Die VZ-Agentur

Nicht nur Autoren haben es schwer, im Literaturbetrieb Fuß zu fassen. Natürlich gilt das auch für junge Verlage. Und ganz offenbar haben es auch Literaturagenten nicht leicht, als Neulinge im Geschäft wahrgenommen zu werden.

Ich selbst wurde zwar nicht bedacht, aber andere Schreiber erhielten in der VZ-Community (schülerVZ, studiVZ, meinVZ) Freundschaftsanträge von einer Literaturagentur auf Autorensuche. So auch ein Geschichtenweber, der daraufhin ein fragendes Posting ins Forum setzte.

Und siehe da, der engagierte Agent hat selbst ins Forum gefunden und stellt sich dort offen den kritischen Fragen. Wie er sich dabei schlägt, könnt ihr hier nachlesen:

Kontaktaufnahme via meinVZ

Gute Nacht, Miss Marple!

Das Bücherhotel „Gutshotel Groß Breesen“ kannte ich schon. Wirklich sehr empfehlenswert, durfte ich dort doch schon an interessanten Veranstaltungen vom Literaturhaus Rostock teilnehmen.

Auf Pipapofee’s Blog habe ich aber jetzt auch einen interessanten Hinweis auf das erste Krimi-Hotel Deutschlands gefunden. Schönen Dank dafür. Wer also seinen Urlaub noch nicht geplant hat …

Ärger mit dem Eigenverlag

Jeder soll auf seine Art glücklich werden, ist ein Motto, das auch beim Veröffentlichen gilt. Es kann gute Gründe geben, warum jemand einen Verlag gründet, um sein eigenes Buch zu vermarkten, und es steht mir nicht an, diese im Einzelfall zu bewerten. Darum soll es also auch gar nicht gehen.

Es scheint dennoch hier und da seltsame Blüten treiben. So scheint sich bei einem dieser Eigenverleger die eigene Persönlichkeit sehr gründlich in Autor und Verleger gespalten zu haben.

Nachdem er nämlich in einem Forumsgespräch geklagt hatte, welche Schwierigkeiten er als Verleger hätte, antwortete ich aufmunternd, wenn auch leicht ironisch, er würde wenigstens mit ziemlicher Sicherheit noch weitere seiner Manuskripte in seinem eigenen Verlag unterbringen können.

Seine Antwort überraschte mich dann doch:

Das ist nicht das entscheidende, Philipp. Viel wichtiger ist, das mein Verlag endlich etwas mehr für die Vermakrtung tut, um den Verkauf anzukurbeln.

Man hat es heutzutage als Autor wirklich nicht leicht mit den Verlagen. Da hilft es offenbar auch nicht, wenn es der eigene ist. Aber ich kann da nur raten: Mut zur Selbstbeschwerde!

Lustig, aber wahr

Dichten ist nicht jedermanns Sache. Und doch gibt es Anlässe, zu denen es immer mal wieder schön wäre, ein Gedicht verschenken zu können. Doch woher nehmen, wenn nicht …

Ganz einfach, Gedichte kann man kaufen! Nicht nur im Buchladen, nein, es geht auch viel persönlicher. Ein Auftragsdichter muss her! Und davon gibt es glücklicherweise genug im Internet. Einmal gegoogelt und schon springen sie dem Sucher ins Auge.

Nun gilt für manche dieser geweihten Dichterfürsten, die in unendlicher Gnade ihre Kunst zur Verfügung stellen, eben jener erste Satz dieses Beitrags. Nur scheint das diesen geschäftstüchtigen Geistern nicht bewusst zu sein.

So traf ich erst kürzlich auf ein solches Exemplar, das mit stolz geschwellter Brust beispielhafte Einblicke in das, was den gutgläubigen Kunden erwartet, gab. Ein 4 x 4-zeiliges Gedicht, in dem mit etwas Glück der eine oder andere reine Reim neben solchen wie “van Gogh” auf “hoch” oder gar “Flamme” auf “verlangen” gefunden werden kann, und bei dem man während des Vortrags mit noch mehr Glück nur ein- bis zweimal pro Strophe über den versmassigen Rhythmus stolpert.

Und das ganze zum Sonderangebot von nur 49,95 Euro. Legt man noch 25,- Euro Expresszuschlag drauf, bekommt man ein solches Gedicht, das sich liest, als sei es in der kurzen Pause zwischen dem Putzen der oberen und der unteren Schneidezähne entstanden, in sage und schreibe 24 Stunden erstellt.

Solchen Innovativen wünsche ich von ganzem Herzen Glück. Und intelligente Kunden!

Bücherschränke auf den Straßen

Hier habe ich von einem sogenannten „Offenen Bücherschrank“ erfahren. Er steht in Frankfurt/Main und jeder, der das möchte, kann sich dort ein Buch mitnehmen und / oder eines hineinstellen. Eine Art zwangloses und offenes Bookcrossing vorort.

Obwohl ich mich nur schwer von Büchern trennen kann, finde ich diese Idee einfach klasse. Leider gibt es das in Rostock nicht, allerdings soll Frankfurt nicht die einzige Heimat einer solchen „Straßenbibliothek“ sein. Gibt es das auch bei euch?

KeinArtikel

KeinBuchAls ich es auf Albis Blog entdeckt habe, war ich sofort so begeistert von dieser tollen Idee, dass ich am liebsten gleich diesen Artikel verfasst hätte. Aber noch wichtiger erschien mir, dass ich damit einem lieben Menschen eine schöne Geburtstagsüberraschung machen konnte. Daher musste der Artikel noch etwas warten.

Dabei greift die KeinBuch-Sucht bereits um sich. Selbst aktiv werden ist eben gefragt.

Was es mit dieser wundervollen Freizeitgestaltung auf sich hat und welche Kreise sie unter anderem bei Twitter und Facebook bereits zieht, lest ihr am besten auf KeineWebsite nach.

Hören mit Pfanni

Den meisten dürfte dieses Angebot mindestens so gut schmecken wie Kartoffelbrei: Bei Pfanni gibt es jetzt Hörbücher zum Gratisdownload. Nach Beantwortung einer Frage, die mit oben genanntem Brei zu tun hat, kann man sich ganz dem Genuss des gelesenen Wortes hingeben.
Den Anfang macht Arthur Conan Doyle: „Die verschwundene Braut“. Ein Sherlock-Holmes-Abenteuer, gelesen von Daniel Morgenroth.

Hier geht es zum Download.

Wenn „Goethe“ fantasiert

Folgende interessante Informationen stellte der Administrator des Montsegur Autorenforums zur Verfügung (zur Quelle):

„Wie in der Literaturbranche bekannt, ist der August von Goethe Literaturverlag ein Zuschussverlag, der zur Frankfurter Verlagsgruppe gehört. Dabei handelt es sich um einen Pseudoverlag, dessen Publikationen üblicherweise kaum in Buchhandlungen zu finden sind. (1)

Um über echte Verlage und Pseudoverlage aufzuklären, ist das Fairlag Aktionsbündnis gegründet worden, ein internationaler Zusammenschluss von über 50 Autorenverbänden und Literaturinstitutionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: www.fairlag.org

Nun schreibt der August von Goethe Literaturverlag auf seiner Website:

Das erfolgreiche Wirken des August von Goethe Literaturverlags zu Gunsten der neuen, noch nicht etablierten Autoren regte die Schriftstellergewerkschaft sogar zur Schöpfung des Begriffs „Fairlag“ an.

Tatsächlich bezieht sich der Begriff „Fairlag“, wie er von der Schriftstellergewerkschaft und den übrigen Initiatoren des Fairlag-Aktionsbündnisses verwendet wird, ausdrücklich nicht auf den August von Goethe Literaturverlag. Das Bündnis warnt vielmehr ausdrücklich vor Geschäftspraktiken, wie sie bei Pseudoverlagen anzutreffen sind.

Die Täuschung der Autoren geht noch weiter. Der August von Goethe Literaturverlag schreibt auf seiner Website:

Der gemeinnützige Bund Deutscher Schriftsteller e.V. empfiehlt den AUGUST VON GOETHE LITERATURVERLAG für neue Autoren.

Tatsächlich ist dieser „Bund Deutscher Schriftsteller e.V.“ (der mit der tatsächlichen Schriftstellergewerkschaft, die den Namen „Verband Deutscher Schriftsteller“ trägt, nichts zu tun hat) eine Einrichtung des Herrn Markus Hänsel-Hohenhausen, Kapitaleigner und Verlagsgründer der Frankfurter Verlagsgruppe AG Holding August von Goethe (2).
Der Verein gehört somit zum selben Pseudoverlagskonzern, und daher handelt es sich keineswegs um eine unabängige Empfehlung, sondern um eine Werbung für das eigene Medienkonsortium des in der Öffentlichkeit umstrittenen nichtadligen Trägers der Namen Markus von Hänsel-Hohenhausen alias Dr. Donatus Prinz von Hohenzollern. (3), (4)

(1) Siehe OLG München (Az 4 6 U 2250/09)
(2) Siehe OLG Köln (Az 14 U 116/08)
(3) Siehe OLG Frankfurt (Az. 2-03 O 68/08)
(4) Siehe OLG Frankfurt (Az 16U21/09)“

Fast schon bewundernswert, welche Unverfrorenheit derart schwarze Schafe zur Täuschung ihrer Lämmchen immer wieder an den Tag legen.

Romangetwitter

Sueddeutsche.de berichtete kürzlich über den Roman „The French Revolution„, den der amerikanische Autor Matt Stewart als soziales Experiment und nicht zuletzt aus Mangel an Verlagsangeboten auf Twitter veröffentlicht.
Seiner Ansicht nach, sei dies der erste Roman bei Twitter.

Doch schon der erste User, der sich dazu meldete, widerlegte das, indem er auf einen bereits existierenden verwies, den zufälligerweise er selbst geschrieben habe.

Eine kurze Anfrage bei Google ergibt im Übrigen, dass der geneigte Leser eine durchaus noch größere Auswahlmöglichkeit hat.
So verweist Thomas Gerlach bereits im Oktober 08 auf seinem Blog auf einen Twitter-Krimi eines Freundes, der allerdings scheinbar nicht allzu viel Ausdauer bewiesen hat.
Manuel Pliewisch hat es mit seinem „Auf der Jagd nach der letzten Zigarette“ im Mai dieses Jahres immerhin auf 9 Folgen gebracht.

Ausdauernder ist dagegen meine Montsegur-Kollegin Nicole Rensmann, deren Twitter-Roman in englischer Sprache man aktuell verfolgen kann.
Oder man schließt sich ihrer Mitmachstory „WirSchreiben“ an, bei der ein gemeinsamer Roman entstehen soll.

Keine zweite Pippi

Das Hamburger Landgericht hat die Vervielfältigung, den Vertrieb und das Bewerben eines 2008 veröffentlichten Kinderbuchs per einstweiliger Verfügung verboten, was am 24. Juni im Widerspruchsverfahren bestätigt wurde.
„Die doppelte Pippielotta“ wurde als Plagiat des Astrid-Lindgren-Klassikers „Pippi Langstrumpf“ eingestuft, es erscheine wie eine Fortschreibung der Geschichten der schwedischen Schriftstellerin.

Quelle: Yahoo! Nachrichten

Spiel mit dem Börsenblatt?

Der Fall „Elke Heidenreich und die Deutsche Literaturgesellschaft“, der auf diesem Blog hier und hier dokumentiert ist, scheint in die letzte Runde zu gehen.
Offenbar hat die Gesellschaft dem Druck nachgegeben und angekündigt, den besagten Titel aus dem Programm zu nehmen.
Im aktuellen Artikel des Literatur-Cafés ist nun zu lesen, dass die Verantwortlichen sich auch dabei nicht zu schade sind, in einer Pressemitteilung werbeweirksam die Tatsachen zu verdrehen, sodass sie indirekt damit selbst die Online-Ausgabe des Börsenblatts für sich instrumentalisieren.

Zur Meldung auf boersenblatt.net
Zum Artikel im Literatur-Café

Elke Heidenreich rechtens hintergangen?

Im April veröffentlichte ich hier den Artikel „Elke Heidenreich unwissentlich zur Herausgeberin gemacht“, der sich auf einen Artikel des Literatur-Cafés bezog.
Darin hieß es, der Zuschussverlag „Deutsche Literaturgesellschaft“ nutze für eine anstehende Publikation den prominenten Namen der Kritikerin ohne deren Wissen, um Autoren eine zuschusspflichtige Beteiligung an dem Werk schmackhaft zu machen.

Neueste Recherchen des Literatur-Cafés ergaben nun, dass sich die „Literaturgesellschaft“ zwar weit abseits jeder Moral, rechtlich aber zumindest teilweise auf sicherem Terrain bewege.

Wie konnte es dazu kommen?
Im Prinzip spielte sich folgendes ab:
Frau Heidenreich hat in längst vergessener Zeit die Veröffentlichungsrechte für einen Essay und ein Interview an die FAZ abgetreten. Die „Deutsche Literaturgeselschaft“ hat nun, Jahre später, diese Rechte ganz legal von der FAZ abgekauft.

Für die inzwischen lieferbare Publikation nutzt der Zuschussverlag dies nun werbetechnisch, indem er nicht nur die Texte im Buch abdruckt, sondern auch das Cover mit einem Foto der Heidenreich schmückt und sie als Herausgeberin des Werkes ausweist.

Wie Frau Heidenreich ankündigt, will sie durch ihre Verlage rechtliche Schritte gegen dieses Vorgehen einleiten lassen.

Zum Artikel im Literatur-Café
Zur Stellungnahme Elke Heidenreichs

Sherlock Holmes dem Tode nah

Foto: neiromobile
Foto: neiromobile

Der fiktive Meisterdetektiv Sherlock Holmes wäre beinahe der Historie zum Opfer gefallen. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Sein Erfinder Arthur Canon Doyle hätte ihn nur allzu gern geopfert, um historische Romane schreiben zu können.
Der Arzt, der die Geschichten um den brillianten Privatermittler wohl aus Langeweile wegen Patientenmangels erdacht hatte, wurde damit wenig später (1891) zwar berühmt und verdiente von da an gutes Geld mit seiner Figur,  doch fühlte er sich durch diese Aufmerksamkeit offenbar in seiner Autorentätigkeit eingeschränkt.

So ließ er seinen Helden sechs Jahre nach seinem Debüt in „Das letzte Problem” in den tosenden Schweizer Reichenbachfällen verschwinden. Die Entrüstung und die Proteste der Leser sowie ein großzügiges Angebot sorgten zwei Jahre später für die Widerauferstehung Holmes‘, der 1927 im „Strand Magazin“ sein endgültig letztes Abenteuer erlebte, drei Jahre vor dem Tod des 71-Jährigen Arthur Canon Doyle.

Quelle: Rooster24.com