Bullshit: Wieder ein Textcheck

Vielen Dank an Theomix für den folgenden Link, mit dem es wieder zu einer hübschen Spielerei wird, Texte einer Prüfung zu unterziehen. Diesmal geht es um die Suche nach zu viel Blabla bzw. dem Bullshit im Text:

BlaBlaMeter

Werbeanzeigen

Frankenkenner und Umdumpler-Spezialisten zum 15.08.11

Du kennst dich in Franken aus? Bestens, dann prügel mal die Tastatur!

Nicht? Dann kannst du hoffentlich wenigstens erklären, was „umdumpler“ bedeutet.

__________

Schaeff-Scheefen-Literaturpreis

Originalauschreibung: http://www.avf-autorenverband-franken.de

Der Autorenverband Franken e.V. schreibt zum zweiten Mal den nach seinem Gründer benannten Schaeff-Scheefen-Literaturpreis aus.

Preisgeld: 600 Euro für die drei ersten Plätze
Thema: „Fließen“
Einsendeschluss: 15. August 2011

Der Wettbewerb ist an alle Schreibenden in deutscher Sprache gerichtet.

Erwartet werden geschlossene literarische Erzählungen, also keine Berichte, Reportagen oder Essays. Ein Genre ist nicht festgelegt, von der Liebesgeschichte über phantastische oder auch satirische Texte bis zum Krimi ist alles denkbar. Die Texte müssen einen deutlich erkennbaren inhaltlichen Bezug zu Franken haben, lediglich eingefügte Ortsangaben genügen nicht. Das Thema „Fließen“ sollte eine zentrale Rolle spielen.

Die Texte sollen einen Umfang von 7 Standardseiten (30 Zeilen mit je 60 Zeichen ) nicht überschreiten. Sie müssen unveröffentlicht und frei von Rechten anderer sein, jeder Teilnehmer darf nur einen Text einreichen. Die Wettbewerbsbeiträge werden anonym bewertet.

Deshalb bitten wir, sie auf dem Postweg einzureichen und zwar in dreifacher Ausfertigung. Die Texte dürfen in der Kopfzeile jeder Seite nur den Titel und ein Kennwort tragen, nicht den Namen des Autors, sie sollten Seitenzählung besitzen und geheftet sein. Beiliegen soll ein Umschlag, versehen mit dem gleichen Kennwort. Darin befinden sich auf einem gesonderten Blatt die Daten des Autors: Name, Anschrift, Telefon, E-Mail Adresse und eine Vita, die etwa 10 Zeilen umfassen sollte sowie eine kurze Aufstellung von bisherigen Veröffentlichungen und Auszeichnungen.

Informiert werden die Autorinnen und Autoren, deren Beiträge für eine Anthologie mit den besten Texten vorgesehen sind. Diese Beiträge sollen dann in digitaler Form nachgereicht werden.

Aus diesen wählt dann eine Vorjury bis Dezember 2011 die sechs besten Beiträge aus und informiert die Autoren. Diese sollen dann am 3. Samstag im Juni 2012 während des Büchermarktes in Kirchberg im Rahmen der Preisverleihung ihren Wettbewerbsbeitrag vor einem Publikum lesen, das dann in schriftlicher Abstimmung die drei Siegerbeiträge ermitteln wird.
Gewinnen kann also nur, wer auch bereit ist, seinen Beitrag bei der Festveranstaltung, bei der auch die Anthologie vorgestellt und die Geldpreise übergeben werden, zu lesen.

Mit der Einsendung zum Wettbewerb gibt der Autor sein Einverständnis zur Veröffentlichung des Textes in einer Anthologie, in der unter dem Titel „Fließen – Erzählungen aus Franken“ im Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg, die 25 besten Beiträge erscheinen sollen. Jeder Beiträger erhält ein Freiexemplar und kann weitere Exemplare mit Autorenrabatt erwerben.

Um Zusendungen bitten wir auf dem Postweg an:
Autorenverband Franken e.V.
Schaeff-Scheefen-Literaturpreis 2012
C/o Helmut Stauder
Starweg 34
63768 Hösbach

Internet: www.avf-autorenverband-franken.de.

Quelle: Uschtrin

__________

KULTURZONE-Wettbewerb

Originalausschreibung unter: http://www.kultur-zone.de/schreibwettbewerb2011.htm

umdumpler – was ist das?

Mit dem Schreibwettbewerb 2011 suchen wir dieses Jahr die überzeugendste Beschreibung eines umdumplers.

RAHMEN: Text in deutscher Sprache, maximal drei A4-Seiten

MITMACHEN kann jeder, der schreiben kann, oder jemanden hat, der alles schreibt. Für die Bewertung, gibt es, zwei Kategorien: die Kategorie u (unter 16 Jahre) und die Kategorie ü (über 16 Jahre).

Wie gehabt sind tolle Preise zu gewinnen. Die gekürten Stücke werden im Sommer 2012 vorgetragen/vorgeführt. Die schönsten Beiträge werden veröffentlicht.

WICHTIG:

  • Beitrag in dreifacher Ausfertigung senden oder als E-Mail
  • Angaben zur Person machen: Name, Alter, Adresse, E-Mail, Telefon und eventuell eine Vita.
  • Einwilligung zur Veröffentlichung bzw. Aufführung des Beitrags und zur Annahme der Teilnahmebedingungen. Wichtig sind Datum und Unterschrift.
  • Veröffentlichungen der Teilnahmebeiträge sind während der Wettbewerbslaufzeit unerwünscht.

Also man schreibe alles über umdumpler und sende es bis zum 15. August 2011 an den Kulturzone Verein (Anschrift siehe unten).

Eine unabhängige Jury bestimmt die GewinnerInnen.

Viel Spaß beim Schreiben und viel Erfolg beim Wettbewerb wünscht
Christoph R. Wilhelm (Projektleiter).

Die Postanschrift des Vereins:
KULTURZONE e.V. (Hauptsitz)
Grenz 10
D-17291 Randowtal
Telefon: +49 0 39857 39151

Quelle: Uschtrin

Originalausschreibung unter: http://www.kultur-zone.de/schreibwettbewerb2011.htm

umdumpler – was ist das?

Mit dem Schreibwettbewerb 2011 suchen wir dieses Jahr die überzeugendste Beschreibung eines umdumplers.

RAHMEN: Text in deutscher Sprache, maximal drei A4-Seiten

MITMACHEN kann jeder, der schreiben kann, oder jemanden hat, der alles schreibt. Für die Bewertung, gibt es, zwei Kategorien: die Kategorie u (unter 16 Jahre) und die Kategorie ü (über 16 Jahre).

Wie gehabt sind tolle Preise zu gewinnen. Die gekürten Stücke werden im Sommer 2012 vorgetragen/vorgeführt. Die schönsten Beiträge werden veröffentlicht.

WICHTIG:

  • Beitrag in dreifacher Ausfertigung senden oder als E-Mail
  • Angaben zur Person machen: Name, Alter, Adresse, E-Mail, Telefon und eventuell eine Vita.
  • Einwilligung zur Veröffentlichung bzw. Aufführung des Beitrags und zur Annahme der Teilnahmebedingungen. Wichtig sind Datum und Unterschrift.
  • Veröffentlichungen der Teilnahmebeiträge sind während der Wettbewerbslaufzeit unerwünscht.

Also man schreibe alles über umdumpler und sende es bis zum 15. August 2011 an den Kulturzone Verein (Anschrift siehe unten).

Eine unabhängige Jury bestimmt die GewinnerInnen.

Viel Spaß beim Schreiben und viel Erfolg beim Wettbewerb wünscht
Christoph R. Wilhelm (Projektleiter).

Die Postanschrift des Vereins:
KULTURZONE e.V. (Hauptsitz)
Grenz 10
D-17291 Randowtal
Telefon: +49 0 39857 39151

Wechselgeld für deine(n) Prota

© Andresr
© Andresr

Du brauchst mal ein bisschen Abwechslung von dem Manuskript, an dem du gerade arbeitest? Du willst gegen eine Schreibblockade ankämpfen? Du kennst deinen Protagonisten/deine Protagonistin noch nicht gut genug?

Da kann ich doch nichts dafür! Ich will dir lediglich ein bisschen Spaß verschaffen.

Also nimm den Protagonisten/die Protagonistin aus deinem aktuellen (oder dem nächsten) Projekt, setze ihn/sie in die folgende Szene und beobachte genau, wie er/sie sich verhält. Sollte er/sie das nicht wissen, wirst du dir allerdings selbst den Kopf zerbrechen müssen.

Und keine Sorge, auch Könige, Piraten, Waldläufer, Zwerge und gestiefelte Kater dürfen gern einmal aus ihrer Welt heraustreten, um sich in einer solchen Szenerie wiederzufinden, vorausgesetzt sie vergessen dabei ihre Charaktereigenschaften nicht. Dann kann man mit ihnen wahrscheinlich sogar besonders viel Spaß haben.

Der Kampf mit der Kellnerin

Schreibe deine(n) Prota also an den Tisch einer beliebigen Gastronomität unserer Tage. Dort hat er/sie gerade eine leckere Mahlzeit hinter sich gebracht. Die Kellnerin kommt und präsentiert ihm/ihr die Rechnung. Prota zahlt auch anstandslos, gibt sich aber mit dem erhaltenen Wechselgeld nicht zufrieden. Während Prota überzeugt ist, er/sie habe der Bedienung einen 50-Euroschein gegeben, behauptet diese steif und fest, Prota habe mit einem 20-Euroschein bezahlt.

Wie wird sich dein(e) Prota verhalten? Ist er/sie der hartnäckige Typ? Geht er/sie von einem Versehen oder handfestem Betrug aus? Versucht er/sie die Angelegenheit eher unauffällig zu klären oder sucht er/sie die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf sich zu ziehen? Verunsichert ihn/sie das selbstbewusste Verhalten der Kellnerin oder kann das seine/ihre Überzeugung nicht erschüttern? Vielleicht macht ihm/ihr der eventuelle Verlust von dreißig Euro auch gar nichts aus. Und wie reagiert er/sie erst, wenn eine Überprüfung der eigenen Finanzen belegt, dass die Bedienung im Recht war?

Anschließend darf sich dein(e) Prota von dieser Tortur gern ein bisschen erholen und sei es in dem ihm/ihr von dir zugedachten Abenteuer. Nächste Woche kannst du ihn/sie dann hier in eine neue Prüfung schicken. Falls dir die Zeit bis dahin zu lang werden sollte, steht es dir frei, weitere deiner Figuren dem Kampf mit der Kellnerin auszusetzen.

__________

Weitere Prüfungen für deine(n) Prota

 

Beruf Erzähler: Das bin ich

Wenn der Erzähler einer Geschichte sich selbst benennt, also als Ich in der Erzählung auftaucht, dann spricht man von einem Ich-Erzähler. Der Auftritt des Ich-Erzählers kann aber ganz unterschiedlich vonstatten gehen.

Grundsätzlich lässt sich zwischen demjenigen unterscheiden, der als handelnde Figur in Erscheinung tritt, und dem, der das nicht tut. Anders gesagt: Der Ich-Erzähler kann als erzählendes Ich und/oder als handelndes Ich auftreten.

Das handelnde Ich

Der Ich-Erzähler, an den man vermutlich als Erstes denkt, weil er heutzutage ganz sicher am häufigsten anzutreffen ist, ist witzigerweise der, der als Erzähler gar nicht in Erscheinung treten will. Das erzählende Ich tritt, so weit es eben möglich ist, hinter das handelnde Ich zurück.

Das Ich zeigt sich also gar nicht als Erzählerfigur, sondern nur als Figur innerhalb der Erzählung, ist demnach Teil der Kernhandlung. Dabei nimmt es entweder die Rolle des Protagonisten oder die eines (ständigen) Begleiters des Protagonisten ein.

Ich war froh, als ich endlich aufbrechen konnte. Nichts gegen die freundlichen Bauersleute, doch ich hatte eine Aufgabe zu erfüllen. Der Drache würde die Prinzessin nicht von selbst wieder freigeben. Ich verabschiedete mich und machte mich auf den Weg.

Spätestens wenn man in dem Beispieltext das Ich durch einen beliebigen Figurennamen ersetzt, bemerkt man, dass es sich im Grunde einfach um einen personalen Erzähler handelt, in dem das Ich eine Figurenrolle übernommen hat:

Peter war froh, als er endlich aufbrechen konnte. Nichts gegen die freundlichen Bauersleute, doch er hatte eine Aufgabe zu erfüllen. Der Drache würde die Prinzessin nicht von selbst wieder freigeben. Er verabschiedete sich und machte sich auf den Weg.

Im Unterschied zu den folgenden Ich-Erzählern tritt das Ich hier immer nur auf der Handlungsebene auf, die die Kernhandlung darstellt. Eine weitere Ebene gibt es nicht. Mit einer Ausnahme:

Peter lehnte sich zurück und schaute seine Zuhörer an. Es herrschte gespannte Stille.
Schließlich hielt es Monika nicht mehr aus. „Erzähl doch weiter! Du bist doch sicher nicht lange auf dem Gut der Hensons geblieben.“
„Natürlich nicht“, antwortete Peter, steckte sich aber erst noch eine Zigarette an, bevor er weitererzählte:

Ich war froh, als ich endlich aufbrechen konnte. Nichts gegen die freundlichen Bauersleute, doch ich hatte eine Aufgabe zu erfüllen. Der Drache würde die Prinzessin nicht von selbst wieder freigeben. Ich verabschiedete mich und machte mich auf den Weg.

Vorausgesetzt die Geschichte, die Peter hier seinen Zuhörern erzählt, ist die Kernhandlung einer Erzählung, in der die Umstände, unter denen Peter erzählt, Teil einer Rahmenhandlung sind, tritt das handelnde Ich hier praktisch innerhalb einer umfangreichen wörtlichen Rede, eines durch Monolog geprägten Dialogs auf.

Dieser Kunstgriff gibt nun wieder verschiedenen Erzählverhalten Raum. So kann das Ich innerhalb der Kernhandlung rein personal erzählen, also ausschließlich handelndes Ich bleiben. Referenzen zur Ebene des Erzählens gibt es dann nur über die Rahmenhandlung.

Das Ich kann aber auch als erzählendes Ich auftreten und so zusätzlich auf die Ebene des Erzählens referieren:

Peter lehnte sich zurück und schaute seine Zuhörer an. Es herrschte gespannte Stille.
Schließlich hielt es Monika nicht mehr aus. „Erzähl doch weiter! Du bist doch sicher nicht lange auf dem Gut der Hensons geblieben.“
„Natürlich nicht“, antwortete Peter, steckte sich aber erst noch eine Zigarette an, bevor er weitererzählte:

Ich war froh, als ich endlich aufbrechen konnte. Gegen die freundlichen Bauersleute gab es nichts einzuwenden und ich habe mir später oft gewünscht, ich hätte noch bleiben können, doch damals musste ich eine Aufgabe erfüllen. Der Drache würde die Prinzessin nicht von selbst wieder freigeben. Ich verabschiedete mich und machte mich auf den Weg.

Das erzählende und das handelnde Ich

Im letzten Beispiel haben wir es bereits: Das erzählende und das handelnde Ich. Wir können die Rahmenhandlung rund um Peter einfach weglassen und finden dennoch Hinweise auf den Erzähler. Da ist nicht nur das Ich, mit dem der Leser miterlebt, was damals geschah, sondern auch das Ich, das diese Erlebnisse erzählt, das sie bewerten und kommentieren kann.

Es ist hilfreich, sich klarzumachen, dass dies zwei unterschiedlieche Figuren der Erzählung sind. Die handelnde Figur (in diesem Fall der Protagonist) und die Erzählerfigur. Letztere erzählt über erstere, wenn auch beide ein und dieselbe Person sind. Das Ich (Peter) aus dem Jahr 2010 erzählt über das Ich (ebenfalls Peter) aus dem Jahr 1978. Beide haben einen sehr unterschiedlichen Erfahrungshorizont und sind sich möglicherweise auch in anderen Eigenschaften längst nicht mehr gleich.

Im Beispiel zeigt sich dieses erzählende Ich in dem Satz „… ich habe mir später oft gewünscht, ich hätte noch bleiben können …“ und im „damals“ im Folgesatz. Natürlich kann es auch deutlicher hervortreten, entweder, indem es selbst Teil einer Rahmenhandlung wird, oder, indem es den Leser direkt anspricht:

Lieber Leser, ich will dir heute eine Geschichte erzählen, die so unglaublich ist, dass auch ich sie in das Reich der Märchen verbannen würde, hätte ich sie nicht selbst erlebt. Ja, es ist meine Geschichte.

Ich war damals gerade fünzehn Jahre alt geworden, als mein Großvater mir diesen seltsamen Stein schenkte.

Das erzählende Ich

Hat man nun einmal das erzählende vom handelnden Ich getrennt, ist es ein Katzensprung zum erzählenden Ich, das nicht mehr von einem handelnden Ich erzählt, sondern von einer dritten Figur, die eben nicht dieses Ich ist.

Häufig wird sich dieses erzählende Ich gleich zu Beginn der Geschichte deutlich positionieren, allein schon, um sein Verhältnis zu der Figur, deren Geschichte erzählt wird, zu erklären und sich damit als Erzähler zu legitimieren:

Lieber Leser, ich will dir heute eine Geschichte erzählen, die so unglaublich ist, dass auch ich sie in das Reich der Märchen verbannen würde, hätte sie mir nicht mein Freund Peter erzählt, der in seiner Wahrhaftigkeit über jeden Zweifel erhaben ist.

Peter war damals gerade fünzehn Jahre alt geworden, als sein Großvater ihm diesen seltsamen Stein schenkte.

Die im zweiten Absatz beginnende Kernhandlung wird nun so erzählt, wie man es klassischerweise vom Erzähler in der dritten Person kennt, auktorial oder personal, wobei ein personales Erzählverhalten in diesem Fall den Vertrag mit dem Leser stark strapazieren würde.

Dabei kann sich das erzählende Ich regelmäßig zu Wort melden, kommentieren und bewerten oder fortan ganz hinter die Erzählung zurücktreten.

Und natürlich kann das erzählende Ich die einleitenden Worte (oder eine Rahmenhandlung) auch ganz beiseite lassen und nur durch Kommentare und Wertungen auf sich aufmerksam machen:

Peter war gerade fünzehn Jahre alt geworden, als sein Großvater ihm den Stein der Weißen schenkte. Dem Jungen war gar nicht bewusst, welch außergewöhnliche Ehre ihm da zuteil wurde. Ich habe seit frühester Jugend von einem solch machtvollen Besitz geträumt und noch heute wünschte ich, einmal die Möglichkeiten eines solchen Artefakts nutzen zu können. Peter aber, unwissend wie er war, brachte es kaum fertig, seinem Großvater Dankbarkeit vorzuspielen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, es wäre präziser, von einer Ich-Figur und einem Ich-Erzähler zu sprechen. Oder eben vom handelnden und vom erzählenden Ich. Aber man muss ja nicht pingelig werden.

Zur Übersicht

Wenn dir eine Prämisse nicht reicht

Die unter Autoren dauerhaft populäre Frage nach der Prämisse ist die nach dem Kartoffelschäler. Bekanntermaßen ein Werkzeug, entwickelt zum Schälen von Kartoffeln. Soweit mir bekannt ist, gibt es allerdings kein Gesetz, dass es verbietet, Kartoffeln mit einem normalen Messer zu schälen. Das Ergebnis zählt. Und manch einer kann es mit dem Messer eben besser als mit dem Schäler.

Nun stolperte ich aber in einem Forum über die Frage, ob es nicht für jede Kartoffel einen eigenen … Nein, das Bild hinkt. Ob man nicht je nach Kartoffelsorte … Ob man sich nicht, wenn man für ein Gericht sowohl eine Kartoffel als auch einen Apfel schälen muss, noch einen Apfelschäler bereithalten sollte. Na ja, trifft es immer noch nicht so ganz. Immerhin lassen sich alle drei Fragen mit einem klaren „Warum nicht?“ beantworten. Kehren wir dennoch aus der Küche an den Schreibtisch zurück.

Weg von den Kartoffeln

Die Frage lautet also: Gibt es nicht auch für den Antagonisten eine Prämisse? Wiederum eine klare Antwort: Jein!

Sofern man die Prämisse so versteht, wie ich das tue, ist sie per Definition die Zusammenfassung des zentralen Konflikts (inklusive seiner Lösung). Und der ist nun einmal der des Protagonisten, nicht der des Antagonisten.

Natürlich ist auch der Antagonist Teil des zentralen Konflikts, ohne ihn gäbe es diesen gar nicht. Nur ist es eben nicht sein Konflikt, er hat seinen eigenen, der aus seinen eigenen Zielen resultiert, die in irgendeiner Art mit denen des Protagonisten kollidieren. Wenn der zentrale Konflikt eines Krimis der ist, dass da ein Mörder frei herumläuft, den der Protagonist hinter Gitter bringen will, dann ist das nicht der Konflikt des Mörders. Dessen Ziel ist es, nicht gefasst zu werden, sein Problem, dass da ein Protagonist herumläuft, der eben dieses Ziel durchkreuzen will.

Ein Zwang, der befreit

Die enge Verflechtung der beiden Konflikte bedeutet allerdings, dass sich aus der Prämisse einer Geschichte zwingend auch die Konsequenzen für den Antagonisten ergeben. Ist der Protagonist erfolgreich, scheitert der Antagonist und umgekehrt. Hinsichtlich des zentralen Konflikts, sofern er ein echter und ordentlich herausgearbeiteter Konflikt ist, ändert da auch ein versöhnliches Ende nichts. Wenn der Mörder am Ende auf freiem Fuß bleibt, weil der Prota sich mit ihm vertragen hat, mögen beide glücklich sein, der Prota aber hat sein Ziel nicht erreicht.

Es scheint also nicht notwendig zu sein, für den Antagonisten ebenfalls eine Art Prämisse zu verfassen. Wenn es dem Autor dennoch irgendwie hilfreich erscheint, wird ihn niemand dafür zur Rechenschaft ziehen.

In diesem erweiterten Sinne einer Prämisse als Zusammenfassung irgendeines Konflikts und seiner Lösung ist der Autor also frei, weitere Prämissen zu formulieren. Nicht nur für den Antagonisten, sondern für jede Figur, die in der Geschichte einen Konflikt bis zum bitteren oder glücklichen Ende austrägt. Für manche Figur, nicht zuletzt für den Protagonisten, eröffnet sich so sogar die Möglichkeit, ihr/ihm gleich mehrere Prämissen auf den Leib zu schreiben.

Das hilft möglicherweise bei der Figurenentwicklung, den eigentlichen Sinn der Prämisse verwässert es aber. Schließlich ist sie ein Werkzeug, um die Geschichte/den Plot zu entwickeln, das Zentrale der Geschichte aufzuzeigen, den roten Faden nicht zu verlieren.

Man kann eben mit einem Kartoffelschäler auch einen Apfel schälen, nur werden die Bratkartoffeln dadurch nicht unbedingt besser. Hinkt? Na und?

Das Schöne an der Arbeit …

… ist, wenn sie recht vielfältig ist. Das bedeutet zwar oft, dass sie auch quantitativ nicht ganz ohne ist, aber jedenfalls tut Abwechslung gut.

Es ist also auch schön, wenn man dahingehend schon jetzt weiß, dass es auch 2012 den einen oder anderen „Job“ geben wird, der für einen selbst ein Novum darstellt.

Noch ein bisschen früh, um ins Detail zu gehen, aber das kommt schon noch.

Cartoons und Hörspiele zum 01.08.11

Für Anfang August stehen zwei etwas ausgefallene Literaturpreise an, die den Romanschreibern, Kurzprosaspezialisten und Lyrikern eine Atempause gönnen.

__________

Deutscher Cartoonpreis

Bewerbungen können ab sofort eingereicht werden

Frankfurt, 28.3.2011 – Der Deutsche Cartoonpreis für neue Talente 2011 hat seine Netze ausgeworfen und fischt wieder nach den innovativsten NachwuchskünstlerInnen:
Gesucht werden die besten Cartoons, in diesem Jahr zu dem Motto „Ins Netz gegangen“. Neben dem richtigen Strich sollten die BewerberInnen in ihrem Cartoon geistreichen Humor, Originalität und Ideenreichtum aufblitzen lassen.
Teilnehmen können alle Zeichnerinnen und Zeichner, die bis zur Preisverleihung im Oktober noch kein eigenes Cartoonbuch veröffentlicht haben.

Eine sechsköpfige Jury, bestehend aus Juergen Boos (Direktor Frankfurter Buchmesse), Klaus Humann (Verleger, Carlsen), Rolf Dieckmann (Redakteur Humor und Satire, „Stern“), Ralph Ruthe (Cartoonist), Volker Hamann (Herausgeber der „Reddition“ und Buchhändler bei „Hummelcomic“) und Antje Haubner (Cartoon-Lektorin, Carlsen Verlag), entscheidet über die Vergabe der Preise.

Der Wettbewerb ist mit 1.000 Euro (1. Platz), 500 Euro (2. Platz) und 250 Euro (3. Platz) dortiert. Die SiegerInnen werden im Rahmen einer Preisverleihung am 14. Oktober im Comic-Zentrum in Halle 3.0 auf der Frankfurter Buchmesse (12. bis 16. Oktober 2011) geehrt. Die besten 20 Exponate werden darüber hinaus während der Messetage im Comic-Zentrum ausgestellt und können bereits ab Mitte September auf der Carlsen-Homepage unter www.carlsenhumor.de besichtigt werden.

Seit 2006 fördern die Frankfurter Buchmesse und der Carlsen Verlag mit dem Deutschen Cartoonpreis in jedem Jahr talentierte Illustratoren und Cartoonisten. Mit dem Wettbewerb möchten die Initiatoren die Kunstform des Cartoons stärker in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit rücken und jungen Talenten die Möglichkeit geben, von einer breiten Öffentlichkeit entdeckt zu werden.
Mehr als 300 eingereichte Cartoons widmeten sich im letzten Jahr dem Motto „Schöne Aussichten“.

Interessierte Cartoonisten können ein bis maximal drei Exponate als Farbkopie (keine Originale) oder als Datei (nicht größer als 1 MB) direkt beim Carlsen Verlag einreichen.

Carlsen Verlag
Stichwort: Deutscher Cartoonpreis 2011
Postfach 500 380
22703 Hamburg
E-Mail: cartoonpreis2011@carlsenverlag.de

Einsendeschluss ist der 1. August 2011.

http://www.carlsen.de/web/presse/newsitems/2011/03_28_DeutscherCartoonpreis_2011

Quelle: Uschtrin

__________

Deutscher Kinderhörspielpreis

Originalausschreibung: http://www.filmstiftung.de/Foerderungen/Hoerspiel/kinderhoerspielpreis.php

ARD und Filmstiftung NRW loben den Preis in Zusammenarbeit mit der Stadt Wuppertal aus

Bis zum 1. August läuft die Bewerbungsfrist für den mit 5.000 Euro dotierten Deutschen Kinderhörspielpreis, den die ARD gemeinsam mit der Filmstiftung NRW und in Zusammenarbeit mit der Stadt Wuppertal zum sechsten Mal ausschreibt. Ziel des Preises ist es, den besten Originalstoff oder die beste Adaption für Kinderhörspiele zu würdigen und damit auf dem unübersichtlichen Markt von Hörspielproduktionen für die Jüngsten ein Qualitätsbewusstsein zu schaffen. Der Deutsche Kinderhörspielpreis wird am 12. November 2011 bei den ARD Hörspieltagen in Karlsruhe vergeben. Die Kulturradios der ARD werden die Preisverleihung live übertragen.

Einreichen können neben den Landesrundfunkanstalten der ARD und DRadio auch Verlage, Autoren und andere Hörspiel-Produzenten. Bedingung ist, dass die eingereichten Werke bereits veröffentlicht bzw. gesendet wurden oder einen festen Sende- bzw. Veröffentlichungstermin bis zum 31. Dezember 2011 nachweisen können. Produktionen, die vor dem 1. Juli 2010 erschienen sind, sind nicht zugelassen. Jeder Einreicher darf nur eine Produktion mit einer maximalen Länge von 90 Minuten in Form einer CD zum Wettbewerb einsenden. Einzelne Folgen von Hörspielserien sind ausdrücklich zugelassen. Die Einreichung einer Serienfolge schließt jedoch die Einreichung anderer Folgen der Serie aus.

Die kompletten Ausschreibungsunterlagen können hier heruntergeladen werden:

Statuten:
http://www.filmstiftung.de/fist/download_pdf/kinderhoerspielpreis/Kinderhoerspielpreis_2011_Statuten.pdf

Anmeldeformular:
http://www.filmstiftung.de/fist/download_pdf/kinderhoerspielpreis/Anmeldeformular_Deutscher_Kinderhoerspielpreis_2011.pdf

Einreichungen bitte an:

Rundfunk Berlin-Brandenburg
Künstlerisches Wort – Hörspiel
Deutscher Kinderhörspielpreis
Juliane Schmidt
Masurenallee 8-14
14057 Berlin
Mail: Juliane.Schmidt@rbb-online.​de

2010 ging der Preis an Cornelia Neudert für „Der Dschinn aus dem Ring“, produziert vom Bayerischen Rundfunk.

Quelle: Uschtrin

Von Publikumsverlagsdebütanten nicht ins Bockshorn jagen lassen

Ich suche es noch, das weiße Schaf unter den DKZ.

Nicht, weil ich dort veröffentlichen wollte, einfach aus Neugier. Aber Moment, vielleicht hinkt das Bild auch.

Also, ich suche es noch, das Schaf unter den DKZ, das sich nicht mit einem weißen Mantel tarnt.

Eines, das offen in die Welt hinausblökt, was es ist:

„Ich bin ein Schaf! Wenn du auf der Suche nach einem Pferd bist, bin ich eine schlechte Alternative. Pferde sind schlechter zu bekommen, aber wenn du auf die Pferderennbahn willst, solltest du dich um ein Pferd bemühen. Mit mir kommst du höchstens auf die Weide. Das Witzige ist, in dieser verrückten Welt darfst du ein hübsches Sümmchen zahlen, wenn du mich dorthin begleiten willst, während der Jockey auf dem Rücken des Pferdes noch bezahlt wird!“

Gerade war ich zuversichtlich, ein solches Schaf gefunden zu haben, aber irgendetwas ist ja immer. Freimütig nannte es, wenn auch in einer dunklen Ecke hinter vorgehaltenem Paarhuf, seinen Namen. Erklärte ihn sogar und begann zu erläutern, wo der Unterschied zu einem Pferd sei.

Doch dann:

Natürlich findet man gerade im Internet immer wieder Hinweise von „Schriftstellern“, die angeblich als Debütant bei einem Verlag ohne Druckkostenzuschuss angekommen sind, denen der Verlag angeblich eine fünfstellige Summe als Vorschuss gezahlt hat, die dann pro verkauftem Buch zusätzlich noch eine prozentuale Gewinnbeteiligung erhalten und deren Erstauflage auch in den fünfstelligen Bereich geht…
Nun gut, wenn man bei einigen dieser Leute mal versucht, detailliert nachzufragen, verstricken diese sich meist in Widersprüche oder antworten gar nicht mehr, man kann sich also eine Meinung bilden.
Außerdem kann man unter anderem auf der Buchmesse mit den dort vertretenden [sic!] Druckereien über Auflagenhöhen sprechen. Diese Leute werden bestätigen, dass selbst bei großen Verlagen Zahlen von 1000, 2000 oder im günstigsten Fall 3000 Büchern die Regel sind, in Ausnahmefällen werden mal 5000 Stück gedruckt, aber das kommt höchst selten vor. Insofern sollte man sich von angeblichen Nichtzuschussdebütanten nicht ins Bockshorn jagen lassen …

Muss denn das sein, wertes Schaf, habe ich gedacht.

Aber Moment! Vielleicht habe ich auch nicht detailliert genug nachgefragt. Bin ich denn sicher, auf welchem Pony ich reite? Und sollte ich bei den Neureitern, mit denen ich bekannt bin, nicht doch noch einmal nachhaken? Vielleicht verstricken sie sich dann auch in Widersprüche und ich erfahre, dass sie auf Eseln an den Start gehen mussten.

Dabei fällt mir auf, dass diejenigen, die (angeblich) hoch zu Ross gestartet sind, oft auffällig zurückhaltend sind, wenn es um die Fähigkeiten ihrer Rennpferde geht. Ich war bisher davon überzeugt, dass sie es einfach nicht nötig haben. Aber vielleicht vertuschen sie ja auch etwas. Am Ende tarnen sie ihre Vollblüter noch mit einem Schaffell. Einem blütenweißen natürlich.

Beruf Erzähler: Die Verträge

Wie jeder Berufstätige geht auch der Erzähler Verträge ein. Und zwar für jeden Job gleich mehrere. Drei, um genau zu sein.

Zunächst natürlich den mit seinem Arbeitgeber, dem Autor. Ein zugegebenermaßen etwas ungewöhnlicher Vertrag, denn es gibt naturgemäß nur einen, der auf die Einhaltung dieses Vertrages achten kann und muss. Diese Verantwortung lässt sich dem Erzähler leider nicht aufbürden.

Der Inhalt des Vertrages ist wenig kompliziert: Der Autor erteilt dem Erzähler den Auftrag, wie dieser die Geschichte zu erzählen hat, wobei vor allem auf die Einhaltung der Rahmenbedingungen der ebenfalls vom Autor vorgegebenen Erzählsituation zu achten ist. Die Führungsverantwortung liegt beim Autor, er ist es, der für Fehler des Erzählers zur Rechenschaft gezogen wird.

Damit berühren wir bereits den zweiten Vertrag, in dem der Erzähler lediglich das Bindeglied zwischen den Vertragspartnern Autor und Leser ist. Der Inhalt entspricht weitgehend dem ersten Vertrag: Auch hier steht der Erzähler in der Pflicht, die Rahmenbedingungen der Erzählsituation einzuhalten, sodass der Leser sich auf diese verlassen kann. Obendrein obliegt ihm die Verpflichtung, dem Leser von Beginn an Klarheit über diese Bedingungen zu verschaffen. Haften muss auch hier wieder der Autor.

Der Vertrag mit dem Leser

Im dritten Vertrag allerdings spielt der Autor kaum eine Rolle. Der wird zwischen Erzähler und Leser geschlossen. Voraussetzung ist, dass Ersterer die anderen Verträge einhält. Das Interessante: Unter dieser Voraussetzung ist entsprechend der literarischen Konventionen der Leser der Einzige, der diesen Vertrag brechen kann. Und er wird dafür mit ausbleibendem Lesegenuss bestraft!

Der Leser schließt diesen Vertrag in der Regel vollkommen unbewusst. Er erkennt darin an, dass der Erzähler in den Grenzen seiner jeweiligen Erzählsituation übernatürliche Fähigkeiten besitzt. Etwa die, das Innenleben einer Figur zu kennen, als sei es sein eigenes. Oder gar sich derart in diese Figur zu versenken, dass er die Welt mit deren Sinnen wahrnimmt. Er akzeptiert, dass mancher Erzähler ein Gedächtnis besitzt, das dasjenige eines Elefanten lächerlich erscheinen lässt, während ein anderer gar von sich behauptet, gottgleiches Wissen über alles, was in der Welt vor sich geht, zu besitzen. Und er wundert sich nicht darüber, wenn ein Erzähler, der seine eigene Geschichte erzählt (oder so tut, als würde er das tun), dies offenbar im gleichen Atemzug tut, in dem die Ereignisse stattfinden.

Ja, es ist verrückt! All diese Dinge blendet der vertragskonforme Leser aus, damit er auf dieser Basis von einem glaubwürdigen Erzähler und seiner ebenso glaubwürdigen Erzählung ausgehen kann.

Diese drei Verträge bilden eine Art Kreis. Sie bedingen sich gegenseitig. Der eine braucht den anderen als Grundlage, während er gleichermaßen seine Voraussetzung darstellt. Wird einer der drei gebrochen, funktionieren auch die anderen nicht mehr.

Zur Übersicht

Eine phantastische Akademie

Wie ich bereits berichtete, hat die Hauptrunde des Deutschen Phantastik Preises begonnen. Aus der sicheren Quelle Andrea habe ich aber vor einigen Tagen erfahren, dass sich ein weiterer Preis anschickt, publizierte Werke der phantastischen Literatur diesmal durch eine Juryentscheidung zu würdigen.

Ins Leben gerufen wird er derzeit von dem ebenfalls noch jungen Verein zur Förderung der phantastischen Literatur in Deutschland, kurz Phantastische Akademie e.V. In ihr haben sich namhafte Vertreter des phantastischen Literaturbetriebs zusammengefunden, die bereits ebenso bedeutende Förderer und Jurymitglieder versammeln konnten.

Ich bin sicher, da entsteht etwas sehr Beachtliches. Schaut doch mal vorbei!

Phantastische Akademie e.V.

Kobo: E-Book-Konkurrenz für Amazon

Die folgende Pressemeldung stammt von pte:

Amazon Deutschland bekommt E-Book-Konkurrenz

Kobo startet mit 80.000 Titeln Frontalangriff auf Kindle
Foto: flickr.com, Annie Mole
Leser: Erhalten größeres Digital-Angebot (Foto: flickr.com, Annie Mole)

Toronto/München (pte085/13.07.2011/13:45) – Eine schwergewichtige Konkurrenz hat Online-Händler Amazon im deutschen E-Book-Geschäft bekommen. Mit Kobo legt hierzulande ein weltweit bereits führender Anbieter einer Kindle-Alternative los. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, erweitert es sein Angebot gleich um 80.000 deutschsprachige Titel. Amazon startete vor wenigen Monaten im Vergleich nur mit 25.000 deutschen Büchern (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20110421019 ). Bei insgesamt rund 2,4 Mio. E-Books betritt Kobo den Markt in der Bundesrepublik als nunmehr größter Anbieter.

„Die deutschen Inhalte stammen von unserer Vertriebsplattform Libreka“, heißt es vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels auf Nachfrage von pressetext. Selbst erklärtes Ziel ist es, möglichst viele nationale und internationale Handelspartner mit E-Books zu beliefern. Auf das Portfolio können alle Anbieter und Online-Shops zugreifen, um „vom digitalen Markt zu profitieren“. Mit Amazons Kindle sind die Libreka-Formate E-Pub und PDF mit DRM allerdings nicht kompatibel.

Apps und E-Reader

Global hat es Kobo laut eigenen Angaben auch ohne Deutschland-Präsenz bereits auf über 4,2 Mio. Kunden gebracht. Das Portfolio des Unternehmens bildet hierzulande bald das gesamte Spektrum des digitalen Lesens ab. Neben einem eigenen E-Reader, dem „eReader Touch“, bringt Kobo auch die Apps für Smartphones und Tablets in deutscher Fassung gleich mit. iOS- und Android-Versionen sind bereits zum Start erhältlich – RIMs PlayBook soll folgen.

In der Bundesrepublik entwickelt sich das E-Book- und E-Reader-Geschäft – anders als etwa in den USA – nur schleppend. Kobo will das digitale Lesen jedoch „auf immer mehr Plattformen und in immer mehr Länder bringen“, betont CEO Michael Serbinis. So stehen etwa Spanien, Frankreich, Italien und die Niederlande und lokale Inhalte in ihren jeweiligen Landessprachen auf dem weiteren Expansionsplan der Kanadier.