sea darf nicht … es ist doch nicht ihre Schuld. Muss es verhindern …

Autora Auge: Ja, danke, Emmerich, danke für das aufschlussreiche Interview. Kann den mal jemand ins Bett bringen?

Vom Schreiben und Warten

Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
Vom Schreibtisch
(Foto: © Marko Tomicic)

Von meinem Autorenschreibtisch gibt es im Moment eigentlich nicht allzu viel zu berichten. Das liegt natürlich zum einen daran, dass sich die Arbeit auf dem Lektorenschreibtisch stapelt (nur, falls das nicht klar ist: Rein physisch ist das genau derselbe Schreibtisch). Zum anderen warte ich derzeit auf Rückmeldung zu einem Exposé (Ende letzten Jahres recht kurzentschlossen verfasst) zu meinem nächsten Romanprojekt, das ich ganz wunderbar finde (Fantasy – bin schon richtig heiß drauf). Dazu werde ich dann hoffentlich bald (oder irgendwann) mehr berichten können.

Ansonsten steht vorerst nur die Überarbeitung einer Kurzgeschichte für die Geschichtenweber an. Und Herr Pseudonym hat Arbeit in Serie.

Steampunk-Western: Dampfmaschinen und rauchende Colts

Dampfmaschinen

DampfmaschinenIch bin noch gar nicht dazu gekommen, die neuesten Publikationen hier vorzustellen. Beginnen wir also diese Woche mit einem Geschichtenweber-Projekt, der Steampunk-Western-Anthologie „Dampfmaschinen und rauchende Colts„, die inzwischen schon eine Weile erhältlich ist.

Gemeinsam mit Claudia Toman habe ich die Geschichte „Sea“ beigesteuert, zu der ich im nächsten Artikel noch ein bisschen was sagen möchte.

Hier erst einmal die Informationen zu der Anthologie, wie man sie auf der Verlagshomepage findet:

Dampfmaschinen und rauchende Colts
(Hrsg. von Stefan Cernohuby und Wolfgang Schroeder)

Wir schreiben das Jahr 1876. Die gewaltige Kraft des Dampfes hat die Welt erobert und sie durch ihre Errungenschaften ein wenig kleiner werden lassen. Dampfbetriebene Schnellboote durchqueren die sieben Weltmeere. Riesige Luftschiffe verdunkeln den Himmel über den Städten. Täglich werden die Grenzen des Machbaren erneut ausgelotet und erweitert.
Inmitten der kargen Einöde des mittleren Westens ist ein amerikanischer Wissenschaftler dabei, die vorhersehbaren Energieprobleme der Zukunft zu lösen. Doch er wird beobachtet. Und als die Gelegenheit günstig erscheint, bringen Spione des russischen Zaren den Wissenschaftler und seine Maschine in ihre Gewalt.
Eine Entführung, die eine ganze Kette von Ereignissen in Gang setzt …

Folgen Sie den Spuren der Entführer und begleiten Sie deren Verfolger quer durch den Wilden Westen auf ihrem Weg in Richtung Ozean. Erleben Sie Gewalt, Verzweiflung, Schießereien und jede Menge Steampunk-Flair. Frei nach dem Motto: „Mit Volldampf gen Westen!“

Inhalt:
Nebel über der Oakland Bay – Chris Schlicht
… und die Welt zu meinen Füßen – Wolfgang Schroeder
Die Crew der Washington – Andrea Bottlinger
Ein ganz normaler Auftrag – Gerd Scherm
Totentanz – Sean O’Connell
Pier 49 – Andreas Zwengel
Die Fahrt nach Topeka – Gerd Scherm
Sea – Claudia Toman & Philipp Bobrowski
Entführt – Gerd Scherm
Für eine Handvoll Steam – Vincent Voss
Craters of the moon – Michael Wozonig
Queen Victoria auf der Rinderzucht – Marco Ansing
Zwei Seiten einer Medaille – Stefan Cernohuby

Bestellen beim Verlag

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Schon überarbeitet? Wie lang denn noch?

Foto: © grafvision
Foto: © grafvision
Schon überarbeitet?
Foto: © grafvision

Ich fühle mich fast schon wie George R. R. Martin, so lange wie ihr jetzt schon auf den zweiten Teil der Reihe „Schon überarbeitet?“ warten musstet. Aber adeln wir mich nicht unnötig, sondern legen lieber gleich los, schließlich ist Zeit knapp. Und genau darum soll es in diesem Teil gehen, um Zeit, also darum, wie lange man sein (doch eigentlich schon fertiges) Werk überarbeiten sollte.

Dass eine Überarbeitung mehr ist als eine Fehlerkorrektur, hat der seltsame Schultertipper im ersten Teil schon behauptet, als er Autorin Tippi zur Seite stand. Dann hat er lauter Dinge heruntergerasselt, bis Tippi fürchtete, sie werde ihren Roman länger überarbeiten, als sie überhaupt daran geschrieben hat. Tja, was glaubt ihr, hat da der Schultertipper geantwortet? Er hat mit den Schultern gezuckt. Wohlgemerkt mit seinen eigenen. „Kann passieren“, hat er noch gesagt, und dass alles davon abhänge, welcher der unendlich vielen Autorentypen sie sei, und welche Arbeitsweise sie bevorzuge.

Es gäbe da diejenigen, die keinen Satz schreiben könnten, ohne ihn nicht zwanzigmal im Kopf hin und her gewendet zu haben, bis sie zufrieden seien. Die wären zwar beim Schreiben nicht besonders schnell, aber das, was dann auf dem Papier stünde, sei bereits so perfekt, dass vielleicht schon ein einmaliges Drüberlesen ausreiche, mehr um sicherzugehen. Die akribischen Planer leisteten oft eine so gute Vorarbeit, dass sie am Ende wenigstens vor gröberen Schnitzern gefeit seien. Vielleicht wäre sie aber auch eine derjenigen, die sich beim Schreiben eher treiben lassen und in einer entsprechend längeren Überarbeitungsphase überhaupt erst einmal schauen müssen, was dabei eigentlich herausgekommen ist. Schließlich führte er noch – ohne dabei auch nur im Geringsten die Nase zu rümpfen – diejenigen an, die von vorneherein und ganz bewusst in der Schreibphase jeden inneren Zensor/Lektor ausschalteten und quasi gezielt auf eine zu überarbeitende Rohfassung hinschrieben.

Eine Überarbeitung am Ende, so der Schultertipper, werde man kaum umgehen können, aber wie umfangreich die ausfalle, hänge eben unter anderem von der Überarbeitung ab, die man bereits beim Schreiben vollzogen, und der Vorbereitung, die man schon vor dem Schreibprozess geleistet habe. Am Ende gleiche sich das wahrscheinlich mehr oder weniger aus. Und letztlich zähle sowieso nur das Ergebnis.

Tippi nickte, war aber doch nicht ganz zufrieden, sehnte sich nach Anhaltspunkten. „Überarbeite dein Manuskript in mindestens drei Durchgängen“, sagte der Schultertipper. „Wenn du die Zeit hast, lass es zwischendurch ein paar Wochen liegen. Wenn du nach der letzten Überarbeitung nicht mehr weißt, was du noch besser machen könntest, gib dein Werk an Testleser, damit du es später hinsichtlich ihrer Anmerkungen erneut überarbeiten kannst. Und vergiss, während du diese Punkte abarbeitest, nie, dass nur das Ergebnis zählt!“

„Okay, nur eines noch“, sagte Tippi. „Womit soll ich beginnen?“ Der Schultertipper seufzte und vertröstete sie auf das nächste Mal.

Übersicht

Ihr werdet schon Sea-n!

Dampfmaschinen
Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
Vom Schreibtisch
(Foto: © Marko Tomicic)

Soll  ich es euch schon zeigen? Das Cover der nächsten Anthologie, in der eine Geschichte von mir erscheint? Eine ganz besondere Geschichte, weil ich sie nämlich erstmals nicht allein geschrieben habe, sondern immer abwechselnd mit meiner Freundin, der wunderbaren Claudia Toman. Na, okay. Und falls ihr wissen wollt, warum unsere Geschichte „Sea“ heißt – na, ihr werdet schon …

Also, hier ist es in ganz groß:

Dampfmaschinen