LesBar: stadt flucht

LesBar, Foto: Anneka
LesBar, Foto: Anneka
© Anneka

stadtgrenze
verschwunden
suche sie
nicht

suche das ende
natur dahinter
wo ist sie geblieben

statt grenze
zivilisationsfortschritt
allerhöchstens
ein weites feld

setzt der stadt
grenzen

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Lust auf mehr Gedichte?

Entern: Strophilieren

Entern, Foto: Patryk Kosmider
Entern, Foto: Patryk Kosmider
© Patryk Kosmider

Mann, Mann, Mann! Was hab ich mir denn da wieder gedacht? In der Entern-Reihe das Thema „Strophe“ aufzunehmen? Jeder weiß doch, was eine Strophe ist, ob nun im Lied oder im Gedicht. Und weil der Dichter frei ist, eine klassische Stophenform zu wählen oder eigene Regeln zur Unterteilung seines lyrischen Textes in eine oder mehrere Strophen anzuwenden, bleibt letztlich nicht viel mehr zu sagen, als dass es sich bei einer Strophe um eine metrische Einheit oberhalb des Verses handelt. Mehrere Verszeilen (mindestens zwei) werden zu einer Strophe zusammengefasst und auf diese Weise, so es sich nicht um einen einstrophigen Text handelt, von weiteren Strophen unterschieden.

Auch ist klar – schon der Begriff „Einheit“ legt es nahe –, dass Strophen idealerweise Regelmäßigkeiten aufweisen in Metrum, Reim, Versart, Verszahl und/oder Verslänge, häufig verbunden mit der inhaltlichen Struktur des Textes. Ob man dort, wo auch in dieser Hinsicht vollkommen frei gedichtet wird, noch von Strophen sprechen will, sei hier mal nicht diskutiert.

Bleibt also nur noch der Ordnung halber und im Bezug auf den Reihentitel festzuhalten, dass der Dichter, der ins Textprogramm tippt, am Ende einer Strophe natürlich die Entertaste drückt. Empfehlenswerter Weise nur einmal (so keine anderen Vorgaben diese Empfehlung außer Kraft setzen). Dazu stellt man im Programm eine Absatzformatierung ein, die nach einem Absatz einen sichtbaren Abstand lässt. Drückt man nun einmal die Entertaste, wird dieser Abstand automatisch gesetzt. Die Verszeilen, die ja keine eigenen Absätze darstellen, beendet man, um eben den Abstand zu vermeiden, nun mit einem Zeilenumbruch, indem man die Umschalttaste gedrückt hält, wenn man die Entertaste drückt.

Mehr gibt es in dieser Rubrik dann wirklich nicht zur Strophe zu sagen. Strophiliert schön.

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Dominant

Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
© Marko Tomicic

Aktuell dominiert der Lektor in mir wieder meinen kompletten Arbeitsalltag. Weil er aber ein fleißiges Kerlchen ist, hoffe ich, spätestens morgen auch wieder zum Schreiben an den Tisch zu kommen, der ja schließlich entsprechend benannt ist.

Literarisches Steampunk-Picknick

© Claudia Toman

© Claudia TomanFolgende Einladung Claudia Tomans darf ich einfach mal zitieren:

Am 7.7. werden Automaten unter uns sein. Man wird sie nur nicht von echten Menschen unterscheiden können. Und die Eiszeit kündigt sich an. Außerdem erwarten wir den Start eines Luftschiffes, ein Kesselchen-Rennen, ein waschechtes Dampftaxi und eine Zeitreise!

Don’t miss it! Das literarische Steampunk-Picknick im malerischen Park vom Geymüller-Schlössel, dem Biedermeier-Schlösschen mit der Altwiener Uhrensammlung! Die Lesung ist frei, gegen eine noch freiere Spende bekommt ihr einen kleinen Snack und 5 Autoren. Good Deal, oder? ;-)

Es lesen: Philipp Bobrowski (und Claudia Toman), Stefan Cernohuby, Andreas Gruber (“Von Feuer und Dampf”, Arcanum Fantasy), Nina Horvath (“Uriel. Story Center 2011.2″, P.Machinery M. Haitel) und Victoria Schlederer (“Fortunas Flug”, Heyne)

Außerdem vergeben wir einen Preis für das beste Steampunk-Outfit, zu gewinnen ein spezielles Steampunk-Paket!

Wir würden uns freuen, viele Steampunk-Begeisterte, Picknick-Begeisterte, Luftschiff-Reisende, Lesebegeisterte, Freunde, Verwandte und Automaten begrüßen zu dürfen. Bei Schlechtwetter machen wir eine gemeinsame Schlösselbesichtigung, um die alten Uhren zu bestaunen. :-)

Voranmeldung (garantiert einen Snack!): olivia.kg@gmail.com!

Das Ganze findet am 7. Juli 2013, 11.30 Uhr, im Geymüller-Schlössel, Khevenhüllerstraße 2, 1180 Wien, Österreich, statt.

Umleitung aufgehoben

Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
© Marko Tomicic

Wer in der letzten Zeit meine Domain www.philippbobrowski.de angeklickt hat, ist einfach wieder hier auf diesem Blog gelandet. Nachdem meine alte HP gehackt worden war, hatte ich das so eingerichtet. Jetzt aber ist die Umleitung aufgehoben. Viel zu sehen ist noch nicht, immerhin ein, wie ich finde, ganz nettes neues Design. An den Inhalten arbeite ich noch. Hey, ein alter Schreiberling ist kein ICE!

Klebestreifen

Autora Auge, Foto: Voronin76
Autora Auge, Foto: Voronin76
© Voronin76

Autora Auge:
Hallo, Bruno, ich muss schon sagen, ich war sehr gespannt, wie Sie aussehen. In „Der Tod aus der Teekiste“ sind Sie ja ein bisschen … wie soll ich sagen? Aus den Fugen geraten. War ja auch Ihr erstes Mal. Haben Sie heute immer noch Probleme damit?

Bruno:
Hhllhh. Jh, hnchhl.

Autora Auge:
Oh, ich sehe gerade, der Klebestreifen … Warten Sie, ich helfe Ihnen. Soooooo, besser?

Bruno:
Besser. Danke!

LesBar: Raststätte

LesBar, Foto: Anneka
LesBar, Foto: Anneka
© Anneka

Auf dem Weg zu dem Gespräch, das die Wende in meinem Leben bedeuten sollte, hielt ich an einer Raststätte. Mir war nicht danach, mich aus meinen Gedanken wecken zu lassen. Nichts wollte ich an mich heranlassen, es sei denn, es könnte meinen Magen füllen. Ich erstand zwei belegte Brötchen zu einem Kaffee und suchte mir einen Tisch, der dem Trubel so weit als möglich entrückt war.

Längst hatte ich mich wieder in mein Innen zurückgezogen, als mir jemand auf die Schulter tippte. Eine junge Frau, die mir sogleich – lauter als es mir angenehm war – eine Frage stellte. Ob ich glücklich sei, wollte sie wissen. In dem Moment war ich zu überrascht, um umgehend zu reagieren. Später musste ich mir eingestehen, dass ich noch weit länger hätte überlegen müssen, um wahrheitsgemäß zu antworten.

Sie aber nahm sich diese Zeit nicht. Ohne eine Antwort erhalten zu haben, drehte sie sich zu einem jungen Mann um, während sie mit dem ausgestreckten Zeigefinger hinter sich und damit auf mich deutete. “Siehst du, so wird es dir auch ergehen, wenn du die falsche Entscheidung triffst!”

Sie ließ mich sitzen, ohne mir weitere Beachtung zu schenken. Ob ihre Demonstration bei ihm Wirkung gezeigt hat, weiß ich nicht. Ich aber stieg ins Auto, sagte meinen Termin ab und machte mich auf den Weg nach Hause.

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© Ben Philipp

Rollenverteilung

Premierenlesung "Naschmarkt"

Premierenlesung "Naschmarkt"Mal wieder Lust auf eine Übung? Nein, dieses mal ausnahmsweise keine Schreibübung, denn zum Autorendasein gehört ja mehr als schreiben. Lesen zum Beispiel. Vorlesen, um genau zu sein. Wie wäre es also mal mit einer Leseübung?

Gerade erst habe ich mich mit Claudia wieder über die Auswahl der richtigen Textstellen für eine Lesung unterhalten, und wir sind uns einig, dass es richtige und falsche gibt. Denn für die meisten Menschen ist die Aufnahmefähigkeit beim Zuhören geringer als beim Lesen. Daher sind vor allem solche Stellen empfehlenswert, die auf irgendeine Art besonders pointiert sind (und zwar in sich, nicht nur im Gesamtzusammenhang). Ja, du denkst jetzt ganz zu recht an Humor. Das ist mit Sicherheit die Nummer 1 unter den Lesungsgewinnern. Pointiert kann sich aber auch auf Spannungsmomente beziehen, oder solche, die in ihrer Tragik ganz besonders ans Herz gehen.

Klar, wenn wir solche pointierten Stellen aus unseren Geschichten vorlesen wollen, sollten wir sie vorher entsprechend geschrieben haben. Und das gilt auch für die, um die es jetzt gehen sollen: Dialoge! Es gibt wahrscheinlich kaum dankbarere Vortragstexte als pointierte und damit knackige Dialoge – wenn man es schafft, sie auch so vorzutragen.

Also, versuch es doch einmal! Such dir aus einer deiner Geschichten oder auch einem deiner Lieblingsbücher eine längere Dialogpassage und lies sie laut (nicht nur einmal, es ist ja eine Übung). In dieser Übung geht es vor allem darum, den Figuren unterschiedliche Stimmen zu geben. Am besten natürlich solche, die in deiner Vorstellung zu ihnen passen. Achte dabei auf Folgendes:

  • Optimal für diese Übung sind drei Gesprächspartner. Du kannst ja nach einer Weile aufstocken, indem du dir eine weitere Textpassage mit mehr Dialogteilnehmern suchst.
  • Die Stimmen, die du den Figuren gibst, sollten für einen Zuhörer klar unterscheidbar sein. Übertreib es ruhig und verteile ungewöhnliche, vielleicht sogar extreme Stimmen.
  • Beim Lautlesen liegt die Betonung auf laut, also lies auch laut! Selbst eine Figur, die flüstert, muss noch gut zu verstehen sein.
  • Weil du es ja laut und mir verschiedenen Stimmen vorliest, kannst du Dialogkommentare (Inquits) wie „sagte Linda“ weglassen. Auch „schrie Linda“ brauchst du nicht, wenn du die entsprechende Aussage schreist.
  • Beachte also auch die „Regieanweisungen“ im Text, die du in deinen Vortrag einbauen kannst (lachen, räuspern usw.). Aber halt! Bleib sitzen! Es sei denn, du willst gleich noch für deine Schauspielkarriere üben.

Ein bisschen Inspiration gefällig?

Weitere Schreibübungen

Furcht

Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
Vom Schreibtisch, Foto: Marko Tomicic
© Marko Tomicic

Nachdem ich diese Woche den von mir irgendwann einmal mehr oder weniger willkürlich geplanten Gesamtumfang meines Ratgebermanuskripts überschritten habe, bin ich fast ein bisschen froh, trotzdem noch nicht fertig zu sein. Denn irgendwann in gar nicht mehr allzu ferner Zukunft ist es dann so weit, und ich muss das Ding überarbeiten. Keine Ahnung, was mich auf den ersten Seiten erwartet. Ist schon so ewig her. Ich fürchte mich ein wenig davor.